Skoliose oder nicht Skoliose?

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grimmidi
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Skoliose oder nicht Skoliose?

Beitrag von grimmidi »

Ich habe zwei voneinander unabhängige Befunde die jeweils eine Skoliose ausschliesen.
Jedoch werden diese fachärztlichen Atteste nicht vom Polizeiarzt anerkannt.
Ich muss dazu sagen, dass dieser Arzt ein Allgemeinmediziner ist.

Attest 2007:

Befund:
Physiologische Lordose der LWS, keine wesentliche Skoliose. An der BWS allenfalls minimale skoliotische Fehlhaltung, rechtskonvexe Schwingung im mittleren bis oberen Drittel. Normale Knochenstrukturen. Normale Weite sämtlicher Zwischenwirbelräume. Keine wesentlichen Wirbelgelenksarthrosen. Keine Osteophyten. Alle Bogenwurzeln abgrenzbar. Die miterfaßten ISG regelrecht.

Beurteilung:
Ledeglich minimale skoliotische Fehlhaltung an der BWS mit geringer rechtskonvexer Schwingung im mittleren bis oberen Drittel. Keine LWS-Skoliose. Keine Osteodestruktionen, kein Hinweis auf Fehlbildungen oder wesentlich degenerative Veränderungen. Normaler Mineralsalzgehalt.



Attest 2009

Befund:
Leichte Wirbelsäulenverbiegung, kein Rippenbuckel, Beckengeradstand

Rötgen:
LWS(2): regelrechter Aufbau,kein Hinweis auf deg. oder traum. knöcherne Veränderungen, minimale linkkonvexe WS-Verbiegung Cobb 8°

BWS(2): regelrechter Aufbau, kein Hinweis auf deg. oder Traum. köcherne Veränderungen, min. rechtskonvexe WS-Verbiegung, Cobb 12°



Dem Polizeiarzt lagen der Attest von 2009 sowie die Rötgenbilder vor.
Nach seiner Beurteilung der Bilder habe ich eine Torsionsskoliose.
Ich habe diese Beurteilung dem Facharzt vorgelegt und dieser meinte, So ein Schwachsinn.

Ich habe vor mich nochmal von einem Facharzt untersuchen zu lassen, jedoch hätte ich einfach mal gern die weitreichende Meinung der Forumnutzer gehört.

Ich hoffe ihr könnt mir da weiterhelfen und mich in meiner Meinung bestätigen.
Skoliose oder nicht Skoliose, das ist hier die Frage.
Dr. Steffan
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Beitrag von Dr. Steffan »

Wenn man rein nach der Definition geht haben sie eine Skoliose. Ab einem Krümmungswinkel von 10° nach Cobb, spricht man von einer Skoliose.
Die Frage wäre allerdings, ist das Bild richtig ausgemessen und wurde die Aufnahme im Liegen oder Stehen gemacht.
Zudem dürfte ihnen die Skoliose keine Probleme machen und auch nicht zu einer Verschlechterung neigen. Also würden sie keine beruflichen Einschränkungen haben.
Dr. K. Steffan
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

@grimmidi

unabhängig vom Attest, hast Du evtl. einen Rundrücken/Hohlkreuz?
Das ist einfach eine "automatische" Nachfrage bei so geringer Fehlstellung.

Gruss
Klaus
Dr. Trobisch
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Beitrag von Dr. Trobisch »

Oft wird der Begriff WS-Verbiegung oder skoliotische Fehlhaltung fuer Roentgenbefunde verwendet. Akute Schmerzen z.B. koennen ebenso zu einer vorruebergehenden skoliotischen Fehlhaltung im Roentenbild fuehren. Sofern jedoch keine Rotation im Roentgenbild zu sehen ist, spricht man nicht von einer Skoliose. Viele Aerzte versuchen den Begriff Skoliose (zu Recht) zu meiden, da solch eine Diagnose schnell zur Beunruhigung fuehren kann. Wenn ich das richtig gelesen habe, spricht Ihr Polizeiarzt zwar von einer Torsionsskoliose, die Torsion/Rotation wurde jedoch im Roentgenbefund nicht erwaehnt. Im Zweifel kann ein Roentgenbild wiederholt werden. Es muss darauf geachtet werden, dass eine eventuelle Beinlaengendifferenz vor Aufnahme ausgeglichen wird.
grimmidi
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Beitrag von grimmidi »

Also an Klaus:

Ja ein leichtes Hohlkreuz im Bereich der Lendenwirblesäule hab ich.


Und bei den Rötgenaufnahmen lag ich. Einmal auf den Rücken einmal auf der rechten Seite.

Ich bin mir halt nicht sicher ob denn auch die Messungen richtig gemacht wurden.
Ich selbst habe keine Beschwerden, Schmerzen oder Einschränkungen.
Es ist so, dass der Polizeiarzt auch daran denkt was zukünftig sein könnte, da aber mein, bis jetzt gemessener Winkel, so gering ist, kann das doch gar nicht mehr in der Zukunft zu Problemen führen oder?
Zumindest liest sich das hier so im Forum.

Ich muss auch dazu sagen, dass kein durchgängiges Bild der WS angefertigt wurde, vielleicht spielt das ja auch eine Rolle.
Skoliose oder nicht Skoliose, das ist hier die Frage.
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Beitrag von minimine »

Hallo grimmidi,
Und bei den Rötgenaufnahmen lag ich. Einmal auf den Rücken einmal auf der rechten Seite.

Ich bin mir halt nicht sicher ob denn auch die Messungen richtig gemacht wurden.
also ob die Messung richtig durchgeführt wurde, weiß ich nicht, was aber definitiv nicht richtig durchgeführt wurde, war die Röntgenaufnahme, denn die hätte im Stehen erfolgen müssen.

Und ganz ehrlich, ohne dich jetzt beunruhigen zu wollen, aber dann solltest du damit rechnen, dass die Gradzahl der Skoliose tatsächlich um einiges höher sein kann und evtl. auch behandlungsbedürftig ist.
Ja ein leichtes Hohlkreuz im Bereich der Lendenwirblesäule hab ich.
Wie sieht denn die Brustwirbelsäule dazu aus?

Du brauchst also erstmal gescheite Röntgenaufnahmen (Ganzwirbelsäulen-Aufnahmen von vorne und von der Seite) und dann auch eine konkrete Diagnose. Aus welcher Gegend kommst du denn?

Wegen der Polizei: Erkundige dich mal, wieviel Grad Skoliose du maximal haben darfst. Und dann musst du eben bedenken, dass man sich dabei schon was gedacht hat, warum diese Grenze gezogen wurde. Ich meine, theoretisch wäre es wohl sicherlich möglich, sich maximal korrigiert beim Röntgen hinzustellen, so dass die Skoliose dann gering wäre, aber ob DU dir damit langfristig einen Gefallen tust?!

LG
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Beitrag von grimmidi »

Also auf die Brustwirbelsäule bezogen kann ich jetzt keine Angaben machen.

Ich komme aus dem Rosenheim in Bayern.
Da wäre die Klinik Vogtareuth in der Nähe, aber wenn es natürlich alternativen gibt???

Ich weiß auch leider nicht mehr wie die Bilder für das Attest 2007 gemacht wurden. Vorhanden sind aber noch alle.

Wenn die Gradzahl auch mehr sein sollte, dann hab ich damit auch kein Problem, nur eine aussagekräftige Meinung wäre schon nicht schlecht.
Nicht das der Eine HÜH und der Andere HOTT sagt.
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Beitrag von minimine »

Hallo grimmidi,

also in Vogtareuth bekommst du bestimmt Ganzwirbelsäulen-Aufnahmen. Allerdings weiß ich nicht, wie dort die Qualität der konservativen Behandlung aussieht, Berichte gibts hier im Forum v.a. im Zusammenhang mit Operationen. Aber ich denke, du könntest da schonmal hingehen, um erstmal eine konkrete Diagnose zu bekommen.

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Beitrag von Klaus »

minimine hat geschrieben:Aber ich denke, du könntest da schonmal hingehen, um erstmal eine konkrete Diagnose zu bekommen.
Dem kann ich mich nur anschliessen. Dann gibt es auch Gewissheit darüber, ob eine Behandlung notwendig ist.
Wenn wirklich alles im grünen Bereich ist, wird auch eine operativ ausgerichtete Klinik Entwarnung geben.

@ grimmidi
minimine hat auch völlig recht, wenn sie sagt:
Ich meine, theoretisch wäre es wohl sicherlich möglich, sich maximal korrigiert beim Röntgen hinzustellen, so dass die Skoliose dann gering wäre, aber ob DU dir damit langfristig einen Gefallen tust?!
Und bezüglich Hohlkreuz und evtl. Rundrücken könnte man da auch versuchen, sich temporär optimal zu korrigieren, wenn der Amtsarzt so eine Aufnahme überhaupt verlangt. Das ist Vor-und Nachteil zugleich. :)

Ich weiß gar nicht, ob eine seitliche Aufnahme technisch auch im Liegen gemacht werden kann, dann wäre aber die Verfälschung der tatsächlichen Situation am grössten, weil der Druck der Liege gut vorstellbar eine Korrektur ausübt.

Die Diskussion war sicherlich von Dir so angelegt, dass Du unbedingt in den Polizeidienst willst, aber Du musst auch bedenken, dass die Anforderungen sicherlich keine Rücksicht auf Deine Wirbelsäule nehmen.
Sollte sich herausstellen, dass Deine Wirbelsäule in einer Situation ist, in der diese besonderen Belastungen schon negative Auswirkungen haben können, wäre z.Bsp. eine ambulante Therapie nicht ganz im Verborgenen zu machen, ganz zu schweigen von einer REHA.

Deswegen solltest Du Dir dringend kompetente Gewissheit verschaffen, um nicht weiter unnötig zu spekulieren.
Vor jeder Behandlungsmaßnahme bzw. Einschätzung der Situation steht sowieso immer die konkrete Diagnose.

Gruss
Klaus
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