seit 4 Jahren befasse ich mich theoretisch und praktisch mit der Triggerpunkt-Theorie und -Therapie und aufgrund meiner Erfahrungen sage ich, dass darin ein Schlüssel zum Verständnis und zur Therapie der meisten Volkskrankheiten im Bewegungsapparat liegen. Dieser Problemenkreis ist sehr umfassend und deshalb ist die Sorge von Klaus, das Thema auf sein Anliegen - die Skoliose - zu beschränken, verständlich.
Allerdings: der grundsätzliche Unterschied zwischen einem Skoliose- und Nichtskoliose-Menschen geht mir auch nach unseren Diskussionen noch nicht in den Kopf. Klaus, Du sagst selbst, dass viele Menschen mit einer definierten Skoliose ohne Probleme leben. Dasselbe trifft zu auf viele Bandscheibengeschädigte, die nichts von ihrem Schaden merken. Warum ist das so?
Meine derzeitige Erklärung: die Ursache liegt nicht in der Skoliose oder im Bandscheibenvorfall an sich, sondern in der Art, wie der einzelne Körper darauf reagiert und wie der Betroffene mit der Problematik umgeht!
Unser Körper ist wie alle lebendige Natur ein sich selbst regulierendes System. Schon mit der einfachen Festlegung z.B. als Rechtshänder (und Linksspringer) ist die Muskulatur einseitig (links und rechts unterschiedlich) aufgebaut. Wer Sport treibt verstärkt diese Einseitigkeit weiter. Das ist kein Problem, denn der Körper passt sich von Kopf bis Fuß daran an.
Die Frage ist, wann schafft der Körper es nicht mehr, sich den wechselnden Anforderungen anzupassen? Wann wird eine Skoliose zur Krankheit?
(':juggle:')
Meine These: Wenn ich meinen Körper Bedingungen aussetze, die er aufgrund seiner evolutionär bedingten Fähigkeiten (das sind seine Grenzen, innerhalb denen er funktionieren kann) nicht mehr bewältigen kann!
Unser "steinzeitmässig" geprägter Körper (und Geist!) hat Probleme, mit den gegenwärtigen Lebensbedingungen umzugehen. Die meisten bewegen sich chronisch zu wenig und manche einseitig und zu viel.
Nach 45 Jahren Sport und 10 Jahren "Nicht Sport" mit vielen üblen Folgen kann ich sagen: die Krankheiten hatten immer mit Über- und Unterauslastung zu tun, die über den "Horizont" meines Körpers hinaus gingen.
Was ist die Folge davon? An diesem Punkt gibt die Triggerpunkt-Theorie Antworten. Janett Travel und Dave Simons sind die eigentlichen Urheber dieser Theorie. Es handelt sich um Stoffwechselprobleme in der Muskulatur infolge von Über- und Unterauslastungen ("Energiekrise an der motorischen Endplatte").
Dr. Bauermeister hat sich in den USA damit beschäftigt und hat in Deutschland ein Buch darüber geschrieben (Das "Rücken-Fit-Programm"). Er ist seitdem öffentlich nicht mehr ansprechbar und praktiziert die Stoßwellentherapie.
Warum?
Hier geht es ums Geschäft mit der Gesundheit, denn:
- die Ursachen lassen sich nicht durch abrechenbare therapeutische Leistungen beseitigen, sondern nur durch tagtägliche Verhaltensänderungen und Selbsthilfetherapien (unter den heutigen Bedingungen der "Gesundheits"versorgung)
- die Veränderungen in der Muskultur ("Triggerpunkte") sind anatomische Veränderungen und 6, 12 oder 18 physiotherapeutische Behandlungen oder Behandlungen mit der Stoßwelle ändern daran wenig. Langfristiges Training ist angesagt!
Warum gibt es zu diesem Thema Bücher und Therapien ohne Ende?
Weil es relativ "leicht" ist, seinen Körper wieder in das Gleichgewicht des biologischen Regelkreises zu bringen. Der akute Schwerz ist weg
Bis zum nächsten Mal
Abwarten ergibt oft das gleiche wie operieren oder therapieren.
Die Diskussion darüber sprengt sicherlich den Rahmen dieses Threads.
Klaus als administrativer Gastgeber hat das Recht, in seinem Sinn Regeln dazu zu geben.
Ich arbeite zur Zeit an einer Internetseite zu diesem Thema. Wer Fragen an mich hat, kann sie auch persönlich an mich mailen. Solange es nicht ausufert und der Sache des Erfahrungsaustausch in der Selbsthilfetherapie dient, werde ich antworten.
Grüße
Volkmar



