Die faulen Orthopäden

Fragen und Antworten rund um das Thema Skoliose
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

virtuelle hat geschrieben:Deshalb ist Schroth meiner Meinung ja auch kein Allheilmittel und als alleinige Motivation seine Wirbelsäulenfehlstellung nachhaltig (!) zu bekämpfen nicht ausreichend.
Das hat ja mit Schroth nichts zu tun. Würde Schroth es schaffen die Skoliose vollkommen zu begradigen (also aktiv aufrichtbar), wäre es ja per Definition keine Skoliose mehr.

Es gibt aber eine "Heilung" für Skoliose, nämlich die operative wenn auf fast 0 Grad korrigiert wird. Leider fehlen einem dann halt ein paar Zwischenwirbelscheibchen und ein bisschen blutig ist die Sache auch. ;)
Genauso wie meiner Meinung nach auch ein Korsett nicht das Therapiemittel erster Wahl ist, wozu ist das gut, sich jegliche Bewegungsmöglichkeit zu nehmen?
Das ist dafür gut, die Wirbelsäule passiv zu korrigieren und die einseitige Belastung umzukehren, also den Prozess der langsamen Verschlechterung zu stoppen und eventuellen Schmerzen entgegenzuwirken.

Korrekturkorsette sind nicht dafür da die WS ruhig zu stellen (das ist nur ein Nebeneffekt ohne den man technisch einfach keine stärkeren Korrekturen erreichen kann), sondern sie in Positionen zu bringen in die sie ohne mechanische Hilfe nicht kommen kann.

Es gibt ja aber auch für ganz kleine Skoliosen das Spinecor, was die WS nicht ruhig stellt.
virtuelle hat geschrieben:Aber in diesem Forum herrscht einfach die grundsätzliche Meinung, dass als allererstes immer nur Ärzte und Therapeuten unfähig sind und dass Wirbelsäulenfehlstellungen im Erwachsenenalter eh nicht mehr korrigierbar sind.
Und ich glaube auch Peter wollte mit seinem Beitrag nichts anderes, als hier einmal einen Anstoß zum Umdenken zu geben. Denn seine Gesundheit hat jeder in allererster Linie selbst in der Hand.
Origanisatorische Eigenverantwortlichkeit meint er damit. Keiner gibt doch den Ärzten oder Therapeuten die Schuld, dass WS-Verkrümmungen im Erwachsenenalter nicht mehr korrigierbar sind. Das ist doch ein Gesetz der Natur. Kann sich höchsten wer an einen oder mehrere persönliche Gottheiten glaubt, daran wenden. :flehan:
peter 1
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Schroth macht tot - wenn man nicht aufpasst.

Beitrag von peter 1 »

Hallo an alle,
ich bin ja ganz froh, dass mit 'virtuelle' wenigstens noch jemand ausser mir eine forumskritische und doch wohlwollende Argumentation zur Sprache bringt!

Mein anfängliches Thema über die nötige Selbstreflektion der Patienten ist teilweise zu einer erneuten Grundsatzdiskussion über die Schroth-Therapie geworden. Dazu will ich - vor allem den Admins - folgendes zu bedenken geben:

Schroth ist nicht alles! Schroth kann auch gefährlich sein, wenn die Verträglichkeit für den Einzelfall nicht sorgsam geprüft wird. Ich bin dafür ein Beispiel. Durch die Schroth-Therapie habe ich eine Rückenmarksschädigung bekommen, die zu einer dauerhaften Spastik in den Beinen geführt hat.

Eine Reha in Isny mit ihrer Kombination aus Schroth und anderen Therapieelementen sowie Kleingruppenbetreuung mit dem Charakter von Einzelfallbetreuung wie sie aktuell von 'Papiertigerlein' und von Markus beschrieben worden ist, ist - zumindest für die erwachsenen Patienten - eine optimale Skoliose-Therapie. Dabei geht es nicht um die Schroth-Stundenzahl oder andere Spitzfindigkeiten, sondern um die optimale individuelle Anpassung der Therapie an die Einzelfallsituation.

Für die Mehrzahl jugendlicher Skoliose-Patienten sind Bad Sobernheim und Bad Salzungen mit der spezifischen Art der Schroth-Therapie in größeren Gruppen gut und richtig, wobei das psychische Element noch eine wichtige ergänzende Funktion hat. Aber nun zu behaupten, nur diese Therapieform sei die einzig richtige und alles andere sei des Teufels, entspringt einer zu engen Sichtweise. Es ist töricht, Isny hier im Forum als zweitklassik darzustellen. Isny ist erstklassik für all die Skoliotiker/ innen, die nicht in das Standardschema von Sobernheim und Salzungen passen.

Mit solidarischen Grüßen an alle Admins, auch wenn sie anderer Ansicht sind, Peter.
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Thomas
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Re: Schroth macht tot - wenn man nicht aufpasst.

Beitrag von Thomas »

peter 1 hat geschrieben:Eine Reha in Isny mit ihrer Kombination aus Schroth und anderen Therapieelementen sowie Kleingruppenbetreuung mit dem Charakter von Einzelfallbetreuung wie sie aktuell von 'Papiertigerlein' und von Markus beschrieben worden ist, ist - zumindest für die erwachsenen Patienten - eine optimale Skoliose-Therapie.
Das ist Deine persönliche Meinung, Peter!

Die muss aber genausowenig stimmen, wie die persönlichen Ansichten von denen, die eben widersprüchlicher Meinung sind.

Allerdings scheint die Zahl derer, die nicht Deiner Meinung sind hier wohl wesentlich größer als die Zahl derer, die Deiner Meinung sind, und das hat nichts mit Administartoren oder Nicht-Administratoren zu tun.

Gruß Thomas
gauklerdavid
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Beitrag von gauklerdavid »

ALso ich habe die Diskussion nicht im Detail verfolgt.
Zu der Antwort von Schilkröterich:
Allerdings scheint die Zahl derer, die nicht Deiner Meinung sind hier wohl wesentlich größer als die Zahl derer, die Deiner Meinung sind, und das hat nichts mit Administartoren oder Nicht-Administratoren zu tun
ich denke es ist nicht Sinn dieser Diskussion per Mehheitsverfahren abzustimmen ob jetzt BAD Sa/Bad So oder Isny für Erwachsene die erste Wahl ist. Das währe ja schon vom Ansatz her Falsch da Erwachsene Skoliose nicht gleich Erwachsene Skoliose ist.

Wenn man sagt: mir hat Klinik XY gut gatan weil...Das ist eine individuelle persönliche Einschätzung an der erstmsl nicht zu rütteln ist.
Sie sollte von anderen nicht kritisiert werden,(kann aber hintefragt werden) noch sollte sie dazu verleiten seine eigene Erfahrung zu generalisieren. (Weil mir KLinik XY gut getan hat tut sie jedem gut). Ebenso sollte man sich nicht Abgewertet fühlen wenn anderen Leuten KLinik XY nicht gefallen hat oder sie der Meinung seien KLinik XY bringen nichts.
Allgemeine Aussprachen zu machen wie KLinik XY ist für Skoliosen besser geeignet als KLinik YZ kann man machen und sie sind natürlich hilfreich als Orientierung und sinnvol für so ein Forum. Sie gründen aber immer auf bestimmten Vorannahmen oder auf Generalisation. Diese müsste man vielleicht explicit machen.
Die Gleichung Je mehr schroth desto besser gilt für menschen die keine weiteren Groben Schäden an der Wirbelsäule haben und gut selbsteverantwortlich in der Gruppe arbeiten können. Für Menschen mit bestimmten Vorschädigungen (sehr unstabile Gleitwirbel, manche Nachoperierten, Akuter Bandschiebenschaden, etc) könnte ich mir vorstellen das indivuduelle anpassung des Übeprogramms vonnöten ist, insbesondere wenn die Leue sonst zu überforderung durch oriebtierung an der Gruppe neigen.

Peter hat , und das finden ich sehr wichtig, darauf hingewiesen dass es auch Fälle gibt die dem Erfahrungsmuster der Mehrheit nicht Entsprechen und die Z.B. mit intensiv Schroth nicht zurechtkommen. DAs sind wichtige Hinweise für diejenigen denen es ähnlich geht wie Peter und sie sollten ihren PLatz in diesem Forum finden.

Gruss
David
gauklerdavid
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Beitrag von gauklerdavid »

Hallo Virtuelle ,

du hast offenbar mit einer anderen Methode als Schroth deine Haltung verbessern oder deine Schmerzen besiegen können?

Ich fände es tolle wenn du genauer beschreiben würdest was deine Ausgangssituiation (Probleme, Grad der Verkrümmung) war, was du schon probiert hast und was dir geholfen hat. (Falls du das nicht schon getan hast) Währ sicher interessant.



David
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Thomas
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Beitrag von Thomas »

Peter hat immer noch nicht geschrieben, auf wieviele Stunden Schroth man in Isny in der Woche kommt als nicht Operierter!

Ist das ein Geheimnis oder weiss das noch keiner bisher?

Gruß Thomas

//edit: Das ist eine ernstgemeinte Frage, die weder sarkastisch noch ironisch gemeint ist. Ich glaube, die Antwort auf diese Frage beantwortet für viele am besten die Frage, ob Isny für sie geeignet ist oder nicht!
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BZebra
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Re: Schroth macht tot - wenn man nicht aufpasst.

Beitrag von BZebra »

peter 1 hat geschrieben:Dabei geht es nicht um die Schroth-Stundenzahl oder andere Spitzfindigkeiten, sondern um die optimale individuelle Anpassung der Therapie an die Einzelfallsituation.
Doch, schon.

Zunächst mal kann man ohne eine gewisse Mindestmenge an Schroth-Praxis Schroth nicht richtig lernen. Da macht man nämlich dann erstrecht Fehler und dann kann das natürlich auch nach Hinten los gehen, insbesondere wenn man dann zu Hause ist und nicht mehr richtig weiß, wie die Übungen funktionieren.

Schroth ist nicht einfach zu erlernen und braucht viel Zeit.

Außerdem braucht man eigentlich gerade als schwieriger Fall besonders erfahrene Therapeuten, und die Erfahrung bekommen die auch nur durch lernen von anderen Therapueten und eben auch wieder durch viel viel Praxis.
peter 1 hat geschrieben:Mit solidarischen Grüßen an alle Admins, auch wenn sie anderer Ansicht sind, Peter.
Wie machst du das denn jetzt aus, welche Meinung Admins vertreten und welche Meinung Nicht-Admins vertreten? Also das bekomme ich nicht hin.
peter 1
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Beitrag von peter 1 »

Mit solidarischen Grüßen an alle Admins, auch wenn sie anderer Ansicht sind, Peter.
@BZebra: Wenn Du heute diesen einfachen Satz nicht verstehst, dann hat Dir die aktuelle Hitze schon ganz schön zugesetzt. - Ich kann ihn ja noch ein wenig umformulieren: "Mit solidarischen Grüßen an alle Admins, auch an die, die anderer Ansicht sind als ich, Peter."
Gruß, Peter.
peter 1
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Schroth ist nicht alles

Beitrag von peter 1 »

an Schildkröterrich: Ich habe nicht die Absicht, mich an einer Erbsenbzählerei zu beteiligen. Wenn Du den Sinn meiner Beiträge nicht verstehst, dann lasse es.
Gruß, Peter.
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Thomas
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Re: Schroth ist nicht alles

Beitrag von Thomas »

peter 1 hat geschrieben:an Schildkröterrich: Ich habe nicht die Absicht, mich an einer Erbsenbzählerei zu beteiligen. Wenn Du den Sinn meiner Beiträge nicht verstehst, dann lasse es.
Gruß, Peter.
Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass objektive Informationen, wie z.B. die Anzahl der Schroth-Stunden pro Woche, keine Erbsenzählerei sondern eine wichtige Eigenschaft einer Skoliose-Reha darstellen.

Thomas
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chilli-pepper
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Beitrag von chilli-pepper »

Heisse Diskussion hier... ;D ,

man verpasst ja gleich was, wenn man mal nicht zu hause ist...

Als ich in BaSa war, war dort eine Patientin, die mehrmals dort und mehrmals in Isny war. Als Operierte waren eh nicht alle Übungen
für sie geeignet. Sie bemerkte auch, dass sie sich mit zunehmendem Alter in Isny wohler fühlte...
Ich denke so gut und wohltuend Schroth für einige von uns ist, müssen wir doch akzeptieren, dass es Menschen gibt,
die es nie lernen- warum auch immer.
Ich habe während meiner Rehas in BaSa einige Ältere Patíentinnen kennengelernt, die am Rande ihres Durchhaltevermögens waren,
für diese Patienten wäre Isny eine gute Alternative denke ich.

Bin mir nicht sicher, habe aber was von täglich 1-2 h Schroth in Isny gehört- frag aber nochmal nach, ob das stimmt...

Liebe Grüsse chilli-pepper
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Die Posts von Peter und virtuelle zeigen mir mal wieder, wie schnell hier die Differenzierung der Dinge verloren geht.

Natürlich muss ich auch an mein eigenes Verhalten denken, wenn ich irgendwo nicht weiter komme.
Wenn ich in die Praxis von Dr. Hoffmann komme und dort ungehemmt los poltere, werde ich genauso wenig davon haben, wie bei einem normalen Skoliose/Kyphose inkompetenten Arzt, dem ich auch durch geschickte Taktik nicht das herausleiern kann, wovon er nichts weiss oder schlimmer, was er nicht will!

Wenn hier auf die Admins "gehauen" wird, dann muss ich doch mal bemerken, dass das die Leute sind, die seit längerem das Forum intensiv beobachten. Von mir kann ich sagen, dass es immer wieder fast täglich gleichlautende Erfahrungsberichte zu inkompetenter Versorgung von Newbies gibt. All denen vorzuwerfen, sie hätten sich nicht richtig verhalten, fände ich schon abenteuerlich.

Im übrigen gibt es jede Menge anderer aktiver User, die geiche Meinungen zu verschiedenen Dingen vertreten. Und wenn dann festgestellt wird, dass das die grosse Mehrheit ist, dann ist das eine statistische Sache, die Ratsuchenden schon eine grosse Hilfe bietet.

Ganz individuell kann man sich danach richten oder auch nicht. Und jemand, der sich nach einer "einsamen" Einzelmeinung richtet und damit Erfolg hat, ist doch auch bestens bedient.

Nur ich bin ein Mensch, der bei seinen ersten Schritten schon die Mehrheit von gleichlautenden Empfehlungen gebraucht hat und deswegen anderen in gleicher Situation auch meine Empfehlungen deutlich gebe.

Was nun Schroth angeht, so habe ich fast erwartet, dass in einem anderen Thema erstaunt festgestellt wurde, dass ich auch mal Isny favorisiere. Auch das ist für mich typisch für eine Diskussion, die die Differenzierung offenbar nicht mag.
Ohne zu wissen, was in Isny konkret gemacht wird, konnte ich das bis vor kurzem nicht als irgendeine Alternative darstellen.
Ohne zu wissen, ob jemand körperlich nicht in der Lage ist, Intensiv Schroth zu machen, kann ich nicht gleich Isny erwähnen, weil es grundsätzliche Unterschiede gibt.

Und bei den Unterschieden wird auch etwas durcheinander gebracht.
Wenn wir von Schroth Therapie sprechen, dann reden wir von den mindestens 20 Stunden pro Woche reines Schroth und nicht von einem Konzept, in dem auch Schroth vorkommt.

Gruss
Klaus
virtuelle

Beitrag von virtuelle »

Ich habe jetzt mangels Zeit die letzten Beiträge leider nur überflogen.

Aber vielleicht gehen unsere Definitionen von gesunden Wirbelsäulen schon auseinander? Eine gesunde Wirbelsäule misst sich für mich nicht an Gradzahlen sondern allein an ihrer Funktionstüchtigkeit.
Wie funktionstüchtig ist eine operierte Wirbelsäule und wie funktionstüchtig ist eine ins Korsett eingeschnürrte Wirbelsäule?

Es ist aber nicht mein Anliegen, Therapien zu kritisieren oder als gar als nutzlos zu bezeichnen, wenn sie manchen doch helfen können und es Patienten gibt, die zufrieden damit sind.
Das einzige, was ich eigentlich zum Ausdruck bringen wollte, dass ich die hier im Forum verbreitete Atmosphäre nicht schön finde. Es ist meines Empfindens nach oft sehr miese Stimmung (Erwachsene Wirbelsäulen sind eh nicht mehr zu verbessern, alle Orthopäde bei dir in der Nähe taugen nichts) und viele andere Therapieansätze, die ebenfalls ihre Berechtigung haben, werden von grundauf verteufelt.
peter 1
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die Atmosphäre

Beitrag von peter 1 »

Hallo 'virtuelle',
es ist tröstlich, dass ich nicht der Einzige bin, der das so empfindet!
Gruß, Peter.
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

virtuelle hat geschrieben:Es ist meines Empfindens nach oft sehr miese Stimmung (Erwachsene Wirbelsäulen sind eh nicht mehr zu verbessern, alle Orthopäde bei dir in der Nähe taugen nichts)
Wieso ist das ne miese Stimmung? Man kann doch einfach die Realität so akzeptieren wie sie ist. Du regst dich doch auch nicht darüber auf, dass das Wasser nass ist, oder?
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Lynn
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Beitrag von Lynn »

OFF TOPIC

Ich finde aber leider auch, dass die Stimmung hier manchmal zu negativ ist. Es gab mal Zeiten, da war das irgendwie "heimelicher". Ich möchte das jetzt auch gar nicht bewerten, aber ich finde es schon wichtig, dass festgehalten wird, dass es mehreren Mitgliedern so geht. An dieser Stelle sollte man sich aber vielleicht nichts entgegenwerfen.
Vielleicht genügt ja die Häufigkeit, in der ein derartiges Empfinden geäußert wird, dass sich jeder mal so seine eigenen Gedanken macht.
Wäre doch schön, wenn man den "Wohlfühlfaktor" wieder etwas erhöhen könnte.
Und deshalb kuschelige Grüße an alle :D

So, und jetzt bitte weiter diskutieren (über's Thema, oder?!)
~ ehemals Ulaschatz ~
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

virtuelle hat geschrieben:Ich habe jetzt mangels Zeit die letzten Beiträge leider nur überflogen.
Ja, das ist das Problem, wenn man ausführliche Kritik übt und dann doch nicht genau liest, was andere dazu sagen.
vituelle hat geschrieben:Das einzige, was ich eigentlich zum Ausdruck bringen wollte, dass ich die hier im Forum verbreitete Atmosphäre nicht schön finde
ula hat geschrieben:Ich finde aber leider auch, dass die Stimmung hier manchmal zu negativ ist.
Ich bekenne mich eindeutig dazu, dass ich Fakten sammle und daraus meine Tipps ableite, die den Hilfesuchenden den entscheidenen Schritt nach vorn bringen sollen. Das bedeutet leider auch das Beschreiben einer miesen Situation!
Das Trösten (es ist doch alles nicht so schlimm) liegt mir insbesondere da nicht so sehr, wo ich merke dass ein ganz praktischer Tipp schnell über dieses Stimmung hinweg bringen kann.
Im übrigen gibt es hier viele, die das für jede Gelegenheit viel besser können als ich und somit ergänzen wir uns insgesamt sehr gut.

Was soll also diese negative Stimmung sein?
Die Realität mit den Orthopäden ist nun mal leider so, wie sie fast tagtäglich von neuen Usern beschrieben wird.
Wer das alles hinter sich hat, kann ja durchaus Details zur Verbesserung der allgemeinen Situation posten. Wenn dann ausführlich hinterfragt wird, ist das doch ein ganz normaler Vorgang, immerhin sind die hier oft genannten Vorgehensweisen und Therapien auch durch ausführliche konkrete positive Erfahrungsberichte bestätigt.
virtuelle hat geschrieben:..und viele andere Therapieansätze, die ebenfalls ihre Berechtigung haben, werden von grundauf verteufelt.
Es als Verteufelung anzusehen, wenn man andere Wege, von denen nicht so viele Erfahrungsberichte vorliegen, nicht als erste Priorität setzt, finde ich schon seltsam.
Und ich erlebe es oft, dass andere Wege so vorgestellt werden, dass einfach nur gesagt wird, dass es einem damit gut ging. Keine Angabe über die konkrete Ausgangsituation, keine Angabe über die konkrete Behandlung, keine Angabe über Kontroll-Röbis, die neben einem "guten Gefühl" sicherlich auch wichtig sind.
Ich habe mich durch mein Fitness Training auch gut gefühlt, fast 20 Jahre lang, bis ein Kontroll Röbi bestätigt hat, dass mein Training im Rückenbereich falsch war und meine Hyper-Kyphose sich verschlimmert hatte! Auslöser für das Kontroll Röbi waren Schmerzen, die sich ganz langsam eingeschlichen hatten!!

Ist es die Diskussion hier, die die "miese" Stimmung auslöst?
Der Titel provoziert doch so eine Diskussion und "Friede, Freude, Eierkuchen" :) nutzt keinem etwas.

Oder sind einzelne Poster an der "miesen" Stimmung Schuld?

Gruss
Klaus
Zuletzt geändert von Klaus am Mi, 18.07.2007 - 20:50, insgesamt 1-mal geändert.
gauklerdavid
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Beitrag von gauklerdavid »

Und ich erlebe es oft, dass andere Wege so vorgestellt werden, dass einfach nur gesagt wird, dass es einem damit gut ging. Keine Angabe über die konkrete Ausgangsituation, keine Angabe über die konkrete Behandlung, keine Angabe über Kontroll-Röbis, die neben einem "guten Gefühl" sicherlich auch wichtig sind.
Das kann ich nur Unterstreichen
Viele Missverständnisse entstehen daraus. dass man verschiedene Ideen hat von was helfen und gut gehen und verbessern bedeutet.
. Klaus z.B hat wohl schmerztechnisch mit einer Custom-made Myogelosentherapie Erfolg. Er hat sehr ausführlich beschrieben wie diese funktioniert und wogegen sie hilft . So eine Information ist hilfreich. UNd niemand hat sich darüber beschwert dass KLaus es wagt noch etwas anderes wie Schroth auszuprobieren. ;)

David
virtuelle

Beitrag von virtuelle »

Zwischen miesen Situationen beschreiben und miesen / pessimistischen Stimmungen verbreiten liegt m.E. aber noch ein Unterschied.
Das liegt aber nicht an einzelnen Personen sondern an der hier vertretenen Meinung. Wie kann man Newbies, die erstmals ins Forum kommen und vielleicht noch ein Foto von ihrem Rücken einstellen, die Standard-Antwort geben, für eine richtige Diagnose müssen sie am besten nach Stuttgart fahren und sich zur Therapie ein Korsett machen lassen und eine mehrwöchige Reha machen (davon abgesehen, dass im Erwachsenenalter eine vollkommene Genesung nicht möglich ist). Wie kommt man rein vom Betrachten von Fotos auf solch eine "Diagnose"? Wenn ich mir ansehe, wie viele Menschen auf der Straße mit schlechter Haltung laufen, da wäre Stuttgart ziemlich überlaufen...

In erster Linie sollte man solchen Leuten doch Hoffnung auf Verbesserung machen, ihnen erklären, dass viel Erfolg ganz allein in ihrer Person liegt. Man muss sich aber eben darauf einlassen, seine Haltung in allen alltäglichen Situationen aktiv zu verändern. Man muss erkennen, dass die aktuell als richtig empfundene Haltung falsch ist und sich beharrlich eine andere, bessere Haltung mit verändertem Körperschwerpunkt erarbeiten. Dass das vielleicht nicht ohne Hilfsmittel oder Rat von außen geht ist klar, aber die meiste Arbeit sollte doch von jedem Individuum selbst kommen. Und Rat von außen findet man sicher auch überall vor Ort. Die hier verbreitete Meinung von durchweg schlechten Orthopäden und Physiotherapeuten stimmt einfach nicht. Mein Physiotherapeut hat m.W.n. keine Ahnung von Schroth und mir trotzdem die richtige Haltung unheimlich gut vermitteln können. Oftmals liegt das Problem auch darin, dass Leute nicht (schmerz)geplagt genug sind, um sich von anderen etwas sagen zu lassen.

Und man sollte vielleicht auch bei den hier vorherrschenden Therapien nicht die Nachteile vergessen. Wenn man sich tagtäglich die meiste Zeit in ein Korsett zwängt, wo ist da die Aussicht auf eine gesunde Haltung, die man problemlos den ganzen Tag über selbstständig aufrecht erhaltend kann? M.E. sollte ein Korsett nach Schmerzbekämpfung abgeschult und mehr an der richtigen Körperwahrnehmung gearbeitet werden. Man kann Menschen nicht mit Gewalt in eine bestimmte Haltung zwängen, auch wenn diese dann theoretisch korrekt wäre. Praktisch ist sie für den einzelnen aufgrund seiner individuellen Wirbelsäulenschäden vielleicht (noch) nicht selbst aktiv einnehmbar und vielleicht sogar eher schädlich als wirklich nützlich.

Meiner Meinung nach ist Bewegung die effektivste Therapie. Jeder mit aus dem Gleichgewicht geratener Haltung kompensiert doch irgendwo, hat Wirbelsäulenabschnitte, die sich nicht so bewegen (lassen), wie sie eigentlich sollten und andere, die sich mehr bewegen (lassen), als sie eigentlich sollten. Eine Therapie sollte für mich immer Verständnis für richtige Haltung und richtige Bewegung zum richtigen Zeitpunkt als Ziel haben. Und man sollte Hilfesuchenden doch eher das Ziel verdeutlichen und sie anspornen, sich den Weg selbst zu bahnen mit Therapien, mit denen sie vor allem langfristig glücklich sind und motiviert ans Werk gehen. Das bringt einen unheimlichen Optimismus, wenn man selbst etwas schafft, auch wenn es nur kleine Fortschritte sind. Und vor allem sind es dann eben mit größerer Wahrscheinlichkeit auch dauerhafte Fortschritte, weil es eine selbst erarbeitete Änderung ist. Ich sehe keinen Sinn darin, eine über Jahre hinweg angelernte Fehlhaltung mit Korsett möglichst schnell gerade biegen zu wollen, wenn keine Schmerzen mehr vorhanden sind.

Meine Therapieerfolge habe ich persönlich immer von meinem Pferd kontrollieren lassen. Vielleicht bin ich da auch in einer besonders glücklichen Situation, solch ein feinfühliges Tier zu haben, das schon bemerkt, wenn man den großen Zeh verrenkt. Nach langjähriger Verletzungspause meines Pferdes (es laborierte 3 Jahre an diversen Zimperchen), habe ich es immer ihm zugeschrieben, dass es nicht mehr auf dem Niveau lief wie früher. Tatsache war aber, dass ich selbst es aufgrund meiner eigenen (schändlicherweise muss ich zugeben: anfangs völlig unbemerkten) Wirbelsäulenprobleme schief und verspannt geritten habe. Und nach nun fast 3 weiteren Jahren läuft mein mittlerweile in die Jahre gekommenes Pferd so gut wie nie zuvor - mit einer Losgelassenheit und in einem Gleichgewicht was mich immer wieder zum Schwärmen bringt! Und ich habe gelernt, dass in erster Linie immer ich selbst schuld bin, wenn etwas nicht so klappt wie vorgehabt und dass ich die Dinge selbst am besten ändern kann, wenn sie mir wichtig genug sind und ich es auch wirklich will.

Eigentlich dachte mein Physiotherapeut wohl schon vor 2 Jahren, dass ich meine Therapie nun beende, weil ich ziemlich beschwerdefrei war. Aber ich komme trotzdem noch regelmäßig zu ihm, weil ich mittlerweile perfektionistisch veranlagt bin, was meine Wirbelsäule betrifft. Und ich habe da noch 2-3 Wirbel im Nacken, die noch nicht so richtig wollen und wegen denen ich in der BWS noch eine leicht kompensierende Fehlhaltung habe.

>>Es als Verteufelung anzusehen, wenn man andere Wege, von denen nicht so viele Erfahrungsberichte vorliegen, nicht als erste Priorität setzt, finde ich schon seltsam. <<

Aber warum sollten Therapien erste Priorität sein oder auch als einzig mögliche Alternative kommuniziert werden, mit denen man angeblich im Erwachsenenalter seine Körperstatik nicht mehr verändern kann? Gab es nicht auch hier in diesem Forum schon Berichte über andere Länder in denen in der Wirbelsäulentherapie viel bessere Erfolge erzielt worden sind?
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

virtuelle hat geschrieben:Wie kann man Newbies, die erstmals ins Forum kommen und vielleicht noch ein Foto von ihrem Rücken einstellen, die Standard-Antwort geben, für eine richtige Diagnose müssen sie am besten nach Stuttgart fahren und sich zur Therapie ein Korsett machen lassen und eine mehrwöchige Reha machen (davon abgesehen, dass im Erwachsenenalter eine vollkommene Genesung nicht möglich ist).
Man kann anhand eines Fotos entweder sehen, dass man so nichts erkennen kann (aber nichts ausschließen kann) oder aber man kann auch Gradzahlen auf +- 10-20 Grad genau abschätzen. Gradzahlen anhand von Fotos schätzen können viele von uns.

Wir haben aber hier doch zum Beispiel auch extra eine Anleitung zum ausmessen der Gradzahl: skoliosimetrie.php
Was ist denn deiner Meinung nach die Intention davon?
Wie kommt man rein vom Betrachten von Fotos auf solch eine "Diagnose"?
Erfahrung! Außerdem ist es in den seltensten Fällen nur das Bild, dazu gehört ja auch eine Beschreibung der Beschwerden; das ist ja der Hauptgrund warum man überhaupt fragt.
Ich glaube es hat noch keiner nachfragen müssen, ob man was wegen der Optik unternehmen müsste/sollte. Das wird ja jeder selber wissen.
Man muss sich aber eben darauf einlassen, seine Haltung in allen alltäglichen Situationen aktiv zu verändern. Man muss erkennen, dass die aktuell als richtig empfundene Haltung falsch ist und sich beharrlich eine andere, bessere Haltung mit verändertem Körperschwerpunkt erarbeiten. Dass das vielleicht nicht ohne Hilfsmittel oder Rat von außen geht ist klar, aber die meiste Arbeit sollte doch von jedem Individuum selbst kommen.
So, jetzt hast du sehr schön Schroth beschrieben.
Und Rat von außen findet man sicher auch überall vor Ort.
Ne, eben gerade nicht. Es gibt eine ganze Reihe von physiotherapeutischen Methoden gegen Skoliose, von denen viele, obwohl sie gezielt zur Bekämpfung der Skoliose von Physiotherapeuten und Ärzten entwickelt wurden, sogar genau das Gegenteil bewirkt haben, nämlich eine Verschlechterung; ganz einfach weil Denkfehler in der Theorie waren. Die skoliotische Krümmung ist halt sehr komplex und es bedarf sehr viel (mitunter auch technischen) Sachverstand, um hierfür eine Lösung zu finden.

Etliche Ansätze der Skolioetherapie sind gescheitert und aus diesen Fehlern sollte man lernen und sie nicht noch einmal machen. Wer meint er könne mal so eben eine Behanldungsmethode aus dem Ärmel schütteln, der überschätzt sich und wird sehr wahrscheinlich im Endeffekt seinen Patienten mehr Schaden zufügen als ihm nutzen.

Man erfindet das Rad nicht neu auf Kosten von Patienten.
Und man sollte vielleicht auch bei den hier vorherrschenden Therapien nicht die Nachteile vergessen. Wenn man sich tagtäglich die meiste Zeit in ein Korsett zwängt, wo ist da die Aussicht auf eine gesunde Haltung, die man problemlos den ganzen Tag über selbstständig aufrecht erhaltend kann?
Und was ist jetzt genau die Begründung, warum man mit Korsett keine gesunde Haltung den ganzen Tag selbständig aufrechterhalten kann? Den Zusammenhang, wie man vom einen auf das andere schließt, kann ich nicht erkennen.
Man kann Menschen nicht mit Gewalt in eine bestimmte Haltung zwängen, auch wenn diese dann theoretisch korrekt wäre. Praktisch ist sie für den einzelnen aufgrund seiner individuellen Wirbelsäulenschäden vielleicht (noch) nicht selbst aktiv einnehmbar und vielleicht sogar eher schädlich als wirklich nützlich.
Auch hier, warum genau kann man Menschen nicht mit "Gewalt" (Krafteinwirkung) in eine bestimmte Haltung bringen?
In welcher Weise spricht es dagegen, dass man diese Haltung (noch) nicht selbst einnehmen kann?

Und wieso kann man / sollte man das Risiko von "vielleicht sogar eher schädlich als wirklich nützlich" nicht eingehen, wenn die Skoliose selbst zum Beispiel auch ein "100%iges Risiko" von Schmerzen mit sich bringt (sprich wenn sie da sind) oder vielleicht eine bis über 90%ige Verschlechterungswahrscheinlichkeit bestehen kann?
Meiner Meinung nach ist Bewegung die effektivste Therapie. Jeder mit aus dem Gleichgewicht geratener Haltung kompensiert doch irgendwo, hat Wirbelsäulenabschnitte, die sich nicht so bewegen (lassen), wie sie eigentlich sollten und andere, die sich mehr bewegen (lassen), als sie eigentlich sollten.
Hauptkrümmungen sind strukturell fixiert, Nebenkrümmungen sind es nicht oder weniger und kompensieren erstere. Soweit also richtig. Wie genau mobilisiert man nur die fixierten Teilabschnitte der WS ohne dies bei den anderen auch zu tun? Und welchen Anreiz zum Aufrichten gegen die Schwerkraft hätte der Körper, wenn es ihm gelingen würde, ausschließlich die fixierten Teile zu mobiliseren, wo der Körper sich doch bereits in einem Gleichgewicht befindet?

In der Praxis sieht es so aus, dass es garnicht möglich ist, nur die fixierten Teile zu mobiliseren und eine Mobilisation zu größerer Progredienz führt! Das sind die Schlüsse, die man aus den gescheiterten Skoliose-Therapien ziehen konnte.
Eine Therapie sollte für mich immer Verständnis für richtige Haltung und richtige Bewegung zum richtigen Zeitpunkt als Ziel haben. Und man sollte Hilfesuchenden doch eher das Ziel verdeutlichen und sie anspornen, sich den Weg selbst zu bahnen mit Therapien, mit denen sie vor allem langfristig glücklich sind und motiviert ans Werk gehen. Das bringt einen unheimlichen Optimismus, wenn man selbst etwas schafft, auch wenn es nur kleine Fortschritte sind. Und vor allem sind es dann eben mit größerer Wahrscheinlichkeit auch dauerhafte Fortschritte, weil es eine selbst erarbeitete Änderung ist.
Ja, das wäre dann Schroth!
Ich sehe keinen Sinn darin, eine über Jahre hinweg angelernte Fehlhaltung mit Korsett möglichst schnell gerade biegen zu wollen, wenn keine Schmerzen mehr vorhanden sind.
Dafür bräuchte man dann aber Ersatztherapien (wie Schroth), die dafür sorgen, dass der vorherige Zustand nicht wieder eintritt. Die sind aber unter Umständen aufwändiger und zeitintensiver.
Man kann zum Beispiel mit Schroth sicherlich genau den selben Korrektureffekt erreichen wie mit einem Korsett, dafür gibt es haufenweise Beispiele, insbesondere aus den Zeiten, wo es noch intensiver betrieben wurde. Der Aufwand ist halt größer.
Und ich habe gelernt, dass in erster Linie immer ich selbst schuld bin, wenn etwas nicht so klappt wie vorgehabt und dass ich die Dinge selbst am besten ändern kann, wenn sie mir wichtig genug sind und ich es auch wirklich will.
Dir sind aber Grenzen gesetzt, wie jedem anderen auch! Du kannst nicht alles erreichen, selbst wenn du dir noch so viel Mühe gibst.
Eigentlich dachte mein Physiotherapeut wohl schon vor 2 Jahren, dass ich meine Therapie nun beende, weil ich ziemlich beschwerdefrei war. Aber ich komme trotzdem noch regelmäßig zu ihm, weil ich mittlerweile perfektionistisch veranlagt bin, was meine Wirbelsäule betrifft.
Und da hälst du Korsett-Trägern vor, wenn sie ihr Korsett nicht beim Eintreten von Schmerzfreiheit sofort abschulen wollen? ;)
mit denen man angeblich im Erwachsenenalter seine Körperstatik nicht mehr verändern kann?
Wer hat denn das geschrieben? Natürlich kann man im Erwachsenenalter seine Körperstatik ändern. Es gibt ja einen fixierten Anteil der Fehlhaltung und einen nichtfixierten. Die Prozentzahlen variieren von Person zu Person, beide Arten von Fehlhaltung sind aber praktisch bei jedem vorhanden.
Gab es nicht auch hier in diesem Forum schon Berichte über andere Länder in denen in der Wirbelsäulentherapie viel bessere Erfolge erzielt worden sind?
Ja, Wirbelsäulen-Operationen erzielen "bessere Erfolge" gemessen in Gradzahlreduktion etc. pp.! Aber ansonsten habe ich hier noch keinen solchen Bericht gelesen.
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