Korsett abschulen? Bitte um Erfahrungsberichte!

Alles zur Korsett-Therapie für Jugendliche und Erwachsene bei Skoliose, Morbus Scheuermann, Kyphose ...
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Phil hat geschrieben:Speziell zum Muskelaufbau glaube ich das es auf die Wirkung der Muskeln ankommt und nicht so sehr auf ihren Umfang
Es ist so, dass die hauptsächlich durch Korsett umgeformten Muskeln in diesem Zustand eine Kraft entwickeln müssen, die die WS auch halten können.
Wenn die gerade ist, kein besonderes Problem, wenn nicht gerade durch eine schwache Muskulatur die Verkrümmung hervorgerufen wurde.

Je höher der Verkrümmungsgrad, desto mehr muss der Muskel arbeiten, um entgegenzuhalten. Die Frage ist eben, wann schafft er das generell nicht mehr. Bei diesem Grenzwinkel ist dann Schluss.
Im Umkehrschluss bedeutet das doch auch, dass ein Korsett über diesen Grenzwinkel hinaus korrigieren muss, damit die umgeformte und in dieser Struktur aufgebaute Muskulatur wieder halten kann.

Und über die höchstmögliche Kraft einer Muskulatur entscheidet sich möglicherweise auch, wo dieser Winkel liegt, ganz abgesehen von Sehnen und Bändern, die auch angepasst werden müssen.

Ich habe auch deswegen die Diskussion forciert, weil die Frage nach dem Erwachsenen Korsett eigentlich immer damit verbunden wird, wann kann ich es wieder abschulen.
Und der augenblickliche Stand ist ziemlich frustrierend, das Korsett muss man ab einem bestimmten Winkel lebenslang tragen, zwar "komfortabel" nach Bedarf, aber ohne "Heilungsmöglichkeit".
Wer kaum Beschwerden hat, wird sich das sehr lange überlegen.

Gruss
Klaus
Phil
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Beitrag von Phil »

Servus,

Klaus, das was du schreibst klingt für mich nachvollziehbar und logisch!

Im Prinzip gibt es einen Zustand der optimalen Haltung bei dem die WBS dem alterbezogenen Krümmungswinkel entspricht und die Muskulatur sowie die Länge der Bänder angepasst ist.

Bei einer BWS Kyphose ist z.B. die Hüfte nach vorne gekippt in Verbindung mit einer verstärkten LWS Lordose. Hierbei kann ich bei mir beobachten, dass das Band zum obenliegenden Oberschenkelmuskel zu lang und das zum untenliegenden Oberschenkelmuskel zu kurz ist. Wenn ich meine Haltung verbessern möchte ist es wohl hilfreich das zu kurze Band zu dehnen und permanent durch Muskelkraft im stehen, sitzen, laufen (nur im liegen klappt nicht so leicht) die optimale LWS Haltung beizubehalten.

Meine Bilanz nach einer Woche bzw. über 50 Std. im Korsett ist die, dass meine BWS ziemlich beweglich ist. Das Korsett überlappt mittlerweile ohne Probleme und wenn ich auf dem Rücken liege ist das Korsett zu kurz.

Wenn ich mich ohne Korsett bewege, kann ich diese Haltung zu Hause vielleicht ein paar Minuten halten. Langfristig hat sich aber auch schon etwas geändert, denn ich kann das Korsett im Vergleich zum Anfang ohne Probleme im stehen anziehen.

Mein Ziel ist es aber langfristig 100% Korrektur zu erreichen und diese auch ohne Korsett beizubehalten und ich bin sicher, dass das möglich ist!
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Phil hat geschrieben:Mein Ziel ist es aber langfristig 100% Korrektur zu erreichen und diese auch ohne Korsett beizubehalten und ich bin sicher, dass das möglich ist!
Das ist ein Mut machendes ehrgeiziges Ziel!

Was sagen denn nun die vielen anderen dazu?

Ich wundere mich darüber, dass sich hier die "Korsett-Spezialisten" heraushalten. Anfangs dachte ich, dass diese Überlegungen völlig unsinnig sind und deswegen keiner reagiert hat.

Gruss
Klaus
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Dalia
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Beitrag von Dalia »

Klaus, meinst du auch mich mit Korsett-Spezialisten? Es ist leider eklatanter Zeitmangel, dass ich kaum noch richtig mitlesen und mich nicht mehr richtig einbringen kann. Dieser Thread hier gehört nicht Phil, so weiß ich nicht, wo ich nachlesen muss, um mehr Daten zu erfahren.
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Dalia, es geht darum, dass hier im Forum immer die Rede davon ist, dass man ein Erwachsenen-Korsett grundsätzlich lebenslang tragen muss, weil man ohne Korsett offensichtlich die Korrektur nicht halten kann.

Ich bin nicht so intensiv in der Korsettrubrik, deswegen weiss ich nicht, wieviele Leute so ein Abschulen trotzdem ohne Probleme geschafft haben.
Toni spricht zwar von längeren Phasen, aber das sind wohl Tage und nicht Monate.

Zusätzlich wollte ich darüber diskutieren, warum denn das Abschulen nicht gelingen sollte. Und da geht es um den zusätzlichen Muskelaufbau, den man dazu braucht. Ich habe so den Eindruck, dass das eben nicht so viele parallel machen.

Phil hat in einem anderen Post Bilder eingestellt, die eine Situation zeigt, bei der man sich über die 62 Grad wundert, die man aber nicht so sieht. Vielleicht ist er tatsächlich ein Kandidat, der das auch schafft. Vorgenommen hat er sich das ja.

Gruss
Klaus
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Klaus hat geschrieben:
Phil hat geschrieben:Mein Ziel ist es aber langfristig 100% Korrektur zu erreichen und diese auch ohne Korsett beizubehalten und ich bin sicher, dass das möglich ist!
Das ist ein Mut machendes ehrgeiziges Ziel!
In der Katharina Schroth Klinik in Bad Sobernheim hängt in einer Halle noch von der alten Klinik eine Fotoserie die einen erwachsenen Manne über mehrere Jahre hinweg zeigt, der nach Schroth seinen Rundrücken sehr beeindruckend nahezu wegtrainiert hat (ich weiß nicht ob diese Bilder auch im gelben Buch sind).

Wenn so etwas also ohne Korsett nur mit Schroth möglich ist, warum sollte es nicht mit Korsett und Schroth und/oder gezielt korrigierendem Krafttraining möglich sein?

Es hängt aber voll und ganz an den persönlichen Voraussetzungen, die man mitbringt; wie groß der fixierte Anteil der Fehlstellung ist und wie groß der nicht fixierte korrigierbare. Und wir wissen nicht, wie groß der Aufwand war, den dieser Mann betrieben hat, um dieses Ergebnis zu erreichen und was er tun musste, um das Ergebnis aufrechtzuerhalten.

Im Schroth Museum in Bad Sobernheim sowie auch im gelben Buch sind auch einige Korrekturergebnisse von früher drin, von Patienten, die über mehrere Monate hinweg in Sobernheim waren und dort trainerit haben. Auch diese Ergebnisse sind sehr beeindruckend, alle ohne Korsett entstanden.

Ergo ist eine ohne Korsett haltbare Korrektur im Erwachsenenalter natürlich möglich, wenn man die entsprechenden körperlichen Voraussetzungen mitbringt und den entsprechenden Trainingseinsatz.

Wieviel das ist? - Würde man wahrscheinlich als Amateur Leistungs-Schroth bezeichnen. ;)
Zuletzt geändert von BZebra am Mi, 14.02.2007 - 23:50, insgesamt 2-mal geändert.
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Dalia
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Beitrag von Dalia »

Ich persönlich denke, dass eine dauerhafte Korrektur ohne Eigeneinsatz (siehe BZebra) nicht möglich ist. Sprich, es muss mindestens regelmäßig geturnt werden, damit die Korrektur erhalten bleibt, je nach Beweglichkeit/Starre der WS muss evt. zusätzlich das Korsett von Zeit zu Zeit für einige Stunden getragen werden.
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Beitrag von Klaus »

BZebra hat geschrieben:Ergo ist eine ohne Korsett haltbare Korrektur im Erwachsenenalter natürlich möglich, wenn man die entsprechenden körperlichen Voraussetzungen mitbringt und den entsprechenden Trainingseinsatz.
........... wie groß der fixierte Anteil der Fehlstellung ist und wie groß der nicht fixierte korrigierbare.
Und möglicherweise der Winkel der im Korsett erreichten Korrektur und auch das Vorhandensein von Keilwirbeln oder nicht, wie bei Phil.
BZebra hat geschrieben:Würde man wahrscheinlich als Amateur Leistungs-Schroth bezeichnen
Schöne Beschreibung, aber wie wäre es mit Profi Leistungsschroth? :)
Ich könnte mir vorstellen, dass das eine Kombination mit intensivem Kraftraining ist, das vom Körper gesponsert wird. :D

Was meint denn Toni dazu, insbesondere was sein Fitness Training angeht, was er möglicherweise berufsbedingt gar nicht so oft machen kann, wie es erforderlich wäre.

Gruss
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Beitrag von Klaus »

Dalia hat geschrieben:Sprich, es muss mindestens regelmäßig geturnt werden, damit die Korrektur erhalten bleibt
Wie ist denn Dein Eindruck, machen das denn viele Korsett-Träger ausreichend?

Gruss
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Beitrag von Phil »

Den Punkt täglicher eigener Einsatz / Engagement um die eigene Gesundheit zu fördern, sprich eine durch Korsetttragen erreichte Korrektur der WBS beizubehalten, finde ich absolut grundlegend.

Das sollte für jeden von uns zum täglichen Tagesablauf so selbstverständlich wie Duschen, Zähneputzen, Essen usw., dazu gehören.

Ich kann mir vorstellen, das wenn jemand eine gewisse Korrektur erreicht und seine Schmerzen bekämpft hat froh ist das Korsett in die Ecke stellen zu können und versucht die ganze Geschichte abzuhacken.

Das ist der Punkt wo man Disziplin zeigen muss, auch wenn man vermeindlich keine Beschwerden mehr hat. Andere Krankheiten erfordern auch Disziplin und wenn diese nicht an den Tag gelegt wird gibts sofort eine Quittung dafür. Ich denke da z.B. an Zuckerkranke die sich Insulin Spritzen müssen und das ein Leben lang.

Leider kann ich bisher noch kein Schroth. Das wird sich hoffentlich bald ändern.

Die Aussicht auf dauerhafte Heilung nach der Korsettzeit "nur" durch ein tägliches Schroth-Training gepaart mit speziellem Krafttraining ist wirklich hervorragend.
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Klaus hat geschrieben:
BZebra hat geschrieben:Würde man wahrscheinlich als Amateur Leistungs-Schroth bezeichnen
Schöne Beschreibung, aber wie wäre es mit Profi Leistungsschroth? :)
Für Profi Leistungs***** bekommt man Geld! Für die Amateur Varianten jeweils nicht. ;)
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Beitrag von Klaus »

BZebra hat geschrieben:Für Profi Leistungs***** bekommt man Geld! Für die Amateur Varianten jeweils nicht
Der Lohn ist hier eine gerade Wirbelsäule ohne Beschwerden, eigentlich in den meisten Fällen unbezahlbar. :)

Gruss
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Beitrag von Dalia »

Klaus hat geschrieben:
Dalia hat geschrieben:Sprich, es muss mindestens regelmäßig geturnt werden, damit die Korrektur erhalten bleibt
Wie ist denn Dein Eindruck, machen das denn viele Korsett-Träger ausreichend?
Keine Ahnung und interessiert mich auch herzlich wenig.

Ich glaube, das BZebra und Toni fleißige Schrothianer sind. Ich bin es fast gar nicht, habe aber auch dafür nur sehr wenig Korrektur außerhalb des Korsetts.
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Beitrag von Maestro »

@Klaus
Es wahren "sogar" 64 Grad ;)
Hätte auch nie über 50 -55 rum geschätzt.

Was Mich grad beschäftigt als Mentaler Gedankengang, ob man nicht vieleicht sogar mehr Schaden anrichten kann wenn man eine "fixierte" Krümmung wieder aufbricht und dann aus was für Gründen auch immer nach kurzer Tragezeit wieder aufhört.
Könnte vieleicht eine sehr kritische Konstelation sein, ganz kurz getragen, aufgebrochen die "Fixierung" und dann gänzlicher Abruch bei behalten der Fehlhaltung die das "weich" gewordene nun besser deformieren kann.
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Beitrag von Dalia »

Maestro hat geschrieben:Was Mich grad beschäftigt als Mentaler Gedankengang, ob man nicht vieleicht sogar mehr Schaden anrichten kann wenn man eine "fixierte" Krümmung wieder aufbricht und dann aus was für Gründen auch immer nach kurzer Tragezeit wieder aufhört.
Der Gedanke ist nicht von der Hand zu weisen, Beweise dafür fehlen, aber auch Beweise, dass es NICHT so ist, weil es noch keine Langzeitberichte über Erwachsene nach Abschulung gibt.

Ich jedenfalls habe vor, nie abzuschulen, zumindest das Korsett so lang zu tragen, bis ich damit vor lauter Klapprigkeit nicht mehr zurechtkomme. :D
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Beitrag von Klaus »

maestro hat geschrieben:Was Mich grad beschäftigt als Mentaler Gedankengang, ob man nicht vieleicht sogar mehr Schaden anrichten kann wenn man eine "fixierte" Krümmung wieder aufbricht und dann aus was für Gründen auch immer nach kurzer Tragezeit wieder aufhört.
Das ist ja genau die Meinung von Dr. Steffan in einer recht heftigen Diskussion gewesen, die nicht so ohne weiteres von der Hand zu weisen ist!
Und wenn man das trotzdem versucht, müsste man eigentlich gewährleisten, dass man muskulär diese Art von Korrektur schnell stabilisiert, wenn es denn möglich sein sollte.
Aber das ist ja bislang nur Theorie.

Gruss
Klaus
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Beitrag von mohnblume-muenchen »

Das ist ja genau die Meinung von Dr. Steffan in einer recht heftigen Diskussion gewesen, die nicht so ohne weiteres von der Hand zu weisen ist!
Ich denke auch, dass das Korsett, wenn es nicht nur zur Schmerzbekämpfung alleine gedacht ist, sondern zur dauerhaften Korrektur (auch nach Abschulung) sehr, sehr lange getragen werden muss (bin am steigern der Tragezeiten).
Für mich als relativ junge Korsi-Trägerin (23 J.) habe ich den Anspruch "ganz oder gar nicht", d.h. mein Ziel ist es die Korsett-Korrektur irgendwann dauerhaft (lebenslang???) halten zu können auch ohne Korsett. Und ohne Korsi, d.h. nur mit Schroth, könnte ich das sicher nicht, da das Korsi erst meine WS beweglicher gemacht hat.

Schlussfolgerung: Korsett viel tragen + Schroth zur dauerhaften Korrektur,
wenig tragen ist o.k., wenn die WS schon sehr fixiert ist und nur Schmerzfreiheit erreicht werden soll.
Oder was meint ihr?
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Beitrag von dannpowder2000 »

Also für mich ist es ABSOLUT wichtig das Korsett irgendwann einmal in die Ecke stellen zu können und zu sagen zu können, Therapie fertig BEENDET. Ich habe jetzt vorige Woche meines bekommen und muss sagen, dass es echt unangenehm ist und ich mir niemals vorstellen zu könnte mit dem Teil 20 h für den Rest meines Lebens zu verbringen. Seit drei Jahren treibe ich täglich Sport ( Schwimmen, Laufen,Klettern, Krafttraining) in dieser Zeit hat sich mein Körper von absolut schlaff und weich schon mittlerweile ganz gut entwickelt zudem sind auch meine Rückenbeschwerden verschwunden. Seit ich mir meiner Wirbelsäulenproblematik bewusst bin, versuche ich auch mich auch immer maximal aufrecht zu halten. Das war früher noch sehr schwierig, jetzt ist das schon wesentlich leichter und hat sich zum Teil auch schon etwas automatisiert. Ich denke das die Kombination von Korsett und Sport die beste ist, denn bei 20 Stündiger Tragezeit über Jahre hinweg ohne sich körperlich zu betätigen verkümmert doch die ganze Muskulatur und das kann doch sicher nicht gut sein. Um wirklich etwas dauerhaft und qualitativ zu verändern ist es denke ich wichtig mehrer Dinge zu beachten.

- dem Korsett nicht die ganze Arbeit der Aufrichtung zu überlassen, sich im Korsett auch selbst um eine Aufrechte haltung bemühen

- sich auserhalb des Korsetts auch dauerhaft um eine Aufrechte Haltung bemühen

- intensiver (richtiger) Sport (Krafttraining), wahrscheihnlich auch so Schrott Zeugs e.t.c obwohl ich mit dem keine erfahrung habe
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

mohnblume-muenchen hat geschrieben:Schlussfolgerung: Korsett viel tragen + Schroth zur dauerhaften Korrektur,
+ extra Muskeltraining.
Die Muskel aufbauende Komponente beruht bei Schroth auf reiner Isometrie, die Bewegungsabläufe und höhere Belastung des Muskels fehlen.
mohnblume-muenchen hat geschrieben:]wenig tragen ist o.k., wenn die WS schon sehr fixiert ist und nur Schmerzfreiheit erreicht werden soll.
Also Du meinst sicherlich die noch mögliche Korrektur von Muskeln, Sehen und Bändern, die für den Schmerz verantwortlich sind.
dannpowder2000 hat geschrieben:Also für mich ist es ABSOLUT wichtig das Korsett irgendwann einmal in die Ecke stellen zu können und zu sagen zu können, Therapie fertig BEENDET
Bislang gab es dazu eine eindeutige Aussage: Lebenslang mehr oder weniger weiter tragen!

Insbesondere, wenn man kaum Schmerzen hat, ist damit keine Motivation verbunden. Deswegen ist es ja so wichtig, Erfahrungen und auch Überlegungen aufzulisten.
Wenn sich von den langfristigen Korsett Trägern wenigstens einige dahingehend "outen" würden, dass sie kaum Schroth, geschweige denn Krafttraining parallel machen, wäre das für andere sicherlich eine gute Motivation, es besser zu machen, um mehr zu erreichen.
dannpowder2000 hat geschrieben:- intensiver (richtiger) Sport (Krafttraining), wahrscheihnlich auch so Schrott Zeugs e.t.c obwohl ich mit dem keine erfahrung habe
richtiger Sport ist nur mit Schroth-Kenntnissen zu machen!!!

Damit bei der weiteren Diskussion keine Mißverständnisse entstehen, ändere ich den Titel mal in "Erwachsenen Korsett abschulen".

Edit BZebra: Titel zurück geändert. Die Erstellerin dieses Themas hat nicht nach Erfahrungen bei Erwachsenen-Korsetten gefragt!

Gruss
Klaus
dannpowder2000
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Beitrag von dannpowder2000 »

Ich denke auch, dass wirklich effektives Krafttraining besser ist wenn man sich mit Schroth auskennt Bisher habe ich noch keine Erfahrungen mit Schroth gesammelt, doch das wird noch kommen.
Aber ich denke von mir einige Dinge behaupten zu können. Seit ich Sport mache, hatte ich seit dem nie mehr stärke, oder wenn überhaupt, Schmerzen. Ich kann mich auch wesentlich leichter Aufrecht halten seit ich ins Fitnesstudio gehe ( dieses künstliche Aufrechthalten hat sich bei mir mitlerweile automatisiert) und meine Muskulatur stärker ist. Generell fühle ich mich weit besser, bin konzentrierte, weniger krank, fitter und sehe auch wesentlich besser aus seit dem täglich intensiv Sport treibe. Zur Zeit gehe ich 2 mal die Woche ins Fitnesstudio Krafttraining, 1mal laufen, 1mal schwimmen und in Zukunft möchte ich auch noch klettern gehen. Das mag natürlich nicht Jedermanns Sache sein.
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