J-Maria hat geschrieben:Ich glaube beim Verband ist der Zeitgeist des Internets und des schnellen Informationsflusses schon erkannt worden – nur mit der Umsetzung geht es sehr langsam voran.
Das glaube ich widerum nicht. Nicht im positiven Sinne. Für den Verband ist jede Information, die er über das Internet weitergibt, eine verlorene Information, die er hätten in Form des Lichtblicks in Geld umsetzen können.
Der Verband hat ein jährliches Budget von etwas unter 100.000 EUR, und die jährlichen Ausgaben liegen auch etwa in dieser Höhe.
Da ja wahrscheinlich von so ziemlich jeder Aktivität des Verbandes im Lichtblick berichtet wird, muss ich ganz ehrlich sagen, fehlt mir die Fantasie, für was außer Druckwaren, Versandkosten und die jeweils eine Mitgliederversammlung und Kontaktstellenschulung pro Jahr man dabei noch großartig Geld ausgeben könnte.
Und an dieser Stelle kann ich der Politik des Bundesverbandes nicht mehr so ganz folgen. Man kann den Lichtblick doch genauso gut bzw. viel besser auch als PDF gegen Bezahlung zum Download bereitstellen. Es gibt einen Haufen Möglichkeiten, über das Internet für den Download einer Datei zu bezahlen. Bestes Beispiel Stiftung Warentest. Dort kann man sich für ein paar Euros oder Cents (je nach Umfang) einzelne Testberichte runterladen
http://www.stiftung-warentest.de/online ... e=1&focus= Bezahlungsmöglichkeiten wären z.B. Firstgate
http://clickandbuy.com/DE/de/ oder auch PayPal
www.paypal.de
Technisch wird so etwas durch eine Shop-Software (von denen es hunderte kostenfreier und kostenpflichtiger fertiger Skripte im Netz gibt) umgesetzt; alles ist dabei voll automatisch. Es bedarf nicht einer Menschen Seele mehr, wenn jemand auf diese Weise einen Lichtblick kauft und herrunterlädt.
Angesichts der riesigen finanziellen Möglichkeiten des Bundesverbandes ist es auch kein Problem, eine Firma mit der Einrichtung eines solchen Webseitenfeatures zu beauftragen, kostet höchstens ein paar Hunderter, wenn es nicht sogar noch viel einfacher zu lösen ist und man selbst jemanden hat, der das machen kann.
Wenn man sich die Möglichkeiten mal vor Augen führt, die dadurch entstehen:
Man kann den Lichtblick für vielleicht 3 EUR pro Stück zum Download zur Verfügung stellen, OHNE dass dabei Druck- und Versandkosten entstehen. Man kann außerdem noch die ganzen vergangenen Ausgaben zum kostenpflichtigen Download anbieten und man ist dabei nicht mal mehr durch eine Auflagenzahl beschränkt.
Der Webseitenbesucher hat den Vorteil, dass er sich direkt mit all den Informationen eindecken kann, die er gerne haben möchte. Je nach dem, wie viele Lichtblick-PDFs er eben haben möchte.
Für die PDF-Dateien gilt genauso ein Copyright wie für den Lichtblick auch. Keine Webseite darf eine solche kopiergeschützte Datei kostenlos zum Download bereitstellen, ohne sich dabei strafbar zu machen. Und die paar Leute, die die PDF-Datei vielleicht per Email an einen Bekannten weiterschicken, stellen keine finanzielle Katastrophe dar. Stiftung Warentest ist auch noch nicht daran Bankrott gegangen.
Außerdem versendet der Verband ja letztendlich auch Lichtblicke umsonst an Nicht-Mitglieder, und Gratis-Ausgaben liegen im Rahmen der Mitgliederwerbung in den Kliniken ja auch aus.
Für meine Begriffe ist das schon Misswirtschaft, standardmäßig und als einziges Informationsmittel Druckwaren per Post zu versenden - letztes Jahrtausend.
Nicht dass ich die gedruckte Form des Lichtblicks abgeschafft sehen wollte. Dowload- und Papierversion können ohne Probleme nebeneinander existieren. In diesem Ausmaß allerdings und die ganzen Kosten die dadurch entstehen ist das heutzutage einfach nicht mehr notwendig und zeitgemäß. Mal ganz davon zu schweigen, dass die Information der Betroffenen darunter auch immens leidet, denn mit einem oder zwei Lichtblicken, die man zugesendet bekommt und ein paar Prospekten vielleicht, ist es nicht getan. Man muss schon wesentlich mehr an Informationen (in diesem Falle vergangene Lichtblicke) zur Verfügung haben, und bis man die per Post 4 mal im Jahr zugeschickt bekommen hat, ist man im wahrsten Sinne des Wortes schon längst krumm und bucklig geworden.
So stellt die Information des Bundesverbandes dann einfach keine Alternative gegenüber der verfügbaren Literatur und offenen Foren dar.
Der Bundesverband müsste schlicht und einfach schneller, effektiver und Kosten sparender arbeiten; müsste alles viel flotter gehen, und das geht nur mit den neuen Medien. AUTOMATISERUNG, RATIONALISIERUNG!!! Es fallen noch nicht mal Arbeitsplätze weg.
Auch was die Gewichtung und Prioritäten des Bundesverbandes angeht, auf die Präsenz auf Messen wird unverhältnismäßig viel Gewicht gelegt gegenüber der Präsenz im Internet.
Wie viele Personen erreicht man auf so einer Messe und wie lange steht die Präsentation und bereitgestellte Information dort zur Verfügung? - Im Vergleich zum Medium Internet eine lächerlich geringe Personenzahl und ein klitzekleiner Zeitraum von gerade mal ein paar Tagen im Jahr.
Woran es scheitern wird, ist wahrscheinlich, daß diejenigen, die im Bundesverband die notwendig Zeit und daher auch zu Recht das Sagen haben, eben die Rentner sind, und von dem was ich jetzt geschrieben habe, nicht mal die Hälfte überhaupt verstehen können. Es scheitert ja schon an der Unterscheidung eines Forums von einem Chat (nichts gegen Rentner übrigens).