Niklas hat geschrieben:Hallo zusammen!
Ich habe mich grade erst hier in diesem Forum angemeldet als ich über Toni und seine Erfolge gelesen habe!
Ich selbst bin 16 Jahre alt und komme aus einem kleinen Ort in der Nähe von Dortmund, der Grund meiner Anmeldung is ein ~ 60° Morbus Scheuermann (BWS) und eine leichte Skoliose (Gradzahl weiß ich nicht auswendig ist aber gering) ,Schmerzen hatte ich glücklicherweise erst zweimal relativ leicht, aber möchte möglichst etwas unternehmen um diesen in Zukunft vorzubeugen und wenn möglich auch die Krümmung verringern.
Der Ortophäde bei dem ich war hat mir eine Physiotheraphie verschrieben oder eine OP vorgeschlagen (was ich aber nur sehr ungern machen würde) seiner Meinung wäre eine Korsettbehandlung sinnlos da ich bereits ausgewachsen bin!?
Das das behaupten von 1000 Orthopäden 995 unisono. Das lernen schon die Medizinstudenten im 1. Semester auswendig, daß Korsette NUR bei Jugendlichen im Wachstum helfen. Daher versucht es auch(FAST) niemand mit Korsetten bei Ausgewachsenen. Ich habe aber ernste Zweifel daran, daß Du mit 16 als Mann schon ausgewachsen bist!
Ich habe mehrfach erlebt was sehr stark korrigierende Korsette bei 16-Jährigen Skoliose-Mädchen noch für positive Verbesserungen bewirken können, die eigentlich im Durchnitt ca. 2 Jahre früher ausgewachsen sind als Jungs. Bei M. Scheuermann-Kyphose kann nach meiner eigenen und inzwischen mehreren Erwachsenen noch sehr viel erreicht werden mit Korsett! Fast in JEDEM Lebensalter, erst recht mit 16!
Viel entscheidender sind 2 Fragen:
1. Deine Compliance ( Die Bereitschaft eine sehr unangenehme Korsett-Therapie an Dir konsequent durchzuziehen....
2. Die Qualität des Korsettes. Für Kyphosen und Hyperlordosen gilt ungefähr das selbe wie für Skoliosen: Eine Hohe Primärkorrektur des Korsettes ist Voraussetzung für einen Erfolg. Und das schaffen leider nur eine Handvoll Korsettmacher/Orthopädietechniker. Das ist ja auch der Grund dafür, daß sooooo wenige Orthopädie-Fachärzte von der Wirksamkeit der Korsett-Therapie überzeugt sind.
Niklas hat geschrieben:Meine Fragen: Wie viel kann man mit der Physiotheraphie erreichen?
Das hängt davon ab wie effizient Deine Physiotherapie ist und wie intensiv Du sie machst. Ich habe BOBATH, BRÜGGER, KLAPP, manuelle Therapie nach DORN , Therapeutisches Rückenschwimmen, Spezial-Krafttraining (RÜCKEN FIT-Programm der AOK in med. Sportstudio usw....gehabt und es hat alles wenig und NICHTS genutzt!
Erst eine REHA in Bad Salzungen und ein Korsett von Rahmouni hhaben bei mir eine Wende und ein erstaunliche Aufrichtung und totale Schmerzfreiheit bewirkt!
Jedenfalls 2 mal 6 KG pro Quartal (mehr dürfen die Orthop. nicht mehr verschreiben, bewirken so gut wie gar nichts. Nur wenn Du zuhause sehr konsequent übst bringt das vieleicht ein bischen was. Ist aber niemals mit der Wirkung einer REHA vergleichbar!
Niklas hat geschrieben:
Habt ihr Tipps für mich?
Gibt es ergänzende Behandlungsmöglichkeiten?
Eigentlich nur ein GUTES KORSETT. Nichts ergänzt sich gegenseitig so gut wie SCHROTH-KG und ein stark korrigierendes Korsett. Da ist die Gemeinsame Wirkung mehr als das Doppelte der therapeutischen Einzelwirkung jeder dieser Maßnahmen für sich. Ich hätte meinen Erfolg niemals mit Korsett alleine oder mit der SCHROTH-Reha alleine erreicht. Da bin ich mir völlig sicher!
Niklas hat geschrieben:
Kann mir jemand über eine solche OP berichten?
Ja, Dave "Seemannskiste".
Aber die offizielle OP-Indikation bei Scheuermann-Kyphosen beginnt (!) erst bei 70° Cobb. Insofern hatte Dein Orthopäde sehr wenig konkrete Ahnung davon, wenn er Dir schon mit 16 und 60° eine OP vorschlägt aber einen konservativen Versuch mit Korsett verweigert!
Niklas hat geschrieben:
Worauf muss ich sonst noch achten?
Stabilisation in der Aufrichtung ist wichtiger als Bewegung (z.B. beim Sport)
Niklas hat geschrieben:
Zur Physiotheraphie: ich mache verschiedene Bauchmuskelübungen (crunches...aber keine situps), und Übungen für die Haltekraft der Bauchmuskeln ( in der Hocke die Knie vom Boden heben etc.) und natürlich Übungen für den oberen Rücken (auf dem Bauch liegen und Daumen zur Decke drehen, U-Haltung der Arme etc) auch mit leichten Gewichten.
Ausserdem wurde mir gezeigt wie ich meine Brustmuskeln und hinteren Oberschenkel dehne (der Sinn bei den Oberschenkeln ist mir nich ganz klar)
Ich kann Dir nur dringend Raten: Such Dir eine/einen Schroth-Therapeuten/Therapeutin!
Niklas hat geschrieben:
Ein Vorteil

hat der Scheuermann aber auch! Ich muss nicht zum Bund

Na wenigstens ein Vorteil!
Gruß Toni