Operation bei 100° Verkrümmung

Fragen zum Thema Wirbelsäulen OP's
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Toni
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Beitrag von Toni »

Marianne hat geschrieben: Ich bin mir sicher das ich es in Kärnten machen werde. Schon alleine deswegen, da ja alle meine Angehörigen hier sind. Wär wird mir den sonst da beistehen???
Das halte ich ganz ehrlich gesagt für einen Fehler!
Sicherheit, Erfahrung und die Qualität der Operateure und des Implantats ist wesentlich wichtiger als ein kurzer Anfahrtsweg für die Angehörigen! (Die können eh nur Händchen halten (hoffentlich gut desinfiziert!) wenn Du auf der Intensivstation liegst!

Eine solche OP sollte in der BESTEN Klinik und nicht in der nächtsgelegenen gemacht werden! (Aber das ist nur meine pers. Meinung und jeder hat andere Prioritäten.) Aber für die eventuelle Chance OHNE Halo gleich alles in EINER OP zu bekommen und auch ein kosmetisch gutes Ergebnis von vieleicht weniger als 50°, würde ich von Timbouktou zum Nordkap und zurück fahren!
Aber Du bräuchtest nur nach Stuttgart leonberg zu kommen, wenn das nächste mal Prof. Halm da ist und deine RöBi´s mitbringen.
Gruß Toni
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas!
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Emily
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Beitrag von Emily »

Hallo Marianne!

Ich will Dir ehrlich sagen dass ich da kein gutes Gefühl dabei habe, dass Du Dich in Kärnten operieren lassen willst.... In Bad Wildungen (WWK) haben sie mir damals gesagt sie machen ca. 200 OPs im Jahr, die genau nach dem selben Muster gehen wie meine gehen wird. Ich denke nicht dass Kärnten das schafft.

Bitte bitte lass Dich dort nicht operieren nur weil Deine Verwandten da sind! Das ist kein Kriterium... Vielleicht kann ja jemand mitkommen wenigstens für eine Woche, und dort sind genügend nette Leute. Meine Eltern konnten mich leider nicht sehr oft besuchen, weil 1. war die Klinik ca. 3 Stunden weit weg, 2. ist mein Vater quasi rund um die Uhr auf der Arbeit und 3. habe ich noch 3 Geschwister, 2 davon sind behindert. Und trotzdem hab ich die Zeit dort überlebt. Ich musste sogar für eine Nacht in ein anderes Krankenhaus weil Komplikationen aufgetreten sind. Die Mutter eines anderen Mädchens ist mit mir im Krankenwagen mitgefahren, zwei andere Eltern haben mich dort die ganze Zeit über besucht und mir geholfen. Dort helfen sich alle gegenseitig und ich denke dass auch Dir geholfen wird von den anderen Leuten dort.

Bei mir war die Kosmetik auch nicht schön vor der OP aber für mich war das kein OP Grund. Ich hatte einen grossen Buckel, aber mit dem hätte ich leben können, hatte aber gleichzeitig auch Schmerzen und organische Probleme, daher war die OP einfach nötig. Allein wegen der Kosmetik hätte ich mich nicht operieren lassen. Jetzt nach der OP ist mein Rücken wirklich schön, zwar nicht perfekt aber wenn ich nicht grade im Bikini rumlauf sieht man mir eigentlich nichts an.

Und noch zu Deiner Frage was mein Freund dazu sagt: Ich hab ihm das alles erzählt weil er natürlich gemerkt hat dass ich nicht so beweglich bin und eben diese Narbe hab. Aber meinen kleinen Restbuckel hätte er nicht erkannt wenn ich ihn nicht drauf hingewiesen hätte. Und sonst ist ihm das total egal, wir haben genauso viel Spass wie andere auch.

Also bitte bitte bitte überleg Dir das nochmal SEHR gut.... ICH würde mein Leben nicht in die Hand geben von welchen, die da nicht die allerbeste Erfahrung haben. Vor 7 Jahren als ich operiert wurde war die WWK in Bad Wildungen noch die beste Adresse, mittlerweile ist wohl Neustadt mind. genauso gut. Bei solch einer OP besteht ein solches Risiko, Du musst Dir ja überlegen dass der Rücken von oben bis unten aufgeschnitten wird und die quasi an Deiner offenen Wirbelsäule rumoperieren. Da hätte ich wirklich viel zu viel Angst das bei jemandem machen zu lassen der damit keine Erfahrung hat.

Ich habe auch sehr viel Blut verloren, hatte 3x je 500ml vorher gespendet für mich und brauchte dann aber glaub nochmal so 5 Konserven, sogar als ich schon auf der Intensiv lag bekam ich nochmal eine Konserve.
Grüssle
--Emily
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Emily
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Beitrag von Emily »

Ach ja, hab vergessen, wenn Du mir mailen magst: Emily83@gmx.de
Grüssle
--Emily
mausi138
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Beitrag von mausi138 »

Hallo Marianne,

ich habe mich vor zweieinhalb Wochen in Neustadt operieren lassen. Vor der Op hatte ich 70° und 60° jetzt habe ich noch 18° und 15°. Bin 16 Jahre alt.
Ich möchte nicht auf dich einreden oder dich bedrängen, aber bitte überlege dir ganz genau wo du dich operieren lassen willst! Ich z.B. wohne in der nähe von Stuttgart und bin auch nach Neustadt (an der Ostsee) gefahren.
Die Zeit vor der Op, diese Ewige Warterei und das Kopfzerbrechen ob man wirklich das richtige tut ist schlimm. Ich kenne das! Ich hatte (und habe immer noch*g*) vor der Op mit Conny intensiven Kontakt und ich kann dir sagen, dass einem das wirklich extrem viel hilft. Sie hatte ja alles schon hinter sich und hat mir wirklich JEDE Frage beantwortet und mir alles ganz lieb und ausführlich erzählt.
Ich habe mir mehrere Kliniken angeschaut, die Skoliose operieren. Auf einen Laien machen diese Kliniken alle den eindruck, wie wenn sie die "besten" wären. Ich war in München, Bad Wildungen und Neustadt. Bitte schaue dir die Klinik in Neustadt wenigstens an. Jede Klinik hat eine andere Op-Methode und benützt ein anderes Material. Das wird einem Patienten natürlich nicht direkt auf die Nase gebunden. In Neustadt wird Titan verwendet. Das ist extrem "bruchfest". Da gibt es rießige Unterschiede! Meine Eltern waren in Neustadt mit dabei und haben die ganze Zeit in einer Ferienwohnung gewohnt, also kannst du bestimmt auch jemanden mitnehmen. Ich war 15 Tage in der Klinik.

Liebe Grüße
Christina

P.S.:Falls du noch Fragen hast oder sonst irgendwie Hilfe brauchst, melde dich: mausi138@web.de
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Dalia
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Therapie: 1983-1994 Korsetts verschiedener OTs, zuletzt bei Rahmouni, dann Korsettabschulung im Jahr 1994, seit 05/2005 bis etwa 2018 Nachtkorsett von Rahmouni, Therapieziel: Halten der Skoliose, seit 2018 keine Therapie mehr
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Beitrag von Dalia »

Hallo Marianne,

da deine Geschichte (unbeabsichtigt) auf zwei verschiedene Threads verteilt war, habe ich jetzt die Beiträge aus dem fremden Thread an deinen eigenen Thread angehängt.

Übrigens auch herzlich willkommen hier! :) Deine Geschichte muss ich mir ein anderes Mal in Ruhe durchlesen. Ansonsten kann ich Toni nur zustimmen, dass du auch in das OP-Forum von Stonewoman gucken solltest:

http://www.skoliose-op.info/frameseite_ ... infos.html

Hallo Toni, deine ersten beiden Postings sind nach der Zusammenführung der Beiträge jetzt etwas verwirrend, ich glaube, man kann die beiden Postings zusammenfügen und müsste ein paar Fragen von dir herauslöschen, damit das Ganze wieder einen Sinn ergibt. Aber ich wollte nicht so tief eingreifen und überlasse das lieber dir. Wenn du die Zeit nicht findest, kümmere ich mich in einer ruhigen Minute drum.

Dalia
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
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Conny
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Beitrag von Conny »

Hallo Marianne, da bin ich nochmal :)

ich will kurz auf deinen letzten Eintrag eingehen:
Woher wissen diese Ärzten denn, dass die eine OP nur 4 Stunden dauern wird und die andere 12 ? Ich denke, dass man das nie so genau sagen kann. Bei mir meinten sie ich solle mit 8 bis 10 Stunden rechnen, letztendlich haben sie aber "nur" 7 Stunden gebraucht!
Allein wegen dem Kosmetischen habe ich mich nicht oprieren lassen! Natürlich hat mich der große Buckel gestört, aber im Vordergrund stand mein körperliches und seelisches Empfinden. Allein der Gedanke daran irgendwann einmal total in mich zu verfallen und verdreht zu sein, hat mir angst gemacht und mir weh getan!
Bei der "Körperwelten"-Ausstellung in Frankfurt habe ich auch eine Wirbelsäule mit extremer Skoliose gesehen! Ich kann nicht sagen wieviel Grad das waren, aber allein der Anblick ließ mir das Blut in den Adern gefrieren. Nein, so wolte ich nun wirklich nicht enden!
Von den Ärzten habe ich mich da nie beeinflussen lassen... mit 14, haben sie mich das erste mal deutlich auf eine OP angesprochen gehabt!

Ich bin jetzt noch 18 und Schülerin. Die OP hatte ich den Sommerferien. Stationär war ich wie gesagt 16 Tage, aber zu Hause hat es dann nochmal 4 Wochen gedauert bis ich einigermaßen im Stande war mich für eine Stunde lang gut zu bewegen. Aber das ist bei jedem Operierten anders! Erst nach 3 Monaten war ich wieder so fitt, dass ich zu meinem Orthopäden nach Leonberg fahren konnte (das sind ca. 2 Stunden mit dem Auto.)

Um nochmal auf die Sache mit der Enfernung der Klinik zu kommen. Mir war das so ziemlich egal wo die Klinik liegt! Ich wär wahrscheinlich noch auf den Mond geflogen um in so gute Hände gerate zu können! Mein "Dorf" in dem ich wohne (ist an der Grenze zur Schweiz) liegt ganze 1100 Km von der Klinik entfernt! Das sind 10 Stunden mit dem Zug und ich weiß nicht wie lange man dann mit dem Auto fahren würde... zu Unterstützung hatte ich anfangs meinen Dad und später nur meine ältere Schwester dabei.

So doof es sich jetzt vielleicht anhören mag, aber so ein großer Eingriff verändert das Leben! Und da sollte man sich vorher genügend Zeit nehmen um darüber nachzudenken und keine übereilten Schlüsse ziehen!

Lass es dir doch einfach nochmal durch den Kopf gehen. Bist du wirklich bereit dazu? Glaubst du, dass du so viel Geduld und Kraft aufbringen kannst um das alles durchzustehen? Vertraust du den Ärzten in Kärnten? Oder willst du dir nicht doch noch die Meinungen von wirklich erfahrenen Operateuren einholen? :/
Letztendlich bleibt das ganz allein deine Entscheidung, wir können nichts anderes tun als dir Tipps und Vorschläge zu geben. ;)

Ganz liebe Grüßle, Conny

P.S: @ Mausi: Hab dir damals gern geholfen und bin auch jetzt immer für dich da!! :)

@Emily: Wenn du damals insgesamt 8(!) Blutkonserven gebraucht hast, dann müsstest du ja fast dein komplettes Körperblut verloren haben?! :eek:
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Beitrag von Conny »

Falls du dich mal so melden möchtest, ist hier meine "vorläufige" :)Mailadresse: franz.matt@t-online.de
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Emily
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Beitrag von Emily »

@Conny mit meinen eigenen 3 Konserven die ich damals für mich gespendet hatte waren es 8... Weil auf dem OP Protokoll dass ich bei mir daheim als Kopie habe stehen noch 5 Fremdkonserven, eine davon hab ich allerdings erst auf der Intensiv bekommen.
Grüssle
--Emily
Marianne

Beitrag von Marianne »

Hallo Ihr!!!!

Find das super das ihr soviel antwortet. Obwohl ab und zu ich schon etwas verwirrt werde, bezüglich den ganzen Ausdrücken.

Das mit dem Blut, glaub vor dem muss ich hoffentlich keine Angst haben, wie schon vieles nachgelesen habe, haben schon sehr viele Leute fremdes Blut bekommen und außerdem wird heute Gott sei Dank jedes Blut genau kontrolliert und untersucht.

Wie ich genau handeln werde, weiß ich noch nicht. Ich hab halt schon einwenig angst, aber weiß eines, wenn ich das mache, werd ich sicher kämpfen. Sonst kann ich das ja gleich vergessen.

Wie das alles verläuft, dass kann niemand genau sagen, denn jede OP ist anders und deshalb kann niemand mir irgendwas voraus sagen. Leider!!!

Tja trotzdem danke an alle die mir Ratschläge geben bzw. mir Fragen beantworten.

lg marianne
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