Erfahrungen mit "Halsabstützungsteil" am Rahmouni-

Alles zur Korsett-Therapie für Jugendliche und Erwachsene bei Skoliose, Morbus Scheuermann, Kyphose ...
Karlson vom Dach
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Beitrag von Karlson vom Dach »

Hallo Toni,

ich kann mir leider überhaupt nicht vorstellen, wie sich ein Milwaukee von einem Rahmouni im "Komfort" unterscheidet.
Deine passive Kopfstütze möchte ich mal bewundern. Ich vermute, Du hast eine Glisson-Schlinge darin integriert, oder? Diese Konstruktion könnte bei Bechterew interessant sein ???

Deine Traumkopfstütze sieht wirklich gut aus. Super finde ich, daß (wenn ich die Bilder richtig interpretiere) eine uneingeschränkte Drehung des Kopfes möglich sein müßte und eine eingeschränkte Nickbewegung "nach oben". Die Extension in Verbindung mit der freien Drehbewegung stelle ich mir für Rheumatiker spitze vor. Gerade weil wir Bechterewler bei "Stilllegung" einsteifen, halte ich diese Eigenschaft für sehr wichtig. Als ich bei Rahmouni war, haben wir lange über den Punkt diskutiert, der mir sehr wichtig ist. Ich wollte eigentlich ein Scharnier eingebaut haben, daß zwar keine Nickbewegung zuläßt, aber die Drehung. Herr Rahmouni schlug vor, die Drehbewegung über eine reduzierte Auspolsterung der Kunststoffschale zu erreichen, was ich akzeptierte. Allerdings ist damit wenig Drehung möglich, ich muß das in einiger Zeit bewerten. Ich denke, daß eine Drehung, die aus der Kolbenstange kommt, eine engere Einfassung des Kopfes mit Pelotten möglich macht, was die Wirkung erhöhen dürfte, da der Kopf weniger ausweichen kann.
Da ich meine Stütze noch zu wenig getragen habe, weiß ich nocht nicht, wie weit die Muskulatur gefordert wird. Ich vermute aber, daß diese aus Hannover ähnlich anstrengend wie meine sein dürfte ???
Mir gefällt daran nicht, daß der Zylinder so weit absteht. Ob man damit auf dem Rücken liegen und schlafen kann? Ob dieser in einer Tempur versinkt? Allerdings dürften die Vorteile überwiegen, so daß ich Meister Rahmouni darauf ansprechen werde. Ich glaube, daß "Traumding" wird auch auch mein "Traumding" :D

Zu unser Stütze und Deinen Fragen:
Die Teile sind Stufenlos verstellbar. Allerdings VOR dem Anziehen und nicht danach. Ein Nachteil ist, daß sich meine nur an einem Punkt abstützt, was das ganze sehr weich macht. Damit meine ich, daß der Kopf trotzdem noch ein bischen nach vorn kippen kann. Ein zweites "Lager" ca. 30cm unterhalb wäre sinnvoll. Dieser Punkt wurde bei der Lösung aus Hannover berücksichtigt.
Ob bequem oder passiv kann ich noch nicht sagen. Gestern saß ich damit am Tisch und mußte nach einiger Zeit aufstehen, weil wohl doch Muskeln belastet wurden. Norbert, kannst Du die Frage bereits beantworten???
Der Kieferdruck ist ziemlich gering. Aber auch das werde ich noch beobachten. Da ich damit einmal schlafen möchte und die Glissonschlinge auf den Kiefer drückt, werde ich mir eine Aufbißschiene verschreiben lassen. Bei mir kommt noch hinzu, daß beide Kiefergelenke vom Bechterew betroffen sind.
Sprechen und Kauen ist möglich, ist aber nicht angenehm!!! Bei mir drückt die Pelottierung noch auf den Kehlkopf, weshalb ich diese Frage nur eingeschränkt beantworten kann.
Zur Beweglichkeit habe ich schon etwas geschrieben.

Gruß,

Karlson
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Toni
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Beitrag von Toni »

Hallo Karlson
Die HSO (Hannoversche Skoliosen-Orthese) wurde in den 70er Jahren am Annastift von Prof. Dr.med. Petersen und OMM Helmut John als die damals WIRKSAMSTE Skoliosen-Orthese entwickelt und war die "deutsche Antwort" auf das amerikanische Milwaukee.
Da sich dann in den Fällen wo man starke Traktion benötigte die Halo-Traktion durchgesetzt hatte und Dr. Cheneau nachgewiesen hatte, daß Derotation für Skoliosen viel wichtiger und wirksamer ist als Extension, wurde die HSO obsolet und geriet in Vergessenheit.
Aber technisch war es die genialste Lösung für eine in jeder Hinsicht bewegliche Kopfstütze!
Durch Ablassen von Luftdruck konnte die Stütze völlig runtergefahren werden so daß der Kopf/Kinn völlig frei war (sprechen essen, usw...
Nicken bis 60° und drehen des Kopfes in einem Radius von 90° waren möglich. Anderseits waren durch aufpumpen der Pneumatik die Übertragung von Extensionskräften bis 40 kp möglich. Der Patient konnte Kurzzeitextensionen machen und selbst einstellen was er dauerhaft aushalten konnte.
Ein Problem dabei ist, daß die menschliche Drehachse und die Nickachse der HWS nicht wie ein Kugelgelenk ( Hüfte , Schulter) funktionieren, sondern ganz verschiedene Achsenebenen und Drehpunkte haben.
Eine bewegliche Kopfstütze die das anatomisch nicht berücksichtigt, ist zum Scheitern verurteilt, bezw. macht Schäden an der HWS!!!
Für "Bechtis" wo Entlastung bei gleichzeitiger Erhaltung maximaler Beweglichkeit und Tragekomfort/Alltagstauglichkeit gefordert ist, rückt die HSO-Lösung wieder aus der Versenkung hervor.
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Kopfstütze HSO.jpg
Kopfstütze HSO.jpg (28.14 KiB) 26551 mal betrachtet
Die Nickachse sind eigene Scharniervernindungen.
Die Nickachse sind eigene Scharniervernindungen.
HSO nick-dreh.jpg (29 KiB) 26551 mal betrachtet
Der halbrunde Bogen geht am Befestigungskopf durch Nadellager.
Der halbrunde Bogen geht am Befestigungskopf durch Nadellager.
Drehen & nicken.jpg (28.75 KiB) 26551 mal betrachtet
Die beiden obersten Halswirbel ATLAS und DREHER haben ganz unterschiedliche Aufgaben und Bewegungsachsen!
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DrehachseNickachse.jpg (29.79 KiB) 26551 mal betrachtet
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Toni
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Beitrag von Toni »

Hallo Norbert
Du bist nicht der einzige erwchsene Rahmouni-Korsett-User aus dem Großraum Wien!
Ich habe schon mehrfach bei Rahmouni und zu Skoliose-Aktiv e.V. Veranstaltungen eine Dame (dem Dialekt nach auch aus Wien, NÖ oder nördl.Burgenland?) getroffen, die auch ein Rahmouni mit Halsabstützung trägt. Sie ist eine elegante Mitvierzigerin, vollschlanke Erscheinung, absolut hervorragend gekleidet, gutaussehend und trägt ihr restriktives Rahmouni so souverän und mit derart würdevoller Selbstverständlichkeit, daß sie sehr zu bewundern ist.
Sie scheint unter den Erwachsenen eine absolute Hochcompliance-Userin zu sein und hat sich auch erst kürzlich ihr brace mit einem Cervikal-Teil ergänzen lassen. Das war aber so gut getarnt und fügte sich so harmonisch in ihre Haltung und Kleidung ein, daß ich nur noch bewundernd gestaunt habe.
Vieleicht liest Sie ja hier mit und gibt ihr vornehm zurückhaltendes Understatement zugunsten des gemeinsamen Erfahrungsaustausches auf?
Grüße nach Wien!
Toni
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Norbert
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Beitrag von Norbert »

Die Halsstütze kann man in der Höhe und im Neigungsgrad stufenlos einstellen, aber entweder nicht alleine oder bevor man es anlegt. Man benötigt dazu ein Spezalwerzeug und relativ viel Kraft.
Die Stütze ist Star, ich kann den Kopf nur relativ wenig bewegen, Sprechen und essen ist kein Problem, sie ist so gebaut das ich automatisch den Kopf etwas strecke und das Gewicht auf die Hinterstütze verlagere, am Kinn sitz sie relativ locker.
Sie ist für mich eine große Erleichterung, vor allen das ich den Kopf nicht Ruckartig bewegen kann, erspart mir viele Schmerzen.
Das dass Ding gut getarnt ist kann ich leider nicht behaupten, auch das man es nur bei abgelegten Korsett befestigen kann ist etwas stören und fördert nicht die tragedauer
Norbert
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Toni
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Beitrag von Toni »

Das ist meine selbstgebaute Kopfstütze. Das Kopfteil ist ein Serienmodell das ich mit 2 eloxierten Alu-Flachprofilen und einem Gurt verbunden habe.
Die Extensionskraft kann ich einstellen. Das Ding ist in 10 Sekunden bei angezogenem Korsett an- und abzulegen und sitzt bombenfest. Für mich ist es aber zu sehr ruhigstellend und eine rein passive Extension.

Ich zieh lieber mal stundenweise das Milwaukee z.B. zur Hausarbeit an. Das ist eher ein "Super-Intensiv-Schroth-Gerät". Da rekelt man sich ständig aus dem Halsring heraus, streckt sich und richtet sich permament aktiv auf, bei verblüffend guter Kopfbeweglichkeit!
Seit Rahmouni mir das Milwaukee justiert und optimal eingestellt hat, mag ich das "Miststück" richtig gerne. Aber in der Öffentlichkeit absolut unmöglich. Bin nur einmal damit zu Bäcker gegangen, die Leute haben geguckt als wär ich ein Alien.
Gruß Toni
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Karlson vom Dach
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Beitrag von Karlson vom Dach »

Hallo zusammen,

heute hatte ich das Ding mehrere Stunden an. Extension bietet das Teil eher weniger, man wird eher ermahnt, den Kehlkopf nach hinten zu schieben, was doch ein aktives Aufrichten ist. Ferner kann man mit dem Kinn an der Schale abwärts wandern, um nach unten zu sehen. Das ist sehr anstrengend, weil man die HWS sehr stark nach hinten drücken muß um zu nicken.

Toni, Dein Bericht ist (wie immer!!!) sehr interessant. Je länger ich mir die pneumatische Stütze ansehe, desto besser gefällt sie mir. Meiner Meinung nach kann kein Scharnier/Hilfsmittel die dreidimensionale Bewegungslinie des Kopfes nachbilden, allerdings müßte sich dieses Teil ganz gut an diese Linie annähern, da der Mittelpunkt des Halbkreises die WS selber sein müßte. Und das finde ich absolut super. Dein Hinweis ist klasse, daß eine bewegliche Kopfstütze die Anatomie der HWS berücksichtigen muß, da sonst Schäden entstehen können. Damit ist meine ursprüngliche Idee mit dem senkrechten Scharnier eigentlich schon gestorben, oder?
Was meinst Du zum Luftvolumen? Das dürfte ziemlich gering sein, so daß geringe Verluste einen starken Druckverlust mit sich bringen müßten. Für Nachts (wenn man das überhaupt nachts tragen darf) wäre ein zusätzliches Volumen sicherlich vorteilhaft.
In Kürze habe ich meinen Kontrolltermin. Dort werde ich Meister Rahmouni auf diesen "Traum" ansprechen....
Toni, danke für diese Info!!! Dieses Gerät muß "wiederbelebt" werden :lach:

Neben der Dame aus Wien (die sich hoffentlich bald hier meldet) muß es bald noch einen weiteren Patienten geben, denn bei Meister Rahmouni lag noch so ein Monster herum... Vielleicht meldet sich dieser Leidensgenosse auch noch...

Deine Konstruktion sieht interessant aus. Läßt sich damit der Kopf drehen? Das gewählte Flacheisen ist gegenüber einem Hohlprofil relativ torsionsweich. Mir stellt sich die Frage, wie man Deine passive in eine aktive Kopfstütze verwandeln kann bzw. was verändert werden muß, daß bestimmte Muskeln angesprochen werden...

Viele Grüße,

Karlson
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Beitrag von Norbert »

Ich war gestern bei Rahmouni, zur Kontrolle und zum Gipsen für mein 2. Korsett, auch bekam ich neue Einlagen. Iich hatte gestern den ersten Tag die Halsstütze den ganzen Tag an auch in der Öffentlichkeit und hatte den ganzen Tag keine Nackenbeschwerden, Kopfweh oder Schwindelgefühle.
Ich erzählte Herrn Rahmouni dass ich mit der Halsstütze gut zu Recht komme, sie aber nur sehr wenig trage, weil ich nicht in die Öffentlichkeit damit gehen möchte.
Herr Rahmouni empfahl mir sie öfter zu tragen, auch in seinem Betrieb gebe es eine Frau die eine Halsmanschette in der Arbeit trägt. Wir diskutierten auch über weniger Auffällige Modelle. Wir einigten uns auf mein neues Korsett auch eine neues Halsteil zu montieren, einen Halsring mit Stützen. Beim Eingipsen meint Herr Rahmouni, das er den Halsring fix mit dem Korsett verbinden würde. Wir einigten uns aber dann doch dieses Abnehmbar zu machen.

Da mich meine Probleme mit dem Hals sehr stören, hoffe ich meine scheu überwinden zu können und mich mit der neuen Halstütze auch in die Öffentlichkeit zu wagen. Das tragen der Halsstütze ist bei mir ein rein Psychisches Problem, Körperlich fühle ich mich viel wohler mit als ohne. Ich weiß eigentlich ist es vollkommen unnötig sich zu zieren, es ist ja nichts dabei wenn man ein kleines Körperliches Problem hat, andere haben viel größere und können sich nicht verstecken.
Nun habe ich drei Wochen zeit mich auf die neu Situation vorzubereiten, ich werde die jetzig Halsstütze sooft wie möglich tragen, ob ich mich auch in meiner Umgebung in die Öffentlichkeit wage, oder auf das neue Teil warte, weis ich noch nicht

Norbert
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Beitrag von Karlson vom Dach »

Hallo Norbert,

schade, da haben wir uns um einen Tag verpaßt: ich mußte heute hin, da ich die neuen Pellotten nicht vertragen habe bzw. zu nachlässig mit der Dekubitusprophylaxe (PC30V) war und deshalb eine offene Stelle im Rücken hatte.
Das "Nicht-tragen-wollen" in der Öffentlichkeit kann ich so weit nachvollziehen, daß man Nachteile im Beruf haben könnte, weil man anscheinend "krank" ist. Da Du aber selbständig bist, wäre es mir egal, wenn ich diese Probleme hätte.
Kannst Du von Deiner neuen Halsstütze mal ein Foto ins Forum stellen? Mich würde interessieren, wie das Ding aussieht. Ich habe heute Meister Rahmouni die Fotos der Hannoveraner Stütze gezeigt, die Toni "ausgegraben" hatte. Er könnte so ein Ding bauen, leider wird jedoch das Gelenk nicht mehr hergestellt. Mal sehen, wo ich so etwas herbekomme: Ich will so eine Stütze haben!!!! Er hält diese auch für die beste Lösung, zumindest für mich.

Eine Frage interessiert mich brennenend: Wenn Du jetzt schon ein neues Korsett bekommst, wie weit konntest Du Deine 65° Kyphose reduzieren??? Bist Du auch so unglaublich erfolgreich wie Toni?

Viele Grüße,

Karlson
Norbert
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Beitrag von Norbert »

Hallo da heute bei uns ein Feiertag ist habe ich zeit mich wieder einmal zu melden.
Ich habe nun seit 3 Wochen mein zweites Rahmouni-Korsett, die Eingewöhnung war doch schwieriger als ich es mir vorgestellt habe. Das Korsett ist wegen meiner Probleme im Brust und Nackenbereich um einiges Höher als das erste, auch die Reklinationsbügel sind größer. Dafür hat es etwas weniger und schmälere Versteifungen, dadurch wirkt es etwas leichter. Die neue Halsstütze ist hinten mit einer breiten Schiene am Korsett angebracht und kann über eine Lochrasterung in der Höhe verstellt werden. Die Eigentliche Halsstütze besteht aus einem Ring und einer Nackenstütze und zwei Mahnstützen im Kinn Bereich und wird mit einer Schraube vorne geschlossen. Mittlerweile habe ich mich an das Neu aber gewöhnt und komme auf meine Tragezeit von 18 –23 Stunden, den Halsteil trage ich aber zurzeit nur im privaten Bereich. Da muss ich noch an mir arbeiten

Liebe Grüße

Norbert
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Beitrag von Norbert »

Ich komme gerade von einen ein wöchigen Ferienlager mit dem Pfadfindern zurück.Ich leite seit einigen jähren dort die jüngste Sparte, die Wölflinge. Das sind Buben im alter von 7 bis 10.

Das ich seit fast einem Jahr ein Korsett trage habe ich nicht verheimlicht aber auch nicht auf die große Glocke gehenkt, die anderen Jugendleiter wussten es.Bei den Kinder ist es nach und nach durchgesickert, beim spielen ist immer wieder einmal einer gegen mich gelaufen und hat sich gewundert und dann habe ich es im auch erzählt. So gab es vor kurzen eine lustige Geschichte, die ich erst jetzt erfahren habe; wir hatten zu Pfingsten das Motto Ritter Kunibert und anscheinen ist ein Kind noch vor beginn unseres Spieles gegen mich gelaufen und ist dann ganz aufgeregt zu denn anderen Kindern gelaufen und hat gesagt „Ich weis wer der Ritter Kunibert ist, es ist der Norbert, den er hat eine Rüstung an“.

Jedenfalls habe ich mir vorgenommen diese Woche zu nützen um mich auch an mein Halsteil zu gewöhnen und auszuprobieren wie gut es mir damit geht und wie andere darauf reagieren. Bis jetzt habe ich es immer nur zuhaue und wenn ich nach Stuttgart gefahren bin, getragen.

Den anderen Jugendleiten habe ich es bei eine Vorbesprechung erzahlt und den Kinder habe ich es am ersten Tag erzählt und gezeigt und von das an getragen. In der Gruppe war es von da an kein Thema mehr. Das eine oder andere Kind wollte noch genaueres wissen oder fragt mich ob es sehr unangenehm ist, was ich verneinte.

Ich trug es eigentlich ständig auch wenn wir unser Lagergelände verließen. Auch im Ort oder in den Geschäften in denen ich war hatte ich nicht das Gefühl das sich irgendwer dafür interessierte. In der ganzen Woche wurde ich nur ein einziges mal darauf angesprochen.

Mir ging es auch Körperlich sehr gut ich hatte eigentlich nie Kopfscherzen oder Schwindelgefühle, die ich ohne Halsstütze spätestens am Nachmittag immer habe. Ich habe eigentlich alles gemacht mit den Kinder Ball gespielt und herum getobt. Ich war sogar mit Korsett und Halsteil auf einer kleinen Bergtour. Auch meine Übungen habe ich brav gemacht, teilweise als Morgensport mit den Kindern.

Jetzt überlege ich mir ob ich nicht doch versuchen sollte die Halsstütze nicht auch teilweise im „normalen Alltag“ zu tragen.

Norbert
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Kypho60
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Beitrag von Kypho60 »

Hallo Karlson, hallo Norbert,

eure Beiträge über eine Halsabstützung verfolge ich mit besonderem Interesse, besonders, da ich auch öfters starke Nackenprobleme mit etlichen dadurch bedingten Begleiterscheinungen habe.

Ganz früher hatte ich ein Milwaukee. Von dem ist mir der Halsring noch in unangenehmster Erinnerung.
Nun hab ich aber eben gelesen, dass man durch ein Rahmouni-Teil wohl echte Entlastung bekommt.

Im Internet hab ich ein Bild gefunden, könnte das so ein Rahmouni mit Kopfabstützung sein?

Könntet Ihr mal ein Foto von euren Kopstützen einstellen?

Habt Ihr evt. auch positive Erfahrungen mit anderen Maßnahmen gemacht, wenn euch der Nacken weh tat?

Grüße
Kypho 60
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Karlson vom Dach
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Beitrag von Karlson vom Dach »

Hallo Kypho60,

ich habe mich für die Kopfstütze interessiert, da die Kräfte im Korsett nur bis zu den Reklinationshörnchen wirken und der obere Teil der BWS und die HWS nicht (durch das Korsett!) korrigiert wird. Von daher wollte ich meine Korrektur etwas schneller erreichen und diese Kopfstütze haben. Außerdem habe ich eine Form des Morbus Bechterew und öfters mit der HWS Probleme ( = wahrscheinlich rheumatisch bedingte Entzündungen, die bei Nichtbehandlung zu einer vollständigen Versteifung führen können), weshalb ich den Kopf in der Stütze bewegen MUß! Bei "Stilllegung" in einer Halsstütze, die keine Bewegung zuläßt, würde mein Hals voraussichtlich steif werden. Nackenprobleme durch Verspannungen habe ich nicht, weshalb Dir besser Norbert antworten sollte, da Ihr wohl ähnliche Probleme habt.

Meine Kopfstütze ist relativ groß und läßt relativ wenig Bewegung zu, weshalb ich diese z. Zt. äußerst selten trage. Ein Foto habe ich zur Zeit leider nicht griffbereit.

Wegen der beschriebenen Notwendigkeit, die HWS frei bewegen zu müssen, habe ich mir das allerletzte und verstaubte Kopfteil aus Hannover gekauft und werde die Einzelteile Herrn Rahmouni für mein nächstes Korsett geben, daß ich hoffentlich bald bekomme. Mit diesem Teil werde ich meinen Kopf wahrscheinlich frei drehen können, bei gleichzeitiger "Vorspannung". Wie Toni halte ich das Ding für die beste Lösung, insbesondere bei Morbus Bechterew (s. Foto). (Toni, nochmals herzlichen Dank für den Tipp)

Was ich Dir noch empfehlen kann, ist eine Glissonschlinge, die ich an mein Bett "gebaut" habe. Hinter meinem Bett steht ein Holzkasten, in dem sich eine Umlenkrolle und eine Hantel mit z. Zt. 7kg befindet. Die Extension mittels Schlinge empfinde ich als angenehm.

Um der Versteifung vorzubeugen widme ich meiner HWS ca. 15min (Dehnübungen) von meinen täglichen 60min KG. Eventuell hilft das auch Dir.

Und zu guter Letzt empfehle ich Dir unbedingt eine Schrothreha, auch wenn dieses nicht nur mit der HWS zu tun hat...

Viele Grüße,

Karlson
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Norbert
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Beitrag von Norbert »

Ich trage jetzt meine Halsstütze seit eineinhalb Wochen den ganzen Tag. Meine Kopf, Nacken und Gleichgewichtsprobleme haben sich wesentlich gebessert und auch meine trotz Korsett, sehr vorgebeugte Haltung ist wesentlich besser. Ich mache auch sehr fleißig meine Übungen, habe jedoch gerade bei den Übungen Probleme und bekomme Schwindelgefühle.

Meine Bedenken das Leute komisch reagieren haben sich bis jetzt als Grundlos heraus gestellt. Die wenigsten sprechen mich an, wenn dann vermuten sie einen Unfall. Wenn mich jemand anspricht sage ich dass es sich um eine Wirbelsäulenverkrümmung handelt und dass man sich das wie eine Zahnspange für die Wirbelsäule vorstellen muss.

Ich bin eigentlich sehr froh dass ich mich überwunden habe die Halsstütze außer haus zu tragen und ich glaube sie hilft mir auch sehr.

Norbert
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Thomas
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Beitrag von Thomas »

Hallo,

ich weiß, dass der Thread hier schon über zwei Jahre alt ist, aber ich hätte dazu mal wieder eine Frage an alle, die mit solch einem Halsteil inzwischen Erfahrungen gemacht haben:

Da ich trotz den relativ hohen Tragezeiten meines Korsettes vermehrt Probleme mit meiner HWS habe (Schmerzen, Unbeweglichkeit, Knacken) hab ich von Dr. Hoffmann auch eine Nackenstütze verordnet bekommen, da er auch davon überzeugt war, dass die Probleme bei mir von der falschen Kopfhaltung kommen.

Nun die Frage:

Haltet Ihr es für sinnvoller, eine Nackenstütze zu nehmen, die vorne anatomisch geformt ist wie die von Toni, oder meint Ihr es ist sinnvoller, eine Nackenstütze zu nehmen wie Norbert sie hat, die vorne nur eine Art Bügel hat. Rahmouni hat mir zu dem Bügel geraten, weil er meint, dass damit noch zumindest eine Restbeweglichkeit des Kopfes gegeben wäre und die Aufrichtung der HWS mehr aktiv geprägt wäre, während in dem anatomisch geformten Teil die Aufrichtung rein passiv ist!

Allerdings habe ich jetzt etwas Angst, dass ich, wenn das Teil zu unbequem ist, ich es wahrscheinlich viel seltener tragen werde, wobei ich mir eh nur vorstellen kann, dass Teil abends und am Wochenende zu tragen, da ich mir nicht vorstellen kann, damit auf die Straße zu gehn!

Würde mich über Euere Erfahrungen freuen!

Viele Grüße

Thomas
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Beitrag von Toni »

Hallo Thomas, ich wechsle die superbequeme, passive aber gut extendierende Kopfstütze gegen einen Milwaukee-Halsring (mehr aktive Korrektur aber ohne Extension) mit der "franz. Schlinge" ab.
Der GDB ist in der "Franz. Schlinge" am geringsten. Der Relax- und Entspannungseffekt für die obere BWS und HWS im großen Rahmouni-Halsteil am grösten und der Haltungs- Trainingseffekt im Milwaukee-Halsring am stärksten.
Ideal ist Vielfalt STATT Einfalt. :D :lach: :P
Eine gute passive und halbwegs bequeme Hals-Kopfabstützung bekommst Du bei Bedarf mit einem "Philadelphia-Kragen" und 2 Alu-Flchprofilen vom Baumarkt selber hin. Die Franz. Schlinge ist ebendfalls ein Klaks.
Aber einen gut sitzenden "Milwaukee-Ring" solltest Du unbedint von einem (DEM) "Meister" anpassen lassen.
Ich habe auch noch die Idee dafür nur die Kinnabstützung eines S.O.M.I zu verwenden. Dann ist der Kopf auch nicht fixiert und fast voll beweglich. Nur die Inklination ( Kopf zu weit vorne und unten) ist gesperrt.
So würde ich entscheiden.
Gruß Toni
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Beitrag von Thomas »

Hallo Toni,

vielen Dank für Deine Ratschläge. Ich habe Deine Ideen mal so an den Meister weitergegeben, und er will nochmal drüber nachdenken. Vielleicht bekomme ich auch zwei Kopfstützen, die ich dann alternativ tragen kann, dann muss ich eine natürlich aus eigener Tasche bezahlen, aber das wäre es mir glaube ich Wert.

Mal sehen, wie es sich weiter entwickelt. Ich werde auf jeden Fall darüber berichten!

Viele Grüße

Thomas
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Beitrag von gerhard »

Thomas hat geschrieben:
Da ich trotz den relativ hohen Tragezeiten meines Korsettes vermehrt Probleme mit meiner HWS habe (Schmerzen, Unbeweglichkeit, Knacken) hab ich von Dr. Hoffmann auch eine Nackenstütze verordnet bekommen, da er auch davon überzeugt war, dass die Probleme bei mir von der falschen Kopfhaltung kommen.

Hallo Thomas

wurde bei Dir als Ursache für Deine beschriebenen Probleme eine Fehlbelastung der Kiefergelenke mit dadurch resultierender verspannter Gesichts-, Kiefer- und Nackenmuskulatur durch falschen Biß bzw. Zähneknirschen ausgeschlossen?

Viele Grüße
Gerhard
Wenn du offenen Auges in das Leben schaust, so wirst du bald erkennen, wer unter allen Feinden des Menschen sein größter ist -- der Trotz.
(Sinnspruch von Karl May)
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Beitrag von Thomas »

gerhard hat geschrieben:wurde bei Dir als Ursache für Deine beschriebenen Probleme eine Fehlbelastung der Kiefergelenke mit dadurch resultierender verspannter Gesichts-, Kiefer- und Nackenmuskulatur durch falschen Biß bzw. Zähneknirschen ausgeschlossen?
Hallo Gerhard,

ja, die wurde ausgeschlossen. Ich bin seit über einem halben Jahr in kieferothopädischer Behandlung, aber nicht wegen einer Kiefer-Fehlstellung, sondern wegen einer Zahnfehlstellung. Dabei wurde auch meine Kieferstellung genauer untersucht und für gut befunden! Mein Biß hat sich durch die Behandlung natürlich etwas verändert, aber eher verbessert als verschlechtert!

Viele Grüße

Thomas
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