Diagnose bekommen - was kommt auf mich zu?

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Ysana
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Diagnose bekommen - was kommt auf mich zu?

Beitrag von Ysana »

Guten Abend zusammen :)

Ich heiße Ysana und bin 32 Jahre alt. Ich litt seit Jahren an undefinierten Beschwerden, angefangen hat es mit 19. Es fing an mit ständigen Wirbelblockaden und öfter grundlos Herzrasen. So blieb es eine Zeit lang, vor ca 6 Jahren kam dann noch Schwindel, Verspannungen und Spannungskopfweh dazu. Mit der Zeit musste ich immer mehr Hobbys und Sportarten (Reiten, Snowboarden, Joggen) aufgeben, weil ich während dessen oder danach total verspannt war. Vor allem beim Reiten wars ganz schlimm.
Ich war bei verschiedenen Ärzten und bin leider nirgends ernst genommen worden. Es hieß immer nur "machen Sie mehr Sport" oder "Sie arbeiten am Schreibtisch, das ist normal". Wegen meiner Herzrasanfälle war ich zu Beginn sogar schon in einer Herzklinik. Dort konnte man aber keine Ursache finden und man verschrieb mir Betablocker. Ich merkte schon immer, dass das Herzrasen mit dem Rücken zusammen hing. War ich sehr verspannt, bekam ich schon fast garantiert in der Nacht Herzrasen. Es wurde als psychosomatisch abgestempelt.
Ein Orthopäde, zu dem mich der Hausarzt überwies meinte nur "in ihrem Alter röntge ich keine Wirbelsäule, was soll denn da schon sein?" und schmiss mich nach 2 Minuten wieder aus der Praxis :nein:

Ich war schon kurz davor aufzugeben, machte dann aber einen letzten Anlauf und ging letzte Woche noch mal zu einem anderen Orthopäden. Der nahm mich endlich mal ernst, diagnostizierte beim einfachen Blick auf meinen Rücken schon einen leichten Rippenbuckel und ließ Röntgenbilder machen. Dort wurde eine Skoliose im Übergangsbereich von HWS auf BWS sichtbar. Den Winkel weiß ich leider nicht, auf dem Röntgenbild ist eine gleichmäßige Biegung auf eine Länge von ca einer Handfläche zu sehen. Laienhaft geschätzt würde ich 20° sagen, wenn dies Gradzahl wie bei einem Geodreieck zu verstehen ist. Zwischen den direkt darunter liegenden Wirbeln TH5,6 und 7 sind die Bandscheiben schon etwas verschlissen, aber nicht schlimmt meinte er. Dafür gibt es für ihn ggf. einen Zusammenhang zwischen meinem Herzrasen und der Skoliose, weil der zweite Brustwirbel von der Krümmung betroffen ist und dort herzzusammenhängende Nerven durchlaufen, die bei Quetschung Herzrasen verursachen könnten.
Ich bekam 6 x Krankengymnastik und 6 x Wärmepackung verschrieben und soll danach wieder kommen. Nach langem Rumtelefonieren habe ich nun endlich eine Praxis gefunden, die nicht komplett ausgebucht ist, nicht mal weiß was Skoliose ist oder wo man nur um 10 Uhr vormittags einen Termin bekommt :D und werde ab übermorgen starten.

Ich habe das Thema Skoliose nun eine Zeit lange gegoolet und bin mittlerweile relativ verunsichert. Was genau kommt denn nun auf mich zu? In manchen Berichten steht, dass man nicht allzu schlimme Skoliosen mit regelmäßigen Übungen (wäre für mich kein Problem) gut in den Griff und den Grad sogar verbessern kann. In anderen Artikel liest man dann aber, dass das im Endeffekt alles gar nichts bringt und man sich auf schlimme Spätfolgen gefasst machen muss.

Es wäre super, wenn mir jemand, der schon länger mit der Diagnose lebt und ggf. regelmäßig Übungen macht etc. mir da vielleicht ein wenig berichten könnte, auf was ich mich gefasst machen sollte.

Liebe Grüße und schon mal danke, danke - Ysana. :ja:
Pierrette
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Diagnose: Idiopathische Skoliose meines Sohnes, geb. 2011:
2013: Lumbal 38 Grad L2 bis L4, thorakal 23 Grad Th9 bis L1, Bindegewebsschschwäche
2019: je unter 5 Grad :-)
Seit 2017 Fußorthesen, beidseits
Therapie: Voita, Krankengymnastik, Osteopathie, Hippotherapie,
2013 Tragen eines 12wöchigen Gipskorsettes,
seit 2013 Derotationsrumpforthesen (Rahmouni),
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Tragezeit seit 2017 tägl. 8 h.
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Re: Diagnose bekommen - was kommt auf mich zu?

Beitrag von Pierrette »

Hallo Ysana,

willkommen hier im Forum, gut, dass Du recherchiert hast. Schade, dass Deine Beschwerden so lange unerkannt blieben.

Ich selbst mit Mutter eines 4,5 jährigen Skoliose-Patienten, die sich genau wie Du vor 3 Jahren hier informieren wollte und der seit 2,5 Jahren korsettversorgt ist. Parallel erhält er Vojta und Osteopathie.

Ich kann Die vorab auf die Schnelle nur einen wichtigen Tipp geben: wende Dich schnellst möglich an Dr. Hoffmann, Orthopäde und spezialisiert auf Skoliosen in Leonberg, (http://www.dr-hoffmann-leonberg.de/) sowie das Sanitätshaus Rahmouni, Stuttgart (http://www.rahmouni.de/). Beide arbeiten zusammen und haben z.B. nach der Odysee mit meinem Sohn inkl. einer nicht erfolgreichen 1/4 jährigen Gipskorsettbehandlung nach nunmehr 2,5 Jahren beachtliche Erfolge durch die sog. Derotationsrumpforthese (=Korsett) über Dr. Hoffmann mitRahmouni erreicht.

Bevor Du also weiterhin an unerfahrene Ärzte etc. gerätst, die Dir womöglich noch eine OP ans Herz legen, versuch die Korsettbehandlung. Je nach Grad Deiner Skoliose (wird in sog. Cobb-Winkel gemessen; und ich behelfe mich als Laie wie Du auch mit dem Geodreieck), wird Dir Krankengymnastik nur bedingt helfen.

Es gibt hier im Forum übrigens noch andere, die deutlich älter sind als Teens und sich einer Korsettbehandlung trotz ausgewachsenem Körper erfolgreich unterziehen.

Ich möchte Dir nichts vormachen, aber, wenn Du Dich für eine Korsettbehandlung entschließt, wird sich ein Erfolg garantiert nicht über Nacht einstellen. Es ist langwierig, man muss sich disziplinieren, die Tragezeit (=Compliance) trägt maßgebend zum Erfolg bei und es wird nicht schmerzfrei sein (z.B. ein paar Druckstellen geben). Aber im Vergleich zu Deinen bisherigen Beschwerden ggf. sogar eine Erleichterung für Dich darstellen. Leider kann Dir auch keiner vorher sagen, welche Erfolgsaussichten es gibt!

Scheue nicht den womöglich für Dich weitern Weg nach Stuttgart bzw. Leonberg. Aber beide werden von viel weiters her (Russland, Australien etc.) konsultiert und diese Distanz würden die Patienten mit Sicherheit nicht grundlos auf sich nehmen...

Alles Gute, nicht verzagen, nicht gleich eine OP aufschwätzen lassen (kann man ggf. immer noch nach einer Korsettbehandlung in Erwägung ziehen) und am Besten selbst viel recherchieren. Es gibt z.B. auch einen Skoliose-Verband, der regelmäßig eine Zeitschrift namens Lichtblick herausbringt.

Ich hoffe, dass Dir diese ersten Informationen ein wenig weiterhelfen.

Liebe Grüße
Pierrette
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Klaus
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Re: Diagnose bekommen - was kommt auf mich zu?

Beitrag von Klaus »

Hallo Ysana,

vor jeder Art von Behandlung muss immer erst eine konkrete kompetente ärztliche Diagnose gestellt werden. Dazu gehört auch eine Röntgenaufnahme der gesamten Wirbelsäule von vorn und von der Seite.
Bei Fehlstellungen der Wirbelsäule sind aber die meisten Orthopäden leider inkompetent, weil insbesondere die konservative Behandlung sehr anspruchsvoll ist und viel praktische Erfahrungen mit solchen Patienten erfordert. Deshalb solltest Du Dich gleich an einen wirklichen Spezialisten wenden.
Dazu lies das mal bitte:
viewtopic.php?f=25&t=6472
Da gehört auch der schon erwähnte Dr. Hoffmann dazu und man muss je nach Wohnort gucken, was am besten passt. Eine Wohnort nahe Versorgung ist leider in der Regel nicht gegeben! Deshalb ist die Angabe des Wohnortes oder der Region im Profil sehr wichtig, um entsprechende Tipps zu geben.

Was die Korsett Versorgung bei Erwachsenen angeht, ist das schon eine besondere Sache, über die man sich im Vorfeld schon mal hier im Forum informieren kann. Es kommt aber immer auf die Diagnose und die Einschätzung des Spezialisten an, ob das überhaupt in Frage kommen kann!
Auf jeden Fall ist aber eine individuell gezielte "aktive Muskelpflege" erforderlich, bei der die Schroth KG nach Katharina Schroth eine ganz wichtige Rolle spielt.
Irgendeine KG und dann auch noch von einem Therapeuten, der Skoliose nicht kennt, kannst Du getrost vergessen. Es sei denn, du hast aktuell Schmerzen und willst temporär diese Symptome lindern.
Die schnellste Versorgung bietet aktuell wohl immer noch Dr. Verres in Bingen, der dort vor einiger Zeit seine neue Praxis aufgemacht hat.

Gruß
Klaus
Sängerin52
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Diagnose: mein 16 jähriger Sohn hat eine Skoliose (am Ende fast 90° in der BWS, 70° in der LWS) und ist jetzt seit dem 23.3.17 operiert und hat jetzt 54° thorakal und 30° lumbal
Therapie: wir hatten ein Korsett von CCTec, haben Spiraldynamik, Vojta, Osteopathie, Schroth gemacht und machen mit Spiraldynamik auch nach der OP weiter
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Re: Diagnose bekommen - was kommt auf mich zu?

Beitrag von Sängerin52 »

ich ergänze mal die Dinge, die Klaus geschrieben hat noch um den Tipp, zusätzlich Spiraldynamik zu machen.
Dazu findest du auch etwas im Forum.

Ich finde es, obwohl ich es vor allem wegen meines 14-jährigen Sohnes angefangen habe, für Erwachsene extrem gut geeignet, weil es die gesamten Haltungs- und Bewegungsmuster durch aktive Bewegungen, viele davon Alltagsbewegungen, ändern lernt. Und du trainierst quasi im Alltag.

Die Spiraldynamik ist eben auch sehr hilfreich, wenn der Rücken schon ausgewachsen ist und man angeblich nichts mehr tun kann.
Da ist sehr wohl etwas zu machen.

Ich selber habe auch eine leichte Skoliose, die mir aber immer mal wieder Probleme bereitet hat. Mein Rippenberg ist deutlich zu sehen und wenn ich wieder mal von einer Spiraldynamik Fortbildung komme oder viel Zeit hatte und viele Übungen gemacht habe, sieht es meine KG sofort an meinem Rücken und ich kann es auch spüren.

Gestern sagte mir übrigens ein Kollege, den ich seit 1 Jahr nicht gesehen hatte, wie sich meine Gesamtkörperhaltung geändert hätte, mein Gangbild und meine Aufrichtung.
Ich mache seit Januar diesen Jahres die Ausbildung für Spiraldynamik und habe mich von daher in diesem Jahr viel praktisch und theoretisch damit beschäftigt
Leider hat sich das noch nicht bis zu vielen Orthopäden herum gesprochen, es wird allerdings von Dr. Wilke in Berlin empfohlen, auch ein Skoliose Spezialist, den du auf der Seite finden wirst
also vielleicht spricht dich das ja an,
und lies einfach dich ein bisschen durch dieses Forum, du findest hier unglaublich viele, wie ich für mich bzw. meinen Sohn fand, hilfreiche Informationen und dann kommt man langsam aber sicher weiter in das Thema hinein und kann einen eigenen Weg finden, der zu einem selbst und der konkreten Diagnose passt
wie auch immer, viel Erfolg
liebe Grüße, Sängerin
Ysana
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Re: Diagnose bekommen - was kommt auf mich zu?

Beitrag von Ysana »

Hallo zusammen,

vielen Dank für eure Antworten. :)

Klaus, Röntgenbilder wurden insgesamt vier gemacht. Zwei von den Seiten, eine vom oberen HWS/Brustbereich und eine von den Lendenwirbeln. Mein Orthophäde hat mir kurz von den verschiedenen Möglichkeiten (OP, Korsett, Krankengymnastik) erzählt. Er meinte OP ist für mich nicht geeignet weil die Skoliose dafür zum Glück zu leicht ist und die auch nicht ganz ohne ist, sprich in Bezug auf die Risiken und das immer die letzte Option sein sollte. Korsett meinte er wäre zwar auch bei ausgewachsenen Personen möglich, bei mir aber ebenfalls fragwürdig weil die Skoliose eine recht kurze Strecke umfasst und so weit oben ist. Ich bräuchte da ja quasi etwas, was meinen Kopf in die Höhe zieht. Und selbst wenn es so was gibt oder gäbe, ich hab keine Ahnung wie ich das im Alltag einbauen könnte. In meinem Job könnte ich so was nie tragen, da kann ich gleich kündigen. Oh je, da wird mir ganz bange. :(
Ich habe hier auch eine Krankengymnastin gefunden, die speziell Skoliose KG nach Schroth macht. Leider hat die gute Frau erst Anfang 2016 wieder Termine frei. Daher hab ich jetzt in einer anderen Praxis Termine für die ersten 6 Behandlungen ausgemacht. Die Dame meinte am Telefon, sie haben Erfahrung mit spezieller Skoliose KG, ob das stimmt ist wieder was anderes ;) Dort würde ich jetzt erst mal anfangen und dann im Januar noch mal bei der Schrothlerin Behandlungen buchen, entweder schreibt mein Doc mir noch mal welche auf oder ich zahl es notfalls halt selber.

Mein Orthopäde meinte weiter, aufgrund der Tatsache, dass ich jetzt schon seit 13 Jahren darunter leide und die Skoliose trotz der Tatsache, dass sie nie behandelt wurde, nicht allzu stark ausgeprägt ist kann man davon ausgehen, dass sie sich nicht dauerhaft rasend verschlechtert und ich mit dem konsequenten Aufbau der richtigen Muskulatur mit guten Chancen was erreichen kann. Man baut da quasi ein Muskelkorsett auf, so wie ich das verstanden habe. Weiter muss ich mir angewöhnen, aufrecht zu stehen und sitzen. Ich merke es selbst jetzt wo ich drauf achte, ich sacke beim Sitzen und Stehen oft unterbewusst total in mich zusammen. Das versuche ich mir jetzt abzugewöhnen und das irgendwie in ein automatisches Verhalten übergehen zu lassen. Wenn ich mich dann wieder erwische und aufrichte, merke ich sofort, wie ich viel freier durchatme und mich besser fühle.

Was ich noch ganz vergessen hatte zu schreiben: wegen meines Schwindels habe ich bei meinem Ostheopaten eine Atlaskorrektur machen lassen. Ich weiß nicht ob ihr das kennt, das ist eine Behandlung, wenn der oberste Halswirbel schief steht. Der war bei mir links leicht nach vorne gedreht, wahrscheinlich hat er sich auch irgendwann "verzogen" da er in die gleiche Richtung verschoben ist wie die Wirbeldrehung der drunter liegenden Skoliose ist, und quetschte bei blöden Halsbewegungen Nerven ab. Eine andere Theorie, die ich auch beim Googlen bestätigt gefunden haben ist, dass der Körper eine Skoliose entwickelt hat um den Fehlstand des Atlases auszugleichen, da weiß man wohl nie was Ursache und was Wirkung ist. Vor der Altasbehandlung hatte ich links eine etwas hängende Schulter, das ist nun ausgeglichen. Die Korrektur hat mir eine ernorme Besserung in Bezug auf meinen Schwindel und die Blockaden im HWS Bereich gebracht. Aber die Probleme mit den Rückenverspannungen und den Blockaden im BWS Bereich und den IS Gelenken sind geblieben.

Leonberg oder Stuttgart wären jetzt für einen Arztbesuch nicht das große Problem, ich wohn in der Nähe von München.
Ach je, nimmt das denn alles gar kein Ende. Auf der einen Seite war ich anfangs schon fast froh, endlich eine Diagnose zu haben und dachte, wenn ich jetzt gezielt dran arbeite wird das mit den MOnaten und Jahren schon wieder werden. Aber so wie es aussieht, steh ich nach 13 Jahren wohl erst ganz am Anfang. Korsett, OP...ich weiß es klingt blöd aber ich hab das Gefühl, das es jetzt irgendwie noch weiter bergab geht als endlich mal bergauf. :nein:

Entschuldigt, ich will bzw wollte euch nicht vollheulen. Es ist nur so, dass ich darüber mit niemanden reden kann. Von Familie und Co hör ich nur ein lieb gemeintes "das wird schon, mach deine Gymnastik und alles ist gut, hast doch gehört was der Doc gesagt hat". Keiner will was von der Ernsthaftigkeit des Themas hören und denkt, ich übertreib. :/
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Klaus
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Re: Diagnose bekommen - was kommt auf mich zu?

Beitrag von Klaus »

Hallo Ysana,
weil die Skoliose dafür zum Glück zu leicht ist....weil die Skoliose eine recht kurze Strecke umfasst und so weit oben ist....trotz der Tatsache, dass sie nie behandelt wurde, nicht allzu stark ausgeprägt ist kann man davon ausgehen, dass sie sich nicht dauerhaft rasend verschlechtert und ich mit dem konsequenten Aufbau der richtigen Muskulatur mit guten Chancen was erreichen kann. Man baut da quasi ein Muskelkorsett auf, so wie ich das verstanden habe.
Um eine Situation mit Fehlstellung der Wirbelsäule einschätzen zu können, reicht es nicht aus, wenn
1. von "zu leicht" oder "nicht allzu stark ausgeprägt" die Rede ist.
Hier müssen konkrete Gradzahlen genannt werden. Eine von Dir vorgenommene Schätzung von 20 Grad würde vermutlich tatsächlich nicht zu einer Verschlechterung im Alter führen.

2. eine Skoliose "so weit oben" muss dahin geklärt werden, ob es sich um eine einbogige Skoliose handelt, also kein Ausgleichsbogen im darunterliegenden Bereich.
Einseitige Skoliosen können durchaus mehr Beschwerden hervorrufen.

3. Ein eigenes Muskelkorsett ist immer die beste Möglichkeit, dazu ist z. Bsp. die Schroth KG eine gute Möglichkeit. Wie Du schon angedeutet hast, ist das auch sehr von der Kompetenz des Therapeuten abhängig. Deswegen gibt es die stationäre Schroth REHA, wo mehr Kompetenz gebündelt ist und intensiver gearbeitet wird.
Allerdings bei 20 Grad bräuchte man wohl schon eine besondere Begründung. Deswegen ist es so wichtig, die genaue Gradzahl zu kennen, um generell über Behandlungsoptionen zu reden!

4. Was ist mit den seitlichen Aufnahmen, gibt es evtl. die Möglichkeit, dass Du einen Rundrücken/Hohlkreuz hast? Das wird leider oft ignoriert.
Leonberg oder Stuttgart wären jetzt für einen Arztbesuch nicht das große Problem, ich wohn in der Nähe von München.
Ach je, nimmt das denn alles gar kein Ende. Auf der einen Seite war ich anfangs schon fast froh, endlich eine Diagnose zu haben und dachte, wenn ich jetzt gezielt dran arbeite wird das mit den MOnaten und Jahren schon wieder werden. Aber so wie es aussieht, steh ich nach 13 Jahren wohl erst ganz am Anfang. Korsett, OP...ich weiß es klingt blöd aber ich hab das Gefühl, das es jetzt irgendwie noch weiter bergab geht als endlich mal bergauf. :nein:
Also ich gehöre im Forum zu denen, die zu einem ganz pragmatischen Vorgehen raten, wie bei jeder anderen Art von Erkrankung auch, wo man für sich die beste Behandlung einfordert. Und dazu gehört in jedem Fall erst einmal eine konkrete kompetente Diagnose mit entsprechenden Behandlungsvorschlägen, was leider bei Fehlstellungen mit weiten Wegen verbunden sein kann. Dann hast Du nach einem Reisetag zumindest Klarheit über Deine Situation und musst nicht weiter spekulieren.

Wieso sollte es also jetzt bergab gehen, wenn es nach allen eingestellten Erfahrungen mit den Spezialisten damit dann bergauf geht.

Was hast Du für die Atlastherapie beim Osteopathen bezahlt?

Gruß
Klaus
Ysana
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Re: Diagnose bekommen - was kommt auf mich zu?

Beitrag von Ysana »

Hallo Klaus,

danke für deine Antwort!

Nachdem ich eure Beiträge gelesen habe, hab ich gestern bei meinem Orthopäden angerufen und gefragt, ob er mir den Grad nennen kann. Hab nur die Sprechstundenhilfe erreicht, sie meinte sie gibt es weiter.

Zu deinen Punkten:

1. mein Doc hat mich heute tatsächlich zurückgerufen, war ich ganz begeistert von :top: . Er teilte mir mit, es läge eine Verkrümmung von 16 Grad vor.

2. es handelt sich um eine einbogige. Die Wirbelsäule darunter hat eine ganz normale Form, sowohl seitlich als auch in der Form vorne-hinten. Nur zwischen den Wirbeln direkt unter der Krümmung ist zu sehen, dass die Bandscheiben nach vorne weg etwas abgenützt sind. Aber das wundert mich nicht, erstens sitze ich beruflich seit Jahren am PC und zweitens weiß ich ja selbst, dass ich seit Jahren permanent eine Fehlhaltung einnehme, nach vorne eingesackt. Daran versuche ich jetzt auch zu arbeiten. Es klappt die letzten Tage ganz gut, aber von einer automatisch richtigen Haltung bin ich noch weit entfernt und muss immer wieder bewusst korrigieren. Ich hatte ja eine ziemlich ausgeprägte Atlaswirbelfehlstellung, nach deren Korrektur meine Kopfschiefhaltung und meine etwas hängende Schulter verschwunden sind. Daher hat mein Doc den Verdacht geäußert, dass die Skoliose ggf. eine Folge der jahrelangen Fehlbelastung des Kopfes auf meine Wirbelsäule ist. Die Altasfehlstellung könnte aber hingegen auch aus der Skoliose rotieren. Naja ich gucke mal, wenn der Altas sich über die Jahre wieder verstellt, weiß ich, dass zweiteres wohl der Fall war ;D

3. Schroth werde ich auf jeden Fall ausprobieren, wenn die Therapeutin hier vor Ort wieder Termine frei hat. Darüber bin ich nach meiner Atlaskorrektur schon öfter gestolpert, das haben dort auch viele Patienten als sehr hilfreich berichtet.

4. Nein, der Rücken ist laut meinem Doc sonst in Ordnung. Er hat nur bemängelt, dass ich eben oft viel zu vorgebeugt sitze, auch im Gespräch mit ihm ist ihm das gleich selbst aufgefallen. Das hat aber nichts mit der Form der Wirbelsäule zu tun sondern ist einfach eine schlechte Angewohnheit von mir. In der doch recht langen Zeit wo mir so schwindlig war, hab ich mich im Alltag ständig extrem unsicher gefült und oft sogar richtig verkrampft. Oberkörper nach vorne, Schultern nach oben. Und das ging dann irgendwann in eine "antrainierte" Haltung über.

Ja das mit dem "immer weiter bergab gehen" war etwas überreagiert, entschuldigt bitte. Ich komm mir da heute selber ganz dumm vor, zumal es so viele Patienten mit viel größeren Beschwerden gibt. Aber ihr kennt das vielleicht, wenn man zu viel oder zu lag über ein Thema liest, steigert man sich immer mehr hinein.

Beim Atlastechniker hab ich insgesamt 230 Euro gezahlt. Das waren zwei Termine zu je 1,5 Stunden + kostenlose Nachkorrektur für die Zukunft, wenn sich der Atlas noch mal verschieben sollte.


Liebe Grüße
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Re: Diagnose bekommen - was kommt auf mich zu?

Beitrag von Klaus »

Hallo Ysana,
Er teilte mir mit, es läge eine Verkrümmung von 16 Grad vor.
Das ist eigentlich zu vernachlässigen.
2. es handelt sich um eine einbogige.
Da müssten mal User in ähnlicher Situation berichten.
Beim Atlastechniker hab ich insgesamt 230 Euro gezahlt.
Bei ATLANTOtec wollen die generell 250 €, danke für die INFO.

Gruß
Klaus
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Re: Diagnose bekommen - was kommt auf mich zu?

Beitrag von Ysana »

Es kann sein, dass es auch 250 waren, ich meinte ich habe 230 im Kopf... :gruebel: , müsste ich mal die Quittung suchen falls es jmd ernsthaft interessiert. Es war auch jeden Fall ein gelisteter Atlantotec Techniker.
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Klaus
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Re: Diagnose bekommen - was kommt auf mich zu?

Beitrag von Klaus »

Ist schon ok.

Gruß
Klaus
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Re: Diagnose bekommen - was kommt auf mich zu?

Beitrag von Ysana »

Abend zusammen :)

Ich habe nun 5 x Krankengymnastik hinter mir, am Freitag ist mein letzter Termin.
Muss sagen, ich fühle mich dort wirklich in guten Händen. Zuerst gab es immer eine Fangopackung um die Muskeln geschmeidig zu machen, anschließend wurde ich behandelt und bekam dann für zu Hause jedes Mal eine neue Übung mit, die ich nun fleißig jeden Tag zu Hause mache. Bei der Behandlung hat meine Therapeutin festgestellt, dass ich links und rechts je eine Rippe habe, die nicht mehr richtig im Wirbelgelenk sitzt sondern versucht "abzuhauen".
Auf der rechten Seite haben wir die Rippe bei der dritten Sitzung wieder reingebracht und sie blieb bisher drin.
Auf der linken Seite sieht es allerdings nicht so gut aus. Die Rippe bewegt sich zwar bei leichter Druckausübung wieder ins Gelenk zurück, flutscht aber sofort wieder heraus, wenn die Therapeutin den Druck wegnimmt. Sie meinte, das liegt in der jahrelangen Fehlstellung begründet, weil sich dann Bänder, die Kapselhaut (sorry weiß den Fachausdruck nicht mehr) usw angepasst und verwachsen haben. An der Stelle wo diese Blockade ist, spüre ich nämlich seit vielen Jahren ein Missgefühl. Wenn ich meinen Rücken nach vorne duchstrecke und den Oberkörper minimal nach rechts drehe, spüre ich immer, dass das was nicht stimmt. Es blockt, schmerzt und zieht an einer bestimmten Stelle. Meine bisherigen Ärzte schoben das immer auf Verspannungen, jetzt kenn ich den echten Grund.

Dort scheint auch die Ursache für meine Herzrythmusbeschwerden zu stecken. Als die Therapeutin dort behandelte, vorsichtig schob und mobilierte, fing mein Herz sofort zu mucken an. Am Tag nach der Behandlung war die Stelle natürlich etwas irritiert und schmerzte leicht. Gleichzeitig hatte ich an diesem Tag wieder vermehrt mit Herzrasen zu kämpfen. Spricht auch für meine Vermutung, dass dort einer der Herznerven oder so gestört wird.

Meine Frage: hat jmd von euch das selbe Problem und ggf. Tipps, wie man die Rippe auf Dauer wieder in das Gelenk bekommt und sie vor allem auch da bleibt? Meine Therapeuting gab mir noch eine weitere Übung für zu Hause und beim nächsten Termin versuchen wir noch mal, die Rippe wieder richtig zu positionieren. Nur was wenn das nicht klappt? Ich kann ja nicht noch ewig mit einer halb rausgesprungenen Rippe rumlaufen :rolleyes:
Sie meinte, Chiropraktiker renken so was auch ein, sie rät jedoch davon ab, weil durch das Ruckartige oft Knorpel beschädigt werden. Weiter würde es bei mir wohl eh nicht viel nutzen, da die Rippe ja zurückgeführt werden kann, sofort aber wieder zurückspringt.

LG :halloatall:
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