Orthopäde nicht für Behandlung kompetent?

Fragen und Antworten rund um das Thema Skoliose
Soan
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Re: Orthopäde nicht für Behandlung kompetent?

Beitrag von Soan »

Hey,
Klaus hat geschrieben:Na ja, eigentlich wollte ich es konkreter wissen. Hannover ist mittlerweile eine Hochburg von solchen Studios geworden und mein Fitness Studio Eisenhauer Training (bin dort seit fast 13 Jahren) hat jetzt schon sehr mit den Preisdruck zu kämpfen. Vorher war ich seit Ende 1983 in einem anderen Studio, wo ich mir durch falsches Training eine Verschlechterung der tiefen Hyperkyphose eingehandelt habe. Das hat sich erst nach meiner Schroth REHA in 2005 geändert.
Das mit der Hochburg stimmt definitiv! Derzeit bin ich im ELAN angemeldet. Der Laden ist relativ Teuer, hat also nicht wirklich mit Preisdruck zu kämpfen. Das Gefühl, dass sich da jemand mit Skoliose auskennt, hatte ich noch nie. Sie haben trotzdem so getan als würden Sie es. (Witzig: Ein Trainer schrieb Skoliose folgendermaßen "Skorliose". Da kann man sich denken, wie weit das Fachwissen geht.) Wie genau definiert man denn falsches Training? Ich mach ja auch nur das, was mir mein Trainer sagt (selbstverständlich nicht mehr der mit der Rechtschreibschwäche). :/
Klaus hat geschrieben:Wenn man seine Situation nicht konkret kennt, kann man auch keine gezielte "Eigenbehandlung" machen.
Leider! Ich weiß leider überhaupt nicht, was ich konkret richtiges tun kann.

Ich habe noch eine etwas blöde Frage. Bevor ich den Termin bei Dr. Hoffmann gemacht habe, hatte ich auch schon einen bei meinem alten Orthopäden gemacht. Der ist am Freitag. Momentan fühle ich mich ständig verspannt und habe häufig z.B. nach dem Schlafen oder einem langen Tag Schmerzen im Rücken und im Nacken. Ich würde gerne irgendwas bis Oktober tun können. Das Problem ist mein Orthopäde, mit dem ist nicht viel anzufangen. Als ich letztes mal mit Schmerzen bei ihm war, hat er mich gefragt ob die KG die er mir damals verschrieben hat geholfen hat. Daraufhin meinte ich "nicht wirklich". Er hat dann ein bisschen drum herum geredet und mir wieder KG verschrieben. Bei der "KG" wurde ich dann 6x Massiert. Anfangs wurde das noch damit begründet, dass meine Muskulatur sich erst lockern muss. Und dann waren die 6x auch schon vorbei. Es hat mir also gar nichts gebracht. Wenn ich meinem Orthopäden gegenüber irgendeinen Wunsch äußer, wird er aber, denke ich, darauf eingehen (ist super nett und ansonsten wahrscheinlich auch kompetent). Habt ihr Tipps? Oder soll ich den Termin einfach ausfallen lassen?

LG Soan
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Klaus
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Re: Orthopäde nicht für Behandlung kompetent?

Beitrag von Klaus »

Hallo Soan,
Derzeit bin ich im ELAN angemeldet
Also sind da nicht eher Leute, die durchaus als Privatpatienten durchs Leben gehen könnten? ;D
Sie haben trotzdem so getan als würden Sie es. (Witzig: Ein Trainer schrieb Skoliose folgendermaßen "Skorliose".
Wird denn damit offiziell geworben, wie das Kieser Training macht?
Wie genau definiert man denn falsches Training? Ich mach ja auch nur das, was mir mein Trainer sagt
Dazu müsste Dein Trainer Deine persönliche Situation kennen, was aufgrund der Optik (freier Oberkörper!) eigentlich nur ein Physio-Therapeut grob einschätzen könnte. Wie man das dann optimal behandeln könnte, wäre eher die Aufgabe eines spezialisierten Therapeuten, der sich z.Bsp. mit KG nach Schroth auskennt. Auch der wird unbedingt eine ärztliche Diagnose mit entsprechenden Röntgenbildern brauchen und muss sich eigentlich über die Erfahrungen mit möglichst vielen unterschiedlichen "Fehlstellungs-Patienten" definieren.
Insofern fehlt in der Regel jede Grundlage für ein Trainer-begleitendes kompetent richtiges Training.

Wie ich bereits sagte, das Training in der Fehlstellung ist kontraproduktiv, weil es diese Situation bestenfalls nur fixiert.
Und Du bist in dieser Fehlstellung, wenn Du ohne eine notwendige ganz individuelle Korrektur (sogenannte korrigierte Haltung) trainierst. Dazu gehört bei Hyperkyphose/Hyperlordose eben auch der erwähnte häufige Automatismus mit dem Rundrücken und dem Hohlkreuz.
Ein Fitness Training mit symmetrischen Übungsausführungen macht dabei schon Sinn, wenn man es z. Bsp. über eine stationäre Schroth REHA verinnerlicht hat. So ein Training wird aber schwierig, wenn es bei einer Skoliose angewandt wird, die eigentlich asymmetische Übungsausführungen verlangt.
Deshalb ist es so wichtig, dass man vor jeder Art von Behandlung, auch der eigenen Initiativen, wissen muss, um was es eigentlich ganz konkret geht.

Übrigens, wenn es nach Kieser gehen würde, hätten Erwachsene sowieso keine Chance, denn im Blog von Kieser schreibt ein Dr. Martin Weiß u.a.:
Krafttraining sollte bei juveniler Skoliose so früh wie möglich beginnen, unbedingt aber vor Abschluss der Wachstumsphase, da eine Verbesserung der Krümmung später nicht mehr zu erwarten ist
Hoffentlich lesen das alle Leute ab entsprechenden Alter und machen sich ihre eigenen Gedanken um eine zielorientierte Vorgehensweise. Auch nur eine Verhinderung der Verschlechterung bedeutet in der Regel immer einen gezielten Versuch zur Reduzierung der Krümmung zu unternehmen. Und da steht das Korsett, die Schroth KG, Spiraldynamik und evtl. auch das Rolfing vor einem Fitness Training, was nur als zusätzliche Maßnahme je nach Situation zu sehen ist.
Wenn ich meinem Orthopäden gegenüber irgendeinen Wunsch äußer, wird er aber, denke ich, darauf eingehen (ist super nett und ansonsten wahrscheinlich auch kompetent). Habt ihr Tipps? Oder soll ich den Termin einfach ausfallen lassen?
Unbedingt hingehen. Aber vorher mal ausführlich über die Möglichkeiten der Heilmittelverordnungen informieren.

Gruß
Klaus
Sängerin52
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Re: Orthopäde nicht für Behandlung kompetent?

Beitrag von Sängerin52 »

ich gebe hier gerade mal eine Erfahrung zum besten, die ich selber immer wieder mache. Auch ich selber habe ja eine Skoliose. Nicht so heftig wie mein Sohn, aber doch immer wieder deutlich zu merken.
Und ich kann sagen, dass die Versuche, mich von außen aufzurichten eher das Gegenteil bewirken als Schmerzen zu lindern.
Wenn wir uns von außen aufrichten benutzen wir dazu meistens die großen Muskeln, die außen liegen, die äußeren Schichten der Rückenmuskulatur und den geraden Bauchmuskel.
Aber diese Muskeln sind eher für grobe Tätigkeiten und viel Kraftanwendung konzipiert und nicht für die Feinregulation, das sind die kleineren inneren, die beispielsweise ziemlich direkt an der Wirbelsäule liegen oder auch der quere Bauchmuskel, der mit dem Zwerchfell verwoben ist und die erreiche ich mit dem Versuch, mich gerade zu machen nicht in ihrer Arbeit.
Außerdem ist die Schwerkraft meist auch nicht gerade hilfreich.
Und in manchen Fitness Studios wird nicht so gezielt auf die kleinen Muskeln eingewirkt, sondern oft einfach viel Kraft angewendet und man arbeitet nicht differenziert genug. Ich finde, da muss man sehr genau schauen, wie kompetent die Trainer wirklich sind und das als Laie zu beurteilen ist megaschwierig

Ich mache es öfter, dass ich verschiedene Feldenkrais Lektionen, die ich immer mal bei Kursen gelernt habe auf dem Boden anwende, wenn ich mich entlasten möchte. Das wende ich in Verbindung mit Atmung im übrigen auch bei Gesangs Schülern an, die manchmal mit ziemlich fiesen Haltungsgewohnheiten bei mir stehen. Und das gekoppelt mit Atmung verhilft innerhalb von einer halben Stunde zu einem ziemlich anderen Aufrichtungsgefühl und zu einer Entlastung, wenn man Schmerzen hat oder buchstäblich das Gefühl, dass man alles auf seinen Schultern tragen muss.
Das ist jetzt nicht spezifisch für Skoliose, aber es hilft der Gesamtaufrichtung von innen, damit die kleinen Muskeln wieder eine Chance haben etwas zu tun und nicht einfach durch grobe Kraftbewegungen "niedergewalzt" werden. Die Kopfhaltung ändert sich dadurch häufig auch sehr (Capiti Muskeln am Hals und Kopf), was natürlich auch gerade für den Gesang wichtig sein kann, aber mir hilft es einfach auch in der Haltung ganz allgemein
Und manchmal ist diese feine Beweglichkeit hilfreicher als die pure Muskelkraft, die man aufbauen kann, gerade wenn es um Entlastung und Schmerzverringerung geht. (Natürlich nicht ausschließlich, denn wir müssen ja auch Haltemuskulatur aufbauen)

Vielleicht ist es ja hilfreich, wenn nicht, vergiss es einfach und mach dir einen schönen Abend ;-)

liebe Grüße in euren Abend
Sängerin
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Re: Orthopäde nicht für Behandlung kompetent?

Beitrag von Soan »

Klaus hat geschrieben:Also sind da nicht eher Leute, die durchaus als Privatpatienten durchs Leben gehen könnten? ;D
Kann sein :D so gut kenne ich die Kundschaft da nicht.
Klaus hat geschrieben:Wird denn damit offiziell geworben, wie das Kieser Training macht?
Ne, geworben wird damit nicht.
Klaus hat geschrieben:Wie ich bereits sagte, das Training in der Fehlstellung ist kontraproduktiv, weil es diese Situation bestenfalls nur fixiert.
Und Du bist in dieser Fehlstellung, wenn Du ohne eine notwendige ganz individuelle Korrektur (sogenannte korrigierte Haltung) trainierst. Dazu gehört bei Hyperkyphose/Hyperlordose eben auch der erwähnte häufige Automatismus mit dem Rundrücken und dem Hohlkreuz.
Wie genau hast du gelernt, richtig zu trainieren? Lernt man das in der Schroth-Therapie oder hast du in deinem Fitnessstudio kompetente Trainer?
Klaus hat geschrieben:Unbedingt hingehen. Aber vorher mal ausführlich über die Möglichkeiten der Heilmittelverordnungen informieren.
Ich werde hingehen! :) Meinst du irgendwelchen speziellen Heilmittel?

Liebe Sängerin, vielen Dank für deinen Beitrag. Allerdings habe ich wohl noch zu wenig Ahnung, um mit deinen Ausführungen so richtig was anfangen zu können. Ich denke mir muss das konkret gezeigt werden, was ich tun muss/soll/kann. :D

LG Soan
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Klaus
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Re: Orthopäde nicht für Behandlung kompetent?

Beitrag von Klaus »

Hallo Soan,
Wie genau hast du gelernt, richtig zu trainieren? Lernt man das in der Schroth-Therapie oder hast du in deinem Fitnessstudio kompetente Trainer?
Das lernt man durch die Schroth Therapie, insbesondere in einer stationären Schroth REHA! Mittlerweile sollte doch klar sein, dass das die Trainer in Fitness Studios nicht leisten können.
Meinst du irgendwelchen speziellen Heilmittel?
Nein, ich meine generell die Heilmittelverordnung mit den Bedingungen. Das sollte zwar die Domäne der Ärzte und Therapeuten sein, aber bei Fehlstellungen der Wirbelsäule muss man sich schon selbst damit beschäftigen, um wirklich vorwärts zu kommen. Dazu solltest Du Dir die Mühe machen per Stichwortsuche hier im Forum zu lesen. (Verordnung im Regelfall, - ausserhalb des Regelfalles, Langfristgenehmigung, Diagnoseschlüssel...)

Gruß
Klaus
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Re: Orthopäde nicht für Behandlung kompetent?

Beitrag von Sängerin52 »

Hallo Soan,

ja sorry, ich weiß immer nicht so genau, wer mit welchem Wissensstand welche Threads so liest. Manche scheinen hier die reinsten Skoliose Fachmenschen zu sein und kennen sich super aus, andere noch so überhaupt nicht

Allgemein wollte ich darauf hinweisen, dass für Entlastung Feldenkrais eine tolle Methode ist, allerdings nicht zur Therapie
Also wenn dir da mal was über den Weg läuft informiere dich ruhig, falls es dich ansprechen sollte
Ansonsten finde ich es immer wichtig, dass man einen Ausgleich hat. Nicht nur Kraft und Muskelaufbau, sondern auch Dehnung und Bearbeitung der Faszien und Muskeln durch entsprechende Therapeuten, weil diese unsymmetrischen Haltungen, die der Rücken hat einfach zu großen Spannungen im ganzen muskulären System führen

Und mit dem Kraftsport stimme ich mit Klaus überein: sehr vorsichtig, wenn du aus unkorrigierter Haltung Kraftsport machst. Das wird sicherlich schon besser, wenn du über Schroth ein bisschen mehr Ahnung bekommst wie speziell dein Körper gebaut ist und was dich in die Korrektur bringt. Aber trotzdem ist sicherlich ein Trainer, der sich damit auskennt wichtig, wenn man keine bösen Überraschungen erleben will
Aber damit kenne ich mich nicht aus, weil mein fast 14-jähriger Sohn noch keinen Kraftsport machen soll / darf, weil die Knochen noch zu weich sind

liebe Grüße, Sängerin
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Re: Orthopäde nicht für Behandlung kompetent?

Beitrag von Klaus »

Hallo Sängerin,
Aber trotzdem ist sicherlich ein Trainer, der sich damit auskennt wichtig, wenn man keine bösen Überraschungen erleben will
Aber damit kenne ich mich nicht aus, weil mein fast 14-jähriger Sohn noch keinen Kraftsport machen soll / darf, weil die Knochen noch zu weich sind
Die Frage ist ja immer, welchen Ausbildungsstand der Trainer hat. Selbst wenn er voll ausgebilderter Physiotherapeut sein sollte (welches Studio kann sich das leisten, bzw. was für ein Physiotherapeut ist das dann? :), wäre es eher "ein 6-er im Lotto", wenn der Schroth Therapeut wäre. Also eher eine Schroth Praxis mit angeschlossenen Gerätepark, wenn es denn "moderne" Therapeuten sind. :) Die kürzlich verstorbene Christa Lehnert Schroth hat mir vor ein paar Jahren anlässlich eines Jubiläums der Schroth Klinik in Bad Sobernheim ganz eindeutig ihre Ablehnung gegenüber dem Fitness-Training zum Ausdruck gebracht. Na ja, ihre Schroth Übungen sind ja mittlerweile weiter entwickelt worden und Du bist ja auch das beste Beispiel dafür, dass man heutzutage viel ganzheitlicher denken muss.

Insofern wird man bestenfalls auf einen Trainer treffen können, der schon mal was von Schroth gehört hat. Wenn es gut läuft, könnte man den mit den eigenen Schroth Kenntnissen zwecks Kontrolle ansprechen. Aber da kommt die nächste Hürde, weil eine sinnvolle Kontrolle eigentlich einen freien Oberkörper verlangt. Bleibt in der Regel nur die eigene Kontrolle über das richtige Körpergefühl und die grobe optische Kontrolle im Spiegel oder in gezielter Absprache mit dem Trainer.

Gruß
Klaus
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Re: Orthopäde nicht für Behandlung kompetent?

Beitrag von Soan »

Danke für die weiteren Antworten!

Ich war heute bei meinem Orthopäden, hauptsächlich weil ich mich ständig verspannt fühle. Er hat mir wieder angeraten ständig was für meinen Rücken zu tun. Viel sitzen sei nicht gut (ist für mich aber schwierig, weil ich viel lernen muss). Er hat mir dann 6xKG verschrieben. Ich habe ihm auch gesagt, dass ich bei der letzten KG nur massiert wurde und ich denke, dass das falsch war. Er hat mir zugestimmt. Jetzt muss ich mir also erstmal einen vernünftigen Physiotherapeuten in Hannover suchen.

LG Soan
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Re: Orthopäde nicht für Behandlung kompetent?

Beitrag von Sängerin52 »

Ich kann dir die beiden nennen, bei denen mein Sohn ist:
Das ist Andrea vom Reha Sport im Podbi Park. Die macht Schroth und es gibt dort auch Skoliose Gruppen mit ca. 3-4 TeilnehmerInnen. Da kann Klaus, glaube ich, auch noch etwas dazu sagen
und Frau Kassau in Kirchrode. Dahin hat unsere Physiotherapeutin meinen Sohn geschickt, als das mit der Skoliose schlimmer wurde, weil sie sie kompetenter und erfahrener fand. Sie macht eine Mischung aus Schroth und Vojta und hat einen sehr guten Ruf. Wir sind auch sehr zufrieden mit ihr
Und beides bekommst du mit einem Rezept für KG bzw. für die Praxis Kassau brauchst du ein Rezept, was irgendetwas Neurologisches umfasst, aber das können die dir in der Praxis auch sagen
ansonsten viel Glück bei der Suche
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Re: Orthopäde nicht für Behandlung kompetent?

Beitrag von Soan »

Danke für die Tipps.

Von den Therapeuten im Podbi Park hatte ich hier auch gelesen. Da es Meinungen gab, wonach die Therapeuten nicht kompetent sind, habe ich das erstmal zurück gestellt.

Frau Kassau habe ich ebenfalls in Betracht gezogen, allerdings ist sie doch relativ weit von mir entfernt. Ich habe aufgrund bevorstehender Prüfungen leider nur eingeschränkt Zeit. Trotzdem danke für den Hinweis! Ich werde sie auf jeden Fall im Hinterkopf behalten.

Ich habe mir jetzt eine Physiotherapeutin bei mir in der Nähe gesucht, um diese zu testen. Die Praxis heißt "Hülya Saglam". U.a. bietet Sie auch die Schroth-Therapie. Dafür ist mein Rezept zwar nicht ausgestellt, aber ich dachte mir, es ist ein Zeichen dafür, dass sie sich mit Skoliose auskennt.

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Re: Orthopäde nicht für Behandlung kompetent?

Beitrag von Klaus »

Hallo Soan,
Ich war heute bei meinem Orthopäden, hauptsächlich weil ich mich ständig verspannt fühle. Er hat mir wieder angeraten ständig was für meinen Rücken zu tun. Viel sitzen sei nicht gut (ist für mich aber schwierig, weil ich viel lernen muss). Er hat mir dann 6xKG verschrieben.
Zunächst mal die Frage, ist sichergestellt, dass es mindestens 3x6 Behandlungen werden können? So eine Schroth Behandlung ist schon sehr anspruchsvoll und das ist in der Regel mit ca. 20 Minuten zeitlich sehr kurz!
Jetzt muss ich mir also erstmal einen vernünftigen Physiotherapeuten in Hannover suchen.....Von den Therapeuten im Podbi Park hatte ich hier auch gelesen. Da es Meinungen gab, wonach die Therapeuten nicht kompetent sind, habe ich das erstmal zurück gestellt.
Die Meinungen sind aber sehr relativ zu sehen, meine alte Meinung aus 2004/2005 ist auch dabei. ;)
Generell musst Du schon Glück haben, wenn ein ambulanter Schroth Therapeut gute Kenntnisse hat. Diese Kenntnisse sind nämlich ganz darauf ausgerichtet, wieviele Patienten in welchem Alter welche Fehlstellungen haben. Es geht da wirklich in erster Linie um entsprechende langfristige Erfahrungen und dann natürlich um das persönliche Engagement. Das ist auch abhängig davon, ob der Chef therapiert oder ein Angestellter im genau festgelegten Minutentakt.
Wenn Du dort mit unbekannter Diagnose auftauchst, hast Du noch nicht mal eine Chance im Vorfeld abzuklären, wieviele entsprechende Patienten der hat. Man kann allerdings grob in Kinder/Jugendliche und Erwachsene einteilen. Wenn man sich die Kompetenz der Orthopäden in Hannover anguckt, so wird schnell klar, dass den Schroth Therapeuten sehr wahrscheinlich die Erwachsenen fehlen, weil "man in dem Alter ja nichts mehr machen kann". Und da Rundrücken/Hohlkreuz oft sogar ignoriert wird, hat man bei diesem Thema noch weniger Chancen.

Insofern würde ich bei dieser Praxis in Deiner Nähe erst einmal nach der Ausbildung fragen (Bad Sobernheim?) und nach dem Alter der Patienten.
Dafür ist mein Rezept zwar nicht ausgestellt, aber ich dachte mir, es ist ein Zeichen dafür, dass sie sich mit Skoliose auskennt.
1. eine normale KG-Verordnung reicht immer für die Schroth Therapie aus, das ist überhaupt kein Indiz für Kompetenz!
2. wenn Du aktuell gar nicht weißt, um was bei Dir wirklich geht, wäre eine reine Skoliose Kompetenz auch nicht unbedingt ein gutes Argument

Die Andrea in der Praxis REHA Sport sollte mittlerweile sehr viel Erfahrung haben, aber ich habe keine Ahnung wie das aktuell bei Erwachsenen ist. Bei Frau Kassau war ich damals als Erwachsener falsch.
Aber ok, es ist bei Dir eine Übergangsphase, die Du nach Deinem Geschack durchtesten kannst.

Gruß
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Re: Orthopäde nicht für Behandlung kompetent?

Beitrag von Soan »

Klaus hat geschrieben:Zunächst mal die Frage, ist sichergestellt, dass es mindestens 3x6 Behandlungen werden können? So eine Schroth Behandlung ist schon sehr anspruchsvoll und das ist in der Regel mit ca. 20 Minuten zeitlich sehr kurz!
Ja. Ich bin in WS2 eingeordnet (habe mich gerade darüber informiert). Ich frage mich nur, wie das praktisch aussieht. In welchen Fällen kriege ich die Folgeverordnung verschrieben? Macht das der Arzt lediglich, wenn ich erhebliche Beschwerden habe oder ist es ein Argument, dass ich wirklich lernen möchte, wie ich zu Hause was gegen die Skoliose machen kann?

Dein Hinweise zum finden eines kompetenten Schroth-Therapeuten sind hilfreich, danke! Allerdings scheint es auch äußerst schwierig zu sein. Ich hoffe, ich bin an einen kompetenten Therapeuten geraten, ansonsten werde ich die von euch empfohlenen ausprobieren (bald habe ich auch wieder um einiges mehr Zeit). Ich werde auf jeden Fall im entsprechenden Thread über meine Erfahrungen berichten.
Klaus hat geschrieben:Und da Rundrücken/Hohlkreuz oft sogar ignoriert wird, hat man bei diesem Thema noch weniger Chancen.
Nach euren Hinweisen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich sehr wahrscheinlich eine Hyperkyphose habe. Falls das so ist, stimmt auch deine Aussage voll und ganz. Mein Orthopäde hat dieses Wort z.B. auch noch nie in den Mund genommen und auf den Zettel für die Heilmittelverordnung steht es auch nicht. Ich bin gespannt, was Dr. Hoffmann sagen wird!
Klaus hat geschrieben:Insofern würde ich bei dieser Praxis in Deiner Nähe erst einmal nach der Ausbildung fragen (Bad Sobernheim?) und nach dem Alter der Patienten.
Ich werde ihr beim ersten Termin (Dienstag) diesbezüglich mal etwas auf den Zahn fühlen! :)
Klaus hat geschrieben:1. eine normale KG-Verordnung reicht immer für die Schroth Therapie aus, das ist überhaupt kein Indiz für Kompetenz!
Das ist gut zu wissen! Ich dachte immer, das muss explizit auf der Verordnung drauf stehen.
Klaus hat geschrieben:Aber ok, es ist bei Dir eine Übergangsphase, die Du nach Deinem Geschack durchtesten kannst.
Danke für deine Hilfe!

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Re: Orthopäde nicht für Behandlung kompetent?

Beitrag von Klaus »

Hallo Soan,
In welchen Fällen kriege ich die Folgeverordnung verschrieben? Macht das der Arzt lediglich, wenn ich erhebliche Beschwerden habe oder ist es ein Argument, dass ich wirklich lernen möchte, wie ich zu Hause was gegen die Skoliose machen kann?
Meistens ist es so, dass der Therapeut einen Bericht schreiben muss, in dem er die Fortsetzung der Therapie empfiehlt. Bei der Schroth KG ist das auf jeden Fall erforderlich, weil die Übungen nicht so leicht sind und durchaus vielfältig sein können.
Ich habe in 2004 über den Orthopäden Dr. Mankow (siehe [Sammlung] Hannover) auch die Verordnung ausserhalb des Regelfalles (V.a.d.R.) bekommen, weil er die Andrea persönlich kannte und von der notwendigen Langfristigkeit von Schroth überzeugt war. Diese Verordnung muss begründet werden und gestattet beliebig viele Verordnungen, nachdem die 3x6 Behandlungen im Regelfall ausgeschöpft sind. Normalerweise muss man dann 3 Monate bis zur neuen Verordnung warten.
Allerdings gehen diese V.a.d.R. auf das Budget (Richtgröße) des Arztes, der sich genau überlegen muss, ob und wielange er das durchhalten kann. Bis zum Antritt meiner Schroth REHA hatte ich dann ein bischen Mühe die Zeit mit ambulanter Schroth zu füllen.

Übrigens kann Dir Dr. Hoffmann auch eine Verordnung ausstellen, es ist aber so, dass er wohl zeitweise Schwierigkeiten mit seinem Budget hat und die Praxisbesonderheit nicht greift, die man ins Feld führen kann, um einen Regress zu vermeiden. Deshalb verordnet er manchmal nur sehr wenig Behandlungen und weist auf die örtlichen Orthopäden hin. Insofern braucht man vor Ort einen willigen freundlichen Orthopäden, dem man seine Wünsche mitteilen kann. :) Schroth Therapeuten könnten da durchaus entsprechende Informationen haben.

Generell ist noch zu sagen, dass eine stationäre Schroth REHA in der Regel dann genehmigt wird, wenn alle ambulanten Maßnahmen ausgeschöpft sind!
Bei Fehlstellungen kann man davon ausgehen, dass diese Maßnahmen in den meisten Fällen erfolglos sind, aber es muss eben individuell immer wieder so ablaufen. Du solltest also alles auflisten, was jemals verordnet wurde.

Gruß
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Re: Orthopäde nicht für Behandlung kompetent?

Beitrag von Soan »

So Leute,

ich bin gerade auf dem Rückweg von Herrn Dr. Hoffmann.

Erstmals wurde meine Krümmung vermessen: 35 Thorakal und 29 Lumbal.

Eine Verschlechterung hält er bei mir für höchst unwahrscheinlich. Wenn ich was dagegen tun möchte, kann ich eine Reha machen oder ein Korsett anfertigen lassen.

Es ist genauso abgelaufen, wie ich es mir vorgestellt habe.

Die Reha werde ich auf jeden Fall machen. Bezüglich des Korsetts bin ich mir noch unsicher. Das ist schon eine große Herausforderung.

LG Soan
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Namor
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• Depression
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• Befund -Ende 04/2015:
Kyph. 48° n. Stagnara
Sko. th 7° , lu 9° n. Cobb
Muskuläre Dysbalance
Therapie: .
• Destruktiven Sport abgebrochen
• Seit 01/2015 strecken und dehnen
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• Reha nach Schroth sobald KK Prozedere abgeschlossen und Termin gesichert ist.
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Re: Orthopäde nicht für Behandlung kompetent?

Beitrag von Namor »

Hi Soan :)

Sehe ich auch so, mit dem Korsett.
Ich meine, wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, lässt es sich zunehmend besser in den Alltag integrieren, aber man sollte das schon noch ein abwägen.
Meiner momentanen Ansicht (aus eigener Erfahrung) nach, dient ein Erwachsenen Korsett vier Dingen:
• Schmerzbekämpfung
• Verhinderung von weiteren Schäden (bei konsequenter 23,5h Tragezeit)
• Mobilisierung der Wirbelsäule (bei Teilfixierungen hilfreich)
• Pschychische Unterstützung

Es ist also schon noch klüger erst zu schauen, wieviel mit KG nach Schroth und gezieltem Muskelaufbautraining möglich ist, finde ich.
Zumindest, solange es die eigene Rückensituation zulässt !

Hyperkyphose/lordose hast du also nicht !?
Niemand ist unnütz !!!
Man kann immer noch als schlechtes Beispiel dienen.
Soan
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Re: Orthopäde nicht für Behandlung kompetent?

Beitrag von Soan »

Hey Namor,

wenn ich ein Korsett tragen würde, würde ich mir schon eine Korrektur wünschen. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich die Verspannungen und Schmerzen mit der Reha in den Griff kriege. Mein großes Problem ist vor allem meine Rotation, welche bei mir einen einseitigen Buckel erzeugt. Da würde ich echt gerne was erreichen :/

Bzgl. der Hyperkyphose hat Herr Dr. Hoffmann mir auf Nachfrage mitgeteilt, dass zwar eine vorhanden ist, diese aber nicht schlimm sei.

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Re: Orthopäde nicht für Behandlung kompetent?

Beitrag von Namor »

Was ich über meine WS Korrektur durch die Korsetttherapie auf jeden Fall sagen kann, ist die Tatsache, dass ich mich EIN WENIG gerader stellen kann, als davor. Also, unter enormer Anspannung und nach einer ausreichenden Tragepause. (Vielleicht liegt das aber auch nur an gedehneten Sehnenstrukturen.. ich weiss es nicht)
Ich würde nicht behaupten, dass das Korsett mich dauerhafter korrigiert, wie ich mir das gerne vorstellen würde... oder gar in dem Umfang, den ich gerne hätte.
Aber zwecks Aufdehnung, ist es hilfreich ! .. Von den schmerztherapeutischen Vorteilen mal abgesehen.
Hautprobleme sind dabei auch ein "Problem".

Aufgrund meiner Teilfixierung, finde ich, dass mein Korsett einen Aufrichtungs-Zweck erfüllt.
Ich merke allerdings auch, wie mein eigenes (ohnehin zu geringfügig vorhandenes) Muskelkorsett die Arbeit zurückfährt, wenn ich das Korsett länger trage. Ich könnte mir gut vorstellen, dass ein Erwachsenen Korsett oft nicht notwendig ist. Nämlich immer dann, wenn sich die WS noch beweglich zeigt, keine nicht-handhabbaren Schmerzen vorliegen und der eigene Körper noch in der Lage ist ein eigenes Muskelkorsett im MEDIZINISCH AUSREICHENDEM Umfang, aufzubauen. ... Und bei starker Krümmung, würde ich es auch als hilfreiches Hilfsmittel sehen, um die Beschwerden, während der Genesungsphase, geringer zu halten und Schäden beim Trainieren zu verhindern.
Dabei muss man dann aber auch in den Genuss einer kompetenten, zielgerichteten und konsequent eingehaltenen KG kommen !
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Namor
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Re: Orthopäde nicht für Behandlung kompetent?

Beitrag von Namor »

Viel Erfolg mit der Reha, wünsch ich dir ^_^
Seitdem ich meine Körperstrukturen und dessen möglichen Veränderungen bemerke, sehe ich zunehmend, dass scheinbar Unmögliches möglich sein kann.
Das "Die Reha hat mir echt was gebracht" - Feedback, scheint mir also auch nicht ein "Meine Haltung und die Beschwerden verhalten sich nun besser als vorher und ich habe auch gelernt realistischer zu denken" - Gerede zu sein. Ich denke, der Körper könnte noch stärker selber korrigieren, als ich das bislang einschätze.
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Klaus
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Re: Orthopäde nicht für Behandlung kompetent?

Beitrag von Klaus »

Hallo Soan,
Bzgl. der Hyperkyphose hat Herr Dr. Hoffmann mir auf Nachfrage mitgeteilt, dass zwar eine vorhanden ist, diese aber nicht schlimm sei.
Eigentlich sollte man erwarten, dass eine Gradzahl genannt wird. Und wenn Du tatsächlich nur nach der Hyperkyphose gefragt hast, eine evtl. vorhandene Hyperlordose auch aufgeführt wird.
Das "nicht so schlimm" kann man nach meiner Ansicht nur in Relation zu Deiner Skoliose sehen, die offenbar das Hauptproblem ist. In einer Schroth REHA muss man aber möglicherweise beides angehen.

Gruß
Klaus
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Re: Orthopäde nicht für Behandlung kompetent?

Beitrag von Klaus »

Hallo Namor,
Dabei muss man dann aber auch in den Genuss einer kompetenten, zielgerichteten und konsequent eingehaltenen KG kommen !
ich verstehe nicht so ganz, warum das offenbar bei Dir immer noch nicht geklappt hat. Du spekulierst hier nur darüber und verstärkst damit "Namor's unverständlichen Schreibstil". ;) Zumindest empfinde ich das so.

Gruß
Klaus
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