Bodensee hat geschrieben:vielleicht liegt hier ein Missverständnis vor. Es war ja gerade mein Ziel einen sehr guten Physiotherapeuten zu finden! Ich habe ja damit ausgedrückt, wie anspruchsvoll ich diese Arbeit halte.
Du musst bedenken, dass bei Fehlstellungen die Situation anders ist, als bei den vielfältigsten Problemen des normalen nicht fehlgestellten Rückens.
Die Frau Schroth hat ja dann selbst angefangen nach Lösungen zu suchen und sie auch gefunden. Insofern kann man natürlich in der intensiven Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper auch Schulterübungen finden, die weiterführend sind.
Du sagst aber selbst, dass Du einen Therapeuten brauchst, der Dir bezüglich Wirbelsäule weiterhelfen soll. Zumindest bei der festgestellten Steilstellung der LWS, der eigentlich auch mindestens eine weitere Fehlstellung als statischer Ausgleich folgen müsste, wird die Sache kompliziert.
Und zwar deshalb, weil diese Form nicht so häufig vorkommt. Das klingt zunächst mal unlogisch,
aber bei Fehlstellungen kommt es ganz besonders auf die Erfahrung mit Patienten an! Je mehr Patienten es mit sehr ähnlichen Fehlstellungen gibt, desto besser wird auch die Therapie, weil es auch auf die individuellen Variationen ankommt.
Die Schroth Therapie hat zwar Grundsätze geschaffen, aber sie verändert sich auch ständig durch neue Erfahrungen. Das ist eben keine normale KG, die man während der üblichen Ausbildung lernt und die man aufgrund der vielfältigen bekannten Übungen dann auch beim Patienten variabel einsetzen kann.
Die Tatsache, dass sogar in Bad Salzungen in der Anfangszeit Skoliose und Hyperkyphose Patienten gemeinsam geübt haben, obwohl die Übungen sehr unterschiedlich sein müssen, zeigt den Lernprozess daduch, dass später eigene symmetrische übende Gruppen gebildet wurden, weil das viel effektiver war. Hinzu kam die Tatsache, dass gottseidank die Hyperkyphose bei einigen Ärzten ernster genommen wurden und eine entsprechende Anzahl von Patienten auch die Schroth Therapeuten herausforderten.
Und wenn ich jetzt meine Sitzkyphose betrachte, so habe ich seit 2004 nur einen User erlebt, der von einer ähnlichen Situation gesprochen hat. Sie ist also ziemlich selten und in 2005 in Bad Salzungen auch eine Heraussforderung an die Therapeuten gewesen. Selbst Frau Christa Lehnert Schroth spricht in ihrem Buch bezüglich einer Übung von "egal wie man es macht, es ist eigentlich immer falsch"

Auch in Bad Sobernheim schien nach einer Recherche schon der Begriff Sitzkyphose nicht allen Therapeuten geläufig zu sein.
Es ist also eindeutig so, dass die Therapeuten in den Schroth Kliniken die unterschiedlichsten Fehlstellungen mehr als einmal gesehen haben müssen, um damit richtig umgehen zu können.
Wenn man die Anzahl der Patienten in diesen beiden Kliniken mit der in einer ambulanten Schroth Praxis vergleicht, wird man sehr schnell verstehen, dass die Kompetenz ausserhalb der Skoliose aufgrund mangelnder Erfahrung immer kritisch gesehen werden muss.
Ich habe das ja nun selbst erlebt, vielfältigste KG (Versuche) über Jahrzehnte und ambulante Schroth KG, erst die stationäre REHA hat mich da wirklich weitergebracht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass andere Therapien weiterbringen können.
Insofern muss Deine Suche nach einem "sehr guten ambulanten Therapeuten" mit der Tatsache verbunden sein, dass er genau Deine Situation schon erfolgreich behandelt hat oder wenn ein Schroth Therapeut mit vielen Patienten die entsprechend notwendige Zeit, Fantasie und den Ehrgeiz aufbringt.
Gruss
Klaus