starke Verschlechterung der Skoliose innerhalb von 10 Jahren

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Fiete
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Registriert: Di, 27.03.2007 - 14:43

starke Verschlechterung der Skoliose innerhalb von 10 Jahren

Beitrag von Fiete »

Hallo allerseits!
Ich bin neu hier und möchte Euch erstmal mit meiner Geschichte langweilen... ;) Denn ich hoffe, dass mir der Erfahrungsaustausch mit Euch hilft, besser damit klarzukommen. Also:
Eine leichte Skoliose wurde bei mir im Alter von 2 Jahren festgestellt und dann fast ununterbrochen mit KG therapiert. Mit ca. 13-14 Jahren kam es zu einer massiven Verschlechterung; ich bekam ein Korsett und musste 3x wöchentlich zur KG (beides bis 18 Jahre).
Kurz nach meinem 18. Geburtstag war ich dann noch einmal beim Orthopäden - zur Abschlussuntersuchung: BWS 34°, LWS 29° war der letzte Stand (nicht schön, aber man kann wohl damit leben). Der Orthopäde sagte mir, dass jetzt, nach Abschluss des Wachstums nichts mehr zu machen sei, Verbesserungen und auch Verschlechterungen seien jetzt nicht mehr zu erwarten. Ich solle mich nur melden, wenn ich Beschwerden bekomme. (Ob mein Wachstum wirklich abgeschlossen war, habe ich noch vom Hausarzt überprüfen lassen; er konnte dies bestätigen)
Beschwerden hatte ich aber nie (außer seltenen leichten Verspnnungen im Nackenbereich)
Erst jetzt, mit 29, bin ich wieder zu einem Orthopäden gegangen, weil ich Nachwuchs plane und mich deshalb informieren wollte, wie man in der Schwangerschaft Beschwerden durch Skoliose am besten vorbeugen kann etc.
Dabei stellte sich heraus, dass meine Skoliose sich in den letzten 10 Jahren deutlich verschlechtert hat (BWS jetzt 55°, LWS 40°)!!! Ich war ziemlich geschockt, und der Arzt war auch fassungslos. Er sagt, man hätte bei mir vieles versäumt und besser machen können... Mich ärgert besonders, dass mein früherer Orthopäde mich nicht informiert hat, dass sich eine Skoliose im Erwachsenenalter durchaus noch verschlechtern kann - dann wäre ich doch regelmäßig zur Kontrolle gegangen und man hätte vielleicht wenigstens etwas gegensteuern können!
Spezielle WS-Gymnastik habe ich übrigens auch nach Abschluss der "offiziellen" Therapie immer weitergeführt.

Hat jemand von Euch ähnliche Erfahrungen gemacht und mag sie mit mir teilen? Auch Behandlungsansätze und -erfolge im Erwachsenenalter würden mich sehr interessieren.
Ich danke Euch schon jetzt - auch für das geduldige Lesen meines Berichts!
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Charp
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Diagnose: juvenile Skoliose, 47° thorakolumbal
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Beitrag von Charp »

Hallo Fiete,

erst mal herzlich willkommen! :)

Und erst mal ne Frage: Wurde beide Male eine Ganzaufnahme im Stand gemacht? Oder bist Du mal im Liegen geröngt worden?

Also, ich hatte auch nach Wachstumsabschluss ne Verschlechterung, aber nicht so massiv wie Deine. Hab neulich noch mal meine ganzen Röbis durchgeguckt beim Aufräumen. Mit 16 waren es nur 23° (thorakolumbal), mit 17 27° (Korsett überflüssig, meinte der Orthopäde, naja *hüstel*, sage ich heute). Dann kam noch ein Wachstumschub, mit 18/19 waren es danach 37°. Dann bin ich aber nicht mehr weitergewachsen, dennoch mit 21 Jahren 42°, dann mit 24 Jahren 47° (das ist der neuste Stand, bin jetzt 26 und finde, ich bin oft genug geröntgt worden).

Mein "Behandlungsansatz":
Ja, bei den 47° möchte ich gerne bleiben, mit denen kann ich leben. Deshalb habe ich 2005 eine Reha in Bad Salzungen gemacht, fünf Wochen intensiv Schroth, danach sah mein Rücken echt gut aus, laut Skoliometermessung hatte ich auch eine Verbesserung erreicht. Dann muss man artig seine Übungen zu Hause machen, was zunächst gut lief, bis mir neulich etwas unschönes dazwischen kam. Im Moment bin ich also etwas unzufrieden mit mir und meiner "Schroth-Moral", allerdings durch mein besseres "Körperbewusstsein" und die immer noch bessere Haltung schon länger fast schmerzfrei (im Vergleich zu vor der Reha).

Ich würde also, wenn Du es irgendwie einrichten kannst, ne Reha in Bad Salzungen oder Bad Sobernheim beantragen, Schroth ist ambulant leider schwer zu lernen (ich habs echt versucht :/ ).

Zu möglichen Erfolge: Also, die jungen Dinger ;) (15-20 Jahre) haben während der Reha echt irre beindruckende Verbesserungen erzielt. Ich habe aber auch eine Frau über 40 kennengelernt, die hatte sich innerhalb von etwa zwei Jahren (glaube ich) von ursprünglich über 60° thorakal ganze 10° weggeschrothet, im Röntgenbild nachzumessen. Auch so was geht also. Zumindestens bin ich recht zuversichtlich, dass Du Deine "Erwachsenen-Progredienz" mit Schroth aufhalten könntest. Viel besser als mit unspezifischer WS-Gymnastik, da bei Schroth gezielt die richtigen Muskeln für DEINE Wirbelsäule/Skoliose gekräftigt werden.

Dr. Steffan, der Chefarzt in Bad Salzungen, hat auch betont, dass man in der Schwangerschaft einiges erreichen kann (Verbesserung) mit viel Schroth, aber Skoliosen können sich auch verschlechtern, da unter dem Hormoneinfluss alles etwas "weicher" und flexibler wird. Ich glaube, im Forum kannst Du noch was dazu finden.

So, ich hoffe, ich konnte Dir etwas Mut machen, ich würde "schroth-gestärkt" in die Schwangerschaft gehen, wenn möglich.

Liebe Grüße,
Charp
Rex
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Beitrag von Rex »

Hallo Fiete,

erstmal auch ein herzliches Willkommen hier.

Leider ist es heute immer noch der Fall daß sich kaum Orthopäden richtig mit Skoliose auskennen. Wirklich kaum zu glauben. Ich dachte immer daß war nur in den 70/80 er Jahren so,als ich ein junges Mädchen war, jedoch hat sich kaum etwas gebessert nur daß es mitlerweile mehr Kliniken gibt die sich auf Skoliose spezialiesiert haben. Zum Glück.

Leider hat man bei Dir viel versäumt, Deine Skoliose hat sich erheblich verschlechtert und wird sich wenn Du nichts unternimmst noch mehr verschlechtern. Es wird jetzt Zeit daß Du unbedingt handelst. Man kann heute gerade bei jungen Leuten viel mit Rahmouni-Korsetts erreichen. Ich denke nicht daß bei Dir Krankengymnastik alleine noch ausreicht. Hier im Forum findest Du jede Menge Ratschläge wohin Du Dich wenden kannst. Les Dich mal durchs Forum und frage Dich durch.

Ich heiße übrigens Petra, bin 39 Jahre alt und wurde vor 21Jahren an meiner sehr starken Skoliose mit Erfolg operiert.
Viele Grüße Rex
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Hallo Fiete,

liegen dir beide Röntgenaufnahmen vor und wurden sie beide vom selben Arzt vermessen? Wenn nicht, würde ich das zunächst mal kontrollieren.

Dann, wie Charp schon gesagt hat, müssen beide Aufnahmen im stehen aufgenommen worden sein. Weißt du noch wie genau die Aufnahme mit 18 Jahren angtefertigt wurde?

Du schreibst du hast bis 18 Jahren Korsett getragen. Wie lange vor dem Röntgenbild hattest du das Korsett aus gehabt (die Korsett-Korrektur fällt nur langsam zurück nach dem Ausziehen des Korsetts).
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