Welche Schmerzmittel helfen Euch bei Hyperkyphose??

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Saphira
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Re: Welche Schmerzmittel helfen Euch bei Hyperkyphose??

Beitrag von Saphira »

Ein Problem, das ich bei Schmerzen auch festgestellt habe ist, dass Schmerzmittel umso schlechter wirken, je länger man mit deren Einnahme wartet, weil man denkt, man halte den Schmerz noch so aus :/ .

Bei den Schmerzmitteln kann man grob zwei Gruppen von Schmerzmitteln unterscheiden: Die nichtsteroidalen Analgetika (nicht Opioide) wie Paracetamol, Acetylsalizylsäure, Ibuprofen, Protaxon, Celebrex, Arcoxia, Naproxen, Novaminsulfon (wobei Novaminsulfon schon ein grenzwertiges Medikament zu den Opiaten ist) etc. Und die zweite Gruppe der Opiate wie z.B. Oxycodon, Morphin, Pallodon, Dipidolor, Targin, Fentanyl, Remifentanil, etc. aber auch Tramal/Tramadol und Tilidin/Valoron.
die_olle_Ente hat geschrieben: Aber bevor Du zu Opiaten greifst würde ich auf jeden Fall auch erst die Gruppe Tramal, Valeron etc. ausprobieren.
Damit gehören auch bereits Tramal und Valoron zu den Opiaten, wenn auch niedriger dosiert und schwächer in der Wirkung, weshalb sie (vor allem Valoron) noch nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fallen und daher über ein "normales" Rezept verschrieben werden können. Dennoch sollte man diese beiden nicht unterschätzen. Sie bergen dieselben Nebenwirkungen und Risiken, wie die stärkeren Opiate.

Welche Schmerzmittel wann sinnvoll sind, sollte immer der Arzt entscheiden. Und wenn der Orthopäde oder Hausarzt nicht mehr weiterkommen, empfielt sich der Besuch eines Schmerztherapeuten, da diese in der Regel mehr Ahnung davon haben, welche Schmerzmittel wann sinnvoll eingesetzt werden können ;) .

Grüßle und alles Gute, dass du was findest, dass die hilft,

Saphira
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Re: Welche Schmerzmittel helfen Euch bei Hyperkyphose??

Beitrag von Lya500 »

Hallo ihr lieben!

Diclofenac und Voltareen Tabletten sollte man nie über längere Zeit einnehmen. Auch Salben nicht. Es greift den Magen an, wenn man aber diese Tabletten über einen längeren Zeitraum nehmen möchte, sollte man sich vom Arzt Omeprazol oder Pantoprazol verschreiben lassen, damit es nicht zu Nebenwirkungen kommt.


LG

Lya
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Re: Welche Schmerzmittel helfen Euch bei Hyperkyphose??

Beitrag von Pirat1988 »

WHO Stufenschema
Stufe 1: Nicht-opioides Analgetikum, ggf. in
Kombination mit Adjuvanzien
Stufe 2: Schwaches Opioid, ggf. in Kombination
mit nicht-opioiden Analgetika und/oder Adjuvanzien
Stufe 3: Starkes Opioid, ggf. in Kombination
mit nicht-opioiden Analgetika und/oder Adjuvanzien

So hier mal das WHO Stufenschma für euch. Hiernach werden Schmerzmittel eingeteilt.
Stufe 1 sind Novalgin, Paracetamol, Ibuprofen und was es da noch alles gibt.
Stufe 2 sind Tramal/Tramadol und Tilidin/Voltaren
Stufe 3 sind Morphine, Targine, Oxygesic und viele weitere

Stufe 3 Medikamente fallen wie schon erwähnt unter das Betäubungsmittelgesetz. Stufe 2 Medikamente sind über ein normales Rezept erhältlich aber trotzdem fallen sie schon unter die Opiode. Wichtigste Nebenwirkungen bei Opioden sind die Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen.
Die Gefahr der Abhängigkeit ist bei richtiger Einnahme und ärztlicher Betreuung nicht sehr hoch.
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Re: Welche Schmerzmittel helfen Euch bei Hyperkyphose??

Beitrag von Saphira »

Hallo Pirat,

genau so kenne ich das auch mit dem Stufenschema ;) .
Pirat1988 hat geschrieben: Stufe 2 sind Tramal/Tramadol und Tilidin/Voltaren
Du meinst hier aber wahrscheinlich Valoron und nicht Voltaren, oder? Denn der Wirkstoff von Voltaren ist doch Diclofenac und damit ein Nichtopioid ;) .

Grüßle,

Saphira
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Re: Welche Schmerzmittel helfen Euch bei Hyperkyphose??

Beitrag von die_olle_Ente »

@Saphira ja ich habe in meinem Satz den Du zitiert hast das Wort "starke" vergessen. Also starke Opiate.

Zu den mittelstarken zählen das von mir erwähnte Tramal und Valoron.

Ich denke Pirat hat sich einfach nur verschrieben.
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Pirat1988
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Re: Welche Schmerzmittel helfen Euch bei Hyperkyphose??

Beitrag von Pirat1988 »

oh mist
Ja verschrieben^^ danke für die Korrektur
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alex1605
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2. Rahmouni Korsett im Juli 2015

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Re: Welche Schmerzmittel helfen Euch bei Hyperkyphose??

Beitrag von alex1605 »

Servus ,

ich melde mich nach langem mal wieder da ich den Thread hier sehr interessant finde da auch ich zur Zeit auf stärkere Schmerzmittel zurückgreife um mir des Öfteren mal einen schmerzfreien Tag zu gönnen ;-)
Ich werde wahrscheinlich Ende Mai meine lang umkämpfte Korsettherapie beginnen, möchte mich solang aber nicht durch den Alltag quälen und berichte euch jetzt mal von meiner Erfahrung mit Schmerzmitteln.

Zunächst mal habe ich den Eindruck, das Hyperkyphose Patienten generell einen "gleichen, ähnlichen" Schmerz empfinden. Mir half auch kein Ibuprofen, Diclofenac und die ganzen anderen NSAR Medikamente. Auch ich bin sogut wie schmerzfrei im Liegen, nach langem Sitzen oder Stehen ist es oft grauenhaft, schwer heben ist auch nicht gerade schön ;-)


Durch Zufall (meine Mutter hatte das Medikament in der Haushaltsapotheke) stieß ich auf Tilidin 100mg / 8. "Gegen starke und sehr starke Schmerzen". Da ich vorher viele NSAR Mittel ausprobiert habe die mir nie geholfen haben hab ich einfach mal Tilidin ausprobiert, als mein Rücken mal wieder grauenhaft geschmerzt hat.
Ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht was Tilidin ist, war mir eigentlich auch egal solangs was bringt.

Nach der ersten Einnahme fühlte ich mich leicht benommen, dann war ich zu 100% schmerzfrei und fühlte eine sehr starke Euphorie, ich fühlte mich unglaublich gut und hatte so eine richtige "leck mich am Ar***" Stimmung.
Ansonsten gab es kaum Nebenwirkungen, auser das sich mein Puls etwas erhöht hat (glaube ich, fühlte sich so an) und das ich , wenn ich es zu spät am Abend nehme schlecht einschlafen kann.
Eine Tablette hält bei mir meistens den ganzen Tag über, ich nehme sie aber auch wenn ichs nehme erst gegen 13 / 14uhr ein.

Nach langem recherschieren habe ich herausgefunden, das Tilidin ein Opiod ist und Opiode kaum gesundheitschädlich sind, sie schädigen die Organe wohl nicht bzw kaum und können auch über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.

Leider macht das Zeug aber schnell abhängig, bei mir hat sich zumindestens ein starkes psychisches Verlangen eingestellt. Körperliche Entzugserscheinungen sind wenn überhaupt nur eine leichte "Unruhe" beim Einschlafen sonst aber nichts.

Kann das Medikament bei regelmäßigen starken Schmerzen durchaus empfehlen, man sollte aber vorsichtig sein wegen der hohen Suchtgefahr.

Aber ehrlich gesagt ist mir das momentan garnicht so wichtig, ich versuche die Dosis nicht zu steigern und bin einfahc mal froh keine Schmerzen zu haben.
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Re: Welche Schmerzmittel helfen Euch bei Hyperkyphose??

Beitrag von Kaffeetrinker »

Also ein Suchtverhalten kann ich bei mir nicht feststellen, weil hier in dem Mediakment ein Gegenspieler namen "Naloxon" mit dabei ist.
Selbst wenn man mehrere Tabletten einwirft hat man nix davon da dann das Naloxon in höherer Dosis die Wirkung wieder aufhebt.

Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Tilidin


Die Jugendlichen die das gerne nehmen, haben das Zeugs in Tropfenform und auch meist aus nichtlegalen Quellen in deren der Gegenspieler fehlt, deshalb macht das süchtig.


Bei mir wirkt das Medikament bisher nur 4-6 Stunden und ganz schmerzfrei bin ich damit noch nicht, leider.

Und ich bekam die ersten Tage leider die volle Bandbreite ab von den Nebenwirkungen die sich jetzt aber zu 98% gelegt haben.
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alex1605
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Re: Welche Schmerzmittel helfen Euch bei Hyperkyphose??

Beitrag von alex1605 »

Kaffeetrinker hat geschrieben:Also ein Suchtverhalten kann ich bei mir nicht feststellen, weil hier in dem Mediakment ein Gegenspieler namen "Naloxon" mit dabei ist.
Selbst wenn man mehrere Tabletten einwirft hat man nix davon da dann das Naloxon in höherer Dosis die Wirkung wieder aufhebt.

Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Tilidin
Das stimmt so nicht ganz . Das Naloxon verhindert nur, dass du es nicht stark überdosieren kannst bzw es dir i.v verabreichen kannst. Du kannst aber auch schon bei einer Dosis, bei der das Naloxon noch nicht eingreift physisch und vorallendingen auch psychisch abhängig werden.
Trotzdem ist es wohl so, dass Tropfen was die Abhängigkeit angeht wohl sehr viel gefährlicher sind, da es durch das schnelle anfluten der Wirkung oft zu einem sehr angenehm "Kick" kommt, was eine Suchtgefahr natürlich verstärkt,
Bei Retardtabletten ist dieser Kick meistens nicht so stark ausgeprägt oder garnicht vorhanden. Und generell sagt man, dass die Abhängigkeit bei Schmerzpatienten eher gering einzuschätzen ist da man es ja nicht zur berauschung einnimmt.

Ich muss allerdings zugeben, dass ich das Medikament auch schon zur Berauschung eingenommen habe, wo ich keine oder nur sehr geringe Schmerzen hatte, einfach weil es bei mir sehr angenehm wirkt. Das soll man natürlich nicht machen ;-) Dementsprechend hoch ist bei mir aber die psychische Sucht ausgeprägt, da ich auf dem Zeug einfach sau gut drauf bin (nicht zugedröhnt!) und gleichzeitig schmerzfrei bin bei keinen Nebenwirkungen.

In meinem Fall ist die Sucht also momentan das einzige was mir etwas Sorgen macht, ansonsten bin ich mit diesem Medikament mehr als zufrieden.
Du könntest im Rahmen einer Schmerztherapie ja vielleicht stärkere Opiate ausprobieren, sofern dir Tilidin nicht ausreichend hilft, aber das sollte man dann mit nem Schmerztherapeuten besprechen.

In diesem Sinne, viel Erfolg :-)
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