Die faulen Orthopäden

Fragen und Antworten rund um das Thema Skoliose
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Lynn
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Beitrag von Lynn »

Also, wenn ich mal das für mich Beste aus Peters und Virtuelle's Beiträgen zusammentrage (hab den ganzen Threat jetzt nochmal am Stück gelesen - da sieht er schon ganz anders aus), dann schwimmen sie eigentlich (wohl unbewusst) auf dem recht modernen Modell der positiven Psychologie mit.

@Peter und Virtuelle: falls ihr mir da widersprechen wollt- gerne. Trotz allem werd ich das Thema kurz anschneiden, denn der Grundsatz ist ohnehin schon genannt worden und ich finde ihn gerade für Menschen wie uns mehr als passend:
"Das Glas ist nicht halbleer sondern halbvoll" (Ich glaube, dass das Dalia war).
Natürlich kann man eine Skoliose nicht schön reden und Schmerzen nicht weg denken. So könnte man Virtuelles Posting auch verstehen. Und natürlich kann man keinen Kranken dafür verantwortlich machen, dass er zu wenig Hilfe von seinen Ärzten bekommt.
Aber das sollte doch gar nicht der Punkt sein, über den man diskutiert. Es geht nicht um Schuld, oder doch?

Aber die positive Psychologie strebt ganz entscheidend danach, in dem Fall den Patienten aus seiner Opferrolle heraus zu holen. Tatsächlich sehen sich die meisten Menschen (so wie ich am Anfang auch) zunächst hilflos ihrer "Krankheit" (sorry, B-Zebra) gegenüber und schieben die Verantwortung dafür ihrem Arzt zu. Das ist doch völlig natürlich und überhaupt nicht verwerflich.
Ich meine damit, dass man sich am Anfang doch meist erstmal "klein" fühlt und eher dazu tendiert, nach Hilfe zu bitten. Je stärker dieses Gefühl ist, desto größer die Enttäuschung, wenn bestimmte Erwartungshaltungen nicht erfüllt werden - logisch. Und ebenfalls logisch ist, dass es schlechte Ärzte gibt, bei denen alle Mühe umsonst ist. Wurde auch schon genannt.

Dennoch lohnt es sich hier, dem Hilfesuchenden klar zu machen, dass er einen entscheidenden Anteil daran hat, wie sich seine gesundheitliche Zukunft darstellt. Er kann eindeutig nichts schlechter machen, wenn er diese Chance nicht wahrnimmt! Die Schuldfrage ist also Fehl am Platz. Aber er kann doch einiges zur Verbesserung beitragen. Er ist also kein Opfer. Er kann sich Wissen aneignen und seine Ärztsuche damit effizienter gestalten. Er kann die Diagnose vielleicht sogar als Chance entdecken, seinen Körper nun völlig neu kennen zu lernen und mehr daraus zu machen. Er ist keinen schlechten Orthopäden ausgeliefert!

Ich finde die Idee also gar nicht so schlecht, dass man gerade am Anfang bei Neulingen den Fokus etwas von den (zum Teil wirklich) "faulen Orthopäden" nimmt und diese schlecht macht und sich stattdessen noch mehr auf die Person selbst konzentriert (was im Übrigen auch sehr oft hier gemacht wird, Peter). Man würde sich wundern, wie völlig anders ein Arzttermin aussehen kann, wenn ein und der selbe Patient mit neuem Kampfesmut Wochen nach der Diagnose im Arztzimmer sitzt. Auch Ärzte erkennen mündige Patienten. Das habe ich in den letzten Jahren oft selbst erproben dürfen.

Was haltet ihr davon? Ich hoffe, ich habe Virtuelle und Peter ansatzweise richtig interpretiert (bitte melden! :) ).




@Virtuelle: ich finde den Versuch, jemanden auf seine Selbstheilungskräfte einzustimmen, sehr löblich. Dennoch gibt es hier einen riesigen Haken. Die Parole "versuche dich in deinen Körper hineinzufühlen" o.ä. funktioniert nur bei sehr wenigen Menschen. Wie du selbst ja schon erkannt hast, lernt das kaum ein Kind mehr und als Erwachsener wird es dann immer schwerer. Viele schaffen es ihr Leben lang nicht. Hier sollte vielleicht ein etwas anderer Denkanstoß her. Hast du vielleicht eine Idee?

Deine Krankheitssymptome lassen mich übrigens an etwas anderes denken... Mir scheint, als ob bei dir auch nicht alle Ressourcen ausgeschöpft sind. Überlege dir vielleicht doch noch, ob du dich hier nicht registrieren möchtest, und wenn es nur zu dem Zweck ist, dass ich dir dies bezüglich eine PN schreiben kann, die ganz "geheim" ist :) .

Ganz liebe Grüße, Ula

(Hoffe, ich konnte etwas zur Kompromissbildung beitragen)
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

ula hat geschrieben:Ich finde die Idee also gar nicht so schlecht, dass man gerade am Anfang bei Neulingen den Fokus etwas von den (zum Teil wirklich) "faulen Orthopäden" nimmt und diese schlecht macht und sich stattdessen noch mehr auf die Person selbst konzentriert
Hallo ula,
da muss ich dir ein bischen widersprechen. :)

Gerade bei den Neuen ist es sehr oft so, dass sie schon sehr viele Ärzte und Therapeuten erfolglos hinter sich gebracht haben.
Und da ist es nach meiner Meinung entscheidend, in Form einer kompetenten Diagnose einen persönlichen Durchbruch zu starten. Da werden die Leute plötzlich ernst genommen, bekommen einen anderen Blickwinkel und beginnen auch konkret und differenziert ganz individuell die eigene Situation und die entsprechenden Möglichkeiten "zu reflektieren". :)

Ohne diesen Schritt über den Arzt, der für viele anfangs immer noch "der Gott ist", ist es viel zu mühsam. Denke mal bitte an die fast schon nervig langen Posts, bevor dann endlich der empfohlene Arztbesuch erfolgt und es plötzlich ganz anders weitergeht.

Einige machen das nicht und posten monatelang immer neue Symptome, ohne die Region für eine Diagnose zu verlassen. Sich da auf eine Person zu konzentrieren, ist bei Erwachsenen vergebliche Mühe.
Und für mich wäre es sogar sträflich, wenn mir durch so ein Verhalten mögliche Online-Diagnosen "herausgeleiert" würden. Ich lehne das strikt ab, genauso würde ich nicht auf die Psyche eingehen wollen, wenn die Diagnose nicht einwandfrei feststeht.
Wie oft hat sich hier bei Skoliosen herausgestellt, dass sich eine Kyphose dahinter verbirgt, wie oft sind ungenaue Angaben über die bisherigen Diagnosen gemacht worden oder wie oft ist etwas verwechselt worden.

Deswegen sollte der Focus schon auf eine ärztliche Versorgung gerichtet sein, die zumindest im Baukastenprinzip die erforderlichen kompetenten Leistungen erbringt.

Wir sollten nicht den Fehler machen und unsere aktuelle Situation mit der von den Neuen zu vergleichen.
Wir haben den entscheidenden Schritt schon hinter uns und können in Ruhe in die individuellen Details gehen.

Da allerdings ist die Diskussion auch eine andere.

Gruss
Klaus
peter 1
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Der Vergleich

Beitrag von peter 1 »

Hallo,
das trifft sich ja gut, dass Ula und Klaus nochmal ihre Sicht der Dinge in zwei aufeinanderfolgenden Beiträgen darstellen. Dadurch kann man schön erkennen, dass beide aus unterschiedlichen Blickwinkeln die gleiche Thematik betrachten, aber andere Inhalte als Schwerpunkt haben. Ula, 'virtuelle' und ich verfolgen die eine gedankliche Linie, Klaus, BZebra und Dalia die andere. Der Unterschied zeigt sich auch deutlich am Schreibstil. Die Leser haben die nicht ganz einfache Aufgabe, beides für sich nutzbar zusammen zu bringen. Die könnten den Spieß aber umdrehen und sagen, wir, die 'Streithähne', sollen diese Übereinstimmung herausarbeiten. Einfach würde das für 'uns' auch nicht, wie die bisherigen Beiträge ja zeigen. Und ob die Leser unsere Erklärungen dann so verstehen, wie sie dastehen und wie sie gemeint sind, das ist noch eine ganz kritische Frage.
Mit solidarischen Grüßen Peter.
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Lynn
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Beitrag von Lynn »

@Klaus: ja, widersprich mir ruhig :D . Ich weiß ja, wie's gemeint ist ;) . Außerdem kann ich deinen Standpunkt durchaus nachvollziehen und kann da wiederum auch überhaupt nicht widersprechen.
Aber vielleicht müssen sich beide Meinungen ja gar nicht im Weg stehen. Genau genommen bin ja auch nicht nicht ausschließlich für eine von beiden Betrachtungsweisen, sonst würde ich doch auch nicht so viele konkret fassbare Ratschläge hier im Forum erteilen.

@Peter: könnte man es so ausdrücken, dass ihr eher von der psychologischen Seite aus argumentiert und die "Gegenseite" ;) hauptsächlich praktische Tipps in den Vordergrund stellt?
Tatsächlich tut mir der Leser hier manchmal ein wenig leid :) . Ich würde an Leser-Stelle jetzt wahrscheinlich abwarten, was passiert :D .
Allgemein find ich es eigentlich überhaupt nicht schlimm, wenn man mal unterschiedlicher Meinung ist. Man kann durch Auseinandersetzungen auch sehr viel lernen. Wenn diese möglichst sachlich bleiben... da war deine provokative Überschrift (auch wenn sie ein Zitat war) vielleicht etwas unglücklich gewählt :/ :)

@all: wie gesagt, die beiden Standpunkte müssen sich doch nicht ausschließen, oder? Ich find es noch immer nicht schlecht, dass man auch die Eigenverantwortlichkeit anspricht und damit auch das eigene Selbstvertrauen stärkt! Natürlich muss man vorsichtig sein. Wie so etwas "ankommen" kann, ist hier ja deutlich heraus gekommen. Aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass eine solche auf sich selbst gerichtete Betrachtung auch ein riesiger Gewinn sein kann (wenn nicht als Schuldzuweisung gedacht). Man kann und muss dann genauso wie bisher auch fleißig eine Diagnose suchen (durch entsprechende Ärzte). Da bin ich absolut dafür!

nochmal @Klaus:
Ich lehne das strikt ab, genauso würde ich nicht auf die Psyche eingehen wollen, wenn die Diagnose nicht einwandfrei feststeht.
Wirklich? :gruebel: Aber könnte nicht ein psychisch stabiler (nicht, dass alle anderen instabil sind) Mensch unter Umständen leichter und schneller zu seiner Diagnose kommt?
Ich persönlich habe das Gefühl, dass es mir leichter gelingt, mit meinen Ärzten ein zufriedenstellendes Gespräch zu führen, seitdem ich mich aus meiner Opferrolle weitgehend heraus bewegt habe. Ich bin nicht mehr so schüchtern und ängstlich wie bisher :D und fühle mich den Ärzten nicht mehr ganz so ausgeliefert.

Meinst du deshalb...:
Wir sollten nicht den Fehler machen und unsere aktuelle Situation mit der von den Neuen zu vergleichen.
... dass man eine solche Sichtweise überhaupt erst entwickeln kann, wenn man schon eine richtige Diagnose hat? :gruebel:

Ganz liebe Grüße, Ula
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Beitrag von truetschel »

Heute Abend am Fernsehn kommt eine Sendung,
Programm, HR um 20:15 Uhr service:gesundheit
Gut behandelt oder abgezockt? Patientenrechte im Visier-Live.

Liebe Grüße
Lydia
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Beitrag von Klaus »

Peter1 hat geschrieben:Die Leser haben die nicht ganz einfache Aufgabe, beides für sich nutzbar zusammen zu bringen. Die könnten den Spieß aber umdrehen und sagen, wir, die 'Streithähne', sollen diese Übereinstimmung herausarbeiten
Na, da könnte ich jetzt argumentieren, dass es ja gerade die Aufgabe des Forums ist, unterschiedliche Meinungen zu zulassen. Und zumindest bei Erwachsenen gehe ich davon aus, dass die in der Lage sein sollten, für sich selbst zu entscheiden. Können die selbst das nicht, müsste ich in der Tat die "selbstreflektorische Handlungsweise anmahnen".
Das ist dann aber eine Diskussion über "allgemeines menschliches Dasein" :) und hat nichts mit Skoliose/Kyphose zu tun.
ula hat geschrieben:
Klaus hat geschrieben:Ich lehne das strikt ab, genauso würde ich nicht auf die Psyche eingehen wollen, wenn die Diagnose nicht einwandfrei feststeht.
Wirklich? Aber könnte nicht ein psychisch stabiler (nicht, dass alle anderen instabil sind) Mensch unter Umständen leichter und schneller zu seiner Diagnose kommt?
Ich habe nun ja gerade versucht, klar zu machen, was für die meisten ein Besuch z.Bsp. bei Dr. Hoffmann bedeutet hat.
Klaus hat geschrieben:Da werden die Leute plötzlich ernst genommen, bekommen einen anderen Blickwinkel und beginnen auch konkret und differenziert ganz individuell die eigene Situation und die entsprechenden Möglichkeiten "zu reflektieren".
Das ist nach meiner Meinung ein viel grösserer Schritt, als wenn hier jemand versucht, "verbal aufzurichten" und so nebenbei natürlich auch eine Diagnose, wo auch immer, empfiehlt.
Die Empfehlung von virtuelle, seinen Körper selbst zu erspüren und entsprechende Korrekturschritte einzuleiten, ist ja ein gut gemeinter Rat, aber wer kann denn das so einfach umsetzen? Abgesehen davon, dass es doch wohl in jedem Fall einer eindeutigen Diagnose der Situation bedarf oder nicht??

Wer eine Schroth REHA gemacht hat, hat bereits nach 4 Wochen grundsätzlich das richtige Körpergefühl. Warum das Rad neu erfinden? :)
Und @Schwarze Schnecke war es z.Bsp., die nach der ersten Schroth KG auch diese körperliche Aufrichtung als psychische Aufrichtung empfunden hat, wobei das sogar ein Extremfall mit Tablettenabhängigkeit war.
Man muss Schroth ganz praktisch machen, das bringt mehr als seitenlange theoretische Erörterungen mit "Überredungsversuchen".

Mein Fazit kann nur sein, eine kompetente Diagnose mit Behandlungsvorschlag erstellen zu lassen und das auch praktisch umzusetzen.
Dann kann man mit der konkret bekannten individuellen Situation immer noch andere oder ergänzende Wege gehen.

Und Tipps, wie man zu dieser Diagnose kommt, gibt es nun jede Menge.
Wer "psychisch labil" ist, kann z.Bsp. Dr. Hoffmann mit der "Rundumversorgung" besuchen, wer selbstbewusst die Dinge angeht, der versucht das "Baukastenprinzip" in der Region.

Was Dr. Hoffmann angeht, so geben wir hier in der Regel auch immer den Tipp, sich vorher zu informieren und auch einen Merkzettel mit Fragen zu erstellen. Selbst wenn das nicht optimal laufen sollte, ist es nach einer Meinung immer ein Durchbruch, auch für die Psyche. Das lese ich aus den Posts der vergangenen 3 Jahre.

Und ich möchte betonen, dass wir hier immer nur über die Situation bis zur ersten wirklich kompetenten Diagnose mit Behandlungsvorschlag diskutieren! Das ist nämlich die Aufgabe der ("faulen") Orthopäden.

Im übrigen gibt es hier sowieso eine Mischung aus "allgemeiner Anteilnahme" und darauf folgender konkreter praktischer Tipps, die mein Schwerpunkt sind, weil diese Anteilnahme nur tröstet, aber nicht wirklich weiterbringt.

Gruss
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Beitrag von Lynn »

@Klaus: ok, ich glaub, ich hab's verstanden :D . Auch wenn ich nicht ganz 100%-ig damit übereinstimme, aber ich denke, das kann man auch mal so stehen lassen.
Und Tipps, wie man zu dieser Diagnose kommt, gibt es nun jede Menge.
Wer "psychisch labil" ist, kann z.Bsp. Dr. Hoffmann mit der "Rundumversorgung" besuchen, wer selbstbewusst die Dinge angeht, der versucht das "Baukastenprinzip" in der Region.
Hm, das fand ich in deinem Post am besten :) . Das betont die Individualität. Und ich kann dem absolut zustimmen, dass es Menschen gibt, die so verunsichert sind, dass man ihnen am besten sofort den Tipp mit Dr. Hoffmann gibt. Denen darf man nicht sagen, dass sie erstmal "vor ihrer eigenen Türe kehren sollen" (mit Absicht provokativ! Nicht falsch verstehen...)
Im übrigen gibt es hier sowieso eine Mischung aus "allgemeiner Anteilnahme" und darauf folgender konkreter praktischer Tipps, die mein Schwerpunkt sind, weil diese Anteilnahme nur tröstet, aber nicht wirklich weiterbringt.
Eben! Das brannte mir eigentlich schon die ganze Zeit auf der Zunge. Wobei ich mir einbilde, dass das mit der Anteilnahme hier etwas negativ angehaucht ist, Klaus :rolleyes: ... Denn um Anteilnahme geht es ja doch eigentlich nur im weitesten Sinne, vielmehr um Anregung zur Selbstreflexion und Anzapfen der eigenen Ressourcen, oder hab ich das falsch verstanden, @Peter?
Aber wie du schon geschrieben hast, Klaus, am Ende setzen viele Poster eigentlich alles zusammen und es muss ja auch nicht jeder alles sagen.

@Peter: ich denke, du wolltest mit diesem Threat einen Anreiz schaffen, diesen zweiten Aspekt des Umgangs mit unseren WS-Problemen, unseren Ärzten und damit dem bisherigen "Trend" in diesem Forum noch einmal unter die Lupe zu nehmen. Ich denke, das ist dir gelungen ;D . Ich hoffe, dass du das auch denkst.
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

ula hat geschrieben:Wobei ich mir einbilde, dass das mit der Anteilnahme hier etwas negativ angehaucht ist, Klaus
na ja, es ist eine "online-Anteilnahme", die schon etwas auslöst, nämlich endlich die Möglichkeit einer Hilfe gefunden zu haben.
Habe heute mal beim Lesen meinen Focus darauf gelegt und denke, dass das eine wichtige kurze Vorstufe ist.

Aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass wir hier die unterschiedlichen persönlichen Situationen durcheinander werfen.

Zumindest für mich fängt die geforderte Selbstreflektion mit einer kompetenten Diagnose und einem Behandlungsweg an, nämlich dann, wenn meine Ausgangssituation grundsätzlich feststeht.
Alles andere ist nur der Weg bis zu dieser entscheidenden Diagnose und das ist in erster Linie Taktik und Umsetzung von praktischen Tipps.

Und warum soll ich denn nicht diesen Tipps am Anfang folgen, durch persönliche Reflektion ändere ich die Orthopäden in meiner Region grundsätzlich nicht, wahrscheinlich auch nicht durch Suggestion :).

Nach der Diagnose kann ich ja durchaus anfangen, andere bzw. zusätzliche Wege einzuschlagen, ich werde generell mehr und detaillierter und vor allen dingen gezielter über mich nachdenken.

Und es ist dann plötzlich auch nicht mehr geheimnisvoll, was Schroth bewirkt, wie ich es woanders einbaue, warum ein Erwachsenen Korsett sehr viel differenzierter gesehen werden muss und generell, was durch logische Folgerungen an zusätzlichen Behandlungen für mich ganz individuell sinnvoll wird usw. usw.
In dieser Situation ist die Selbstreflektion am effektivsten und das zeigt sich an der Aktivität dieses Forums in den verschiedensten Rubriken.


Gruss
Klaus
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chilli-pepper
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Beitrag von chilli-pepper »

Hallo Klaus und alle anderen!

Man darf ja wirklich nicht in den Urlaub fahren :nein: ich hab das Gefühl gar nicht alles nachlesen zu können,
bzw. schaff ich zeitlich nicht auf alles zu antworten.... :irre:

Aber ich versuchs trotzdem mal...

Klaus , deine Hartnäckigkeit ist bewundernswert- du lässt ja wirklich nicht locker. Wir haben ja zum Thema "Erstversorgung" schon beide diskutiert und anfänglich konnte ich deine Hartnäckigkeit nicht ganz nachvollziehen, aber besser als du hätte ich es nicht formulieren können:
Mein Fazit kann nur sein, eine kompetente Diagnose mit Behandlungsvorschlag erstellen zu lassen und das auch praktisch umzusetzen.
Dann kann man mit der konkret bekannten individuellen Situation immer noch andere oder ergänzende Wege gehen.
Wir sollten nicht den Fehler machen und unsere aktuelle Situation mit der von den Neuen zu vergleichen.
Wir haben den entscheidenden Schritt schon hinter uns und können in Ruhe in die individuellen Details gehen.
Deshalb könnte man vielleicht die Ärzte-Empfehlungen in den Rubriken Gesucht-Gefunden etwas untergliedern.

Z.B.
1.in empfohlene Ärzte , die für eine Erst-Diagnose auch Überregional in Frage kommen
2.in Ärzte, die zur Weiterbehandlung nach gestellter Diagnose in Frage kommen.

@peter1: die Überschrift "die faulen Orthopäden" war ja ironisch gemeint, aber wenn jemand 12 Jahre in "Behandlung" bei einem Orth.ist ,ohne das dieser irgendetwas unternimmt, außer manchmal erbettelte KG-Rezepte rauszugeben, dann fällt mir dazu nicht viel ein außer "faul"! Noch viel sträflicher (und das meine ich wörtlich) finde ich, dass mir der Arzt nie irgendetwas von einer Reha erzählt hat- und warum???? Weil er noch niiiiiieeee etwas von einer Schroth-Therapie etwas gehört hat!!! :eek: noch sträflicher!!! Und das als Facharzt- das muss man sich mal vorstellen!


@noch was für ulaschatz:
ulaschatz hat geschrieben:Man würde sich wundern, wie völlig anders ein Arzttermin aussehen kann, wenn ein und der selbe Patient mit neuem Kampfesmut Wochen nach der Diagnose im Arztzimmer sitzt. Auch Ärzte erkennen mündige Patienten. Das habe ich in den letzten Jahren oft selbst erproben dürfen
.

Jawoll- da hast du ganz Recht- nachdem ich von einem anderen Arzt zu Reha geschickt wurde, ließ ich es mir nicht nehmen im aufrechten Schroth-Gang meinen alten Arzt aufzusuchen um ihm mal auf`s Zahnfleisch zu fühlen...
nachzulesen in meinem Bericht: "...Hab meinen Orthopäden zur Rede gestellt..."

So jetzt bin ick aber müüüüde... :muede:

Liebe Grüsse von chilli-pepper
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Beitrag von Klaus »

chilli-pepper hat geschrieben:Deshalb könnte man vielleicht die Ärzte-Empfehlungen in den Rubriken Gesucht-Gefunden etwas untergliedern.

Z.B.
1.in empfohlene Ärzte , die für eine Erst-Diagnose auch Überregional in Frage kommen
2.in Ärzte, die zur Weiterbehandlung nach gestellter Diagnose in Frage kommen.
Punkt 2 ist ja Inhalt der Rubrik, Punkt 1 hatte ich vor längerer Zeit in einer Diskussion über Dr. Hoffmann (davon gibt es ja periodisch wiederkehrend viele :) ) vorgeschlagen und wollte einen extra Post dazu machen. Es hatte offenbar keiner zur Kenntnis genommen und da es Arbeit bedeutet, habe ich es auch erst mal gelassen. :)

Im Hinterkopf ist das immer noch bei mir, weil es so manche Diskussion abkürzen würde. Aber allein schon die Geschichte mit Dr. Thomas in Berlin sagt mir zur Zeit, dass ich diese überregionale Auflistung nicht so ohne weiteres machen kann. Es fehlen einfach zu viele Details!

Dasselbe gilt für Hamburg, Korsett Versorgung und Kinderorthopäde in Lübeck ok, aber welche Orthopäden in Hamburg?, nachdem Dr. Hoffmann in der Sammlung entfernt wurde, sehe ich dort keine Alternative.

Wenn wir dann aus dieser Situation heraus Dr. Hoffmann für die Rundum-Erstversorgung empfehlen, ist der Aufschrei wieder gross, warum nur der!
chilli-pepper hat geschrieben:Jawoll- da hast du ganz Recht- nachdem ich von einem anderen Arzt zu Reha geschickt wurde, ließ ich es mir nicht nehmen im aufrechten Schroth-Gang meinen alten Arzt aufzusuchen um ihm mal auf`s Zahnfleisch zu fühlen...
Aber nachdem Du gemerkt hast, was falsch gelaufen ist. Und das ist das eigentliche Problem, viele merken gar nicht, dass sie falsch behandelt werden. Und eine Selbstreflektion kommt erst gar nicht in Gang, weil der "Gott" ja gesagt hat, da kann man nicht mehr machen.

Für Leser dieses Forums kann das nur heissen, die relevanten Punkte beim Orthopäden direkt abzufordern und auch das Baukastenprinzip anzuwenden, wenn man nicht weiterkommt.

Gruss
Klaus
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Beitrag von Lynn »

Hab nur wenig Zeit, ich antworte später nochmal genauer, nur das (ein bißchen OFF-TOPIC):

@Klaus und Chilli: ich finde die Idee für die Weiterversorgungrubrik eigentlich auch ziemlich gut. Hab irgendwie verpasst, dass das hier schonmal Thema war. Ich kenne wirklich einige Ärzte, die eigentlich wirklich kompetent sind, aber eben nicht in Rückensachen, die aber eine Weiterbehandlung mit dem richtigen Handwerkszeug (z.B. von Dr. Hoffmann) wahrscheinlich wirklich gut machen könnten! Gut - dumm nur, dass ich nur wieder welche aus Stuttgart kenne...
Aber mir ist da spontan der Gedanke gekommen, dass man sich vielleicht hier auch mit anderen Foren mal in Verbindung setzen könnte... jetzt bitte nicht knüppeln!
Es gibt doch auch einige gute Orthopädenempfehlungen von Patienten, die aber leider nicht hier im SIF mitschreiben. Die könnte man hier doch sozusagen auch mal "testen", und sie dann gegebenenfalls in diese zweite (oder irgendwann sogar in die erste?) Rubrik aufzunehmen. Ich würde mich auch bereit erklären, nach anderen Empfehlungen außerhalb des SIFs zu suchen. War aber nur so ein Geistesblitz....
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Beitrag von BZebra »

Ulaschatz hat geschrieben:Ich würde mich auch bereit erklären, nach anderen Empfehlungen außerhalb des SIFs zu suchen. War aber nur so ein Geistesblitz....
Wenn du spontan Stellen im Netz kennst, wo es solche Sammlungen gibt, dann wären Links dazu super.

Im Endeffekt muss es dafür ja eh "nur" ein intelligenter, logisch denkender, praktischer, bodenständiger und uneitler Arzt sein, für den es normal ist, Grenzen zu haben und die auch zuzugeben.
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Beitrag von Lynn »

Mir fallen da gerade etwa 3 ein. Ich such die mal raus. Ich hoffe, sie werden diesen bescheiden Ansprüchen genügen :D .
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Beitrag von Klaus »

ula hat geschrieben:Es gibt doch auch einige gute Orthopädenempfehlungen von Patienten, die aber leider nicht hier im SIF mitschreiben.
Wenn ich das richtig verstanden habe, geht es da um "Weiterversorgungs-Orthopäden", richtig?

Ich habe aber erst mal das bereits angesprochene Problem, dass die besonders von J.-Maria angesprochene Versorgung in Berlin noch nicht für die Nennung als überregionale kompetente Versorgung in Frage kommt, weil Details fehlen.
Schade, das es da einfach nicht weitergeht!

Und für die Versorgung mit Korsetts in Lübeck müsste man bei Erwachsenen auch wissen, welcher Orthopäde das unterstützt.

Ich möchte diesen überregionalen Post erst dann einstellen, wenn wirklich genügend Erfahrungen mit einigen kompetenten Orthopäden vorliegen.
Das finde ich erst mal wichtiger, weil ich die Diskussion um Dr. Hoffmann so langsam leid bin :) und man das ja auch ändern kann.

Also J.-Maria, chilli-pepper und Tomma, wie sieht es denn nun in Berlin und Hamburg für eine überregionale Rundumversorgung aus? Welche Einschränkungen gibt es?

Und dann können wir auch parallel an die
"intelligenten, logisch denkenden, praktischen, bodenständigen und uneitlen Ärzte" :D in den Regionen denken, wo wir das Baukastenprinzip anwenden können.

Gruss
Klaus
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Beitrag von chilli-pepper »

Hallo Klaus,

habs verstanden! :eek:
Werde morgen nochmal in der Praxis anrufen wegen der WS-Ganzaufnahmen.
Dann sehen wir weiter.

Gruss chilli-pepper
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Beitrag von Klaus »

Chilli-pepper hat geschrieben:habs verstanden!
Eigentlich steht an erster Stelle J.-Maria, die hat ja nun in der heissen Diskussion zu Dr. Hoffmann sehr für die Berliner Orthopäden geworben, um es mal harmlos auszudrücken. :D

Aber jetzt bist Du erst mal die Frau für Berlin und Umgebung. :ja:

Viele Grüsse
Klaus
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