@Peter und Virtuelle: falls ihr mir da widersprechen wollt- gerne. Trotz allem werd ich das Thema kurz anschneiden, denn der Grundsatz ist ohnehin schon genannt worden und ich finde ihn gerade für Menschen wie uns mehr als passend:
"Das Glas ist nicht halbleer sondern halbvoll" (Ich glaube, dass das Dalia war).
Natürlich kann man eine Skoliose nicht schön reden und Schmerzen nicht weg denken. So könnte man Virtuelles Posting auch verstehen. Und natürlich kann man keinen Kranken dafür verantwortlich machen, dass er zu wenig Hilfe von seinen Ärzten bekommt.
Aber das sollte doch gar nicht der Punkt sein, über den man diskutiert. Es geht nicht um Schuld, oder doch?
Aber die positive Psychologie strebt ganz entscheidend danach, in dem Fall den Patienten aus seiner Opferrolle heraus zu holen. Tatsächlich sehen sich die meisten Menschen (so wie ich am Anfang auch) zunächst hilflos ihrer "Krankheit" (sorry, B-Zebra) gegenüber und schieben die Verantwortung dafür ihrem Arzt zu. Das ist doch völlig natürlich und überhaupt nicht verwerflich.
Ich meine damit, dass man sich am Anfang doch meist erstmal "klein" fühlt und eher dazu tendiert, nach Hilfe zu bitten. Je stärker dieses Gefühl ist, desto größer die Enttäuschung, wenn bestimmte Erwartungshaltungen nicht erfüllt werden - logisch. Und ebenfalls logisch ist, dass es schlechte Ärzte gibt, bei denen alle Mühe umsonst ist. Wurde auch schon genannt.
Dennoch lohnt es sich hier, dem Hilfesuchenden klar zu machen, dass er einen entscheidenden Anteil daran hat, wie sich seine gesundheitliche Zukunft darstellt. Er kann eindeutig nichts schlechter machen, wenn er diese Chance nicht wahrnimmt! Die Schuldfrage ist also Fehl am Platz. Aber er kann doch einiges zur Verbesserung beitragen. Er ist also kein Opfer. Er kann sich Wissen aneignen und seine Ärztsuche damit effizienter gestalten. Er kann die Diagnose vielleicht sogar als Chance entdecken, seinen Körper nun völlig neu kennen zu lernen und mehr daraus zu machen. Er ist keinen schlechten Orthopäden ausgeliefert!
Ich finde die Idee also gar nicht so schlecht, dass man gerade am Anfang bei Neulingen den Fokus etwas von den (zum Teil wirklich) "faulen Orthopäden" nimmt und diese schlecht macht und sich stattdessen noch mehr auf die Person selbst konzentriert (was im Übrigen auch sehr oft hier gemacht wird, Peter). Man würde sich wundern, wie völlig anders ein Arzttermin aussehen kann, wenn ein und der selbe Patient mit neuem Kampfesmut Wochen nach der Diagnose im Arztzimmer sitzt. Auch Ärzte erkennen mündige Patienten. Das habe ich in den letzten Jahren oft selbst erproben dürfen.
Was haltet ihr davon? Ich hoffe, ich habe Virtuelle und Peter ansatzweise richtig interpretiert (bitte melden!
@Virtuelle: ich finde den Versuch, jemanden auf seine Selbstheilungskräfte einzustimmen, sehr löblich. Dennoch gibt es hier einen riesigen Haken. Die Parole "versuche dich in deinen Körper hineinzufühlen" o.ä. funktioniert nur bei sehr wenigen Menschen. Wie du selbst ja schon erkannt hast, lernt das kaum ein Kind mehr und als Erwachsener wird es dann immer schwerer. Viele schaffen es ihr Leben lang nicht. Hier sollte vielleicht ein etwas anderer Denkanstoß her. Hast du vielleicht eine Idee?
Deine Krankheitssymptome lassen mich übrigens an etwas anderes denken... Mir scheint, als ob bei dir auch nicht alle Ressourcen ausgeschöpft sind. Überlege dir vielleicht doch noch, ob du dich hier nicht registrieren möchtest, und wenn es nur zu dem Zweck ist, dass ich dir dies bezüglich eine PN schreiben kann, die ganz "geheim" ist
Ganz liebe Grüße, Ula
(Hoffe, ich konnte etwas zur Kompromissbildung beitragen)




