Erwachsenenkorsett - Voraussetzungen?

Alles zur Korsett-Therapie für Jugendliche und Erwachsene bei Skoliose, Morbus Scheuermann, Kyphose ...
minimine
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Beitrag von minimine »

Hallo Klaus,
Eigentlich wollte ich zu diesem leidigen Theme gar nichts mehr schreiben. Ich habe mich am Anfang als ich hier im Forum war, durch ähnliche Einträge ziemlich verunsichern lassen, aber was hat mir das gebracht? Gar nichts!!!
Ich fände es aber schade, wenn Du diese intensive und für mich auch sehr konstruktive Diskussion so auffassen würde.
Ich meinte damit eher weniger diese spezielle Diskussion, sondern ich wollte allg. zu diesem Thema nichts mehr schreiben, konnte mich dann eben doch nicht zurückhalten. Ich weiß eben noch wie es bei mir damals war. Die Folge war, dass ich fast einen ganzen Monat das Korsett, wenn überhaupt nur nachts trug. Deswegen schrieb ich auch, dass es mir gar nichts gebracht hat, denn letztendlich musste ich mich persönlich wieder neu motivieren. Hängt aber sicherlich auch mit meiner sehr individuellen Situation zusammen, dass ich nun mal keine Alternative habe (außer OP).
Vielleicht ist es ja zu egoistisch, aber solche Diskussionen bringen mich immer grundsätzlich weiter, weil sie mich selbstverständlich auch mal temporär schon verunsichern können.
Nein, egoistisch finde ich diesen Gedanken nicht, wobei mit jetzt aber nicht ganz klar ist, weshalb es bei dir zur Verunsicherung kommt. Ich meine, du kommst doch super klar mit Schroth und deinem Fitnesstraining. Oder denkst du etwa auch über ein Korsett nach? :D
Wäre ich nicht so, hätte Toni vor längerer Zeit leichtes Spiel gehabt, mich von einem Korsett sofort zu überzeugen.
Vielleicht hast du mich falsch verstanden, aber mir geht es ganz und gar nicht darum, jemanden von einem Korsett zu „überzeugen“. Ich kann hier lediglich von meinen Erfahrungen berichten und schreiben, was ich über das Thema denke. Und meine Erfahrungen unterscheiden sich nunmal von deinen, was ich aber in keinster Weise negativ finde, sondern eher nützlich hier fürs Forum.
Im übrigen finde ich Deine Beiträge hier im Forum schon ungewöhnlich gut. Und das ist sicherlich auch durch deine anfängliche Verunsicherung entstanden, die Du bei den "Newbies" schon gut nachvollziehen kannst.
Dankeschön :embarrassed: . Ich fühle mich hier auch wohl (so leicht werdet ihr mich nicht los :D ). Na wenn du es so siehst, hatte die Verunsicherung vielleicht doch noch was Gutes. ;D
Nun ja, dies ist wirklich eine spezielle Diskussion, die von cassia vielleicht noch im Hintergrund gelesen wird, aber sicherlich auch von vielen anderen auch, die das als Grundlage für Gedankenprozesse nehmen, die aber möglicherweise noch nicht direkte Entscheidungshilfe bedeutet.
Na ich hoffe doch, dass wir Cassia nicht vergrault haben. :/
Eigentlich ist dies hier schon eher eine "OFFLINE-Experten-Diskussion", die man besser persönlich besprechen sollte.
Hab ja nun schon einige aus dem Forum persönlich kennenlernen dürfen :D , würde mich natürlich aber auch freuen, wenn ich dich mal persönlich kennenlernen würde. Vielleicht ergibt sich ja mal die Möglichkeit, dann können wir ausführlichst über das Thema weiterdiskutieren ;D . Bis dahin muss einfach das Forum dafür herhalten :D .
Im Grunde sind wir uns doch in den meisten Dingen einig und jetzt tauchte nur noch der Begriff der Motivation auf, die von uns zu leisten sei.
Gut, gehen wir mal die Motivation an. Klar, jeder muss sich in allererster Linie erstmal selbst motivieren (wenn man das nicht aufgrund der Schmerzen nicht sowieso schon ist). Aber es gibt nunmal Momente, in denen man einfach unmotiviert ist. Auch da kann man dann nicht einfach auf die Möglichkeit eines weniger korrigierenden Koresetts hinweisen, wenn das vielleicht gar nicht das Problem ist.
Meine Motivationslücken kamen einmal durch die Verunsicherung hier im Forum, dann durch die negative Entwicklung der Skoliose an sich und natürlich durch die Alltagsprobleme wie Kleidung, Bewegungseinschränkung etc. Also nichts, was man mit einem weniger korrigierenden Korsett nicht auch haben könnte. Das meinte ich auch oben, dass ich es nunmal wichtiger finde, dass das Korsett überhaupt getragen wird, anstatt zu philosophieren, ob nicht ein Korsett mit weniger Korrektur besser wäre.
Ich meine mit Motivation auch nicht, grundsätzlich die Newbies für ein Korsett zu überzeugen, sondern lediglich bei einem bereits vorhandenen Korsett etwas zu unterstützen.
Beispiel: Ich habe zwar momentan überhaupt keine Probleme mit dem Korsett, trotzdem habe ich mich letze Woche gefreut, dass Dr. Hoffmann und Rahmouni mich für meine Tragezeit gelobt haben, was mir auch wieder neue Motivation gab. Dies hatte komischerweise auch Auswirkungen auf meine Schroth-Motivation, die seitdem wieder etwas gestiegen ist (war bei nahezu 0). Desweitern motiviere ich mich auch durch dieses Forum (wenn es mich nicht gerade verunsichert). Gehört zwar jetzt nicht hierher, aber ich war gestern z.B. dabei einen neuen Reha-Antrag auszufüllen. Und da war die Frage enthalten, ob man z.B. an einer Selbsthilfegruppe teilnimmt, um neben den verordneten Therapien etwas für sich zu tun. Ich war schon fast dazu geneigt, auch das Forum anzugeben, habs dann aber doch gelassen.

Ich würde mir hier einfach wünschen, wenn jemand ins Forum kommt und über Probleme oder eine nicht vorhandene Motivation berichtet, dass man ihn dann wieder etwas aufmuntert und ihn wieder positiver aufs Korsett stimmt. Die Zahl der Korsettabbrecher ist sicherlich eine Dunkelziffer, aber vielleicht könnte man diese durch mehr Motivation senken. Diejenigen brauchen dann einfach nicht noch mehr Verunsicherung über das Korsett.
Gottseidank hat sich die Differenzierung bei den Erwachsenen Korsetten mittlerweile schon so gut durchgesetzt, dass bei allen Interessierten die hohe Eigenverantwortung für so ein Korsett erst einmal grundsätzlich klar sein sollte.
Was meinst du jetzt mit Eigenverantwortung? Ich glaube, ich habe nicht mehr Eigenverantwortung, als ein Jugendlicher, der sich seiner Situation bewusst ist, auch. Dazu gehört, die Chance, die mir mit dem Korsett gegeben wurde zu nutzen, und das Korsett auch zu tragen, regelmäßig zu den Kontrollterminen zu geben und nicht zuletzt natürlich die KG. Was ich dazu brauche, ist aber Motivation.

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Beitrag von Klaus »

Hallo minimine,

oh je, in dieser online Diskussion kommt es doch sehr schnell zu Mißverständnissen.
minimine hat geschrieben:
Klaus hat geschrieben:Vielleicht ist es ja zu egoistisch, aber solche Diskussionen bringen mich immer grundsätzlich weiter, weil sie mich selbstverständlich auch mal temporär schon verunsichern können.
Nein, egoistisch finde ich diesen Gedanken nicht, wobei mit jetzt aber nicht ganz klar ist, weshalb es bei dir zur Verunsicherung kommt. Ich meine, du kommst doch super klar mit Schroth und deinem Fitnesstraining. Oder denkst du etwa auch über ein Korsett nach?
Ich bin wahrscheinlich viel theoretischer und allgemeiner in dieser Diskussion, als Du, weil es generell oft nicht um meine konkrete Situation geht, wenn ich Stellung beziehe.
Deshalb hinterfrage ich die Dinge immer wieder und passe sie dann möglicherweise auch immer wieder an. Das hat auch etwas mit Verunsicherung zu tun, die manchmal auftritt, wenn ich merke, dass meine Argumentation für mich nicht 100% schlüssig ist.
Die Korsett Frage ist für mich selbst erst mal abgeschlossen, was nicht heissen soll, dass das später schon eine Rolle spielen könnte, allerdings dann wohl altersbedingt. Aber die Überzeugungskraft von Toni war zu dem Zeitpunkt schon sehr hoch und vermutlich hätte jeder andere das persönlich auch geschafft. Wohlgemerkt, es war eine Zeit, wo ich aus jetziger Sicht die Konsequenzen noch nicht richtig realisiert hatte, obwohl ich schon eine Weile im Forum war !
Und deswegen habe ich ja auch betont, dass die Diskussion damals viel weniger differenziert war und kaum jemand eindeutig davon gesprochen hatte, dass eine "Begradigung" grundsätzlich nicht möglich ist.
minimine hat geschrieben:
Klaus hat geschrieben:Gottseidank hat sich die Differenzierung bei den Erwachsenen Korsetten mittlerweile schon so gut durchgesetzt, dass bei allen Interessierten die hohe Eigenverantwortung für so ein Korsett erst einmal grundsätzlich klar sein sollte.
Was meinst du jetzt mit Eigenverantwortung? Ich glaube, ich habe nicht mehr Eigenverantwortung, als ein Jugendlicher, der sich seiner Situation bewusst ist, auch.
Ich denke schon, dass es einen grundsätzlichen Unterschied zwischen Kindern/ Jugendlichen und Erwachsenen in der Frage der Eigenverantwortung gibt.
Selbstverständlich müssen beide Gruppen das Korsett auch ausreichend tragen, aber der Sinn des Korsetts ist nach meiner Meinung ganz unterschiedlich. Deshalb kann ich ein Kind auch durchaus motivieren, wenn das Korsett sozusagen als allgemein anerkannte Korrektur-Maßnahme bis hin zur vollständigen Normalstellung dient. Auch in Fällen, wo man als Aussenstehender das Gefühl hat, dass hier jemand regelrecht gequält wird, weil eben die Motivation fehlt.

Bei Erwachsenen bleibt das aber weiterhin ein Experiment!
Ich kann jemand auch ermuntern, dieses Experiment durchzuführen, aber ich kann unmöglich jemand motivieren, wenn es Probleme gibt, die ich online nicht einschätzen kann.
Ich hoffe, Du verstehst diesen Unterschied, den ich ganz allgemein und ausdrücklich nicht auf Dich bezogen mache.

Ein Erwachsenen-Korsett, dessen individuelle Wirkung ich bestenfalls nur bei mir selber einschätzen kann (und das eigentlich auch nur unter Vorbehalt) kann ich unmöglich in der Form begleiten, dass ich Motivationshilfe leiste, wenn es Probleme gibt. Ich weiß doch gar nicht, ob das Korsett wirklich auf Dauer gut für den Träger ist.
Und ich meine hier nicht temporäre Trage-Unlust oder vermeidbare Druckstellen usw., sondern die grundsätzliche Anwendung!

Das muss derjenige wirklich selbst einschätzen. Deswegen auch die hohe Eigenverantwortung, die nach meiner Meinung auch den Orthopäden und den Korsettbauer entlasten muss, wenn es Probleme gibt, weil es eben ein Experiment ist. Das ist schon etwas anders, als bei Kindern und auch Jugendlichen.
Dr. Steffan weiß schon genau, warum er da so vorsichtig ist. Wenn es nämlich Probleme gibt, dann wird er schnell in die Verantwortung gezogen und wenn er es ablehnt, dann wird er eben in diesen Dingen als nicht kompetent eingestuft.

Damit es nicht wieder Mißverständnisse gibt :) , ich schätze Dich mittlerweile schon so ein, dass Du genau weißt, was Du tust. Und es sieht ja auch so aus, dass Deine Korsett-Therapie mittlerweile in diesem Thread so konkret (ich habe das noch nie so gelesen) beschrieben wurde, dass ich Dich schon motivieren möchte, dies intensiv weiter zu tun. Schon deshalb, um weitere Erfolgsmeldungen lesen zu können. :D

Aber das kann man nun wirklich nicht auf alle anderen übertragen.

Gruss
Klaus
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Beitrag von minimine »

Hallo Klaus,
Ich bin wahrscheinlich viel theoretischer und allgemeiner in dieser Diskussion, als Du, weil es generell oft nicht um meine konkrete Situation geht, wenn ich Stellung beziehe.
Nicht böse sein, aber das liegt wahrscheinlich daran, dass du diesbezüglich keine eigene praktische Erfahrung (mit Korsett) hast. Sorry, wenn ich mich auf meine Erfahrung beziehe, ich dachte, das Forum lebt von konkreten Erfahrungsberichten?!
Ich denke schon, dass es einen grundsätzlichen Unterschied zwischen Kindern/ Jugendlichen und Erwachsenen in der Frage der Eigenverantwortung gibt.
Selbstverständlich müssen beide Gruppen das Korsett auch ausreichend tragen, aber der Sinn des Korsetts ist nach meiner Meinung ganz unterschiedlich. Deshalb kann ich ein Kind auch durchaus motivieren, wenn das Korsett sozusagen als allgemein anerkannte Korrektur-Maßnahme bis hin zur vollständigen Normalstellung dient. Auch in Fällen, wo man als Aussenstehender das Gefühl hat, dass hier jemand regelrecht gequält wird, weil eben die Motivation fehlt.
Nochmal, was verstehst du konkret unter Eigenverantwortung. Der unterschiedliche Sinn in einer Korsettversorgung bei Jugendlichen und Erwachsenen hat ja nichts mit Eigenverantwortung zu tun.
Ich kann jemand auch ermuntern, dieses Experiment durchzuführen, aber ich kann unmöglich jemand motivieren, wenn es Probleme gibt, die ich online nicht einschätzen kann
.
Ja den Unterschied verstehe ich schon, aber den Hintergrund nicht. Du würdest also jemanden ermuntern eine Korsetttherapie durchzuführen. Aber wenn es Probleme jeglicher Art gibt würdest du ihm nicht weiterhelfen wollen? Man kann ja nachfragen, was der Grund für das Problem ist, ohne dieses gleich auf eine zu „hohe“ Korrektur abzuschieben.
Ein Erwachsenen-Korsett, dessen individuelle Wirkung ich bestenfalls nur bei mir selber einschätzen kann (und das eigentlich auch nur unter Vorbehalt) kann ich unmöglich in der Form begleiten, dass ich Motivationshilfe leiste, wenn es Probleme gibt. Ich weiß doch gar nicht, ob das Korsett wirklich auf Dauer gut für den Träger ist.
Und ich meine hier nicht temporäre Trage-Unlust oder vermeidbare Druckstellen usw., sondern die grundsätzliche Anwendung!
Verstehe ich jetzt wieder nicht. Bei der Frage pro/contra Korsett kommt es doch noch gar nicht zu Motivationsproblemen?! Klar weißt du nicht, ob das Korsett für denjenigen gut ist, aber derjenige scheint sich nunmal dafür entschieden zu haben. Du weißt aber auch nicht, ob es nicht sogar notwendig ist.
Damit wir uns nicht wieder missverstehen, was verstehst du denn grundsätzlich unter „Motivationshilfe“?
Deswegen auch die hohe Eigenverantwortung, die nach meiner Meinung auch den Orthopäden und den Korsettbauer entlasten muss, wenn es Probleme gibt, weil es eben ein Experiment ist. Das ist schon etwas anders, als bei Kindern und auch Jugendlichen.
Sorry, aber ich weiß auch hier nicht, was du meinst. Wenn ich Probleme mit meinem Korsett habe, dann gehe ich doch zum Orthopäden und/oder OT. Allein deswegen ja schon die regelmäßigen Kontrolltermine, bei denen die erste Frage immer lautet, ob es Probleme gibt! Diese werden dann besprochen und versucht zu ändern. Das unterscheidet sich nicht von Kindern und Jugendlichen. Sorry, wenn ich wieder von mir berichte, aber auch ich wurde von Rahmouni schonmal wegen zu geringen Tragezeiten gerügt (was auch gewirkt hat :D ), auch hier ähnlich wie bei Jugendlichen.
Dr. Steffan weiß schon genau, warum er da so vorsichtig ist. Wenn es nämlich Probleme gibt, dann wird er schnell in die Verantwortung gezogen und wenn er es ablehnt, dann wird er eben in diesen Dingen als nicht kompetent eingestuft.
Wenn Dr. Steffan so vorsichtig ist, warum ist es dann er, der ein Korsett verordnet, aber gleichzeitig eine ziemlich schnelle Abschulung anstrebt? Hieß es hier nicht schon, die Abschulung ist nicht ohne Probleme machbar? Wieso dann so schnell? (Bei dem von Dr. Steffan angestrebten Zeitraum für mich, hat sogar der Arzt in der Uni-Klinik mit dem Kopf geschüttelt).
Bitte nicht falsch verstehen, ich schätze Dr. Steffan als Mensch und Arzt sehr und würde ihn auch ohne weiteres wieder aufsuchen, weil ich denke, dass er ein Arzt ist, mit dem man reden kann. Aber wenn ich auf ihn gehört hätte, dann wäre ich bereits operiert (die Empfehlung hierzu stand ja auch gleich unter der Korsettempfehlung im selben Arztbericht). Deshalb sehe ich die Aussagen Dr. Steffans vielleicht auch etwas anders als du.
Damit es nicht wieder Mißverständnisse gibt , ich schätze Dich mittlerweile schon so ein, dass Du genau weißt, was Du tust.
Ich glaube, du schätzt mich richtig ein. Kommt einfach daher, dass ich schon sehr viel praktische Erfahrung gesammelt habe (Bad Sobernheim, Bad Salzungen, Dr. Hoffmann, Dr. Steffan, nächstgelegene Uni-Klinik, Rahmouni-Korsett, Korsett eines anderen OT´s …). Da wäre es ja schlimm, wenn ich das immer noch nicht wüsste.
Schon deshalb, um weitere Erfolgsmeldungen lesen zu können.
Aber das kann man nun wirklich nicht auf alle anderen übertragen.
Welche Erfolgsmeldungen? Von richtigen Erfolgen habe ich doch noch gar nicht berichtet. Erfolg ist individuell und auch subjektiv, deshalb kann man ihn nicht übertragen, was man aber übertragen kann, ist die Tragemotivation, die andere sicherlich auch so hinbekommen könnten. ;)

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Beitrag von Klaus »

Eigentlich viel zu heiss, um hier konzentriert einen Dialog weiterzuführen :D
minimine hat geschrieben:Nicht böse sein, aber das liegt wahrscheinlich daran, dass du diesbezüglich keine eigene praktische Erfahrung (mit Korsett) hast. Sorry, wenn ich mich auf meine Erfahrung beziehe, ich dachte, das Forum lebt von konkreten Erfahrungsberichten?!
Völlig logisch, dass ein Korsetträger mit entsprechenden Erfahrungen kompetenter ist, als jemand wie mich, der diese Erfahrungen z.Bsp. auch mit Äusserungen in Workshops kombiniert und versucht, ein eigenes Fazit daraus zuziehen.
Und da nehme ich gerade bei den "Newbies" schon mal Stellung.
Nochmal, was verstehst du konkret unter Eigenverantwortung. Der unterschiedliche Sinn in einer Korsettversorgung bei Jugendlichen und Erwachsenen hat ja nichts mit Eigenverantwortung zu tun.
Ok, da liegen wir mit unseren Meinungen auseinander. Ich denke schon, dass das Erwachsenen-Korsett ein Experiment ist, was in der besonderen Eigenverantwortung liegt. Nicht umsonst gibt es von den wenigen kompetenten Ärzten noch weniger, die so eine Korsett-Therapie unterstützen. Für mich ist das zur Zeit in erster Linie eine durchaus gerechtfertigte Vorsicht, der man natürlich individuell ganz persönlich entgegentreten kann. Nur dann liegt es ja in meiner besonderen Eigenverantwortung.
Aber wenn es Probleme jeglicher Art gibt würdest du ihm nicht weiterhelfen wollen? Man kann ja nachfragen, was der Grund für das Problem ist, ohne dieses gleich auf eine zu „hohe“ Korrektur abzuschieben
.
Dazu hatte ich ja geschrieben:
Klaus hat geschrieben:Und ich meine hier nicht temporäre Trage-Unlust oder vermeidbare Druckstellen usw., sondern die grundsätzliche Anwendung!
Gut, da könnte ein erfahrener Korsett Träger herausfinden, ob nicht doch ein zu hoher Korrekturdruck die Ursache ist. Wir haben ja festgestellt, dass dies individuell unterschiedliche Auswirkungen haben kann. Und ich weiß auch nicht, ob wirklich immer nur zusätzliche Beschwerden ein Indiz für einen Fehler sind. Immerhin habe ich jahrzehntelang falsch trainiert, ohne dass mich Schmerzen gewarnt hätten. Die kamen nur ganz allmählich.

Der Vergleich hinkt ein bischen, aber das spielt bei mir schon eine gewisse Rolle.
Du würdest also jemanden ermuntern eine Korsetttherapie durchzuführen. Aber wenn es Probleme jeglicher Art gibt würdest du ihm nicht weiterhelfen wollen?
Nochmal, ich würde ihn ermuntern, dieses Experiment mit allen gut durchdachten Konsequenzen zu machen, mehr kann ich von meiner Seite nicht tun.
Da können dann in der Tat die Korsett-Träger weiterhelfen, wo ich dann mit der besonderen Eigenverantwortung wieder aus dem Spiel bin. Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er die Tipps annimmt oder das Korsett einfach weiterträgt. Nach meiner Meinung liegt Rahmouni auch nicht immer richtig und z.Bsp. Dr. Hoffmann vertraut ganz auf ihn.
Damit wir uns nicht wieder missverstehen, was verstehst du denn grundsätzlich unter „Motivationshilfe“?
Nach dem bereits gesagten, ist das für mich die "Anfangs-Motivation" für das Experiment. Die Motivation von Korsett-Trägern bezüglich "eindeutigen Alltags-Problemen" finde ich schon ok. Die Motivation bei grösseren Problemen und besonderen Schmerzen oder sogar unbekannten Phänomenen sehe ich als kritisch an. Schon deshalb, weil ich gar nicht weiß, ob in dem entsprechenden Thread wirklich alles gesagt wird. Immerhin gibt es auch Leute, die in einem stark korrigierenden Korsett eine gewisse Lust verspüren, die eine Einschätzung sehr schwer macht.
Und wenn so jemand als Tipp-Geber auftritt, ist widerum die kritische Einstellung des Tipp-Empfängers unbedingt notwendig.
Aber wenn ich auf ihn gehört hätte, dann wäre ich bereits operiert (die Empfehlung hierzu stand ja auch gleich unter der Korsettempfehlung im selben Arztbericht). Deshalb sehe ich die Aussagen Dr. Steffans vielleicht auch etwas anders als du.
Ich habe nur die Vorsicht erwähnt, immerhin verordnet er ja korrigierende Korsette, wenn man das ausdrücklich will und legt das nach meiner Ansicht ganz in die Hände des Patienten. Die Entscheidung für so ein Korsett und auch für eine OP sollte immer ganz bei dem Patienten selber liegen. Deshalb sind solche Empfehlungen, egal ob Dr. Steffan oder Dr. Hoffmann immer sehr kritisch zu sehen.
Das macht doch die Sache so schwierig, weil man gerade am Anfang überhaupt keinen Durchblick hat. An dieser Stelle kann ich nur online dazu auffordern, immer wieder darüber nachzudenken, Meinungen zu hören und mit zu diskutieren.
Welche Erfolgsmeldungen? Von richtigen Erfolgen habe ich doch noch gar nicht berichtet.
Ich finde die Auswirkungen Deines Korsetts schon bemerkenswert.
Erfolg ist individuell und auch subjektiv, deshalb kann man ihn nicht übertragen, was man aber übertragen kann, ist die Tragemotivation, die andere sicherlich auch so hinbekommen könnten.
Na ja, Du weisst aber, dass Dein Rücken schon in einer besonderen Situation ist.
Aber trotzdem, die Anfangs-Motivation zum Experiment kann ich schon geben. :D

Gruss
Klaus
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Beitrag von minimine »

Hallo Klaus,
Eigentlich viel zu heiss, um hier konzentriert einen Dialog weiterzuführen
Na wenn dir schon zu heiß ist, dann denk doch erstmal an die armen Korsettträger! :D
Ok, da liegen wir mit unseren Meinungen auseinander. Ich denke schon, dass das Erwachsenen-Korsett ein Experiment ist, was in der besonderen Eigenverantwortung liegt.
Ich habe doch nie gesagt, dass es kein Experiment ist (auch wenn ich es etwas anders betiteln würde). Meiner Meinung nach ist sowohl Korsett, als auch Schroth ein Behandlungsversuch, der helfen kann oder auch nicht. Nochmal, es gibt auch Patienten, die mit Schroth nicht klarkommen oder deren Situation sich damit sogar verschlechtert (sowohl in BaSa, als auch in BaSo vorgekommen!)

Nur hast du mir immer noch nicht gesagt, was du nun unter Eigenverantwortung verstehst? Meinst du damit, dass der Patient es selbst zu verantworten hat, wenn sich etwas verschlechtert? Oder meinst du damit schlichtweg die Entscheidung für und wieder eines Korsetts?
Nicht umsonst gibt es von den wenigen kompetenten Ärzten noch weniger, die so eine Korsett-Therapie unterstützen. Für mich ist das zur Zeit in erster Linie eine durchaus gerechtfertigte Vorsicht, der man natürlich individuell ganz persönlich entgegentreten kann.
Naja, die Frage ist ja aber, ob die überhaupt soweit denken. Die haben das halt irgendwann im Studium mal von einem Uralt-Professor gehört, dass eine Skoliose nur im Wachstumsalter behandelt werden kann und geben das nun weiter. Und das hat dann ja mit Vorsicht nichts zu tun. Zudem gilt unter diesen weniger kompetenten Ärzten sowieso nur das Ziel des Aufhaltens der Progredienz, auch bei Kindern und Jugendlichen. Geschweige denn, dass die es überhaupt mal versucht haben, Erwachsenen mit Korsett zu versorgen.
Gut, da könnte ein erfahrener Korsett Träger herausfinden, ob nicht doch ein zu hoher Korrekturdruck die Ursache ist. Wir haben ja festgestellt, dass dies individuell unterschiedliche Auswirkungen haben kann. Und ich weiß auch nicht, ob wirklich immer nur zusätzliche Beschwerden ein Indiz für einen Fehler sind.
Tatsächlich herausfinden, ob es am zu hohen Korrekturdruck liegt kann nur der Techniker oder Arzt, der den Korsettträger behandelt. Und wie gesagt, es spricht ja nichts dagegen, zu sagen, dass man etwas weniger Druck möchte, dann wird die Pelotte eben abgeschliffen und/oder man trägt das Korsett nicht ganz so eng.

Klar, ich z.B. bin jetzt beschwerdefrei und weiß auch nicht, wie das Ganze in einem oder zehn Jahren aussieht. Aber ich lebe im hier und jetzt, und jetzt geht es mir besser. Man weiß ja auch nicht, wie sich das ganze ansonsten entwickeln würde. Vielleicht wären die Beschwerden dann sogar noch größer.
Immerhin habe ich jahrzehntelang falsch trainiert, ohne dass mich Schmerzen gewarnt hätten. Die kamen nur ganz allmählich.
Auch du weißt nicht, wie deine Schmerzen gewesen wären, hättest du dieses „falsche“ Fitnesstraining nicht gemacht, vielleicht auch noch schlimmer?
Die Motivation bei grösseren Problemen und besonderen Schmerzen oder sogar unbekannten Phänomenen sehe ich als kritisch an.
Es sollte hier aber auch nicht vergessen werden, dass Schmerzen am Anfang durchaus normal sind und zwar solange, bis man sich auch ans Korsett gewöhnt hat. Auch bei Schroth können die Schmerzen am Anfang erstmal zunehmen (war bei mir zumindest so). Man sollte hier also schon differenzieren zwischen jemanden, der sich noch nie ans Korsett gewöhnen konnte und Schmerzen hat und jemanden, der Schmerzen hat, obwohl er die abgemachte Tragezeit bereits erreicht hat.
Wenn sich hier also jemand noch gar nicht richtig dran gewöhnt hat, dann kann man auch nicht davon sprechen, dass es am zu hohen Druck liegt. Klar, der Druck kann die Ursache für die schleppende Eingewöhnung sein, aber da muss man dann eben Geduld haben oder halt nochmal zum OT gehen. Ich habe hier manchmal das Gefühl, dass dies oft nicht so gehandhabt wird, sondern das Korsett lieber in die Ecke gestellt wird.
Schon deshalb, weil ich gar nicht weiß, ob in dem entsprechenden Thread wirklich alles gesagt wird. Immerhin gibt es auch Leute, die in einem stark korrigierenden Korsett eine gewisse Lust verspüren, die eine Einschätzung sehr schwer macht.
Und wenn so jemand als Tipp-Geber auftritt, ist widerum die kritische Einstellung des Tipp-Empfängers unbedingt notwendig.
Ich weiß jetzt nicht, ob ich das richtig interpretiert habe. Gibt es denn hier so jemanden? :gruebel:
Ich finde die Auswirkungen Deines Korsetts schon bemerkenswert.
Welche Auswirkungen meinst du denn? Ich weiß gar nicht mehr, wann ich das letzte mal was über meinen Behandlungsverlauf geschrieben habe. Und dann weiß ich jetzt auch nicht, ob ich das hier geschrieben habe oder im Chat. Vielleicht mache ich demnächst mal ein kleines Update.
Na ja, Du weisst aber, dass Dein Rücken schon in einer besonderen Situation ist.
Ja weiß ich, aber ist nicht jeder Rücken in einer individuellen Situation, so dass man nur die Rahmenbedingungen übertragen kann, nicht aber die Feinheiten?!

Was meinst du, sollten wir hier nicht langsam mal zum Abschluss kommen? Auch wenn es wohl immer wieder zu solchen Diskussionen kommen wird und es auch immer wieder Weiterentwicklungen und neue Erkenntnisse geben wird.

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Beitrag von Klaus »

minimine hat geschrieben:Was meinst du, sollten wir hier nicht langsam mal zum Abschluss kommen?
Oh gern, ich reduziere das mal auf folgendes und lasse mal die reine Schmerzbekämpfung aussen vor:
Na wenn dir schon zu heiß ist, dann denk doch erstmal an die armen Korsettträger!
Deswegen trage ich ja auch keins, weil das bei mir ein Hauptargument gegen Lebensqualität ist. :D
Nur hast du mir immer noch nicht gesagt, was du nun unter Eigenverantwortung verstehst? Meinst du damit, dass der Patient es selbst zu verantworten hat, wenn sich etwas verschlechtert? Oder meinst du damit schlichtweg die Entscheidung für und wieder eines Korsetts?
Ich glaube, dass man bei einem Erwachsenen-Korsett generell die Eigenveranwortung hat, sowohl bei der Entscheidung, als auch beim Tragen incl. möglicher nicht gewollter Nebenwirkungen.
Man kann das natürlich bezüglich des OT minimieren, in dem man auf hohe Erwachsenen-Kompetenz setzt, aber ich glaube nicht, dass Rahmouni (als dann offensichtlich einzigster) im Fall des Falles aufgrund einer Klage in die Verantwortung zu ziehen ist.
Es ist lediglich eine Vertrauensbasis, die man aber trotzdem ständig hinterfragen muss.

Somit sind die Auswirkungen zur Zeit beim Erwachsenen nach meiner Ansicht sehr viel schwerer einzuschätzen, als bei Kindern und Jugendlichen.

Gruss
Klaus
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