Scheuermann hat in der Regel Skoliose zur Folge?

Infos zu weiteren WS-Deformitäten, die mit Skoliose zusammen oder alleine auftreten
Antworten
scheuerfrauchen

Scheuermann hat in der Regel Skoliose zur Folge?

Beitrag von scheuerfrauchen »

Hallo,

muss gerade mich zu bestimmten Themen bzgl. folgender 2 Thesen äußern - nur eine von beiden soll richtig sein:

1. M. Scheuermann kann zu Sportinvalidität führen.
2. M. Scheuermann hat in der Regel eine Skoliose zur Folge.

Ich finde beides irgendwie zutreffend, aber wie gesagt, eins ist nur richtig.
Björn
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 144
Registriert: Mo, 06.10.2008 - 11:21
Wohnort: Hamburg

Beitrag von Björn »

Also ich würde 1. ankreuzen.
Mit der Gegenfrage was kann "nicht" zur Sportinvalidität führen? Autofahren? Ein abgebrochener Fingernagel? Haareschneiden?

Ich habe Scheuermann und keine Skoliose. Auch wenn diese schon Orthopäden bei mir erkannt haben wollen. :wall:

Aber die "richtige" Antwort wüßte ich trotzdem gerne.
Vielleicht kannst du sie hier ja mal schreiben wenn du sie erfährst.

Gruß
Björn
Floristan2007
Newbie
Newbie
Beiträge: 12
Registriert: Di, 09.10.2007 - 20:57
Wohnort: Bad Fallingbostel

Beitrag von Floristan2007 »

mmm ich würde Möglichkeit 1 nehmen


..
minimine
Co-Admin
Co-Admin
Beiträge: 6145
Registriert: So, 17.02.2008 - 13:21
Geschlecht: weiblich
Diagnose: Skoliose
Therapie: 3x Reha (2005, 2007, 2009),
Cheneau-Korsett 12/2006-01/2008,
Rahmouni-Korsett 02/2008-10/2015
Kontaktdaten:

Beitrag von minimine »

Hab zwar keinen Morb. Scheuermann, aber m.E. ist Antwort 1 richtig. Begründung: Mit Morb. Scheuermann kann häufig eine Begleit-Skoliose einhergehen. Aber die Folge daraus ist das eher nicht.
Zudem kann man mit Antwort 1 so argumentieren, wie Björn es schon gesagt hat, alles Mögliche kann zur Sportinvalidät führen.

LG
Minimine
LG
Minimine

Lerne von gestern, lebe und wirke im heute und hoffe für die Zukunft.
Albert Einstein
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15234
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

minimine hat geschrieben:Mit Morb. Scheuermann kann häufig eine Begleit-Skoliose einhergehen. Aber die Folge daraus ist das eher nicht.
Würde ich auch sagen.
Entscheidend ist doch, dass Morbus Scheuermann eine Veränderung der WS auslösen kann. Wenn dieses ein Rundrücken (Hyperkyphose) sein sollte, findet man häufig diese begleitende relativ geringe Begleitskoliose.
Ich habe z. Bsp. eine tiefsitzende Hyperkyphose, die nicht die typischen Merkmale eines Morbus Scheuermann hat.

Und zu einer Sportinvalität muss ein Morbus Scheuermann auch nicht unbedingt führen, bestenfalls zum Vermeiden bestimmter Sportarten bei gleichzeitiger richtiger individueller aktiver Muskelpflege!

Scheuerfrauchen, sollte das jetzt ein Test der User hier im Forum sein? :)

Gruss
Klaus
scheuerfrauchen

Beitrag von scheuerfrauchen »

Danke für eure Antworten bisher :)

Nein, bin Medizinstudentin und da müssen wir immer diese unsäglichen Multiple-Choice-Fragen lösen. Das sind die beiden übrigbleibenden Antwortmöglichkeiten, nur eine ist richtig.

Es ist furchtbar nervig, bei der Klausurvorbereitung auf solche Fragen zu stoßen. Die kann man nämlich nicht wirklich nachschlagen und gerade diese beiden Aussagen sind so Wischi-Waschi ("kann", "Sportinvalidität","in der Regel"), dass man sich dort nicht klar äußern kann.

Für weitere Auskünfte bin ich dennoch dankbar.
Benutzeravatar
Toni
Profi
Profi
Beiträge: 4388
Registriert: Sa, 20.04.2002 - 19:07
Geschlecht: männlich
Diagnose: M. Scheuermann Kyphose (urspr. 68°)
M. Baastrup
Therapie: 1 Boston B.O.B.
1 Milwaukee
2 Rahmouni´s
1 TüKO
Und SCHROTHen bis bis die Sprossenwand qualmt und sich die Spiegel krümmen!
Wohnort: Allgäu

Beitrag von Toni »

Was ist BITTE "Sportinvalidität"????

Auch Schach ist Sport und kann sogar als Leistungssport betrieben werden.
Schach-Sport kann ich noch betreiben, wenn ich mit hoher Querschnittslähmung im Beatmungsrollstuhl sitze. Bin ich dann "Sportinvalide"? Oder bin ich "Vollinvalide" aber trotzdem Leistungssportler?

Anderes Beispiel: Scheuermannpatienten mit BWS-Kyphose sollen und dürfen KEINE Sportarten ausüben, bei denen insbesondere die ventralen Wirbelkörperkanten einer erhöhten Belastung durch Kompression, Stoß und Erschütterung ausgesetzt sind. Hingegen Sportarten die zu einer Reklination des Oberkörpers führen sind für Scheuermann-Patienten sogar hilfreich.
Beispiel:
Rudern: Gift für BWS-Kyphose-Scheuermänner,
Canadier: Sehr gut und optimal (wenn der richtige Stil beherrscht und die Stechpaddelseite entsprechend gewechselt wird).
Kayak: Gift für BWS-Kyphose-Scheuermänner.

Also kann ohne Differenzierung der Sportarten-Bewegungsabläufe-Belastungen nicht von einer pauschalen und generellen "Sportinvalidität" gesprochen werden.

Hat Sportinvalitität irgend etwas mit Schulsportbefreiung zu tun???

Scheuermann und "Begleitskoliose"
Tatsächlich hat ein hohe Zahl der Morbus-Scheuermann-Patienten eine mehr oder weniger ausgeprägte Skoliose.
Das liegt in der Regel daran, daß die Wirbelkörperdeckplatten ungleichmäßig geschädigt sind und daraus eine Fehlstatik entstehen KANN.
Bei den "Scheuermann-Skoliöschen" ist bemerkenswert, daß sie in der Regel wenig bis gar keine Rotation/Torsion zeigen (im Gegensatz zu "echten"idiophatischen Skoliosen) und damit eher zu den "skoliotischen Fehlhaltungen" einsortiert werden müssen. Für eine "echte" Skoliose ist mindestens eine Rotation von 1 nach NASH & MOE und über 10° COBB erforderlich.
Meine 17° COBB Scheuermann-Beleitskoliose erfüllt diese Bedingungen.
Aber nicht grundsätzlich ALLE Scheuermann-Patienten haben auch eine Skoliose. Manche nicht einmal eine geringfügige skoliotische Fehlhaltung. Je nach dem WO und WIE die Deckplatten geschädigt oder gar eingebrochen sind.

Derjenige der diese Fragen formuliert hat, macht der Ausbildung junger Ärzte keinen guten Dienst. Schon die Fragestellung ist schlampig.
Und im Multiple Joice kann nicht differenziert geantwortet werden.
Aber möglicherweise sollt ihr angehenden Ärzte gar nicht zu einer differenzierten Betrachtung erzogen werden sondern zu "Schublade auf- Patient rein-Schublade zu".

Keine der beiden Antworten ist grundsätzlich richtig oder grundsätzlich falsch.
Für mich undifferenziert NICHT zu beantworten!
Sorry.......
Gruß Toni
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas!
Björn
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 144
Registriert: Mo, 06.10.2008 - 11:21
Wohnort: Hamburg

Beitrag von Björn »

Hallo Toni,
ich finde die Frage auch bescheuert. Aber ich denke schon, dass man sie klar beantworten kann wenn man sich gedanken darüber macht, was Sportinvalidität ist.

Ich würde Sportinvalidität so definieren, dass ein Berufssportler seinen Beruf nie wieder ausführen kann. Das er also vor einem Gericht recht bekommt, wenn es beispielsweise um eine Invalidenrente oder eine Versicherung geht.

Würde man nun bei den beiden Anworten "kann" und "in der Regel" vertauschen so würde man auch die Skoliose als richtig ankreuzen.

Wahrscheinlich steht in einem "Auswendiglernbuch" die ganzen Krankheiten drinn und dazu dann jeweils: Bei der Krankheit:
-kann...
-in der Regel...
-meistens....
-selten....
-nie....
usw.

Das muss man dann auswendig lernen und daraus stellt die Püfungskommission dann die Fragen zusammen.

Und genau das ist dann Wahrscheinlich auch der Grund warum die Orthopäden bei der Wirbelsäule so schlecht sind. Wie will man etwas dreidimensionales mit so vielen variablen Größen in dieser Form beschreiben? Das kann doch nur nach hinten losgehen.
Aber ich glaube dieses alberne System wird in 100 Jahren nicht geändert...

Gruß
Björn
Antworten