OFF-TOPIC: Wie konntest du nur?

Grüße und alles, was sich sonst nicht einordnen lässt.
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sloopy
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OFF-TOPIC: Wie konntest du nur?

Beitrag von sloopy »

Hallo,

heute eröffne ich ein Thema, welches mit Skoliose und anderen WS-Erkrankungen nicht das geringste zu tun hat. Bitte nehmt euch ein paar Minuten Zeit, den langen Text zu lesen.

Jetzt, wo in allen Bundesländer die Sommerferien beginnen (oder schon begonnen haben) findet man vermehrt ausgesetzte Tiere auf Deutschlands Straßen und Autobahnrastplätzen. Viel zu viele Menschen sehen ein Tier immer noch als Objekt und behandeln es als solches. Folgende Geschichte möchte ich einer möglichst breiten Menschenmenge zur Verfügung stellen, in der Hoffnung, dass der ein oder andere zur Besinnung kommt und wirklich darüber nachdenkt, was er einem Tier antun kann.

Traurige Grüße von eurer sloopy ;(



Mit freundlicher Genehmigung von Jim Willis:

Wie konntest Du nur?

"How Could You?" , Copyright Jim Willis 2001, tiergarten@onebox.com, Homepage (Übersetzt aus dem Amerikanischen von Elvira Rösch & Nicole Valentin-Willis)


Als ich noch ein Welpe war, unterhielt ich Dich mit meinen Possen und brachte Dich zum Lachen. Du nanntest mich Dein Kind, und trotz einer Anzahl durchgekauter Schuhe und so manchem abgeschlachteten Sofakissen wurde ich Dein bester Freund. Immer wenn ich "böse" war, erhobst Du Deinen Finger und fragtest mich "Wie konntest Du nur?" - aber dann gabst Du nach und drehtest mich auf den Rücken, um mir den Bauch zu kraulen.

Mit meiner Stubenreinheit dauerte es ein bisschen länger als erwartet, denn Du warst furchtbar beschäftigt, aber zusammen bekamen wir das in den Griff. Ich erinnere mich an jene Nächte, in denen ich mich im Bett an Dich kuschelte und Du mir Deine Geheimnisse und Träume anvertrautest, und ich glaubte, das Leben könnte nicht schöner sein. Gemeinsam machten wir lange Spaziergänge im Park, drehten Runden mit dem Auto, holten uns Eis (ich bekam immer nur die Waffel, denn "Eiskrem ist schlecht für Hunde", sagtest Du), und ich döste stundenlang in der Sonne, während ich auf Deine abendliche Rückkehr wartete.

Allmählich fingst Du an, mehr Zeit mit Arbeit und Deiner Karriere zu verbringen - und auch damit, Dir einen menschlichen Gefährten zu suchen. Ich wartete geduldig auf Dich, tröstete Dich über Liebeskummer und Enttäuschungen hinweg, tadelte Dich niemals wegen schlechter Entscheidungen und überschlug mich vor Freude, wenn Du heimkamst und als Du Dich verliebtest.

Sie, jetzt Deine Frau, ist kein "Hundemensch" - trotzdem hieß ich sie in unserem Heim willkommen, versuchte ihr meine Zuneigung zu zeigen und gehorchte ihr. Ich war glücklich, weil Du glücklich warst. Dann kamen die Menschenbabies, und ich teilte Deine Aufregung darüber. Ich war fasziniert von ihrer rosa Haut und ihrem Geruch und wollte sie genauso bemuttern. Nur dass Du und Deine Frau Angst hattet, ich könnte ihnen wehtun, und so verbrachte ich die meiste Zeit verbannt in einem anderen Zimmer oder in meiner Hütte. Oh, wie sehr wollte auch ich sie lieben, aber ich wurde zu einem "Gefangenen der Liebe".

Als sie aber grösser waren, wurde ich ihr Freund. Sie krallten sich in meinem Fell fest, zogen sich daran hoch auf wackligen Beinchen, pieksten ihre Finger in meine Augen, inspizierten meine Ohren und gaben mir Küsse auf die Nase. Ich liebte alles an ihnen und ihre Berührung - denn Deine Berührung war jetzt so selten geworden - und ich hätte sie mit meinem Leben verteidigt, wenn es nötig gewesen wäre.

Ich kroch heimlich in ihre Betten, hörte ihren Sorgen und Träumen zu, und gemeinsam warteten wir auf das Geräusch Deines Wagens in der Auffahrt. Es gab einmal eine Zeit, da zogst Du auf die Frage, ob Du einen Hund hättest, ein Foto von mir aus der Brieftasche und erzähltest Geschichten über mich. In den letzten Jahren hast Du nur noch mit "Ja" geantwortet und das Thema gewechselt. Ich hatte mich von "Deinem Hund" in "nur einen Hund" verwandelt, und jede Ausgabe für mich wurde Dir zum Dorn im Auge.

Jetzt hast Du eine neue Berufsmöglichkeit in einer anderen Stadt, und Du und sie werdet in eine Wohnung ziehen, in der Haustiere nicht gestattet sind. Du hast die richtige Wahl für "Deine" Familie getroffen, aber es gab einmal eine Zeit, da war ich Deine einzige Familie.

Ich freute mich über die Autofahrt, bis wir am Tierheim ankamen. Es roch nach Hunden und Katzen, nach Angst, nach Hoffnungslosigkeit. Du fülltest die Formulare aus und sagtest "Ich weiss, Sie werden ein gutes Zuhause für sie finden". Mit einem Achselzucken warfen sie Dir einen gequälten Blick zu. Sie wissen, was einen Hund oder eine Katze in "mittleren" Jahren erwartet - auch mit "Stammbaum". Du musstest Deinem Sohn jeden Finger einzeln vom Halsband lösen, als er schrie "Nein, Papa, bitte! Sie dürfen mir meinen Hund nicht wegnehmen!" Und ich machte mir Sorgen um ihn und um die Lektionen, die Du ihm gerade beigebracht hattest: über Freundschaft und Loyalität, über Liebe und Verantwortung, und über Respekt vor allem Leben. Zum Abschied hast Du mir den Kopf getätschelt, meine Augen vermieden und höflich auf das Halsband und die Leine verzichtet. Du hattest einen Termin einzuhalten, und nun habe ich auch einen.

Nachdem Du fort warst, sagten die beiden netten Damen, Du hättest wahrscheinlich schon seit Monaten von dem bevorstehenden Umzug gewusst und nichts unternommen, um ein gutes Zuhause für mich zu finden. Sie schüttelten den Kopf und fragten "Wie konntest Du nur?".

Sie kümmern sich um uns hier im Tierheim so gut es eben geht. Natürlich werden wir gefüttert, aber ich habe meinen Appetit schon vor Tagen verloren. Anfangs rannte ich immer vor ans Gitter, sobald jemand an meinen Käfig kam, in der Hoffnung, das seiest Du - dass Du Deine Meinung geändert hättest - dass all dies nur ein schlimmer Traum gewesen sei... oder ich hoffte, dass es zumindest jemand wäre, der Interesse an mir hätte und mich retten könnte. Als ich einsah, dass ich nichts aufzubieten hatte gegen das vergnügte Um-Aufmerksamkeit-Heischen unbeschwerter Welpen, ahnungslos gegenüber ihrem eigenen Schicksal, zog ich mich in eine ferne Ecke zurück und wartete.

Ich hörte ihre Schritte als sie am Ende des Tages kam, um mich zu holen, und trottete hinter ihr her den Gang entlang zu einem abgelegenen Raum. Ein angenehm ruhiger Raum. Sie hob mich auf den Tisch und kraulte meine Ohren und sagte mir, es sei alles in Ordnung. Mein Herz pochte vor Aufregung, was jetzt wohl geschehen würde, aber da war auch ein Gefühl der Erleichterung. Für den Gefangenen der Liebe war die Zeit abgelaufen. Meiner Natur gemäss war ich aber eher um sie besorgt. Ihre Aufgabe lastet schwer auf ihr, und das fühlte ich, genauso wie ich jede Deiner Stimmungen erfühlen konnte.

Behutsam legte sie den Stauschlauch an meiner Vorderpfote an, während eine Träne über ihre Wange floss. Ich leckte ihre Hand, um sie zu trösten, genauso wie ich Dich vor vielen Jahren getröstet hatte. Mit geübtem Griff führte sie die Nadel in meine Vene ein. Als ich den Einstich fühlte und spürte, wie die kühle Flüssigkeit durch meinen Körper lief, wurde ich schläfrig und legte mich hin, blickte in ihre gütigen Augen und flüsterte "Wie konntest Du nur?"

Vielleicht verstand sie die Hundesprache und sagte deshalb "Es tut mir ja so leid". Sie umarmte mich und beeilte sich mir zu erklären, es sei ihre Aufgabe dafür zu sorgen, dass ich bald an einem besseren Ort wäre, wo ich weder ignoriert noch missbraucht noch ausgesetzt werden könnte oder auf mich alleine gestellt wäre - einem Ort der Liebe und des Lichts, vollkommen anders als dieser irdische Ort. Und mit meiner letzten Kraft versuchte ich ihr mit einem Klopfen meines Schwanzes zu verstehen zu geben, dass mein "Wie konntest Du nur?" nicht ihr galt. Du warst es, mein geliebtes Herrchen, an den ich dachte. Ich werde für immer an Dich denken und auf Dich warten.

Möge Dir ein jeder in Deinem Leben so viel Loyalität zeigen.


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Wir möchten Sie dazu ermutigen, "Wie konntest Du nur?" zu veröffentlichen und so mitzuhelfen, die verbreitete Vorstellung von Tieren als "entsorgbar" zu ändern und vor Augen zu halten, dass der Entschluss, ein Tier in eine Familie aufzunehmen, eine Verpflichtung bedeutet, welche für die Lebensdauer des Tieres anhält!
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Beitrag von Toni »

Hallo Sloopy
DU kennst mein Verhältnis zu Caniden. Den Wesen, die uns Menschen emotional noch viel näher stehen als unsere nächsten Verwandten, die Menschenaffen.

Hier noch die Ergänzung:

Die 11 Bitten eines Hundes

1. Mein Leben dauert 10-15 Jahre. Jede Trennung von Dir wird für mich Leiden bedeuten. Bedenke es, ehe Du mich anschaffst.

2. Gib mir nur Zeit zu verstehen, was Du von mir verlangst.

3.Pflanze Vertrauen in mich - ich lebe davon.

4. Zürne mir nie lange, und sperre mich zur Strafe nicht ein!

5. Du hast Deine Arbeit, Dein Vergnügen, Deine Freunde - ich habe nur Dich.

6. Sprich manchmal mit mir. Wenn ich auch Deine Worte nicht ganz verstehe, so doch die Stimme, die sich an mich wendet.

7. Wisse, wie immer an mir gehandelt wird - ich vergesse es nie!

8. Bedenke, eh´ Du mich schlägst, dass meine Kiefer mit Leichtigkeit die Knöchelchen Deiner Hand zerquetschen könnten, dass ich aber keinen Gebrauch von ihnen mache.

9. Ehe Du mich bei der Arbeit "unwillig" schiltst, "bockig" oder "faul", bedenke: vielleicht plagt mich ungeeignetes Futter, vielleicht war ich zu lange der Sonne ausgesetzt oder habe ein verbrauchtes Herz.

10. Kümmere Dich um mich, wenn ich alt werde - auch Du wirst einmal alt sein.

11.Geh jeden schweren Gang mit mir. Sage nie: "Ich kann so was nicht sehen", oder "es soll in meiner Abwesenheit geschehen". Alles ist leichter für mich mit Dir!.

Euer Benny
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Dalia
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Beitrag von Dalia »

Der Thread ist zwar schon ein Monat alt, aber ich schreibe doch was dazu.

Sloopy, der Text geht ja ziemlich ans Herz. Ich bin mit Hunden aufgewachsen und bin immer sehr betrübt, wenn ich von ausgesetzten und misshandelten Hunden erfahre.

Als mein Großvater gestorben ist, haben wir seinen Hund zu uns genommen, um ihm das Tierheim zu ersparen, obwohl wir bereits einen Hund und zwei Katzen hatten. Mit ein wenig Erziehung hat aber das Zusamenleben wunderbar geklappt. Er wurde 17 Jahre alt. :)

Liebe Grüße,
Dalia
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Beitrag von sloopy »

Liebe Dalia,

egal, wie alt der Thread ist, er ist immer aktuell. Gerade jetzt in der Ferienzeit werden so viele Tiere ausgesetzt- es ist zum heulen. Ich habe in den letzten drei Wochen allein vier Familien "kennengelernt", die ihren Siberian Husky abgeben. Unserer ist auch ein Second-Hand-Hund, was besseres konnte uns gar nicht passieren und wenn wir Platz hätten, dann würden wir auch noch einen bei uns aufnehmen.

17 Jahre ist für einen Hund wirklich ein tolles Alter, da habt ihr ihn bestimmt auch gut gepflegt, was?! Hast du denn jetzt immer noch Tiere?

Lieben Gruß, sloopy
Mein Thread: Mein CCtec (Erwachsenen)korsett und ich

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Beitrag von Dalia »

Hallo sloopy,

ich kann es nicht verstehen, warum manche Menschen sich einen Hund anschaffen und ihn später wieder abgeben. Wenn ich mir einen jungen Hund ins Haus hole, dann muss mir klar sein, dass ein Hund bis 15 Jahre, u.U. sogar 20 Jahre alt werden kann. Da jammern Leute, dass sie ihren Hund abgeben müssen, ohne dranzudenken, dass der Hund bei einer plötzlichen Trennung noch viel mehr leidet.

Es gibt so viele Möglichkeiten für die Urlausbzeit, z.B. Tierpension als Notlösung, tierliebe Bekannte, Haustiersitting (http://www.greh.de; http://www.citysitters.de). Man kann Hunde auch so erziehen, dass man sie in den Urlaub mitnehmen kann, oder man bleibt eben zuhause! Einmal hat auch eine Bekannte bei uns im Haus übernachtet und unsere Viecher versorgt.
17 Jahre ist für einen Hund wirklich ein tolles Alter, da habt ihr ihn bestimmt auch gut gepflegt, was?! Hast du denn jetzt immer noch Tiere?
Der Hund meines Opas war ein Mischlingshund, ich glaube, Mischligshunde werden älter als Rassehunde. Er war übrigens zehn Jahre alt, als er zu uns kam. Es war für ihn sicher nicht einfach, in eine fremde Gegend zu komen, aber gut war, dass er uns bereits kannte.

Ich muss beschämt zugeben, dass ich noch im Haus meiner Eltern wohne (aber mit eigenem Wohnbereich). Meine Mutter hat zwei mittelgroße Hunde, mit denen ich "klickere" (wer das nicht kennt, Infos siehe http://www.clicker.de, http://www.spass-mit-hund.de).

Im Oktober werden wir für ein paar Tage zu einem Kongress fahren. Leider können wir unsere Hunde nicht mitnehmen. Ein halbes Jahr lang haben wir "Hundesitter" gesucht, im Internet und in der Zeitung. Jetzt haben wir zwei Hundebesitzer gefunden, die bereit wären, unsere Hunde für die Urlaubszeit zu sich zu nehmen (nachdem unsere hundelieben Bekannten alle absagen mussten). Im Gegenzug werden wir ihren Hund auch mal bei uns aufnehmen. Wir werden uns demnächst mit einer Frau zwecks "Beschnuppern" treffen. Ich bin schon gespannt auf sie und ihren Hund.

Wenn ich in ein oder zwei Jahren ausziehe, möche ich auch gerne einen eigenen Hund, aber leider bin ich Single und werde jeden Tag von Beruf wegen mehrere Stunden außer Haus sein, also wird das vorläufig nichts. :(

Wie alt ist denn dein Hund und wie alt war er, als er zu dir kam?

Dalia
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Beitrag von sloopy »

Hallo Dalia,

Lenny wird bald ein Jahr alt, als er zu uns kam, war er gerade mal sieben Monate jung und wurde schon von seiner Famile "abgeschoben"- sie waren einfach überfordet mit ihm. Du kannst ihn übrigens in meinem Avatar sehen. Warum Menschen ihre Tiere abgeben, verstehe ich auch in den meisten Fällen nicht. Wenn ich meine Hunde nicht in eine neue Wohnung mitnehmen darf, dann suche ich mir eine andere- fertig!!!

Wir nehmen Lenny mit in den Urlaub- im Juli hatten wir unseren ersten Urlaub mit Hund. Wir waren im Allgäu bei Toni und Sieglinde, es war einfach herrlich und Lenny ging es supergut dabei. Ausser, dass er gleich am ersten Abend vor lauter Aufregung in der Wohnung erbrochen hat :D und die darauffolgenden Tage die ganze Wohnnug vollgehaart hat, hat er sich wirklich gut benommen. Die Berg-, Schlucht- und Almwanderungen waren absolut klasse, er durfte immer einne von uns Menschen hochziehen.

Ich finde es immer wieder toll, wie viele Leute man mit einem Hund kennenlernt- wenn wir spazieren gehen, werden wir ständig von fremden Menschen angesprochen, was wohl auch damit zu tun hat, dass die Nordischen bei uns im Vergleich zu den meisten anderen Hunderassen, doch eher selten sind.

Ich wünsche euch auf jeden Fall viel Glück für die Begegnung mit der Frau, die eure Hunde nimmt, wenn ihr nicht da seid.
Lieben Gruß, sloopy
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Silvia

Beitrag von Silvia »

Hallo,

zu diesem Thema möchte ich auch noch etwas schreiben.

Bis vor einem Jahr hatten wir noch 4 1/2 Hunde, jetzt sind es leider nur noch 3 1/2 ;( .
Einige werden sich sicherlich fragen, wieso 1/2 ? Ganz schnell erklärt. Der halbe ist ein 2,2 KG Russischer Toyterrier (für halbe Hunde muss man keine Steuern zahlen ;) ). Er ist 6 1/2 Jahre alt und behindert. Er wurde mit 14 Monaten diverse Male abgegeben, aber niemand wollte die kostspiele Operation übernehmen. Durch Zufall haben wir gelesen, das ein kleiner Hund zu verschenken ist. Tja, hingefahren, Behinderung gesehen und Hund sofort mitgenommen. Gleich zum Tierarzt, untersuchen lassen und OP Termin 14 Tage später gemacht. Die Kniescheibe vom Hinterbein war draussen und im Muskelgewebe eingewachsen. Er kann das Bein zwar immer noch nicht belasten (läuft auf drei Beinen), aber seit 3 Monaten gehen wir regelmässig mit ihm zur Krankengymnastik ;D .

Unsere Hunde sind fast alle (bis auf eine Ausnahme), Tiere die keiner mehr wollte. Z.B. aus dem Müllcontainer, einem feuchten Keller, oder einfach in der Wohnung vergessen.

Aber es sind nicht nur Hunde, die keiner mehr will. Wir hatten auch diverse Nagetiere über die Urlaubszeit in Pflege genommen und danach wollte man sie nicht mehr haben.

Es ist traurig, wie Menschen mit Lebewesen umgehen, die selbst nicht entscheiden können, oder dürfen (z.B. auch Kinder).

LG
Silvia
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Beitrag von Dalia »

Hallo sloopy und Silvia,

schön, dass es Menschen gibt, die Tierseelen so ernst nehmen können. Das mit der Krankengymnastik finde ich süß. :D

Der Hund meines Opas war unsauber (durch das Alter bedingt) und hat bestialisch aus der Schnauze gestunken. Aber er war eine treue Seele. Irgendwann fiel er durch "Ungehorsam" auf, obwohl er sonst immer gut gehrocht hatten. Wir wunderten uns und wurden strenger zum Hund. Bis ich den Verdacht aussprach, dass der Hund schwerhörig sein könnte (wie ich :D ). Tatsächlich war es so; wenn wir lauter zum Hund sprachen, gehorchte er wieder perfekt. Da hätten wir uns so manche Unmutsäußerung ersparen können.

Sloopy, ich denke auch so, dass man immer eine Wohnung finden kann, in der man auch einen Hund halten darf.

In irgendeinem Forum habe ich gelesen, dass eine junge Frau einen Hund möchte, aber beabsichtigt, für ein Jahr ins Ausland zu gehen. Den Hund würde sie in diesem einen Jahr irgendwo abgeben. Sie jammerte, wie sie Trennung wohl ertragen solle. Ich schrieb ihr, dass sie auch daran denken soll, wie der Hund sich fühlen wird, wenn er von ihr radikal getrennt wird.

Ich hoffe, dass die Frau, die unsere Hunde nehmen würde, uns auch zusagt; es ist ja doch (noch) eine fremde Person. Alle unsere Bekannten haben leider abgesagt, da sie auch verreisen (es ist das Wochenende um den 3. Oktober). Es ist auch nicht einfach, jemanden zu finden, der gleich zwei Hunde mittlerer Größe zu sich nimmt.

Einen wunderschönen Hund hast du übrigens! :)

Liebe Grüße,
Dalia
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Beitrag von sloopy »

Hallo Silvia,

das mit der Krankengymnastik find ich aber auch süß :). Toll, dass ihr die teure Operation für den Kleinen bezahlt habt. Als ich das mit der Behindernug gelesen habe, musste ich an folgende Geschichte denken, die ich mal auf einer Tierschutzseite gelesen habe:


Hundebabys zu verkaufen -eine kleine Geschichte

Ein Geschäftsinhaber hatte ein Schild über seine Tür genagelt, darauf war zu lesen: Hundebabys zu verkaufen. Dieser Satz lockte Kinder an.Bald erschien ein kleiner Junge und fragte: "Für wieviel verkaufen Sie die Babys?" Der Besitzer meinte "zwischen 30 und 50 Dollar" Der kleine Junge griff in seine Hosentasche und zog etwas Wechselgeld heraus "Ich habe 2,37 Dollar, kann ich sie mir anschauen?" Der Besitzer grinste und pfiff. Aus der Hundehütte kam seine Hündin namens Lady, sie rannte den Gang seines Geschäfts hinunter, gefolgt von fünf kleinen Hundebabys.Eins davon war einzeln, ersichtlich weit hinter den Anderen. Sofort sah der Junge den humpelnden Kleinen. Er fragte "Was fehlt diesem kleinenHund?" Der Mann erklärte, daß, als der Kleine geboren wurde, derTierarzt meinte, er habe ein kaputtes Gelenk und wird für den Restseines Lebens humpeln. Der kleine Junge, richtig aufgeregt, meinte "den kleinen Hund möchte ich kaufen". Der Mann antwortete "nein, den kleinen Hund möchtest du nicht kaufen. Wenn du ihn wirklich möchtest, dann schenke ich ihn dir."

Der kleine Junge war ganz durcheinander. Er sah direkt in die Augen des Mannes und sagte "Ich möchte ihn nicht geschenkt haben. haben. Er ist ganz genauso viel wert wie die anderen Hunde und ich will für ihn den vollen Preis zahlen Ich gebe Ihnen jetzt die 2,37 Dollar und 50 Cents jeden Monat, bis ich ihn bezahlt habe." Der Mann entgegnete: "du mußt den Hund wirklich nicht bezahlen. Er wird niemals rennen, spielen und hüpfen können wie die anderen kleinen Hunde" Der kleine Junge langte nach unten und krempelte sein Hosenbein hinauf und zum Vorschein kam sein schlimm verkrümmtes, verkrüppeltes linkes Bein, geschient mit einer dicken Metallstange. Er sah zu dem Mann hinauf und sagte: " na ja, ich kann auch nicht so gut rennen und der kleine Hund braucht jemanden, der Verständnis für ihn hat."

Der Mann biss sich auf seine Unterlippe. Tränen stiegen in seine Augen, er lächelte und sagte: "mein Sohn, ich hoffe und bete, daß jedes einzelne dieser Hundebabys einen Besitzer wie dich haben wird." Im Leben kommt es nicht darauf an, wer Du bist; sondern daß jemand dich dafür schätzt, was Du bist, Dich akzeptiert und liebt!



Gibt schon zu denken, oder?

Gruß, sloopy
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Beitrag von Dalia »

Hi sloopy,

diese Geschichte ist wunderschön, ich habe sie abgespeichert. (Danke auch für deine private Nachricht! :) )

Heute haben wir ein Pärchen mit einem großen Hund kennengelernt, das bereit wäre, unsere zwei Hunde in Pflege zu nehmen. Es ist ein junges Pärchen, Mitte 30, mit zwei Kindern um die 10. Wir sind mit den drei Hunden (ohne die Kinder) zwei Stunden durch einen riesigen Park gelaufen. Puh, hätte nicht gedacht, dass ich das kann, denn zur Zeit geht's meinen Füßen nicht so besonders. Hab's im Rücken auch gespürt, aber es war absolut erträglich und hat mir trotzdem gut getan. Oh, ich komme vom Thema ab...

Wir haben die Hunde beobachtet, sie haben sich gut vertragen, vor allem der eine unserer beiden Hunde hat immer mit dem Hund vom Pärchen gespielt. Einmal gab's auch einen Zwischenfall mit Knurren, Bellen und Zähnefletschen, da haben wir die betreffenden Hunde sofort an die Leine genommen und sie ein wenig später wieder losgelassen.

Da war's dann völlig friedlich.

Diese Familie hat keinen Garten, aber der Park ist ideal, da können die Hunde sich austoben und treffen auch andere leinenlose Hunde. Vor allem der eine unserer beiden Hunde war total meschugge, ganz hysterisch vor Freude, so viele Hunde, der große Park, ein Bächlein zum Baden, ein toller Ball zum Spielen, Menschen, die sich ihm widmen. :D

Danach waren wir in der Wohnung, um zu sehen, ob die Hunde sich drinnen auf engem Raum auch noch friedlich verhalten. War auch kein Problem, und die Kinder wurden von unseren Hunden liebevoll begrüßt.

Wir haben beim Spaziergang übrigens nur die eigenen Hunde dirigiert, es sollte nur ein gegenseitiges Kennenlernen sein, um zu sehen, auf welche Befehle alle Hunde reagierten.

Wir werden uns bald nochmal treffen, unsere Hunde dort abliefern und dann für 2 Stunden in die Stadt fahren. In dieser Zeit soll das Pärchen mit unseren Hunden allein spazierengehen. Wenn das klappt, haben wir einen Hundesitter für den Oktober.

Mit Zeitungsannoncen ist es wirklich nicht so schwer, Hundesitter für die Urlaubszeit zu finden, man findet sie auch bei hundelieben Bekannten und in der Hundeschule oder per Aushang beim Tierarzt. Diese Mühe sollten uns die Viecher schon wert sein.

Liebe Grüße,
Dalia
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
Gast

Beitrag von Gast »

Ich möchte nur eine kurze Rückmeldung abgeben. Wir haben uns insgesamt zweimal mit der Familie mit den zwei Kindern getroffen, beim zweitenmal sind sie mit unseren Hunden und mit ihrem eigenen Hund spazierengegangen, während meine Mutter und ich einen Kaffee trinken gegangen sind. Der Spaziergang hat gut geklappt, den einen der beiden Hunde ließen sie von der Leine, den anderen lieber nicht.

Am Wochenende, an dem wir verreist waren, haben sie also unsere Hunde aufgenommen. Es hat alles ganz wunderbar geklappt, die Hunde haben gut gehrocht, durften beim Spazierengehen frei laufen, sie haben mit den Kindern, dem anderen und dem Pflegehund (kurzweise waren vier mittelgroße bis große Hunde in der Wohnung!!! :D :D :D) harmonisiert.

Hundesitting ist wirklich eine gute Sache, wenn man sich die Leute vorher anschaut. Viel besser als diese Tierpensionen mit ihren Käfigen.

Liebe Grüße,
Dalia
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