Mögliche Ursachen einer "idiopathischen" Skoliose?

Fragen und Antworten rund um das Thema Skoliose
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sloopy
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Beitrag von sloopy »

loewin16 hat geschrieben:die Sache mit dem "energetischen Ungleichgewicht" haben die Heilpraktikerin durch Kineosiologie, der Orthopäde durch ein chinesisches Verfahren, das ich auch nicht näher kenne, die Homöopathin und die Osteopathin bei ihren Behandlungen unabhängig voneinander festgestellt.
Liebe loewin,

was bedeutet es denn, ein "energetischen Ungleichgewicht" zu haben?
Wie wirkt es sich aus? Was sind die Symptome?
Ich kann mir einfach nichts darunter vorstellen.

Lieben Gruß, sloopy
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Toni
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Beitrag von Toni »

Hallo Sloopy
ich versuch für das "EnergiePhänomen LEBEN" mal eine ansatzweise Hypothese zu finden. Fast alle exotischen, traditionellen und antiken "Heilslehren" gehen von "fließender Energie" (Energie = Kräfte) aus.
Tatsächlich fliesen im Körper sehr viele stoffliche und nichtstoffliche "Dinge"
Blut und mit ihm Sauerstoff, Energieträger aus der Nahrung, Steuerungs-Hormone, Zellen des Immunsystems, Abfallstoffe und unglaublich viel Zeugs das rein oder raus muss, wenns funktionieren soll.
Tatsächlich IST ES "reine" Energie, entweder als elektr. Impulse oder biochem. Energie (ATP-ADP-Cyclus) was da in uns und allen anderen Wesen um uns LEBT
mehr darüber: http://www.ifik.unibe.ch/ausbildung/man ... lismus.pdf

In den Nervenbahnen jagen ein paar tausend mal mehr elektrische Impulse vom Gehirn und zurück als Das Computersystem in Deinem Job je verkraften würde! Das ganze wird noch massiv beeinflusst durch Reize von außen.
Krankheiten und Störungen werden in den meisten "Heilslehren" dadurch erklärt, daß diese "Fließenden Energie-Systeme" irgendwie gestört, gehemmt oder sonst irgenwie ins Ungleichgewicht geraten sind. Daher zielen z.B. TCM, Ayurveda u.A. immer auf die Wiederherstellung der Balance/der Bilanz solcher Ungleichgewichte ab.
Auch die antiken Mediziner Hippokrates und Avicena sowie die mittelalterliche "Säftelehre" arbeiteten mit diesem "Denkmodell" des gestörten Gleichgewichts und Energieflusses.
Die Mittel der Wiederherstellung des energetischen Gleichgewichtes gehen von der manuellen Neuordnung der Knochen zueinander und zu den Organen (z.B. Osteopathie) über gezielte Reizung von Energieknotenpunkten (Akkupunktur- TCM) bis hin zu spirituellen rein geistigen Methoden und Ritulalen die über die unzweifelhaft vorhandene Seele-Körper-Kupplung psychosomatischen Einfluss auf den "irdischen Kadaver nehmen.
Die Forschung der Zusammenhänge wurden von der überwiegend kausal-mechanistischen organbezogenen "Schulmedizin" bisher sträflich vernachlässigt. Aber die Fronten weichen so langsam auf:
Die Phillips Uni Marburg hat als erste Uni in Deutschland einen Lehrstuhl für "Psycho-neuro-endokrino-Immunologie" eingerichtet, wo die Zusammenhänge zwischen seele, KLörper und deren "Energieflüsse" besser erforscht werden soll. Forschungsschwerpunkt (natürlich) "Wie kommt es zu Spontanremissionen bei Krebs?" Skolis stehen da in der Rangliste eher weit hinten an......
Gruß an alle "Energiegeladenen und trotzdem Krummen"
Toni
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Bindegewebschwäche???

Beitrag von lisabet »

Immer wieder las ich hier jetzt, bei vielen Skoliotiker/-innen läge eine deutliche Bindegewebsschwäche vor. Bei erwachsenen Frauen sind damit wohl vermutlich die feinen hellen Streifen im Dekolletee und an den Oberschenkeln gemeint, oder? Aber woran bitte erkennt man denn eine Bindegewebsschwäche bei Kindern und Jugendlichen???
rätselnd
Lisabet
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sloopy
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Re: Bindegewebschwäche???

Beitrag von sloopy »

lisabet hat geschrieben:Aber woran bitte erkennt man denn eine Bindegewebsschwäche bei Kindern und Jugendlichen???
Auch an den feinen hellen Streifen im Dekolletee und an den Oberschenkeln ;) Als bei mir anfing, "Oberweite zu wachsen" hatte ich genau diese Streifen (nennen sich "Schwangerschaftsstreifen") an der Brust und als ich zunahm bekam ich die Streifen auch am Po und den Oberschenkeln. AUßerdem kann man eine Bindegewebschwäche daran erkennen, dass z.b. Narben weit "auseinanderklaffen" und nicht so klein uns zierlich bleiben wie sie anfangs sind.

Gruß, sloopy
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Beitrag von Allegra »

Das mit der Bindegewebsschwäche ist interessant und ich kann es für mich nur bestätigen (auch meine Narben sind immer schlecht verheilt). Aber wie und warum hängen Bindegewebsschwäche und Skoliose zusammen? Das würde mich interessieren, weiss dazu jemand was Genaueres?

Jenny
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Beitrag von loewin16 »

Lieber Toni,
vielen Dank für deine wissenschaftliche Unterstützung; für solche Ausführungen fehlt mir das naturwissenschafliche Studium. Dafür aber bin ich Frau, habe einen gesunden Menschenverstand, eine grosse Menge Intuition und habe viel mit Menschen zu tun in der Beratungsarbeit; wie die alten Hexen, Hebammen, weisen Frauen, die auch keine wissenschaftlichen Abhandlungen zu den Themen halten konnten, sondern sich auf das "alte Wissen" (u.a. das kollektive Unterbewusstsein?) und ihre Erfahrungen verlassen haben. Im Grunde ist es nichts anderes, was du beschreibst, als das, was die Menschen versuchen wiederzufinden.

So gehen unsere "Ganzheitlichen" davon aus, dass u.a. Laras Skoliose (sie hat ja auch eine leichte Neurodermitis) durch dieses Ungleichgewicht ausgelöst oder verstärkt wird (was immer auch die Ursache dafür ist, z.B. Ereignisse während der Schwangerschaft oder Geburt, Störungen im Familiensystem). Es gibt wohl verschiedene Wege/ Verfahren um den Menschen und seinem Körper zu unterstützen wieder ins Gleichgewicht zu kommen, seine Mitte zu finden. Denn die Skoliose zeigt ja -im wahrsten Sinne des Wortes-, dass der Körper seinen Schwerpunkt nicht in der Mitte hat. Normalerweise vollzieht ja die Wirbelsäule die Unterteilung in zwei (annähernd!) gleiche Hälften. Bei der Skoli scheint ja irgendetwas dieses zu stören; der Mensch muss sich "verbiegen". So beschreibt Rüdiger Dahlke in "Krankheit als Sprache der Seele" die Skoliose als "Abweichung von der Mitte in einem zentralen Bereich. Wendet sich der Lebensschwerpunkt zu linken, weiblichen Seite, kommt automatisch die rechte, männliche zu kurz, aber auch der weiblichen geht es nicht gut". Und und umgekehrt verhält es sich ebenso. "...Balanceverlust. Bei stärkeren Abweichungen von der Mittellinie sind auch die inneren Organe des Brustkorbes betroffen. Wenn das Herz nich am rechten Fleck sitzt, erübrigen sich Deutungen. Ebenso, wenn sich Lungenflügel nicht frei entfalten. Flügel brauchen Freiraum. In ihrerFreiheit beschnittene Flügel lassen keine grossen (Aus-)Flüge zu, weder in konkreter, noch in kommunikativer Hinsicht. Den körperliche entsprechen seelische Verbiegungen. ..krumme Touren. Wie sie sich drehen und wenden, der Fehler liegt hinter ihrem Rücken. Verbiegungen haben immer Doppelcharakter, von etwas dreht man sich weg, etwas anderem wendet man sich zu. Interessant ist, dass es deutlich mehr nach rechts zu männlichen Seite neigenden Skoliosen gibt."

Dahlke bringt dann ein Beispiel von einem Jungen, der mit seinem Vater in der Pubertät grosse Schwierigkeiten hatte und ihm "auswich", nämlich mit Verbiegung der Wirbelsäule, da keine seelische Distanzierung gelang. Das ist sicher nur eine Variante! Was ich aber interessant finde ist der Gedanke: "Die Lebensaufgabe liegt darin, sich wirklich auf die bevorzugte Seite zu stellen. Wird dieser Pol ausgelebt, ist der Körper entlastet und kannn sein Gewicht wieder gleichmässiger verteilen. Wirkliches Aufgehen in einer Hälfte macht deren Halbheit bewusst und eröffnet die Chance, in ihrer Tiefe auch die Qualität der Gegenseite zu entdecken. Die Erlösung liegt in geschmeidiger Anpassung an die Notwendigkeiten des Lebens. Nicht sein Fähnchen in jeden Luftzug hängen, ist hier gemeint, sondern mit dem Rhythmus des Lebendigen schwingen..."
Zum Teil habe ich es beim Lesen als provokativ empfunden, aber es stellt mich ja auch als Mutter/ Mensch in Frage und meinen Erziehungsstil. Und doch halte ich diese Aspekte für überdenkenswert.
Uff, jetzt aber genug.
LG loewin16
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Beitrag von Allegra »

Hallo loewin,

ich verstehe, dass Du Dich ganzheitlich mit dem Krankheitsbild Deiner Tochter auseinandersetzen möchtest.

Ich persönlich aber stehe der psychologischen/energetischen Argumentation eher skeptisch gegenüber. Nicht, weil ich solche Überlegungen grundsätzlich ablehne (nein!), sondern ganz einfach deshalb, weil es mich zusätzlich belastet und unglücklich macht, wenn ich hören muss, dass es möglicherweise psychische Gründe oder "energetische" Gründe für meine Skoliose gibt. Dann fange ich nämlich intuitiv an zu grübeln: Woran liegt es? Haben meine Eltern was falsch gemacht? Habe ich was falsch gemacht? Wo liegen die verpassten Chancen, was waren die falschen Wege? Was muss ich ändern? Wer ist Schuld?

Solche Gedanken belasten mich sehr. Ich möchte mich daher nicht in diese Psycho-Schiene hineinsteigern. Natürlich verstehe ich, dass Mütter sich darüber Gedanken machen, aber für den Betroffenen selbst (also für Deine Tochter) kann das sehr belastend sein, weil man nun nicht nur von außen begutachtet wird (wie krumm ist der Rücken, wo steht was raus usw.) - das ist schon belastend genug - sondern nun auch noch von innen (wo hat sie eine innere Störung? was ist schief gelaufen? usw.) Dabei wünscht man sich als Skoliose-Patient doch eigentlich nur normales, unbelastetes Leben!

Ich betrachte meine Skoliose ganz einfach als eine Krankheit, so wie andere Leute vielleicht Diabetes, Asthma o.a. haben. Die Skoliose ist da, ich akzeptiere sie und gehe bestmöglich mit dieser Krankheit um. Basta. Diese Sichtweise finde ich für mich persönlich die unbelastendste.

Ich verstehe gut und respektiere, dass Du Dich umfassend mit der Skoliose auseinandersetzen willst - mit all ihren Ursachen und Folgen. Aber pass auf, dass Du Deine Tochter nicht damit erstickst (vielleicht ist es besser, Du behältst Deine Erkenntnisse z.T. für Dich). Lass Deine Tochter so weit es geht ein normales, von Psycho-Überlegungen unbelastetes Leben führen!

Mit liebem Gruß

Jenny
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Beitrag von netkitty »

Mal ganz davon ab was Jenny geschrieben hat, macht es auch keinnen Sinn bezüglich der Skoliose sich im Nachhinein Gedanken über die Ursachen zu machen.
Selbst wenn es dir gelingt die Seele deiner Tochter wieder gerade zu biegen (ist das überhaupt erstrebenswert?), wird damit die Skoliose nicht weggehen.
Die Ansichten von Dahlke halte ich für sehr seltsam, was will er damit erreichen????
Menschen sind nun mal Menschen und deshalb nicht perfekt.
Außerdem kann ich mir nicht vorstellen das alle Krankheiten bei denen Herr Dahlke die Seele als ursächlich verantwortlich sieht, auch tatsächlich auch verantwortlich sind. Eine Querschnittlähmung zum Beispiel wird auch bei noch so verbogener Seele nicht die zwangsläufige Folge sein.
Ich denke als ein möglicher Ansatz ist das, was Dahlke schreibt, durchaus lesenswert. Allerdings sollte man sich davor hüten in dem Buch die Ursache allen Übels auf dieser Welt zu finden.
Sorry loewin, aber da tust du deiner Tochter echt keinen Gefallen.
Lass sie einfach eine unbeschwerte Kindheit haben, zumindest soweit es mit Skoliose und der dazu benötigten Therapie (und da sind wirklich Spezialisten gefragt und keine Schwätzer) überhaupt möglich ist.
Mach ihr das Leben nicht unnötig schwer indem du einen Schuldigen suchst.
Du liebst sie doch so (oder gerade weil sie so ist) wie sie ist.
[size=100][i]Ever tried. Ever failed.
No matter.
Try again. Fail again.
Fail better.[/i]
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Re: Bindegewebschwäche???

Beitrag von BZebra »

lisabet hat geschrieben:Aber woran bitte erkennt man denn eine Bindegewebsschwäche bei Kindern und Jugendlichen???
Ich kann mich an einen Test erinnern, den man häufiger bei mir als Kind gemacht hat. Und zwar versuchen die Hand mit hillfe der anderen so weit wie möglich nach hinten biegen. Das ging bei mir früher beinahe bis zum Anschlag (à la Schlangenmensch im Zirkus)

Dr.Steffan kann dazu aber vielleicht mehr schreiben und seine Erkennungsverfahren nennen.

LG,
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Beitrag von Allegra »

Ja, genau, denn die Grübelei über die Psyche führt ins Leere - letzlich bleiben alle Antworten spekulativ und führen zu nichts. Aber eine Stunde Schroth am Tag und ein optimal korrigierendes Korsett - das bringt Deine Tochter voran!

Also: Konzentriert Euch auf das WESENTLICHE - der Rest ist bestenfalls: unschädlich.

Jenny
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Beitrag von BZebra »

netkitty hat geschrieben:Die Ansichten von Dahlke halte ich für sehr seltsam, was will er damit erreichen????
Ja, das kann ich Dir sacgen. Der Herr Dahlke möchte die Skoliose heilen, indem er deren vermeintliche psychosomatische Ursachen heilt.
Das ist genau das, was an dieser Sache so anziehend auf viele Leute ist. Heilung von Krankheiten auf bequeme und unkomplizierte Weise (ohne Krankengymnastik, Korsett, OP).

Es ist Scharlatarnie, man kanne es nicht anders bezeichnen.
Die Gefahr bei solchen Sachen ist halt immer die, daß man die nachweißlich erfolgreichen Methoden zu gunsten von solchen Psycho-Methoden vernachlässigt. Sowas ist dann natürlich Körperverletzung, denn es hat noch nie funktioniert.

Mal abgesehen davon, aus dem Text von Dahlke wird eigentlich auch klar, daß er eigentlich garnichts von Skoliose versteht. Daß es verschiedene Formen von Skoliose gibt, das ist ihm ganz offensichtlcih entgangen ;D (Siehe mein Röntgenbild links. Auch das ist eine rechts Skoliose.)

Gruß,
BZebra
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Beitrag von Dr. Steffan »

lisabet hat folgendes geschrieben::
Aber woran bitte erkennt man denn eine Bindegewebsschwäche bei Kindern und Jugendlichen???
Genau so wie es BZebra beschrieben hat. Wir kontrollieren die Überstreckbarkeit der Gelenke. Vor allem Hand- Finger und Ellenbogengelenke aber auch die Kniegelenke zeigen diese Überstreckbarkeit.
Dr. Steffan
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Beitrag von loewin16 »

Hallo ihr Interessierten,
ich möchte euch gern auf eure Beiträge (herzlichen Dank)zur Psyche antworten.
Unbestritten ist mittlerweile, dass Körper und Psyche untrennbar zueinander gehören. Und leider nützt uns da die "Vogel-Strauß-Taktik" (nämlich Kopf in den Sand stecken und so tun, als wäre alles in Ordnung) gar nichts!! Davon kann mein Mann, der Psychiater und medizinischer Psychotherapeut ist, ein Lied singen. Das Anschauen, bewusst machen und damit evtl. verändern können, ist das ganze Geheimnis. Klingt sehr einfach, ist es aber leider nicht. Was glaubt ihr wohl, warum viele Klienten über Monate und Jahre Therapien machen.

Wir halten das Einbeziehen der psychischen Ebene für eine weitere gute Chance einen Prozess einzuleiten, der es unserer Tochter möglich machen soll, einen guten Weg für ihr Leben mit der Skoliose zu finden. Da habt ihr auch etwas falsch interpretiert, wenn ihr meint, dass wir jetzt mit Lara Psychotherapie und sonst was machen.

Und noch eines finde ich ganz wichtig: Es geht (auch in der Psychotherapie) nie um Schuldfragen; nicht um Verurteilungen, Bewertungen und dergleichen, sondern darum, einen für sich individuell gangbaren Weg zu finden, der den Leidensdruck möglichst gering halten soll. Und das erscheint uns bei jeglicher Erkrankung wichtig. Was ist denn bitte schön Schuld überhaupt? Und wer will sie wem zuweisen... Wenn euch dieses Thema "Schuld" so sehr beschäftigt, dann ist es vielleicht gut zu schauen, was es mit euch zu tun hat.

Es geht uns auch nicht ums "Geradebiegen" wollen (das tut das Korsett m.A. nach schon mit reichlich Druck!), sondern darum, das Lara eine Chance bekommt, sich im weiteren Wachstum nicht mehr so "krumm machen" zu müssen. Es schränkt unser Kind in keiner Weise ein, wenn wir als Eltern uns dazu Gedanken machen. Wir bemühen uns, sehr sorgfältig mit unseren vier Kindern umzugehen. Sicher nicht immer, aber wir bleiben wachsam.
Und die Skoliose lässt sich nunmal nicht verleugnen. Ich habe mittlerweile schon einige Berichte und Fragen zum Thema Störungen der Psyche durch Skoliosen und durchs Tragen des Korsetts gelesen. Sollen denn da alle so tun, als wäre dieser Aspekt nicht vorhanden? Wie soll den Menschen, die damit nicht zurechtkommen und Schaden an ihrer Seele nehmen, geholfen werden, wenn niemand darauf eingeht??? Das ist für uns kein Lösungsweg.
Ich finde es immer wieder so schade, daß jenes, was anders, nicht die Norm ist (in diesem Fall die anderen Sichtweisen), so leicht abgetan und verurteilt wird. Ich kann es mir nur mit der Angst vor dem Unbekannten, nicht Fassbaren erklären. Dabei kann dabei gar nichts Schreckliches passieren. Denn das, was in unserer Seele enthalten ist, ist sowieso da. Ob wir nun darüber reden/ nachdenken oder nicht.
Es gibt eben nicht nur EINE Wahrheit/ EINEN Standpunkt. Beschreibe ich einen Raum wärend ich an der Tür stehe, so hört sich die Beschreibung desselben von dem, der am Fenster steht, anders an.
Dies alles bitte ich euch auch mal zu bedenken.
Liebe Grüsse von
Loewin16
Allegra
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Beitrag von Allegra »

Hallo loewin,

ich lehne all das, was Du beschreibst, gar nicht ab. Auch ich finde es wichtig und gut, offen für neue Perspektiven und Ansätze zu sein. Aber man muss bei aller Offenheit auch vorsichtig sein. Man muss sich immer wieder fragen: Was hilft wirklich bei Skoliose, welche Therapien und Hilfsmittel sind wirklich effektiv und können die Krümmung aufrichten (das ist nunmal die KG und das Korsett) - und welche Methoden können vielleicht als eine wohltuende Ergänzung herangezogen werden. Niemals aber sollte die "klassische" Skoliose-Therapie zugunsten dubioser "Seelenmethoden" vernachlässigt werden - nun, aber das ist natürlich meine persönliche Meinung (und für Dich bzw. Deine Tochter trifft das ja auch gar nicht zu, soweit ich das beurteilen kann).

Meine ganz persönliche Meinung ist auch, dass ein junges Mädchen von 10 oder 12 Jahren und einer Skoliose genug damit zu tun hat, KG zu machen, Korsett zu tragen, nach Sobernheim zu fahren usw. Den Rest ihrer Freizeit sollte sie ruhig mit TV Soaps, VIVA und BRAVO GIRL verbringen dürfen - wie jede andere Jugendliche. Sie auch noch zur Psychotherapie zu schicken, zur Osteopathie, zur Homöopathie, zur Akkupunktur usw. könnte kontraproduktiv sein: Sie wird sich nur noch als "therapiebedürftig" wahrnehmen - nicht nur körperlich, sondern auch geistig-seelisch. :unknown:

Ich finde diese Diskussion jedenfalls sehr interessant und möchte sie nicht missen!

Liebe Grüße
Jenny
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Beitrag von loewin16 »

Liebe Jenny,
geht mir ähnlich mit der Diskussion.
Meine Tochter reitet leidenschaftlich gern, schaut GZ-SZ, wann immer es geht, ist Superstar-Fan und ein völlig "normales" vorpubertäres Kind.
Die klassische Therapie mit Korsett und Schroth-Gymnastik läuft so mit in unserem Leben; wir versuchen alles so zu integrieren wie das Zähneputzen. Klappt bisher einigermassen, aber wir stehen ja auch noch ganz am Anfang. Und dennoch werden wir Eltern unser besonderes Augenmerk auch auf den psychischen Bereich haben.
Ich habe bei uns im Raum Lippe eine Skoliose-Selbsthilfegruppe gegründet und bin damit auf grosses Interesse gestossen (gestern waren 16 Personen dabei). Nur eine der Betroffenen hat keine idiopathische Skoliose; sie hat einen angeborenen Wirbeldefekt. Ansonsten sind alle Altersgruppen vertreten. ALLE haben eine Bindegewebsschwäche!!! Zwei führen ihre Skoliose auf eine Beinverkürzung zurück. Wer kann mir dazu etwas schreiben?!
LG loewin16
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micros
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Beitrag von micros »

ja, das fänd ich auch interessant.
also, ich habe rechts auch ne Beinverkürzung - auch wenn sich die Orthopäden nicht einigen können wieviel.
Aber die Skoliose habe ich mit nem cm unter dem rechten Fuß.
ist das vielleicht ein weiterer Faktor so wie das schwache Bindegewebe??
Lache wenn es nicht zum Weinen reicht
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Beitrag von skoli06 »

loewin16 hat geschrieben:Hallo,


das Thema der Ursachen für Skoliosen beschäftigt mich auch sehr. Das ist der rationale Teil, der alles erklärt haben möchte und so evtl. die "Ohnmacht" nicht mehr ertagen muss. Wenn ich weiss, wo die Ursache liegt, habe ich vielleicht eher Chancen etwas gegen die Erkrankung zu unternehmen oder die Gefahr für die nachfolgenden Generationen zu minimieren.
Ich persönlich glaube, dass die Psyche bei allen Erkrankungen eine große Rolle spielt. Denn wir tragen ja z.B. alle möglichen Krankheitskeime ständig mit uns herum, werden aber nur dann krank, wenn unser Körper es nicht schafft, sie abzuwehren. Da spielen sicher verschiedene Faktoren eine Rolle (Stress, Kummer, genetische "Schwachpunkte" etc.). So stelle ich mir auch vor, dass die Disposition für eine Skoliose sicher bei vielen Menschen vorhanden ist, aber nicht alle eine hochgradige ausbilden. Eine ausgeprägte Bindegewebsschwäche ist z.B. in unserer Familie und auch bei unserer Tochter Lara vorhanden. Und es gibt in ihrem Körper ein energetisches Ungleichgewicht, dessen Ursache jedoch nicht bekannt ist.
Anscheinend gibt es in unserem Leben viele Dinge, die wir nicht erklären können, die wir hin- und annehmen müssen, wie sie sind. Ich wünsche mir für meine Lara, dass sie lernt ihre Skoliose und deren positiven Seiten anzuerkennen, um ein glückliches und erfülltes Leben zu führen!

Wenn ihr etwas über Tragetuch und Untersuchungen dazu wissen wollt, dann schaut doch mal unter afs-stillen.de nach oder fragt direkt bei Heike Drenker (hhjpd@t-online.de), sie hält Vorträge über das Tragen.
Ich habe übrigens alle meine vier Kinder gestillt (davon die beiden Jüngeren deutlich länger als die Ältesten) und im Tragetuch getragen, aber nur Lara (unsere Jüngste) hat eine Skoliose.
Eure "Ausflüge" nach Afrika und in die Evolution fand ich übrigens sehr interessant!
Wer macht und wo kann man diese 3d-Aufnahmen machen lassen? In Sobernheim auch?
LG loewin16

Hallo Loewin16,
ich habe skoliose bei meiner Tochter vor 2 Jahre entdeckt. Sie ist jetzt 14. Wir haben verschiedene Wege versucht. Sie war 2007 in Bad Sobernheim, 2 Korsette sind angefertigt werden, sie hat sie kaum benutzt, da sie darin nicht zurecht kam. Schroth KG macht sie seit 2 Jahren.
Im Mai 2008 machte sie medizinnische Kräftigungstherapie (18x) bei einem Wirbelsäule- Speziallist (mit Chiro-Kenntnisse), auf seine Empfehlung macht sie weiter (Kieser-Training)
Seit 2 Wochen bekommt sie Akupunktur von einem Heilpraktiker mit Chirotherapie Ausbildung 2x wöchentlich, um die Atemproblem beim Sport zu mindern. Sie ist leidenschaftlich Sportlerin (Leichtathl.)
Durch Röntgenkontrolle im Sept 08 ist festgestellt werden, dass BWS von 30 auf 45 und LWS von 10 auf 23 verschlechtern.
Sie will jetzt Korsett von Rahmouni tragen um die Skoliose aufzuhalten und hofft gerade Rücken zu bekommen. (Die andere Korsett haben wir hier in Essen machen lassen). Wir haben schon Termin bei dr. Hoffmann und rahmouni gemacht. Ich möchte sie unterstützen, dass sie die Korsetttherapie erfolgreich zu Ende macht. Bitte um Erfahrungsaustausch, da ich die Psyche sehr wichtig nehme.
Schöne Grüße
skoli06
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Beitrag von skoli06 »

skoli06 hat geschrieben:
loewin16 hat geschrieben:Hallo,

Hallo Löwin,
danke für die Nachtricht. In eine Woche bekommen wir das neue Korsett, ich bin gespannt darauf.
Wie alt ist deine Tochter Lara jetzt? Wie lange hat sie die Korsett, was für eine?
Bei Dr. Hoffmann (Stuttgart) hat er 3-D-Videoraster-Untersuchungen der Wirbelsäule
.
Schöne Grüße
Skoli


das Thema der Ursachen für Skoliosen beschäftigt mich auch sehr. Das ist der rationale Teil, der alles erklärt haben möchte und so evtl. die "Ohnmacht" nicht mehr ertagen muss. Wenn ich weiss, wo die Ursache liegt, habe ich vielleicht eher Chancen etwas gegen die Erkrankung zu unternehmen oder die Gefahr für die nachfolgenden Generationen zu minimieren.
Ich persönlich glaube, dass die Psyche bei allen Erkrankungen eine große Rolle spielt. Denn wir tragen ja z.B. alle möglichen Krankheitskeime ständig mit uns herum, werden aber nur dann krank, wenn unser Körper es nicht schafft, sie abzuwehren. Da spielen sicher verschiedene Faktoren eine Rolle (Stress, Kummer, genetische "Schwachpunkte" etc.). So stelle ich mir auch vor, dass die Disposition für eine Skoliose sicher bei vielen Menschen vorhanden ist, aber nicht alle eine hochgradige ausbilden. Eine ausgeprägte Bindegewebsschwäche ist z.B. in unserer Familie und auch bei unserer Tochter Lara vorhanden. Und es gibt in ihrem Körper ein energetisches Ungleichgewicht, dessen Ursache jedoch nicht bekannt ist.
Anscheinend gibt es in unserem Leben viele Dinge, die wir nicht erklären können, die wir hin- und annehmen müssen, wie sie sind. Ich wünsche mir für meine Lara, dass sie lernt ihre Skoliose und deren positiven Seiten anzuerkennen, um ein glückliches und erfülltes Leben zu führen!

Wenn ihr etwas über Tragetuch und Untersuchungen dazu wissen wollt, dann schaut doch mal unter afs-stillen.de nach oder fragt direkt bei Heike Drenker (hhjpd@t-online.de), sie hält Vorträge über das Tragen.
Ich habe übrigens alle meine vier Kinder gestillt (davon die beiden Jüngeren deutlich länger als die Ältesten) und im Tragetuch getragen, aber nur Lara (unsere Jüngste) hat eine Skoliose.
Eure "Ausflüge" nach Afrika und in die Evolution fand ich übrigens sehr interessant!
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LG loewin16
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Ursache meiner Skoliose

Beitrag von chaleo »

Hallo Lisabet,
also Ursache meiner Skoliose habe ich für mich bisher zwei möglich Erklärungen:
1. Entweder hat sich bei mir im Mutterleib irgendwas verdreht (ein Arm oder ein Bein, keine Ahnung wie man da so in der Gegend herumschwirrt und welche Möglichkeiten es gibt sich da was zu verdrehen), oder aber es wurde mir kurz nach der Geburt ein Arm oder Bein ein wenig verdreht (nicht absichtlich)

2. Oder ich habe falsch Gehen gelernt. Soll heißen dass bei meinem linken und rechten Bein unterschiedliche Bewegungsabläufe stattfinden was insgesammt auch zur Folgen hat dass sich eine gewisse Verwindung der Muskulatur um die Wirbelsäule einstellt und diese dann wiederum irgendwo eine Skoliose ausbildet.
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Psychoquatsch (Überbewertung der Psychosomatik)

Beitrag von chaleo »

Hier noch kurz meine Meinung zu diesem Thema.
Eigentlich müsste meiner Ansicht nach ein neues Fachgebiet "Somatopsychik"
in der Medizin eingeführt werden.
Sicherlich gibt es ein Wechselwirkung zwischen Psyche und Körper.
Nach meiner Auffassung wird aber die Wirkungsweise nicht sehr realistisch
gesehen. Ich vermute dass die Wirkung viel mehr vom Körper in Richtung Psyche geht als umgekehrt. Besonder bei der Skoliose scheint es mir offensichtlich dass der Körper in den meisten Fällen die Ursache der Problematik ist und die psychischen Probleme daraus folgen. Sicherlich kann sich das dann gegenseitig noch verstärken aber allein durch Psychotherapie lässt sich sicherlich keine Skoliose beheben.
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