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Mel-LeaJane
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Beitrag von Mel-LeaJane »

Hallo BZebra,

lass dir von einer Operierten sagen, dass ich deine Aussagen ("Es setzt eine gewisse Reife und Intelligenz voraus", "Aber Korsett-Therapie ist am Ende nichts für Unvernünftige und Unitelligente") einfach nur dreist, anmaßend und frech finde. Und das in übertriebenem Maße.

Du bist weder eine Intelligenzbestie, weil du dein Korsett getragen hast, noch bist du intelligenter als Jene, die es nicht getragen haben!

Mel
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Wir können es auch gerne übergreifend als Compliance (Mitarbeit) bezeichnen, und offen lassen, auf was genau Compliance denn beruht und wieso manche Patienten sie eben zeigen und andere nicht.

Es gibt halt nun mal viele, die ihre Korsette nicht tragen oder sich nicht um ordentliche Korsette kümmern, und wer in dem Sinne keine Mitarbeit zeigt ist aus welchem auch immer nicht benannten Grund ungeeignet für eine Korsett-Therapie.

Meiner Meinung nach ist es einfach Reife und Intelligenz (oder auch Verstand), weshalb auch von Eltern oftmals wenig Verständnis für das nicht tragen der Korsette ihrer Kinder gezeigt wird, weil bei denen aufgrund des Alters eben diese beiden Dinge meistens vorhanden sind. Kinder und Jugendliche sind gemessen am Standard eines Erwachsenen halt nunmal "doof".

Persönlich würde ich aber aus meinen Bekanntschaften aus Sobernheim zu dem Schluss kommen, dass es bei den meisten Patienten, die ihre Korsette nicht getragen haben oder ein schlechtes Korsett wissentlich weiter getragen haben ohne sich um ein besseres zu kümmern, einfach an Grips gefehlt. Das hat man auch in anderen Situationen gemerkt. Und die OP, zu der es dann "unerarteter Weise" gekommen ist, hatten sie natürlich auch nicht eingeplant...

Und ich würde auch den Jugendlichen die hier im Forum schreiben, und von denen sich viele selbst um ihre Korsett-Therapie kümmern und ihre Eltern mit Informationen versorgen, wesentlich mehr Intelligenz und Reife unterstellen als denjenigen, von denen hier oft frustrierte Eltern berichten und nicht mehr wissen was sie machen sollen.
Schau dir doch die Beiträge unserer Jugendlichen an. Schau dir an in welcher kurzen Zeit seit ihrer Diagnose sie so viel Wissen haben, dass sie anderen hier kompetent Fragen beantworten können... die sind einfach top!
Mel-LeaJane
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Beitrag von Mel-LeaJane »

Deine Überheblichkeit ist kaum auszuhalten.

Sei einfach froh, dass du heutzutage die Möglichkeit hast, dich im Internet zu informieren und dich auszutauschen, und hör einfach auf, ständig so dermaßen dreist anzumaßen!
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Rainer
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Schmerzmittel

Beitrag von Rainer »

BZebra hat geschrieben:Was ich ändern würde?

Medikamentöse Behandlung während der Korsett-Anschulung.
Ich habe mittlerweile erleben müssen, dass es für Schmerzen, die ungefähr genauso stark sind wie die bei der Korsettanschulung, von Ärzten durchaus schöne gute Hammer-Schmerzmittel wie z.B. Novalgin verschrieben wird; macht nicht süchtig, führt nur bei längerem Gebrauch ganz selten zu systemischen Nebenwirkungen, das schlimmste was passieren kann ist ein Kreislaufschock der zwingend behandelt werden muss, also besser nicht alleine sein wenn man es nimmt.

Ich finde es gibt keinen Grund Korsett-Träger in der Eingewöhnung ohne Schmerzmittel zu lassen. Überall ist es selbstverständlich, dass in vergleichbaren Fällen Schmerzmittel verschreiben werden, bei der alternativen Operation natürlich auch, nur bei uns scheint keiner auf die Idee zu kommen.
Novalgin ist, wie du richtig schreibst, ein sehr starkes Schmerzmittel: Ich nehme an, Du nimmst das nur kurzzeitig, z.B. bei Blockaden oder Gleitwirbelbeschwerden zur Vermeidung von nachteiligen Schonhaltungen.

Wer hat Dir gesagt, dass Novalgin nicht süchtig macht? Du müsstest es über längere Zeit absetzen um das bei Dir selbst herauszufinden. Es gibt auch viele Raucher, die behaupten sie seien nicht süchtig.

Wie lange würdest Du solch’ ein Medikament im Rahmen einer Korsett-Anschulung wirklich für sinnvoll halten? Ist da 3 mal täglich ASPIRIN über mehrere Wochen für einen Jugendlichen nicht auch schon ein ziemlicher Hammer?
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Re: Schmerzmittel

Beitrag von SchwarzeSchnecke »

Hallo,

Zum eigentlichen Thema dieses Threads möchte ich mich nicht ausführlich äußern, weil ich es für nicht zielführend halte.

Mel-LeaJane hat geschrieben:Hallo BZebra,

lass dir von einer Operierten sagen, dass ich deine Aussagen ("Es setzt eine gewisse Reife und Intelligenz voraus", "Aber Korsett-Therapie ist am Ende nichts für Unvernünftige und Unitelligente") einfach nur dreist, anmaßend und frech finde. Und das in übertriebenem Maße.

Du bist weder eine Intelligenzbestie, weil du dein Korsett getragen hast, noch bist du intelligenter als Jene, die es nicht getragen haben!

[...]

Deine Überheblichkeit ist kaum auszuhalten.

Sei einfach froh, dass du heutzutage die Möglichkeit hast, dich im Internet zu informieren und dich auszutauschen, und hör einfach auf, ständig so dermaßen dreist anzumaßen!
Deine Reaktion auf das von BZebra Geschriebene finde ich völllig unangemessen und übertrieben. Ich denke auch nicht, daß Du ihr etwas zu befehlen hast.
Daneben erlaube ich mir darauf hinzweisen, daß es bereits vor der Etablierung des Internet Möglichkeiten gab, sich zu informieren und auszutauschen, wenngleich es etwas schwieriger war.
– Wie wär's mit sachlichen Argumenten?!

Rainer hat geschrieben:Novalgin ist, wie du richtig schreibst, ein sehr starkes Schmerzmittel: Ich nehme an, Du nimmst das nur kurzzeitig, z.B. bei Blockaden oder Gleitwirbelbeschwerden zur Vermeidung von nachteiligen Schonhaltungen.

Wer hat Dir gesagt, dass Novalgin nicht süchtig macht? Du müsstest es über längere Zeit absetzen um das bei Dir selbst herauszufinden. Es gibt auch viele Raucher, die behaupten sie seien nicht süchtig.

Wie lange würdest Du solch’ ein Medikament im Rahmen einer Korsett-Anschulung wirklich für sinnvoll halten? Ist da 3 mal täglich ASPIRIN über mehrere Wochen für einen Jugendlichen nicht auch schon ein ziemlicher Hammer?
– Verglichen mit Opiaten ist NOVALGIN nur mäßig stark.
– Der Vergleich mit dem Rauchen ist absurd, denn NOVALGIN ist keine psychotrope Substanz.
– NOVALGIN macht definitiv nicht süchtig; das hätte man in der langen Zeit, in der es sich bereits auf dem Markt befindet, längst herausgefunden.
– Dennoch würde ich es nicht als harmlos betrachten, da es zu einer lebensgefährlichen Agranulozytose führen kann und daneben auch auf Nieren und Leber gehen kann.
– ASPIRIN ist bei Rücken- wie auch bei Bauchschmerzen nicht geeingnet.

Anstelle des Schluckens von Schmerzmitteln würde ich es lieber mit topischen Mitteln versuchen wie z.B. Franzbranntwein, DICLOFENAC-Gel (z.B. VOLTAREN) usw.


VG, Anne
Zuletzt geändert von SchwarzeSchnecke am Do, 10.07.2008 - 14:31, insgesamt 1-mal geändert.
Ausgewachsen und trotzdem korrigierendes Korsett? - Na klar!

Letzter Korsett-Thread: viewtopic.php?t=20971 • Reha in Bad Salzungen: viewtopic.php?f=9&t=10543 • Hypermobilität: viewtopic.php?f=4&t=21414

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Dalia
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Beitrag von Dalia »

Hallo Mel-LeaJane,

du verwurschtelst jetzt etwas.

BZebra sagt nicht, dass Leute, die die Korsetttherapie nicht geschafft haben, grundsätzlich dumm und unreif sind. Sie kritisiert hier nur die Leute, die sie persönlich kennen gelernt hat.

Dass für die Korsetttherapie eine "gewisse Reife und Intelligenz" notwendig ist, darin muss ich ihr uneingeschränkt recht geben. Das heißt aber nicht im Umkehrschluss, dass die, die es nicht geschafft haben, automatisch unintelligent und unreif sind. Aber einige von ihnen brechen aber die Korsetttherapie tatsächlich aufgrund mangelnder Vernunft ab, z.B. weil man sich da im Korsett wie ein Fass fühlt und weil man nicht bereit ist, sich erst mal einige Monate durchzubeißen, um zu sehen, ob man sich nicht doch dran gewöhnen könnte.
Du bist weder eine Intelligenzbestie, weil du dein Korsett getragen hast, noch bist du intelligenter als Jene, die es nicht getragen haben!
Nirgendwo hat das BZebra behauptet und so hat sie es auch nicht gemeint.

Ich bin übrigens mit 15 oder 16 Jahren zu Rahmouni gekommen und das ohne Internet. Ich wäre aber mit Internet vielleicht früher bei ihm gelandet. :/
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
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BZebra
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Re: Schmerzmittel

Beitrag von BZebra »

Rainer hat geschrieben:Novalgin ist, wie du richtig schreibst, ein sehr starkes Schmerzmittel: Ich nehme an, Du nimmst das nur kurzzeitig, z.B. bei Blockaden oder Gleitwirbelbeschwerden zur Vermeidung von nachteiligen Schonhaltungen.
Ich habe es erstmalig wegen einer sehr schmerzhaften Entzüdung vom Notarzt verschrieben bekommen, nach dem ich mit Überdosen von Aspirin nicht zu Rande gekommen bin.

Die Wirkung ist um einiges besser, als die von Aspirin oder Paracetamol, und für die Schmerzen in der Korsett-Eingewöhnung würde ich sie, ohne es jetzt probiert zu haben, als mehr oder weniger ausreichend einschätzen, insbesondere wenn die Schmerzen nach den ersten Tagen dann schon etwas nachlassen.

Es wird ja auch nach Operationen und bei Tumorschmerzen eingesetzt. Ich schätze, dass über einen Zeitraum von mehreren Stunden nach der Einnahme die Schmerzen weitgehend, wenn nicht sogar ganz weg sein müssten, und dadurch die Tragezeit verlängert werden kann, die Eingewöhnungszeit angenehmer würde und sie sich durch längere Tragezeiten am Stück auch verkürzt.

Aspirin und Paracetamol sind viel zu schwach, damit braucht man es gar nicht erst probieren bzw. Kinder und Jugendliche auf die Idee bringen, damit rumzuexperimentieren (bekommen sie auch noch rezeptfrei überall). Überdosierungen sind bei diesen Medikamenten nicht ungefährlich, im Falle von Paracetamol sogar lebensgefährlich. Mit den beiden Medikamenten würde man den Patienten dann aber trotzdem noch unzureichend versorgen; es ist nichts Halbes und nichts Ganzes, man wird es kaum länger im Korsett aushalten und bis zur täglichen Maximaldosis kaum einen nennswerten Unterschied spüren.
Wer hat Dir gesagt, dass Novalgin nicht süchtig macht? Du müsstest es über längere Zeit absetzen um das bei Dir selbst herauszufinden. Es gibt auch viele Raucher, die behaupten sie seien nicht süchtig.
Das steht auf dem Beipackzettel und überall im Netz. Es ist ein Schmerzmittel, das nicht süchtig macht. Über die Gefährlichkeit gibt es unterschiedliche Meinungen und Studienergebnisse, darunter aber auch solche, die davon ausgehen, dass Todesfälle durch Novalgin/Metamizol weit seltener sind als durch Aspirin. Es ist also möglicherweise sogar das harmlosere Medikament.

Die Wirkungsweise beschränkt sich nur auf das Ausschalten des Schmerzes. Man spürt ansonsten nichts; keine Taubheitsgefühle, keine Bewusstseinsveränderungen, keine Wahrnehmungsbeeinträchtigungen... nichts nach dem man süchtig werden könnte.
Wie lange würdest Du solch’ ein Medikament im Rahmen einer Korsett-Anschulung wirklich für sinnvoll halten? Ist da 3 mal täglich ASPIRIN über mehrere Wochen für einen Jugendlichen nicht auch schon ein ziemlicher Hammer?
Nach Operationen mit größeren Schnitten wird es doch schon allein die ersten Wochen danach gegeben. Es kann alle 6 Stunden eingenommen werden. Für meine "läppische" Entzüdung habe ich es auch eine ganze Woche lang in maximaler Dosis eingenommen. Sowas klärt man am besten mit einer Schmerzambulanz ab, die haben vielleicht sogar noch bessere Ideen.

Was aber nach Operationen an Schmerzmedikation möglich ist, das sollte meiner Meinung nach auch bei Korsettträgern möglich sein, insbesondere wenn es sich um Medikamente ohne Suchtgefahr und verschreibungspflichtige (also kontrollierbare) handelt.

Warum hier mit zweierlei Maß messen und von einem Korsettträger verlangen, dass er aufgrund angeblich zu starker Stoffwechselbelastungen es ohne Schmerzmittel hinbekommen soll, wohingegen sich bei Operierten kein Mensch Gedanken über so was macht und es selbstverständlich ist, dass solche Medikamente genommen werden. Man muss Korsettträger doch nicht zum Ökoprodukt machen.
SchwarzeSchnecke hat geschrieben:Anstelle des Schluckens von Schmerzmitteln würde ich es lieber mit topischen Mitteln versuchen wie z.B. Franzbranntwein, DICLOFENAC-Gel (z.B. VOLTAREN) usw.
Es sind aber auch sehr tiefliegende, an der Wirbelsäule lokalisierte Schmerzen; nicht nur Oberflächenschmerzen durch Druck, teils sogar kaum Oberflächenschmerzen sondern nur Taubheit. Meinst du da kommt man hin über cutane Applikation von Diclofenac?
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Rainer
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Diskussion zielführend?

Beitrag von Rainer »

SchwarzeSchnecke (Anne) hat geschrieben:Zum eigentlichen Thema dieses Threads möchte ich mich nicht ausführlich äußern, weil ich es für nicht zielführend halte.
Anne - wir haben eine erfolgreiche Korsettbehandlung gefunden und BZebra hat sehr anschaulich Ihre Erfolgsgeschichte erläutert. Da hier viele 13-jährige mit einer schweren Skoliose auftauchen, ist das ein wertvoller Erfahrungsbericht. Das hilft Betroffenen zu entscheiden, ob sie es genauso machen wollen oder nicht. Deshalb halte ich die Diskusssion für zielführend.

LG Rainer
Mel-LeaJane
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Beitrag von Mel-LeaJane »

chilli-pepper hat geschrieben:Hallo BZebra
Meinst du, du könntest nähere Informationen zur genauen Vorgehensweise der Nachtkorsettversorgung in Frankreich in Erfahrung bringen?

Ab wann Nachtkorsett? Wie wird die Indikation zum Nachtkorsett festgestellt (es ist ja nur ein kleiner Gradzahlbereich von unter 10 Grad und gar nicht behandlungsbedürftig und über 20 Grad bei dm i.d.R. dann schon mehr als nur ein nachts zu tragendes Korsett notwendig ist).

Wie werden diese Patienten überwacht, um den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen? Was sind dann die Indikatoren um eine Nachtkorsettversorgung zu beginnen?
Ja, ich denke ich bekomme mehr Infos dazu , ich werde ihn anmailen und hoffe auf baldige Antwort!
LG chilli-pepper
Hallo Chilli-pepper,

gibt es Neuigkeiten dazu?

LG Mel
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chilli-pepper
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Beitrag von chilli-pepper »

Hallo
endlich komme ich dazu , zu dem Thema zu antworten. Um in Erinnerung zu rufen , was ich zu Anfang geschrieben habe, wiederhole ich mich mal...:

An dieser Stelle darf ich dochmal auf die Aussage von Klaus Nahr und Freddy Hoeltzel bei ihrem Vortrag bei der Skolionale erinnern und zitieren:
Herr Nahr bemängelte, dass Skoliosen bei Kindern in Deutschland zu wenig Beachtung geschenkt wird. z.B. werden Skoliosen in Frankreich in der Regel bei Schuluntersuchungen erstmalig erkannt. Bereits zu diesem Zeitpunkt wird den Kindern ein Nachtkorsett verordnet, so dass in Frankreich kaum Skoliosen über 30° bei Kindern auftreten.



Freddy Hoeltzel erklärte auch warum das so ist - die Kinder werden sofort nach Erkennung begleitend osteopathisch behandelt...
Dieses Konzept ist für mich der wahre Trend der Zukunft-denn die Erfolge sind ja schon da ! Na da werden ja sicher wieder alle Schulmediziner aufschreien!!!
Somit schiebe ich die Verantwortung auch zur medizinischen Versorgung- bei der sich dringend was ändern muss!!!
---------------------------------------------------------------------------
Nun habe ich mit F.Hoeltzel noch mal Rücksprache gehalten, nach seiner Erfahrung liegt es daran , dass in Frankreich vor Allem die Untersuchungen beim Kinderarzt gewissenhafter durchgeführt werden U2-U9 und weitere...Ich kann nur bestätigen, bei meinen Kindern wurde auch oft nur so im Schnelldurchlauf untersucht und nie im Heft angekreuzt, so dass ich es im Nachhinein zu Hause hätte durchlesen können, das Original behielt der Arzt.

In Frankreich werden auffällige Kinder dann engmaschig kontrolliert, so dass eine Verschlechterung schnell bemerkt wird . Aber ich muss zugeben, das ich vergessen habe, ab wieviel ° ein Nachtkorsett empfohlen wird- in Erinnerung ist mir eine Gradzahl deutlich unter 20- ich werde das nochmal explizit nachfragen!- VERSPROCHEN! :flehan:
Rainer hat geschrieben:@Chilli-Pepper: Mich interessieren die Fragen von BZebra bzgl. Frankreich auch: Frag' bitte auch mal konkret, wieviele Skoliose-OPs dort im Jahr durchgeführt werden, damit wir die Größe "kaum" besser einschätzen können.
NEIN,DAS WERDE ICH NICHT TUN!!! WEIL ES MICH NICHT INTERESSIERT

Zur Info: F.Hoeltzel ist in der konservativen Behandlung tätig, demzufolge hat er in diesem Bereich mehr Infos, aber er bestätigte auch , dass in Frankreich auch ein paar "erfolgsorientierte Chirurgen" gelegentlich der Meinung sind 30° Skoliosen operieren zu müssen...
Um über OP-Zahlen Auskunft geben zu können, hat er dort Kollegen, die ihm Auskunft geben könnten.
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Und abschließend noch etwas HERZLICHES ALLGEMEINES ZUR INFO:

Gerne bin ich bereit für Betroffene und deren Angehörige, jegliche Infos an Land zu ziehen, die gewünscht werden! Nicht umsonst fahre ich zu Vorträgen und nutze Gespräche mit Fachleuten um auf dem Laufenden zu sein.
Für andere Personen,(egal ob Fachpersonal aus dem medizinischen Bereich oder Leuten, die denken es zu sein, oder Leuten die es gerne wären...) die der Meinung sind alles wissen zu wollen , um es anschließend anzuzweifeln und auseinanderpflücken zu müssen, weil sie denken alles besser zu wissen werde ich KEINE Infos einholen!!!

Ich bin hier kein Handlanger wie auf dem Bau, der anderen alles zuträgt. Diesen Leuten rate ich in Zukunft sich bei Vorträgen selbst anzumelden und die Lauscherchen ordentlich aufzusperren.

So und jetzt wünsche ich allen noch einen schönen Tag!
chilli-pepper
Zuletzt geändert von chilli-pepper am So, 03.08.2008 - 12:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Mel-LeaJane »

Hallo Chilli,

vielen vielen Dank für deine Mühen.

Ich bin erfreut, dass ich von meiner Kinderärztin also ne echte Leistung erfahren habe.

Denn SIE hat es gesehen. SIE hat mir die hundertste Überweisung zu einem Orthopäden ausgeschrieben und sich meine Sorgen angehört. SIE hat mir zugesprochen und mich unterstützt.

Was bin ich froh! Denn das scheint nicht immer oder gar selten (?) der Fall zu sein.

DANKE Fr. Dr. Kurzke!

@Chilli
Ich habe ja hier auch von einer Nachtkorsettversorgung bei ° zwischen 10 und 20 gelesen.
Meine Tochter hat, laut Aussage unserer letzten Orthopädin, 18°. Obs genau stimmt, weiss ich nicht. Ich bin am 1.10 zur WS-Sprechstunde in Berlin, da erfahre ich dann sicher genaueres.

Aber Hr. Nahr sagte direkt Ganztagskorsett und bei Erreichung einer Korrektur bzw leichter Überkorrektur dann weniger Tragezeit.
Also von Nachtkorsett keine Rede.

Aber auch ich kann mich ja mal erkundigen, bei ihm am 14. August, wie lange bzw in welchem °-Raum er ein Nachtkorsett für angebracht hält.

Nochmals DANKE chilli :)

LG Mel
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Zunächst mal kann es sein, dass es keine 18 Grad sind (auf meinem Röntgenbild im Korsett siehst du einen 18 Grad Bogen) und die Skoliose deiner Tochter dürfte auch noch einmal einfacher zu korrigieren sein, weil sie nur einen langen Hauptkrümmungsbogen hat und keine weiteren Hauptkrümmungsbögen zum Ausgleich.

Was das ganztags zu tragende Korsett bei nur 18 Grad angeht, muss ich allerdings sagen, dass ich das zu viel finde. Es macht (vor allem psychisch) natürlich einen ganz gewaltigen Unterschied ob man ein Korsett nur im Bett trägt oder auch tagsüber. Im ersten Falle nimmt man es fast gar nicht wahr, im letzteren bedeutet es eine große Einschränkung und Umstellung des Alltags und nicht zuletzt auch meistens Stress zwischen Eltern und Kind, weil niemand gerne tagsüber ein Korsett trägt, nachts über, wenn man daran gewohnt ist, dagegen aber schon, dann möchte man nicht ohne Korsett schlafen!

Ich würde mich sehr für ein Nachtkorsett aussprechen, weil es nicht nur sehr wirkungsvoll ist, sondern eben auch die Therapiemethode, die die geringste Belastung darstellt, noch vor täglicher oder mehrmalig wöchentlicher Physiotherapie. Das ist finde ich der entscheidende Punkt, es ist die patientenfreundlichste Behandlunsgmethode. Wenn das Korsett tagsüber getragen werden soll, ist es das aber nicht mehr! Dann würde ich tägliche intensive Physiotherapie nach Vojta oder Schroth vorziehen.
Mel-LeaJane
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Beitrag von Mel-LeaJane »

@BZebra

Zum Einen, woher willst du wissen, wie sehr es ein 4 (!) jähriges Kind einschränkt, tagsüber ein Korsett zu tragen? Woher nimmst du dir das Recht zu sagen, es sei eine psyschiche Belastung?

Ich könnte das alles NICHT behaupten.

Eine Aussage dazu kann ich erst treffen, wenn meine Tochter das Korsett hat. Wenn es dann GARNICHT funktioniert, werde ich entsprechend dem mit dem OT einen Weg finden, da bin ich mir sicher.

Es ist dennoch besser, mit 4 (!) Jahren ein Korsett länger zu tragen, und dann die Tragzeit zu verringern, als es Anfangs nur Nachts zu tragen und dann wegen eventueller Verschlechterung die Tragzeit aufzustocken.

Abwärtskompatibel ist alles. Aufwärts wirds schon schwieriger!

Das es sein kann, dass meine Tochter keine 18° hat, sagte ich ja bereits. Ich selbst bin leider nicht in der Lage, dies auszumessen, weil ich nicht weiss, ob das RB dazu eine bestimmte Größe haben muss, und weil ich nicht genau weiss, wo die SKoli anfängt und wo sie aufhört. Vielleicht magst du mir dabei helfen?

Ja, sie hat nur eine einbogige Krümmung, allerdings hat sie eine deutlich sichtbare links-eingeknickte Haltung und ein Paket auf der linken Hüfte (sagt man das so?).

Naja, wie auch immer.

Ich halte Dinge, die sich "runterschrauben" lassen für besser, als gewohnte Dinge später extrem "raufzuschrauben" (hier: bezogen auf die Tragzeit).

LG Mel
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Mel-LeaJane hat geschrieben:Zum Einen, woher willst du wissen, wie sehr es ein 4 (!) jähriges Kind einschränkt, tagsüber ein Korsett zu tragen? Woher nimmst du dir das Recht zu sagen, es sei eine psyschiche Belastung?
Du kannst hier im Forum auch einige wenige Berichte von Eltern so kleiner Korsettträger lesen. Ulli hat es nie geschafft ihre Tochter dazu zu bringen, ihr Korsett tagsüber zu tragen, und sie hatte sogar 30 Grad und damit wohl noch ziemliches Glück, dass es am Ende doch gelangt hat, es nur nachts zu tragen.

Auch von den Twin-Eltern kannst du doch hier lesen, dass die kleine weint, wenn sie ihr Korsett anziehen muss.

Per PM hatte ich jetzt erst Kontakt mit jemandem, der mit einer 6 jährigen Tochter das gleiche Problem hat.

[equote="Zitat aus der PM"]Sie hardert extrem mit ihrem Schicksal und es kommen schon solche Sprüche, wie: "Ich will nemme Leben", "Ich will jemand anders sein."... Das tut mir soooo weh, weil ich ihr nicht helfen kann. Mit guten Worten gehen die Schmerzen halt net weg.[/equote]
Wie oft kommt es denn bei euch zu Hause vor, dass du deiner Tochter etwas abverlangst, was dazu führt, dass sie weint, und dann auch noch darauf bestehen musst, dass es trotzdem gemacht wird?

Die psychischen Auswirkungen solcher Zwangs-Situationen, in denen du dem Kind nicht begreiflich machen kannst, warum das so sein muss, sind gar nicht kalkulierbar.
Ich könnte das alles NICHT behaupten.
Ich weiß nicht ob du jetzt selbst Korsett getragen hast oder nicht oder wenn, du dich vielleicht nicht mehr richtig daran erinnerst, aber als Korsettträger kann man das natürlich schon. Ein Korsett ist niemals etwas bequemes, und das sind Kinder!
Es ist dennoch besser, mit 4 (!) Jahren ein Korsett länger zu tragen, und dann die Tragzeit zu verringern, als es Anfangs nur Nachts zu tragen und dann wegen eventueller Verschlechterung die Tragzeit aufzustocken.
Die Krümmung ist so gering, dass letzteres sehr unwahrscheinlich ist. Es besteht sogar noch eine nicht unbeträchtliche Chance, dass sie sich ganz ohne Therapie verwächst! Gibst du deiner Tochter gleich die volle Dosis, nimmst du ihr diese und andere Chancen auf eine schonendere Therapie.

Ich weiß nicht warum Nahr solche Maßnahmen vorschlägt, ich kann mich nur erinnern, dass er ich glaube bei Jana's Tochter eine Nachtkorsett-Versorgung abgelehnt hat, mit eben genau dieser Begründung wie ich sie dir genannt habe, man solle dem Kind diese Sache nach Möglichkeit ersparen.

Wenn er bei der Nachtkorsetttherapie generell eine Eingewöhnungszeit auf ganztags und erst anschließende Reduzierung vorsieht, dann kann ich diese Aussage jetzt auch nachvollziehen. Das habe ich zu diesem Zeitpunkt damals nicht verstanden, wie man ein nur nachts getragenes Korsett als eine Belastung bezeichnen kann, die man "ersparen" sollte, denn das ist es nun mal wirklich nicht, wenn es nur im Bett getragen wird.

Weder von Rahmouni noch von Sobernheim oder Bad Salzungen habe ich auch je von solchen Praktiken gehört. Es käme mir auch vor wie mit Kanonen auf Spatzen geschossen, zumal diese Krümmung sogar mit Vojta vielleicht schon komplett begradigbar ist. Selbst Krümmungen von deutlich über 20 Grad werden in der Regel noch mit Tragezeiten von nur 12 bis 16 Stunden am Tag therapiert, da ist nichts mit kompletter Eingewöhnung auf ganztags.
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Beitrag von Dalia »

BZebra hat geschrieben:Auch von den Twin-Eltern kannst du doch hier lesen, dass die kleine weint, wenn sie ihr Korsett anziehen muss.
Sie hat das Korsett ja auch noch nicht lange.

Ich bekam mit 9 Jahren mein erstes Korsett und hatte keine andere Wahl, ich musste mich dran gewöhnen, ob ich wollte oder nicht. Psychisch belastend wurde es erst im Jugendalter, als die Skoliose trotz Korsett sich stetig weiter verschlimmerte. Allgemein ist mein Eindruck, dass Kinder sich besser an ein Korset gewöhnen als Jugendliche, wo das eigene gute Aussehen sehr im Vordergrund steht.

BZebra, mir erscheint Nahrs Vorgehen auch sinnvoll. Meine damals noch sehr kleine Skoliose entdeckte man mit 5 Jahren, es wurde dann Vojta gemacht, an ein Korsett wurde da noch nicht gedacht. Die Skoliose wurde weiterhin schlechter. Ob sie mit einem Nachtkorsett aufgefangen wurde, weiß ich nicht, aber die Verschlechterung nahm mit den Jahren deutlich zu.
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Beitrag von Mel-LeaJane »

BZebra hat geschrieben: Du kannst hier im Forum auch einige wenige Berichte von Eltern so kleiner Korsettträger lesen. Ulli hat es nie geschafft ihre Tochter dazu zu bringen, ihr Korsett tagsüber zu tragen, und sie hatte sogar 30 Grad und damit wohl noch ziemliches Glück, dass es am Ende doch gelangt hat, es nur nachts zu tragen.
Ich werde mir die Berichte noch durchlesen, versprochen. Aber es sind, wie du sagst, EINIGE WENIGE. Das sagt nichts über das allgemeine Befinden und die Einschränkung von Kids im Korsett aus.
Ich behaupte auch nicht, dass bei uns alles reibungslos klappen wird - um Gotteswillen.
ABER ich nehme mir das Recht heraus, diese einigen wenigen Berichte nicht auf mein Kind zu münzen.
Ich werde es probieren, mit meiner Tochter zusammen - die frohen Mutes ist, sich freut auf ihr Korsett und die Tage zählt, bis es soweit ist.

Desweiteren denke ich DEFINITIV, ist es für ein Kind WESENTLICH einfacher, sich an ein Korsett zu gewöhnen. Die Einschränkungen lassen sich von Kinder wesentlich schneller kompensieren, als von Jugendlichen.
BZebra hat geschrieben: Auch von den Twin-Eltern kannst du doch hier lesen, dass die kleine weint, wenn sie ihr Korsett anziehen muss.
Ja, das streite ich nicht ab (auch wenn ich es noch nicht gelesen habe). ABER die Kleine hat 40° (!) und meine Tochter nichtmal 20°. Das heisst, die Kleine der Twin-Eltern ist DOPPELT so schwer belastet.
Es ist schon ein Unterschied ein Kind mit 40° oder ein Kind mit 20° ins Korsett zu stecken. Klar, bei ersterem ist es schwerer, aber genau deswegen ist es bei letzterem umso wichtiger, damit es nicht 40° wären, und es nicht so schwer wird, ein Korsett anzugewöhnen. Ich möchte wetten, die Twin-Eltern würden rückblickend ihr Kind lieber eher und mit weniger Grad ins Korsett "verfrachten" als sorum. Die Wahl haben sie aber leider nicht mehr/nie gehabt.
BZebra hat geschrieben: Per PM hatte ich jetzt erst Kontakt mit jemandem, der mit einer 6 jährigen Tochter das gleiche Problem hat.

[equote="Zitat aus der PM"]Sie hardert extrem mit ihrem Schicksal und es kommen schon solche Sprüche, wie: "Ich will nemme Leben", "Ich will jemand anders sein."... Das tut mir soooo weh, weil ich ihr nicht helfen kann. Mit guten Worten gehen die Schmerzen halt net weg.[/equote]
Auch hier geht es um EIN Kind, und eins, was nochdazu 2 Jahre älter ist. Und 2 Jahre machen vielleicht (!) viel aus. Ich weiss bei den Geschichten, von denen du sprichst, nicht, wie die Vorgehensweise war. Was das Kind für eine Einstellung vorher hatte. JEDES Kind ist verschieden. Deswegen werde ich es mit meiner Tochter VERSUCHEN, das sollte einfach JEDER tun, so es nötig ist.
BZebra hat geschrieben: Wie oft kommt es denn bei euch zu Hause vor, dass du deiner Tochter etwas abverlangst, was dazu führt, dass sie weint, und dann auch noch darauf bestehen musst, dass es trotzdem gemacht wird?
Die psychischen Auswirkungen solcher Zwangs-Situationen, in denen du dem Kind nicht begreiflich machen kannst, warum das so sein muss, sind gar nicht kalkulierbar.
Oh glaube mir, ich muss meiner Tochter OFT etwas abverlangen, was sie zu einem Aufstand bringt, wo sie weint und schreit. Der einzige Unterschied dazu ist, es verursacht keine Schmerzen.
DESWEGEN möchte ich meiner Tochter das Korsett nahe bringen, bevor sich die Skoli doppelt verschlechtert, damit es erst GARNICHT so sehr schmerzt!
BZebra hat geschrieben:
Ich könnte das alles NICHT behaupten.
Ich weiß nicht ob du jetzt selbst Korsett getragen hast oder nicht oder wenn, du dich vielleicht nicht mehr richtig daran erinnerst, aber als Korsettträger kann man das natürlich schon. Ein Korsett ist niemals etwas bequemes, und das sind Kinder!
JA, ich habe selbst ein Korsett getragen. Mit über 40° und steigender Verschlechterung (übertrieben gesagt täglich) und das als pupertierender Teenager.
Und genau DAS ist der Grund, dass ich meiner Tochter eine viel schlechtere Skoli und eine spätere Korsettanschulung zu Teenie-Zeiten ersparen möchte. Es wird nur schlimmer - es wird mehr weh tun, es wird mehr Protest geben und und und.
DESHALB lieber jetzt. Sie kann sich viel besser damit abfinden jetzt, als als pubertierender Jugendlicher, der starke Schmerzen im Korsi hat, weil die Skoli trotz Früherkennung sich aufgrund wartender Ärzte einfach verschlechtert hat, als Jugendlicher, der sehr aufs Aussehen achtet und und und.

Meine Tochter findet das alles NOCH cool, sie hat das Korsi noch nicht. Aber warum sollte ich die Chance nicht nutzen, wenn sie so positiv eingestellt ist.
Warum sollte ich warten, bis Korsitragen wirklich unumgänglich zur Qual wird.
WARUM?
BZebra hat geschrieben: Die Krümmung ist so gering, dass letzteres sehr unwahrscheinlich ist. Es besteht sogar noch eine nicht unbeträchtliche Chance, dass sie sich ganz ohne Therapie verwächst! Gibst du deiner Tochter gleich die volle Dosis, nimmst du ihr diese und andere Chancen auf eine schonendere Therapie.
Bitte? Habe ich was verpasst? Chancen auf eine schonendere Therapie? WELCHE denn bitte?
Vojta ist also schonend? Und, hilft es die Skoli aufzuhalten, bei einem 4 jährigen Kind, was jetzt schon eine Skoli hat, und im Jahr mehr als 20cm wächst?

Ich frag dich allen Ernstes:
Sollte ich warten, bis es schlechter wird? Sollte ich mir später die Vorwürfe anhören, ich hätte es gewusst, und nichts unternommen?

Nein, das kann einfach nicht dein Ernst sein. Ich behandle eine Lungenentzündung auch nicht homöopathisch und WARTE, bis es besser wird. Denn es wird nicht besser werden.

An der WS meiner Tochter sind KG-technisch gesehen noch mehr Baustellen. Es würde definitiv NICHT ausreichen, auf die KG zu bauen. Egal ob Vojta oder Schroth. Es hilft ihr nichts, bevor die anderen Sachen nicht mit normaler KG aus dem Weg geräumt sind.

BZebra hat geschrieben: Ich weiß nicht warum Nahr solche Maßnahmen vorschlägt, ich kann mich nur erinnern, dass er ich glaube bei Jana's Tochter eine Nachtkorsett-Versorgung abgelehnt hat, mit eben genau dieser Begründung wie ich sie dir genannt habe, man solle dem Kind diese Sache nach Möglichkeit ersparen.

Wenn er bei der Nachtkorsetttherapie generell eine Eingewöhnungszeit auf ganztags und erst anschließende Reduzierung vorsieht, dann kann ich diese Aussage jetzt auch nachvollziehen. Das habe ich zu diesem Zeitpunkt damals nicht verstanden, wie man ein nur nachts getragenes Korsett als eine Belastung bezeichnen kann, die man "ersparen" sollte, denn das ist es nun mal wirklich nicht, wenn es nur im Bett getragen wird.

Weder von Rahmouni noch von Sobernheim oder Bad Salzungen habe ich auch je von solchen Praktiken gehört. Es käme mir auch vor wie mit Kanonen auf Spatzen geschossen, zumal diese Krümmung sogar mit Vojta vielleicht schon komplett begradigbar ist. Selbst Krümmungen von deutlich über 20 Grad werden in der Regel noch mit Tragezeiten von nur 12 bis 16 Stunden am Tag therapiert, da ist nichts mit kompletter Eingewöhnung auf ganztags.
ICh kann mich nur immer wieder wiederholen.
Ich verstehe nicht, wo das Problem liegt, eine Ganztagsversorgung ANZUSTREBEN, und bei gegebenenfalls nicht-funktionieren oder wesentlicher Besserung zu sagen, machen wir eben paar Stunden weniger.

Wenn als Kind jemand zu dir gesagt hätte, mach ne Stunde KG, aber ne halbe würde eigentlich auch reichen, was hättest du gewählt? und jetzt erzähl mir bitte NICHTS vom Pferd.

Ich finde diese Vorgehensweise, wie schon paar Mal begründet, absolut sinnvoll. Runterschrauben geht immer, rauf nicht so einfach.

Manchmal frage ich mich, wer hier Zerpflücker und "An-den-Haaren-herbei-Zieher" ist?!

LG Mel
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Mel - dorsale Spondylodese Th3-L2 (Isola) 1997/Korrektur auf ca. 35°
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Beitrag von Mel-LeaJane »

@Dalia

Schön zu lesen, dass andere genauso denken wie ich.
Das bestärkt mich sehr in meiner Meinung und in meinem Handeln. Noch mehr bestärkt mich, neben meiner Negativ-Geschichte, natürlich auch deine Geschichte darin, dass ich den richtigen Weg gehe.
Aufhören kann man immer, anfangen wird mit jedem Tag schwerer.

Natürlich setze ich mich gern mit kontroversen Meinungen auseinander, keine Frage.
Aber Zuspruch bzw das Wissen darum, dass andere es genauso sehen, tut natürlich auch gut :)

LG Mel
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Beitrag von BZebra »

Mel-LeaJane hat geschrieben:Bitte? Habe ich was verpasst? Chancen auf eine schonendere Therapie? WELCHE denn bitte?
Vojta ist also schonend? Und, hilft es die Skoli aufzuhalten, bei einem 4 jährigen Kind, was jetzt schon eine Skoli hat, und im Jahr mehr als 20cm wächst?
Vojta ist schonender (einfacher, weniger belastend) als ein tagsüber getragenes Korsett, es ist aber nicht weniger belastend als ein nur nachts während des Schlafens getragenes Korsett.

Du könntest sie auch mit Vojta therapieren (täglich von dir mit ihr ausgeführte Übungen), und damit sind die Chancen auch nicht schlecht. Es ist bei diesen Gradzahlen und in dem Alter eine sehr wirkungsvolle Methode, wenn sie richtig durchgeführt wird.

Ein nur nachts getragenes Korsett ist aber nicht nur weniger belastend sondern noch wirkungsvoller als Vojta, und schon damit ist sie sozusagend übertherapiert; diese Versorgung wird also mehr als genug ausreichend sein. Die Tragezeit auf tagsüber zu erhöhen ist dann IMHO schon weit weit über das Ziel hinausgeschossen, den Stress würdest du ihr nicht antun müssen.
Sollte ich warten, bis es schlechter wird? Sollte ich mir später die Vorwürfe anhören, ich hätte es gewusst, und nichts unternommen?
Nur nachts mit Korsett versorgen, nicht tagsüber!

Weil es einen riesen Unterschied im Bewusstsein über das Korsett ausmacht. Nachts hat sie sich innerhalb ein paar weniger Tage daran gewöhnt und wird dann sehr schnell sogar noch nicht mal mehr ohne Korsett schlafen wollen, tagsüber dagegen wird sie mit jeder Bewegung an das störende Gerät erinnert, wenn es auch noch Schmerzen verursacht, was nicht zwangsläufig von den Druckpelotten kommen muss und mit der Stärke der Krümmung zusammen hängt, sondern auch von stützenden Kanten wie unter der Schulter, umso schlimmer.

Fraglich ist auch, ob du mit einem tagsüber getragenen Korsett gegenüber einem nur nachts getragenen Korsett nicht sogar mehr Schaden anrichtest als es zusätzlichen Nutzen oder Sicherheit bringen kann. Die physiologische Gangweise des Menschen beinhaltet mit jedem Schritt eine Drehbewegung die sich durch die gesamte Wirbelsäule fortpflanzt. Diese und andere Bewegungen sind nicht möglich im Korsett. Du störst damit ihre motorische Entwicklung! Es ist nicht so, dass die Korsettversorgung (eine partielle Ruhigstellung des Bewegungsapparates) null Nebenwirkungen hat.
Nein, das kann einfach nicht dein Ernst sein.
Doch, ihr wäret hier im Forum die aller ersten mit so einer hohen Tragezeit bei so einer kleinen Skoliose; mit Abstand sogar! Es gibt hier niemanden, der bisher bei dieser geringen Gradzahl mit einem tagsüber zu tragenden Chêneau-Korsett versorgt wurde!

Wenn dann wäre für eine Ganztagsversorgnung in so einem Fall dann eher ein (röntgenologisch auf Korrektur überprüftes) Spinecor angebrachter. Macht Nahr nicht, wärest du an der falschen Adresse.
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Beitrag von Dalia »

Hallo Mel,

ich denke wie du, aber zugleich ist BZebras Argumentation für mich auch sehr nachvollziehbar, zumal es um eine sehr kleine Skoliose in einem nicht kritischen Alter (kritisch ist das Jugendalter) geht. Somit habe ich hier eine uneindeutige Position, d.h. ich bin weder für die eine noch für die andere, für mich sind beide Positionen gut vertretbar. Was für deine Argumentation spricht, ist, dass Nahr dein Kind vor seinen Augen hat, wir hingegen nicht. Was für BZebras Argumentation spricht, ist ihre intensive Auseinandersetzung mit Erfolg und Misserfolg von Korsetttherapien.

Vojta-Therapie ist in der Tat eine sehr effektive Krankengymnastik (hatte ich als Kind); die Kombination von Nachtkorsett mit Vojta tagsüber stelle ich mir besonders gewinnbringend vor. Vojta-Therapie ist allerdings keine schöne Therapie.

BZebra hat recht, dass ein Nachtkorsett gut zu ertragen ist, hat man sich erst mal dran gewöhnt.
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meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
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Beitrag von Klaus »

chilli-pepper hat geschrieben:Für andere Personen,(egal ob Fachpersonal aus dem medizinischen Bereich oder Leuten, die denken es zu sein, oder Leuten die es gerne wären...) die der Meinung sind alles wissen zu wollen , um es anschließend anzuzweifeln und auseinanderpflücken zu müssen, weil sie denken alles besser zu wissen werde ich KEINE Infos einholen!!!

Ich bin hier kein Handlanger wie auf dem Bau, der anderen alles zuträgt. Diesen Leuten rate ich in Zukunft sich bei Vorträgen selbst anzumelden und die Lauscherchen ordentlich aufzusperren.
Du sprichst mir aus der Seele. :ja:

Gruss
Klaus
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