Suche nach Erfolgsgeschichten

Schreibe deinen Erfahrungsbericht zur Skoliose, Schmerzbekämpfung etc. oder tausche Erfahrungen mit Leidensgenossen aus
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BZebra
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Re: Tread carefully!

Beitrag von BZebra »

Rainer hat geschrieben:Isolde kenne ich tatsächlich, aber ihr Passwort habe ich nicht. Sie hatte mich ursprünglich auf dieses Forum aufmerksam gemacht. Aber wenn Du mich mit Isolde vergleichen willst, ist das so als ob Krankenschwester und Arzt auf die gleiche Ebene gehoben werden. Sie hat nicht wirklich Ahnung von Skoliose/Kyphose. Ich zumindest ein bischen. ;)
Da du nicht nur die gleichen IP wie Isolde(s-Vater) zur gleichen Zeit benutzt hast, sondern auch noch den gleichen Schreibstil und die gleichen Paranoien hast, heißt das du bist schizophren? Multiple Persönlichkeit?

Du stimmst in 7 Punkten mit Isolde(s-Vater) überein. Persönliche Bekanntschaft erklärt nur 2 bis maximal 3 davon.
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Rainer
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Persönlichkeit

Beitrag von Rainer »

Hey, über Deine "Persönlichkeit" ist hier schon viel diskutiert worden und ich hab' mich nie daran beteiligt. Ich will keinen Zoff - les' mal was Kypho 60 geschrieben hat. Ich denke wir sollten friedlich bleiben.
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chilli-pepper
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Beitrag von chilli-pepper »

Hallo Rainer,
Rainer hat geschrieben:@Chilli-Pepper: Du denkst für Dich selbst m.E. zu kurzfristig. Wenn eine OP für Dich völlig ausgeschlossen ist, würde das Nachtkorsett angehen bevor die großen Schmerzen kommen.
Du hast aber gelesen, dass ich seit 5 Jahren selten bis gar keine Schmerzen mehr habe, ja???

Zum Nachtkorsett: Welchen Arzt empfiehlst du mir denn, und zu welchem OT sollte ich gehen?
LG chilli-pepper
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

[OFF-TOPIC]

Rainer, Patienten oder Betroffenen Accounts faken geht nicht, das ist hier nicht erlaubt. Und wenn wir auch nur zu einem von den anderen nervigen gefakten Accounts, die hier nach Isoldes erstmaligen Auftreten aus genau der selben Region Deutschlands immer und immer wieder aufgetaucht sind, auch nur eine sichere Verbindung zu dir finden, dann bist du hier draußen (zum x-ten Mal dann schon)!

[/OFF-TOPIC]
Nichtschwimmer
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Beitrag von Nichtschwimmer »

unglaublich hat geschrieben:
Klaus hat geschrieben:Bei jemanden, wie Rainer, der sich selbst noch nicht um seine eigene Skoliose/Kyphose kümmern musste (er hat keine)
Und was macht Rainer denn hier????? Wieso gibt er Tipps, wenn er selber nicht betroffen ist??

Fairerweise muss man aber auch dazu sagen, dass Du auch nicht gerade mit offenem Visier spielst!

Warum nicht?
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Rainer
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Deine Erfolgsgeschichte

Beitrag von Rainer »

@BZebra:
Du scheinst hier die Chefin im Forum zu sein, das akzeptiere ich. Aber Macht verpflichtet auch: Du kannst hier manipulieren und behaupten was du willst und keiner kann es überprüfen. Deshalb sind wir gerade auf Deine Ehrlichkeit besonders angewiesen:
[equote]25 Jahre: 38°, gut zwei Jahre nach kompletter Korsettabschulung [/equote]Die Widersprüche an Deiner Adult-Korsett-Motivation sind nicht zu übersehen. Wer fast täglich ein Nachtkorsett trägt, sollte seine Röntgenbilder nicht wie zitiert beschreiben! Das erzeugt unnötige Zweifel an Deinen tatsächlichen aktuellen Gradzahlen, die Du möglicherweise selbst nicht genau kennst.
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BZebra
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Re: Deine Erfolgsgeschichte

Beitrag von BZebra »

Rainer hat geschrieben:@BZebra:
Du scheinst hier die Chefin im Forum zu sein, das akzeptiere ich. Aber Macht verpflichtet auch: Du kannst hier manipulieren und behaupten was du willst und keiner kann es überprüfen. Deshalb sind wir gerade auf Deine Ehrlichkeit besonders angewiesen
Oh doch, eine Menge Leute können das überprüfen, mein Lieber, und wir tun das bei dir auch schon eine ganze Weile (seit 2007)!
Jeder Admin hier hat (live) Zugang zu diesen Daten. Auf der Mitgliederliste kannst du nachsehen, wie viele das sind. Ich kann hier nichts manipulieren, ohne dass das die anderen Admins sehen.
Das erzeugt unnötige Zweifel an Deinen tatsächlichen aktuellen Gradzahlen, die Du möglicherweise selbst nicht genau kennst.
Ja, soll ich sie schätzen? Ich gehe mich doch nicht jedes Jahr röntgen lassen. Die Empfehlung fürs Röntgen im Erwachsenenalter ist alle 5 Jahre! Das sind meine aktuellsten Zahlen und das Alter der Aufnahmen ist vollkommen normal.
Rainer hat geschrieben:[equote]25 Jahre: 38°, gut zwei Jahre nach kompletter Korsettabschulung [/equote]
Wer fast täglich ein Nachtkorsett trägt, sollte seine Röntgenbilder nicht wie zitiert beschreiben!
Sie sind vollkommen richtig beschrieben. Ich habe in den zwei Jahren kein Nachtkorsett getragen:
13 Jahre -> 5 Jahre ganztags -> 5 Jahre nachts -> 2 Jahre nicht -> 25 Jahre
Mel-LeaJane
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Mel - 65° rechtskonvex (Gegenschwung ?°), thorakal
Therapie: Lea - Nahr-Korsett, KG
Mel - dorsale Spondylodese Th3-L2 (Isola) 1997/Korrektur auf ca. 35°
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Beitrag von Mel-LeaJane »

chilli-pepper hat geschrieben:Hallo BZebra
Meinst du, du könntest nähere Informationen zur genauen Vorgehensweise der Nachtkorsettversorgung in Frankreich in Erfahrung bringen?

Ab wann Nachtkorsett? Wie wird die Indikation zum Nachtkorsett festgestellt (es ist ja nur ein kleiner Gradzahlbereich von unter 10 Grad und gar nicht behandlungsbedürftig und über 20 Grad bei dm i.d.R. dann schon mehr als nur ein nachts zu tragendes Korsett notwendig ist).

Wie werden diese Patienten überwacht, um den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen? Was sind dann die Indikatoren um eine Nachtkorsettversorgung zu beginnen?
Ja, ich denke ich bekomme mehr Infos dazu , ich werde ihn anmailen und hoffe auf baldige Antwort!
LG chilli-pepper
Hallo chilli-pepper,

wenn du mehr zu der Sache mit dem Nachtkorsett weisst, würdest du das bitte hier veröffentlichen? Wäre echt super, weil ich bei meiner Tochter den Punkt nicht verpassen möchte, an dem es sinnvoll wäre, ein Nachtkorsett zu tragen.
Ich lese davon hier zwar das erste Mal, möchte mich aber aufgrund meiner Vorgeschichte nicht auf die Aussage einer Ärztin verlassen (die im Übrigen ausser KG noch nichts erwähnte).

Danke
Mel
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Rainer
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Rückfragen

Beitrag von Rainer »

Rückfrage zu Deinen Korsetttragezeiten:
BZebra hat geschrieben:13 Jahre -> 5 Jahre ganztags -> 5 Jahre nachts -> 2 Jahre nicht -> 25 Jahre
Mhm, um das verstehen zu können, müssten wir eigentlich wissen, wie alt Du heute bist.

Meine derzeitige Annahme:
13 Jahre -> 5 Jahre immer (-1 Stunde) -> 5 Jahre nachts -> 2 Jahre nicht -> 4,5 Jahre nachts -> 29,5 Jahre
Dein Profil ist einfach leer, kein Alter, keine Diagnose, keine Hobbies, nichts... :/
BZebra hat geschrieben:Man ist nicht zwingend auf ein Nachtkorsett angewiesen, das ist jetzt meine Wahl. Alternativ kann man auch regelmäßig Schroth machen (was einem auch ungefähr 5 bis 10 Grad weniger im Alltag einbringt und damit den selben Effekt hat) bzw. Schroth bewusster in den Alltag einbauen.
Wann hast Du mit Schroth aufgehört und warum?

Können wir Deine Erfolgsgeschichte irgendwo komprimiert nachlesen (eigene Website oder so) oder müssen wir uns das hier aus fast 4000 BZebra-Beiträgen irgendwie selbst zusammenstellen? :rolleyes:
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BZebra
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Re: Rückfragen

Beitrag von BZebra »

Rainer hat geschrieben:
BZebra hat geschrieben:Man ist nicht zwingend auf ein Nachtkorsett angewiesen, das ist jetzt meine Wahl. Alternativ kann man auch regelmäßig Schroth machen (was einem auch ungefähr 5 bis 10 Grad weniger im Alltag einbringt und damit den selben Effekt hat) bzw. Schroth bewusster in den Alltag einbauen.
Wann hast Du mit Schroth aufgehört und warum?
Ich habe in den 5 Jahren von 18 bis 23, in denen ich Nachtkorsett getragen habe, kein Schroth im Sinne von einem Übungsprogramm mehr gemacht; aus Zeit-/Stressgründen. Mehr oder weniger bewusst in den Alltag einbauen, tun wir das natürlich alle.
Rainer hat geschrieben:Können wir Deine Erfolgsgeschichte irgendwo komprimiert nachlesen (eigene Website oder so) oder müssen wir uns das hier aus fast 4000 BZebra-Beiträgen irgendwie selbst zusammenstellen? :rolleyes:
Letzteres! Ein bisschen Privatsphäre muss schon sein. :)
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Rainer
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Würdest Du es nochmal tun?

Beitrag von Rainer »

Stimmt - Privatsphäre muss sein! Hab’ da volles Verständnis! ;)

Wenn Du noch mal 13 wärst – würdest Du die gleiche Erfolgsgeschichte noch einmal starten? Ja? Oder irgendetwas anders machen - vielleicht nur im Detail?

Ich meine, Du hast doch damals bestimmt gedacht, dass Du das Korsett irgendwann mal wieder los bist. :/
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BZebra
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Re: Würdest Du es nochmal tun?

Beitrag von BZebra »

Zunächst mal hatte es mich damals schon geärgert, dass man (meine Eltern, vor der Reha) nicht nur an meiner schiefen Haltung und der herausstehenden Hüfte rumgenörgelt hatten, was mich persönlich ja nun gar nicht störte und ich unglaublich intolerant fand, sondern jetzt auch noch wegen NICHTS, ich mich operieren lassen sollte; nur weil meine Wirbelsäule einen Bogen von über 50 Grad machte (also eine Zahl überschritten war), was mich subjektiv natürlich noch weniger gestört hat als die herausstehende Hüfte.

Wegen einer "Zahl" sollte ich mich also operieren lassen, um damit dann auch noch an meine perfekt funktionierende WS, Stäbe dranbauen zu lassen, die ihre Bewegung verhindern, wo ich mir nur noch gedacht habe: "Die haben sie ja nicht mehr Alle!"

Meine Skoliose war halt so, wie du sie auf den Bildern siehst, und die kann einem in der Art, wie sie war, nun mal genauso gut auch egal sein, wenn sie so bleibt. Kein Grund irgendwas zu tun.

Außerdem hatte ich damals schon miterlebt, wie sehr eine simple Gallenoperation jemanden doch mitnehmen kann, und wie lange man braucht, um sich davon zu erholen, und nicht zu vergessen, dass ich jemanden in meiner Familie auch schon sterben habe sehen - zwar nicht an einer OP, "nur" in Folge von Unfähigkeit der Ärzte - und dass mir diese Möglichkeit als Ausgang einer jeden OP natürlich bewußt war.

Es gibt da noch mal einen Unterschied zwischen dem Kennen des Konzepts des Sterben und dann zu erleben, dass es einen auch tatsächlich vorzeitig treffen kann. Das erste verdrängt man und denkt, das passiert nur den anderen, letzteres ist dann plötzlich aber Realität die nicht so einfach nicht weggeschoben werden kann.

Mein Ziel der Korsett-Therapie, war also lediglich das Vermeiden dieser, für mich, vollkommen unsinnigen und unnötigen Operation. Der Status Quo war vollkommen O.K., nur schlechter sollte es halt nicht werden. Genau davon bin ich auch als Ziel der Korsett-Therapie ausgegangen, dass ich danach genausoviel Grad habe wie vorher.

Die Operation hat für mich damals nichts anderes dargestellt als ein Angriff auf meine Gesundheit und mein Leben, das Korsett die Möglichkeit meinen damaligen Zustand, wie ich ihn vollkommen in Ordnung fand, zu erhalten.

Diesen Standpunkt vertrete ich auch heute noch. Wenn man selbst keinen Grund für eine Operation sieht (Optik, Bewegungseinschränkung, Einschränkung der Lungenfunktion/Leistungsfähigkeit, Schmerzen...), dann braucht man sich, sofern man den Status Quo erhält, auch von Ärzten keinen einreden lassen.

Das es jetzt weniger Grad sind als erwartet, ist also ein Bonus, mit dem ich nicht gerechnet habe. Dass ich mein Leben lang Physiotherapie machen muss bzw. mich um meinen Rücken kümmern, war eigentlich auch selbstverständlich, die hatte ich ja schon seit ich 6 war gemacht.

Das Korsett trage ich nachts nur zum halten dieses Bonuses und um mir weitgehend die Physiotherapie zu ersparen.

Da ich es freiwillig trage und es ja nicht mal tragen muss um mein Ziel zu erreichen, wüsste ich jetzt noch nicht mal, warum ich das aus damaliger Sicht als negativ hätte betrachten sollen bzw. warum es mich hätte abschrecken sollen. Selbst als noch nicht Korsett-Träger hätte ich anhand der anderen Korsett-Träger in Sobernheim wenig Anlass sehen können, ein nur nachts zu tragendes Korsett in irgend einer Weise als negativ anzusehen.
Die anderen sind ja dort in der Klinik in der Mittagspause und abends auch mit ihren Korsetten rumgerannt. Wenn man einen erfahrenen Korsettträger sieht, wie der sich in seinem Korsett bewegt, dann sieht das sogar beeindruckend und ästhetisch aus und vollkommen locker und einfach. Man braucht also noch nicht mal selbst Korsett-Erfahrung zu haben um die tatsächliche Belastung durch ein Korsett abschätzen zu können. Nur Leute, die überhaupt keinen Kontakt zu Korsett-Trägern haben und kein reales Beispiel, überbewerten das in einer Weise wie du es machst, Rainer!

Würde ich mich heute noch einmal dafür entscheiden?
Ja, es ist mir selbst genau so vorgekommen wie es Simone neulich hier im Forum beschrieben hat. Gerade hat man damit angefangen, und Schwupps, schon ist es wieder vorbei.

Aufregend und schwierig ist nur die erste Zeit im Korsett. Nach dem man sich daran gewöhnt hat und das Ganze zum Alltag geworden ist, nimmt man es nicht mehr wahr. Meine Korsett-Therapie ist aus meiner Sicht im Übrigen schon beeindet seit ich 18 bin. Meine mehr unbewussten Handlungsweisen, die dazu geführt haben das Korsett nachts noch weiter bis 23 zu tragen, kann ich schlecht unter "Aufwand" verbuchen.

Was ich ändern würde?

Medikamentöse Behandlung während der Korsett-Anschulung.
Ich habe mitlerweile erleben müssen, dass es für Schmerzen, die ungefähr genauso stark sind wie die bei der Korsettanschulung, von Ärzten durchaus schöne gute Hammer-Schmerzmittel wie z.B. Novalgin verschrieben wird; macht nicht süchtig, führt nur bei längerem Gebrauch ganz selten zu systemischen Nebenwirkungen, das schlimmste was passieren kann ist ein Kreislaufschock der zwingend behandelt werden muss, also besser nicht alleine sein wenn man es nimmt.

Ich finde es gibt keinen Grund Korsett-Träger in der Eingewöhnung ohne Schmerzmittel zu lassen. Überall ist es selbstverständlich, dass in vergleichbaren Fällen Schmerzmittel verschreiben werden, bei der alternativen Operation natürlich auch, nur bei uns scheint keiner auf die Idee zu kommen.
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Rainer
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Die Zeit vor dem Korsett?

Beitrag von Rainer »

Für eine tieferes Verständnis Deiner Geschichte fehlt mich die Zeit in der Deine Skoliose überhaupt entstanden ist, sich also auf 58 Grad entwickelt hat. Wir haben irgendwo gelesen, dass wohl bei Dir in der konservativen Behandlung im Alter von 11-13 einiges versäumt wurde. Der Anfang Deines Post klingt aber so als ob ein WS-Chirurg Deine Skoliose „entdeckt“ hat und Du gerade noch rechtzeitig vom OP-Tisch gehüpft wärst. :/

War das wirklich schon so weit?

Wie war damals die Situation Deiner Rückenmuskulatur? Hast Du zwischen 11 und 13 normale Aktivitäten zur Stärkung der Rückenmuskulatur unternommen wie z.B. Schwimmen, Einrad, Schlittschuhlaufen, Turnverein..…und warst Du eher so ein Leseratte-Stubenhocker-Fernseh-Typ?

Wurde Euch schon ganz konkret eine OP vorgeschlagen?

Gab’ es schon Voruntersuchungen einer oder mehrerer OP-Kliniken?
Falls ja – dann noch folgende Fragen:

Was wollte die Klinik genau machen und was haben Sie (schriftlich) bezüglich erreichbarer Korrektur in den Bericht geschrieben? (z.B. „weitestgehend korrigierbar auf etwa 5 Grad…bla, bla bla…“)

Wurden Euch die kurzfristigen und langfristigen OP-Risiken genau und mit Angabe von Wahrscheinlichkeiten einfühlsam erläutert? Konntet Ihr alle Fragen offen ansprechen und so eine gegenseitige Vertrauensbasis erreichen?

Hat Euch die Klinik entsprechendes Informationsmaterial zum Nachlesen mitgegeben?

Wie war Euer Bauchgefühl? Was war sonst noch positiv, was negativ?

Ich frag’ das um einfach mal um zu Verstehen auf welcher Basis Ihr entschieden habt und was damit überhaupt wirklich Gegenstand der Entscheidung für den Beginn einer Korsetttherapie mit einer 58 Grad-Skoliose war. Der Name der Klinik in der Du operiert werden solltest interessiert mich in diesem Zusammenhang ausdrücklich überhaupt nicht. :)
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BZebra
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Re: Die Zeit vor dem Korsett?

Beitrag von BZebra »

Rainer hat geschrieben:Für eine tieferes Verständnis Deiner Geschichte fehlt mich die Zeit in der Deine Skoliose überhaupt entstanden ist, sich also auf 58 Grad entwickelt hat. Wir haben irgendwo gelesen, dass wohl bei Dir in der konservativen Behandlung im Alter von 11-13 einiges versäumt wurde. Der Anfang Deines Post klingt aber so als ob ein WS-Chirurg Deine Skoliose „entdeckt“ hat und Du gerade noch rechtzeitig vom OP-Tisch gehüpft wärst. :/

War das wirklich schon so weit?
Ich habe wie gesagt ab 6 Jahren regelmäßig normale Physiotherapie gemacht, später noch geschwommen im Verein, im Alter von 12 hatte sich meine Skoliose dann bis 32 Grad verschlechtert. Dann erst hat mein Orthopäde eine Reha in der Schroth Klinik vorgeschlagen und mich vor die Wahl gestellt, entweder jeden Tag eine halbe Stunde lang zu Hause Übungen zu machen oder ein Korsett zu tragen. Von der Wirksamkeit von Korsetten war er nicht besonders überzeugt; aufgrund der Qualität des hiesigen Orthopädietechnik, die nicht besonders gut war.

In dem halben Jahr bis zur Reha in Sobernheim habe ich jeden Tag unter Aufsicht meiner Mutter Übungen an der Sprossenwand gemacht. Als ich zur Reha kam war ich top trainiert, dort gingen dann erstmals meine Schwielen an den Händen zurück während andere sie dort bekamen. Am Spirometer habe ich auch fast alle weiblichen Erwachsenen ausgestochen...

Die Skoliose hatte sich, wie es laut den Studien über die Verschlechterungswahrscheinlichkeit in diesem Alter auch abzusehen ist, innerhalb dieses 3/4 Jahres allerdings auf 58 Grad verschlechtert.

Aufgrund der Verschlechterung von 32 auf 58 Grad in so kurzer Zeit kann man also denke ich sagen, wäre ich ein Notfall für eine Operation gewesen. Sie hätte dann so schnell wie möglich stattfinden müssen. Wie der weitere unbehandelte Verlauf in solchen Fällen aussieht, kann sich ja jeder an seinen fünf Fingern abzählen. Dass eine weitere Verschlechterung verhindert werden musste, war klar, sowas lässt sich ja nun nicht unbegrenzt fortsetzen.

Die Möglichkeit eine Progression nicht operativ zu stoppen, wurde aber dann promt von meinem Orthopäden verneint, er würde das Rezept fürs Korsett aber trotzdem mal ausstellen.
Nun gut, Rahmouni hat er halt nicht gekannt. Allerdings ist das eine typische Antwort, die auch oder besonders von den Chirurgen kommt.

Der OP-Ablauf bei tief sitzenden Skoliosen war auch bekannt, hierüber haben sich die Aussagen meines Orthopäden und die von Sobernheim gedeckt, sowie auch der Ablauf der meisten anderen Mädchen, die ich kannte und die operiert wurden:

Die einzig in Frage kommende erfahrene Klinik war die WWK, mehrere Monate Aufenthalt (die Sommerferien waren gerade vorbei), Gips nach OP und dann Korsett, bei tiefen Versteifungen 1/2 bis 3/4 Jahr nicht sitzen dürfen, also Teilnahme am Schulunterricht im Liegen oder Stehen (was tatsächlich auch nicht selten war unter den Operierten)... nicht zu vergessen die abenteuerliche Unternehmung des Aufschneidens und Einbauens von Harrington-Stäben. :rolleyes:

Also die Vorteile einer OP damals gegenüber eines Rahmouni-Korsettes, was einem ja wirklich auch sehr viel Bewegungsfreiheit lässt und gut kaschiert werden kann und vor allen Dingen ausgezogen werden kann, waren für einen halbwegs intelligenten Menschen wirklich gleich Null.

Die OP ist gegen ein Rahmouni-Korsett definitiv kein Verkaufsschlager gewesen. Entsprechend haben sich auch sehr viele in Sobernheim mit hohen Gradzahlen damals für ein Rahmouni-Korsett entschieden.
Wurde Euch schon ganz konkret eine OP vorgeschlagen?
Fast jedem wird mit über 50 Grad eine Operation vorgeschlagen, schon allein von jedem x-beliebigen niedergelassenen Orthopäden. Das sind allgemeine Grenzwerte, die den meisten Patienten irgendwann gesagt werden ("Ab 50 Grad muss operiert werden.").
Auch in den schriftlichen Informationsmaterialien der Schroth Klinik stand das drin. Diese Grenze, wenn man von der Notwendigkeit einer Progressionsverhinderung als Grund ausgeht, lässt sich bei Jugendlichen ja auch nur über sehr gute und an die Grenzen gehende Korsett-Therapie nach oben verschieben.
Was wollte die Klinik genau machen und was haben Sie (schriftlich) bezüglich erreichbarer Korrektur in den Bericht geschrieben? (z.B. „weitestgehend korrigierbar auf etwa 5 Grad…bla, bla bla…“)
Also die bezüglich der Operation beratende Klinik war in meinem Fall wie gesagt Sobernheim.

Die erreichbare Korrektur wurde nicht diskutiert. Ist in solch einem Fall, in dem es nicht um Optik, um Vitalkapazität und der gleichen geht, auch weniger interessant. Wir würden in dem Bezug nur über eine heraustehende Hüfte und ungleichmäßige Tailleindreiecke reden.
Wurde nur bei Anderen thematisiert, wo es z.B. um Rippelbuckel ging. Aber auch da nur in Bezug auf die Verformung, nicht in Gradzahlen! Die Schroth Klinik hat da etwas andere patienten- oder anatomieorientierte Herangehensweisen. Gradzahlen sagen am Ende ja wenig über die tatsächliche Schwere einer Skoliose aus, das hängt ja viel vom Krümmungsmuster und auch der Verdrehung ab.
Wurden Euch die kurzfristigen und langfristigen OP-Risiken genau und mit Angabe von Wahrscheinlichkeiten einfühlsam erläutert?
Rückblickend würde ich sagen, waren die Informationen, die ich von meinem Orthopäden und Sobernheim über die Operation erhalten habe akkurat, das lief wie gesagt bei vielen anderen Operierten damals genauso oder ähnlich ab und deckt sich auch mit den Erfahrungsberichten, die man jetzt im Internet lesen kann.
Konntet Ihr alle Fragen offen ansprechen und so eine gegenseitige Vertrauensbasis erreichen?
Ich hatte keine weiteren Fragen in Sachen Operation, insofern "Ja", alle Fragen beantwortet. Vertrauensbasis zur Schroth Klinik würde ich sagen war sehr gut. Die Beratung war rational, logisch, nachvollziehbar, sehr unabhängig, praktisch und vor allem waren es wirklich die absoluten Geheimtipps (Rahmouni), die ich da bekommen habe.

Ich wollte gleich am nächsten Tag mit dem Zug alleine von Sobernheim nach Stuttgart fahren um mir dort mein Korsett abzuholen, und brach dann ganz furchtbar in Tränen aus, als man mir erklärte, dass das so schnell nicht ginge und wie lange es denn nun wohl noch dauern würde, bis das Korsett endlich fertig sei. :eek:

Ich würde die Schroth Klinik (heute auch Salzungen), gerade wegen der Beratungsqualität, auch als die geeignetere Klinik für OP-Beratungen ansehen, als die OP-Kliniken selbst. Von einem solcher Beratungs-Qualität, wie sie mir damals angeboten wurde, habe ich bisher von keiner OP-Klinik gehört.
Hat Euch die Klinik entsprechendes Informationsmaterial zum Nachlesen mitgegeben?
Ich kann dir nicht genau sagen, aus welchen Quellen ich damals alles Informationen diesbezüglich bezogen habe, da ich ja länger stationär da war. Es war eine Vielzahl, mehrere Personen, auch schriftliches Material, Mitpatienten usw.
Sobernheim hat auf jeden Fall genug Informationen hierzu zur Verfügung gestellt.
Wie war Euer Bauchgefühl?
"Bauchgefühl", wenn du das so nennen willst, ist oben beschrieben, wobei ich diesen Ausdruck eigentlich immer mit Leuten in Verbindung bringe, die nicht genug Grips haben, um rationale Entscheidungen treffen zu können, und sich dann auf so was verlassen müssen, was auch immer dieses Entscheidungskriterium dann beeinflusst haben mag (an der Stelle driften wir wieder in die Welt der Werbung ab)...

Das Wort "Euer" trifft auch nicht so ganz zu, da meine Eltern an der Entschedung nicht beteiligt waren. Ich habe damals sogar die physiotherapeutische Leiterin darauf angesetzt, meinen Eltern genau das, was ich wollte, am Telefon nahe zu legen, und ihnen es so zu erklären, dass sie das dann auch machen (sprich mit mir nach Stuttgart fahren).
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Rainer
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Zukunft Deiner Erfolgsgeschichte

Beitrag von Rainer »

Wahrscheinlich hast Du Dich in Deinem letzten Post auf die realen Gegebenheiten in 1991-1992 bezogen. (Frauen darf man ja nicht direkt auf Ihr Alter ansprechen ;) ).

Hast Du dich mit den Fortschritten der WS-Chirurgie in den letzten 17 Jahren beschäftigt? Könnte es sein, dass Deine damals nachvollziehbaren Beweggründe heute anders aussehen würden? Oder spielt so etwas für Dich keine Rolle?

Mich würde außerdem noch interessieren, wie Du Deine Skoliose-Zukunft heute mit allem was Du weißt einschätzt, bzw. ob Du Dir darüber überhaupt Gedanken machst. Wird es einfach so weitergehen, wie es bisher ist?
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Re: Zukunft Deiner Erfolgsgeschichte

Beitrag von BZebra »

Rainer hat geschrieben:Wahrscheinlich hast Du Dich in Deinem letzten Post auf die realen Gegebenheiten in 1991-1992 bezogen. (Frauen darf man ja nicht direkt auf Ihr Alter ansprechen ;) ).

Hast Du dich mit den Fortschritten der WS-Chirurgie in den letzten 17 Jahren beschäftigt? Könnte es sein, dass Deine damals nachvollziehbaren Beweggründe heute anders aussehen würden? Oder spielt so etwas für Dich keine Rolle?
Ja, die Zeiteinordnung ist richtig.

--

Meine Sichtweise vor der Korsetttherapie (also zu einem Zeitpunkt an dem ich nur in der Theorie wusste, auf was ich mich einlasse), und die nach der Korsett-Therapie, ist natürlich eine vollkommen andere.

Die Korsett-Therapie hat sich für mich (wie auch Simone das letztens treffend beschrieben hat) als um einiges leichter erwiesen als ich es mir vorgestellt habe. Wie schon oben geschrieben, war das Ganze eigentlich nur am Anfang schwierig. Wenn man irgendwann perfekt ans Korsett gewöhnt ist, was noch vor dem ersten neuen Korsett passiert, dann geht das ganze in Alltag über und man nimmt es bewusst gar nicht mehr so richtig wahr. Und plötzlich sind dann die 5 Jahre um und man muss das Korsett gar nicht mehr tragen. Die Zeit vergeht im Flug.

Von der Sichtweise hinterher, würde ich also sagen, hätte sich eine Operation mit dem heutigen Stand der Technik bei mir auch nicht gelohnt. Das wäre immer noch mehr Aufwand gewesen, ein größerer Störfaktor in meinem Leben, und das werden dir auch die meisten heutzutage Operierten bestätigen.

Du wirst von wenigen Operierten hören (kannst dich ja auch mal im Skoliose-OP-Forum umhören), dass sie sagen, lass dich lieber gleich operieren anstelle ein gutes Korsett auszuprobieren. Die meisten sind der Auffassung, dass wenn sie die Möglichkeit gehabt hätten, mit einem Korsett im Jugendalter eine Operation zu vermeiden, dann hätten sie das Korsett natürlich viel lieber genommen. Die OP sei nunmal kein Zuckerschlecken.

Und die meisten Operierten blicken ja auch auf eine eigene Korsett-Therapie zurück, die - ohne komfortables Rahmouni-Korsett - oftmals auch gar nicht mal so angenehm war. Operation gilt auch unter heutzutage Operierten als die letzte Möglichkeit, und würde nicht einer Korsett-Therapie vorgezogen werden.
Mich würde außerdem noch interessieren, wie Du Deine Skoliose-Zukunft heute mit allem was Du weißt einschätzt, bzw. ob Du Dir darüber überhaupt Gedanken machst. Wird es einfach so weitergehen, wie es bisher ist?
Ich hätte gerne, dass es so weitergeht mit der Zahnputz-Aufwand-Nachtkorsett-Therapie. Es hat den Nachteil, dass ich alle paar Jahre ein neues Korsett brauche und ich dafür hier in Deutschland krankenversichert sein muss, auch wenn ich im Ausland arbeite, wobei das vielleicht, je nach Land, nicht unbedingt schlecht sein muss, wenn es dann mal zu einem wirklichen medizinischen Notfall dort kommen sollte...

Beruflich würde ich mir eine Operation auch sehr gut überlegen, weil man solch einen Eingriff ja beim Arbeitgeber im Einstellungsgespräch aus Versicherungsgründen angeben muss. Während ich mich unoperiert überall als kerngesund vorstellen kann, wäre das andere nicht so von Vorteil. Insofern würde es sich meiner Meinung nach allein schon deshalb lohnen, eine Nachtkorsett- oder Schroth-Therapie fortzusetzen, um eine Operation zu vermeiden, die Job technisch schon ein Nachteil sein könnte.
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Re: Zukunft Deiner Erfolgsgeschichte

Beitrag von Nichtschwimmer »

Hallo,

eigentlich war die Suche nach Erfolgsgeschichten für mich ja bereits mit dem Ergebnis abgeschlossen, dass jeder von seiner eigenen kleinen Erfolgsgeschichte berichtet hatte. Dem einen war es wichtig, einen geraden Rücken zu bekommen, andere wollten durch die Korsetttherapie nur schmerzfrei sein.

Erfolg ist somit subjektiv.

Natürlich musste ich mir von einigen unbelehrbaren Usern auch Geschichten anhören, die von keinem Erfolg gekrönt waren und auch niemals zu einer Erfolgsgeschichten führen werden. Dazu kann ich aber letztendlich auch nur soviel sagen, dass ich für Eure Situation nicht verantwortlich bin. Ihr habt es jeder Zeit selbst in der Hand, Eure Lage zu verbessern. Wenn Ihr das nicht wollt, braucht ihr diejenigen, die den Mut aufgebracht haben sich operieren zu lassen, nicht auch noch zu beleidigen. Aber das kann mir auch egal sein, denn ich stehe über solchen dummen Sprüchen. Es tut mir nur für die anderen leid!

Wollte eigentlich nicht soviel schreiben. Habe doch nur eine kleine Anmerkung zu BZebra Text:
BZebra hat geschrieben:Von der Sichtweise hinterher, würde ich also sagen, hätte sich eine Operation mit dem heutigen Stand der Technik bei mir auch nicht gelohnt. Das wäre immer noch mehr Aufwand gewesen, ein größerer Störfaktor in meinem Leben, und das werden dir auch die meisten heutzutage Operierten bestätigen.
Bisher habe ich von den Operierten nur positives gehört. Durch die Operation haben sie fast keinerlei Einschränkungen. Fast alle sagten mir, dass es mit Ihrem Rücken besser geworden sei und sie keine Schmerzen hätten. Und nur darum geht es hier!

Ehrlich gesagt, finde ich viel mehr Nörgler unter den Korsettträgern. Diese sind es vor allem, die mit ihrer Situation nicht fertig werden. Du scheinst eine Ausnahme zu sein. Mir kommt es ja schon fast so vor, dass Du dich freust, ein Korsett tragen zu dürfen!?

Hatte ja selbst als Kind ein Korsett. Habe es aber nie getragen. Bei dem "Ding" hätten mich in meiner Kindheit alle verspottet und heute würden diejenigen mich bestimmt bemitleiden! Wenn das Korsetts, wie in der heutigen Zeit, ohne Kopfstütze und Halsring gewesen wäre, hätte ich´s auch versucht!
BZebra hat geschrieben:Und plötzlich sind dann die 5 Jahre um und man muss das Korsett gar nicht mehr tragen. Die Zeit vergeht im Flug.
Wie genau ist denn jetzt die Zeitangabe? Du trägst Dein Korsett doch schon fast 10 Jahre? Das ist doch alles eine wackelige Geschichte. Keiner kann einem also sagen, wielange man ein Korsett tragen muss!!! Vielleicht lebenslänglich? Damit meine ich nicht lebenslänglich i.S.d. Strafrechts. Das würden nämlich nur 15 Jahre bedeuten!
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BZebra
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Re: Zukunft Deiner Erfolgsgeschichte

Beitrag von BZebra »

Nichtschwimmer hat geschrieben:
BZebra hat geschrieben:Von der Sichtweise hinterher, würde ich also sagen, hätte sich eine Operation mit dem heutigen Stand der Technik bei mir auch nicht gelohnt. Das wäre immer noch mehr Aufwand gewesen, ein größerer Störfaktor in meinem Leben, und das werden dir auch die meisten heutzutage Operierten bestätigen.
Bisher habe ich von den Operierten nur positives gehört. Durch die Operation haben sie fast keinerlei Einschränkungen. Fast alle sagten mir, dass es mit Ihrem Rücken besser geworden sei und sie keine Schmerzen hätten. Und nur darum geht es hier!

Ehrlich gesagt, finde ich viel mehr Nörgler unter den Korsettträgern. Diese sind es vor allem, die mit ihrer Situation nicht fertig werden. Du scheinst eine Ausnahme zu sein. Mir kommt es ja schon fast so vor, dass Du dich freust, ein Korsett tragen zu dürfen!?
Es ist nicht meine Meinung, die ich an dieser Stelle wieder gegeben habe, es ist die Meinung die du von den meisten auch heute Operierten bekommst (und von denen hat keiner die eigene OP als eine Erholungskur bezeichnet; soviel zu "nur Positives"). Da kannst du ja selbst am besten mal im Skoliose-OP-Forum schauen, auch dort wird jedem Jugendlichen, bei dem es noch möglich ist, zu einer Korsett-Therapie geraten anstelle einer OP.

Und natürlich war ich damals sehr froh darüber noch ein Korsett bekommen zu können, nicht umsonst bin ich in Tränen ausgebrochen, als es hieß, es würde so lange dauern bis das Korsett fertig ist. Ich dachte bis dahin ist dann alles zu spät und ich schon längst operiert. Das Korsett bekam ich dann Gott sei Dank schon 4 Wochen später noch während der Reha. War heil froh darüber, denn eine andere Option anstelle der OP, die ich nicht wollte, gab es ja nicht.

Damit bin ich allerdings auch keine Ausnahme.
Das traf auf praktisch alle Rahmouni Patienten in Sobernheim zu, was sehr wahrscheinlich daran lag, dass alle diese Patienten es selbst arrangiert haben, nach Stuttgart zu gehen. Wenige Eltern, die ja nicht da waren während der Reha und nicht an solche Informationen kamen, haben ihre Kinder (die kein Korsett wollten) nach Stuttgart gebracht. Die wurden alle mit standard Korsetten aus ihrer näheren Umgebung versorgt.

Voraussetzung für eine Korsett-Therapie ist auch, dass der Patient es auch will und mitarbeitet. Es setzt eine gewisse Reife und Intelligenz voraus. Viele Kinder und Jugendliche verstehen ihre Situation aber nicht; daher auch die Konflikte, wenn sie von ihren Eltern zum Korsett tragen angehalten werden, es selbst aber gar nicht wollen. Man muss schon selbst hinter seiner Therapie stehen.
Hinter einer OP stehen die meisten davon aber natürlich auch nicht, die denken es geht sicherlich auch so gut. Wenn Naivität und Blödheit dann halt der Grund dafür ist und keine überlegte Entscheidung für eine OP dahinter steht, dann ist die Reaktion der Eltern darauf natürlich auch irgendwo verständlich. Aber Korsett-Therapie ist am Ende nichts für Unvernünftige und Unitelligente.
Hatte ja selbst als Kind ein Korsett. Habe es aber nie getragen. Bei dem "Ding" hätten mich in meiner Kindheit alle verspottet und heute würden diejenigen mich bestimmt bemitleiden! Wenn das Korsetts, wie in der heutigen Zeit, ohne Kopfstütze und Halsring gewesen wäre, hätte ich´s auch versucht!
Die Korsette von Rahmouni sind ja nicht so gewesen. Sie lassen sich mit ein bißchen Übung gut kaschieren, man hat viel Bewegungsfreiheit, und bei der Akzeptanz in der Klasse kommt es nur darauf an, wie man selbst dazu steht. Steht man dazu, traut sich niemand zu lästern. Und das ist einfach wenn es die eigene Wahl war und man das Korsett auch will. Probleme haben meistens nur die, die ihr Korsett nicht freiwillig tragen.
BZebra hat geschrieben:Und plötzlich sind dann die 5 Jahre um und man muss das Korsett gar nicht mehr tragen. Die Zeit vergeht im Flug.
Wie genau ist denn jetzt die Zeitangabe? Du trägst Dein Korsett doch schon fast 10 Jahre? Das ist doch alles eine wackelige Geschichte. Keiner kann einem also sagen, wielange man ein Korsett tragen muss!!!Vielleicht lebenslänglich? Damit meine ich nicht lebenslänglich i.S.d. Strafrechts. Das würden nämlich nur 15 Jahre bedeuten!
Das steht doch oben schon geschrieben. Lies doch mal richtig!
Ich habe mein Korsett von 13 bis 18 Jahren ganztags getragen.

Und doch, man weiß das von Anfang an, das hängt vom Wachstum und der Entwicklung ab. Es gibt nur viele Ärzte, die keine Ahnung haben und unrealitsische Angaben machen, die dann vom Orthopädietechniker oder von uns korrigiert werden müssen.

Wir können das aber allein schon sehr gut abschätzen, an so einfachen Angaben wie der ersten Regelblutung, der Ausgangsgradzahl und der Korrektur im Korsett.

Wenn du z.B. mit um die 50 Grad und 13 Jahren kurz nach der ersten Regelblutung mit der Korsetttherapie anfängst, kannst du damit rechnen das Korsett 4 bis 5 Jahre ganztags tragen zu müssen, danach noch bis ca. 21 Jahren nur nachts oder optional wenn du willst länger. Das entspricht auch den in der Literatur von Sobernheim, Salzungen und Dr. Chêneau gemachten Empfehlungen.

Wenn eine 25 Grad Skoliose im Korsett überkorrigiert werden kann, dann kann man mit 2 Jahren Ganztagstragezeit rechnen, danach nur noch teilzeit, nachts oder gar nicht mehr, so lange die Wirbelsäule gerade bleibt (die weitere Entwicklung ohne Korsett wird dann überwacht).

Bei Jungs dauert es ein paar Jahre länger, weil sie länger wachsen.
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Re: Zukunft Deiner Erfolgsgeschichte

Beitrag von Nichtschwimmer »

BZebra hat geschrieben:Wenn du z.B. mit um die 50 Grad und 13 Jahren kurz nach der ersten Regelblutung mit der Korsetttherapie anfängst, kannst du damit rechnen das Korsett 4 bis 5 Jahre ganztags tragen zu müssen, danach noch bis ca. 21 Jahren nur nachts oder optional wenn du willst länger.
Klar stimme ich hier allen zu, man sollte es zunächst mit einem Korsett versuchen! Aber nach dem was Du schreibst, wäre man ja verraten und verkauft, wenn man mit 13 Jahren noch kein Korsett hat. Stimmt das? Also Korsett nach dem Wachstum, so mit 16 Jahren wäre dann ja schon viel zu spät, obwohl das ja noch kein Alter ist.

LG
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Re: Zukunft Deiner Erfolgsgeschichte

Beitrag von BZebra »

Nichtschwimmer hat geschrieben:Also Korsett nach dem Wachstum, so mit 16 Jahren wäre dann ja schon viel zu spät, obwohl das ja noch kein Alter ist.
Wenn man normal entwickelt ist (manche entwickeln sich ja auch um Jahre später), dann kann es in dem Alter noch zu einer weiteren Verschlechterung um einige Grad kommen, die man mit dem Korsett verhindern kann, ggf. noch nicht mal ganztags zu tragen.

Ansonsten kann man aber mit keiner Verbesserung der Krümmung mehr rechnen. Man kann also vom Status quo ausgehen, und wenn man mit dem zufrieden ist und auf Grund dessen keinen Grund für eine OP sieht, warum sollte man dann "verraten und verkauft" sein. Dann ist es doch auch in Ordnung.
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