Kyphose Grad verbessern

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Amira

Kyphose Grad verbessern

Beitrag von Amira »

Ich habe eine Kyphose von 82° und Skoliose im BWS-Bereich von 25 ° die mit starken Schmerzen verbunden ist. War im letzen Jahr zur Reha in Bad Salzungen und habe dort Schroth gelernt.

Nun meine Frage, ist es möglich, nur durch Schroth-Therapie die Kyphose vielleicht bis auf 60° runter zu bekommen oder hilft da nur eine OP? Da die Kyphose optisch nicht toll aussieht und mir zudem starke Schmerzen bereitet bin ich für jeden Tip dankbar.

Ein Korsett habe ich auch, was schon prima gegen die Schmerzen hilft, aber eben nicht immer. Es gibt Tage da hilft weder Korsett noch Schroth bzw. Schmerztabletten. Da könnte ich heulen vor Schmerzen.

Habe auch einen super Physiotherapeuten, die manuelle Therapie dort ist einfach spitze.
Unter www.physiofit-am-rennsteig.de oder www.rueckenzentrum-oberhof.de gibt es nährere Informationen. Die Physiotherapiepraxis kann ich jedenfall weiterempfehlen.

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Klaus
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Beitrag von Klaus »

amira hat geschrieben:Nun meine Frage, ist es möglich, nur durch Schroth-Therapie die Kyphose vielleicht bis auf 60° runter zu bekommen
Ich vermute mal, Du bist Erwachsene?

Der Erfolg der Schroth Therapie ist immer von den individuellen Strukturen abhängig. Von meiner REHA Zeit in 2005 weiß ich, dass eine 90 Grad Kyphose um 10 Grad in 4 Wochen reduziert werden konnte.
Dann dauert es aber offenbar sehr lange, bis weitere solcher Korrekturen möglich werden können

Wenn ein Korsett (das sollte ein "gutes" sein) nicht ausreichend gegen die Schmerzen hilft und die umfangreichen begleitenden Therapien in den genannten LINKS nicht auf Dauer jeweils temporär weiterhelfen, dann ist wohlmöglich auch über eine OP nachzudenken.
Ich höre allerdings nur immer wieder, dass Kyphose OP's nicht immer so erfolgreich sein sollen.

Gruss
Klaus
marcel1982

Beitrag von marcel1982 »

hallo!

ich bin heut zufällig auf diese seite gestossen und habe mir (fast) alle kommentare durchgelesen.

ich (jetzt 25 jahre) habe selber morbus scheuermann und mich auch deswegen in sahlenbug operieren lassen. starke schmerzen, psychische probleme (wegen der optik) und eine thorakale hyperkyphose von 68° sprachen dafür. operiert wurde ich im september 2003 mit dem ergebnis von damals 40°. welchen grad ich heute habe, weiß ich gar nicht. versteift wurde die wirbelsäule vom 1. brustwirbel bis zum 1. lendenwirbel. bewegungseinschränkungen sind zwar vorhanden, aber nicht so gravierend, so dass es mir möglich ist nebenbei viel sport zu treiben (auch im rahmen eines sportstudiums). ich würde mich jederzeit wieder für eine op entscheiden, da ich durch die operative aufrichtung einfach selbstbewusster geworden bin.

ich muss aber gestehen, dass ich noch immer unzufrieden bin. trotz fitnessstudio sind meine schultern immer noch zu weit nach vorn gezogen und schmerzen, die ich selten habe, treten in der lendenwirbelsäule und vereinzelt in der bws auf.

meine frage ist, inwieweit mir es möglich ist, meine kyphosierung noch weiter zu "bekämpfen"? ich habe viel von rehas und krankengymnastik nach schroth gelesen. wenn mir jemand weiter helfen könnte, wäre ich ihm sehr dankbar.
vielleicht hat jemand auch fragen an mich, da ich wohl einer von wenigen bin, der sich wegen einer kyphose hat operieren lassen.

mfg marcel
rockwilda
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Beitrag von rockwilda »

Hallo marcel1982!

Hätte da einige Fragen an dich: In welcher Klink hast du dich operieren lassen? Wie lange warst du in der Klink? Wie lange hattest du Wundschmerzen nach der OP? Ab wann konntest du deine Wirbelsäule wieder belasten? Wie (nach welche Methode) wurdest du operiert?

Gruß, Nico
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

marcel hat geschrieben:ich bin heut zufällig auf diese seite gestossen und habe mir (fast) alle kommentare durchgelesen
Na, das Forum hat aber sehr viele Rubriken und noch viel mehr Threads mit entsprechenden Posts. :)
operiert wurde ich im september 2003 mit dem ergebnis von damals 40°.
Also noch ca. 10 Grad Hyperkyhose, was nach meinem Empfinden zufriedenstellend sein sollte.
ich muss aber gestehen, dass ich noch immer unzufrieden bin. trotz fitnessstudio sind meine schultern immer noch zu weit nach vorn gezogen und schmerzen, die ich selten habe, treten in der lendenwirbelsäule und vereinzelt in der bws auf.
Das wäre jetzt eine Frage an die Operierten, aber z.Bsp. auch an Dr. Steffan, der in Bad Salzungen bei der REHA auch Operierte mit entsprechenden Erfahrungen hat.
Ich denke aber, dass jede Versteifung auch Überlastungen in den nicht versteiften Bereichen nach sich zieht.!
Und die nach vorn gezogenen Schultern wären auch mal nach dem Aspekt der möglichen Brustmuskelverkürzung zu sehen.
meine frage ist, inwieweit mir es möglich ist, meine kyphosierung noch weiter zu "bekämpfen"? ich habe viel von rehas und krankengymnastik nach schroth gelesen.
Mal Kontakt mit Dr. Steffan aufnehmen, auch über skoliose.eu.

Gruss
Klaus
marcel1982

Beitrag von marcel1982 »

hey nico!

also: ich hab mich im seehospital sahlenburg operieren lassen. vom 12.09.03 bis zum 30.09.03 war ich in der klinik. an der stelle wo sie knochenspann entnommen haben, hat es noch verstärkt nachgeblutet ("akute postoperative blutungsanaemie"), aber sonst verlief alles gut. wundschmerzen hatte ich ganz stark die erste woche. danach leichte schmerzen und dann "keine probleme". war natürlich immer ziemlcih fertig, wenn ich aufstehen musste etc. aber das ist, denke ich, ganz normal.

die methode heißt: "dorsale aufrichtungsspondylodese th2 - l1 mit uss-instrumentarium sowie autologer knochenentnahme am linken beckenkamm".

die ersten drei monate durfte ich mich nicht bücken. ich denke, belasten konnte ich die wirbelsäule erst nach einem halben jahr. aber ich muss gestehen, dass ich das nicht mehr so genau weiß. sport durfte ich dann nach einem jahr wieder betreiben.

für weitere fragen stehe ich zur verfügung. warum das interesse nico?

mfg marcel

an klaus: vielen dank. ich werde gleich mal via e-mail kontakt aufnehmen.
marcel1982

Beitrag von marcel1982 »

hey!

ich habe mich bei dr. steffan gemeldet und folgende (kurze, wohlmöglich ausreichende) antwort bekommen:



Auch bei operierten Kyphosen sollte die KG nach Schroth gemacht werden um auch eine Verbesserung der Schulterstellung zu erreichen. Außerdem kann der Krümmungszunahme in den nicht operierten abschnitten vorgebeugt werden.



Mit freundlichen Grüßen



Dr. med. Kay Steffan
Facharzt für Orthopädie,
-Sportmedizin-, -Chirotherapie-
-Sozialmedizin-, -Verkehrsmedizinische Qualifikation-

Chefarzt Orthopädie und Skoliosezentrum

meine weiteren fragen wären: wie sollen die nächsten schritte aussehen. so wie es scheint, muss ich zu einem orthopäden, dem die kg nach schroth geläufig ist und der mich (eventuell) zu einer reha schickt!? für antworten wäre ich sehr dankbar. mein wohnort ist rostock.

mfg marcel1982
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Beitrag von Klaus »

Marcel1982 hat geschrieben:meine weiteren fragen wären: wie sollen die nächsten schritte aussehen. so wie es scheint, muss ich zu einem orthopäden, dem die kg nach schroth geläufig ist und der mich (eventuell) zu einer reha schickt!? für antworten wäre ich sehr dankbar. mein wohnort ist rostock.
Also als erstes wäre es ganz schön, wenn Du Dich hier (mit Wohnort und Alter im Profil) anmelden würdest. :)

In der Region Rostock ist mir kein kompetenter Orthopäde bekannt, da wäre dann Berlin angesagt, wenn Du keinen Orthopäden findest, der wie Du richtig erkannt hast, die Schroth REHA kennt und trotz Operation auch befürwortet!

Optimal ist es natürlich, die ambulante Sprechstunde von Dr. Steffan aufzusuchen. :)
Die Wartezeiten sind leider extrem lang (6 Monate), aber mit ein bischen Glück gibt es auch kurzfristige Termine, wenn jemand abgesagt hat.
Da Du kaum Schmerzen hast, wird sich das Warten auch lohnen.

Gruss
Klaus
marcel1982

Beitrag von marcel1982 »

danke klaus!

die klassische rückenschule kenne ich ja, aber was ist an der kg nach schroth eigentlich das besondere? wie helfen diese übungen seinen kyphose-/skoliosegrad zu verbessern?

ich hab im forum auch mal einen link gefunden, der einzelne übungen anzeigt. vielleicht könntet ihr mir ja diesen erneut aufzeigen.
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Beitrag von Klaus »

Hallo marcel,

nochmal, es macht schon Sinn, sich hier anzumelden.

Gruss
Klaus
zeller
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Beitrag von zeller »

so, jetzt hab ich mich registriert. ehemals marcel1982 und nun zeller.

kannste mir denn jetzt den link präsentieren und eventuell vorteile, übungen etc. der kg nach schroth darstellen klaus.

vielen dank!
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Beitrag von Klaus »

Zeller hat geschrieben:die klassische rückenschule kenne ich ja, aber was ist an der kg nach schroth eigentlich das besondere? wie helfen diese übungen seinen kyphose-/skoliosegrad zu verbessern?
Bei Schroth geht es nicht nur um die richtige Haltung und entsprechenden Muskelaufbau, sondern auch um gezielte individuelle Korrektur der Muskulatur (Bänder und Sehnen). Dazu bedient man sich auch der gezielten Atmung.
Das geht weit über die normale Rückenschule und auch KG hinaus, die sich in erster Linie mit Problemen eines "normalen" Rückens beschäftigen und bestenfalls Fehlhaltungen beseitigen. Eine Kyphose/Skoliose ist aber keine einfache muskuläre Fehlhaltung.

Wie Dr. Steffan schon gesagt hat, geht das bei Dir aber nur noch in den nicht fixierten Bereichen der WS und wird damit noch komplizierter, was die Schroth Therapie noch wichtiger macht. Es müssen Muskeln angesprochen werden, die Du möglicherweise durch normale Übungen gar nicht erreichst und auch nicht spürst.
Die Schroth REHA ist deshalb auch ein wichtiger Schritt, um das individuelle Körpergefühl zu lernen.

Gruss
Klaus
zeller
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Beitrag von zeller »

hallo klaus!

habe soeben bei dr. steffan (die sekretärin war natürlich am apparat) angerufen: sie teilte mir mit, dass nur privatpatienten die ambulante sprechstunde aufsuchen können. zudem sei erst ein termin im dezember frei.

berlin sagtest du, sie die nächste alternative (die sekretärin konnte mir keine anderen adressen nennen). könntest du mir die adresse, link, telefonnumer etc. eines kompetenten arztes dort geben? möchte schon weitere meinungen einholen und die kg nach schroth auf jeden fall "testen"!

danke!
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

zeller hat geschrieben:habe soeben bei dr. steffan (die sekretärin war natürlich am apparat) angerufen: sie teilte mir mit, dass nur privatpatienten die ambulante sprechstunde aufsuchen können. zudem sei erst ein termin im dezember frei.
Das mit den langen Wartezeiten hatte ich ja schon erwähnt.
Privatpatient heisst lediglich, dass man als Person über 16 Jahre für ca. 30 Minuten Beratung 50 € bezahlen muss, das ist mittlerweile auch bei Dr. Hoffmann (niedergelassener Orthopäde)in Stuttgart so, weil die erste Beratung bei Kyphose/Skoliose zeitlich wesentlich aufwendiger ist, als die "normale" von der Krankenkasse bezahlte Beratung.
An den langen Wartezeiten bei Dr. Steffan merkst Du aber, dass diese 50 € überhaupt kein Hindernis darstellen, allerdings gibt es diese ambulante Sprechstunde in der Klinik nur 2 x in der Woche nachmittags.

In Berlin (siehe auch Rubrik Gesucht/Gefunden Sammlung Berlin!) gibt es Dr. Thomas, der hier auch ab und zu mitschreibt.
Ich würde Dir aber auf jeden Fall raten, vorher mit @chilli-pepper Kontakt aufzunehmen.
Deine Situation ist schon ein bischen spezieller und Schroth nach einer OP bedarf unbedingt der Überzeugung des Orthopäden von Schroth.
möchte schon weitere meinungen einholen und die kg nach schroth auf jeden fall "testen"!
aus "Links&Adressen"
Hotline für Patienten, die nach SCHROTH ausgebildete Krankengymnasten in ihrer Umgebung suchen: 06751-874-174
Es werden die genauen Postleitzahlenbereiche der gewünschten Gegenden benötigt!


Gruss
Klaus
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