Skoliose, Halsmuskulatur, Tinnitus

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salina67
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Skoliose, Halsmuskulatur, Tinnitus

Beitrag von salina67 »

Hallo,

ich habe mir neben der eh schon seltenen und daher mit Ärztemarathons verbundenen Skoliose auch noch eine Symptomatik ausgesucht, die in dieser Form kein Mensch kennt: einen chronisch überanspruchten rechten Halsmuskel (sternocleidomastoideus), der knallhart werden kann und bei jeder Halsbewegung einen sich verändernden, zum Teil wahnsinnig lauten Tinnitus auslöst, der mit dem klassischen Tinnitus nichts zu tun hat. Es hat einen 2,5-jährigen Ärzte- und Physiottherapeutenmarathon gebraucht, bis der erste Krankengymnast dies festgestellt hat (und auch ich kann seitdem auch beim Abtasten des Muskels deutlich feststellen, wie dessen Bewegung und das Geräusch zusammenhängen). Da mein Physiotherapeut nach halbjähriger Behandlung aufgegeben hat und keinen Grund für die Ursache wusste, habe ich danach mit dem Stretchen meiner Bein-/Beckenmuskulatur begonnen, die sich vor Beginn des Tinnitus links sehr verkürzt hat (und rechts gleich geblieben ist). Seitdem ist das Geräusch deutlich besser geworden, insbesondere im Sitzen, und verschwindet dann zeitweise völlig - kommt nachts im Liegen und beim Gehen allerdings sofort wieder.
Ich vermute einen Zusammenhang mit meiner Skoliose und dem dementsprechenden Schultertiefstand rechts, der sich ebenfalls meines Erachtens vor Tinnitusbeginn deutlich verschlechtert hatte (zuvor war der nicht besonders stark ausgeprägt, aber auch nie genau vermessen worden, da die Orthopäden ihn für kein Problem hielten) und werde mich deshalb demnächst in eine einschlägige Untersuchung samt evtl. Schroth-Reha begeben.
(Meine Befürchtung ist allerdings, dass dies in kein klassisches Schema passt und die Reha verweigert werden könnte. Aber wir werden sehen.)
Und weil ich fürchte, dass nun auch die besten Skoliose-Ärzte etwas ratlos vor meinem Fall stehen könnten: Hat jemand schon mal von was Ähnlichem gehört? Und bringt neben Schroth auch das gezielte gleichmäßige Auftrainieren der Halsmuskulatur etwas (die soll bei mir auch unterentwickelt sein)?
Ich bin ratlos...
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Schnecke007
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Beitrag von Schnecke007 »

Hallo Salina,

ich habe ähnliche Symptome wie Du :) . Mit zunehmender Nackenverspannung werden meine Ohrgeräusche deutlich lauter. Die Geräusche kommen bei mir von einer Fehlstellung von Kopfgelenk und erstem und zweitem Halswirbel, was potentiell durch meine Skoliose bedingt oder begünstigt sein könnte.

Hast Du Dich schonmal von einem Osteopathen untersuchen und behandeln lassen? Das hat mir wirklich sehr gut geholfen, meine Nackenschmerzen waren nach der zweiten Behandlung weg und die Ohrgeräusche auf minimale Lautstärke reduziert. Solltest Du in meiner Nähe wohnen, könnte ich Dir jemanden empfehlen. Bei Dir scheint das Problem ja die stark einseitige Verspannung zu sein, die sich inzwischen zunehmend im Körper breit macht, wenn ich das richtig verstanden habe. Osteopathie kann gut helfen, wenn der Körper zum eigentlichen Problem (wo auch immer es liegt) zusätzliche Verspannungen produziert - wie z.B. wenn jemand eine Narbe von einer OP hat (eigentliches Problem) und sich daraufhin alles drumrum verspannt und krümmt.

Ob Schroth allein Dir in Deiner Situation (durch Muskelformung) helfen kann, weiß ich nicht. Du könntest zwar die Asymmetrie verringern, aber ob Dein stark verhärteter Nackenmuskel sich durch Schroth wirklich entspannt..? Aus meiner eigenen Erfahrung ist die Kombination von Schroth (Muskelaufbau und -formung) und Osteopathie (Lösen unnötiger Spannungen) in einem solchen Fall ideal. :ja:

Viele Grüße,
Schnecke
salina67
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Beitrag von salina67 »

Hallo,

erstmal danke für die prompte Antwort. Ja, ich war schon beim Osteopathen - das war mein letzter Physiotherapeut, der nach einem halben Jahr resigniert hat und vermutet hat, das könnte ein Schiefhals sein und mich zum Neurologen geschickt hat (war´s natürlich nicht). Der Osteopath hat immerhin dafür gesorgt, dass Halsmuskulatur und Tinnitus nach der Behandlung aus dem Katastrophenstadium draußen waren, aber immer noch sehr belastend. Warum weder ihm noch einem der 31 Ärzte und sechs anderen Physiotherapeuten, die mich bislang behandelt haben, weder die heftige Verkürzung meiner linken Beckenmuskulatur noch die starke Verschlimmerung meiner Skoliose aufgefallen ist, bleibt mir mein Rätsel.
Jedenfalls ist die bisher erfolgreichste Therapie die gewesen, die ich mir selbst verordnet habe...

Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob das Stretching der Muskulatur die ganze Miete ist oder nur ein Teil (bislang habe ich rund 60% der verkürzten Muskulatur wieder verlängert). Mein Horror ist ja, dass dieses ganze Ärztetheater einfach noch Jahre so weiter geht, obwohl der eigentliche Grund vielleicht ganz simpel und in wenigen Monaten zu beheben ist. Blockierte Gelenke als Ursache? Skoliose? Beckenschiefstand? Kieferprobleme? Alles ist möglich.

An Schroth dachte ich jedenfalls, weil ich zunächst mal die Sachen rückgängig machen wollte, die im sich im letzten halben Jahr vor Tinnitusbeginn deutlich verschlechtert haben. Aber dein Hinweis mit den blockierten Kopfgelenken gibt mir zu denken: Die habe ich auch (allerdings ist bei mir nicht die Nackenmuskulatur, sondern die rechte seitliche Halsmuskulatur knallhart), wenn auch schon vor einigen Jahren mehrfach ergebnislos behandelt. Am 6.1. hab ich einen Termin bei einem Osteopathen/Chiropraktiker, trau dem aber nicht so recht. Aber vielleicht bringt´s ja doch etwas, wo die Beckenprobleme jetzt besser sind? Naja, ich hab ja über Weihnachten Zeit genug, mir Gedanken zu machen.

Ich bin übrigens in Berlin. Ich weiß ja nicht, wo dein Osteopath sitzt, aber wenn er was taugt, und ich meine Ärztewanderschaft dadurch verkürzen kann, nehme ich evtl. auch mal etwas weitere Strecken in Kauf...

Gruß
salina
Kim
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Beitrag von Kim »

Hallo Salina,

ich hatte im Herbst ähnliche Probleme wie du, nur nicht so schlimm.
Bei mir war die ganze Nackenmuskulatur total verhärtet, der Schmerz zog den ganzen Rücken runter, und ich konnte den Kopf nicht mehr drehen. Tinnitus hatte ich immer zwischendurch mal, manchmal ein Rauschen und manchmal ein Dauerpiepsen.

Nach einer Reihe von Arztbesuchen (bei denen die eine anatomische Beinlängendifferenz von 2 cm diagnostiziert und mir einen Schuherhöhung verschrieben haben) war ich dann noch bei einem Osteopathen, den ich von einem Sportmedizin-Lehrgang kannte.

Der hat sich 1,5 h Zeit genommen und alles genau durchgecheckt: Rücken, Becken, Nacken, Kiefer, Schultern. Ich hatte das Iliosakralgelenk und eine Rippe blockiert. Nachdem er das beseitigt hatte, betrug die Beinlängendifferenz noch 3 mm, ich konnte den Kopf wieder drehen, und die Schmerzen und der Tinnitus waren weg. Er hat mir auch Dehnübungen gezeigt, mit denen ich verhindern kann, dass das ISG erneut blockiert, weil ich da wohl eine Neigung zu habe.

Ich kann natürlich nicht sagen, ob das bei dir genau so schnell gehen kann, aber er hat sich sehr viel Zeit genommen, mir erklärt, was er tut, und schien auch die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Fehlstellungen genau zu kennen. Er meinte auch, ggf. müssten wir meinen Zahnarzt mit ins Boot holen, wenn ich weiter Beschwerden habe, und schauen, ob der Kiefer eventuell die Probleme verursacht.

Leider ist die Praxis nicht bei dir in der Nähe... Ich bin damals auch 200 km gefahren, war danach nochmal zur Nachsorge da und habe es nicht bereut.
Vielleicht bist du ja mal in NRW? Hier ist der Link zu seiner Praxis, du kannst dir ja mal die Webseite anschauen und ihn vielleicht mal per Mail anschreiben, deine Probleme schildern und ihn fragen, ob er sich mit so was auskennt. http://www.nhp-becker.de/index.html

Wenn du noch Fragen hast, schreib mir gerne ne PN.

Viele Grüße,
Kim
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

salina67 hat geschrieben:Ich bin übrigens in Berlin
Wenn Du Deinen Wohnort in Dein Profil eingetragen hättest, wäre @chilli-peppers Geheimtipp mit einer sehr guten Physio Praxis sicherlich schon zum Tragen gekommen.

Gruss
Klaus
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Schnecke007
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Beitrag von Schnecke007 »

Hmmmm Karlsruhe ist dann wohl doch etwas zu weit... :D Schade!
Dass Dein Osteopath Dich "aufgeben" musste, finde ich eigenartig. Vielleicht war er einfach nicht richtig gut? Mein Kopfgelenk ist übrigens nicht blockiert, ich habe "nur" eine Fehlstellung.

Viele Grüße,
Schnecke
salina67
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Beitrag von salina67 »

Nochmal Danke an alle. Ich habe jetzt einen Termin bei dem Moerser Osteopathen ausgemacht, hörte sich am Telefon erstmal gut an, Fahrtstrecke hin oder her. Je nachdem werde ich dann noch entscheiden, ob ich mich auf den Weg nach Leonberg mache. Warten wir´s ab, ob´s damit getan ist, was die diagnostische Seite betrifft, ich bleibe ja aus Erfahrung skeptisch. Ich melde mich dann im neuen Jahr wieder hier - vielleicht schlägt sich ja noch jemand mit so einem seltsamen Problem herum und hat was von den Infos.

Grüße
Salina
Kim
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Beitrag von Kim »

Hallo Salina,

dann drück ich dir ganz fest die Daumen, dass er dir helfen kann! :)
Berichte mal, wie es gelaufen ist, wenn du da warst...

Liebe Grüße und schöne Weihnachten,
Kim
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SanDiego
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Beitrag von SanDiego »

Ich habe auch seit längerem ein rauschen/piepsen was auch immer,
im rechten Ohr.
Ich gebe jetzt mal meinen Kopfhörer und die Discobesuche ( wobei ich sehr wenig gehe ) die schuld. Ich habe schon seit über einem Jahr Nackenschmerzen, denkt ihr ich sollte mich auch mal checken lassen
von einem Osteopathen? Gibt es einen zu empfehlen in der Schweiz?
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Re: Skoliose, Halsmuskulatur, Tinnitus

Beitrag von Skynet »

Hallo Leute, hallo salina67,

ich habe genau das gleiche Problem. Skoliose und seit 6Monaten Tinnitus mal mehr mal weniger, ihr kennt es sicherlich. Zusätzlich habe ich noch ne Beckenverwringung, teilweise habe ich meine Leiden schon selbst in den Griff bekommen aber der Tinnitus macht mir das Leben zur Hölle bzw eher die Nacht. Es gibt noch viel mehr zu erzählen, aber ich fasse mich kurz:

Habt ihr schon eine Erfahrung gemacht mit einer guten Reha??könnt ihr eine Empfehlen? Oder eine Dual Reha? Bezüglich Skoliose + Tinnitus?
Bei mir sind Anzeichen das CMD oder HWS inkl. skoliose damit zu tun hat. Stress natürlich auch aber eher diese Verspannungen (Ganzheitlich) . Das alles nur weil mich Orthopäden seit zwei Jahren nicht ernst genommen haben…

Ich suche aktuell gefühlt den ganzen Tag alle Rehas durch aber ich habe bisher nur die in Bad Grönenbach gefunden… und andere kann ich nicht nehmen da es über die DRV Bund läuft. Dann habe ich noch diese beiden gefunden: Asklepios Klinik Bad Salzungen (Parkklinik / Katharina Schroth Klinik). Zuerst dachte ich das wären zwei Kliniken nebeneinander die zusammen arbeiten. Leider nicht. Wie sind eure Erfahrung mit denen?

Bin gerade bisschen durch… und werde morgen weiter suchen.

Danke für jede Hilfe und bleibt fit !!

Viele Grüße
Antworten