Osteopathie bei Scheuermann? (mit Bildern)

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Nasenbär
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Osteopathie bei Scheuermann? (mit Bildern)

Beitrag von Nasenbär »

Hallo,

habe gerade dieses Forum gefunden.
Bin 40 Jahre alt und mir hat eine Ärztin eröffnet: Sie haben einen Scheuermann, da war das Gespräch auch schon wieder vorbei.
Ich habe zeitweise, besonders nach langem Stehen, Schmerzen in der LWS. Eine Osteopathin meinte nun, dass die LWS versucht, die unbewegliche BWS auszugleichen. Die BWS müsste man vorsichtig mobilisieren. Geht das in meinen Alter noch? Hat jemand Erfahrung mit Osteophatie?
Vielleicht auch andere Vorschläge? Einen Buchtipp oder sowas? Ein guter Arzt in der Nähe von Bonn. Fühle mich zeitweise wie ein 80jähriger Greis.
Freue mich über Antworten von Euch.

P.S. Habe Bilder dazugefügt, das Röntgenbild ist leider kaum zu erkennen. Ist das ein leichter Scheuermann?
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leider schlecht zu sehen, aber es ist die Halswirbelsäule und ein Teil der Brustwirbelsäule
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Scheuermann Röntgen Forum.jpg (6.69 KiB) 8870 mal betrachtet
Zuletzt geändert von Nasenbär am Fr, 13.04.2007 - 15:30, insgesamt 2-mal geändert.
Grisu30NRW
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Beitrag von Grisu30NRW »

Hallo Nasenbär.
Das mit den Bildern scheint nicht funktioniert zu haben. Versuch es noch mal. Hier ist schon der ein oder andere Forumuser der der Dir anhand der Bilder bestimt nen Rat geben könnte.
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Hallo Nasenbär,

willkommen im Forum.
mir hat eine Ärztin eröffnet: Sie haben einen Scheuermann, da war das Gespräch auch schon wieder vorbei
Also das Röntgenbild zeigt einen Rundrücken, ob der durch Scheuermann ausgelöst wurde ist bei dieser Aufnahme nicht zu erkennen.
Ob nun Scheuermann oder nicht, der Behandlungsweg ist der gleiche.
Eine Osteopathin meinte nun, dass die LWS versucht, die unbewegliche BWS auszugleichen. Die BWS müsste man vorsichtig mobilisieren
Es ist zu klären, ob die BWS tatsächlich unbeweglich ist, d.h. fixiert.
Dann kann man das natürlich nicht mobilisieren!
Selbst wenn die BWS nicht fixiert ist, steht eine Korrektur in Form von spezieller KG nach Katharina Schroth und evtl ein Korsett im Vordergrund, eine Mobilisation ist nachrangig.
Ein guter Arzt in der Nähe von Bonn.
Ich denke, der Blick in die Rubrik Gesucht/Gefunden bringt Dich in Deiner Region nicht viel weiter.
Die besten Erfahrungen für eine kompetente Erstversorgung gibt es mit Dr. Hoffmann in Stuttgart. Das wäre ein einziger Besuch, um die tatsächliche Situation richtig einschätzen zu können.

Gruss
Klaus
virtuelle

Beitrag von virtuelle »

>>Es ist zu klären, ob die BWS tatsächlich unbeweglich ist, d.h. fixiert.
>>Dann kann man das natürlich nicht mobilisieren!


Das halte ich für ein Gerücht! Selbst bei einer unbeweglichen BWS besteht da noch Hoffnung, wieder Beweglichkeit herzustellen. Das kann nur ein sehr langer, schmerzhafter Weg sein. Also nicht verzweifeln und in Pessimismus verfallen.
Zudem denke ich, dass du auch ansonsten deine LWS soweit stabilisieren kannst, damit sie keine Probleme beim längeren Stehen macht (du musst nur lernen, wie du richtig stehen musst, --> Becken nach vorne kippen). Ansonsten denke ich, dass zur Mobilisation der BWS gleichzeitig in der Therapie die Stabilisation der LWS gehört, um so die Kompensation der fehlenden Bewegung in der BWS durch die LWS abzustellen. Du musst die BWS praktisch zwingen, wieder ihre Arbeit zu verrichten und diese nicht auf die LWS überzuwälzen. Dazu gehört viel Durchhaltevermögen, und wenn du anfängst an der BWS zu arbeiten, fühlst du dich wahrscheinlich noch viel mehr wie ein 80jähriger Greis, weil dir erst dann bewusst wird, wie unbeweglich du wirklich bist!
Dafür ist es dann umso schöner, wenn sich Erfolge einstellen.
Laß dir von deiner Osteopathin erklären, woher deine Schmerzen beim längeren Stehen kommen, wie du richtig stehst, richtig läufst und wie die Bewegung der Wirbel dabei aussieht. Wenn sie dir das verständlich beibringen kann, dann bist du bei ihr m.E. nicht so schlecht aufgehoben.
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

virtuelle hat geschrieben:>>Es ist zu klären, ob die BWS tatsächlich unbeweglich ist, d.h. fixiert.
>>Dann kann man das natürlich nicht mobilisieren!


Das halte ich für ein Gerücht!
Ok, das hätte ich anders ausdrücken müssen.

Wie schon gesagt, ist die Mobilisation bei Kyphose nach meiner Meinung nachrangig. An erster Stelle steht die Stabilisation und das geht am besten mit Schroth.
Leider steht in der Praxis die Mobilisation oft als einzigste Maßnahme da und das bringt nicht weiter, wie Du ja selbst zumindest für die LWS feststellst.

Aber solange hier nicht eine eindeutige Diagnose feststeht und auch nicht geklärt ist, ob die BWS wirklich fixiert ist, halte ich eine Behandlung nur durch einen Osteopathen für falsch.

Gruss
Klaus
virtuelle

Beitrag von virtuelle »

Eine Stabilisation der LWS ist zur Schmerzreduktion sicher nötig, aber im Grunde auch nur Symptombekämpfung, wenn die eigentliche Ursache der Beschwerden in der steifen BWS liegt und die LWS diese fehlende Beweglichkeit ausgleichen muss (was meines Erachtens auch ein Grund für die wenig erfolgreichen Kyphose-OPs ist, weil die Ursache der Beschwerden nicht in erster Linie die Fehlhaltung sondern die Fehl(ende)funktion der BWS ist, die durch eine OP ja auch nicht besser wird).
Stabilisiert man dann auch die LWS, dass heißt reduziert hier die vorhandene Hypermobilität, ist das m.E. ziemlich Lebensqualität einschränkend, weil ich weiß, wie es ist mit einer unbeweglichen BWS zu leben und die einzige Bewegungsmöglichkeit in der LWS liegt.

Meiner Meinung nach ist auch die hier häufig vertretene Meinung, erwachsene Rücken wären nicht mehr dauerhaft zu korrigieren, ebenso nicht zutreffend. Schroth und Korsett reichen hierfür aber m.E. nicht. Denn ein Korsett verhindert ja jegliche Bewegungsmöglichkeit in der Wirbelsäule - zur Schmerzreduktion ganz okay und vielleicht auch zur Verbesserung der Haltung. Und Schroth trainiert m.E. in erster Linie die weiße Muskulatur. Die rote Muskulatur, die ausdauernde, die eine Körperhaltung auch den ganzen Tag über aufrechterhalten kann, eher weniger. Außerdem finde ich es wichtig, sich auch in Bewegung korrigieren / die Wirbelsäule stabilisieren zu können. Was hilft alles Schroth, wenn ich nicht lerne, mich richtig zu bewegen und in Bewegung immer wieder in alte Muster zurückfalle? Dann kann ich natürlich niemals mein Korsett abschulen. Eine Therapie, die auf Unbeweglichkeit aufbaut führt m.E. auf Dauer niemals zur Heilung.
Und ich weiß, dass es vielleicht Zeit braucht, aber dass man auch erwachsene Rücken wieder so „umbiegen“ kann, als wäre nie etwas gewesen.

Eine Behandlung nur durch einen Osteopathen kann durchaus funktionieren. Osteopathen haben z.T. sehr viel besseres Verständnis für Körperfunktionen als Ärzte, die vielleicht besser Röntgenbilder lesen können. Aber dass das Ausmaß von Wirbelsäulenproblemen ist eben nicht nur von Gradzahlen oder Auffälligkeiten auf dem Röntgenbild abhängig.
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

virtuelle hat geschrieben:Osteopathen haben z.T. sehr viel besseres Verständnis für Körperfunktionen als Ärzte, die vielleicht besser Röntgenbilder lesen können
Da scheint mein Orthopäde (auch Diplom-Osteopath)aber eine Ausnahme zu sein, denn er könnte mir wenigstens diese private Leistung anbieten. :)
Meiner Meinung nach ist auch die hier häufig vertretene Meinung, erwachsene Rücken wären nicht mehr dauerhaft zu korrigieren, ebenso nicht zutreffend. Schroth und Korsett reichen hierfür aber m.E. nicht
Das ist ja eine andere Diskussion zur Abschulung bei Erwachsenen, die hier immer wieder läuft.
Und ich denke auch, dass Schroth allein nicht reicht, um die erreichte Korrektur zu halten, schon deshalb nicht, weil es eine statische Angelegenheit ist, die langfristig nur eine formende Komponente hat. Die nach meiner Meinung notwendige weiter aufbauende Komponente sollte auch durch dynamische Bewegungen eines Fitness Trainings ergänzt werden.
Und wenn ich mir meine REHA in Bad Salzungen angucke, so gab es an Sprossenwänden im Aussenbereich durchaus Bewegungsübungen, die ich auch dringend brauchte. :)
Also Bewegung in korrigierter Haltung ohne Korsett ist sicherlich notwendig.
Und ich weiß, dass es vielleicht Zeit braucht, aber dass man auch erwachsene Rücken wieder so „umbiegen“ kann, als wäre nie etwas gewesen.
Natürlich nur dann, wenn sich die Wirbelkörper tatsächlich ausreichend aufrichten lassen. Nur ist mir nicht klar, ob es einen "Grenzwinkel" gibt, bis zu dem korrigiert werden muss, damit dieser korrigierte Zustand auch dauerhaft gehalten werden kann oder ob jeder durch ein Korsett korrigierte Zustand gehalten werden kann, wenn man nur genügend dafür tut.
Meine Vermutung ist ja auch, dass Korrekturen im Korsett sehr langsam erfolgen sollten, damit die jeweilige temporäre Korrektur durch Schroth, Fitness und sonstiges stabilisiert wird.

Gruss
Klaus
Nasenbär
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Beitrag von Nasenbär »

Vielen Dank für die Diskussion. Die hat mir geholfen, mich in die Thematik einzudenken. Ich bleibe also bei meiner Osteopathin und überlege wenn es mein Job zulässt, nach Stuttgart zu fahren, um eine genaue Diagnose stellen zu lassen. Habt ihr ein Buch, dass ihr mir empfehlen könnt? Entweder über Scheuermann oder über Schroth KG?


Gruss Nasenbär
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Nasenbär hat geschrieben:Habt ihr ein Buch, dass ihr mir empfehlen könnt? Entweder über Scheuermann oder über Schroth KG?
Also unter Basiswissen findest Du auch Informationen zum Scheuermann.

Schroth KG kann man tatsächlich nur in einer REHA begreifen und lernen. Das ist in erster Linie das Spüren eines neue Körpergefühls im ständigen Dialog mit den Therapeuten.
Schroth besteht aus den Elementen
Aufbau, Formung, Atmung
und ist deshalb im Gegensatz zur normalen KG in der Lage, auch Korrekturen in Kombination mit Atmung vorzunehmen. Dabei spielt die sogenannte geordnete Bauch- und Rückenlage sowie die Beckenkorrekturen in der Standposition bei den Übungen eine besondere individuelle Rolle.

Nach der REHA kann man mit dem Buch von Christa Lehnert-Schroth eher was anfangen. Allerdings habe ich in erster Linie nur von ein paar Seiten profitiert, die sich speziell mit meiner Sitzkyphose beschäftigen.

Übungen zum Wiedererkennen findest Du auch hier im Forum. Aber zumindest in Bad Salzungen gibt es bei der REHA ein persönliches Übungsheft (lose Blättersammlung) mit Foto und Beschreibung jeder einzelnen Übung. Damit kann man immer wieder neu einsteigen, wenn die alltägliche Schroth KG zuhause mal Unterbrechungen hatte. :)

Gruss
Klaus
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