kampfsport und kraftsport

Infos zu weiteren WS-Deformitäten, die mit Skoliose zusammen oder alleine auftreten
Antworten
filip
Newbie
Newbie
Beiträge: 5
Registriert: Mi, 31.01.2007 - 11:45
Wohnort: Niederösterreich

kampfsport und kraftsport

Beitrag von filip »

hi
ich betreibe seit jahren ausgiebig Taekwondo und 1 x wöchenltich Muskelaufbau.....
Nun wurde vor kurzer Zeit eine Skoliose und Morbus Scheuermann festgestellt. Ich hab mal 2 Tage gebraucht um das halbwegs zu verdauen. Der Arzt meinte es wäre vernünftig mit dem Taekwondo aufzuhören und das Krafttraining nur ohne drückende und stauchende Belastungen durchzuführen....wer selbst ausgiebig mit Hanteln trainiert weiss, dass das nicht unbedingt einfach ist, da fast jede Hantelübung zumindest ein bisschen den Rücken belasten.

Wie sind eure Erfahrungen speziell beim Morbus Scheuermann, bzw. was könnnt ihr mir für Tipps geben....

Das Problem ist, das Taekwondo ist für mich nicht nur ein Kampfsport sondern es gehört mittlerweile zu meinem Leben und ich identifiziere mich auch in gewissen Maße damit......deshalb würde mir es reichlich schwer fallen, dass alles aufzugeben

lg

:/
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15266
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

Hallo filip,

herzlich willkommen im Forum.
und das Krafttraining nur ohne drückende und stauchende Belastungen durchzuführen
Das ist erst mal grundsätzlich eine richtige Empfehlung.

Du brauchst aber erst mal eine kompetente ausführliche Diagnose mit Winkelangaben, damit Deine Situation richtig eingeordnet wird.

Also bei Dir ist es wahrscheinlich eine Kyphose(Rundrücken) als Hauptproblem mit begleitender Sekundär Skoliose, die meistens gering ist.
Dementsprechend brauchst Du eine spezielle REHA nach Katharina Schroth in Bad Salzungen oder Bad Sobernheim und möglicherweise auch ein Korsett.
Mit 23 kann man noch jede Menge machen.

In Österreich gibt eine Reihe von Usern, die wissen, wie man die schwierige Behandlungsstuation dort am besten angeht.
Dazu solltest Du mal hier im Forum ausgiebig lesen und auch die Suchfunktion benutzen.
Wahrscheinlich werden Dir aber auch die Leute dort direkt antworten.

In der REHA bekommst Du das individuell richtige Körpergefühl, was Dich in die Lage versetzt, richtige Körperhaltung incl. Bewegungsabläufe in Sportarten gezielt einzusetzen. Das kann auch bedeuten, dass diese Kampfsportart für Dich ungeignet ist.

Im Kraftsport ist bei Kyphose/Skoliose das Hanteltraining absolutes Gift, wenn man dabei keine korrekte Haltung einnimmt! Und diese Haltung ist bereits ohne Gewicht eine Sache, die man in einer vierwöchigen REHA ganz allmählich und intensiv antrainieren muss.
Auch im Gerätetraining ist vel zu beachten, damit man nicht die Fehlstellung der Wirbelsäule noch weiter verschlimmert.

Das "Fiese" daran ist, man merkt u.U. Jahre lang überhaupt nicht, dass man immer weiter in die Fehlkorrektur trainiert, weil keine oder nur geringe Schmerzen da sind.

Tipps bezüglich Training kann ich nur aufgrund meiner Vermutung machen, dass Dein Morbus Scheuermann sich als Rundrücken darstellt und als Hauptproblem anzusehen ist.
Dann ist alles zu tun, was Dich nach oben streckt!
Dein Gesäss nicht nach hinten strecken, sondern nach unten!

Typisches Beispiel Butterfly:
nur Butterfly rückwärts, nicht vorwärts!

Das bitte aber nur vorsichtig bis zur REHA weitermachen. In Östereich gibt es wohl auch Schroth Therapeuten, das wäre vor einer REHA auch erst mal eine bessere Maßnahme, als normale KG.

Gruss
Klaus
Benutzeravatar
Lynn
Vielschreiber
Vielschreiber
Beiträge: 782
Registriert: Mo, 03.01.2005 - 01:45
Wohnort: Stuttgart

Beitrag von Lynn »

Hallo filip,
machst du Wettkampf-Taekwondo? Dann sehe ich für dich schwarz. Übrigens witziger Zufall: ich komm gerade direkt vom Taekwondo und bin voll fertig ;) :D Aber weiter im Text. Meine eigentlich Sportart ist Karate, deshalb konnt ich mit meinem Trainer ausmachen, auf jegliche Drehkicks zu verzichten. Das ist ganz wichtig. Dass das ganze beim Taekwondo natürlich nicht so einfach ist, gerade im Wettkampfbereích, das ist mir schon klar, weil das ja wichtige Elemente sind. Aber vielleicht hast du ja das Glück und kannst dich mehr auf Selbstverteidigungstechniken spezialisieren. Da ist ja jeder Verein ein wenig anders. Fallschule ist auch ganz furchtbar, aber gibt es die bei euch überhaupt in großem Maße?

Wir haben gerade eine Einheit nur mit Drehkicks gemacht und mein Rücken schmerzt jetzt tierisch. Soviel zur Praxis. Ich konnte das jetzt nur machen, weil es eine Seminarform ist und ich ab heute kein Taekwondo mehr hab. Du musst dir vorstellen, dass deine ohnehin verdrehte Wirbelsäule bei einem Drehkick nur noch brutaler verquirlt wird. Nein, nein, das solltest du wirklich lassen.

Wenn man in der Lage ist sein Training zu modifizieren, dann bin ich sogar für Kampfsport. Aber wirklich nur dann! Und das können auch nur die, die Fortgeschritten sind sowohl in ihrem Sport als auch was die Kenntnis um ihren Rücken angeht. Also hör auf Klaus!
~ ehemals Ulaschatz ~
filip
Newbie
Newbie
Beiträge: 5
Registriert: Mi, 31.01.2007 - 11:45
Wohnort: Niederösterreich

Beitrag von filip »

ja klar, wettkampf, wollte im märz meinen ersten wettkampf bestreiten.....
tja das wird wohl ins wasser fallen erstmal.

die sache is immer die, die drehkicks sind halt was ganz essentielles fürs Tkd, wie du wahrscheinlich weisst!
Naja und Fallschule gibts bei uns überhaupt nicht.

Na mal sehen wenns wirklich nicht geht werd ich wohl ganz umsteigen auf irgendeine andere KK oder KS.
Wing Tsun würd mich mal interessieren...

Vielen dank euch beiden auf jeden fall
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15266
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

ula hat geschrieben:Wir haben gerade eine Einheit nur mit Drehkicks gemacht und mein Rücken schmerzt jetzt tierisch
Aber ula! :nein: :)
Hast Du Dich nicht vor einer Weile von diesen Drehbewegungen im Fitness verabschiedet :) und die sind ja ganz langsam und kontinuierlich.

Gruss
Klaus
Benutzeravatar
Lynn
Vielschreiber
Vielschreiber
Beiträge: 782
Registriert: Mo, 03.01.2005 - 01:45
Wohnort: Stuttgart

Beitrag von Lynn »

Hast Du Dich nicht vor einer Weile von diesen Drehbewegungen im Fitness verabschiedet und die sind ja ganz langsam und kontinuierlich.


Doch Klaus, doch. Das heute war auch wirklich eine Ausnahme! Es hat mich einfach mal wieder tierisch gejuckt. Hab ja auch die Quittung bekommen. Will ja kein schlechtes Vorbild sein ;) . Das war garantiert das letzte Mal.

@filip: Wing Tsun find ich spontan nicht schlecht, was man so hört. Habs aber selbst noch nie gemacht. Musst dich halt mal erkundigen.
~ ehemals Ulaschatz ~
Benutzeravatar
derhanfi85
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 139
Registriert: Sa, 20.08.2005 - 17:19
Geschlecht: männlich
Diagnose: Hyperlordose, -kyphose
Morbus Scheuermann (Deckplatteneinbrüche)
Therapie: 4 Wochen Kur in Bad Salzungen (2006)
1. Korsett von Rahmouni (2007)
2. Korsett von Rahmouni (2009)
<-- Tragezeit ~ 16h/Tag
3 -5 / Woche KG nach Schroth
seit 03/13 für 6 Monate Korsettfrei

Beitrag von derhanfi85 »

Welches Taekwondo: das traditonelle (kontaktlos) oder das hirnrissige mit Schutz etc. (also Kontakt). Nimm es mir nicht übel, aber ich würde lieber damit aufhören. Ich habe selber 7 Jahre Taekwondo gemacht und es fiel mir schwer aufzuhören. Aber ich finde es belastet die "kranke" Wirbelsäule einfach zu sehr. Man ist doch sehr auf Sprünge, Drehungen, etc. bedacht. ALso ich habe es dann immer am Abend nach dem Training gemerkt. Es hat am Hohlkreuz gezwickt, es war irgendwie komisch, Ich kann deine Sorgen verstehen. Es ist keine leichte Entscheidung aufzuhören (besonders bei dieser Sportart- ist irgendwie eine Lebensphilosophie), so hatte ich z.B. den schwarzen Gürtel(1.dan). Aber was mich am meisten aufgeregt hat; mein Trainer war Sportmediziner von Beruf. Man sah sich immer in der Umkleide (so auch meist Oberkörperfrei), nur nie ist ihm was aufgefallen. (ist eigentlich wieder eine andere geschichte)
Auch hatte ich es in Kombination mit Kraftraining ausgeführt. Gerne denke ich an die schöne Zeit zurück, aber das war eben.
Benutzeravatar
Lynn
Vielschreiber
Vielschreiber
Beiträge: 782
Registriert: Mo, 03.01.2005 - 01:45
Wohnort: Stuttgart

Beitrag von Lynn »

Derhanfi, welches hast du denn gemacht? Das traditionelle oder das "hirnrissige"?
~ ehemals Ulaschatz ~
filip
Newbie
Newbie
Beiträge: 5
Registriert: Mi, 31.01.2007 - 11:45
Wohnort: Niederösterreich

Beitrag von filip »

naja, wenn man davon ausgeht dass es sich schließlich mal um KAMPFsport handelt ist es wohl eher hirnrissig wenn man sich dabei nicht berührt........
aber jedem das seine!
Ich hab Vollkontakt WTF Taekwondo gemacht......bzw. ich mach es!! ;)
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15266
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

derhanfi85 hat geschrieben:mein Trainer war Sportmediziner von Beruf
Das sagt überhaupt nichts!
Ich habe vor einiger Zeit mal eine "Sportwissenschaftlerin" im meinem Studio angesprochen, die hatte keine Ahnung und ich merkte, dass es ihr ziemlich unangenehm war, als sie bemerkte, dass ich so gezielte kompetente "Test"-Fragen stellte.

Sie hiess übrigens nicht ula :) , denn sonst bräuchte man sich nicht so viel Sorgen machen, mit ein paar Ausnahmen. :D

Gruss
Klaus
Benutzeravatar
Lynn
Vielschreiber
Vielschreiber
Beiträge: 782
Registriert: Mo, 03.01.2005 - 01:45
Wohnort: Stuttgart

Beitrag von Lynn »

:D wenn ich nicht selbst ein Rückenproblem hätte, dann hätte ich trotz Studium auch keine Ahnung. Man lernt da sowas Spezifisches nicht. Nicht mal, wenn man sich auf KG spezialisiert. Schade, wirklich schade.
~ ehemals Ulaschatz ~
Benutzeravatar
derhanfi85
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 139
Registriert: Sa, 20.08.2005 - 17:19
Geschlecht: männlich
Diagnose: Hyperlordose, -kyphose
Morbus Scheuermann (Deckplatteneinbrüche)
Therapie: 4 Wochen Kur in Bad Salzungen (2006)
1. Korsett von Rahmouni (2007)
2. Korsett von Rahmouni (2009)
<-- Tragezeit ~ 16h/Tag
3 -5 / Woche KG nach Schroth
seit 03/13 für 6 Monate Korsettfrei

Beitrag von derhanfi85 »

Ich habe das traditionelle gemacht. Dabei handelt es sich viel mehr um eine Kampfkunst als um Kampfsport. Man lernt Tritte und Schläge auf den (Körper-)Punkt genau. Man kann es teilweise auch mit Selbstverteidigung definieren.
Naja und KAMPFsport heißt ja nicht " wild aufeinander eindräschen". =)

Ist halt meine Meinung, daß ich das Vollkontakt nicht toll finde, zumal, wenn man erstmal das traditionelle gemacht hat. Auch habe ich hier keine Lust auf eine Grundsatzdisskusion; soll jeder machen, was ihm zusagt/gefällt.
[equote]derhanfi85 hat folgendes geschrieben:
mein Trainer war Sportmediziner von Beruf[/equote]

Das sagt überhaupt nichts!
..... ja und nein. Das Sportmediziner und dann viele Orthopäden keine Ahnung haben, ist mir nicht neu. Aber er hat halt wirklich TKD in sein Leben integriert (12x Trainingsstunden pro WOche und am Wochenende Lehrgänge etc.). AUßerdem hat er viele Studien zu TKD und speziell wie Gesundheitsförtdern und verletzungsschonend es doch für den Menschen ist. Aber Anatomisch hatte er auch schon viel raus. So hatte einer bei uns wenig Muskel um die Kniescheibe, also ihm "hüpfte" immer die Kniescheibe raus (klingt ekelhaft und fühlt sich auch so an). Da hat er ihm Tipps gegeben, wei man das kuriert.
Aber insgesamt haben die doch rückenmäßig keine Ahnung.
filip
Newbie
Newbie
Beiträge: 5
Registriert: Mi, 31.01.2007 - 11:45
Wohnort: Niederösterreich

Beitrag von filip »

derhanfi85 hat geschrieben:Ich habe das traditionelle gemacht. Dabei handelt es sich viel mehr um eine Kampfkunst als um Kampfsport. Man lernt Tritte und Schläge auf den (Körper-)Punkt genau. Man kann es teilweise auch mit Selbstverteidigung definieren.
Naja und KAMPFsport heißt ja nicht " wild aufeinander eindräschen". =)

Ist halt meine Meinung, daß ich das Vollkontakt nicht toll finde, zumal, wenn man erstmal das traditionelle gemacht hat. Auch habe ich hier keine Lust auf eine Grundsatzdisskusion; soll jeder machen, was ihm zusagt/gefällt.
[equote]derhanfi85 hat folgendes geschrieben:
mein Trainer war Sportmediziner von Beruf[/equote]

Das sagt überhaupt nichts!
..... ja und nein. Das Sportmediziner und dann viele Orthopäden keine Ahnung haben, ist mir nicht neu. Aber er hat halt wirklich TKD in sein Leben integriert (12x Trainingsstunden pro WOche und am Wochenende Lehrgänge etc.). AUßerdem hat er viele Studien zu TKD und speziell wie Gesundheitsförtdern und verletzungsschonend es doch für den Menschen ist. Aber Anatomisch hatte er auch schon viel raus. So hatte einer bei uns wenig Muskel um die Kniescheibe, also ihm "hüpfte" immer die Kniescheibe raus (klingt ekelhaft und fühlt sich auch so an). Da hat er ihm Tipps gegeben, wei man das kuriert.
Aber insgesamt haben die doch rückenmäßig keine Ahnung.
Hi, nein ich will auch keine Grundsatzdiskussion anzetteln, jedem das Seine.
Ich habe aber übrigens auch klassisches Taekwondo gemacht (ebenfalls ohne Kontakt)......
Benutzeravatar
Lynn
Vielschreiber
Vielschreiber
Beiträge: 782
Registriert: Mo, 03.01.2005 - 01:45
Wohnort: Stuttgart

Beitrag von Lynn »

Naja, Grundsatzdiskussion meinetwegen, warum auch nicht? Macht doch Spaß und man lernt viel bei sowas... :)

Aber nochmal zurück zu meiner Ausgangsfragestellung an die "Profis":
Kann man das "traditionelle", nicht wettkampffixierte TKD jetzt für Rückengeschädigte "erlauben"? Das heißt, kann man sein Training dann so modifizieren, dass man z.B. so selten wie möglich Drehkicks macht?

Beim Karate war das bei mir möglich. Mein Trainer war zwar nicht erfreut als ich gesagt hab, ich mach keine Fallschule mehr (oder nur zur Prüfung), aber das war ihm im Grunde dann doch lieber, als wenn ich ganz aufhören würde. Beim Aufwärmrogramm ersetz ich auch die ein oder andere Übung. So blieb mir mein Sport erhalten.

Ich möcht nur wissen, was man Neulingen sagt, die diese oder ähnliche Frage vielleicht noch stellen werden. Außerdem bin ich neugierig :) .

Ach so, damit das klar ist: egal unter welchen Vorraussetzungen, ich würde einem Einsteiger, der sich eine Sportart sucht nicht zu TKD oder anderen Kampfsportarten raten. Es geht eigentlich nur um die, die das schon ewig mit einer Philosophie verbinden und schwer davon lassen können.
~ ehemals Ulaschatz ~
filip
Newbie
Newbie
Beiträge: 5
Registriert: Mi, 31.01.2007 - 11:45
Wohnort: Niederösterreich

Beitrag von filip »

Ulaschatz hat geschrieben: Es geht eigentlich nur um die, die das schon ewig mit einer Philosophie verbinden und schwer davon lassen können.
Hallo :D
Antworten