Osteopatie - Behandlung bei Skoliose u. Zahnspange

Fragen und Antworten rund um das Thema Skoliose
Gast

Beitrag von Gast »

Ja, einige sind echt teuer... Aber was ist schon Geld gegen Gesundheit.
Und nun stell dir vor, deine Tochter wird öfter behandelt und das, bis sie ausgewachsen ist............... Kann doch nur von Vorteil sein.

Ich wünsche dir, das die Behandlung bei deiner Tochter auch so erfolgreich abläuft, wie bei meiner. Und danke, dass du geschrieben hast, denn oftmals fühle ich mich recht allein mit meiner Meinung. Wäre lieb, wenn du mir mal von den Fortschritten berichtest.

Liebe Grüße, Stonewoman (stonewoman@gmx.de)
Allegra
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Beitrag von Allegra »

Hallo.
Also irgendwie kann ich einfach nicht glauben, dass durch Osteopathie die Skoliose behoben werden soll. Die Methode hilft vielleicht gegen Schmerzen und ist gut für das allgemeine Wohlbefinden...aber die Skoliose heilen???? Sorry, das glaube ich einfach nicht. Hand auflegen und Knochen gerade biegen??? Rippenbuckel wegzaubern? Ohne Mühe, ohne jahrelanges Turnen, ohne Korsett? Hmmm, klingt verlockend...und gefährlich!!!!!!
Ich bin durchaus aufgeschlossen für neue Methoden, aber wenn ich eine Tochter mit Skoliose hätte, würde ich keine Experimente mit ihr durchführen. Die Skoliose ist keine Psycho-Krankheit, sondern eine handfeste Fehlstruktur der Wirbelsäule.
Aber ich bin ja offen und lasse mich gerne belehren...

Jenny
Gast

Beitrag von Gast »

Von wegzaubern ist hier nicht die Rede... Es ging um Skoliose im Anfangsstadium... Meine Skoliose ist natürlich nicht weg. Aber sie hat sich nicht verschlechtert und die Schmerzen sind kaum noch da. Was soll man den machen, wenn die Schroth-Therapie einem nichts bringt (außer mehr Schmerzen)....

Stonewoman
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Anonymous hat geschrieben:Skoliose im Anfangsstadium.
Per Definition skoliotische Haltungsschwäche oder skoliotische Fehlhaltung, zählt noch nicht unter Skoliose.
Anonymous hat geschrieben:Aber sie hat sich nicht verschlechtert und die Schmerzen sind kaum noch da. Was soll man den machen, wenn die Schroth-Therapie einem nichts bringt (außer mehr Schmerzen)....
Sich gegen die Schmerzen was anderes suchen, so wie Du es gemacht hast.

Du kennst aber die Statistik der Verschlechterungsrate (was garnichts mit Schmerzen zu tun hat) in Deinem Gradzahlbereich!? Etwas zusätzliches wäre da mit Sicherheit schon angebracht. :/
Schon mal Bad Salzungen in Erwägung gezogen? Ist weniger intensiv dort, vielleicht hilft es Dir ja, das ganze langsamer angehen zu lassen.

LG,
BZebra

p.s. Stonewoman, Du hast hier übrigens auch immernoch Deinen alten Akkount, die wurden alle übertragen. Musst Dir nur das Passwort abholen (siehe ganz oben im Forum unter "Infos zum Forumsumzug").
Ulli
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Beitrag von Ulli »

Hallo ihr Ungläubigen,
wer sagr denn, dass Osteop. das einzige ist, was man tut. Meine Tochter trägt doch ihr Korsett - allerdings nur nachts. Und damit es so bleibt gehen wir dort hin. Ich glaubte das alles doch auch nicht, aber aus Verzweiflung habe ich es versucht. Aber das läuft nur nebenbei!!!!!! Ich würde deswegen sicher nie auf das Korsett verzichten.
Nebenbei: Katrina schlief trotz ihrer 5 Jahren noch nicht durch. Sie wachte 3 - 4 mal auf. Wir waren dann das erste mal bei der Osteop. und diese Nacht schlief sie das erste mal in ihrem Leben durch - bis heute!!!
Das hätte ich nie für möglich gehalten, aber es ist so!!!!

Bei Erwchsenen ist die Begradigung der Skoliose aber nicht möglich, weil man ja nicht mehr wächst!

Ulli
Gast

Beitrag von Gast »

@BZebra, ob es nun skoliotische Fehlhaltung oder Haltungsschwäche heißt ist doch eigentlich schnurz... Die Hauptsache ist doch, dass sie keine Skoliose bekommt, oder???

Und wichtig ist doch nicht was hilft, sondern das es hilft...

@Ulli, das Korsett ist mit Sicherheit ganz wichtig für deine Maus... Und, dass sie nun durchschläft ist doch echt klasse und ein Riesenerfolg (wenn man bedenkt wie wichtig für alle der Schlaf deines Kindes ist).

@all, Jeder noch so kleine Erfolg im Kampf gegen (alle) Krankheiten ist doch toll....

Liebe Grüße, Stonewoman
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Anonymous hat geschrieben:@BZebra, ob es nun skoliotische Fehlhaltung oder Haltungsschwäche heißt ist doch eigentlich schnurz... Die Hauptsache ist doch, dass sie keine Skoliose bekommt, oder???
Das ist richtig, aber wenn es eine richtige Skoliose gewesen wäre, dann wäre sie so einfach nicht zu beheben gewesen. Deswegen auch Jennys Frage. Um was es sich bei Deiner Tochter dreht, das läuft nicht unter Skoliose und muss auch nicht heißen, daß daraus zwangsläufig eine entsteht, weil das bei sehr vielen Leuten vorkommt. Nur einige entwickeln daraus eine Skoliose.
Gast

Beitrag von Gast »

Na ja, dann weißt du es also besser als mein Orthopäde... Glückwunsch Frau Doktor...

Und für mich wiederum die Bestätigung, dass ich in diesem Forum nichts zu suchen habe

Stonewoman
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Anonymous hat geschrieben:Na ja, dann weißt du es also besser als mein Orthopäde... Glückwunsch Frau Doktor...

Und für mich wiederum die Bestätigung, dass ich in diesem Forum nichts zu suchen habe

Stonewoman
Naja, wenn Du das so siehst, dann tut es mir leid. Es ist nicht so, daß das, was Du hier schreibst, für Humbug gehalten wird; zumindest kann ich das von mir ganz sicher sagen.

Es ist halt einfach nur so, daß mit einer präziseren, oder besser gesagt unmissverständlicheren Definition, das was Du schreibst nicht in Frage gestellt werden KANN.

Dein Orthopäde kann außerdem ohne Röntgenbild bei einer so geringen Verkrümmung garnicht feststellen, um was es sich handelt. Das können ja die meisten Orthopäden selbst mit Röntgenbild nicht. Der Titel Orthopäde sagt da wirklich garnichts aus, von Skoliose verstehen ohnehin nur die allerwenigsten was.

Ostheopathie ist ja außerdem meines Wissens nach ein Sammelbegriff genauso wie z.B. Krankengymnastik. Daraus geht nicht hervor, was genau gemacht wurde. Es gibt aber natürlich Methoden, mit denen man Blockaden aufheben kann und Wirbel in eine bessere Position bringen bzw. einrenken kann, die in der Ostheopathie wahrscheinlich auch ihre Verwendung finden und durch die dann die Verkrümmung behoben oder verringert werden kann.

Um mal das krasseste Beispiel zu nennen: Du kannst zum Chiropratiker gehen und Deine gesamte Wirbelsäule einrenken lassen bis Deine Skoliose weg ist (was in dieser extremen Form natürlich mit einigen Nebenwirkungen verbunden ist). Das ist dann aber bei einer richtigen Skoliose mit den dazugehörigen strukturellen Veränderungen nicht von Dauer, da ja z.B. die Muskulatur immernoch ungleichmäßig ist und die WS wieder in ihre Ursprüngliche Verbiegung gezogen wird. Deswegen kann man z.B. Deine Skoliose, wie Du ja schon gesagt hast, damit nicht "wegzaubern".

Es gibt noch andere Methoden, die ganz ähnlich wirken, wie z.B. die Dorntherapie.

Auch die Sache mit dem Röntgenbild direkt nach so einer Behandluing, wie Ulli das vorhat, ist nicht gerade sinnvoll, weil es zum einen nichts zu beweisen gibt (es ist alles logisch nachvollziehbar) und zum anderen das Röntgenbild dann nicht den Status Quo wieder gibt. Das wäre genauso, wie wenn man sein Korsett kurz vor dem Röntgen auszieht, dann sind die Wirbel für eine Zeit lang auch noch alle schön begradigt und die Verkrümmung viel geringer. Dann hat man trotz Röntgenbild und Strahlenbelastung leider überhaupt keine Kontrolle.

Ich kenne auch Fälle, deren Skoliose mit Chirotherapie und Ostheopathie behandelt wurde und im direkten Anschluss daran dann mit Schroth-KG. Das war z.B. eine atypische Skoliose, deren Wirbel sich in die entgegengesetzte Richtung gedreht haben, als es bei einer normalen Skoliose der Fall ist. Das hat ihr starke Schmerzen bereitet, so daß sie überhaupt garnicht in der Lage war, ihre Schroth-Übungen effektiv durchzuführen. Es lief dann bei ihr so ab, daß man vor der Behandlung die WS eingerenkt hat und sie im Anschluss daran intensiv ihre Schroth-Übungen gemacht hat, um diese Korrektur dann auch muskulär zu stabilisieren und länger halten zu können. Das nur um Dir mal ein Beispiel zu nennen.

Ich muss ganz ehrlich sagen, ich kann nicht nachvollziehen, warum Du glaubst hier nicht ernst genommen zu werden. Es wird doch eigentlich versucht alles hier verständlich und logisch zu erklären. Passen diese Erklärungen so überhauptnicht in Dein Konzept rein?

Und selbst was Dr.Weiß betrifft, Du kannst es glauben oder nicht, bei dem rennst Du sogar mit rein psychologischen Behandlungsmethoden offene Türen ein und auch in der Literatur, die von ihm kommt, werden zusätzliche Beahndlungsmethoden wie Ostheopathie, Qi Gong als gegen Schmerz wirksame und untersützende Therapien angesehen.

LG,
BZebra
Allegra
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Beitrag von Allegra »

Vielleicht können wir uns ja darauf einigen: Osteopathie etc. als Ergänzung für diejenigen, denen es wohltut, aber nicht als Ersatz für klassische Therapie (Schroth, Korsett etc.), zumindest bei ECHTEN Skoliosen (keine Vorläufer).

Ich nehme auch jeden Beitrag ernst und nichts liegt mir ferner, als neue Methoden von vornherein als "Humbug" zu bezeichnen. Aber eine grundsätzlich kritische Haltung erscheint mir doch angebracht, vor allem, wenn hier der Eindruck von "neuen Wundermethoden" entstehen könnte.

Jenny
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Toni
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Beitrag von Toni »

Hallo Stonewoman
Ich freue mich und bin wirklich dankbar dafür, daß Du wieder mitschreibst und DEINE schlimmen aber wertvollen Erfahrungen einbringst.
Ich habe selbst schon am eigenen Leib erlebt, was für eine wunderbare, regelrecht "erlösende" Methode die Osteopathie ist.
Auch anderen Heilmethoden gegenüber bin ich eigentlich sehr aufgeschlossen. Allerdings unterscheide ich streng nach alternativen (anstatt) und additiven (zusätzlich) Maßnahmen.
Ein 16-jähriger Junge berichtete kürzlich am Skoliose-Tag in Stuttgart, daß er ein Jahr lang von einer sehr guten Physiotherapeutin cranio-sacral behandelt wurde. Der Orthopädie-Facharzt sagte damals, es sei die BESTE Methode und die BESTE Therapeutin bei Skoliose. Der Junge berichtete, daß es sich bei dieser Behandlung immer sehr wohl und sehr "gerade GEFÜHLT" habe. Ein Kontroll-Röntgenbild ein Jahr später stürzte die Familie in Verzweiflung: 20° Cobb Verschlechterung in einem Jahr trotz intensiv cranio-sacral!!!!

Genau darum geht es uns- nicht um Unaufgeschlossenheit, Ablehnung und Skepsis, nicht um Sturheit und Schulmedizingläubigkeit. Dazu leiden wir doch alle zu sehr unter unseren "bescheuerten" WS.
Sondern darum, daß keine überzogenen Hoffnungen geweckt werden und nachweislich wirksame und dringend und ohne Zeitverzug notwendige bewährte Therapieformen nicht blockiert oder ausgesetzt werden. Wir wollen auch solche Entäuschungen (= Ende einer Täuschung) vermeiden.
Wer so wie Du einen "Georg mit den heilenden Händen" hat, der als hervorragender Oseteopath sogar bereit auf normales KG-Rezept abzurechnen, der hat solches Glück, als würde ihm ein kariertes Zebra einen Sechser-im-Lotto-Schein im Maul überreichen! Wir freuen uns ehrlich für Dich dafür, und daß er bisher eine entstehende Skoli verhindern konnte. Das ist aber leider eine Möglichkeit die nicht pauschal jedem empfohlen werden kann, weil sie einfach nicht allen zur Verfügung steht.
Wir wünschen uns sehr, daß viel mehr Physiotherapeuten in Schroth UND Osteopathie erfahren und ausgebildet sind. Darum sollten wir uns einsetzen und nicht gegeneinander.
Dir wünsche ich die Kraft, die im Kohlenstoff (dem Element des Lebens!)des Diamanten für die Ewigkeit verdichtet und konserviert ist!
Bitte bleibe bei uns mit Deiner Erfahrung und lass Dich auch kritischen Erwiederungen nicht gleich verprellen. Deine Beiträge sind wertvoll- so wie DU.
Menschen mit soviel Schmerzerfahrung sind die BESTEN!
Liebe Grüße Toni
kessi
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Beitrag von kessi »

Liebe Stonewoman,

Auch ich möchte Beiträge Deiner Art nicht missen!
Da ich mir das nicht so vorstellen kann, wie das funktioniert (wie viele Andere anscheinend auch) ist es gerade wichtig, mehr davon zu erfahren. Ich bin zwar auch skeptisch, möchte aber überzeugt werden.
Es ist wichtig, dass man andere Erfahrungen/Methoden anhört, bis man sich ein Bild machen kann und Austausch nicht im Keim durch hingeknallte sture Sätze (die wohl genauso Richtigkeit haben) zu erdrücken.
Es geht um doch um die Tätigkeit des AUSTAUSCHes zu dem mindestens zwei unterschiedliche Köpfe gehören, das Ergebnis spielt vorangig keine Rolle, denn wenn man das wüsste wäre ein Austausch nicht nötig.

Wie Du siehst, bist Du wichig!

LG
kessi
Ulli
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Beitrag von Ulli »

Hallo,
gestern waren wir wieder bei der Osteop. und heute ist Katrina wieder gerade. Wir gehen jetzt alle 2 Wochen. Die Therapeutin meint, öfters wäre zu viel, da sie es so intensiv mache.
Ulli
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sloopy
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08/2011 72h ohne Korsett ~37°
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Beitrag von sloopy »

Hallo Ihr Lieben,

gerade habe ich in der Skoliose-Mailingliste folgenden Beitrag von Dr. Chenêau zum Thema "Osteopathie" gelesen, geschrieben am 14.Mai 2003:
Dr.Chenêau hat geschrieben:Von so weit kann ich selbstverständlich nicht beurteilen, was am besten für
***** indiziert ist. Ich kann unr Allgemeinheiten ausdrücken. Wenn eine
Skoliose schwergradig ist muss ein Korsett 23 Stunde per Tag getragen werden.
Die Gymnastik hilft etwas, aber nur in Bezug mit dem Korsett. Osteopathie hat
gar keine Wirkung. Ich bin Osteopath und habe einige Skoliotiker und
Skoliotikerinnen mit Osteopathie behandelt. Das hat nur die etwaigen Schmerzen
gestillt, abger keinen Einfluss auf den Verlauf der Skoliose gehabt. Die
Schmerzen sind keine Folge der Skoliose, aber entstehen gleich wie bei allen
Menschen.
Ich möchte hiermit nicht die Diskussion wieder aufrollen, ich will euch lediglich die Meinung von Dr. Chêneau nicht vorenthalten.

Gruß, sloopy
Mein Thread: Mein CCtec (Erwachsenen)korsett und ich

"Bewahre mich vor dem naiven Glauben,es müsse im Leben alles glatt gehen. Schenke mir die nüchterne Erkenntnis, dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind, durch die wir wachsen und reifen." (Antoine de Saint-Exupéry)
Gast

Beitrag von Gast »

Jetzt muss ich auch mal was sagen. Habe hier schon viel gelesen, mich aber nie hier angemeldet, da hier - wie Stonewoman und Löwin16 auch schon bemängelt haben - die Osteopathie so abgetan wird.

Ich habe sogar Beweise dafür, dass Osteopathie echt ne tolle Sache ist. Auf Bildern die nun 4 Jahre alt sind habe ich einen Cobb-Winkel von 69° LWS und 35° BWS. Seit über 4 Jahren werde ich osteopathisch behandelt. Letzte Woche habe ich neue Bilder machen lassen: 66° LWS und 33° BWS!!!! Vom selben Arzt gemacht, ausgewertet und verglichen!!! Ist das für euch auch keine Verbesserung???

Sabrina (27, aus NRW)
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Anonymous hat geschrieben:Ich habe sogar Beweise dafür, dass Osteopathie echt ne tolle Sache ist. Auf Bildern die nun 4 Jahre alt sind habe ich einen Cobb-Winkel von 69° LWS und 35° BWS. Seit über 4 Jahren werde ich osteopathisch behandelt. Letzte Woche habe ich neue Bilder machen lassen: 66° LWS und 33° BWS!!!! Vom selben Arzt gemacht, ausgewertet und verglichen!!! Ist das für euch auch keine Verbesserung???
Oh, sorry, das ist leider in der Tat keine Verbesserung. Die Meßgenauigkeit liegt nur bei +-5° und es sind sogar schon Unterschiede der Krümmung von bis zu 20° an nur einem Tag festgestellt worden. Das ist leider kein Indiz für eine Verbesseung, höchstens dafür, daß Dein Arzt reproduzierbar röntgen und messen kann.

LG,
BZebra
Gast

Beitrag von Gast »

Werde mich Stonewoman und löwin16 anschließen und dieses Forum nicht mehr besuchen. Euer Scheuklappendenken ist echt schlimm!
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Toni
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Beitrag von Toni »

Hallo Sabrina aus NRW
Dir tut die Osteopathie echt gut und Du bist von Deinem Beweis und dem postiven Ergebnis fest überzeugt. Dann kommen wir und zerreden Deinen Beweis wieder und greifen Deinen Glauben an den Erfolg an! Das ist zugegenben fiiiieeßß!
Das schlimme daran ist, daß beide Seiten Recht haben- aber auf anderen Ebenen! "Die Abwesenheit von Schmerz ist schon der größte teil des Glück´s" sagte Epikur. Und genau das gelingt ja der Osteopathie sehr gut.

Es wäre echt schade, wenn Du Dich auch in den virtuellen Schmollwinkel zurückziehst. BZebra hat in ihrer direkten Art die diplomatischen Eigenschaften einer "Wildsau".

Aber leider hat sie im streng wissenschaftlichen Sinn ( Aristoteles) eines Beweises recht.

Ich selbst habe schon auf Empfehlung von Bekannten vor einigen Jahren mich (leider nur 4 mal) von einem angeblich sehr guten Osteophaten behandeln lassen. Ich muss sagen es hat wirklich SEHR GUT getan. Wenn nicht die 50 km fahrt einfach und die 100 DM für eine gute halbe Stunde an Kosten (nicht über KG-Schein abrechenbar!) gewesen wären, so wäre ich heute noch absoluter Ostopathie-Fan und würde das 2-3 mal die Woche machen lassen.
Bei meiner Scheuermann-Kyphose hielt die Wirkung aber nur wenige Stunden bis max. 2 Tage an, dann waren die Schmerzen wieder voll da.

Es ist leider tatsächlich so, daß 4-6° Cobb- Differenz allein schon
1. in der Tagesform liegt,
2. innerhalb der Messfehlertoleranz ein und des selben Arztes an ein und dem selben RöBi liegt.

Wirbelkörperdeckplatten sind organische Strukturen, an denen man ein Lineal oder gar Schieblehre gar nicht so präzise anlegen kann wie an einem technischen Werkstück!
Daher eben ist es LEIDER kein strenger (gerichtsverwertbarer) Beweis für die verbessernde Wirksamkeit einer zugegeben- wunderbaren Methode!
Das als Beweis für die Wirksamkeit von Osteopathie gegen Skoliosen zu bezeichnen, könnte bei Fällen die schnell und dringend eine wirklich intensive Therapie benötigen (gute Korsett-Versorgung und unbedingt eine SCHROTH-Reha) um echte Progerdienz aufzuhalten, fatalerweise die Hoffnung schüren, es erst mal mit Osteopathie zu versuchen und in dieser Zeit nochmal um 10-20° abzusacken, was tatsächlich schon so geschehen ist.
GENAU DAS WOLLEN WIR MIT UNSERER KRITISCHEN BEHARRLICHKEIT (nicht mit Sturheit und Scheuklappen zu verwechslen) VERHINDERN!

Wir alle wären wirklich glücklich eine so tolle Methode zu haben, die durch überwiegend angenehme Griffe durch "heilende Hände" Skoliosen und Kyphosen echt korrigieren könnten. Es wäre wunderbar!
Doch genau das leistet die Osteopathie definitiv NICHT- zumindest nicht ausreichend für echte nachhaltige Verbesserungen!

Auch Du weist ja gar nicht, was Du für eine echte Verbesserung in den 4 Jahren erreicht hättest, wenn Du "Ostheopathie zum Umschnallen"= (ein sehr gutes Korsett für Erwachsene) UND/ODER intensiv Schroth gemacht hättest.

Erst wenn eine Patientengruppe (z. b. 100 Personen mit unterschiedl. Skoliosen) in 4 Gruppen geteilt werden:
25 machen nur Osteopathie
25 tragen Korsett
25 machen Schroth
25 machen Schroth und tragen Korsett
Alle werden vorher und nachher (nach einem oder 2 Jahren geröngt)
dann würde das wissenschaftlich auswertbar als Beweis gelten.

Aber vermutlich müsste der Versuch aus ethischen Gründen vorzeitig abgebrochen werden, wenn sich bereits während des Versuchs herausstellt, daß einige Versuchsteilnehmer wirksamere und erfolgreichere Therapie erhalten als Andere. Dann wäre es unethisch den Anderen die wirksamere und bessere Therapieform vorzuenthalten!

Völlig unbestritten ist, daß Osteopathie eine wunderbare, schmerzbefreiende und das Skelett und damit den ganzen Körper in eine ausgeglichenere Form und Verhältniss zu sich selber zu bringen.
Aber Osteopathie ist eine Additive Methode die zusätzlich zu den erwiesen wirksamen Therapien ( Korsett und Schroth-KG) eingesetzt werden sollte.
Aber nicht alternativ ANSTATT Korsett und Schroth-KG. Das könnte je nach Situation für manche Patienten ein echtes Verhängnis werden wenn sie sich "nur" auf Osteopathie verlassen!

Ein Junge und seine Mutter haben am Skoliose-Tag in Stuttgart berichtet, daß sie nach 1 Jahr TROTZ intensiv Osteopathie und cranio-sacral 20° Verschlechterung hatten! Nun trägt er sehr erfolgreich ein Rahmouni-Korsett, macht intensiv Schroth und bekommt zusätzlich und gegen die Schmerzen und die Korsett-Steifheit Osteopathie- weil es ihm hilft und Schmerzen abbaut- aber nicht als Skoliose-Therapie.
Das hat nichts mit unserer Sturheit und Borniertheit zu tun, sondern es sind Fakten!
Also bitte bleibe bei uns und diskutiere mit!
Gräm Dich nicht! Wir führen einen gemeinsamen Kampf gegen die Cobb-Winkelgrade- und keine Methoden-Glaubenskriege gegeneinander!
Den ewigen Dauerkonflikt "Schulmedizin contra Naturheilkunde" können wir hier eh nicht ausdiskutieren, zumal Osteopathie ja gar keine Alternativmedizin im klassischen Sinne ist.

Genausogut könnte man sagen, daß ein gutes Korsett eigentlich echte Homöopathie streng im Sinne Hahnemanns ist:
1. es verursacht zunächst genau die Symptome, die eine unbehandelte Skoliose langfristig verursachen würde (Schmerz, Atemnot, Brustenge, Rippendruck, usw...).
2. es potenziert und lenkt Kräfte in den Körper ein, die im Körper Gegenkräfte aktivieren.
Wenn man es so auslegt, ist das (gute!) Korsett reine Alternativmedizin (z.B. im Vergleich zur OP!)

Liebe Grüße
Toni
Dr. Steffan
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Beitrag von Dr. Steffan »

Ich kann mich Toni nur anschließen. Die Osteopathie ist eine wunderbare Therapieform die wir sehr häufig anwenden allerdings nicht bei der Skoliose weil es hier keine messbaren Verbesserungen gibt. Die Aussage von BZebra trifft auch zu es kam jedoch ein bisschen krass rüber. Der Messfehler bei Rö-Aufnahmen ist relativ hoch noch dazu wenn es sich nicht um WS-Ganzaufnahmen sondern um 2 getrennte Bilder handelt. Aber selbst bei der Ganzaufnahme sind Fehler bis zu 6° möglich. Schade fände ich es wenn ihr nicht mehr am Forum teilnehmen würdet. Auch ich habe ab und zu mal eine Meinungsverschiedenheit mit anderen Forumsteilnehmern das ist für mich dennoch kein Grund nicht mehr meine Meinung kund zu tun. Ich würde die Erfolge die Sie mit der Osteopathie hatten auch nicht so abtun, immerhin ist die Skoliose in all den Jahren nicht schlechter geworden.
Dr. Steffan
Dr. K. Steffan
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Beitrag von BZebra »

Um das ganze mal etwas plakativer darzustellen:
Wenn man sich zwei mal hintereinander auf eine 0,1-kg-genau anzeigende Waage stellt und dabei beim ersten mal 60,3 kg und beim zweiten mal 60,4 kg misst, handelt es sich dann um eine Gewichtszunahme oder um einen Meßfehler?

Für jeden Meßwert gibt es Fehlergrenzen. Auch wenn sie nicht überall mit angegeben werden, weil man sie als logisch vorausgesetzt. Ein Wert ohne die Angabe bzw. Berücksichtigung dieser Fehlergrenzen ist außer in der Mathematik IMMER eine "Lüge".

Für die Messung nach Cobb liegt diese Fehlergrenze wie gesagt bei +-5° (oder auch bis zu 6°). Es ist bei den angegebenen Werten also kein signifikanter Unterschied feststellbar, sogar eine Verschlechterung würde mit einer garnicht geringen Wahrscheinlichkeit noch im Bereich des Möglichen liegen.

Du kannst es natürlich als Scheuklappendenken ansehen, wenn es Leute gibt, die tatsächlich IMMER NOCH daran glauben, daß alle Dinge nach unten fallen, aber das ist ehrlich gesagt allein Dein Problem. Ich persönlich habe nichts zu verkaufen, ich verdiene hier nichts dran. Im Gegenteil, wir würden ja sogar noch Deine Traffic-Kosten sparen ;).

Lieben Gruß,
BZebra
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