Rex hat geschrieben:das ist schon richtig daß 57° nicht so viel ist. Aber wenn man täglich Schmerzen hat? [...] Bist Du eingentlich selbst operiert?
Nein, ich habs gerade noch so ohne OP geschafft. Meine Bilder sind hier
http://skoliose-info-forum.de/viewtopic.php?t=1853 .
Auf meinem schlechtesten Röntgenbild waren es auch 58°, das zugehörige Foto ist in dem Thread auch drin, und von daher weiß ich, dass so eine Gradzahl je nach Krümmungsmuster nicht unbedingt ein Problem darstellen muss, wenn es halt so bleibt und man sonst keine Probleme hat, die die OP Wert sind. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich damals garnichts gemacht, warum auch?
Lendenwulst und heraustehende Hüfte sind halt nicht so das optische Problem wie ein Rippenbuckel. Dafür würde wahrscheinlich kaum einer auf die Idee kommen, sich für zu schämen und Komplexe zu haben, denke ich.
Diese beiden Patientinnen haben auch nur eine Gradzahldifferenz von weniger als 5 Grad (~ 70 Grad Skoliosen):
OP und Korsett sind im Übrigen nicht die einzigen Methoden eine Verschlechterung zu verhindern. Ich kenne Patienten, die im Erwachsenenalter mit täglich Schroth (ungefähr eine halbe Stunde) 10 bis 20 Grad ihrer Krümmung gut gemacht haben (zu Schroth zählt auch Haltungsschulung, einzubauen und sich anzugewöhnen für den Alltag). Wenn man diese Teilkorrktur über Jahre hält, ist das auch ein Schutz vor einer Verschlechterung, denn die kommt ja von krümmungsförderndem Verhalten, vom sich in der Krümmung hängen lassen.
Es ist also im Prinzip eine persönliche Wahl, ob man Korsett nimmt, Schroth, beides, oder OP. Nur die ersteren beiden schließen das letztere nicht aus, umgekehrt aber weitestegehend schon. Wenn man als Operierter dann immer noch Probleme hat, dann ist man praktisch austherapiert und es bleibt nicht mehr so viel übrig, höchstens dann noch Nach-OPs und Verlängerung von Fusionsstrecken, Schroth natürlich bedingt auch noch, was dann aber keinen korrigierenden sondern nur noch stabilisiernden Charakter hat. Operierte mit Problemen sind die Skoliose-Patienten, die wohl am allerübelsten dran sind und dann einfach als austherapiert abgeschoben und mit der Packung Schmerzmittel nach Hause geschickt werden.
Sim schreibt auch, dass sie viel Fittnesstraining macht. Wenn sie einige Übungen macht, die für Normalos in Ordnung sind, aber eben nicht für Skoliotiker, dann können die Schmerzen auch daher kommen. Wenn sich Leute mit der Behandlung von Skoliosen befassen, die davon nichts vestehen, dann kommt dabei nicht selten noch was viel schlimmeres bei raus. Kieser (Fitnesskette extra für Rückenpropbleme) schreibt Skoliotikern auch ziemlich schlimme Übungen mit auf den Plan. Im Ggegensatz dazu habe ich in einem Normalen Fitnesstudio von einem Diplom Sportler genau das genannt bekommen, was ich in der Tat auch vermeiden müsste mit Skoliose; der hats gewusst. Hängt also sehr von der individuellen Ausbildungsqualität der Leute ab und Spezialisierung ist keine Garantie für Qualität.
Es gibt oder gab (hoffentlich) selbst Skoliose-Behandlungsmethoden, die zu schlimmen Verschlechterungen geführt haben, wie die Schwedischen Umkrümmungsübungen, weil dabei einfach ein Denkfehler drin war, der so offensichtlich nicht war, und es viele guten Gewissens gemacht haben um sich etwas Gutes zu tun. Pustekuchen!
Gutes Buch zu dem, was man als Skoliotiker an Verschlechterungs förderndem Verhalten vermeiden sollte, ist das gelbe Buch von Frau Lehnert Schroth. Sollte man sich vor dem Training im Fittnessstudio eigentlich lieber mal anschauen, um Schäden zu vermeiden.