skoliose op ja oder nein

Fragen zum Thema Wirbelsäulen OP's
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sim77
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skoliose op ja oder nein

Beitrag von sim77 »

:D
hallo und guten tag

ich bin neu im forum.
ich bin 27jahre und habe eine skoliose von 57°.
ich war heute wieder in der klinik im jahresuntersuch. der arzt meint nun es sei an der zeit zu operieren. da ich diese op nicht auf die leichte schulter nehme hoffe ich hier auf unterstützung.

was habt ihr für erfahrungen oder was denkt ihr darüber??
ich danke für jede antwort
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Hallo,

willkommen im Forum.

Siehe hier http://skoliose-info-forum.de/skoliose-operation.php . :)
Rex
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Beitrag von Rex »

Hallo Sim77,
herzlich willkommen hier im Forum.

Am besten lest Du Dich mal hier durchs Forum. Es sind hier viele Operierte aber auch nicht Operierte. Lese Dir die Beträge in ruhe durch und Du wirst sehen Du findest Unterstützung. Deine Einstellung dazu so eine Operation nicht auf die leichte Schulter zu nehmen ist sehr gut.

Ich möchte Dir schonmal vorab die Angst nehmen vor Deiner Operation die ja bei Dir nun nicht mehr zu umgehen ist.
Ich heisse Petra bin heute 38 Jahre alt und wurde schon vor fast 20 Jahren an meiner sehr starken Skoliose operiert und mir geht es heute noch sehr, sehr gut. Besser denn je sogar. Für mich war die Operation damals das beste was mir passiert ist, heute weis mein ganzes Umfeld kaum daß ich Skoliose habe, obwohl ich die Skoliose ja immer noch habe nur fast vergessen eben. Ich hatte Glück, die Operation damals ist gut verlaufen. Trotzdem darf man nicht vergessen daß man versteift wird und mit den Jahren schon Spätfolgen auftreten können. Auch die Risiken zu diesen Operationen darf man nicht unterschätzen.

Hast Du eingentlich schon schmerzen ? 57 ° Skoliose das ist ja schon etwas. Ich hoffe für Dich daß Du eine gute Klinik findes in der Du Dich operieren lässt und immer den Kopf hoch, Du schaffst das auch.

Liebe Grüße von Rex
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Dalia
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Beitrag von Dalia »

Hallo Sim,

und wie begründet das der Arzt, dass du dich operieren lassen sollst?

Hast du denn Beschwerden? Leidest du sehr unter der Optik? Wenn du beides verneinen oder nur lasch verneinen kannst, rate ich von einer OP ab. Dann solltest du es probieren, stundenweise eine Korsett zu tragen, das Schmerzen und Optik verbessert. Allerdings heilt ein Korsett nicht, er verbessert im Erwachsenenalter nur noch vorübergehend, aber nicht dauerhaft.

Dalia
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sim77
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Beitrag von sim77 »

hallo ihr beiden.

danke für eure mail.

es ist so dass ich fast jeden tag schmerzen habe, gut damit aber leben kann. ich habe 4jahre im fitness gearbeitet und mache regelmässig mein fitness programm. soweit habe ich auch die schmerzen mehr unter kontrolle.
mein arzt meint es sei besser jetzt als später. ich müsse so oder so operieren.. deshalb rät er mir es jetzt zu tun. er meint auch das mein skelett noch sehr jung sei. aber trotzdem würde er nicht mehr warten.

eigentlich wollten wir uns nächstes jahr um den familienzuwachs kümmern.. deshalb wirft diese nachricht alles auf den kopf.

beimir ist es einfach so das ich bis jetzt gut mit der skoliose leben konnte - es ginge sicher auch besser.. deshalb habe ich grosse angst das es nachher vielleicht schlechter geht und ich die op bereue..

leider kann mir dieses keiner garantieren...

lieber gruss simo
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Beitrag von katrin16 »

Hallo,
wenn das einzige Argument von deinem Arzt besser jetzt als später ist würd ich die op lassen. Man kann mit deinem Gradzahlen, bzw. noch höheren auch wunderbar ohne op leben. Du musst dir genau überlegen wo du jetzt probleme hast, und in weit die op dagegen hilft.
Aber ich würde es an deiner stelle nicht machen.
Wenn es dir ja jetzt einigermaßen gut geht....wer weiß wie es dann nach der op ist. Aber das muss jeder selber entscheiden.
lg katrin
Rex
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Beitrag von Rex »

Hallo Sim77,

möchte Dir auch nochmal antworten. Wie Du ja geschrieben hast hast Du jeden Tag schmerzen. Meine Frage nochmal an Dich, hast du es eingetlich schon mal mit einem Korsett probiert als Alternative? Mit Deiner Grandzahl 57° wäre eventuell noch was drin, allerdings mußt Du das Korsett sehr lange tragen ? Deine Skoliose verschlechtert sich mit jedem Jahr mehr, wenn Du gar nix machst, das heisst auch die Schmerzen werden immer mehr. Du hast nur 2 Möglichkeiten, entweder Korsett oder OP.

Daß Du viel Fitness machst ist schon mal sehr gut für Dich und Deine Skoliose. Allerdings mußt Du aufpassen daß sich gerade im Fitnessstudio durch Gewichtestemmen die Skoliose nicht noch mehr verschlechtert.
Also daß mit der Operation, je füher desto besser da ist schon was dran. Noch sind Deine Knochen mit 27 Jahren geschmeidig und elastisch. Mit zunehmenden Alter verköchert man immer mehr. Je jünger desto leichter steckt man so was auch weg. Der Meinung bin ich auch.

Trotzdem kann Dir bei einer Operation niemand die Angst nehmen oder Dir garantieren daß alles gut geht. Leider !
Aber trotzdem, bedenke daß mit zunehmenden Alter die Schmerzen noch mehr werden und sich eventuell die Skoliose weiter verschlechtert. Deine Entscheidung kann Dir keiner abnehmen.
Aber ich möchte Dich ermutigen, daß so eine OP auch gute Seiten hat. Ich hatte wie schon erwähnt vor meiner OP (meine Skoliose war doppelt so stark wie Deine) auch viel Schmerzen und war total buckelig. Heute 20Jahre nach meiner OP bin ich ganz gerade, man sieht mir nix mehr an und seit 10 Jahren betreibe ich richtigen Laufsport und das 4-5 die Woche, so fit bin ich heute.

Das mit der Familienplanung würde ich etwas verschieben bis Du die OP hinter Dir hast und alles wieder im grünen Bereich ist. Sicherlich wirst ja Du der "Ernährer" deiner Familie sein oder ? Bedenke auch daß Skoliose vererblich ist ! Ich habe eben deswegen bewust auch Kinder verzichtet weil ich meine ganze Kindheit unter meiner starken Skoliose gelitten habe. Dies wollte ich meinem Kind eventuell nicht zumuten. Allerdings muß das jeder für sich entscheiden. Ich wollte Dich nur aufmerksam darauf machen.
Was machst Du eingetlich Beruflich ? Kannst Du Deinen Beruf nach der Operation noch ausführen ?

Bitte überstürze nichts und spreche mit Deiner Frau nochmal alles durch. Heute ist man nach solchen Skolioseoperationen wieder relativ schnell fit und vorallem Du hast mehrere Kliniken zur Auswahl. Also informiere Dich vorab recht gut !
Liebe Grüße von Rex
sim77
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Beitrag von sim77 »

ich finde für mich viele sachen die dagegen sprechen und einige dafür.. aber ich denke das hat auch mit der angst von der ungewissheit danach. doch solange ich nicht 100% davon überzeugt bin will ich sie nicht machen.

ich bin selbstständig. also wäre es nicht so ein grosses problem.

mein mann ist eher für eine op. aber es sit ja auch nicht sein körper..
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Dalia
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Beitrag von Dalia »

Dein Mann hat sich allerdings herauszuhalten. Warum möchte er die OP? Doch nicht wegen der Optik? Oder ist es wegen deiner Beschwerden? Er stellt sich das zu einfach vor mit einer OP.

Eine OP ist mit Risiken verbunden, du bist teilweise versteift und du musst die Stäbe zeitlebens tragen. Es kann (muss nicht!) zu Komplikationnen bei der OP kommen, es können Langzeitbeschwerden durch die Stäbe auftreten, Stäbe können brechen. Und so wie du deine Situation schilderst, finde ich den Aufwand einer OP für dich nicht gerechtfertigt. Bei den meisten geht eine OP gut.

Eine Verschlechterung passiert auch nur, wenn du gar nichts tust und dich völlig hängen lässt. Aber selbst das muss nicht passieren! Im Erwachsenenalter ist die Gefahr einer Verschlechterung viel geringer als im Teenie-Alter. Ich habe zweimal 95° und viel zu wenige Beschwerden, als dass ich mich einer OP unterzoehen lassen würde. Die OP rennt mir nicht davon (ein Argument für die OP ist allerdings, dass die Genesungs- und Verbsserungschancen im jüngeren Alter besser sind).

Es kann sein, dass dir bereits Krankengymnastik nach Schroth hilft, deine beschwerden zu lindern.

Die Optik kann nur durch eine OP dauerhaft verbessert werden, doch auch da kann es im Lauf der Jahre zu einer Verschlechterung kommen, weswegen KG nach Schroth immer notwendig bleiben wird.
Zuletzt geändert von Dalia am Mi, 22.11.2006 - 19:59, insgesamt 1-mal geändert.
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Rex hat geschrieben:Ich möchte Dir schonmal vorab die Angst nehmen vor Deiner Operation die ja bei Dir nun nicht mehr zu umgehen ist. [...] 57 ° Skoliose das ist ja schon etwas.
Och doch, Rex, das ist schon zu umgehen. 57 ist eher das untere Ende der OP-Indikation überhaupt. Das braucht man nicht unbedingt zu operieren, wenn nicht andere Beschwerden bestehen und die Skoliose progredient ist. Wenn sich daran aber nichts verschlimmert kann es sogar sehr von Vorteil sein, einige Jahre noch zu warten, denn die Technik schreitet ja voran.

[equote="Dr. Kay Steffan"]Die Entscheidung zu einer Skolioseoperation muß absolut individuell gestellt werden. Mit berücksichtigt werden sollte das Alter des Patienten, die Verschlechterung der Skoliose innerhalb eines Jahres, möglicherweise zugrunde liegende Erkrankungen, bestehende Einschränkungen der Herz-Lungenfunktion und Schmerzen sowie die Bereitschaft und Fähigkeit des Patienten, intensive Therapiemaßnahmen mitzumachen. Somit ist die Entscheidung, ob operiert werden soll oder nicht, individuell zu sehen und kann nicht an einem Skoliosewinkel festgelegt werden. Bei optimalem Verlauf, d. h. Versorgung mit hochkorrigierenden Korsetten, Krankengymnastik nach Katharina Schroth, die 4 bis 5x wöchentlich eine halbe Stunde/Tag ausgeführt werden muß, noch bestehendem Restwachstum und guter Flexibilität der Wirbelsäule, können idopathische Skoliosen bis 60° nach COBB konservativ behandelt werden. Eine wichtige Voraussetzung bei diesen Patienten ist eine engmaschige Kontrolle, um etwaige Verschlechterungen der Skoliose sofort zu erkennen.

Bei erwachsenen Skoliosepatienten besteht oft keine dringende Op-Indikation, da sich die Skoliosen hier oftmals nur sehr langsam verschlechtern. Es kann somit bei Krümmungswinkeln unter 70° zunächst konservativ therapiert werden. Nur bei Einschränkungen der Herz-Lungenfunktion, Schmerzen oder einer deutlichen Verschlechterung der Skoliose sollte eine OP erfolgen. Entscheidend ist aber hier auch die Lage der Hauptkrümmung. Bei vor allem thorakal angesiedelten Skoliosen wird es eher zu einer Einschränkung der Herz-Lungenfunktion kommen, als bei lumbalen Skoliosen - also muß man auch hier von einer Einzelfallentscheidung ausgehen.[/equote]

@sim77

Mit den Schmerzen ist es eine Sache, die nur du selbst abwägen kannst. Die Schmerzen müssen nicht unbedingt von der Skoliose kommen, auch Rückengesunde Patienten haben die und in solchen Fällen kann es natürlich sein, dass sie Ursache mit einer Skoliose-Operation dann garnicht behoben wird.

Wegen Nachwuchs: Wahrscheinlich besser vorher die OP, denn manche Operierte haben eine Rekonvaleszenzzeit von bis zu einem Jahr, und da ist es natürlich hart, wenn du dich gleichzeitig noch um ein Kleinkind kümmern musst. Zumindest dann, wenn du nicht viel Unterstützung von der Familie (Oma, Opa usw.) bekommen kannst. Oder aber du wartest bis die Kinder aus dem gröbsten raus sind.

Ich persönlich würde aber trotzdem erst eine Reha in Sobernheim oder Bad Salzungen machen und schauen, ob du die Schmerzen vielleicht damit in Griff bekommst, weil die Skoliose-Operation halt doch etwas entgültiges ist. Da setzt man halt alles auf eine Karte. Reha ist schnell beantragt und innerhalb von ein paar Monaten gibt es außerhalb von Ferienzeiten einen Termin, soweit du dir das als Selbständige leisten kannst. Das kann man vor so einer OP die ja auch nicht von heute auf morgen stattfindet denke ich sonst schon noch reinschieben.
Rex
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Beitrag von Rex »

Hallo BZebra,

das ist schon richtig daß 57 ° nicht so viel ist. Aber wenn man täglich Schmerzen hat ?

Ich habe in meinem vorigen Mail geschrieben daß es in diesem Fall nur 2 Möglichkeiten gibt, entweder Korsett oder OP !
Ich als Operierte bin auf alle Fäller erst einmal für die Alternative, eben Korsett. Nur wenn es nicht mehr anders geht dann würde ich eine Operation ansteuern.
Ich muß sagen, daß ich kaum glaube daß sich eine Skoliose (ohne Behandlung ohne Korsett) im Alter nicht verschlechtert und ob ein Korsett hilft, das ist bei jedem anders ! Trotzdem würde ich mich eher mit 27 Jahren operieren lassen als später weil die Genesung bei jüngeren schneller vorangeht zumal ja auch noch Kinderwunsch besteht. Ich würde mit Sicherheit nach einer Skolioseoperation mindestens gute 3 Jahre oder mehr warten bis ich ein Kind bekommen würde. Es ist ja nicht einfach, so ein Kleinkind muß ja gehoben und versorgt werden das ist schwierig für Rückenpatienten.

Ich respektiere Deine Meinung unbedingt, eine Op möglichst lange hinauszuzögern und Alternativen zu probieren aber wenn eben schon jetzt täglich Schmerzen da sind auf was soll man noch warten ?

Übrigens, ich finde Deine Beiträge in den Forum`s sehr gut. Bist Du eingentlich selbst operiert ?

Liebe Grüße Petra
gauklerdavid
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Beitrag von gauklerdavid »

Ich denke die Moeglichkeiten die Sim hat sind folgende.

1) Weiter wie bisher (halte ich fuer nicht ausreichend , da Schmerze bestehen und Progredienzrisiko)
2) Viel Schroth machen
3) Schroth machen und Korsett (Ob nur Korsett so eine gute Idee ist bin ich mir nicht so sicher) Zielsetzung dabei ist eigentlich nicht radiologische Verbesserung der Skoliose, sondern eher: verschlechterung vermeiden, Bandscheiben und Gelenke entlasten, kurzzeitige aussere Haltungsverbesserung, Schmerzminderung.
4) Operation

Wenn Moeglichkeit 2 oder 3 die Progedienz aufhalten und die Schmerzen reduzieren, dann ist eine Operation nicht unbedingt noetig. Daher wuerde ich erst das ausprobieren. Viel Zeit verliert man damit ja nicht. Ob die Op nun jetzt oder in einem oder zwei Jahren Jahr stattfindet (Falls die anderen Methoden nicht geholfen haben) ist kein grosser Unterschied.
oder liege ich da falsch?
Im Grunde ist das ja auch immer ein Stueck individuelle Einschaetzung im konkreten Fall. Sind die chancen gut dass OP schmeryen reduziert, welche Risiken bestehen, wie wichtig ist einem die optische KOrrektur...
Eine OP kann wie im Falle von Petra sehr gute Ergebnisse bringen. Leider kann man das nie vollstaendig sicher voraussagen.

Gruss
David
Rex
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Beitrag von Rex »

Hallo David,

muß Dir recht geben,ich glaube nicht daß Du so verkehrt liegst mit Deinen 4 Möglichkeiten. Allerdings kenne ich die Schroth-Therapie nicht und bezweifle daß man nur mit KG eine Skoliose aufhält. So viel ich weiß hat Sim ja auch schon viel Fitness gemacht was kann man mehr machen ?

Dann gibt es noch die Möglichkeit mit dem Korsett ! Hilft auch nicht jedem !

Dann bleibt eben nur noch eine Operation ! Ja das ist richtig, meine Operation war ein Erfolg ! Trotzdem muß man aber auch an die Spätfolgen von solchen Operationen denken wie z. B. bei mir. Ich denke mir geht es jetzt nach 20 Jahren noch so gut weil ich viel Sport mache. Wie sieht es aber in weiteren 10 Jahren aus, wenn der ganz normale Alterungsprozess eintritt mit seinen Verschleißerscheinungen ! Als Skolioseoperierter hat man einen noch größeren Verschleiß, dies soll man auch vor einer Skolioseoperation wissen. Dann muß man auch erwähnen daß nicht bei jedem eine Operation ein voller Erfolg wird.
Trotzdem muß das jeder für sich entscheiden.

Viele Grüße Rex
gauklerdavid
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Beitrag von gauklerdavid »

Ueberlegungen zu OP und der konservativen Behandlung

OP vs konservativ (Schroth und KOrsett oder nur Schroth)

1) Optik

Bei OP grosse Verbesserung kurzfristig moeglich
langfristig kann der Rippenbuckel wieder staerker werden.
Bei konservativer Behandelung maessige Verbesserung der OPtik moeglich.
Allgemein Optik bei OP wahrscheinlich besser.

2)Kurzfristige Schmerzreduktion

Kann sowohl durch OP erreicht werden (nach der Heilung versteht sich) als auch durch Konservative Behandelung erreicht werden. Bei OP als auch bei konservativer Behandelung ist Schmerzreduktion nicht garantiert. Vorteil ist dass die konservative Behandelung angepasst werden kann wenn sie nicht wirkt und nicht endgueltig ist.

3) langfristige Schmerzen durch Verschleiss

Koennen sowohl bei einer OP als auch auch bei konservativ Behandelten Skoliosen entstehen. Schwierig vorherzusehen in welchem Fall man hier besser dran ist scheint mir.
Eventuell abhaengig von Fusionsstrecke , staerke der Kruemmung, ob man brav seine Uebungen macht und noch vielen Dingen mehr.

4) Iatrogene Effekte (Schaden durch Behandelung)
Bei der konservativen Behandelung keine ernstigen Schaeden zu erwarten, eventuelle kleinere Schaeden sind rueckgaengig zu machen. (Wie Druckstellen etc) Behandelung kann jederzeit gestoppt oder angepasst werden. Nach Dr. Steffan Risiko bei Korsettbehandelung im Erwachsenenalter auf Baenderlockerung wen man zu wenig Schroth macht. Ist eine umstrittene Aussage.
Bei OP starke Schaeden durch Behandelung sehr selten (?) aber moeglich.
Laemung, chronische Schmerzen, starke Entzuendungen, Rucksackgefuehl als Beispiele.

5) kontrolle ueber Behandlung
Bei konservativer Beandlung deutlich hoeher

6) andere Punkte
wer weis noch was?

Aufgrund von Punkt 4) und 5) wuerde ich persoenlich mich nur dann operieren lassen wenn alles konservativ Versucht ist, und trotzdem starke Schmerzen und Einschraenkungen bestehen. Dann aber wuerde ich auch gerne Indizien dafuer haben wollen dass der Langzeitschmerzverlauf meiner operierten Skoliose (oder Kyphose) mit grosser Wahrscheinlichkeit deutlich besser ist als der meiner nicht operierten Skoliose
Wie man das voraussagen kann weis ich nicht.

David
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steffi25
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Beitrag von steffi25 »

Hi David,

Finde deine Überlegungen sehr gut. Zu 5) muss ich aber sagen, dass ich auch viele (entscheidende) Jahre mit sehr schlechter konservativer Behandlung verbracht habe. Da hatte ich nicht viel Kontrolle, weil ich damals nicht wissen konnte was in diesem Gebiet gut und was schlecht ist. War ja noch ein Kind, hatte keinen Zugang zum Internet, etc. Aber auch heute ist es schwer zu sagen, was wirklich gut ist. Die Technik entwickelt sich ja ständig - auch in verschiedene Richtungen - und Erfahrungen von anderen müssen nicht immer auf einen selbst zutreffen.

Das Thema Verschleiß finde ich auch sehr interessant. Ist wahrscheinlich echt schwer zu sagen, wer da besser dran ist.... Aber bei großen Krümmungen könnte ich mir schon vorstellen, dass da Bandscheibenvorfälle leichter auftreten können, v.a. im Alter.

Ich bin übrigens vor 10 Jahren operiert worden - ohne Beschwerden.

lg,
steffi
„Wer die Vergangenheit nicht kennt, wird die Zukunft nicht verstehen.“ (Konfuzius)
gauklerdavid
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Beitrag von gauklerdavid »

:juggle:
Zuletzt geändert von gauklerdavid am Do, 23.11.2006 - 20:41, insgesamt 1-mal geändert.
gauklerdavid
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Beitrag von gauklerdavid »

Hallo Steffi,
Finde deine Überlegungen sehr gut. Zu 5) muss ich aber sagen, dass ich auch viele (entscheidende) Jahre mit sehr schlechter konservativer Behandlung verbracht habe. Da hatte ich nicht viel Kontrolle, weil ich damals nicht wissen konnte was in diesem Gebiet gut und was schlecht ist. War ja noch ein Kind, hatte keinen Zugang zum Internet, etc. Aber auch heute ist es schwer zu sagen, was wirklich gut ist. Die Technik entwickelt sich ja ständig - auch in verschiedene Richtungen - und Erfahrungen von anderen müssen nicht immer auf einen selbst zutreffen.
Ja da hast du natürlich recht. Ich bin ganz stillschweigend von einer optimalen konservativen Behandlung ausgegangen. Eine schlechte und erzwungene konservative Behandlung kann auch schaden. Wenn man zum Beispiel als Kind in ein schlecht passendes Milwaukee geschraubt wird, man kein UNterstützung und aufklärung bekommt oder ausgelacht wird kann das ganz schön an die Psyche gehen.

Wenn man halt wüsste dass die OPs immer gut gehen und es den Patienten dann so gut geht wie dir oder Rex, (oder auch vielen anderen operierten) ja dann würde ich das jedem empfehlen. Es gibt halt aber auch dann die Menschen bei denen es schief ging oder die total in der Schmerzfalle sitzen, wobei es natürlich immer schwierig abzuschätzen ist wie hätte sich die Sache dann entwickelt ohne OP.(oder andersrum) Man bräuchte halt sich selbst als Kontrollgruppe.

David
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Beitrag von BZebra »

Rex hat geschrieben:das ist schon richtig daß 57° nicht so viel ist. Aber wenn man täglich Schmerzen hat? [...] Bist Du eingentlich selbst operiert?
Nein, ich habs gerade noch so ohne OP geschafft. Meine Bilder sind hier http://skoliose-info-forum.de/viewtopic.php?t=1853 .

Auf meinem schlechtesten Röntgenbild waren es auch 58°, das zugehörige Foto ist in dem Thread auch drin, und von daher weiß ich, dass so eine Gradzahl je nach Krümmungsmuster nicht unbedingt ein Problem darstellen muss, wenn es halt so bleibt und man sonst keine Probleme hat, die die OP Wert sind. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich damals garnichts gemacht, warum auch? ;)

Lendenwulst und heraustehende Hüfte sind halt nicht so das optische Problem wie ein Rippenbuckel. Dafür würde wahrscheinlich kaum einer auf die Idee kommen, sich für zu schämen und Komplexe zu haben, denke ich.

Diese beiden Patientinnen haben auch nur eine Gradzahldifferenz von weniger als 5 Grad (~ 70 Grad Skoliosen):

Bild

OP und Korsett sind im Übrigen nicht die einzigen Methoden eine Verschlechterung zu verhindern. Ich kenne Patienten, die im Erwachsenenalter mit täglich Schroth (ungefähr eine halbe Stunde) 10 bis 20 Grad ihrer Krümmung gut gemacht haben (zu Schroth zählt auch Haltungsschulung, einzubauen und sich anzugewöhnen für den Alltag). Wenn man diese Teilkorrktur über Jahre hält, ist das auch ein Schutz vor einer Verschlechterung, denn die kommt ja von krümmungsförderndem Verhalten, vom sich in der Krümmung hängen lassen.

Es ist also im Prinzip eine persönliche Wahl, ob man Korsett nimmt, Schroth, beides, oder OP. Nur die ersteren beiden schließen das letztere nicht aus, umgekehrt aber weitestegehend schon. Wenn man als Operierter dann immer noch Probleme hat, dann ist man praktisch austherapiert und es bleibt nicht mehr so viel übrig, höchstens dann noch Nach-OPs und Verlängerung von Fusionsstrecken, Schroth natürlich bedingt auch noch, was dann aber keinen korrigierenden sondern nur noch stabilisiernden Charakter hat. Operierte mit Problemen sind die Skoliose-Patienten, die wohl am allerübelsten dran sind und dann einfach als austherapiert abgeschoben und mit der Packung Schmerzmittel nach Hause geschickt werden.

Sim schreibt auch, dass sie viel Fittnesstraining macht. Wenn sie einige Übungen macht, die für Normalos in Ordnung sind, aber eben nicht für Skoliotiker, dann können die Schmerzen auch daher kommen. Wenn sich Leute mit der Behandlung von Skoliosen befassen, die davon nichts vestehen, dann kommt dabei nicht selten noch was viel schlimmeres bei raus. Kieser (Fitnesskette extra für Rückenpropbleme) schreibt Skoliotikern auch ziemlich schlimme Übungen mit auf den Plan. Im Ggegensatz dazu habe ich in einem Normalen Fitnesstudio von einem Diplom Sportler genau das genannt bekommen, was ich in der Tat auch vermeiden müsste mit Skoliose; der hats gewusst. Hängt also sehr von der individuellen Ausbildungsqualität der Leute ab und Spezialisierung ist keine Garantie für Qualität.

Es gibt oder gab (hoffentlich) selbst Skoliose-Behandlungsmethoden, die zu schlimmen Verschlechterungen geführt haben, wie die Schwedischen Umkrümmungsübungen, weil dabei einfach ein Denkfehler drin war, der so offensichtlich nicht war, und es viele guten Gewissens gemacht haben um sich etwas Gutes zu tun. Pustekuchen!

Gutes Buch zu dem, was man als Skoliotiker an Verschlechterungs förderndem Verhalten vermeiden sollte, ist das gelbe Buch von Frau Lehnert Schroth. Sollte man sich vor dem Training im Fittnessstudio eigentlich lieber mal anschauen, um Schäden zu vermeiden.
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