Versteifungs-OP + Rippenbuckel- OP zugleich?

Fragen zum Thema Wirbelsäulen OP's
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Henne
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Versteifungs-OP + Rippenbuckel- OP zugleich?

Beitrag von Henne »

Hallo, da ich mich höchstwahrscheinlich operieren lassen werde (Skoliose BWS 91/ LWS 64) möchte ich gleichzeitig etwas für die "Kosmetik" tun. Ich habe gehört das man den Rippenbuckel gleichzeitig "entfernen" kann. Führt das zu extra Einschränkungen im weiteren Leben? Ich habe gelesen das die Lungenfunktion mehr eingeschränkt wird, wie geht das denn?Ich habe mich darüber bis jetzt noch nicht beim Arzt beraten lassen, wollte erst mal bei Euch horchen was ihr aus eigener Erfahrung sagen könnt. Ebenfalls weiß ich das es eine OP-Methode gibt wo zuerst ein sogenanntes "Halo" am Kopf verankert wird zur Streckung. Ab welchen Werten wird das denn gemacht ? Bei der Beratung hat man mir gesagt, dass bei der OP die BWS nicht komplett gerade wird ca 40-50 Grad verbleiben. Sieht man den Rippenbuckel da sehr? Ich kann das schon nicht mehr abschätzen wie ich bei diesen Werten aussah! Ich frag nur falls ich es mit der Entfernung des Rippenbuckels lasse. Ich bin auch so noch total verunsichert was die OP angeht. Bin immerhin schon 33 Jahre und habe 2 kleine Kinder. Geht das in dem Alter noch ? Ist das Risiko größer? Vielleicht könnt ihr mir meine Fragen beantworten und bisschen Mut für meine entscheidung machen!
LG Steffi
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BZebra
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Re: Versteifungs-OP + Rippenbuckel- OP zugleich?

Beitrag von BZebra »

Henne hat geschrieben:Ich habe gehört das man den Rippenbuckel gleichzeitig "entfernen" kann. Führt das zu extra Einschränkungen im weiteren Leben?
Es haben hier schon einige machen lassen, aber bisher hat noch keiner Berichtet, dass er merkliche zusätzliche Einschränkungen hätte, die er auf die Rippenbuckelresektion im Speziellen zurückführt.

Das Lungenvolumen soll wohl kleiner werden. Dafür ist aber oft das anlehnen an Stühlen einfacher wenn der Rippenbuckel da vorher gestört hat. Erspart u.U. die ein oder andere Verspannung.
Henne hat geschrieben:Ebenfalls weiß ich das es eine OP-Methode gibt wo zuerst ein sogenanntes "Halo" am Kopf verankert wird zur Streckung. Ab welchen Werten wird das denn gemacht?
Bei größeren Werten, also schon so wie Deine. Es hängt primär mit der Beweglichkeit der WS zusammen. Halos werden auch heute noch bei vielen OP-Methoden angewendet. Oft ist es so, dass man vor der Operation nicht sagen kann bzw. nicht vorhersieht, dass dann doch ein Halo notwendig wird. In solch einem Fall wird dann die WS während der ersten OP gelockert, dann kommt der Halo dran und nach ein paar Wochen kommt dann die zweite OP.
Sicher, dass man keinen Halo braucht ist man dann, wenn man eine sehr bewegliche WS hat, die sich sehr leicht korrigieren lässt.
Henne hat geschrieben:Bei der Beratung hat man mir gesagt, dass bei der OP die BWS nicht komplett gerade wird ca 40-50 Grad verbleiben. Sieht man den Rippenbuckel da sehr?
Die Stärke des Rippenbuckels hängt nicht von der Gradzahl ab sondern eigentlich nur von der Rotation. Bei einer OP nach Halm-Zielke wird auch noch einmal extra derotiert, so dass man das anhand der 40-50 Grad, die es werden sollen, schlecht sagen kann.
Ich bin auch so noch total verunsichert was die OP angeht. Bin immerhin schon 33 Jahre und habe 2 kleine Kinder. Geht das in dem Alter noch?
Auf ein paar Jahre kommt es bei einer Skoliose-Operation bei einem ERwachsenen in der Regel nicht an, es sei denn, Du hast sehr starke Schmerzen und siehst Dich deshalb nicht mehr fähig Deinen Alltag zu bewältigen.

Ich persönlich würde es eher vermeiden eine Skoliose-OP zu machen, wenn man kleine Kinder hat. Sehr viele fallen danach erst mal in Loch, brauchen danach selber Pflege und sind erst wieder nach einem Jahr wieder hergestellt. Das ist eine lange Zeit insbesondere wenn man eigentlich für die Versorgung der Kinder da sein müsste, weil sie halt noch so klein sind und sie jemanden brauchen. Gerade herumtragen ist dann erst mal nicht angeseagt.

Am optimalsten ist es eher bevor man Kinder bekommt eine Skoliose-OP machen zu lassen oder erst dann wieder, wenn sie groß genug sind und nach Anweisung von der Mama für sich selbst zu sorgen können.
Henne hat geschrieben:Ist das Risiko größer? Vielleicht könnt ihr mir meine Fragen beantworten und bisschen Mut für meine entscheidung machen!
Man erholt sich mit steigendem Alter weniger schnell und die Versteifungsstrecke wird über die Jahre größer, allerdings würde ich da eher von Jahrzehnten sprechen und insbesondere der Unterschied zwischen Ende des Wachstums und wenn man dann voll ausgewachsen ist.

Das Risiko von Lähmungen und Problemen nach der OP ist größer bei rigiden Skoliosen, die sich nicht leicht korrigieren lassen. Da gibt es auch Untersuchungen drüber.
Bommenate hat geschrieben:Trotzdem kannst du nicht verleugnen, dass sie für ihre Fragen mehr Antworten im "OP-Forum" von Stoni bekommt
Ja, mehr ist aber was anderes als besser. ;)
Henne
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Beitrag von Henne »

Hallo BZebra,

danke für Deine Antwort. Die anstehende OP macht mir schon große sorgen, gerade wegen meiner Kinder. Sie sind 3 und fast 6 Jahre alt. Meine Skoliose hat sich durch die Schwangerschaften und auch die Geburt (Beckenerweiterung u.s.w.) total verschlimmert. Das Tragen der Kinder hinterher hat auch sein übriges getan. Vielleicht ist ja gerade dadurch noch "Bewegung" in meiner WS?! Ich werde sehen, trotzdem vor diesem Halo habe ich ziemlich Angst. Es sieht irgendwie gefährlich aus. Die Aussichten die ich ohne OP habe sind ja nicht rosig . Und jetzt bin ich vielleicht noch nicht ganz zu "alt". Alt klingt toll - bei gerade mal 33 Jahren!Die Zeit nach der OP hoffe ich gut zu überstehen. Davor habe ich keine Bedenken. Ich weiß es wird verdammt hart, ich kann ja eigentlich die erste Zeit nichts tun, aber mein Mann steht voll hinter mir. Wie haben gemeinsam entschieden diese OP machen zu lassen. Natürlich warten wir erst noch das Beratungsgespräch in Neustadt ab. Von dort "schwärmt" ja gerade zu das ganze Forum! Es wurde mir schon ein bisschen Mut gemacht, nach den Berichten über Neustadt.
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Henne hat geschrieben:Meine Skoliose hat sich durch die Schwangerschaften und auch die Geburt (Beckenerweiterung u.s.w.) total verschlimmert.
Das solltest Du dann auf alle Fälle noch mal abklären lassen, denn in manchen Fällen kann es sich schon innerhalb ein paar weniger Jahre um viel verschlechtern, und dann ist es nicht sinnvoll, ein paar Jahre zu warten, bis die Kinder älter sind, weil man dabei dann zu viel verliert.

Um wieviel hat es sich in welcher Zeit denn verschlechtert?
Und jetzt bin ich vielleicht noch nicht ganz zu "alt". Alt klingt toll - bei gerade mal 33 Jahren!
Das wärest Du in 10 Jahren auch noch nicht, sofern Du Deine Skoliose natürllich in der Zeit halten kannst.
Henne
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Beitrag von Henne »

Hallo BZebra,

ich kann Dir nicht die Gradzahlen nennen, wieviel es sich verschlechtert hat. Aber vor meinem ersten Kind hatte ich einen nicht auffälligen Rippenbuckel. Ich wußte das ich einen habe, meinem Mann ist es nach der ersten Geburt erst richtig aufgefallen. Vorher erst nach Hinweisen von mir. Meine letzte Physiotherapeutin sagte mir, das meine WS noch beweglich ist. Aber ob es reichen wird ohne diesem Halo? Wie heißt das denn eigentlich richtig? Du hast von Wochen zwischen der 1. und 2. OP geredet. Was ist denn der Regelfall? Kann man bestimmte Übungen für die Beweglichkeit der WS tun? Tschuldige meine blöden Fragen! Aber ich bin irgendwie "Anfänger".
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Henne hat geschrieben:Aber ob es reichen wird ohne diesem Halo?
Also prinzipiell würde man eine OP sowieso nicht von einem Halo abhängig machen. Man sollte ja schon Gründe genug für die OP haben, das eigentlich der Halo keine große Rolle mehr spielt bzw. nicht entscheidungsrelevant ist. Andernfalls würde ich mir generell überlegen, ob ich denn überhaupt wirkliche Gründe für die OP sehe.
Du hast von Wochen zwischen der 1. und 2. OP geredet. Was ist denn der Regelfall?
Der Regelfall ist kein Halo! Aber wenn dann einer notwendig wird, der vorher nicht vorgesehen war, dann schon mindestens eine Woche und mehr.
Kann man bestimmte Übungen für die Beweglichkeit der WS tun?
Ja, da gibt es spezielle Übungen. Der Name? Oh jeh, ich glaube Redressionsübungen heißen die. Werden normalerweise angewendet bei Korsett-Versorgtern Patienten mit rigider Wirbelsäule. Ohne gleichzeitige Korsett-Versorgung wird das allerdings nicht gemacht.

Ansonsten wäre eine gute Vorbereitung für die OP ein hochkorrigierendes Korsett. Das dürfte die beste sein.

Was man nicht machen sollte ist die Mobilität der Wiebelsäule in alle Richtigung steigern, weil das zu vermehrter Progredienz führt.
Mobilisation im Prinzip also eigentlich immer nur im Korsett um sicher zu stellen, daß es nicht in die falsche Richtung geht.

Lass Dich mal röntgen und schaue in wie weit sich etwas verändert hat. Und anhand dessen kannst Du dann entscheiden, wie dringend es ist und ob Du noch ein paar Jährchen warten kannst.
Seekerin

Beitrag von Seekerin »

Hiho,

mit kleineren Kindern und ohne zu große klinische Beschwerden (keine Nervereinklemmungen, Lähmungen, deutlicher Verlust an Lungenvolumen) kann man als erwachsene(r) SkoliotikerIn auch mal eine gewisse Zeit mit einem Korsett überbrücken bis der OP Zeitpunkt in den Plan passt. Ob es ein so brutal korrigierendens von Rahmuni sein muss sei dahingestellt, zumindest eine Verschlechterung sollte es mal aufhalten.
Kenne Mütter die das so ähnlich gemacht haben.

Gruß S.
Rex
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Beitrag von Rex »

Hallo Henna,

auch ein herzliches "Hallo" von mir. Also erstmal, ich denke B-Zebra hat Dir eine sehr gute Auskunft gegeben mehr kann ich Dir eigentlich auch nicht sagen.

Ich bin z.B. eine sogenannte "Langzeitoperierte" ich wurde schon 1986 in der WWK operiert, möchte Dir aber sagen daß es mir heute noch sehr gut geht. Auch bei mir blieb ein kleiner Restbuckel den ich mir erst 2001 nochmals entfernen lies.
Beide Operationen gleichzeitig kann ich mir nicht vorstellen, aber nach den heutigen Operationsmethoden bleibt oft gar kein Restbuckel mehr übrig. Das mit den "Halo" hat man füher oft angewendet bei sehr starken Skoliosen wie ich sie hatte, ich hatte damals 10 oder 12 Wochen Halo! Heute gibt es das noch selten. Ich wurde damals noch nach "Harrington" operiert da war "Halo" an der Tagesordnung bei starken Skoliosen. Heute soviel ich weiß gibt es diesen "Haloring" nur noch selten und nur bei sehr,sehr starken Skoliosen.

Mein Rat, lass erst die Skolioseoperation machen und warte ab ob Du überhaupt einen Restbuckel noch hast, es kann sein daß der Buckel gleich weg ist. Eine kleine Restkrümmung an der Wirbelsäule bleibt immer zurück !

Auch möchte ich Dir sagen daß so eine Rippenbuckelsektion auch ein schwerer Eingriff ist den man nicht unterschätzen soll. Ich kann mir nicht vorstellen daß eine Klinik beides auf einmal macht, es ist zu riskant.
Ich war z.B. bei meiner Rippenbuckeselektion 3 Wochen in der Klinik davon wegen der Lungendrainage 6 Tage Intensivstation weil es gefährlich ist und sich Wasser in der Lunge bildet, deswegen auch die Lungendrainage.
Ich habe mich damals auch nach 15 Jahren nochmals für eine Rippenbuckelentfernung entschieden, bin heute auch sehr froh darüber. Man sieht mir heute gar nix mehr an.

Trotzdem gehe diese Skolioseoperation langsam an, alles dauert auch seine Zeit dies solltest Du auch mit Deiner Familie absprechen. Nach so einer Operation ist man nicht nach ein paar Wochen oder so wieder voll Einsatzfähig das dauert schon ein wenig. Aber Du hast ja geschreiben daß Du einen Partner hast der Dir voll zur Seite steht, schön für Dich ! Ich bin mir sicher, Ihr schafft das !!
Hast Du eingentlich die Alternativen zur Operation schon ausprobiert ? Ich meine damit Korsett oder so ? Eine Operation sollte meiner Meinung nach immer der letzte Schritt sein.

Also, ich hoffe Du triffst die richtige Entscheidung. Ich möchte Dir auch Mut machen als Langzeitoperierte, wie gesagt mir geht es heute fast 20 Jahre nach meiner Operation noch immer sehr gut und ich bin so fit daß ich seit 10 Jahren sogar richtigen Laufsport betreibe. Also, KOPF hoch !!!
Wenn eine Familie zusammenhält, dann klappt das !!

Liebe Grüße von Petra (Rex)
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Dalia
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Diagnose: 107° und 98° (im Jahr 2003 zu Beginn der Korsetttherapie: 98° und 93°), sehr starre Skoliose, kaum Beschwerden
Therapie: 1983-1994 Korsetts verschiedener OTs, zuletzt bei Rahmouni, dann Korsettabschulung im Jahr 1994, seit 05/2005 bis etwa 2018 Nachtkorsett von Rahmouni, Therapieziel: Halten der Skoliose, seit 2018 keine Therapie mehr
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Beitrag von Dalia »

Hallo Seekerin und Petra,

ich weiß nicht, ob Henne das noch liest, ihr Posting ist schon ein halbes Jahr alt.
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
Rex
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Beitrag von Rex »

Hallo Dalia,

oh Du hast recht, habe nicht auf das Datum geschaut ! Weis nicht wiso !
Ich glaube ich hätte mir den Text sparen können !!
Na ja, ich nenne es eben Freizeitbeschäftigung, ha, ha !!
Beim nächstenmal schau ich aufs Datum
Danke Gruß Petra
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Beitrag von Dalia »

Hallo Petra,

nichts ist umsonst geschrieben, schließlich wird dein Text dafür von anderen Leuten gelesen. :) Und vielleicht liest Henne hier ja mit, vielleicht hat sie eine Emailbenachrichtigung eingestellt.
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