AOK Rheinland zahlt nur einen Teil des Korsetts

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Eisbär
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AOK Rheinland zahlt nur einen Teil des Korsetts

Beitrag von Eisbär »

:| Hallo,

meine Tochter (14) bekam vor einigen Tagen ein Rahmouni- Korsett.
Nun haben wir ein Problem mit der AOK Rheinland, bezüglich der Kostenübernahme.
Zunächst lehnte die KK die Kostenübernahme aus Wirtschaftlichkeitsgründen komplett ab und bat uns mit unserer Tochter bei einem Vertragspartner vor Ort vorzusprechen.
Nach telefonischer Rücksprache ist sie nun bereit sich an den Kosten mit dem rheinlandweit üblichen Preis zu beteiligen, der etwa 260 Euro niedriger ist.

Müssen wir dieses akzeptieren?

Über hilfreiche Antworten würde ich mich sehr freuen.

Viele Grüße
Eisbär
DerMensch
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Beitrag von DerMensch »

Das würde mich jetzt aber auch brennend interessieren, da mein Rahmouni-Korsett schon in Auftrag ist, aber noch keine Bestätigung von der AOK Rheinland erfolgte (und jetzt kommt noch der Kurantrag und ein Antrag auf priv. Zusatzversicherung den wir "einfach so" vorher abgeschlossen hatten)... :/
Norbert
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Beitrag von Norbert »

Hallo Eisbär,

Ich kenne mich zwar im Deutschen Sozialgesetz nicht aus, habe aber hier und auch bei Rahmouni schon von vielen gehört und gesehen die aus dem gesamten Deutschsprachigen Raum kommen und deren Korsett von ihrer örtlichen Sozialversicherung bezahlt wurde.
Ich würde auch einmal fragen ob sich die AOK Rheinland nicht um eine Kommastele geiert hat, ich kann mir nicht vorstellen das man im deutschsprachigen Raum irgendwo ein Skoliose-Korsett um 260 € bekommt.

Viel Kraft beim Kämpfen gegen den Amtsschimmel

Norbert
Eva
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Beitrag von Eva »

Hallo Eisbär,

das wäre doch wirklich ein Grund zu überlegen, ob nicht ein Krankenkassenwechsel angezeigt ist!

Gruß Evi

PS lies dazu auch mal diesen Beitrag:

http://skoliose-info-forum.de/viewtopic ... 8680#58680
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

DerMensch hat geschrieben:Das würde mich jetzt aber auch brennend interessieren, da mein Rahmouni-Korsett schon in Auftrag ist, aber noch keine Bestätigung von der AOK Rheinland erfolgte (und jetzt kommt noch der Kurantrag und ein Antrag auf priv. Zusatzversicherung den wir "einfach so" vorher abgeschlossen hatten)... :/
Wieso warst Du dann als Privatpatient bei Dr. Hoffmann? Zahlt das die AOK Rheinland auch nicht?

Wenn soetwas passiert, dann würde ich einen Brief an die AOK schreiben, sie über das Gesundheitliche Risiko eines schlechten Korsetts aufklären, nämlich dass 80% aller in Deutschland angefertigten Korsette so schlecht sind, dass sie noch nicht mal eine Verschlechterung aufhalten können und infolge dessen dann Operationen notwendig werden, die noch viel teuer sind.

Außerdem würde ich auch anführen, dass ihr aus diesem Grund selbst ja auch beträchtliche Fahrtkosten nach Stuttgart in Kauf nehmt, und das sicherlich nicht tun würdet, wenn es eine adäquate Versorgung vor Ort gäbe.

Sollten sie dem nicht nachgeben, dann in einem zweiten Brief mit Klage drohen, dass wenn aufgrund mangelhafter Qualität eines Korsettes ihres Vertrags-OTs ein Schaden eintritt, ihr rechtliche Schritte gegen die Krankenkasse einleiten werdet.

Soviel ich weiß, stellt Rahmouni seine Korsette zum Standardpreis eines Chêneau-Korsetts her. Daher ist auch nur ein Rezept für ein Chêneau-Korsett notwendig.

Wenn von Vertrags-OT die Rede ist, dann sind die 260 EUR möglicherweise der Rabatt, den die Kasse ausgehandelt hat. Vertrags-was-auch-immer bedeutet ja, dass die Leistungen billiger angeboten werden.

Wer sich über Krankenkassen informieren möchte, der tut das in Meinungsportalen wie ciao.de (http://www.ciao.de/gesetzliche_Krankenkassen_89982_3) und hier stellt ihr am besten eure bitterbösen Erfahrungsberichte rein. Da werden sie gelesen, und zwar auch von den Gesunden, die die KKs gerne haben möchten; das schadet der Krankenkasse dann am meisten.
DerMensch
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Beitrag von DerMensch »

Norbert hat geschrieben:ich kann mir nicht vorstellen das man im deutschsprachigen Raum irgendwo ein Skoliose-Korsett um 260 € bekommt.
Gemeint war die selbst zu zahlende Differenz zu Korsetten von örtlichen Orthopädietechnikern, würde ich sagen. ;)
BZebra hat geschrieben: Wieso warst Du dann als Privatpatient bei Dr. Hoffmann? Zahlt das die AOK Rheinland auch nicht?
Nein, ich war mit der AOK Rheinland bei Dr. Hoffmann. Ich hatte nur vorher eine private Zusatzversicherung "SeCurado" abgeschlossen, die bei Zahnersatz, Chefarzt, Brillen, Kontaktlinsen usw. in Kraft tritt. Nur sind das halt schon drei Anträge, die ich innerhalb kürzester Zeit bei der AOK gestellt habe, ich hoffe, dass das alles gutgeht... :/
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

DerMensch hat geschrieben:Nein, ich war mit der AOK Rheinland bei Dr. Hoffmann. Ich hatte nur vorher eine private Zusatzversicherung "SeCurado" abgeschlossen, die bei Zahnersatz, Chefarzt, Brillen, Kontaktlinsen usw. in Kraft tritt.
DerMensch hat geschrieben:Bei Dr. Hoffmann wurde ich wie ein Privatpatient behandelt.
Ah, sorry, hatte das wie übersehen.

--

Generell ist es eine Frechheit, bei Jugendlichen bei denen es um so viel geht und bei denen sich innerhalb von Monaten die Skoliose verdoppeln kann bei der Korsett-Versorgung solche Zicken zu machen.
DerMensch
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Beitrag von DerMensch »

Ach so, aus dem anderen Thread! :ja: Alles klar.

Ich stimme dir aber zu, die Krankenkassen sind extrem blöd. Die sollten im Gegenteil lieber noch in die Verbreitung qualitativ hochwertiger konservativer Behandlungsmethoden in Deutschland investieren, um die Kosten einer OP zu umgehen, statt solche (für sie) Pfennigfuchsereien zu inszenieren! Bei einer OP geht es um 40000€, das sollten die KKs sich dringendst vor Augen halten! :rolleyes:

Ach ja, falls ich heute nicht mehr schreibe: Happy Hallowe'en! :lach:
Eva
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Beitrag von Eva »

Schon mal was vom neuen Hausarztmodell für Kinder und Jugendliche gehört? Hier schon mal eine Vorabinformation:

Seit 1. Oktober wird AOK-Junior angeboten. Schon 130 Kinder-Jugendärzte haben sich dem Vertrag angeschlossen. Für ihre steuernden Tätigkeiten werden die Doktoren mit 45 Prozent der Verordnungseinsparungen belohnt. Zusätzlich erhalten die Ärzte für jeden beteiligten Patienten neun Euro pro Quartal. Das Salär unterliegt keinen budgetären Beschränkungen.

Das Projekt hat bereits über die Grenzen Niedersachsens hinaus Interesse geweckt. Andere AOK-Landesverbände erwägen, das Kinder-Hausarztmodell zu übernehmen.


Es kommen wirklich keine guten Zeiten für uns alle!

Gruß Evi
speculor
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Beitrag von speculor »

Wenn auf dem Rezept Rahmouni Orthese steht muß die Krankenkasse auch eine solche bezahlen. Wenn Cheneau-Korsett drauf steht hat die Kasse die Möglichkeit ein günstigeres Angebot zu wählen. Alternativ ist es ratsam auf den Rezepten andere Orthopädietechniker zu erwähnen die ähnlich gute/teure Korsette bauen. Die Kasse fragt dort an, erfährt ähnlich hohe Preise und zahlt.
Eisbär
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Beitrag von Eisbär »

Hallo zusammen,

vielen Dank für die zahlreichen Antworten.

Zunächst einmal möchte ich klarstellen, dass es sich bei den 260€ um den Differenzbetrag handelt, den wir zuzahlen müssen.

Zum anderen, die Diskussion mit der KK über Qualität und OP oder nicht OP habe ich bereits geführt.

Anscheinend entscheidet bei der AOK nur der Sacharbeiter bzw. die Fachabteilung für med. Hilfsmittel.

Da es innerhalb der AOK Rheinland anscheinend keine Anlaufstelle gibt, um den Fall überprüfen zu lassen habe ich folgende Frage:

Muss ich mich dem beugen oder gibt es eine rechtliche Grundlage (bitte keine Spekulationen) auf Zahlung der kompletten Kosten?

Viele Grüße
Eisbär
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Beitrag von DerMensch »

Hallo Eisbär, was stand denn auf dem Rezept? Rumpforthese / Korsett mit oder ohne Zusatz "nach Rahmouni"? Bei mir gab es diesen Zusatz nämlich und wie speculor schon schrieb, geht es da um die Art des Korsetts und die ist nunmal patentiert von Rahmouni und die macht nur er, auch wenn die KK sich auf den Kopf stellt. Scheint mir sehr schlüssig von speculor! ;)
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Eisbär hat geschrieben:Muss ich mich dem beugen oder gibt es eine rechtliche Grundlage (bitte keine Spekulationen) auf Zahlung der kompletten Kosten?
Da würde ich mich an ein Rechtsforum wenden zum Thema Sozialrecht, die können sicherlich besser beantworten ob z.B. eine Klage Aussicht auf Erfolg hätte bzw. mit welcher Begründung.

http://www.juraforum.de/forum/f54/s

Ansonsten würde ich raten die Krankenkasse zu wechseln, schließlich braucht eure Tochter in einem Jahr ja schon wieder ein neues Korsett.

Erfahrungsberichte von Versicherten gibt es wie gesagt bei Ciao.de.
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Silas
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Schroth KG

Beitrag von Silas »

Hallo Eisbär,

da Du die Diskussion über Qualität und OP bereits geführt hast, gibt es noch einige Kompromisse und Drohungen, die KKs überzeugen.

Die nette Variante ist, der KK anzubieten, dass man ja bei einem x-beliebigen Korsettmacher zunächst eines machen lassen kann, wenn dieses Korsett dann aber keine oder nur eine minimale Primärkorrektur zeigt, sich die KK verpflichtet, die Kosten für ein Rahmouni zu übernehmen.

Die nicht mehr so nette Variante ist, der KK zu drohen, ihr Fehlverhalten überall im Internet publik zu machen, sich in den Ministerien zu beschweren und die KK zu wechseln (macht besonders dann Eindruck, wenn man 2 freiwillig Versicherte Personen im Haushalt hat).

Die knallharte Schiene ist, der KK zu drohen, die Kostenerstattung vor dem Sozialgericht einzuklagen (die erste Instanz ist für Euch kostenlos) oder aber, sie wegen unterlassener Hilfeleistung und Körperverletzung zu verklagen, falls das von der KK vorgeschlagene Korsett nicht hilft.

Die Diskussion solltest Du übrigens nicht mit einer Sachbearbeiterin, führen, sondern mit dem Dienststellenleiter. Mach auch klar, dass Du als Mutter es nicht verantworten kannst, dass Deine Tochter eine miserable Versorgung erhält und frag nach, welche Erfolge denn der OT der KK vorweisen kann. Hier im Forum oder in der Rahmouni-Broschüre findest Du genügend Beispiele für die gute Wirkung eines Rahmouni.

Viele Grüße
Silas
"Man kann nicht beweisen, dass Gott nicht existiert. Aber die Wissenschaft macht Gott überflüssig."
(Stephen Hawking)
speculor
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Beitrag von speculor »

Silas hat geschrieben:Hallo Eisbär,
Die nette Variante ist, der KK anzubieten, dass man ja bei einem x-beliebigen Korsettmacher zunächst eines machen lassen kann, wenn dieses Korsett dann aber keine oder nur eine minimale Primärkorrektur zeigt, sich die KK verpflichtet, die Kosten für ein Rahmouni zu übernehmen.
Viele Grüße
Silas
Das funktioniert aber nur wenn der verordnende Orthopäde mit im Boot ist. Für ihn bedeutet das einigen Briefwechsel mit der Kasse. Außerdem geht einem viel Zeit verloren. Der "schlechte" Korsettbauer hat immer die Möglichkeit einer Nachbesserung oder eines Neubaus. Erst wenn er von sich aus aufgibt kann man zu einem anderen gehen. Klagen vorm Sozialgericht dauern ev. 2 Jahr und mehr, dann dürfte es zu spät sein.
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