Reicht Vojta bei 4-Jähriger mit Skoliose aus???

Fragen und Antworten rund um das Thema Skoliose
Nina
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Reicht Vojta bei 4-Jähriger mit Skoliose aus???

Beitrag von Nina »

Hallo zusammen,

hier schreibt Euch Nina mit ihrer 4-jährigen Tochter, bei der vor vier Woche Skoliose festgestellt wurde. (Ich hatte uns letzte Woche schon einmal kurz unter der Rubrik "Erfahrungsaustausch" vorgestellt.)

Mittlerweile habe ich es geschafft, viele interessante Beiträge in diesem Forum durchzulesen, um mir einen groben Überblick zu verschaffen. Vorher ist keiner in unserer Familie jemals mit Skoliose in Berührung gekommen, daher war unser Kenntnisstand anfangs gleich null.
:(

Wir waren vor vier Wochen in der Uniklinik in Bochum, in der die Skoliose diagnostiziert wurde. Nun turnen wir seitdem täglich Vojta mit unserer Tochter (was wir im Babyalter schon einmal machen mußten, die Technik finde ich schrecklich kompliziert!), und ich frage mich, ob das reicht. Der Arzt in Bochum gab an, ihre Skoliose läge bei "um die 10°". Auf meine Nachfrage hin, warum er uns denn nicht die genaue Gradzahl mitteilen könnte, meinte er, der Ausschnitt der Wirbelsäule, von dem das Röntgenbild gemacht wurde, sei zu klein, um eine genaue Vermessung vorzunehmen. Merkwürdig! Da frage ich mich doch, warum man dann nicht gleich oder später noch mal ein größeres Röntgenbild angefertigt hat! Die Gradzahl ist doch nun mal der wichtigste Indikator für das Fortschreiten einer Skoliose, oder sehe ich das falsch? :gruebel: Außerdem habe ich im Forum gelesen, daß es sehr wichtig sei, die Röntgenaufnahme im Stehen aufzunehmen. Bei unserer Tochter wurde sie im Liegen gemacht .....

Ich habe jetzt schon so viel im Internet gesurft und bin dabei auf viele Röntgenbilder mit den entsprechenden Gradangaben gestoßen. Die Röntgenaufnahme unserer Tochter, die ich in Bochum gesehen habe, ähnelt, wie ich finde, viel mehr einer 30°-Skoliose als einer mit nur 10°. Sicherlich bin ich nur Laie, aber nun doch ein wenig verunsichert.
:/

Nach all dem, was ich nun gelesen habe, ist unsere Maus für eine Therapie nach Schroth sicherlich noch zu klein. Also bleibt ja fast nur das Turnen nach Vojta. In einem halben Jahr sollen wir uns dann wieder in Bochum vorstellen, und dann will man sehen, wie sich alles entwickelt hat.
Ich möchte jedoch nicht, daß Zeit verschwendet wird und man längst hätte mit etwas Effektiverem beginnen können! Daher meine Frage: Ist es üblich, daß so jungen Kindern mit einer (angeblich (!) leichten) Skoliose nur Vojta-Turnen verordnet wird und sonst nichts? Oder können wir noch mehr machen?

Über Tips und Erfahrungswerte von Euch würde ich mich wirklich sehr freuen.

Viele liebe Grüße sendet Euch Nina mit Familie
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Räkelkönigin
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Re: Reicht Vojta bei 4-Jähriger mit Skoliose aus???

Beitrag von Räkelkönigin »

Hallo Nina,
wie du ja schon selber festgestellt hast ist deine Tochter für Schroth noch zu klein.....
Daher seid ihr mit Voitja auf einem guten Weg. Machst Du das nur zu Hause mit ihr oder geht ihr auch noch zu einer KRankengymanstin??Wäre sicher gut, wenn ab und zu jemand schaut , ob Du /Ihr es auch noch "richtig " macht...

Nun zu der Sache mit dem Röntgen bild: Das ist wenig professionell nur eine ungefähre Angabe zur gradzahl zu machen.!!! Man hätte tatsächlich dann noch ein neues "ordentliches " Rö-bild machen müssen,
Und im STEHEN!!!! Ich würde mir an Eurer Stelle eine andere Meinung einholen und zwar an einem Ort , wo im Stehen geröngt wird! Wenn ihr in Bochum wart, käme ggf. die Uniklinik Essen >Skoliosesprechstunde in Frage. Siehe unter GESUCHT/ GEFUNDEN.Die arbeiten auch mit einem Orthopädietechniker (Püttmann) zusammen, falls ein Korsett nötig werden würde....
Du kannst natürlich auch mit Deiner Tochter zu Dr. Hoffman nach Leonberg/Stuttgart fahren. Er ist auf Skoliosen spezialisiert und mach Ganzaufnahmen der Wirbelsäule.
Besorg Dir auf jeden Fall das vorhandene Rö-bild! Das muss man dir aushändigen, wenn auch ggf nur leihweise. Du kannst es ans Fenster kleben und mit der Digicam fotografieren. Dann kannst Du es hier einstellen. In jedem Fall muss ein Bild im Stehen her!! Und zwar bald, nicht erst in einem halben Jahr! Du hast Dich ja schon gut informiert. Es ist wichtig so früh wie möglich ALLES zu tun was dem Fortschreiten einer Skoliose entgegenwirkt. Dazu ist wie Du ja weisst ein aussagekräftiges Rö-bild nötig.
Gruss
Räkelkönigin :juggle:
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Bei 10 Grad würde Vojta reichen. Wenn die Skoliose aber gegen 20 Grad geht, würde ich ein Nachtkorsett dazu nehmen. Das ist noch weniger belastend als Vojta bzw. Physiotherapie allgemein und bietet bei einem guten Korsett eine ziemlich hohe Sicherheit. Die Erfolgsschancen sind dann sehr gut, um um eine ganztags Korsett-Versorgung herum zu kommen.

[equote="Weiss HR (1995) Standard der Ortheseversorgungen in der Skoliosebehandlung. Med Orth Tech. 115:323-330"]Nach unseren Erfahrungen haben Patienten mit früher Abschulung (Risserstadium 4-5 bei Mädchen) ungünstigere Verläufe als bei Spätabschulungen im Alter von 18-19 Jahren. Diese Erfahrung teilen wir auch mit anderen (RAHMOUNI, 1991). Eine Ursache hierfür könnte sein, dass auch nach Schluss der Epiphysenfuge der Hand und der Darmbeinkante ein signifikantes Wirbelsulenwachstum besteht (HOWELL et al., 1992). Die Autoren geben an, dass das Wirbelsäulenwachstum auch nach Schluss der radiologisch sichtbaren Epiphysenfugen noch weitere 2 Jahre anhält. Diese Untersuchung bestärkt uns darin, die Abschulungsphase zumindest bei Patienten mit nicht überkorrigierten Skoliosen bis zum 18. oder 19. Lebensjahr herauszuschieben. Will man eine solch lange Korsetttragedauer vermeiden, so muss man die Patienten mit kleineren Cobb-Winkeln eben frühzeitig versorgen. Dies auch mit der Gefahr vielleicht einzelner auch unnötiger Behandlungen. Dieses Konzept wurde auf dem 9. Internationalen Phillip Zorab Symposium in Cambridge von PONTE (1993) vorgestellt. Der genannte Autor hat über die letzten 10 Jahre mehr als 200 Patienten mit Korsetten früh behandelt, wobei das nächtliche Tragen ausreichend war. Allerdings hat er hierzu einen Korrektureffekt von mindestens 60% gefordert. Bei keinem dieser Patienten ist langfristig eine ganztägliche Tragedauer des Korsetts notwendig geworden. Eine solche Nachtversorgung belastet den Patienten nicht wesentlich psychisch und verhindert möglicherweise die Notwendigkeit einer Ganztagestragezeit oder eventuell gar einer Operation. Auch hier finden wir wieder die Notwendigkeit einer ausreichenden Primärkorrektur dokumentiert.[/equote]
Neben Krankengymnastik würde ich sagen, ist das die wichtigste Sache, dass man nicht den Punkt verpasst, bei dem die Skoliose korsettpflichtig wird (über 20°) und sie das Korsett auch tagsüber tragen muss, weil das braucht Überzeugungskraft, ist dann nicht mehr so schön für eure Tochter und die Wahrscheinlichkeit, dass es dann ganz schief geht und es mit einer Operation endet steigt auch an, nämlich dann, wenn sie es nicht trägt.

Also lieber früher ein gutes Nachtkorsett und niemals eines für den Tag, als dann eines für tagsüber, was dann unter Umständen nicht getragen wird.

Ich hatte in dem Alter auch ungefähr soviel Grad, vielleicht auch noch weniger. Mit 11 Jahren dürfte ich so im 20er-Gradzahl-Bereich gelegen haben, mit 12 1/2 dann bei 32°, mit 13 bei 58°.

Wird ein bestimmter Punkt während des Wachstums überschritten, dann kippt die Skoliose und die Verschlechterungsgeschwindigkeit exponenziert sich.

Mit einer 8 bis 10%igen Wahrscheinlichkeit bilden sich Skoliosen unter 15 Grad bei Kindern auch noch spontan zurück.

Wichtig ist also erstmal eine genaue Gradzahl, und wenn die noch nicht gegen die 20 geht, dann regelmäßige Kontrollen. So oft röntgen geht ja leider nicht, von daher wären regelmäßige Formetrikaufnahmen und Skoliosmeterwerte wichtig, um Anzeichen für eine Verschlechterung klinisch zu erkennen. Formetrikaufnahmen selbst, Skoliometermessung muss man, neben dem Arzt, regelmäßig auch zu Hause machen, damit sie wegen der Messungenauigkeiten einen praktischen Nutzen hat.
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Alana
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Beitrag von Alana »

Hallo,
ist Vojta das, wo man immer gegen den Handwiderstand der Therapeutin drücken muss? Solche Gymnastik hab ich nämlich auch mal gemacht.
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Räkelkönigin
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Beitrag von Räkelkönigin »

ist Vojta das, wo man immer gegen den Handwiderstand der Therapeutin drücken muss?
Ja :)
Nina
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Jetzt sind's auf einmal 20° bei 4-jähriger Tochter!

Beitrag von Nina »

Hallo zusammen,

und erstmal ein herzliches Dankeschön an Räkelkönigin und BZebra, die mir so ausführliche Antworten, Erklärungen und Tips gegeben haben; ihr habt mir sehr weitergeholfen! Und einen lieben Gruß an Alana (nein, das war wohl kein Vojta-Turnen, bei Vojta liegt das Kind eher passiv da, während man auf bestimmte Punkte am Körper des Kindes Druck ausübt).

Ich bin gerade völlig durch den Wind, da ich heute abend erfahren habe, daß die Skoliose unserer 4-Jährigen nicht bei den angenommenen 10° liegt, sondern schon bei 20°. Ich hatte nämlich vor einigen Tagen nochmals in der Uniklinik in Bochum angerufen, wo die Skoliose festgestellt wurde, und darum gebeten, daß man mir die Gradzahl der Verkrümmung so genau wie möglich ausrechnen möge (nachdem man mir ursprünglich mitgeteilt hatte, die Skoliose läge "so bei um die 10°", Original-Ton des Orthopäden).

Nun hat mir die behandelnde Ärztin vorhin auf unseren Anrufbeantworter gesprochen, daß der Orthopäde nochmal nachgemessen hätte und auf 20° gekommen sei. Und jetzt der Knaller: Ich müsse mir trotzdem keinerlei Sorgen machen (insbesondere auf keinen Fall mehr Sorgen, als ich sie mir auch schon bei 10° gemacht hätte), und ich solle schön mit der Physiotherapie weitermachen und meine Tochter dann wie verabredet in 6 Monaten zur Kontrolle nochmals vorstellen!

Keine Sorgen machen? Nach allem, was ich mir in diesem Forum jetzt schon angelesen habe, kann das doch gar nicht sein, oder? Ich mache mir große Sorgen! Außerdem möchte ich nochmal dazu sagen, daß die Röntenaufnahme in Bochum im Liegen vorgenommen wurde, nicht im Stehen, wie es sein sollte. Könnte bitte jemand so nett sein und mir erklären, wieviel Unterschied in Grad es ungefähr ausmacht, ob man im Liegen oder im Stehen röntgt? Ich wette, sie hat sogar noch mehr als 20°!

Entschuldigt bitte, daß ich gerade so wuschig bin. Ich weiß, etliche von euch haben noch viel mehr Grad, aber unsere Lütte ist ja auch gerade erst mal 4 Jahre alt und dann schon 20° ... Wohin soll das bloß führen?

Ich möchte jetzt so gern alles richtig machen, zumal ich auch die einzige hier zuhause bin, die sich sorgt. Mein Mann sieht das alles sehr viel gelassener und meint, ich würde übertreiben. "Mein Gott, wie viele Menschen haben einen krummen Rücken" (O-Ton Ehemann). Wenn's nach ihm ginge, würden wir einfach abwarten und ein bißchen turnen, so wie es die Ärztin aus Bochum gesagt hat! Ich schaffe es nicht, ihn zu überzeugen, daß wir jetzt schnell handeln müssen, damit es nicht noch schlimmer wird. Auf ihrem Rücken sind auch schon ganz eindeutig ein Schulter- und ein Lendenbuckel zu sehen, wenn sie sich vorbeugt.

Bitte gebt mir Tips, wohin ich fahren sollte. Dr. Hoffmann in Stuttgart scheint ja eine heißbegehrte Adresse zu sein. Behandelt er auch so junge Kinder?
Außerdem wäre Stuttgart für uns eine Wahnsinnsanfahrt. Wir müßten auf jeden Fall dort übernachten und am nächsten Tag nach Hause fahren. Ein- oder zweimal kann man das ja machen, aber was ist, wenn wir alle drei Monate wieder dorthin müssen? Könnt ihr mir etwas darüber sagen, wie oft man zur Kontrolle wiederkommen muß (auch gegebenenfalls zum Korsettbauer)?

Eine weitere Frage hätte ich zum Röntgen. Mir ist schon klar, daß unsere Motte in Zukunft dann wohl öfter geröntgt werden muß. Allerdings hat sie schon vier Röntgenaufnahmen hinter sich (unter anderem 2 x Halswirbelsäule wegen Kiss-Syndrom). Wie oft wird man denn im Laufe eines "Skoliose-Lebens" geröntgt, doch wohl nicht alle 6 Monate oder so? Das fände ich für eine 4-Jährige ganz fatal, zumal ja auch immer das Becken und die Geschlechtsorgane mitgeröntgt werden, oder? Hinterher hat sie eine gerade Wirbelsäule und dafür Krebs ...

Sorry, ihr seht, ich bin im Moment wirklich sehr durch den Wind. Ich habe noch tausend Fragen und stehe wie der Ochs vorm Berg. Ich möchte nur auf jeden Fall jetzt alles richtig machen und nichts verpassen. Vom Herrn Ehemann ist in dieser Hinsicht auch keine große Unterstützung zu erwarten, da er alles für übertrieben hält. Das macht mich obendrein auch noch total sauer. :<

Ich wäre euch sehr dankbar, wenn ihr mir schon mal die ersten 5 meiner tausend Fragen beantworten könntet. ;)

Viele verwirrte Grüße von Nina
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Och, mach Dir mal keine zu großen Sorgen, für mich wäre die Sache jetzt nicht so schwer zu entscheiden.

1.) Sie braucht ganz sicher ein Korsett. Wie lange sie es am Tag dann tragen muss, ob nur nachts, 12, 16, 18 Stunden... das hängt von der endgültigen Gradzahl im Stehen ab und muss dann der Orthopädietechniker entscheiden.

2.) Sie muss noch einmal geröntgt werden, im Stehen, schon allein um einen verlässlichen Vergleichswert für später zu haben. Auch das lässt man am besten vor der Korsett-Anfertigung vom Orthopädietechniker arrangieren, damit das Röntgenbild dann auch sicher seinen Anforderungen entspricht und nicht noch eins gemacht werden muss.

3.) Röntgenbilder von Kopf und Hals sind in Bezug auf Keimzellenschädigung eher unproblematisch. Die braucht man da quasi nicht mitzählen.
Im ersten Korsett muss nochmal geröntgt werden, um die Korrekturwirkung sicherzustellen. Während der Korsett-Therapie ist die Röntgenhäufigkeit abhängig vom Erfolg. Das heißt, wenn es schlecht läuft muss häufiger geröntgt werden um Verschlechterungen frühzeitig zu erkennen, wenn es besonders gut läuft auch um zu sehen, ob und wann das Korsett wieder ab kann. Alles was dazwischen liegt, wenn also die Sache klar ist, dann braucht in der Regel nicht geröntgt werden, teilweise nur Röntgenbilder alle 1 bis 3 Jahre.

Ich wurde wegen der Skoliose insgesamt 8 mal von vorne und 1 oder 2 mal von der Seite geröntgt. In Behandlung war ich seit ich 6 war, von 13 bis 18 dann mit Korsett. Es müssen also nicht unbedingt so viele Aufnahmen sein. Eine Lungenentzündung brachte mir dagegen gleich 4 Brustkorbaufnahmen auf einmal ein.

Es gibt aber natürlich Ärzte, die alle halbe Jahr röntgen um nur zu kontrollieren aber sonst nichts machen.

4.) Bei 20 oder 30 Grad dürfte das Herr Püttmann http://skoliose-info-forum.de/viewtopic.php?t=4151 hinbekommen, so meine Einschätzung. Dafür braucht man nicht unbedingt nach Stuttgart.

5.) Die Skoliose sollte auf alle Fälle natürlich jetzt mit Korsett korrigiert werden, zum einen wegen des Risikos einer schnellen Verschlechterung während eines Wachstumsschubs, zum anderen aber auch weil die Skoliose bei gleicher Gradzahl umso schwerer zu korrigieren ist, je länger sie besteht. Verkrümmungen die schnell entstanden sind, sind leicht zu korrigieren, Verkrümmungen die schon seit früher Kindheit bestehen sind es nicht.

6.) Richtet Euch nicht primär nach dem, was Euch ein Arzt empfiehlt, richtet Euch nach dem was Herr Püttmann (oder alternativ Rahmouni, Nahr; wen auch immer ihr möchtet) sagt.

7.) Die Verschlechterungswahrscheinlichkeit lässt sich anhand diesem Grafen errechnen:

Bild

Y-Achse: % Progressions-Vorkommen
X-Achse: Progressionsfaktor

Progressionsfaktor = (Cobbwinkel - 3 x Risserzeichen) / chronologisches Alter

Für Eure Tochter hieße das (20 - 3 x 0) / 4 = 5.0 entspricht 100% Verschlechterungswahrscheinlichkeit. Soviel als Nachricht an Deinen Mann!
Mein Mann sieht das alles sehr viel gelassener und meint, ich würde übertreiben. "Mein Gott, wie viele Menschen haben einen krummen Rücken" (O-Ton Ehemann)
Und damit er auch weiß wie ein krummer Rücken aussieht ...

Aus dem gelben Buch oben im Header, wo es noch mehr solche Bilder gibt:
Bild

... und in welchem Tempo man von 20 - 30 Grad da hinkommen kann ...

http://www.rahmouni.de/skoliose/progredienz.htm

--

Der nächste Schritt für euch ist es, euch zu informieren über die Qualität von Orthopädietechniken (nicht blind nach mir richten!). Eine davon auszuwählen. Rezept für ein Cheneau-Korsett abholen von egal wem, ggf. sich einen Arzt vom Orthopädietechniker der Wahl empfehlen lassen und los kann's gehen.

Viel Erfolg,
BZebra

p.s. Zur Orthopädietechniker Wahl: 80% der deutschen Korsetts sind Müll und taugen garnicht! Der Erfolgt hängt sehr stark von der Wahl des Orthopädietechnikers ab!
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Dalia
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Beitrag von Dalia »

Hallo Nina,

nicht wuschig sein, noch seid ihr gut in der Zeit.

Vojta kann das zu therapierende Kind übrigens sowohl passiv als auch aktiv ausüben, aber die passive Komponente überwiegt. Es hängt immer vom Alter ab, wenn sie älter sind, können sie aktiv mitarbeiten. Vojta ist äußerst gut bei Skoliose, aber da muss man sehr konsequent sein. Zusätzlich mit Korsett wiord es einfacher sein. In eurem Fall würde ein Nachtkorsett noch genügen, da könntet ihr euch ein schönes buntes Korsett aussuchen. Wie solche Korsetts aussehen können, könnt ihr auf der Webseite von Rahmouni sehen: http://www.rahmouni.de - da siehst du auch ganz junge Kinder (nicht erschrecken, Kinder stecken sowas ganz gut weg: http://rahmouni.de/skoliose/kinderversorgung.htm ;) Wenn ich mich nicht irre, war das jüngste Kind von Rahmouni erst 2 Jahre alt oder sogar noch ein Säugling.

Übrigens, falls ihr im Stehen röntgen lasst, kann es sein, dass es 30° sind. Bis 50° musst du dir keine Sorgen machen. )

Hier schreiben derzeit leider keine Mütter mit so jungen Kindern, am ehesten fällt mir Uli ein (schreibt aber im Moment auch nur selten mit), ihre Tochter ist aber schon um einiges älter (6 bis 8 Jahre?), dann fallen mir noch Sascha und Dani (ca. 7 Jahre) ein. Siehe auch diese Beiträge (bitte das Datum beachten!):

viewtopic.php?t=4282

viewtopic.php?t=2021

Und das da (Achtung, alter Thread!) erinnert stark an euch ;):

viewtopic.php?t=1455

Ich denke auch, dass in eurem Fall Püttmann angesagt ist und Stuttgart nicht nötig ist. Ab 40° würde ich allerdings schon Rahmouni empfehlen, vor allem in so jungem Alter.

Da Kinder ja schnell wachsen und Skoliosen in diesem Alter noch sehr biegsam sind, ist damit zu rechnen, dass ihr mindestens 5x im Jahr, vielleicht sogar noch öfter zum Orthopädietechniker müsst. (Solltet ihr euch für Rahmouni entscheiden, würde ich langfristig Flüge buchen, um ggfs. Übernachtungen zu sparen.)

Ich sehe, dass du eine sehr gewissenhafte, kritische und engagierte Mutter bist, ich bin zuversichtlich, dass ihr es schafft, da deine Tochter ja noch so klein ist.

Übrigens macht bitte auch Fotos vom Rücken, alle paar Monate, notiert euch, ob gerade vorher das Korsett getragen wurde oder nicht, dann habt ihr gute Vergleichsmöglichkeiten, als Ergänzung zu den Röntgenbildern.
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Ulli
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Beitrag von Ulli »

Hallo Nina,

meine Tochter war auch 4, als die Skoliose entdeckt wurde. Sie hatte schon 28°. Ich weiß genau, wie es dir momentan geht. Ich war damals die erste Zeit wie abwesend. Doch heute, 4 Jahre später, ist ihre Wirbelsäule kerzengerade!!! Sie bekam ein Rahmouni, das sie jedoch nur nachts trug, bzw. trägt. Ein Korsett wirst du deiner Tochter nicht ersparen können. Im moment hört sich das für dich an wie ein Weltuntergang. Doch du wirst sehen, so kleine Kinder gehen damit wesentlich besser um als wir Mütter. Es wird aber auch viele Tränen geben. Wichtig ist nur, dass es sehr gut korrigiert. Wir sind von Rahmouni 800 km entfernt, aber es hat sich bis jetzt gelohnt und war die beste Entscheidung.

Ich wünsche euch sehr, sehr viel Kraft!!!!

lg
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Nina
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Beitrag von Nina »

Hallo zusammen!

Tausend Dank an alle, die mir bislang geantwortet haben und sich mit ihren Antworten auch noch so viel Mühe gemacht haben!!! Dies ist ein wunderbares Forum; ich bin so froh, daß ich es gefunden habe! Ihr alle zusammen erklärt mir mehr als jeder Arzt, den ich bis jetzt gesprochen habe! Ich habe gerade nicht viel Zeit zum Schreiben, aber ich werde mich heute abend melden und über den Stand der Dinge berichten. Wollte mich nur schnell vorab schon einmal bei euch herzlich bedanken! Und Ulli, da bei deiner Tochter die Skoliose ja im gleichen Alter festgestellt wurde, habe ich an Dich bestimmt auch noch viele Fragen; es wäre schön, wenn ich auch Dich im Forum wiedertreffen würde. Und ja, Du hast recht: Es ist für mich momentan tatsächlich wie ein Weltuntergang. ;(

Vielen Dank, ihr Lieben, und bis heute abend! Kann spät werden, bin eine geborene Nachteule! :D :D :D

LG Nina
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Beitrag von Nina »

Hallo allerseits,

hier bin ich wieder. Habe es gestern abend doch nicht mehr geschafft; ich war einfach zu müde. :zzz:

Also, wir (jawohl, ich habe meinen Mann überzeugt) haben uns jetzt nach langem Nachdenken doch für die Kombination Hoffmann/Rahmouni inklusive entsprechend langer Anfahrt entschieden (ein Weg sind für uns rund 500 km, aber ich weiß, andere fahren noch weiter). Eure positiven Beurteilungen über die beiden haben mich dazu gebracht. Seltsamerweise habe ich sofort einen Termin bei Dr. Hoffmann bekommen. Die Sprechstundenhilfe sagte mir, während Oktober sei die Praxis wegen Urlaub geschlossen, aber ich könne gleich zu Anfang November einen Termin für unsere Motte haben. :eek: Ich hatte ernsthaft mit einer Wartezeit von zwei oder drei Monaten gerechnet, da er doch so begehrt ist! Entschieden haben wir uns nun für einen Termin Mitte November, da wir Ende Oktober mit unserer Schnecke erst noch einen Termin bei Herrn Dr. Sacher in Dortmund haben (Spezialist für Halswirbelsäule, da unsere Tochter zusätzlich noch am Kiss-Sydrom leidet, was - wie ich mir vorstellen könnte - durchaus irgendetwas mit der Entwicklung der Skoliose zu tun haben mag) und man die Kinder nach eventueller Behandlung der HWS (im Volksmund "Einrenken" genannt, obwohl es das nicht wirklich ist) erst einmal 2 Wochen in Ruhe lassen sollte.

Mittlerweile habe ich mich fast damit abgefunden, daß unsere Kleine wohl im Korsett landen wird, obwohl ich die Vorstellung ganz, ganz schrecklich finde - was für eine grausame Kindheit! So ist zumindest mein Eindruck als Neuling auf dem Gebiet der Skoliosen und Korsette. Wenn im nächsten Sommer alle Nachbarskinder in Badehose in unserem Garten herumhüpfen, steht unsere Kleine bei 30° Sonnenschein in ihrem Korsett dazwischen und schwitzt sich die Seele aus dem Leib, ist es nicht so? Obendrein wird sie bestimmt noch gehänselt - Kinder können ja grausam sein. :buhu:

Ich habe eine Frage an Uli, die mir unter den Nägeln brennt: Wenn Deine Kleine mit jetzt 8 Jahren eine kerzengerade Wirbelsäule hat, muß sie dann immer noch ein Korsett tragen? Bestimmt, denn sie wächst ja immer noch weiter. Heißt das, selbst wenn die Wirbelsäule nach 2 oder 3 Jahren wieder gerade wäre, müßte sie trotzdem noch ein Korsett tragen, bis sie ausgewachsen ist, oder? Aber was für eines denn dann, doch sicher keines mehr, das die Wirbelsäule noch irgendwie korrigiert, oder? Fragen über Fragen .... :nixweiss:

Bedanken möchte ich ganz herzlich bei Räkelkönigin, BZebra und Dalia für die wichtigen Information und ganz besonders für das Herauskramen der vorangegangenen hilfreichen Threads sowie die erschreckenden Bilder der Skoliose im Handbuch! Boah, die Fotos sind ja echt gruselig!. Mein Göttegatte war wohl tiefbeeindruckt, zumindest hat er nichts mehr gesagt ... :stumm:

Nein, ich bin mir jetzt ganz sicher, daß ich zu Dr. Hoffmann möchte, auch wenn es noch so weit ist. Lieber so, als daß ich mich später ärgere, daß ich nicht gleich dort hingefahren bin. Hinterher macht man sich Vorwürfe, und - vor allen Dingen - macht sicherlich SIE mir später Vorwürfe, wenn sie mal älter ist.

Das einzige, was mich jetzt noch ein bißchen verunsichert, ist folgendes:
Ich bin mir nicht so sicher, ob es wirklich eine idiopathische Skoliose ist, an der unsere Motte erkrankt ist. Sie leidet seit ihrer Geburt an einer starken muskulären Hypotonie, d. h., der Muskeltonus ist stark herabgesetzt und ihre Muskulatur ist regelrecht "schlapp". Dies äußert sich z. B. darin, daß sie nicht so gut hüpfen, klettern und springen kann wie ihre Altersgenossen und auch große Probleme mit dem Gleichgewicht hat. Nach Aussage der Ärzte der Uni Bochum ist es anzunehmen, daß sich daraus auch die Skoliose entwickelt hat, da ihre Muskulatur es nun einmal nicht schafft, das Skelett aufrecht zu halten und sich die Wirbelsäule daher verbogen hat. Klingt logisch, finde ich. Nun sagte man uns aber sowohl in Bochum als auch in unserer Krankengymnasikpraxis, daß man unsere Tochter daher auf keinen Fall in ein Korsett stecken dürfte, da ihre Muskulatur im Korsett ja noch schlaffer würde und sie aber - im Gegenteil - gestärkt werden müsse und eben NICHT noch weiter erschlaffen dürfe. Auch das klingt logisch, finde ich. Daher sei das Mittel der Wahl auf jeden Fall die Stärkung der Muskulatur, sprich Krankengymnastik/Vojta, und nicht ein Korsett.

Nun bin ich hin- und hergerissen. Einerseits denke ich, die haben ja alle keine Ahnung und das Kind muß unbedingt ins Korsett, da sie bei sicherlich schon über 20° liegt. Ich habe ja auch im Forum gelesen, daß sich viele Ärzte halt nicht richtig mit Skoliose auskennen und daher oft nur KG verordnen. Mit KG alleine kriegen wir das Problem sicherlich nicht in den Griff und die Skoliose würde so nur weiter fortschreiten. Andererseits klingt es ganz überzeugend, daß sich der Muskeltonus im Korsett nur noch weiter verschlechtern würde. Ich möchte gern richtig entscheiden und überlege, wer nun Recht hat, aber da warte ich besser mal Dr. Hoffmanns Meinung ab. Obwohl der sicherlich zum Korsett tendiert ...

Also nochmal kurz gesagt: Die Ärzte, die sich bislang nicht mit der Skoliose unserer Tochter auseinandergesetzt haben, sondern eher mit ihrer Muskelschwäche, sagten uns eindeutig, daß sie nicht ins Korsett gesteckt werden dürfe, da dies die Muskulatur nur noch weiter schwächen würde. Oh Mann! :gruebel:

Es ist so schwer, das Richtige zu tun. Ich hoffe nur, daß später mal alles wieder okay ist und wir uns dann sagen können, wir haben nichts falsch gemacht. :top:

Viele liebe Grüße und Dankeschön an alle; es ist echt toll hier.

LG Nina und Familie
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Beitrag von Charp »

Die Ärzte, die sich bislang nicht mit der Skoliose unserer Tochter auseinandergesetzt haben, sondern eher mit ihrer Muskelschwäche, sagten uns eindeutig, daß sie nicht ins Korsett gesteckt werden dürfe, da dies die Muskulatur nur noch weiter schwächen würde. Oh Mann!
Hmm, also, es besteht ein Unterschied zwischen einem Stützkorsett (das eher den Muskelabbau fördert) und einem hochkorrigierendem Korsett. Es melden sich hier sicher noch ein paar Experten, aber ich habe hier mal gelesen, dass man vom Rahmouni Muskelkater bekommt (spricht ja eher gegen Muskelabbau) und man sich da auch nicht einfach reinhängen kann, sondern sich aktiv im Korsett "grade" hält. Wie das bei einer bereits bestehenden Muskelschwäche aussieht, weiß ich nicht, aber sicher Dr. Hoffmann. Und auch mit Korsett muss man ja weiter regelmäßig KG machen, das baut ja auch Muskeln auf.

Ich hoffe, ich konnte Dich ein wenig beruhigen, liebe Grüße,
Charp
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Nina hat geschrieben:Wenn im nächsten Sommer alle Nachbarskinder in Badehose in unserem Garten herumhüpfen, steht unsere Kleine bei 30° Sonnenschein in ihrem Korsett dazwischen und schwitzt sich die Seele aus dem Leib, ist es nicht so? Obendrein wird sie bestimmt noch gehänselt - Kinder können ja grausam sein. :buhu:
Nö, sie wird ja keine 24 Stunden Tragezeit am Tag haben sondern maximal 21 - 23 Stunden pro Tag. Außerdem sind Ausnahmen immer drin, solange sie sich in Grenzen halten und das ganze dann an anderen Tagen durch etwas längere Tragezeit ausgeglichen werden kann.

Während meiner 3 Wochen Strandurlaub jedes Jahr, habe ich mein Korsett nur nachts und abends getragen. Nicht tagsüber am Strand!

Und so viele heiße Sommertage haben wir ja auch wieder nicht im Jahr.

Schwitzen in der Schule oder im Kindergarten, wenn es heiß ist, das kommt natürlich vor. Muss man sich dran gewöhnen.

Was das Hänseln angeht, ist es wichtig, dass Du sie so einkleidest, dass das Korsett perfekt kaschiert ist. Kinder hänseln nur, wenn sie etwas sehen, was nicht der Norm entspricht. Ich denke, dass es Kindergartenkindern garnicht besonders auffällt, bestimmt weniger als eine Brille das tut! Und in der Grundschule, sagt man es einfach der Klasse.
Kleine mit jetzt 8 Jahren eine kerzengerade Wirbelsäule hat, muss sie dann immer noch ein Korsett tragen? Bestimmt, denn sie wächst ja immer noch weiter. Heißt das, selbst wenn die Wirbelsäule nach 2 oder 3 Jahren wieder gerade wäre, müsste sie trotzdem noch ein Korsett tragen, bis sie ausgewachsen ist, oder? Aber was für eines denn dann, doch sicher keines mehr, das die Wirbelsäule noch irgendwie korrigiert, oder? Fragen über Fragen .... :nixweiss:
Wenn die WS begradigt ist, dann darf sie nicht weiter korrigiert werden, weil sich sonst eine Skoliose in die andere Richtung ausbilden würde. Man legt dann das Korsett ab oder trägt es nur noch nachts und beobachtet. Solange es hält, ist es in Ordnung. Falls sich irgendwann dann wieder eine Skoliose in die ein oder andere Richtung ausbildet, muss wieder ein Korsett her. Eine Skoliose verschlechtert sich jeweils durch einseitige Belastung die durch die Skoliose selbst entsteht während des Wachstums, stellt also einer Art Teufelskreis dar, den man umkehren muss um zu korrigieren. Wenn es gelingt das Gleichgewicht wieder zu finden, muss sich die Skoliose nicht zwangsläufig wieder verschlechtern.
Sie leidet seit ihrer Geburt an einer starken muskulären Hypotonie, d. h., der Muskeltonus ist stark herabgesetzt und ihre Muskulatur ist regelrecht "schlapp".
Zusätzlich zur Physiotherpaie vielleicht noch Schwimmverein! Vielleicht gefällt es ihr ja sogar!

Das hieße dann wahrscheinlich erst mal Schwimmkurs und direkt danach weiter im Verein. Besser kann es ja eigentlich nicht gehen!
Nun sagte man uns aber sowohl in Bochum als auch in unserer Krankengymnasikpraxis, daß man unsere Tochter daher auf keinen Fall in ein Korsett stecken dürfte, da ihre Muskulatur im Korsett ja noch schlaffer würde und sie aber - im Gegenteil - gestärkt werden müsse und eben NICHT noch weiter erschlaffen dürfe.
Das ist bei Chêneau-Korsetten, insbesondere bei einem Rahmouni-Korsett, nicht der Fall. Der Muskeltonus im Korsett ist sogar gesteigert, weil es sich nicht um ein entlastendes Stützkorsett sondern um ein Korrekturkorsett handelt. Da gibt es sogar Studien zu, zum erhöhten Muskeltonus in Skoliose-Korsetten.

Was deine Tochter als gerade und bequem empfindet, sprich wie sich ihre Muskeln am wohlsten fühlen, weil sie am wenigsten zu tun haben, das ist die skoliotische Haltung. Das Pendent für dich als ws-gerader Mensch wäre eine schiefe Haltung. Stell dir vor du wärest durch ein Korsett gezwungen, dich schief zu halten und alle Bewegungen die du machst, musst Du in dieser schiefen Haltung durchführen. Das ist anstrengend und das ist Training.

Meine Rumpfmuskulatur war während meiner Korsett-Zeit besser trainiert als heute. Das kann Dir aus Erfahrung auch jeder bestätigen, der ein hochkorrigierendes Korsett trägt (meines hat um 40 Grad korrigiert).
Mit KG alleine kriegen wir das Problem sicherlich nicht in den Griff und die Skoliose würde so nur weiter fortschreiten.
Exakt! Keine Wahl!

Und wenn die Korrektur nur noch ganz wenig ist, weil kaum noch was zu korrigieren da ist, dann reduziert sich auch die tägliche Tragezeit und spätestens bei einer Nachtkorsettversorgung kann der ohnehin schon so niedirge Muskeltonus im Liegen nicht durch das Korsett noch so viel herabgesetzt werden, dass es einen Unterschied macht.

Also, Muskelerschlaffung nur bei nicht korrigierenden Korsetten. Je mehr ein Korsett korrigiert, umso stärker ist das Training und je weniger es zu korrigieren gibt, umso kürzer ist auch die Tragezeit und es gibt keine Chance mehr, wegen Bequemlichkeit und hereinhängen in das Korsett eine Muskelerschlaffung zu fördern.

Gruß,
BZebra
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Beitrag von Dalia »

Hallo Nina,

super, dass ihr bereit seid, die Strapazen nach Leonberg auf euch zu nehmen. Aber es ist eine lebenslange Investition. :ja:

Vielleicht genügt aber Püttmann auch? Ulli nimmt deshalb den langen Weg auf sich, weil es in Österreich keine Alternative gibt. Und Deutsche, die so weit fahren, tun es, weil die Skoliose schon weit vorangeschritten oder rigide (starr) ist. Bei deiner Kleinen sprechen die Zusatzbehinderungen und das sehr junge Alter für eine Versorgung bei Rahmouni, andererseits würde ich es auch vertretbar finden, zu Püttmann zu gehen. Vielleicht besprochst du das mal mit Dr. Hoffmann. Von Püttmann gibt es hier leider kaum Erfahrungswerte, während wir von Rahmouni hier sehr viele positive Erfahrungsberichte haben.
Nina hat geschrieben:Wenn im nächsten Sommer alle Nachbarskinder in Badehose in unserem Garten herumhüpfen, steht unsere Kleine bei 30° Sonnenschein in ihrem Korsett dazwischen
Na, na, so eine Rabenmutter wirst du doch nicht sein? Ein Korsett darf man auch mal für mehrere Stunden ausziehen. Wenn deine Tochter gut ans Korsett gewöhnt ist, verliert sich eine Korrektur nicht schon nach 3 Stunden, eine Teilkorrektur bleibt immer erhalten.

Außerdem ist es möglich, dass deine Kleine das Korsett nicht so viele Stunden tragen muss.
Obendrein wird sie bestimmt noch gehänselt - Kinder können ja grausam sein. :buhu:
Nein, Erwachsene sind grausam! Und zwar die, die ein Kind mitleidig angucken, während Kinder viel ungezwungener mit einem Kind mit Korsett umgehen können.
BZebra hat geschrieben:Was das Hänseln angeht, ist es wichtig, dass Du sie so einkleidest, dass das Korsett perfekt kaschiert ist. Kinder hänseln nur, wenn sie etwas sehen, was nicht der Norm entspricht.
Hallo BZebra, da möchte ich jetzt widersprechen. Ich bekam mit 9 Jahren ein Korsett und bin NIE gehänselt worden. Außerdem bin ich körperlich so sichtbar gehandicappt, ich falle optisch deutlich aus der Norm (BZebra, wir müssen uns endlich mal live treffen ;)), dass Grund zum Hänseln bestanden hätte. Aber kein Kind, das mich näher kennen lernte, hat mich je gehänselt. Ich war in der Schule sehr gut integriert, man sah mein Korsett, das ich nicht so gut verbergen konnte, aber wegen meiner Persönlichkeit (sorry, wenn es nun angeberisch klingt) bin ich niemals gehänselt worden.

Kontaktfreudige und selbstsichere Kinder werden nicht gehänselt, erst recht nicht, wenn sie eine freche Zunge haben und andere zum Lachen bringen können.

Außerdem werden auch Kinder gehänselt, die optisch ganz normal aussehen, denkt mal an eure Klassenkameraden. Die wurden aus anderen Gründen gehänselt, vor allem introvertierte Kinder.

Nur kann es passieren, dass fremde Kinder in der Öffentlichkeit gucken, ich würde das entweder ignorieren oder hingehen und sie zum Spielen einladen oder ihnen erklären, dass man ein Korsett trägt (eine "Zahnspange für die Wirbelsäule"). Aber ich bin wirklich nicht so oft angestarrt worden. Dieses Gefühl bildet man sich meist nur ein. Am besten hilft ein Lächeln, dann hast du schon gewonnen, egal ob du potthässlich oder eine strahlende Schönheit bist. :)

Die erste Zeit, falls ein Korsett wird, wird sicher hart werden. Aber ich bin mir fast sicher, dass deine Tochter sich schneller ans Korsett gewöhnt als du. ;) Wenn sie eine unbeschwerte Persönlichkeit ist, wird sie das mit dem Korsett auch schaffen.
Nina hat geschrieben:Boah, die Fotos sind ja echt gruselig!. Mein Göttegatte war wohl tiefbeeindruckt, zumindest hat er nichts mehr gesagt ... :stumm:
:lach:

Aber solch drastischen Verschlechterungen passieren nur, wenn man sich komplett gehen lässt.
Hinterher macht man sich Vorwürfe, und - vor allen Dingen - macht sicherlich SIE mir später Vorwürfe, wenn sie mal älter ist.
Das ist die richtige Einstellung, ich glaube, du bist so ein Typ wie meine Mutter. :zustimm: Nur konnte man meine Skoliose damals leider nicht mehr retten, ich kam erst mit 15/16 Jahren und ca. 80° zu Rahmouni und der hat die stetige Progedienz endlich halbwegs gestoppt (bin bei ca. 95°, aber 5° sind Messtoleranz).
muskulären Hypotonie, d. h., der Muskeltonus ist stark herabgesetzt und ihre Muskulatur ist regelrecht "schlapp".
Deine Tochter hat ja auch so einige Handicaps (so wie ich auch an einem Syndrom leide), das erklärt die Kämpfernatur in dir. :)

Ein gut korrigierndes Korsett aktiviert die Muskulatur und die Kombination mit KG ist sehr wichtig. Toni hat dazu mal was geschrieben, vielleicht finde ich den Text.

Sprich die zusätzlichen Probleme bei Dr. Hoffmann auf jeden Fall an (bitte aufschreiben, damit du es nicht vergisst ;)). Das ist übrigens umso mehr Grund, zu Dr. Hoffmann zu fahren, denn er kennt viele Skoliotiker mit Zusatzproblemen. Zu ihm müsstest du nur einmal, maximal zweimal pro Jahr fahren (zu Rahmouni wegen des Korsetts allerdings schon öfter, so 4 bis 7x im Jahr).

Ich wurde übrigens 1 bis 2x pro Jahr geröngt (ein bisschen zu oft). Bis jetzt (32 Jahre) gibt es bei mir keine Spätfolgen. Ich würde den Rücken alle paar Monate fotografieren, als Ergänzung zu den Röntgenbildern.
Die Ärzte, die sich bislang nicht mit der Skoliose unserer Tochter auseinandergesetzt haben, sondern eher mit ihrer Muskelschwäche, sagten uns eindeutig, daß sie nicht ins Korsett gesteckt werden dürfe
Das sagt ja schon alles... wenn sie nur das eine, aber das andere nicht kennen, sollen sie vorsichtig mit solchen Äußerungen sein.
es ist echt toll hier.
Danke, find ich auch. :D :D

Liebe Grüße,
Dalia
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Beitrag von Alana »

[equote="Nina:"]Mittlerweile habe ich mich fast damit abgefunden, daß unsere Kleine wohl im Korsett landen wird, obwohl ich die Vorstellung ganz, ganz schrecklich finde - was für eine grausame Kindheit![/equote]

Bloß nicht das Kind ständig bedauern, meine Mutter hat das auch immer gemacht, ist total verkehrt. Nimm das wie das ist. Und nie vor dem Kind jammern oder klagen, sonst bedauert sie sich am Ende noch selbst. Lieber motivieren und konsequent sein.
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Beitrag von Ulli »

Hallo Nina,

meine Tochter hat ihre Skoliose auf Grund des Marfan Syndroms. Das ist eine Bindegewebsschwäche. Aber man hat auch so gut wie keine Muskulatur. Durch das Korsett sind die Muskeln aber nicht noch weniger geworden.
Tragen wird sie es bis zum Wachstumsende, aber nur mehr nachts. Das ist für sie überhaupt kein Problem. Sie wurde aber auch nie gehänselt. Alle Freundinnen kennen das Ding und sollte sie mal ohne zum Übernachten kommen, fragen alle gleich danach. Aber es hat sich noch nie wer darüber lustig gemacht!!
Es ist wichtig, dass du vor deiner Tochter keine negativen Gedanken erwähnst- auch wenns schwer ist und man sich die Skoliose zum Teufel wünscht!
lg
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Beitrag von Dalia »

Hallo Nina,

ich fand hier noch Threads von zwei anderen Müttern:

viewtopic.php?p=42017#42017

viewtopic.php?t=5414

Nur auf die Schnelle gefunden, KEINE Empfehlungen zu lesen, sondern nur dass du die Erfahrungen anderer Mütter und Väter auch mitbekommst. :)
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Nina
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Beitrag von Nina »

Hallo zusammen,

und wieder einmal vielen lieben Dank an alle, die mir geantwortet haben und mich mit Informationen versorgen oder einfach auch nur ihre Meinung dazu schreiben! Dafür, daß ich vor 6 Wochen noch gar nicht wußte, was eine Skoliose ist, bin ich dank Euch jetzt schon auf dem bestem Wege, ein angehender Insider zu werden. :D :D :D
Das Internet ist wirklich die beste Informationsquelle der Welt. :schreiben:

Ich hatte mit meiner Tochter heute mittag eine weitere Einheit Vojta-KG und habe die Therapeutin mal ganz direkt auf die Sache mit einem Korsett angesprochen und was ich darüber nun alles schon gelesen habe. Außerdem habe ich ihr erzählt, daß man uns aus der Klinik in Bochum "so ganz nebenbei" mitgeteilt hat, daß die Skoliose unserer Kleinen bei doch schon 20° läge, worüber ich mir aber gar keine Sorgen machen müßte (!!!! Das kann ich immer noch nicht fassen; hat jemand DAFÜR eine Erklärung?? Das sind doch nun mal Fachleute, wenn auch keine direkten Skoliose-Spezialisten. Aber man hätte uns doch wohl zumindest empfehlen können, zu einem zu gehen, oder???) :wall:

Über die mindestens 20° Cobb (mindestens, da ja im Liegen geröntgt) war sie doch bestürzt. Damit hatte sie auch nicht gerechnet. Auf meine Nachfrage hin, ob das Vojta-Turnen denn nun noch ausreichen würde oder man nicht doch besser ein Korsett in Betracht ziehen sollte, meinte aber auch sie, daß Menschen, die schon sehr früh in ein Korsett gesteckt worden wären, erfahrungsgemäß später noch hypotoner geworden wären als sie vorher schon waren. Ich sagte ihr, daß man mir von hochkorrigierenen Korsetten berichtet habe, die eher einen gegenteiligen Effekt erzielen. Hm, da wußte sie dann auch nicht mehr weiter (verlange ich auch gar nicht; sie ist ja keine Skoliose-Expertin, sondern Physiotherapeutin). Nichtsdestotrotz hat sie mir angeboten, sich einmal telefonisch mit einem Spezialisten in Verbindung zu setzen, den sie kennt und der uns vielleicht weiterhelfen könnte und sich das Kind mal ansieht.
Hut ab, wenigstens hat SIE uns weitergeleitet und uns nicht, wie in Bochum, erzählt, daß alles nicht so schlimm sei .... :gruebel:

Ich nehme das Angebot gern an und höre mal, was dieser Mensch dazu zu sagen hat oder ob er uns seinerseits vielleicht noch etwas empfehlen kann. Man wird ja nicht dümmer davon, höchstens verwirrter. :lach: Nichtsdestotrotz bleibt unser Termin bei Dr. Hoffmann aber auf jeden Fall bestehen; davon lasse ich mich nicht mehr abbringen. :D Sollte sich wider Erwarten auch bei ihm tatsäclich herausstellen, daß alles "nicht so schlimm ist", dann freu' ich mich einfach. Wenn nicht, bin ich heilfroh, daß wir hingefahren sind.

Übrigens klappt das mit dem Vojta-Turnen auch nicht so gut, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich habe dazu mal einen Thread im Rehakids-Forum begonnen. Nachzulesen hier, falls es jemanden interessiert:

http://www.rehakids.de/phpBB2/ftopic17525.html

Das mit dem Hänseln oder auch nicht Hänseln weges des eventuellen Korsetts werden wir dann sehen, wenn es soweit ist; ich habe begriffen, daß wir am Korsett keinesfalls vorbeikommen, wenn es sich als notwendig herausstellen sollte. Ich mache mir immer sehr gern Gedanken um ungelegte Eier :nein:

[quote]Nina hat folgendes geschrieben:
Wenn im nächsten Sommer alle Nachbarskinder in Badehose in unserem Garten herumhüpfen, steht unsere Kleine bei 30° Sonnenschein in ihrem Korsett dazwischen.

Dalia hat folgendes geschrieben:
Na, na, so eine Rabenmutter wirst du doch nicht sein? Ein Korsett darf man auch mal für mehrere Stunden ausziehen. Wenn deine Tochter gut ans Korsett gewöhnt ist, verliert sich eine Korrektur nicht schon nach 3 Stunden, eine Teilkorrektur bleibt immer erhalten.[equote]

@ Dalia: Was heißt hier Rabenmutter? Eigentlich war ich der Meinung, ich wäre eine, wenn ich ihr das Korsett NICHT anziehe!! :gruebel: ;)

Hey Uli, deine Tochter hat das Marfan-Syndrom? Das ist ja ein Ding; genau dieser Verdacht wurde bei unserer Motte auch schon mal geäußert, dann aber (wegen anderer Baustellen, *lach*) nicht weiter verfolgt. Sie hat ebenfalls ein sehr schwaches Bindegewebe und ist äußerst beweglich, schon überbeweglich. Man kann ihr z. B. ohne Probleme den Daumen einer Hand bis heran an den Unterarm drücken! Das hat bislang alle Ärzte erstaunt. Eine gewisse Übergelenkigkeit haben allerdings auch meine Mutter und ich selbst, daher wurde es unter "Vererbung" verbucht. Darf ich dich fragen, an welchen weiteren Symptomen ihr das Marfan-Syndrom festgemacht habt und wie es letztendlich auch diagnostiziert wurde? Das würde mich wirklich interessieren.

Vielen Dank, Dalia, für die zwei weiteren Threads, die du noch für mich herausgekramt hast. Die habe ich noch gar nicht gelesen und werde mich jetzt mal über sie hermachen.

Habe gelesen, daß du 32 Jahre bist. Da sind wir ja ungefähr ein Alter; ich bin 35. :halloatall: Sag' mal, wenn du 95° hast, müßtest du dann nicht längst operiert sein? :???:

So, jetzt kommt meine Schnecke gleich aus dem Kindergarten zurück, heute war "Waldnachmittag". :kleeblatt: Da will ich mich jetzt mal bereithalten, um schon in der Haustür die Blätter aus der Kapuze zu schütteln. :mrgreen: :loldev:

Einen schönen Tag noch!

LG Nina
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Nina hat geschrieben:Übrigens klappt das mit dem Vojta-Turnen auch nicht so gut, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich habe dazu mal einen Thread im Rehakids-Forum begonnen.
Zu Deinem Vojta Problem:

Es wäre wahrscheinlich besser, wenn du bei der KG die Übungen alle komplett selbst mit deiner Tochter machst, und die KG dich dabei nur anweist und korrigiert.

Etwas vom Zuschauen zu Hause ohne weitere Anleitung in die Praxis umzusetzen ist schwierig, und wenn dann auch noch hinzukommt, dass eure Tochter selbst für die Vojta-Therapeutin eine Herausforderung ist...

Es gibt ja selbst unter den Vojta-Therapeuten sehr große Unterschiede in der Effektivität. Bei den einen kommt man als Patient locker durch eine Behandlung durch, bei den anderen läuft man mit schlotternden Knien aus der Praxis raus.

Zur Not vielleicht einfach mal eine andere Vojta-Therapeutin ausprobieren.
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