psychische Verarbeitung von Skoliosepatientinnen/en
psychische Verarbeitung von Skoliosepatientinnen/en
Ein freundliches hallo an euch alle…ich habe mich bereits einige Male umgesehen in diesem Forum und konnte mich durch einige Erfahrungen von euch bereits bereichern und mir selbst dabei helfen mit meinem Korsett umzugehen und es zu akzeptieren. Zumindest physisch. Doch psychisch ist alles für mich noch ein sehr großer Druck der mich vielleicht stärker macht und doch immer wieder zusammenbrechen lässt. Ich möchte euch mit meinen persönlichen Erfahrungen nicht den Eindruck verleihen ich sei eine im Selbstmitleid versunkene Person und ich möchte auch nicht übertreiben, ich habe einfach beschrieben wie es mir mit meiner Skoliose geht. Denn ich wäre euch sehr verbunden wenn ihr mir hier mitteilen würdet, wie ihr mit dieser Last umgeht oder es psychisch verarbeitet.
Zur Information mein gesundheitlicher Zustand: rechtsconvexe Skoliose mit 50grad; Diese Diagnose wurde aber erst vor ca. zwei Monaten festgestellt, ich bin 16 Jahre alt und fast ausgewachsen, somit stehen meine Chancen schlecht mit dem Tragen eines Korsetts eine Verbesserung zu erlangen. Muss froh sein wenn sich meine Skoliose nicht verschlechtert, ansonsten käme eine Operation eventuell in Frage…
Vielleicht könnt ihr euch einen Moment Zeit nehmen um mir eure persönlichen Gefühle aufgrund der Skoliose mit zuteilen…es wäre mir eine große Hilfe…
Mein Körper ist für mich von Tag zu Tag eine Last mit der ich mich nun mein Leben lang durch die Gesellschaft und allen Pflichten die diese mit sich bringt schlage.
Diese Last lässt mich traurig und leer fühlen.
Sich leer zu fühlen bedeutet nichts zu empfinden. Kein Lachen oder keine Tränen zu verspüren. Just nothing.
Ich begegne immer wieder Momente die mich schweigen lassen, die mich erstarren lassen und alle Welt rundherum dreht sich weiter ohne sich darum zu kümmern was nun in mir vorgeht. Sie dreht sich weiter und ich steh mitten drin, keine Ahnung was mit mir los ist, keine Ahnung davon wie ich nun mein Leben fortsetzen soll. Einige Minuten bin ich eine wandelnde Statue die einen Blickwinkel fixierte und sich nicht motivieren, bewegen lässt. Und dann verschwimmt dieses fixierte Bild, es wird ertränkt von Tränen die langsam auf den Boden auf meine Hand meinen Hals tropfen. Ich verspüre eine Art Knoten in meinem Hals und meinem Bauch der sich immer weiter ausdehnt und ein lauthalsiges Schreien in mir verursacht, dass letztendlich ein leises Stöhnen in die Welt setzt.
Es ist nicht in Worten zu fassen was in mir vorgeht, meine Gefühle, mein Druck meine Gedanken sind nicht umsetzbar um euch mit zuteilen was ein Korsett, meine Krankheit als Skoliose für mich bedeutet.
Man kann übertreiben, ich übertreibe aber nicht…vielleicht empfindet ihr diese Beschreibung als Übertreibung doch für mich ist es das mindeste jemanden mitzuteilen welch immenses, bedrückendes Gefühl in mir steckt. Worte haben Macht, Gefühle haben noch mehr Macht die jemanden wie einen Stein ins Wasser fallen lässt und bis am Meeresboden versinkt. Die Frage ist, ob ich der Stein bin oder das Wasser, das von dem Stein berührt wird oder doch der Stein der langsam und doch so schnell immer tiefer versinkt und plötzlich am Boden angelangt ist.
Ich weiß es nicht…ich habe keine Ahnung…ich weiß nur dass es für mich keinen Ausweg gibt, mir nur Zeit zum Abwarten bleibt was mit meinem Körper geschieht…Zeit mir Analysen von Ärzte schweigsam diktieren zu lassen und doch kein Ergebnis vermittelt bekomme…was soll ich darüber denken von jedem verwirrt zu werden, wie soll ich Tatsachen verkraften wenn ich so viele verschiedene Fakten erzählt bekomme die im Endeffekt wieder andere Fakten hervorrufen und alles in allem keinen Sinn für mich ergibt…bis auf die eine Tatsache krank zu sein, nicht wirklich eine Lösung gefunden werden…ich damit leben muss, ich alleine damit klar kommen soll…und das alles schon wieder gut werden würde.
Menschen versuchen mich zu beruhigen, den inneren Konflikt, den Knoten zu lösen, mir ihre Hilfe anzubieten die ich dankend annehme und doch innerlich abweise und im nächsten Moment wieder in Trauer versinke da mir niemand helfen kann.
Es sind weniger die physischen Schmerzen die mir Angst zubereiten, was vielleicht viele als Grund für die fließenden Tränen sehen, sondern doch eher die psychischen Schmerzen die mir jeden Tag unbewusst zugefügt werden. Ich lache über Scherze und innerlich weine ich, da ich darüber lachen muss um Freunde, Familienangehörige und Bekannte zu beruhigen, da ich ja bereits darüber lachen kann, darüber scherze. Es macht den Eindruck ich habe mich mit meiner Last abgefunden, doch im Gegenteil. Ich fange erst an mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Dieser Anfang dauert vielleicht noch Monate oder Jahre meinen Körper zu akzeptieren so wie er ist. Mir nicht vorm Spiegel einzureden, du bist schön so wie du aussiehst, ich akzeptiere mich so wie ich bin.
Wie sollte ich auch wenn niemand andere/r in meinem Umfeld ein Plastikteil wie dieses Korsett trägt. Wie sollte ich mich jemals normal fühlen.
Natürlich war ich immer der Meinung es gibt keine „normalen“ Menschen unter uns, denn jeder hat Tücken, Macken die sie zu verstecken versuchen. Doch für mich ist ein „normaler“ Mensch mehr als ein Mensch der Tücken oder Macken hat. Für mich ist ein „normaler“ Mensch ein gesunder Mensch. Ein Mensch der nicht angewiesen ist auf die Hilfe von alltäglichen Bewegungen, wie sich ohne Probleme zu bücken oder die Schuhbänder zu binden, oder aus dem Auto zu steigen ohne Schmerzen oder Verkrampfungen erleiden zu müssen. Dies alles nicht als Hindernis zu sehen ist für mich ein normaler Mensch.
Sich einzugestehen Skoliose zu haben, Dinge zu akzeptieren so wie sie sind, braucht für mich Worte die versuchen Gefühle zu formulieren, Tränen die einem helfen zu verkraften, Freunde die eine Unterstützung liefern, innerliche Energie und Kraft die in den kleinsten Reserven der eigenen Psyche versteckt sind und neu entdeckt werden und sich Ziele vor Augen zu halten.
mit lieben Grüßen
mouton
Zur Information mein gesundheitlicher Zustand: rechtsconvexe Skoliose mit 50grad; Diese Diagnose wurde aber erst vor ca. zwei Monaten festgestellt, ich bin 16 Jahre alt und fast ausgewachsen, somit stehen meine Chancen schlecht mit dem Tragen eines Korsetts eine Verbesserung zu erlangen. Muss froh sein wenn sich meine Skoliose nicht verschlechtert, ansonsten käme eine Operation eventuell in Frage…
Vielleicht könnt ihr euch einen Moment Zeit nehmen um mir eure persönlichen Gefühle aufgrund der Skoliose mit zuteilen…es wäre mir eine große Hilfe…
Mein Körper ist für mich von Tag zu Tag eine Last mit der ich mich nun mein Leben lang durch die Gesellschaft und allen Pflichten die diese mit sich bringt schlage.
Diese Last lässt mich traurig und leer fühlen.
Sich leer zu fühlen bedeutet nichts zu empfinden. Kein Lachen oder keine Tränen zu verspüren. Just nothing.
Ich begegne immer wieder Momente die mich schweigen lassen, die mich erstarren lassen und alle Welt rundherum dreht sich weiter ohne sich darum zu kümmern was nun in mir vorgeht. Sie dreht sich weiter und ich steh mitten drin, keine Ahnung was mit mir los ist, keine Ahnung davon wie ich nun mein Leben fortsetzen soll. Einige Minuten bin ich eine wandelnde Statue die einen Blickwinkel fixierte und sich nicht motivieren, bewegen lässt. Und dann verschwimmt dieses fixierte Bild, es wird ertränkt von Tränen die langsam auf den Boden auf meine Hand meinen Hals tropfen. Ich verspüre eine Art Knoten in meinem Hals und meinem Bauch der sich immer weiter ausdehnt und ein lauthalsiges Schreien in mir verursacht, dass letztendlich ein leises Stöhnen in die Welt setzt.
Es ist nicht in Worten zu fassen was in mir vorgeht, meine Gefühle, mein Druck meine Gedanken sind nicht umsetzbar um euch mit zuteilen was ein Korsett, meine Krankheit als Skoliose für mich bedeutet.
Man kann übertreiben, ich übertreibe aber nicht…vielleicht empfindet ihr diese Beschreibung als Übertreibung doch für mich ist es das mindeste jemanden mitzuteilen welch immenses, bedrückendes Gefühl in mir steckt. Worte haben Macht, Gefühle haben noch mehr Macht die jemanden wie einen Stein ins Wasser fallen lässt und bis am Meeresboden versinkt. Die Frage ist, ob ich der Stein bin oder das Wasser, das von dem Stein berührt wird oder doch der Stein der langsam und doch so schnell immer tiefer versinkt und plötzlich am Boden angelangt ist.
Ich weiß es nicht…ich habe keine Ahnung…ich weiß nur dass es für mich keinen Ausweg gibt, mir nur Zeit zum Abwarten bleibt was mit meinem Körper geschieht…Zeit mir Analysen von Ärzte schweigsam diktieren zu lassen und doch kein Ergebnis vermittelt bekomme…was soll ich darüber denken von jedem verwirrt zu werden, wie soll ich Tatsachen verkraften wenn ich so viele verschiedene Fakten erzählt bekomme die im Endeffekt wieder andere Fakten hervorrufen und alles in allem keinen Sinn für mich ergibt…bis auf die eine Tatsache krank zu sein, nicht wirklich eine Lösung gefunden werden…ich damit leben muss, ich alleine damit klar kommen soll…und das alles schon wieder gut werden würde.
Menschen versuchen mich zu beruhigen, den inneren Konflikt, den Knoten zu lösen, mir ihre Hilfe anzubieten die ich dankend annehme und doch innerlich abweise und im nächsten Moment wieder in Trauer versinke da mir niemand helfen kann.
Es sind weniger die physischen Schmerzen die mir Angst zubereiten, was vielleicht viele als Grund für die fließenden Tränen sehen, sondern doch eher die psychischen Schmerzen die mir jeden Tag unbewusst zugefügt werden. Ich lache über Scherze und innerlich weine ich, da ich darüber lachen muss um Freunde, Familienangehörige und Bekannte zu beruhigen, da ich ja bereits darüber lachen kann, darüber scherze. Es macht den Eindruck ich habe mich mit meiner Last abgefunden, doch im Gegenteil. Ich fange erst an mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Dieser Anfang dauert vielleicht noch Monate oder Jahre meinen Körper zu akzeptieren so wie er ist. Mir nicht vorm Spiegel einzureden, du bist schön so wie du aussiehst, ich akzeptiere mich so wie ich bin.
Wie sollte ich auch wenn niemand andere/r in meinem Umfeld ein Plastikteil wie dieses Korsett trägt. Wie sollte ich mich jemals normal fühlen.
Natürlich war ich immer der Meinung es gibt keine „normalen“ Menschen unter uns, denn jeder hat Tücken, Macken die sie zu verstecken versuchen. Doch für mich ist ein „normaler“ Mensch mehr als ein Mensch der Tücken oder Macken hat. Für mich ist ein „normaler“ Mensch ein gesunder Mensch. Ein Mensch der nicht angewiesen ist auf die Hilfe von alltäglichen Bewegungen, wie sich ohne Probleme zu bücken oder die Schuhbänder zu binden, oder aus dem Auto zu steigen ohne Schmerzen oder Verkrampfungen erleiden zu müssen. Dies alles nicht als Hindernis zu sehen ist für mich ein normaler Mensch.
Sich einzugestehen Skoliose zu haben, Dinge zu akzeptieren so wie sie sind, braucht für mich Worte die versuchen Gefühle zu formulieren, Tränen die einem helfen zu verkraften, Freunde die eine Unterstützung liefern, innerliche Energie und Kraft die in den kleinsten Reserven der eigenen Psyche versteckt sind und neu entdeckt werden und sich Ziele vor Augen zu halten.
mit lieben Grüßen
mouton
- Dalia
- Co-Admin

- Beiträge: 10332
- Registriert: So, 10.08.2003 - 12:48
- Geschlecht: weiblich
- Diagnose: 107° und 98° (im Jahr 2003 zu Beginn der Korsetttherapie: 98° und 93°), sehr starre Skoliose, kaum Beschwerden
- Therapie: 1983-1994 Korsetts verschiedener OTs, zuletzt bei Rahmouni, dann Korsettabschulung im Jahr 1994, seit 05/2005 bis etwa 2018 Nachtkorsett von Rahmouni, Therapieziel: Halten der Skoliose, seit 2018 keine Therapie mehr
- Wohnort: NRW
Hallo mouton,
herzlich willkommen hier.
Für eine 16-Jährige klingt du recht erwachsen. Die Diagnose Skoliose ist bei dir ja noch ganz frisch, kein Wunder, wenn du da trauerst. Wie lange hast du dein Korsett schon? Von wem?
Es kann dich ein wenig unterstützen, wenn du dich mit anderen Betroffenen triffst, vielleicht gibt es Skoliosentreffen in deiner Nähe.
Aber lass dir eins gesagt sein: Du bist auch mit Skoliose immer noch ein normaler Mensch!
Hass und Frust auf das Korsett sind auch o.k., solange du das alles nicht in dich hineinfrisst. Ein Beitrag, der mir damals bei der Eingewöhnungsphase persönlich geholfen hat, war der von Fine: viewtopic.php?p=32965#32965
Schreibe immer, wenn dir danach ist, hier hören dir viele zu, auch wenn sie nicht schreiben.
Dalia
herzlich willkommen hier.
Für eine 16-Jährige klingt du recht erwachsen. Die Diagnose Skoliose ist bei dir ja noch ganz frisch, kein Wunder, wenn du da trauerst. Wie lange hast du dein Korsett schon? Von wem?
Es kann dich ein wenig unterstützen, wenn du dich mit anderen Betroffenen triffst, vielleicht gibt es Skoliosentreffen in deiner Nähe.
Aber lass dir eins gesagt sein: Du bist auch mit Skoliose immer noch ein normaler Mensch!
Hass und Frust auf das Korsett sind auch o.k., solange du das alles nicht in dich hineinfrisst. Ein Beitrag, der mir damals bei der Eingewöhnungsphase persönlich geholfen hat, war der von Fine: viewtopic.php?p=32965#32965
Schreibe immer, wenn dir danach ist, hier hören dir viele zu, auch wenn sie nicht schreiben.
Dalia
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
-
Martin1950de
- Newbie

- Beiträge: 2
- Registriert: Mo, 12.06.2006 - 00:12
Liebe Mouton,
Dein Text hat mich so sehr beeindruckt und ich möchte Dir dazu etwas schreiben, auch wenn ich hier gerade jetzt erst Mitglied geworden bin. Deine Worte haben eine sehr große Kraft und sie werden Dich - nach meinem Eindruck - bei allem stützen, was Dir geschieht.
Auch in Zukunft.
Du schreibst über die Leere in Dir und andererseits ist es aber auch eine große Fülle an Emotion und Gefühl, Ausdruck und Stärke, die aus Deinen Worten spricht. Selten habe ich so viel in mir selbst gespürt wie bei diesem Text von Dir.
Martin
Dein Text hat mich so sehr beeindruckt und ich möchte Dir dazu etwas schreiben, auch wenn ich hier gerade jetzt erst Mitglied geworden bin. Deine Worte haben eine sehr große Kraft und sie werden Dich - nach meinem Eindruck - bei allem stützen, was Dir geschieht.
Auch in Zukunft.
Du schreibst über die Leere in Dir und andererseits ist es aber auch eine große Fülle an Emotion und Gefühl, Ausdruck und Stärke, die aus Deinen Worten spricht. Selten habe ich so viel in mir selbst gespürt wie bei diesem Text von Dir.
Martin
- StrangeLittleGirl
- aktives Mitglied

- Beiträge: 61
- Registriert: Mi, 05.04.2006 - 20:48
- Wohnort: Kiel
Hallo, ich würde mich deinem Thread gerne anschließen.
Ich bin 17 und habe eine linksconvexe Skoliose 36°, ich weiß es seit Anfang April.
Wie du muss ich ein Korsett tragen.
Als die Diagnose vom Arzt kam und vorallem der Rat, ein Korsett zu tragen, habe ich mich innerlich gegen alles verschlossen, ich wollte nichts von niemandem hören. Ich saß zu Hause, vor dem Pc oder Fernseher, hab Treffen mit Freunden abgesagt und hab eine unglaubliche Leere in mir gefühlt. Keine Selbstmordgedanken, mein Kopf war leer. Ich war völlig emotionslos, zu emotionslos um zu weinen oder zu schreien. Dieser Zustand hielt etwa eine Woche an, danach konnte ich mich mit dem Thema auseinandersetzen, da war der Wille da, sich mit diesem Thema überhaupt auseinanderzusetzen.
Doch jedes Mal, wenn ich mir Bilder von Menschen im Korsett ansah, bekam ich wieder diesen Kloß im Hals. Ich konnte es mir nicht ansehen. Ich konnte auch nicht darüber nachdenken. Ich fiel wieder in die Leere, die mich auch jetzt noch gefangen hält, ich habe manchmal das Gefühl, mein Körper würde nicht mehr wollen. Es ist kein depressives Gefühl. Es ist nicht dieses Gefühl, sterben zu wollen oder ein Gefühl wie wofür soll ich das alles noch durchstehen?
Es klingt so banal - ein Korsett - aus Plastik eben.
Für Außenstehende klingt das, wie ein Unterhemd aus Plastik, das einen allenfalls körperlich ein wenig einschränkt. Aber wie sehr einen ein Korsett wirklich belastet, das kann ein Außenstehender wohl nicht nachempfinden. Wie auch?
In mir staut es sich eine Zeit lang an. Ich habe seit einem Jahr starke Migräneanfälle, Dauerkopfschmerzen, Schwindelanfälle, Konzentrationsstörungen und häufig auch Depressionen, weshalb jetzt Verdacht auf einen Hirntumor besteht. Das hat ein noch tieferes loch in mich gefressen, auch wenn ich keine Diagnose habe und es auch absolut nicht diese Diagnose geben muss, vielleicht ist es etwas ganz anderes. Trotzdem mache ich mir Gedanken.
Im Moment kommt einfach alles zusammen, verschiedene private Probleme, Skoliose, Korsett, ständige Kopfschmerzen, die es mir noch mehr unmöglich machen, den Alltag normal zu leben.
In meinem Körper staut sich alles auf, manchmal habe ich eine Woche lang Sehstörungen, die in einem starken Migräneanfall enden und dann geht es mir wieder gut.
Genauso ist es anscheinend mit meiner Psyche. Ich falle in ein Tal der Emotionslosigkeit, wenn ich am Boden angekommen bin, gibt es einen lauten Knall, der mich wieder nach oben katapultiert, ich habe wieder die Kraft, mein Leben zu leben und -vorallem- wieder zu fühlen.
Es ist ein ständiges auf und ab.
Mittlerweile habe ich es aufgegeben, mit Freunden ausführlich darüber zu reden, weil ich oft das Gefühl habe, sie können oder wollen mir nicht richtig zuhören. So passiert es schon öfter, dass ich mit einer Freundin telefoniere und ihr etwas erzähle, und plötzlich ein Schrei von ihr kommt, weil jemand im ICQ ihr etwas unglaublich wichtiges erzählt hat. Da kommt man sich ziemlich... vor.
Wer mir wirklich sehr viel Unterstützung gibt, ist mein Freund und meine Mutter bzw. meine Eltern.
Ich kann nicht sagen, was es ist, was mich immer wieder nach oben schießen lässt, was - wie du sagtest - den Stein kurz vor dem Aufprall wieder nach oben schießen lässt. Eigentlich war ich psychisch nie ein starker Mensch. Ich war sogar wegen Depressionen in Behandlung und hatte schreckliche Angst, das alles würde jetzt wiederkommen, durch die Skoliose. Aber das Gegenteil war der Fall.
Desto länger ich mich damit befasse und darüber nachdenke oder auch einfach gar nichts tue, desto besser wird es. Desto besser wird das langsam Versteinernde.
Nur ich selbst kann mir die Kraft geben, andere können mich dabei unterstützen, aber ich muss über das Wasser fliegen und mich auch selbst drüber halten, auch wenn ich vielleicht immer wieder abstürze und mich wieder aufrappeln muss.
Lieben Gruß
Lara
Ich bin 17 und habe eine linksconvexe Skoliose 36°, ich weiß es seit Anfang April.
Wie du muss ich ein Korsett tragen.
Als die Diagnose vom Arzt kam und vorallem der Rat, ein Korsett zu tragen, habe ich mich innerlich gegen alles verschlossen, ich wollte nichts von niemandem hören. Ich saß zu Hause, vor dem Pc oder Fernseher, hab Treffen mit Freunden abgesagt und hab eine unglaubliche Leere in mir gefühlt. Keine Selbstmordgedanken, mein Kopf war leer. Ich war völlig emotionslos, zu emotionslos um zu weinen oder zu schreien. Dieser Zustand hielt etwa eine Woche an, danach konnte ich mich mit dem Thema auseinandersetzen, da war der Wille da, sich mit diesem Thema überhaupt auseinanderzusetzen.
Doch jedes Mal, wenn ich mir Bilder von Menschen im Korsett ansah, bekam ich wieder diesen Kloß im Hals. Ich konnte es mir nicht ansehen. Ich konnte auch nicht darüber nachdenken. Ich fiel wieder in die Leere, die mich auch jetzt noch gefangen hält, ich habe manchmal das Gefühl, mein Körper würde nicht mehr wollen. Es ist kein depressives Gefühl. Es ist nicht dieses Gefühl, sterben zu wollen oder ein Gefühl wie wofür soll ich das alles noch durchstehen?
Es klingt so banal - ein Korsett - aus Plastik eben.
Für Außenstehende klingt das, wie ein Unterhemd aus Plastik, das einen allenfalls körperlich ein wenig einschränkt. Aber wie sehr einen ein Korsett wirklich belastet, das kann ein Außenstehender wohl nicht nachempfinden. Wie auch?
In mir staut es sich eine Zeit lang an. Ich habe seit einem Jahr starke Migräneanfälle, Dauerkopfschmerzen, Schwindelanfälle, Konzentrationsstörungen und häufig auch Depressionen, weshalb jetzt Verdacht auf einen Hirntumor besteht. Das hat ein noch tieferes loch in mich gefressen, auch wenn ich keine Diagnose habe und es auch absolut nicht diese Diagnose geben muss, vielleicht ist es etwas ganz anderes. Trotzdem mache ich mir Gedanken.
Im Moment kommt einfach alles zusammen, verschiedene private Probleme, Skoliose, Korsett, ständige Kopfschmerzen, die es mir noch mehr unmöglich machen, den Alltag normal zu leben.
In meinem Körper staut sich alles auf, manchmal habe ich eine Woche lang Sehstörungen, die in einem starken Migräneanfall enden und dann geht es mir wieder gut.
Genauso ist es anscheinend mit meiner Psyche. Ich falle in ein Tal der Emotionslosigkeit, wenn ich am Boden angekommen bin, gibt es einen lauten Knall, der mich wieder nach oben katapultiert, ich habe wieder die Kraft, mein Leben zu leben und -vorallem- wieder zu fühlen.
Es ist ein ständiges auf und ab.
Mittlerweile habe ich es aufgegeben, mit Freunden ausführlich darüber zu reden, weil ich oft das Gefühl habe, sie können oder wollen mir nicht richtig zuhören. So passiert es schon öfter, dass ich mit einer Freundin telefoniere und ihr etwas erzähle, und plötzlich ein Schrei von ihr kommt, weil jemand im ICQ ihr etwas unglaublich wichtiges erzählt hat. Da kommt man sich ziemlich... vor.
Wer mir wirklich sehr viel Unterstützung gibt, ist mein Freund und meine Mutter bzw. meine Eltern.
Ich kann nicht sagen, was es ist, was mich immer wieder nach oben schießen lässt, was - wie du sagtest - den Stein kurz vor dem Aufprall wieder nach oben schießen lässt. Eigentlich war ich psychisch nie ein starker Mensch. Ich war sogar wegen Depressionen in Behandlung und hatte schreckliche Angst, das alles würde jetzt wiederkommen, durch die Skoliose. Aber das Gegenteil war der Fall.
Desto länger ich mich damit befasse und darüber nachdenke oder auch einfach gar nichts tue, desto besser wird es. Desto besser wird das langsam Versteinernde.
Nur ich selbst kann mir die Kraft geben, andere können mich dabei unterstützen, aber ich muss über das Wasser fliegen und mich auch selbst drüber halten, auch wenn ich vielleicht immer wieder abstürze und mich wieder aufrappeln muss.
Lieben Gruß
Lara
Oh butterfly, I'll dance with you, though our wings may crumble.
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manu03
Hi,
diene zeilen haben mich sehr betroffen gemacht, habe ich doch ähnliches erlebt.
ich war als kind ein regelrechter wirbelwind, konnte nie stillsitzen, kein baum war mir je zu hoch. dann kam mit 10 meine skoliose, mit 12 begann die behandlung. meinen körper habe ich gehasst, ich fand mich häßlich. damals habe ich in mein tagebuch geschrieben, dass ich nicht mehr leben möchte. mir hat wohl nur der mut oder antrieb gefehlt zu gehen.
heute bin ich darüber sehr, sehr froh. mit 15 wurde ich operierte, alles ging gut, es war zwar ein verdammt schwere zeit, aber ich habe es überstanden.
das alles war dieses jahr 30 jahre her und es wäre um jeden tag meines leben schade gewesen!
wenn du dich wirklich so leer fühlst, solltest du dir hilfe suchen, das könnten anzeichen einer depression sein, die durch die diagnose ausgelöst wurde. eine depression kann man heute gut behandeln!
LG
Manu
diene zeilen haben mich sehr betroffen gemacht, habe ich doch ähnliches erlebt.
ich war als kind ein regelrechter wirbelwind, konnte nie stillsitzen, kein baum war mir je zu hoch. dann kam mit 10 meine skoliose, mit 12 begann die behandlung. meinen körper habe ich gehasst, ich fand mich häßlich. damals habe ich in mein tagebuch geschrieben, dass ich nicht mehr leben möchte. mir hat wohl nur der mut oder antrieb gefehlt zu gehen.
heute bin ich darüber sehr, sehr froh. mit 15 wurde ich operierte, alles ging gut, es war zwar ein verdammt schwere zeit, aber ich habe es überstanden.
das alles war dieses jahr 30 jahre her und es wäre um jeden tag meines leben schade gewesen!
wenn du dich wirklich so leer fühlst, solltest du dir hilfe suchen, das könnten anzeichen einer depression sein, die durch die diagnose ausgelöst wurde. eine depression kann man heute gut behandeln!
LG
Manu
- Jesse
- Newbie

- Beiträge: 29
- Registriert: Fr, 21.04.2006 - 14:32
- Wohnort: osnabrücker land
- Kontaktdaten:
Hey du
habe deinen text über deine skoliose sehr aufmerksam durchgelesen.nun bin ich der gleichen ansicht, dass du etwas hilfe brauchst,da deine geschichte so klingt als wenn das ein anfang einer depressiven phase sei.nun will ich dir aber nicht raten zu einem psychater zu gehen.aus eigener erfahrung weiss ich das dies nichts bringt.was hilft ist wenn du mit deinen freunden darüber redest.sie können dir zuhören und dich trösten.glaub mir allein durch erzählen wird deine last geringer...und wenn du einen freund/in hast die psychologisch veranlagt ist,dh die dir auch helfen kann...dann ists das beste.wenn du willst kannst du auch mit mir reden.meld dich wenn du meine mail addy o.ä. haben willst!ich habe immer ein ohr für dich!
mfg jesse
mfg jesse
Non vitae sed scholae discimus ;P
- Dalia
- Co-Admin

- Beiträge: 10332
- Registriert: So, 10.08.2003 - 12:48
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- Diagnose: 107° und 98° (im Jahr 2003 zu Beginn der Korsetttherapie: 98° und 93°), sehr starre Skoliose, kaum Beschwerden
- Therapie: 1983-1994 Korsetts verschiedener OTs, zuletzt bei Rahmouni, dann Korsettabschulung im Jahr 1994, seit 05/2005 bis etwa 2018 Nachtkorsett von Rahmouni, Therapieziel: Halten der Skoliose, seit 2018 keine Therapie mehr
- Wohnort: NRW
Hm, ich denke, die Diagnose ist noch zu frisch, um bereits Anzeichen einer Depression erkennen zu können. Solche Tiefs sind ganz normal und das Korsett unterstützt es auch nicht gerade, die Skoliose zu akzeptieren. Nur wenn die Phase der Trauer sich in die Länge zieht und man gar nicht mehr herausfindet, auch nicht durch aktive Auseinandersetzung (z.B. Erfahrungsaustausch), dann sollte man abchecken lassen, ob eine Depression vorliegt. Aber Tiefs sind völlig normal und sie kommen von Zeit zu Zeit, da spielen manchmal andere Dinge auch eine Rolle, z.B. wenn es in der Schule oder im Job gerade nicht gut geht, dann fällt man auch leichter in ein Loch.
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
Hallo mouton,
Man kann entweder das Glas als halb voll oder halb leer betrachten. Man kann ein und die selbe Sache positiv oder negativ sehen, je nach dem auf welchen Standpunkt man sich selbst stellt. Es liegt ganz an einem selbst, wie man die Sache sieht.
Wenn ich das, was Du uns an Informationen gegeben hast, mal nehme, ist es auch garnicht so schwer für Dich, viel einfacher als für viele von uns:
Du bist fast ausgewachsen, was zwar bedeuted, dass Du an der Skoliose nicht mehr viel zum positiven verändern kannst, auf der anderen Seite wird sich Deine Skoliose aber auch nicht so schnell verschlechtern wie bei einer 13-jährigen. Während 13-jährige sich kaum freie Zeit ohne Korsett erlauben können, wenn sie sowohl etwas erreichen als auch keine Risiken einer weiteren Verschlechterung eingegehen wollen, kannst Du es Dir locker leisten einen großen Teil Deiner Freizeit sogar ganz ohne Korsett zu verbringen.
Das Korsett immer nachts, in der Schule und beim lernen zu Hause zu tragen bringt schon einen haufen Stunden an Tragezeit zusammen!
Kleidungsprobleme hast Du jetzt nicht erwähnt, also weiß ich nicht, ob das eine Rolle spielt. Sollte es aber nicht, falls Du nicht auf der Suche nach einem neuen Freund bist, worüber Dein jetziger wahrscheinlich nicht so happy wäre.
Ansonsten hast Du vor allem körperliche Einschränkungen erwähnt. Und da muss ich sagen, das Korsett ist doch das, was Du wolltest. Alternativ hättest Du Dich für eine OP entscheiden können. Du hast Dir aber vorgenommen mit diesem Korsett drum herum zu kommen. Es ist also effektiv nichts, was Du tun musst sondern nur was Du tun willst.
Vergleiche es einfach mit einem Sport. Training tut weh und was ist es für für eine riesige Beschränkung deiner Möglichkeiten, wenn Du jetzt z.B. diese sch*** Bahnen da hin und her schwimmen musst (als Beipsiel) und Dein Körper schreit "Ich kann nicht mehr! Ich will nicht mehr! Alles tut weh...!" und Du Dich diesen Strapazen aber trotzdem aussetzt, nur um dann in einer bestimmten Zeit am Ziel anzukommen um dann deinem Serotonin-Kick zu genießen. Nur für ein paar persönliche Rekordzahlen, für eine Medaille, einen Pokal, für ein bißchen Selbstbefriedigung, Selbstwertgefühl ... was auch immer man daraus zieht. Ist doch absolut lachhaft im Vergleich zu dem, was Du aus Deinem Korsett rausbekommst -> keine OP, eine gesunde Wirbelsäule, vielleicht niemals Rückenschmerzen, Körperlich alles machen zu können, jeden noch so extremen Sport ...
--
So, Du wolltest unsere persönlichen Gefühle dazu hören.
Meine sind komplett kontrair zu Deinen. Ich bin nie in die Verlegenheit gekommen mein Korsett als eine Belastung anzusehen, weil ich vorher das "leere Glas" gesehen habe und ich absolut begeistert war, dass ich dann doch noch ein "halbvolles Glas" bekommen konnte.
Als man mit 13 meine fast 60 Grad diagnostizierte, die nicht mal ein Jahr vorher nur die Hälfte waren, ist zunächst mal eine Welt für mich zusammengebrochen, weil mir die offizielle 50-Grad-Grenze für eine OP bekannt war und ich mir natürlich nicht vorstellen konnte, wie man denn überhaupt so eine schnelle Verschlechterung noch anderweitig stoppen kann, geschweige denn davon noch etwas verbessern.
Ergo habe ich mich schon auf dem OP-Tisch liegen sehen, nachdem ich mit 9 Jahren meine Großmutter vor ihrer Zeit habe sterben sehen, ein paar Jahre später vor diesem Hintergrund miterleben durfte, wie sehr eine etwas misslungene Gallenoperation (weil etwas groß gewordener Schnitt) meine Mutter mitgenommen hat, so dass es Monate gebraucht hat, bis sie sich wieder einigermaßen davon erholt hatte; ganz davon zu schweigen, dass von Gips nach der Skoliose-OP die Rede war und davon, dass ich nicht sitzen könne nach der OP, sondern das erste halbe Jahr im stehen oder liegen am Unterricht teilnehmen würde (wie peinlich!), außerdem die Sommerferien gerade vorbei waren und ich also die gesamte Zeit der OP (damals ca. 3 Monate) in der Schulzeit fehlen würde, am Ende wahrscheinlich die Klasse wiederholen müsste...
Als man mir dann, während ich noch nach dem Schock der 60 Grad am heulen war, sagte, dass eine OP doch nicht unbedingt notwendig wäre, sondern ein sehr gutes Korsett auch ausreichen würde, kannst Du dir bestimmt meine Begeisterung vorstellen, nur um kurz darauf dann wieder enttäuscht zu werden, dass ich das Korsett aber NICHT gleich Morgen abholen könnte (so wie ich mir das vorgestellt hatte) sondern dass das schon einige Wochen bis Monate dauern würde, bis es fertig ist.
Vom heulen, weil ich glaubte zur OP zu müssen mit kurzen Zwischenstop, ging es dann weiter mit heulen weil ich glaubte das Korsett bestimmt nicht mehr rechtzeitig zu bekommen, wo sich meine Skoli ja so schnell verschlechtert hatte und sie es ohne Korsett sicherlich weiter tun würde.
Zu guter letzt hatte ich dann doch schon 3 Wochen später mein Rahmouni-Korsett. Und da ich damals in Sobernheim zur Reha war, wurde mir auch ziemlich schnell klar, dass es sich bei Rahmouni-Korsetten um etwas besonders gutes handeln musste, denn die älteren Mädels und Jungs von 15, 16 Jahren haben sich alle darum gerissen, so schnell wie möglich dort einen Termin und auch so ein solches Korsett zu bekommen.
Die Situation mit meinem Korsett war also in vielerlei Hinsicht beruhigend für mich, und letztendlich hat das Korsett dann auch das gehalten, was es versprochen hat.
Sachen wie Schuhe zu binden und alles andere wo man irgendwie eingeschränkt ist habe ich gelernt im Korsett fast genauso zu machen wie ohne. Ich habe es immer als Herausvorderung empfunden irgendetwas zu schaffen, was ich nicht konnte oder was schwieriger war im Korsett, und letztendlich fand ich es auch immer befriedigend, wenn irgendetwas dann geklappt hat.
Das hat auch mit eingeschlossen, dass ich meinem Orthopädietechniker genau gesagt habe, wo er bitte was sabschneiden soll, dass ich die eine oder andere Bewegung machen kann oder es unter der Kleidung nicht sichtbar ist.
Rückblickend würde ich sagen, dass ich es in vielerlei Hinsicht übertrieben habe, alles im Korsett genauso machen zu wollen, wie man es ohne Korsett machen würde. Es erfordert sicherlich mehr Muskelkraft, was ansich ja nicht schadet, aber es belastet auch die Gelenke zusätzlich. Wenn meine Knie weh getan haben, war mir das einfach egal. Nur an Gelenken ist halt nichts was man trainieren kann wie z.B. die Muskulatur, nur was man kaputt machen kann. Aber soweit habe ich damals halt nicht gedacht.
All die Gefühle die Du beschrieben hast, hatte ich niemals in Bezug auf mein Korsett. Keinerlei Aggressionen zumindest gegenüber dem Korsett, höchstens gegenüber Gegenständen, die so Sch****** platziert waren, dass ich sie mit dem Korsett schlecht erreichen und bedienen konnte, und vorzugsweise auch noch solche, die ich selber vorher gedankenlos dort hingestellt hatte.
--
Wenn Du Dich wegen Deines Korsetts schlecht fühlst, dann würde ich einfach an eine Sache denken: Die einzige Person die daran Schuld ist bist Du selbst, weil Du nämlich ganz einfach damit aufhören kannst und anfangen die Sache positiv zu sehen. Es gibt absolut nichts was Dich daran hindert anstelle von traurig sogar happy darüber zu sein.
Andere müssen zur sch*** OP, Du nicht! Andere sind totsterbenskrank, Du bist gesund! Andere sitzen im Rollstuhl, Du kannst laugfen! Andere haben von Natur aus keine gute Figur und sind zu dick, Deine Figur ist selbst im Korsett noch besser! ... Du wirst so viel schlimmere Sachen um Dich herum finden als Dein Korsett, wenn Du einfach nur um Dich schaust und Dich nicht nur auf Dich selbst konzentrierst.
Wenn Du Dich nicht Sch****** fühlen willst, dann tus halt einfach nicht! That's it!
Klingt vielleicht hart, ist aber der einzige und leichteste Weg!
Die ganze Psychologie rund um das Korsett läuft auf eine einzige Sache hinaus:Vielleicht könnt ihr euch einen Moment Zeit nehmen um mir eure persönlichen Gefühle aufgrund der Skoliose mit zuteilen…es wäre mir eine große Hilfe…
Man kann entweder das Glas als halb voll oder halb leer betrachten. Man kann ein und die selbe Sache positiv oder negativ sehen, je nach dem auf welchen Standpunkt man sich selbst stellt. Es liegt ganz an einem selbst, wie man die Sache sieht.
Wenn ich das, was Du uns an Informationen gegeben hast, mal nehme, ist es auch garnicht so schwer für Dich, viel einfacher als für viele von uns:
Du bist fast ausgewachsen, was zwar bedeuted, dass Du an der Skoliose nicht mehr viel zum positiven verändern kannst, auf der anderen Seite wird sich Deine Skoliose aber auch nicht so schnell verschlechtern wie bei einer 13-jährigen. Während 13-jährige sich kaum freie Zeit ohne Korsett erlauben können, wenn sie sowohl etwas erreichen als auch keine Risiken einer weiteren Verschlechterung eingegehen wollen, kannst Du es Dir locker leisten einen großen Teil Deiner Freizeit sogar ganz ohne Korsett zu verbringen.
Das Korsett immer nachts, in der Schule und beim lernen zu Hause zu tragen bringt schon einen haufen Stunden an Tragezeit zusammen!
Kleidungsprobleme hast Du jetzt nicht erwähnt, also weiß ich nicht, ob das eine Rolle spielt. Sollte es aber nicht, falls Du nicht auf der Suche nach einem neuen Freund bist, worüber Dein jetziger wahrscheinlich nicht so happy wäre.
Ansonsten hast Du vor allem körperliche Einschränkungen erwähnt. Und da muss ich sagen, das Korsett ist doch das, was Du wolltest. Alternativ hättest Du Dich für eine OP entscheiden können. Du hast Dir aber vorgenommen mit diesem Korsett drum herum zu kommen. Es ist also effektiv nichts, was Du tun musst sondern nur was Du tun willst.
Vergleiche es einfach mit einem Sport. Training tut weh und was ist es für für eine riesige Beschränkung deiner Möglichkeiten, wenn Du jetzt z.B. diese sch*** Bahnen da hin und her schwimmen musst (als Beipsiel) und Dein Körper schreit "Ich kann nicht mehr! Ich will nicht mehr! Alles tut weh...!" und Du Dich diesen Strapazen aber trotzdem aussetzt, nur um dann in einer bestimmten Zeit am Ziel anzukommen um dann deinem Serotonin-Kick zu genießen. Nur für ein paar persönliche Rekordzahlen, für eine Medaille, einen Pokal, für ein bißchen Selbstbefriedigung, Selbstwertgefühl ... was auch immer man daraus zieht. Ist doch absolut lachhaft im Vergleich zu dem, was Du aus Deinem Korsett rausbekommst -> keine OP, eine gesunde Wirbelsäule, vielleicht niemals Rückenschmerzen, Körperlich alles machen zu können, jeden noch so extremen Sport ...
--
So, Du wolltest unsere persönlichen Gefühle dazu hören.
Meine sind komplett kontrair zu Deinen. Ich bin nie in die Verlegenheit gekommen mein Korsett als eine Belastung anzusehen, weil ich vorher das "leere Glas" gesehen habe und ich absolut begeistert war, dass ich dann doch noch ein "halbvolles Glas" bekommen konnte.
Als man mit 13 meine fast 60 Grad diagnostizierte, die nicht mal ein Jahr vorher nur die Hälfte waren, ist zunächst mal eine Welt für mich zusammengebrochen, weil mir die offizielle 50-Grad-Grenze für eine OP bekannt war und ich mir natürlich nicht vorstellen konnte, wie man denn überhaupt so eine schnelle Verschlechterung noch anderweitig stoppen kann, geschweige denn davon noch etwas verbessern.
Ergo habe ich mich schon auf dem OP-Tisch liegen sehen, nachdem ich mit 9 Jahren meine Großmutter vor ihrer Zeit habe sterben sehen, ein paar Jahre später vor diesem Hintergrund miterleben durfte, wie sehr eine etwas misslungene Gallenoperation (weil etwas groß gewordener Schnitt) meine Mutter mitgenommen hat, so dass es Monate gebraucht hat, bis sie sich wieder einigermaßen davon erholt hatte; ganz davon zu schweigen, dass von Gips nach der Skoliose-OP die Rede war und davon, dass ich nicht sitzen könne nach der OP, sondern das erste halbe Jahr im stehen oder liegen am Unterricht teilnehmen würde (wie peinlich!), außerdem die Sommerferien gerade vorbei waren und ich also die gesamte Zeit der OP (damals ca. 3 Monate) in der Schulzeit fehlen würde, am Ende wahrscheinlich die Klasse wiederholen müsste...
Als man mir dann, während ich noch nach dem Schock der 60 Grad am heulen war, sagte, dass eine OP doch nicht unbedingt notwendig wäre, sondern ein sehr gutes Korsett auch ausreichen würde, kannst Du dir bestimmt meine Begeisterung vorstellen, nur um kurz darauf dann wieder enttäuscht zu werden, dass ich das Korsett aber NICHT gleich Morgen abholen könnte (so wie ich mir das vorgestellt hatte) sondern dass das schon einige Wochen bis Monate dauern würde, bis es fertig ist.
Vom heulen, weil ich glaubte zur OP zu müssen mit kurzen Zwischenstop, ging es dann weiter mit heulen weil ich glaubte das Korsett bestimmt nicht mehr rechtzeitig zu bekommen, wo sich meine Skoli ja so schnell verschlechtert hatte und sie es ohne Korsett sicherlich weiter tun würde.
Zu guter letzt hatte ich dann doch schon 3 Wochen später mein Rahmouni-Korsett. Und da ich damals in Sobernheim zur Reha war, wurde mir auch ziemlich schnell klar, dass es sich bei Rahmouni-Korsetten um etwas besonders gutes handeln musste, denn die älteren Mädels und Jungs von 15, 16 Jahren haben sich alle darum gerissen, so schnell wie möglich dort einen Termin und auch so ein solches Korsett zu bekommen.
Die Situation mit meinem Korsett war also in vielerlei Hinsicht beruhigend für mich, und letztendlich hat das Korsett dann auch das gehalten, was es versprochen hat.
Sachen wie Schuhe zu binden und alles andere wo man irgendwie eingeschränkt ist habe ich gelernt im Korsett fast genauso zu machen wie ohne. Ich habe es immer als Herausvorderung empfunden irgendetwas zu schaffen, was ich nicht konnte oder was schwieriger war im Korsett, und letztendlich fand ich es auch immer befriedigend, wenn irgendetwas dann geklappt hat.
Das hat auch mit eingeschlossen, dass ich meinem Orthopädietechniker genau gesagt habe, wo er bitte was sabschneiden soll, dass ich die eine oder andere Bewegung machen kann oder es unter der Kleidung nicht sichtbar ist.
Rückblickend würde ich sagen, dass ich es in vielerlei Hinsicht übertrieben habe, alles im Korsett genauso machen zu wollen, wie man es ohne Korsett machen würde. Es erfordert sicherlich mehr Muskelkraft, was ansich ja nicht schadet, aber es belastet auch die Gelenke zusätzlich. Wenn meine Knie weh getan haben, war mir das einfach egal. Nur an Gelenken ist halt nichts was man trainieren kann wie z.B. die Muskulatur, nur was man kaputt machen kann. Aber soweit habe ich damals halt nicht gedacht.
All die Gefühle die Du beschrieben hast, hatte ich niemals in Bezug auf mein Korsett. Keinerlei Aggressionen zumindest gegenüber dem Korsett, höchstens gegenüber Gegenständen, die so Sch****** platziert waren, dass ich sie mit dem Korsett schlecht erreichen und bedienen konnte, und vorzugsweise auch noch solche, die ich selber vorher gedankenlos dort hingestellt hatte.
--
Wenn Du Dich wegen Deines Korsetts schlecht fühlst, dann würde ich einfach an eine Sache denken: Die einzige Person die daran Schuld ist bist Du selbst, weil Du nämlich ganz einfach damit aufhören kannst und anfangen die Sache positiv zu sehen. Es gibt absolut nichts was Dich daran hindert anstelle von traurig sogar happy darüber zu sein.
Andere müssen zur sch*** OP, Du nicht! Andere sind totsterbenskrank, Du bist gesund! Andere sitzen im Rollstuhl, Du kannst laugfen! Andere haben von Natur aus keine gute Figur und sind zu dick, Deine Figur ist selbst im Korsett noch besser! ... Du wirst so viel schlimmere Sachen um Dich herum finden als Dein Korsett, wenn Du einfach nur um Dich schaust und Dich nicht nur auf Dich selbst konzentrierst.
Wenn Du Dich nicht Sch****** fühlen willst, dann tus halt einfach nicht! That's it!
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IchBinJule
- treues Mitglied

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- Wohnort: Leipzig
Hallo mouton .. (deinen echten Namen weiß ich jetzt nicht)
Ich will dir auch mal ein wenig was erzählen.
Ich weiß von meiner Skoliose im Juli genau 3 Jahre und werde nun bald 17.Und ich glaube sagen zu dürfen,dass bei niemandem hier die Werte so schwanken wie bei mir m ersten Jahr fast 50 im 2. 35 ° und jetzt vll 45°
Angefangen habe ich ja mal mit fast 50° ich bin rechtskonvex und meine LWSwert war 45° und BWSwert war 47°.. im moment weiß ich ehrlich gesagt nicht wie viel grad ich habe.
Vielleicht 50° vielleicht 40° ich weiß es nicht.
Was ABSOLUT nicht heißt,dass ich mich nicht damit auseinander setzte oder es mich gar nicht interessiert.
Ich habe schlicht weg eine andere Einstellung zu meiner Skoliose.
Sie gehört zu mir.
Sie belastet mich nicht.
Ich leb mit ihr (ohne probleme) und sie in mir (ohne Probleme zu machen).
Wir sind ein eingespieltes Team.
Meine Bewegungen sind geschmeidig und schön,trotz meiner Skoliose.
Ich habe es NIEmals als Behinderung angesehen.
Stets war sie ein Vorteil oder ein Privileg oder einfach nur ohne mich zu stören.
Gut,ich gebe zu nicht jeder kann das so "auf die leichte Schulter nehmen" (was ein Wortspiel),aber das ist auch nicht wichtig.
Wichtig ist,dass du psyschisch gesehen dich darauf einlässt,was du ertragen kannst.
Ich geh zu manche hier aus dem Forum halten mich für feige und zugleich mutig.
Ich habe meine Korsettterapie ein Jahr zu früh abgebrochen.
Ich habe mein Korsett abgegeben einfach so.
Dazu möchte ich dich nicht ermutigen .. ich will nur sagen ,dass Skoliose eine Einstellung ist und zwar im wahrsten Worte.
Ich war NIE begeistet von meinem Korsett,aber es hat mich auch nie gestört..Es war einfach da und hat sein Leben mit dem meinigen geteilt.
Ich mache KG nach Schroth und es tut mir gut.
Ich achte auf meine Haltung stets und immer und wenn meine Konzentration nach zeit für Ablenkung lässt,atme ich sogar 3dimensional.. wirst du noch kennen lernen,vermute ich.
Die Skoliose ist bei mir wie meine beste Freundin,ich achte auf sie und sie achtet gewissermaßen auf mich,denn wenn die Bewegung falsch,zuviel oder zu wenig war ,meldet sie sich mit Muskelkater.
Meine Physiotherapeutin (keine Schrothterapeutin..ich mache die Übugen in gesteigerter Form ,die ich aus der Klinik kenne) und sie achtet auf Atmung und rückenhalten..wir sind ein eingespieltes Team und genau das ist wichitg IMMER und in jeder Beziehung was Skoliose angeht.
Es muss stimmen,harmonieren und vor allem,wie ich gern sage der Flow muss rüber kommen.
Im Moment ist bei dir sas Problem,worauf ich hinaus wollte,dass die Skoliose dein Chef ist,aber DU bist Chef oder ihr seid ein Team ,sonst geht das nicht.
Das ist in meinen Augen das wichitgste.
Denn Skoliose ist beeinflussbar durch Psyscho..heißt..bist du traurig,dann wird das sich nur negativ auf die Wirbelsäule auswirken.
Nochmal zu meinem Korsett: denk nicht,dass es ein schlechtes war..es korrigierte kosmetisch 1A ,aber meine Psysche hat es in die falsche Richtung korregiert .. so zu sagen Überkorrektur.
Es mag sein,dass ich im Moment 50° habe sicher..5° mehr als meine Startwerte...doch mein Leben ist das von früher und das ist was zählt..was nützt mir der tollste Rücken,wenn ich zu Hause hocke und wünschte ,dass nicht die Freunde klingeln und vor der Tür stehen sondern der Tod ?
in diesem Sinne eine stets fröhliche July
Ich will dir auch mal ein wenig was erzählen.
Ich weiß von meiner Skoliose im Juli genau 3 Jahre und werde nun bald 17.Und ich glaube sagen zu dürfen,dass bei niemandem hier die Werte so schwanken wie bei mir m ersten Jahr fast 50 im 2. 35 ° und jetzt vll 45°
Angefangen habe ich ja mal mit fast 50° ich bin rechtskonvex und meine LWSwert war 45° und BWSwert war 47°.. im moment weiß ich ehrlich gesagt nicht wie viel grad ich habe.
Vielleicht 50° vielleicht 40° ich weiß es nicht.
Was ABSOLUT nicht heißt,dass ich mich nicht damit auseinander setzte oder es mich gar nicht interessiert.
Ich habe schlicht weg eine andere Einstellung zu meiner Skoliose.
Sie gehört zu mir.
Sie belastet mich nicht.
Ich leb mit ihr (ohne probleme) und sie in mir (ohne Probleme zu machen).
Wir sind ein eingespieltes Team.
Meine Bewegungen sind geschmeidig und schön,trotz meiner Skoliose.
Ich habe es NIEmals als Behinderung angesehen.
Stets war sie ein Vorteil oder ein Privileg oder einfach nur ohne mich zu stören.
Gut,ich gebe zu nicht jeder kann das so "auf die leichte Schulter nehmen" (was ein Wortspiel),aber das ist auch nicht wichtig.
Wichtig ist,dass du psyschisch gesehen dich darauf einlässt,was du ertragen kannst.
Ich geh zu manche hier aus dem Forum halten mich für feige und zugleich mutig.
Ich habe meine Korsettterapie ein Jahr zu früh abgebrochen.
Ich habe mein Korsett abgegeben einfach so.
Dazu möchte ich dich nicht ermutigen .. ich will nur sagen ,dass Skoliose eine Einstellung ist und zwar im wahrsten Worte.
Ich war NIE begeistet von meinem Korsett,aber es hat mich auch nie gestört..Es war einfach da und hat sein Leben mit dem meinigen geteilt.
Ich mache KG nach Schroth und es tut mir gut.
Ich achte auf meine Haltung stets und immer und wenn meine Konzentration nach zeit für Ablenkung lässt,atme ich sogar 3dimensional.. wirst du noch kennen lernen,vermute ich.
Die Skoliose ist bei mir wie meine beste Freundin,ich achte auf sie und sie achtet gewissermaßen auf mich,denn wenn die Bewegung falsch,zuviel oder zu wenig war ,meldet sie sich mit Muskelkater.
Meine Physiotherapeutin (keine Schrothterapeutin..ich mache die Übugen in gesteigerter Form ,die ich aus der Klinik kenne) und sie achtet auf Atmung und rückenhalten..wir sind ein eingespieltes Team und genau das ist wichitg IMMER und in jeder Beziehung was Skoliose angeht.
Es muss stimmen,harmonieren und vor allem,wie ich gern sage der Flow muss rüber kommen.
Im Moment ist bei dir sas Problem,worauf ich hinaus wollte,dass die Skoliose dein Chef ist,aber DU bist Chef oder ihr seid ein Team ,sonst geht das nicht.
Das ist in meinen Augen das wichitgste.
Denn Skoliose ist beeinflussbar durch Psyscho..heißt..bist du traurig,dann wird das sich nur negativ auf die Wirbelsäule auswirken.
Nochmal zu meinem Korsett: denk nicht,dass es ein schlechtes war..es korrigierte kosmetisch 1A ,aber meine Psysche hat es in die falsche Richtung korregiert .. so zu sagen Überkorrektur.
Es mag sein,dass ich im Moment 50° habe sicher..5° mehr als meine Startwerte...doch mein Leben ist das von früher und das ist was zählt..was nützt mir der tollste Rücken,wenn ich zu Hause hocke und wünschte ,dass nicht die Freunde klingeln und vor der Tür stehen sondern der Tod ?
in diesem Sinne eine stets fröhliche July
Zuletzt geändert von IchBinJule am Mi, 14.06.2006 - 19:07, insgesamt 1-mal geändert.
Hallole
alle Achtung. ich bin jetzt 52 Jahre alt aber ich bin so beeindruckt von Deiner Einstellung. Du bist jetzt 17 aber Deine mail liest sich als ob die von einer wesentlich älteren gereiften Persönlichkeit wäre.
Ich nehme für mich deine Gedanken mit-denke darüber nach.
Du hast ja so recht-wenn ich nur so stark sein konnte wie Du!
Alles Gute
Gruß
Oli
Ich nehme für mich deine Gedanken mit-denke darüber nach.
Du hast ja so recht-wenn ich nur so stark sein konnte wie Du!
Alles Gute
Gruß
Oli
- Dalia
- Co-Admin

- Beiträge: 10332
- Registriert: So, 10.08.2003 - 12:48
- Geschlecht: weiblich
- Diagnose: 107° und 98° (im Jahr 2003 zu Beginn der Korsetttherapie: 98° und 93°), sehr starre Skoliose, kaum Beschwerden
- Therapie: 1983-1994 Korsetts verschiedener OTs, zuletzt bei Rahmouni, dann Korsettabschulung im Jahr 1994, seit 05/2005 bis etwa 2018 Nachtkorsett von Rahmouni, Therapieziel: Halten der Skoliose, seit 2018 keine Therapie mehr
- Wohnort: NRW
Hallo Jule,
so ungewöhnlich sind Schwankungen wie bei dir nicht.
Oli, sorry, aber ich denke nicht wie du. Jules Einstellung ist nicht erwachsen und nicht reif.
Jule, verzeih mir, aber du widersprichst dir:
Schön, dass du es mit deinem Gewissen vereinbaren kannst, jetzt mit 17 Jahren und 50° kein Korsett mehr zu tragen. In diesem Alter musst auch auch keine Angst mehr haben, dass sich etwas gravierend verschlechtert. Aber was ist in 10 bis 20 Jahren, wenn Beschwerden kommen? Wirst du dir dann nicht vorwerfen, in deiner Jugend nicht alles getan zu haben? Ich hoffe nicht.
Ich fühlte mich auch wie befreit, als ich damals die Korsetttherapie beendet hatte. Aber da war ich wirklich befreit, denn ich bekam ein ärztliches O.k., ich hatte die Therapie ordnungsgemäß beendet. Dieses Gefühl ist ein viel schöneres als das Gefühl, wenn man die Therapie vorzeitig abgebrochen hat. Somit mache ich mir heute auch keine Vorwürfe. Vorwürfe mache ich nur dem Chirurgen, der mich unbedingt operieren wollte, mein qualitativ schlechtes Korsett immer für gut befand und mir die Korsetttherapie psychisch sehr schwer gemacht hat.
Ich habe das Korsett oft verwünscht, was aber auch daran lag, dass es mich nicht mehr so korrigieren konnte, wie es hätte tun sollen. Aber es vorzeitig abzulegen, nein, das kam mir nicht in den Sinn.
Ja, und zwischen dir und mouton ist ein großer Unterschied: Du hast deine Diagnose vor 3 Jahren erfahren, für mouton ist die Diagnose noch ganz frisch. Hat sie da nicht ein Recht dazu, erst mal zu trauern und dann Energie zu schöpfen?
Du warst damals 14, mouton ist 16. Ihr bleibt nicht mehr viel Zeit, was zu korrigieren (aber es ist trotzdem immer noch Zeit da!), mit 14 Jahren hattest du aber bessere Voraussetzungen, die Skoliose zu korrigieren.
Das Hauptproblem für mouton ist es übrigens auch, das Korsett zu akzeptieren. Da kannst nicht ausgerechnet du davon reden, dass sie lernen soll, die Skoliose zu akzeptieren, wenn du die Korsetttherapie vorzeitig abgebrochen hast.
Tut mir leid für meine harten Worte. Aber deine Einstellung ist nicht reif, sondern gefährlich für die Gesundheit und nicht nachahmenswert (gut, dass du das auch dazu geschrieben hast).
Mouton, liest du hier noch mit?
Dalia
so ungewöhnlich sind Schwankungen wie bei dir nicht.
Oli, sorry, aber ich denke nicht wie du. Jules Einstellung ist nicht erwachsen und nicht reif.
Jule, verzeih mir, aber du widersprichst dir:
Klingt ja super. Aber dann schreibst du:IchBinJule hat geschrieben:Ich war NIE begeistet von meinem Korsett,aber es hat mich auch nie gestört..Es war einfach da und hat sein Leben mit dem meinigen geteilt.
Das ist D A S Problem! Nicht deine Einstellung zur Skoliose ist das Problem, sondern die zum Korsett.Nochmal zu meinem Korsett: denk nicht,dass es ein schlechtes war..es korrigierte kosmetisch 1A ,aber meine Psysche hat es in die falsche Richtung korregiert ..
Schön, dass du es mit deinem Gewissen vereinbaren kannst, jetzt mit 17 Jahren und 50° kein Korsett mehr zu tragen. In diesem Alter musst auch auch keine Angst mehr haben, dass sich etwas gravierend verschlechtert. Aber was ist in 10 bis 20 Jahren, wenn Beschwerden kommen? Wirst du dir dann nicht vorwerfen, in deiner Jugend nicht alles getan zu haben? Ich hoffe nicht.
Ich fühlte mich auch wie befreit, als ich damals die Korsetttherapie beendet hatte. Aber da war ich wirklich befreit, denn ich bekam ein ärztliches O.k., ich hatte die Therapie ordnungsgemäß beendet. Dieses Gefühl ist ein viel schöneres als das Gefühl, wenn man die Therapie vorzeitig abgebrochen hat. Somit mache ich mir heute auch keine Vorwürfe. Vorwürfe mache ich nur dem Chirurgen, der mich unbedingt operieren wollte, mein qualitativ schlechtes Korsett immer für gut befand und mir die Korsetttherapie psychisch sehr schwer gemacht hat.
Ich habe das Korsett oft verwünscht, was aber auch daran lag, dass es mich nicht mehr so korrigieren konnte, wie es hätte tun sollen. Aber es vorzeitig abzulegen, nein, das kam mir nicht in den Sinn.
Ja, und zwischen dir und mouton ist ein großer Unterschied: Du hast deine Diagnose vor 3 Jahren erfahren, für mouton ist die Diagnose noch ganz frisch. Hat sie da nicht ein Recht dazu, erst mal zu trauern und dann Energie zu schöpfen?
Du warst damals 14, mouton ist 16. Ihr bleibt nicht mehr viel Zeit, was zu korrigieren (aber es ist trotzdem immer noch Zeit da!), mit 14 Jahren hattest du aber bessere Voraussetzungen, die Skoliose zu korrigieren.
Das Hauptproblem für mouton ist es übrigens auch, das Korsett zu akzeptieren. Da kannst nicht ausgerechnet du davon reden, dass sie lernen soll, die Skoliose zu akzeptieren, wenn du die Korsetttherapie vorzeitig abgebrochen hast.
Tut mir leid für meine harten Worte. Aber deine Einstellung ist nicht reif, sondern gefährlich für die Gesundheit und nicht nachahmenswert (gut, dass du das auch dazu geschrieben hast).
Mouton, liest du hier noch mit?
Dalia
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
Hello again
Vielen Dank für die hilfreichen wie auch kritikreichen Antworten von euch. Es freut mich irrsinnig das einige die Zeit gefunden haben auf dieses Thema einzugehen, denn es war mir eine große Hilfe eure Einträge und Meinungen darüber zu lesen.
Zunächst möchte ich näher auf das Thema Depressionen eingehen...da vielleicht der eine oder andere meinen Eintrag als depressives Verhalten, depressive Gedanken interpretiert.
Wie Dalia schon geschrieben hat ist meine Diagnose relativ frisch im Gegensatz zu vielen anderen, die sich schon länger mit diesem Thema befassten. In meiner Familie oder Verwandtschaft, Freundeskreis, Umgebung kenne ich kaum jemanden der vom selben Problem betroffen war...deshalb versuchte ich mich im Internet zu informieren und stieß letztendlich auf diese Seite...ich hatte nie wirklich vor hier einen Eintrag zu schreiben..ich beschloss dennoch meine Gedanken und Gefühle in meinen Laptop einzutippen um die Skoliose besser zu verarbeiten...für mich alleine..denn schreiben hilft mir von Tag zu Tag mehr als darüber zu reden, da ich niemanden kenne der mir in meiner Situation wirklich weiterhelfen kann
wie schon BZebra geschrieben hat, bin ich selbst schuld daran über diese Krankheit zu trauern...
doch ich würde es weniger als trauern bezeichnen
ich bin nicht ständig traurig darüber wenn ihr vielleicht so über mich denkt
mein Freundeskreis, meine Familie und Bekannte kennen mich als ein fröhliches optimistisches Mädchen...natürlich hatte ich anfangs Angst das Korsett würde mich ein klein weniger fröhlich machen...doch ich kann trotzdem noch lachen
es macht mich stärker, nicht trauriger
doch ich denke auch wenn ich trotzdem lachen kann, ich meiner Psyche dadurch mehr Stärke und Optimismus verleihe, ist es jedem Menschen gegönnt für einen Moment zu trauern, zu weinen...es einfach zuzulassen sich über Skoliose beklagen zu können...
Mein Eintrag ist in solch einem Moment entstanden...in dem ich reine Leere empfand und letztendlich wieder auf diese Internetseite gestoßen bin...und euch einen Auszug aus meinen beschriebenen Gefühlen hier geschrieben habe
Und um ehrlich zu sein kann ich es mir nicht wirklich vorstellen von Anfang an sich mit der Diagnose Skoliose abzufinden und es vom einem Moment zum andern simpel zu akzeptieren...
Ich bedaure nicht meine Tränen, meine Traurigkeit...keine Sekunde lang, denn alles hat seinen Zweck, auch Tränen haben seinen Nutzen..
...es ergibt für mich keinen Zweck sich immer wieder auf ein Neues bewusst zu machen, dass es anderen Menschen schlechter geht als mir, mit schlimmeren Problemen...denn darüber bin ich mir im klarem...der Gedanke jedoch, sich nach anderen vielleicht schlimmeren Problemen zu richten um dadurch ein besseres Gefühl oder ein schlechtes Gewissen zu entwickeln dass ich mich schlecht fühle aufgrund meiner Krankheit...ist für mich kein klarer oder richtiger Gedanke...
wäre es denn nicht pervers sich nach schlimmeren Probleme zu richten, um einen damit wieder das Gefühl zu geben, welches Glück man eigentlich hat..und somit ein schlechtes Gewissen entwickelt, einfach mal für einen Moment traurig zu sein...seine Gefühle zuzulassen
jedes Problem eines Menschen, mag es noch so klein oder groß sein, ist ein Problem...unabhängig von Kategorien
wer hätte das Recht dazu darüber entscheiden zu können...
natürlich alles bis zu einem gewissen Grad...
...
"Zeit heilt alle Wunder" und auch mein Wunder braucht Zeit...
Ich möchte mich nochmals bedanken für eure Antworten..
und schicke euch noch liebe grüße aus österreich
lisa
Vielen Dank für die hilfreichen wie auch kritikreichen Antworten von euch. Es freut mich irrsinnig das einige die Zeit gefunden haben auf dieses Thema einzugehen, denn es war mir eine große Hilfe eure Einträge und Meinungen darüber zu lesen.
Zunächst möchte ich näher auf das Thema Depressionen eingehen...da vielleicht der eine oder andere meinen Eintrag als depressives Verhalten, depressive Gedanken interpretiert.
Wie Dalia schon geschrieben hat ist meine Diagnose relativ frisch im Gegensatz zu vielen anderen, die sich schon länger mit diesem Thema befassten. In meiner Familie oder Verwandtschaft, Freundeskreis, Umgebung kenne ich kaum jemanden der vom selben Problem betroffen war...deshalb versuchte ich mich im Internet zu informieren und stieß letztendlich auf diese Seite...ich hatte nie wirklich vor hier einen Eintrag zu schreiben..ich beschloss dennoch meine Gedanken und Gefühle in meinen Laptop einzutippen um die Skoliose besser zu verarbeiten...für mich alleine..denn schreiben hilft mir von Tag zu Tag mehr als darüber zu reden, da ich niemanden kenne der mir in meiner Situation wirklich weiterhelfen kann
wie schon BZebra geschrieben hat, bin ich selbst schuld daran über diese Krankheit zu trauern...
doch ich würde es weniger als trauern bezeichnen
ich bin nicht ständig traurig darüber wenn ihr vielleicht so über mich denkt
mein Freundeskreis, meine Familie und Bekannte kennen mich als ein fröhliches optimistisches Mädchen...natürlich hatte ich anfangs Angst das Korsett würde mich ein klein weniger fröhlich machen...doch ich kann trotzdem noch lachen
es macht mich stärker, nicht trauriger
doch ich denke auch wenn ich trotzdem lachen kann, ich meiner Psyche dadurch mehr Stärke und Optimismus verleihe, ist es jedem Menschen gegönnt für einen Moment zu trauern, zu weinen...es einfach zuzulassen sich über Skoliose beklagen zu können...
Mein Eintrag ist in solch einem Moment entstanden...in dem ich reine Leere empfand und letztendlich wieder auf diese Internetseite gestoßen bin...und euch einen Auszug aus meinen beschriebenen Gefühlen hier geschrieben habe
Und um ehrlich zu sein kann ich es mir nicht wirklich vorstellen von Anfang an sich mit der Diagnose Skoliose abzufinden und es vom einem Moment zum andern simpel zu akzeptieren...
Ich bedaure nicht meine Tränen, meine Traurigkeit...keine Sekunde lang, denn alles hat seinen Zweck, auch Tränen haben seinen Nutzen..
...es ergibt für mich keinen Zweck sich immer wieder auf ein Neues bewusst zu machen, dass es anderen Menschen schlechter geht als mir, mit schlimmeren Problemen...denn darüber bin ich mir im klarem...der Gedanke jedoch, sich nach anderen vielleicht schlimmeren Problemen zu richten um dadurch ein besseres Gefühl oder ein schlechtes Gewissen zu entwickeln dass ich mich schlecht fühle aufgrund meiner Krankheit...ist für mich kein klarer oder richtiger Gedanke...
wäre es denn nicht pervers sich nach schlimmeren Probleme zu richten, um einen damit wieder das Gefühl zu geben, welches Glück man eigentlich hat..und somit ein schlechtes Gewissen entwickelt, einfach mal für einen Moment traurig zu sein...seine Gefühle zuzulassen
jedes Problem eines Menschen, mag es noch so klein oder groß sein, ist ein Problem...unabhängig von Kategorien
wer hätte das Recht dazu darüber entscheiden zu können...
natürlich alles bis zu einem gewissen Grad...
...
"Zeit heilt alle Wunder" und auch mein Wunder braucht Zeit...
Ich möchte mich nochmals bedanken für eure Antworten..
und schicke euch noch liebe grüße aus österreich
lisa
bei wem in Behandlung
Hallo Mouton,
da Du auch aus Österreich kommst, wollte ich Dich fragen, bei wem Du das Korsett machen hast lassen und wie Dein Orthopäde heißt.- Machst Du Schroth ?
Auch meine Tochter hatte eine schwierige Eingewöhnungsphase, jetzt sieht sie es als Chance, nicht operiert zu werden.
Es ist gut, dass Du Dir Deinen Kummer von der Seele schreibst und zwar genau dann, wenn Du verzweifelt bist, es ist wichtig, um dies alles zu verarbeiten, aber es wird leichter, so komisch es vielleicht jetzt für Dich klingen mag. Ich wünsche Dir alles Gute !! elfi
da Du auch aus Österreich kommst, wollte ich Dich fragen, bei wem Du das Korsett machen hast lassen und wie Dein Orthopäde heißt.- Machst Du Schroth ?
Auch meine Tochter hatte eine schwierige Eingewöhnungsphase, jetzt sieht sie es als Chance, nicht operiert zu werden.
Es ist gut, dass Du Dir Deinen Kummer von der Seele schreibst und zwar genau dann, wenn Du verzweifelt bist, es ist wichtig, um dies alles zu verarbeiten, aber es wird leichter, so komisch es vielleicht jetzt für Dich klingen mag. Ich wünsche Dir alles Gute !! elfi
- maria*1986*
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hi hi hi
hallo mouton,ein hallo auch an alle anderen,
sehr aufmerksam hab ich viele eurer berichte gelesen(leider noch net alle aus zeitgründen) und möchte dir sagen,liebe mouton,dass viele menschen sich fühlen wie du,ich jedoch nicht zu ihnen gehöre.
nun zu meiner geschichte und meinen emotionen(einige hier kennen sie schon,aber du wahrscheinlich nicht). meine skoli wurde diagnostiziert,als ich noch sehr jung war. mit 2 oder 3 jahren. regelmäßig machte ich kg bis zu meinem 14 lebensjahr ca. und trieb nebenbei noch sehr viel sport. ich war leistungssportlerin(leichtathletik) und war oft schwimmen,hab basketball gespielt, badminton und war sehr erfolgreich.
nach und nach bekam ich mehr schmerzen,wurde in die wwk geschickt und dort verpassten sie mir sofort ein korsett: ausgeprägte thorako-lumbale kyphoskoliose mit morbus scheuermann. ich hab es net verstanden,was da auf mich zukommt,aber als ich drei monate später mein korsi bekam,war das natürlich auch neu für mich. doch hab ich mich dadurch nie zurückgezogen. alle freunde,lehrer,leute in der schule wussten,was los ist und haben mich immer unterstützt. so war ich dann halbjährlich zum röntgen in der wwk und fast zwei jahre später hieß es: obwohl es sich nur um drei grad verbessert hat,musst du es nur noch 12 stunden tragen. gefreut habe ich mich sicher,aber diese freude hielt net lang an.
so war ich in der schule,hatte schuhe mit bissi absatz an,was ich da noch durfte und kam nach hause und merkte,dass ich sehr starke schmerzen habe. ich habe mich ins bett gelegt und nichts weiter gedacht. als mich meine mutter weckte und zum abendessen rief,versuchte ich aufzustehen.........das ging aber plötzlich net mehr, ich konnte meine beine kaum bewegen und hatte auch kein richtiges gefühl mehr drin.6 lange wochen musste ich dann auf einen termin in der wwk warten,ich wurde gefragt,was los sei,zum röntgen geschickt und als ich wieder in den behandlungsraum kam,dachte ich mir: das ist net deine ws,die da aufm röbi zu sehen ist. grund: die gradzahl war auf das doppelte oder mehr(weiß es net mehr genau)angestiegen und sofort hörte ich den satz: op
meine bandscheiben hatten sich auch mehr und mehr verdünnisiert.
3wochen später wurde ich aufgenommen.
im endeffekt bin ich nun vor etwas mehr als 2jahren,im februar 2004 2mal operiert worden. ich bin nun mit vielen schrauben ,stangen,haken von th4- l2 versteift,habe keine bandscheiben mehr,kann mich nie wieder bücken etc.also kann ich vieles nun net mehr,am schlimmsten war anfangs,dass sie mir sagten: keinen sport mehr!
ich lernte wieder,gut zu laufen,konnte mir anfangs aber net mal selbst die zähne putzen,geschweige denn die haare waschen,keine schuhe binden(geht auch heute net) usw.
damals war ich ein jahr net in der schule,direkt in der oberstufe,11.klasse. die ärzte sagten mir: wiederhol gleich und biste sicher,dass du mit dem rücken noch schule machen kannst? und in dem moment dachte ich: jetzt erst recht,ich war vorher eine top-schülerin,so schwer wird das net. gesagt ,getan. nachdem ich ohne hilfe ein paar meter laufen konnte,ging ich in die schule,zunächst stundenweise,4 wochen vor schuljahresende. die lehrer sagten mir von vornherein: maria,du bist schlau,du schaffst das,du bist stark,du kannst es. und so war es: am ende der 11. entschieden sich alle 12 lehrer,die mich unterrichtet haben ,einstimmig,mich zu versetzen! eben ohne noten,aber sie wussten,ich hab es drauf. natürlich musste ich das in den 4wochen beweisen.
anfang der 12 ging ich in die reha und kam erst nach 2monaten wieder. allerdings gab es da schon noten,die auch fürs abi zählten,was aber kein wirkliches problem für mich war. klausuren schrieb ich mal im liegen,im stehen,hatte einen sitzball und keinen normalen harten stuhl mehr. alle,wirklich alle,sei es mein jahrgang(es sind wirklich tolle menschen) ,meine lehrer(die sind super) oder eben alle anderen,angefangen von den kleinsten aus der 5.,die das dann mitbekommen haben,alle haben mir geholfen. ich war nie allein!und wie auch schon mal gesagt wurde: meine krankheit ist ein teil von mir,jedem,den ich kennen lerne, sage ich,was ich habe, wer ein problem damit hat(war bisher nie der fall,alle haben mich bewundert!),den brauche ich net.
zurück zur schule,nach der reha ging es mir 2monate oder so gut,dann verschlechterte sich mein zustand zusehends,ich war lange wochen am stück net in der schule,hab meine leistungen jedoch immer gebracht und gehalten. kurz vorm abi sagten ärzte,ich solle lieber net dran teilnehmen,es sie zu anstrengend für mich und ich dachte mir wieder: nein,bis hierher hast du es geschafft,du machst weiter. ich schrieb mein abi dieses jahr im märz und april und hatte eben meine sondergenehmigungen. stehpult,liege,hätte auch die prüfung unterbrechen dürfen und nach ner stunde o.ä wieder wieterschreiben können. ähnlich war es bei meiner abi-präsentations-prüfung ende mai und meiner mündlichen,die ich gestern abgelegt habe.
und nun,da ich meinen abi-schnitt habe,kann ich sagen: ich habe es mit sehr sehr guten leistungen gemeistert! im wahrsten sinne des wortes! ich bin mit meinen noten die geblieben,die ich vor den ops auch war,habe alle meine ziele erreicht,auch wenn ich im alltag viel hilfe brauchte bspw. beim haare waschen,schuhe binden,in der schule haben sie alle drauf geachtet,dass ich net viel laufen muss und all meine kurse,was ja sont net üblich ist,in einen raum iom erdgeschoss gelegt. klar,ich war ,bin und werde immer etwas anders sein als andere,doch sehe ich meine krankheit net als starke belastung an. auch ,wenn es mir so schlecht geht,dass ich manchmal morphine bekomme und ich auch in der shcule einfach mal im unterricht geweint hab,weil die schmerzen unerträglich geworden sind.
liebe mouton,ich kann deine emotionen nachvollziehen,doch bleib stark und setz dir ziele. wenn du wirklich etwas schaffen willst,gelingt es dir auch,mit oder ohne skoli. klar,meisterin im trampolin springen werden wir beide sicherlich net werden,weil das bei so ner krankheit einfach net möglich ist,aber du musst versuchen,dich net in ein loch ziehen zu lassen. ich weiß,es ist einfacher gesagt als getan,aber ich glaub,dass ich oder wir hier alle wissen,von was wir reden.
setzte dich mit der diagnose in nächster zeit auseinander,lerne vllt.,sie zu akzeptieren. aber ich denke,das hast du bereits verstanden. du hast dein ganzes leben,wie auch ich( ich bin nun 19) noch vor dir,lass dich nie unterkriegen!
ich hab auch starke schmerzen,so stark,dass ich wieder in die reha muss,manchmal nur kriechen kann und manchmal weine auch ich wegen den schmerzen,aber im nächsten moment denke ich: maria,du schaffst alles! du bist stark,du erreichst,was du willst.
dieses denken hab ich sicherlich auch,weil ich sehr sehr viel unterstützung bekomm,eben von meinen eltern,meinem bruder,verwandten,freunden.mitschülern,lehrern ,eben von allen.
lg,maria
sehr aufmerksam hab ich viele eurer berichte gelesen(leider noch net alle aus zeitgründen) und möchte dir sagen,liebe mouton,dass viele menschen sich fühlen wie du,ich jedoch nicht zu ihnen gehöre.
nun zu meiner geschichte und meinen emotionen(einige hier kennen sie schon,aber du wahrscheinlich nicht). meine skoli wurde diagnostiziert,als ich noch sehr jung war. mit 2 oder 3 jahren. regelmäßig machte ich kg bis zu meinem 14 lebensjahr ca. und trieb nebenbei noch sehr viel sport. ich war leistungssportlerin(leichtathletik) und war oft schwimmen,hab basketball gespielt, badminton und war sehr erfolgreich.
nach und nach bekam ich mehr schmerzen,wurde in die wwk geschickt und dort verpassten sie mir sofort ein korsett: ausgeprägte thorako-lumbale kyphoskoliose mit morbus scheuermann. ich hab es net verstanden,was da auf mich zukommt,aber als ich drei monate später mein korsi bekam,war das natürlich auch neu für mich. doch hab ich mich dadurch nie zurückgezogen. alle freunde,lehrer,leute in der schule wussten,was los ist und haben mich immer unterstützt. so war ich dann halbjährlich zum röntgen in der wwk und fast zwei jahre später hieß es: obwohl es sich nur um drei grad verbessert hat,musst du es nur noch 12 stunden tragen. gefreut habe ich mich sicher,aber diese freude hielt net lang an.
so war ich in der schule,hatte schuhe mit bissi absatz an,was ich da noch durfte und kam nach hause und merkte,dass ich sehr starke schmerzen habe. ich habe mich ins bett gelegt und nichts weiter gedacht. als mich meine mutter weckte und zum abendessen rief,versuchte ich aufzustehen.........das ging aber plötzlich net mehr, ich konnte meine beine kaum bewegen und hatte auch kein richtiges gefühl mehr drin.6 lange wochen musste ich dann auf einen termin in der wwk warten,ich wurde gefragt,was los sei,zum röntgen geschickt und als ich wieder in den behandlungsraum kam,dachte ich mir: das ist net deine ws,die da aufm röbi zu sehen ist. grund: die gradzahl war auf das doppelte oder mehr(weiß es net mehr genau)angestiegen und sofort hörte ich den satz: op
meine bandscheiben hatten sich auch mehr und mehr verdünnisiert.
3wochen später wurde ich aufgenommen.
im endeffekt bin ich nun vor etwas mehr als 2jahren,im februar 2004 2mal operiert worden. ich bin nun mit vielen schrauben ,stangen,haken von th4- l2 versteift,habe keine bandscheiben mehr,kann mich nie wieder bücken etc.also kann ich vieles nun net mehr,am schlimmsten war anfangs,dass sie mir sagten: keinen sport mehr!
ich lernte wieder,gut zu laufen,konnte mir anfangs aber net mal selbst die zähne putzen,geschweige denn die haare waschen,keine schuhe binden(geht auch heute net) usw.
damals war ich ein jahr net in der schule,direkt in der oberstufe,11.klasse. die ärzte sagten mir: wiederhol gleich und biste sicher,dass du mit dem rücken noch schule machen kannst? und in dem moment dachte ich: jetzt erst recht,ich war vorher eine top-schülerin,so schwer wird das net. gesagt ,getan. nachdem ich ohne hilfe ein paar meter laufen konnte,ging ich in die schule,zunächst stundenweise,4 wochen vor schuljahresende. die lehrer sagten mir von vornherein: maria,du bist schlau,du schaffst das,du bist stark,du kannst es. und so war es: am ende der 11. entschieden sich alle 12 lehrer,die mich unterrichtet haben ,einstimmig,mich zu versetzen! eben ohne noten,aber sie wussten,ich hab es drauf. natürlich musste ich das in den 4wochen beweisen.
anfang der 12 ging ich in die reha und kam erst nach 2monaten wieder. allerdings gab es da schon noten,die auch fürs abi zählten,was aber kein wirkliches problem für mich war. klausuren schrieb ich mal im liegen,im stehen,hatte einen sitzball und keinen normalen harten stuhl mehr. alle,wirklich alle,sei es mein jahrgang(es sind wirklich tolle menschen) ,meine lehrer(die sind super) oder eben alle anderen,angefangen von den kleinsten aus der 5.,die das dann mitbekommen haben,alle haben mir geholfen. ich war nie allein!und wie auch schon mal gesagt wurde: meine krankheit ist ein teil von mir,jedem,den ich kennen lerne, sage ich,was ich habe, wer ein problem damit hat(war bisher nie der fall,alle haben mich bewundert!),den brauche ich net.
zurück zur schule,nach der reha ging es mir 2monate oder so gut,dann verschlechterte sich mein zustand zusehends,ich war lange wochen am stück net in der schule,hab meine leistungen jedoch immer gebracht und gehalten. kurz vorm abi sagten ärzte,ich solle lieber net dran teilnehmen,es sie zu anstrengend für mich und ich dachte mir wieder: nein,bis hierher hast du es geschafft,du machst weiter. ich schrieb mein abi dieses jahr im märz und april und hatte eben meine sondergenehmigungen. stehpult,liege,hätte auch die prüfung unterbrechen dürfen und nach ner stunde o.ä wieder wieterschreiben können. ähnlich war es bei meiner abi-präsentations-prüfung ende mai und meiner mündlichen,die ich gestern abgelegt habe.
und nun,da ich meinen abi-schnitt habe,kann ich sagen: ich habe es mit sehr sehr guten leistungen gemeistert! im wahrsten sinne des wortes! ich bin mit meinen noten die geblieben,die ich vor den ops auch war,habe alle meine ziele erreicht,auch wenn ich im alltag viel hilfe brauchte bspw. beim haare waschen,schuhe binden,in der schule haben sie alle drauf geachtet,dass ich net viel laufen muss und all meine kurse,was ja sont net üblich ist,in einen raum iom erdgeschoss gelegt. klar,ich war ,bin und werde immer etwas anders sein als andere,doch sehe ich meine krankheit net als starke belastung an. auch ,wenn es mir so schlecht geht,dass ich manchmal morphine bekomme und ich auch in der shcule einfach mal im unterricht geweint hab,weil die schmerzen unerträglich geworden sind.
liebe mouton,ich kann deine emotionen nachvollziehen,doch bleib stark und setz dir ziele. wenn du wirklich etwas schaffen willst,gelingt es dir auch,mit oder ohne skoli. klar,meisterin im trampolin springen werden wir beide sicherlich net werden,weil das bei so ner krankheit einfach net möglich ist,aber du musst versuchen,dich net in ein loch ziehen zu lassen. ich weiß,es ist einfacher gesagt als getan,aber ich glaub,dass ich oder wir hier alle wissen,von was wir reden.
setzte dich mit der diagnose in nächster zeit auseinander,lerne vllt.,sie zu akzeptieren. aber ich denke,das hast du bereits verstanden. du hast dein ganzes leben,wie auch ich( ich bin nun 19) noch vor dir,lass dich nie unterkriegen!
ich hab auch starke schmerzen,so stark,dass ich wieder in die reha muss,manchmal nur kriechen kann und manchmal weine auch ich wegen den schmerzen,aber im nächsten moment denke ich: maria,du schaffst alles! du bist stark,du erreichst,was du willst.
dieses denken hab ich sicherlich auch,weil ich sehr sehr viel unterstützung bekomm,eben von meinen eltern,meinem bruder,verwandten,freunden.mitschülern,lehrern ,eben von allen.
lg,maria
Zuletzt geändert von maria*1986* am Sa, 05.08.2006 - 09:08, insgesamt 4-mal geändert.
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Dalia (rausgekickt)
Hallo Lara, Jule und Maria,
bittebitte lasst in euren sehr langen Texten auch ab und zu eine Zeile frei, dann kann man das leichter lesen.
Ich werde mich wohl später an die Arbeit machen und eure Texte lesbarer machen. Oder aber ihr editiert eure Texte selbst.
Danke!
Dalia
P.S.: Hab hier noch nichts gelesen, nur überflogen.
bittebitte lasst in euren sehr langen Texten auch ab und zu eine Zeile frei, dann kann man das leichter lesen.
Ich werde mich wohl später an die Arbeit machen und eure Texte lesbarer machen. Oder aber ihr editiert eure Texte selbst.
Danke!
Dalia
P.S.: Hab hier noch nichts gelesen, nur überflogen.
- maria*1986*
- aktives Mitglied

- Beiträge: 59
- Registriert: Sa, 03.12.2005 - 23:11
- Wohnort: schwalmstadt(hessen)
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IchBinJule
- treues Mitglied

- Beiträge: 257
- Registriert: Sa, 17.04.2004 - 13:18
- Wohnort: Leipzig
Es stimmt Dalia ich habe mir widersprochen,doch ich meinte nicht,dass das Korsett an sich mich störte .. ich meine speziell die Optik oder die Tatsache an sich..was mich störte war die Einengung..ich musste mich nach dem Korsett richten und meine Freizeit war begrenzt..ich dachte an sterben manchma ehrlich..aber die einfachere reifere und erwachsenen Konsequenz war: WEG DAMIT..und du glaubst nicht ,wie gut es mir Tat dieses Dinges abzumachen..nicht wegen Scherzen oder Optik NEIN NEIN..wegen der Freiheit..
Es ist meine Einstellung..absolut und ich akzeptiere deine sehr.
Ich weiß den Aufwand zu schätzen,den du dir machst..aber verurteile bitte nicht meine Entscheidung es abzulegen !!
Nochmal zu Olli und dem erwchsen sein..ich denke er meinte,dass ich akzeptiere "krumm" zu sein,denn ich denke schon das Lisa ein bisschen Probleme mit ihrer Skoliose ansich hatt,denn dies geht ja einher mit dem Korsett (man hofft es zumindest) und ich denke in dem Punkt bin ich einigen hier vorraus...nicht allen bei Gott nicht,aber vielen..
Ich zeige was ich habe..auch meine Behinderung,denn es ist eine wenn wir es genau nehmen !!
July
Es ist meine Einstellung..absolut und ich akzeptiere deine sehr.
Ich weiß den Aufwand zu schätzen,den du dir machst..aber verurteile bitte nicht meine Entscheidung es abzulegen !!
Nochmal zu Olli und dem erwchsen sein..ich denke er meinte,dass ich akzeptiere "krumm" zu sein,denn ich denke schon das Lisa ein bisschen Probleme mit ihrer Skoliose ansich hatt,denn dies geht ja einher mit dem Korsett (man hofft es zumindest) und ich denke in dem Punkt bin ich einigen hier vorraus...nicht allen bei Gott nicht,aber vielen..
Ich zeige was ich habe..auch meine Behinderung,denn es ist eine wenn wir es genau nehmen !!
July
