Irgendwie bin ich nach wie vor unsicher , Skoli bei 8jährige

Fragen und Antworten rund um das Thema Skoliose
Jana75
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 86
Registriert: Di, 13.12.2005 - 09:39
Wohnort: Berlin

Irgendwie bin ich nach wie vor unsicher , Skoli bei 8jährige

Beitrag von Jana75 »

Heute hatten wir nun unseren Kontrolltermin im Behring, den ich vorgezogen hatte, da mir bei meiner Tochter eine optische Verschlechterung aufgefallen ist, und sich nicht nur lumbal, sondern nun auch thorakeral eine leichte Krümmung zeigt. Im Januar war die Diagnose, leichte Lumbaleskoliose, geröngt wurde nicht, da zu leicht und noch nichts meßbar. :(
Nun wurde auch nicht geröngt, da noch nicht notwendig, aber augenscheinliche Krümmung liegt bei 10°-15°. So das ist für mich eine deutliche Verschlechterung in 3 Monaten von nicht meßbar zu 10°-15°.
Nach mein Fragen auf ein Nachtkorsett um die Skoli auf dem Stand zu halten wie sie jetzt ist, meinte die Ärztin dies sei noch nicht notwendig, und Klaus Nahr meinte ich würde ihr damit die Korsettzeit um 2 Jahre verlängern, da sie bei einer evt. Verschlechterung mit 10 Jahren eins bekommen würde. Klingt für mich logisch, möchte ich dann auch nicht, ich will sie ja nicht unnötig in eine Behandlung zwängen die unnötig ist.
Aber als ich nach einer Kur in Sobernheim fragte, meinte die Ärztin auch das wäre noch nicht notwendig.
Dauerkrankenrezept habe ich dann vorne von der Arzthelferin bekommen, so kann sie wenigstens ambulant weiter Schroth machen.

Ich bin bisher davon ausgegangen das es gut ist, die Skoliose so früh entdeckt zu haben und es durch eine Schroth-Reha und ein Nachtkorsett auf dem Stand gehalten werden kann wie es jetzt ist. Damit bestünde vielleicht die Möglichkeit das sie nie am Tage ein Korsett tragen müsste.

Aber unsere Therapie bezieht sich nun auf 2xmal die Woche Schroth und Kontrolltermine. Ich bin total unsicher ob das so reicht, naja machen kann ich eh nichts, ich kann der Ärztin ja nicht meinen Willen aufzwängen, es kann ja total falsch sein, wie ich mir das vorstelle.

Sehe ich das zu eng? Ich würde so gern sicher sein, das das alles so in Ordnung ist.
Anzumerken ist, das die Skoliose wirklich noch ganz leicht ist.
Ulli
treues Mitglied
treues Mitglied
Beiträge: 331
Registriert: Sa, 12.04.2003 - 15:36
Wohnort: Frauenkirchen Österreich
Kontaktdaten:

Beitrag von Ulli »

Ich wäre schon der Meinung, dass ein Nachtkorsett gut wäre. So könnte man ihr es am Tag ersparen. Und das wird sicher kommen, wenn sie jetzt schon 15° haben soll!

Vielleicht doch nach Stuttgart???
Benutzeravatar
Dalia
Co-Admin
Co-Admin
Beiträge: 10332
Registriert: So, 10.08.2003 - 12:48
Geschlecht: weiblich
Diagnose: 107° und 98° (im Jahr 2003 zu Beginn der Korsetttherapie: 98° und 93°), sehr starre Skoliose, kaum Beschwerden
Therapie: 1983-1994 Korsetts verschiedener OTs, zuletzt bei Rahmouni, dann Korsettabschulung im Jahr 1994, seit 05/2005 bis etwa 2018 Nachtkorsett von Rahmouni, Therapieziel: Halten der Skoliose, seit 2018 keine Therapie mehr
Wohnort: NRW

Beitrag von Dalia »

In Berlin haben wir doch Klaus Nahr (Orthopädietechniker). :)
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
Jana75
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 86
Registriert: Di, 13.12.2005 - 09:39
Wohnort: Berlin

Beitrag von Jana75 »

Dalia
Was meinst du damit?
Benutzeravatar
J-Maria
Vielschreiber
Vielschreiber
Beiträge: 694
Registriert: Do, 29.04.2004 - 09:10
Geschlecht: weiblich
Wohnort: Berlin

Beitrag von J-Maria »

Hallo Jana,

heiß „-„ bis?
Ich meine ist die Einschätzung 10 bis 15°?


Ich glaube, du kannst der Erfahrung in Behring gut vertrauen.
Vor allem der Einschätzung von Herrn Nahr.
Die Werte (Grad und Rotation) die, die Röbis meiner Tochter jeweils gezeigt haben/messbar waren, hatte er vorher fast genauso vorhergesagt.
Ich glaube, dass man, als erfahrener OT, bei schlanken Patienten (trifft bei deiner Tochter zu??) gut einschätzen kann.
Ich will damit sagen, der Aussage 10 bis 15 ° kannst du vertrauen.

Dass du das bei deiner Tochter mit einem Korsett absichern willst, kann ich als Mutter voll nachempfinden!
Wenn dir das keine Ruhe lässt, dann besteh das nächste mal (in 3 Monaten) auch wenn keine Verschlechterung bis dahin eintritt (immer noch 10-15°) auf ein Röbi.
Sollten 10° messbar sein – bist du beruhigt, sollte es sich verschlechtern, wird eh eine Entscheidung anstehen.

Wenn Dich die Tatsache „kein Röbi bei dem momentanen Skolioseverlauf deiner Tochter“ so sehr beunruhigt, dann wird die Ärztin dafür Verständnis haben.
Du muss dem Therapieverlauf, in jedem Stadium, als Mutter zustimmen.
Sprich beim nächsten mal die Ärztin an, ich glaube, es wird kein Problem sein; deine Tochter wird geröntgt, wenn du das ausdrücklich wünscht.
Benutzeravatar
Dalia
Co-Admin
Co-Admin
Beiträge: 10332
Registriert: So, 10.08.2003 - 12:48
Geschlecht: weiblich
Diagnose: 107° und 98° (im Jahr 2003 zu Beginn der Korsetttherapie: 98° und 93°), sehr starre Skoliose, kaum Beschwerden
Therapie: 1983-1994 Korsetts verschiedener OTs, zuletzt bei Rahmouni, dann Korsettabschulung im Jahr 1994, seit 05/2005 bis etwa 2018 Nachtkorsett von Rahmouni, Therapieziel: Halten der Skoliose, seit 2018 keine Therapie mehr
Wohnort: NRW

Beitrag von Dalia »

Hallo Jana,

Ulli hat vorgeschlagen, nach Stuttgart zu gehen, weil dort Rahmouni als sehr kompetenter Korsettbauer tätig ist. Aber wenn ihr in Berlin wohnt und euch für ein Korsett entscheidet, ist Klaus Nahr für euch die bessere und vor allem viel nähere Alternative.

Dalia
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
Jana75
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 86
Registriert: Di, 13.12.2005 - 09:39
Wohnort: Berlin

Beitrag von Jana75 »

Ulli:
Stuttgart ist zu weit und wechseln wollte ich nicht, ich denke schon das mein Kind da in guten Händen ist. Ich dachte nur mir hier Ratschläge zu holen, die ich dann umsetzten kann, in welcher Form auch immer

J-Maria

Die Gradzahl ist max 15°, also 10° bis 15°, wirklich noch gering.
Der Einschätzung der Gradzahl vertraue ich, weiter kann ich die Begründung gegen eine Nachtkorsettversorgung durchaus nachvollziehen, das hatte ich in meinem "Eifer" nicht bedacht. Die Ärztin ist super nett zu meiner Tochter, einen Wechsel habe ich absolut nicht in Betracht gezogen. Da ich selber eine unbehandelte Skoliose habe :< , bin ich höchstwahrscheinlich ein wenig "übermotiviert" :/ und will alles jetzt sofort und gleich. Dabei habe ich aus den Augen gelassen, das es für meine Tochter auch negativ sein kann. Klaus Nahr hat mir wg. einer evt. Korrektur (falls die mal notwendig sein sollte) erklärt, das diese gut möglich wäre.....
Kontrolle haben wir erst wieder in 6 Monaten, sie ist ja erst 8 und wächst noch nicht so schnell. Das mit dem Röntgen kann ich wiederum auch verstehen, wird evt. noch oft nötig sein.
Ich mache mir halt nur Sorgen und wollte auch nicht zum Klugsch... werden, deshalb dachte ich frage mal hier nach.

Dalia
Klaus Nahr ist bei den Untersuchungen immer dabei, was ich erst seit heute weiß, beim ersten Mal habe ich ihn für einen Arzt gehalten. Heute habe ich aufs Schild geachtet und den Namen gelesen, damit wusste ich dann das er kein Arzt ist und war ein wenig überrascht, ich dachte vorher er ist so um die 50 ;D , weil alle schreiben das er so gute Korsetts macht.
Auweia :rolleyes:
Zuletzt geändert von Jana75 am Do, 27.04.2006 - 20:56, insgesamt 1-mal geändert.
Jana75
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 86
Registriert: Di, 13.12.2005 - 09:39
Wohnort: Berlin

Beitrag von Jana75 »

Kann man eigentlich bei einer Korsettversorgung auch der Wirbelrotation entgegenwirken?
Sumsibiene
Newbie
Newbie
Beiträge: 10
Registriert: Do, 09.03.2006 - 20:12
Wohnort: 97753 Karlstadt

Beitrag von Sumsibiene »

Hallo Jana75,

ich melde mich hier mal, weil ich ebenfalls eine 8-jährige Tochter mit einer
"leichten" Skoliose von 12° BWS und 16° LWS habe. Bei Ihr wurde die
Diagnose mit 5 1/2 Jahren gestellt. (damals 12° BWS und 18 ° LWS).
Seit dieser Zeit "schrothen" wir. 1 x die Woche bei der Krankengymnastin
und den Rest der Woche daheim.

Wir waren auf Anraten unserers Orthopäden in Bad Sobernheim und sind
auch erst am 19.04.06 zurückgekommen. Also alles noch ganz frisch.

In Sobi wurde sie zu Beginn der Reha mit einem Skoliometer vermessen.
Dieses zeigte BWS einen Wert von 2 und LWS einen Wert von 7 an.
Geröntgt wird in Bad Sobernheim eigentlich gar nicht.
Bei der Abschlußuntersuchung nach 4 Wochen hatten sich die Werte auf
BWS 1 und LWS 4 verbessert.

Auch ich habe in Bad Sobernheim nach einem Nachtkorsett gefragt.
Dieses wurde mir genauso wie bei Dir verneint. Das wäre jetzt nicht nötig, da man den Verlauf der Skoliose nicht genau prognostizieren kann. Auf jeden Fall sollte man engmaschig (alle 3 Monate) kontrollieren lassen.

Die Aussagen deines Arztes stimmen mit denen in Sobernheim (Dr. Weiß)
überein. Die "gefährliche" Phase tritt mit Einsetzen der "Reifungszeichen" ein. Dann könnte es durchaus passieren, daß sich in einem starken Wachstumsschub die Skoliose deutlich verschlechtert. Erst dann sollte über eine Korsettversorgung entschieden werden.

Bzgl. einer Reha in Sobi kann ich Dir nur empfehlen nochmals mit Eurer
Ärztin zu sprechen.

Uns beiden hat es sehr viel dort gebracht. Für meine Tochter eine deutliche Verbesserung und dadurch Motivation die Übungen zuhause weiterzuturnen; und mir eine Beruhigung. Mir ging es nämlich ähnlich wie Dir. ich war echt unsicher ob ich es so wie ich es momentan mache auch
ausreichend ist. Diese Bedenken konnten mir erstmal genommen werden.

Ich wünsche Euch weiterhin viel Erfolg


:gut:
Benutzeravatar
BZebra
Profi
Profi
Beiträge: 4915
Registriert: Mo, 20.05.2002 - 15:06

Beitrag von BZebra »

Birgit Riethmann hat geschrieben:Die Aussagen deines Arztes stimmen mit denen in Sobernheim (Dr. Weiß)
überein. Die "gefährliche" Phase tritt mit Einsetzen der "Reifungszeichen" ein. Dann könnte es durchaus passieren, daß sich in einem starken Wachstumsschub die Skoliose deutlich verschlechtert. Erst dann sollte über eine Korsettversorgung entschieden werden.
Dann ist es aber schon zu spät für ein Nachtkorsett. Dann muss das Korsett tagsüber getragen werden was ein viel tiefgreifender Einschnitt ist. Wenn es ums Korsett geht, dann wollen alle ein Nachtkorsett, aber keiner ein Ganztagskorsett.

Aus einer Publikation von Dr. Weiß:

[equote="Weiss HR (1995) Standard der Ortheseversorgungen in der Skoliosebehandlung. Med Orth Tech. 115:323-330"]Nach unseren Erfahrungen haben Patienten mit früher Abschulung (Risserstadium 4-5 bei Mädchen) ungünstigere Verläufe als bei Spätabschulungen im Alter von 18-19 Jahren. Diese Erfahrung teilen wir auch mit anderen (RAHMOUNI, 1991). Eine Ursache hierfür könnte sein, dass auch nach Schluss der Epiphysenfuge der Hand und der Darmbeinkante ein signifikantes Wirbelsulenwachstum besteht (HOWELL et al., 1992). Die Autoren geben an, dass das Wirbelsäulenwachstum auch nach Schluss der radiologisch sichtbaren Epiphysenfugen noch weitere 2 Jahre anhält. Diese Untersuchung bestärkt uns darin, die Abschulungsphase zumindest bei Patienten mit nicht überkorrigierten Skoliosen bis zum 18. oder 19. Lebensjahr herauszuschieben. Will man eine solch lange Korsetttragedauer vermeiden, so muss man die Patienten mit kleineren Cobb-Winkeln eben frühzeitig versorgen. Dies auch mit der Gefahr vielleicht einzelner auch unnötiger Behandlungen. Dieses Konzept wurde auf dem 9. Internationalen Phillip Zorab Symposium in Cambridge von PONTE (1993) vorgestellt. Der genannte Autor hat über die letzten 10 Jahre mehr als 200 Patienten mit Korsetten früh behandelt, wobei das nächtliche Tragen ausreichend war. Allerdings hat er hierzu einen Korrektureffekt von mindestens 60% gefordert. Bei keinem dieser Patienten ist langfristig eine ganztägliche Tragedauer des Korsetts notwendig geworden. Eine solche Nachtversorgung belastet den Patienten nicht wesentlich psychisch und verhindert möglicherweise die Notwendigkeit einer Ganztagestragezeit oder eventuell gar einer Operation. Auch hier finden wir wieder die Notwendigkeit einer ausreichenden Primärkorrektur dokumentiert.[/equote]
Letzteres ist die Patientenfreundlichere Einstellung die er auch schon mal vertreten hat. Beide Aussagen sind richtig aus einem bestimmten Blickwinkel heraus. Was Dr.Weiß dir, Birgit, da gesagt hat, bezieht sich nur auf eine Masse von Patienten - immer wenn von Wahrscheinlichkeiten die Rede ist - und in dieser Masse macht es nichts aus, wenn dann als Konsequenz einer nicht frühzeitig stattgefundenen Nachtkorsett-Versorgung einzelne Patienten dann am Ende operiert werden müssen.

In großen Masse kann es alle möglichen Wahrscheinlichkeiten geben. Für den Einzelnen gibt es aber nur 1 und 0. Daß der Verlauf nicht 100%ig vorhersagbar ist, wenn es um die Versorgung mit einem Nachtkorsett geht, ist klar, denn wäre es so, dann ist man schon längst in einem Bereich, in dem gar nicht mehr nur mit Nachtkorsett versorgt werden kann.

Die Ärzte in Sobernheim haben also nur das gesagt, was sowieso klar ist und nichts was sachlich für eine Entscheidung für oder gegen eine Nachtkorsettversorgung qualifizieren würde; diese Aussage trifft ja schließlich auf ALLE Nachtkorsett-Versorgungen zu.

Meine Meinung zu den beiden Sachlagen:

10-15° (Janas Tochter)
Nur täglich und bei der KG Schroth und Du kannst schon mal eine Reha planen. Außerdem würde ich mir selbst ein Skoliometer zulegen und anfangen regelmäßig Skoliometerwerte zu messen und zu dokumentieren.

18° (Birgits Tochter)
Wenn es meine Tochter wäre, würde ich sie ohne Frage mit einem Nachtkorsett versorgen. Da bräuchte ich keinen Arzt mehr für die Beratung sondern nur noch ein Rezept.
Ganz ehrlich, ich wäre sogar happy, dass genau zum richtigen Zeitpunkt ein Röntgenbild angefertigt wurde, bei dem die Notwendigkeit einer Nachtkorsettversorgung für mich vollkommen außer Frage steht und es außerdem auch noch rechtzeitig ist. Der perfekte Zeitpunkt, nicht zu früh und nicht zu spät.

In Janas Fall wäre ich auch unglücklicher mit einem so ungenauen Ergebnis, zumal ich nicht wüsste, wie es dann beim nächsten Röntgenbild ausschauen wird und ob es dann womöglich schon über 20 Grad sind und ein Nachtkorsett nicht mehr ausreicht. Ich würde aber in dem Fall nur Schroth machen und halt eben Nägel kauen bis zum nächsten Röntgenbild.

Wäre die Aussage 15-20 Grad gewesen, dann hätte ich auch sofort zu einem Nachtkorsett gegriffen.

Dr. Weiß vertritt leider nicht (mehr/immer) die Interessen des einzelnen Patienten sondern... wechselnde?... von??? :/
Bei Dir als Mutter ist das aber ziemlich klar definiert, du vertrittst nur die Interessen einer Patientin, Deiner Tochter, und deswegen gelten hier andere Regeln und Maßstäbe - man nimmt keine vermeidbaren Risiken in Kauf für (aus persönlicher/individueller Sicht) quasi nichts. Und das ist ein Nachtkorsett; NICHTS gegen das, was sonst passiert oder passieren kann.

Bei Jana kann man "leider" nicht so schöne klare Schlüsse ziehen.
Zuletzt geändert von BZebra am Do, 27.04.2006 - 23:07, insgesamt 4-mal geändert.
Jana75
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 86
Registriert: Di, 13.12.2005 - 09:39
Wohnort: Berlin

Beitrag von Jana75 »

Hallo Birgit Riethmann,
Vielen Dank für Deinen Beitrag :)
Es ist ja wirklich ungefähr gleich und die Aussagen der Ärzte decken sich.

Wegen einer Kur werde ich dann erst bei unserem Konrolltermin fragen, der erst in 6 Monaten ist.
Ich wollte zwar alle 4 Monate, die Ärztin meinte aber alle 6 Monate reicht noch, erst wenn in der Pubertät die große Wachstumsphase kommt, bringt kürzere Termine was.
Wenn ich jetzt aber eine Verschlechterung sehe, kann ich den Termin bestimmt wieder vorziehen, habe ich diesmal ja auch gemacht.

Schroth machen wir 2xmal die Woche, in einem Monat bekommt sie eine Sprossenwand in ihr Zimmer und dann kann sie zu Hause auch besser ihre Übungen machen.

@all
Ich bin jetzt beruhiger, vielleicht sollte ich mir nicht zu viele Gedanken machen ;) auch wenn es schwer ist :ja:
Vielen Dank Euch allen :blume:
Jana75
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 86
Registriert: Di, 13.12.2005 - 09:39
Wohnort: Berlin

Beitrag von Jana75 »

BZebra
In Janas Fall wäre ich auch unglücklicher mit einem so ungenauen Ergebnis, zumal ich nicht wüsste, wie es dann beim nächsten Röntgenbild ausschauen wird und ob es dann womöglich schon über 20 Grad sind und ein Nachtkorsett nicht mehr ausreicht. Ich würde aber in dem Fall nur Schroth machen und halt eben Nägel kauen bis zum nächsten Röntgenbild. Wäre die Aussage 15-20 Grad gewesen, dann hätte ich auch sofort zu einem Nachtkorsett gegriffen.
Unsere Schroth-Therapeutin (die ich nur empfehlen kann :) ) hat auch gesagt das es ihrer Meinung nach noch keine 20° sind, und ich denke das auch. Weiter meinte sie, das wir sehr früh gekommen sind, was doch seltener ist.

Der thorakerale Bogen ist auch nur angedeutet ich bezweifle das es dort überhaupt 10° sind. Es ist mehr im lumbalen Bereich und wie gesagt auch dort nur sehr gering. Der "geschätzten" Gradzahl vertraue ich wie gesagt 100%.

Bisher habe ich die Auffassung gehabt, am besten ihr wird jetzt ein Nachtkorsett "verpasst" und die Gradzahl verschlechtert sich dadurch nicht.(Verbunden mit Schroth)
Nun hat mich K.Nahr aber doch zum Nachdenken gebracht. Was ist wenn es nichts bringt und ich ihr dadurch die Tragezeit um 2 Jahre verlängere?

Ich muss dazu sagen, meine Tochter hat eines zu "tragen". Sie hat Asthma, etliche Allergien und ist dadurch um einiges eingeschränkt.

Wenn ich das nun mit viel Rederei versucht hätte durchzusetzten und es wäre falsch gewesen, dann hätte ich ihr womöglich unnötige Last aufgetragen. Ist halt schwer zu entscheiden.

Die Reha werde ich nächstes Mal wie gesagt nochmal ansprechen, hoffe aber das unsere KK da mit macht, wir hatten voriges Jahr erst eine Asthmakur.

Andererseits wie komme ich zu einem Nachtkorsett, wenn es der Arzt nicht verordnen möchte, weil er die Notwendigkeit nicht/noch nicht sieht? Ich handel aus meinem Gefühl, der Arzt hat das Wissen
Und ich kann diese ja nicht zwingen, ist schon eine Zwickmühle, man muss eben Vertauen lernen
Benutzeravatar
BZebra
Profi
Profi
Beiträge: 4915
Registriert: Mo, 20.05.2002 - 15:06

Beitrag von BZebra »

Was ist wenn es nichts bringt und ich ihr dadurch die Tragezeit um 2 Jahre verlängere?
Ich habe ja oben ein Zitat aus einer Publikation von Dr. Weiß reingepostet. Nach den Ergebnissen, die dort wiedergegeben sind, ist es nicht besonders wahscheinlich, dass es nichts bringt. Im Gegenteil, es sieht eher wie eine totsichere Sache aus vorausgesetzt das Korsett korrigiert perfekt.

Abgesehen davon, kein Korsettträger sieht das Tragen eines Nachtkorsetts als richtige Tragezeit an. Wen immer Du fragst der zum Ende seiner Korsett-Therapie noch nachts weitergetragen hat, man wird Dir die Zeit nennen, die das Korsett ganztags getragen wurde und nicht die Jahre des Nachtkorsetts dazurechnen.
Wenn ich das nun mit viel Rederei versucht hätte durchzusetzten und es wäre falsch gewesen, dann hätte ich ihr womöglich unnötige Last aufgetragen. Ist halt schwer zu entscheiden.
Viel Rederei hat man bei einem ganztags zu tragenden Korsett. Was braucht ein Nachtkorsett denn viel Überzeugungsarbeit, wenn man es dem Kind als Notbremse vor einer zu drohenden ganztags Korsett-Therapie präsentiert.

Ich habe auch täglich brav meine Übungen gemacht, weil es hieß, ich würde sonst ein Korsett bekommen. Als ich dann schon in der OP-Indikation war, habe ich dann freiwillig das Korsett getragen und konnte es garnicht schnell genug bekommen. So ändern sich die Ansichten.

Ich würde in jedem Fall aber die Skoliometerwerte selbst messen. Mehrfachmessungen an mehreren Tagen und immer dokumentieren und grafisch auswerten. Kein Arzt ist ohne Röntgenbild oder regelmäßige Formetrik-Vermessungen (die es in dieser Häufigkeit nicht gibt) in der Lage, eine bessere Kontrolle zu bieten als das. Optische Schätzungen sind nicht viel Wert, man braucht Meßwerte. Meine Physiotherapeutin hat nicht gesehen, daß ich mich von 32 auf 58 Grad verschlechtert habe.
Die Reha werde ich nächstes Mal wie gesagt nochmal ansprechen, hoffe aber das unsere KK da mit macht, wir hatten voriges Jahr erst eine Asthmakur.
Mach Dir Gedanken in welchen Schulferien ihr fahren wollt. Für die Sommerferien solltest Du ein Jahr vorher beantragen, bei der Krankenkasse (nicht BfA, die verlangen, dass die Kur in wenigen Monaten angetreten wird, was bei Terminen in den Sommerferien in der Regel nicht machbar ist).
Andererseits wie komme ich zu einem Nachtkorsett, wenn es der Arzt nicht verordnen möchte, weil er die Notwendigkeit nicht/noch nicht sieht? Ich handel aus meinem Gefühl, der Arzt hat das Wissen.
Und ich kann diese ja nicht zwingen, ist schon eine Zwickmühle, man muss eben Vertauen lernen.
Nein, ganz im Gegenteil. Vertrauen ist bei Skoliose purer Leichtsinn. Man muss sich selbst soviel Wissen aneignen, dass man keinen Arzt mehr als Ratgeber braucht. Äezte können in Bezug auf Skoliosebehandlung nichts, was man sich nicht selbst auch, wenn nicht noch besser aneignen kann. Ich würde selbst auf die klinischen Messungen (so sie denn überhaupt in zahlenmäßig auswertbarer Form stattfinden) nichts geben, weil die Form in der sie ermittelt werden aus wissenschaftlicher Sicht schon überhaupt nicht auswertbar ist und daher gar keine verläßliche Aussagen zulässt. Man kommt effektiv nicht drum herum, es selbst zu machen.

Der optimale Weg ist nicht das zu machen, was ein unerfahrener Arzt empfielt, sondern sich entsprechend des eigenen Wissens und der Wünsche den Arzt auszusuchen, der diese auch vertritt. Sprich, dein Arzt muss sich erst mal durch seine Ansichten bei dir qualifizieren und dann ist auch das Rezept kein Problem.
Jana75
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 86
Registriert: Di, 13.12.2005 - 09:39
Wohnort: Berlin

Beitrag von Jana75 »

BZebra hat geschrieben:Viel Rederei hat man bei einem ganztags zu tragenden Korsett. Was braucht ein Nachtkorsett denn viel Überzeugungsarbeit, wenn man es dem Kind als Notbremse vor einer zu drohenden ganztags Korsett-Therapie präsentiert.
Ich meinte das Reden bei den Ärzten, meine Tochter wäre leicht zu überzeugen, weil sie meinen Rücken kennt und ich mehrfach mit ihr darüber geredet habe.
Vielmehr konnte ich nicht die Ärztin überzeugen:nein:
BZebra hat geschrieben:Ich würde in jedem Fall aber die Skoliometerwerte selbst messen. Mehrfachmessungen an mehreren Tagen und immer dokumentieren und grafisch auswerten.
Wie mache ich das?
Jana75
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 86
Registriert: Di, 13.12.2005 - 09:39
Wohnort: Berlin

Beitrag von Jana75 »

Es sollten eigentlich Zitate sein, nicht fett
Benutzeravatar
Sabi
Profi
Profi
Beiträge: 1084
Registriert: Fr, 17.01.2003 - 09:40
Geschlecht: weiblich
Diagnose: Skoliose
Hypermobilität
Spondyloarthritis
Therapie: aktuell Nachtkorsett von Rahmouni
manuelle Therapie
Schroth-KG

Beitrag von Sabi »

Habe deinen Fettdruck in Zitate umgewandelt...
Ich hoffe, dass ist o.k. so
In der Idee leben heißt,
das Unmögliche behandeln,
als wenn es möglich wäre.
Goethe
Benutzeravatar
Dalia
Co-Admin
Co-Admin
Beiträge: 10332
Registriert: So, 10.08.2003 - 12:48
Geschlecht: weiblich
Diagnose: 107° und 98° (im Jahr 2003 zu Beginn der Korsetttherapie: 98° und 93°), sehr starre Skoliose, kaum Beschwerden
Therapie: 1983-1994 Korsetts verschiedener OTs, zuletzt bei Rahmouni, dann Korsettabschulung im Jahr 1994, seit 05/2005 bis etwa 2018 Nachtkorsett von Rahmouni, Therapieziel: Halten der Skoliose, seit 2018 keine Therapie mehr
Wohnort: NRW

Beitrag von Dalia »

Wenn du den Fettdruck kannst: Du schreibst ihn mit (b) (/b) in eckigen Klammern nicht wahr?

Zitate schreibt man mit (quote) (/quote) in eckigen Klammern.
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
Jana75
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 86
Registriert: Di, 13.12.2005 - 09:39
Wohnort: Berlin

Beitrag von Jana75 »

Danke schön, fürs ändern. Da hatte ich was vertauscht.

Wegen dem Skolimeter habe ich die Suche benutzt und keine Anleitung gefunden, Goggle hat auch nichts, wäre super nett, wenn mir das jemand erklärt. :)

Grüsse
Benutzeravatar
BZebra
Profi
Profi
Beiträge: 4915
Registriert: Mo, 20.05.2002 - 15:06

Beitrag von BZebra »

Jana75 hat geschrieben:
BZebra hat geschrieben:Ich würde in jedem Fall aber die Skoliometerwerte selbst messen. Mehrfachmessungen an mehreren Tagen und immer dokumentieren und grafisch auswerten.
Wie mache ich das?
Zunächst mal brauchst Du ein Skoliometer.

Ein Original mit Anleitung (die ich noch nie gesehen habe) kannst Du für 50$ (= 40 €) hier bestellen: http://www.scoliosis.org/store/scoliometer.php
http://www.macgill.com/productDetail.as ... oduct=5280
http://www.schoolnursesupplyinc.com/pro ... coliometer

Man kann sich auch eines selber machen, in dem man ein Brett, oder besser ein Holzblock (Auflagefläche auf dem Rücken sollte breit sein) einen Neigungsmesser drauf montiert und für die Wirbelsäule eine Mulde in die Mitte reinsägt.

Neigungsmesser gibt es mechanische und digitale mit unterschiedlicher Genauigkeit, je genauer umso besser natürlich. Die Genauigkeit der absolute Neigung spielt dabei allerdings keine Rolle, weil Du nur Werte vergleichst.

Dann legst du es ohne Druck auf den Rücken, wenn sie sich mit locker hängenden Armen, aneinandergepressten Handflächen und durchgestreckten Knien (ich glaube auch zusammengestellten Füßen) nach vorne beugt und versuchst jeweils durch hin und her schieben die Stelle zu finden, an dem die Neigung am größten ist, jeweils in Rippenbuckel und in Lendenwulsthöhe (falls vorhanden).

Das machst Du dann 3 mal hintereinander (Dreifachmessung ist Standard, auch bei der Fettbestimmung mit einem Kaliper), notierst die Messungen und das ganze machst Du dann noch ein paar Tage hintereinander immer zur gleichen Tageszeit.

Du solltest also schon eine ordentliche Menge von Messwerten ermitteln, damit Du weisst, in welchem Bereich die Messung standardmäßig schwanken. In welchen Abständen Du das dann machst musst du selbst rausfinden.

Und das ganze kann man dann ja schön in einer Exceltabelle auswerten.

Das wichtige ist, dass Du immer das selbe Gerät benutzt, Deine Meßmethode standardisierst und möglichst viele Meßergebnisse ermittelst und Dir die nicht nur merkst sondern sie exakt aufschreibst.

Im Prinzip musst Du nur eine ganz normale naturwissenschaftliche Versuchsplanung machen. That's it.

Hier gibts ein Manual mit Bildern. http://www.gillettechildrens.org/fileUp ... Manual.pdf
Dateianhänge
scoliosis.pdf
Guideline fürs Skoliose Screening (Quelle http://www.walton.k12.fl.us/health/scoliosis.pdf)
(13 KiB) 969-mal heruntergeladen
247246%20Scoliosis%20Manual.pdf
Ab Seite 14
(2.96 MiB) 1766-mal heruntergeladen
Ulli
treues Mitglied
treues Mitglied
Beiträge: 331
Registriert: Sa, 12.04.2003 - 15:36
Wohnort: Frauenkirchen Österreich
Kontaktdaten:

Beitrag von Ulli »

Hallo Jana,
ich muss mich einfach auch nocheinmal einmischen!
Ich verstehe es wirklich nicht, warum kein Nachtkorsett gemacht wird! Warum es nichts bringen soll?

Meine Tochter hatte mit 4 Jahren so um die 28°. Leider hat sie es nur nachts getragen. Aber trotzdem konnte sie auf 6° begradigt werden!!!! Jetzt muss sie es nur nachts tragen, was überhaupt kein Problem darstellt.

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass ihr ein Nachtkorsett eines am Tag ersparen wird!!!!! Vorausgesetzt es korrigiert gut!!
Lass dich nicht abschütteln! Du verlängerst ihr damit nicht die Tragezeit, sondern du ersparst es ihr am Tag!!

lg
Ulli
Antworten