Karlson vom Dach hat geschrieben: Es ist leider nur so, daß es so gut wie keine Orthopäden gibt, die Korsette bei Erwachsenen verschreiben.
Selbst wenn sie bereit wären, Erwachsene zu versorgen, so haben sie meistens lokale Orthopädietechniker die kaum oder keine ausreichende Erfahrung für diese anspruchsvollen Versorgungen haben.
Die wenigsten OT`s schaffen für jugendliche Skoliosen oder Kyphosen eine einigermaßen ausreichende Korrektur um einen positiven Effekt zu erzielen. Geschweige denn bei fast schon versteiften Erwachsenen!
Kein Wunder also, daß die allermeisten Orthopäden keine Hoffnung in der konservativen Wirbelsäulen-Therapie haben. Sie fragen sich nicht mal warum das so ist. Sie erleben bei dem "Plastikmüll" den die meisten OT´s anschmelzen auch keine OP-vermeidenden Erfolgserlebnisse bei Jugendlichen, wie sollten sie denn dann an Erfolge bei Erwachsenen glauben?
Diese Logik dreht sich um sich selbst. Einen Ausweg bietet nur jemand der echte Superqualität machen kann und nun schon oft genug bewiesen hat, daß es auch ohne OP gehen kann!
Es tut mir selbst sehr leid, daß ich nicht mehr solche guten Teams in Deutschland oder sonst wo empfehlen kann. Nur konkret Diejenigen, die mir und vielen die ich persönlich kenne, sehr geholfen haben.
Es tut mir wirklich leid, wenn Du für Dich keinen anderen Ausweg als der OP siehst und jegliche eventuell mögliche Alternative nicht mal versuchen willst.
Ich sehe nun Operierte, die viele Monate nach der OP immer noch hochdosierte Schmerzmittel und Opiate brauchen, die physisch und psychisch völlig am Ende sind, denen es viel dreckiger geht als jemals vor der OP, die die OP bisher bitter bereuen, deren Leber vom Schmerzmittelkonsum schon angegriffen ist.
die nun kerzengerade vor einem "Vertrauensarzt sitzen müssen, der einfach behauptet, sie seinen nun arbeitsfähig, obwohls weniger arbeitsfähiger sind den je. Und das obwohl sie lieber heute als morgen zurück an ihre Arbeitsstelle gehen würden um aus der Isolierung des monatelangen Krankseins zu entfliehen.
"Aber das Schlimmste ist, daß ich mich nicht mal mehr vor Schmerzen krümmen kann!" hat mir erst kürzlich eine verzweifelte Operierte am Telefon gesagt.
Solange es noch winzige andere Chancen gibt, würde ich diesen Weg nicht gehen!
Glaub mir ich weis genau warum ich für die Alternativen kämpfe!
Das gilt NICHT für junge Skoliosen, die oft nach wenigen Wochen wieder sehr gut drauf sind und froh und glücklich sind, die OP hinter sich zu haben.
Aber ich kenne zuviel andere Fälle!
Ab September werden sogenannte "Qualitätsberichte" von den Krankenhäusern erwartet und von den Krankenkassen veröffentlicht.
Was da am meisten zählt, sind die Anzahl der durchgeführten Operationen.
Nur dann dürfen sie auch zukünftig weiter operieren!
Daher zerren zur Zeit alle Kliniken die sowas operieren können oder könnten ALLES und JEDEN die sie operieren können auf den OP-Tisch.
Das ist eine unselige Tendenz, bei der am Ende die konservative Orthopädie völlig auf der Strecken bleiben könnte!
Gruß Toni
Gruß Toni