Brauche dringend Rat - Sohn (15) mit Skoliose (28°)

Fragen und Antworten rund um das Thema Skoliose
stonewoman
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Beitrag von stonewoman »

Geht mir genauso, Emily :eek: da ist man sprachlos....
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Toni
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Beitrag von Toni »

OHHH Tuta!!!!!!!!
Da platzt mir echt fast der Kragen!
Da krieg ich soooon dicken Hals, daß es mir fast den Kopfstützenring von meinem Milwaukee sprengt!
DEIN Sohnemann soll schnell, konsequent und mit höchstmöglicher Compliance in ein GUTES Korsett (egal von wem!) das ihn oben und unten MINDESTENS auf +5° Überkorrektur bringt! Und dann wird das Ding angezogen und festgeschnallt und nicht mehr ausgezogen (außer zum Duschen, Baden, Schrothen und Sport) und wenn Ihm im Sommer ein "Bächlein Schweiß" durch die Arschbackenfalte davonlaufen sollte.

"Was uns nicht direkt umbringt, macht uns HART, STARK und GERADE!"
Alle andere zählt nicht mehr!
Wenn ein 28°Skoli in die OP-Indikation abdriftet, dann haben ALLE Beteiligten VOLL VERSAGT!!! Und DEIN SOHN darf NICHT zu den VERSAGERN gehören!

Dein Sohn sollte die OP nicht mal im entferntesten Gedanken in Erwägung ziehen! Wenn man schon mit der Einstellung "... na ja..., versuch ichs halt mal mit Korsett und wenn nicht klappt, kann ich mich ja immer noch operieren lassen..... usw...." an die Sache ran geht und nicht von vorneherein das klare und eindeutige Therapie Ziel der geraden WS hat, dann fehlt die nötige Konsequenz und Compliance.

Dein Sohn wird nie eine OP brauchen, wenn er nicht zu der Mehrzahl der männlichen Korsett-Versager (Zitat: Münsteraner prospektive Korsett-Studie) und weinerlichen "Weicheiern" gehört.

Liebe Tuta, sorg dafür Daß Dein Sohn ein supergutes Korsett bekommt und er kapiert um was es geht und gut motiviert ist. Dann musst Du Dich nicht auf dem Gang vor dem OP-Trakt von ihm verabschieden!

Gruß Toni
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas!
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seemannskiste
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Beitrag von seemannskiste »

hey hallo emily,

ich denke und fühl ganz genauso....

es gibt zwar mittlerweile bessere implantate und auch keine postoperative korsettversorgung mehr...

aber das ist ja im grunde auch alles nebensache !!!

was bleiben wird sind VERSTEIFTE wirbel die der beste prof der welt nicht mehr zum laufen bring...


lieben gruß dave
Umwege im Leben erweitern die Ortskenntnis.
Tuta
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Beitrag von Tuta »

Hallo Toni

VORAB!! MEIN SOHN WIRD NICHT BEI 28 GRAD OPERIERT!!!!!! HALLO!!!!!
Ich will das hier mal klar stellen!!
Ich wollte bei meiner Aussage nur sagen, das es nie eine Ende gibt sondern es immer weitergeht. Was ja wohl richtig ist. Mein Sohn bekommt ein Korsett und wird sich der Herausforderung stellen. Aber mir sei es doch erlaubt für mich nachzudenken oder auch weiter zu denken. Aus dem Forum habe ich herausgehört, das es möglich ist, trotz Korsett eine Verschlechterung zu bekommen?? So und was dann? Es ist doch mein gutes Recht oder sogar meine Pflicht an weitere "Konsequenzen" zu denken als Mutter. Ich habe auch ein Milwaukee Korsette getragen und weiß somit wovon ich in etwas rede. Ich gehöre zu den Versagern (übrigens danke). Also will ich es für meinen großen "besser"!! Was auch immer das heißen soll. Ich bewundere die Menschen die diese Tragezeit durchziehen. Hut ab, aber es gibt auch welche die es nicht schaffen und die sind keine schlechten Menschen deswegen!!

Du hast noch eine Aussage der Münsterklinik.
Ich wurde damals dort vorgestellt. Originalton der Klinik: Sie hätten mit ihren katholischen Patienten genug zutun ich möchte mich bitte an eine andere Klinik wenden. Meine Mutter bakam sich bei dieser Aussage gar nicht wieder ein. Wir sind dann in Hamburg gelandet Eppendorf. Dort sollte ich operiert werden. Da meine Skoliose damals 48 Grad betrug, hat man mir abgeraten und ich bekam dieses Milwaukeekorsett. Ich war damals 12 Jahre. Habe alles durchgemacht- Konsequenz, verzagen, wieder Hoffnung etc.

Ich habe dir schon mal gesagt, ich würde alles für meine Kinder tun was in meiner Macht steht. Sie motivieren und unterstützen. Aber bitte erlaubt mir, auch Ängste zu haben und dann für mich die vielleicht "verrücktesten"
Türchen offenzuhalten. Es gibt nicht nur schwarz/weiß.
Vielleicht habe ich mich auch etwas unverständlich ausgedrückt.

Toni, greif Mütter nicht immer so an (ich empfinde es oft so, sorry). Sie fühlen und "ticken" oftmals ganz anders als "normale" Menschen. ;D Hast du Kinder????????????

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
Tuta
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Conny
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Beitrag von Conny »

Hallo Tuta,


es tut mir wikrlich Leid das sagen zu müssen, aber deinen Eintrag zu lesen hat mir richtig weh getan :/ . Ich weiß auch nicht wirklich warum.... Mit deiner Aussage: "....das es nie ein Ende gibt und es immer weiter geht", setzt du ja schon fast voraus das die Korsetttherapie scheitern wird. Wenn du nicht positiv an die Sache ran gehst kann das ja auch nicht viel bringen.
Ich wünschte ich hätte damals, als man(n) meine Skoliose mit 38 Grad entdeckt hatte und ein Korsett für nicht(!) nötig hielt (ja, das war ein echt "toller" Wald und Wiesen Doktor *grummel*), sowas angeboten bekommen. Habe mein erstes Rahmouni-Korsett dann erst zwei Jahre später bekommen mit bereits 60 Grad, trotzdem kam für mich keine OP in Frage!

Natürlich hat man da als Elternteil angst, man darf sich allerdings nicht von der angst überrennen lassen. Außerdem kann ich mir schlecht vorstellen, dass sich die Verkrümmung deines Sohnes mit einem hervorragenden Korsett, das er dann auch wikrlich anzieht, verschlechtern wird und damit dann in gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaanz weiter ferne zu einer OP führt.
Eine OP ist wikrlich der allerletzte Ausweg!

LG, Conny

P.S: Wenn wir grade schon dabei sind.... ich bin in dem Fall auch ein "Versager" :) Habe trotz super Korsetts keine OP vermeiden können, lag aber mehr oder weniger an meiner "Dummheit".....
Tuta
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Beitrag von Tuta »

Hallo Conny

warum soll die Therapie bei meinem Sohn nicht anschlagen?????? Warum unterstellt ihr mir hier dauernd das Versagen. Was ist negativ daran wann man nicht aufgibt. Es tut mir leid kann das nicht nachvollziehen. Anstatt zu sagen, logisch klappt das wenn man konsequent ist, nein man unterstellt das es daneben geht. Sorry vielleicht bin ich aber auch zu empfindlich, drücke mich zu undeutlich aus oder sehe die Dinge eben verkehrt.
Tuta
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Fiara
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Beitrag von Fiara »

Hallo Tuta,

ich glaube, du verstehst das falsch, was Conny gesagt hat. Man sollte nicht denken "Okay, versuchen wir's, und wenn's nicht klappt, dann wird operiert". Denn dadurch, dass man sich "ein Hintertürchen" offen lässt, ist man nicht angespornt, wirklich alles zu versuchen, um dieses Hintertürchen nicht benutzen zu müssen.

Man sollte gar nicht an eine OP als Möglichkeit denken, denn dann ist man eher bereit, diese Möglichkeit auch zu nutzen, wenn man gerade keine Lust auf das Korsett hat (und das kommt häufig genug vor). Wenn man jemandem, der nicht 100%ig hinter der Korsetttherapie steht, sagt, dass man auch operieren könnte, wird derjenige sich vll. denken "Na, dann lass ich mich doch operieren - kann ich anziehen, was ich will, muss das Ding nicht mehr ertragen ..", aber so einfach ist es dann auch nicht.

Viele Grüße,
Maria
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Dalia
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Beitrag von Dalia »

Hallo Conny,

ich glaube, Tuta meinte mit
Ich wollte bei meiner Aussage nur sagen, das es nie eine Ende gibt sondern es immer weitergeht.
nicht, dass sie sich darauf einstellt, dass die Skoliose schlechter wird, sondern dass Tuta dranbleibt, dass die Skoliose sich NICHT verschlechtert, dass sie (Tuta) eben aktiv bleibt, also weitergeht.

Hi Leute, ich finde, eure Kritiken an Tuta nehmen jetzt ein bisschen überhand. Vielleicht denkt ihr mal dran, dass hier eine Mutter mit einer eigenen Skoliosenbiographie schreibt, die einen völlig demotivierten Sohn hat. Sie selbst ist ja motiviert im Hinblick auf Begradigung der Skoliose, aber letztendlich muss ihr Sohn den Willen, gerade zu werden, selbst haben.

Dalia
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
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Conny
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Beitrag von Conny »

Gut, OK. Möglich das ich Tutas Eintrag falsch aufgenommen habe und in so fern tut es mir auch wirklich Leid, wenn du, liebe Tuta, meinen Eintrag falsch verstanden hast! :(
Im Gegenteil, ich glaube und hoffe ganz fest das dein Sohn seine Korsetttherapie erfolgreich meistern wird! (Dass sie scheitern wird, habe ich nie behauptet!) Ich wünsche es ihm von ganzem Herzen! Und wenn du und der Rest der Familie noch kräftig hinter ihm steht, dann wird das auch sicher klappen!
Nur hatte sich das für mich so angehört als ob du sagen wolltest : ,,Ok, wenns halt mit dem Korsi nicht klappt, dann halt die OP..."
Danke für die Klarstellung, jetzt weiß ich auch das das nicht so gemeint war! :)

LG, Conny

Leider gibt es immer wieder diese "armen" Eltern die vollkommen überfordert sind mit ihren Kindern die ein Korsett tragen müssen und die dann einfach auf X-beliebige Ärzte hören und ihr Kind ohne Wiederspruch auf den OP-Tisch legen damit sie endlich Ruhe haben... :<
Sandrinchen
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Beitrag von Sandrinchen »

Hallo Conny,


Conny hat geschrieben:Leider gibt es immer wieder diese "armen" Eltern die vollkommen überfordert sind mit ihren Kindern die ein Korsett tragen müssen und die dann einfach auf X-beliebige Ärzte hören und ihr Kind ohne Wiederspruch auf den OP-Tisch legen damit sie endlich Ruhe haben...
Tut mir leid, aber diesen Satz finde ich völlig daneben. Ich glaube nicht, dass es Eltern gibt, die ihr Kind ohne Widerspruch auf den OP-Tisch legen, nur "damit sie endlich Ruhe haben". Als ich operiert wurde, habe ich viele Eltern gesehen, die mehr gelitten haben als ihre Kinder (meine eingeschlossen) und dass viele sich lieber selbst auf den OP-Tisch gelegt hätten, als ihren Kindern diese Operation zumuten zu müssen.

Die armen Eltern, die damit überfordert sind, weil ihr Kind ein Korsett tragen muss gibt es wirklich und das finde ich auch nur menschlich. Was willst du denn machen, wenn du ein pubertierendes Kind hast, dass sein Korsett nicht tragen will??? Natürlich ist man da als Elternteil überfordert. Ich habe selbst keine Kinder, kann mich aber sehr gut sowohl in die Rolle der Eltern, als auch in die des Kindes hineinversetzen. Manche Kinder lassen sich durch kluge Ratschläge nicht dazu bringen das Korsett zu tragen und als Mutter ist man da weitestgehend machtlos und kann nur durch wiederholtes Reden, weitere kluge Ratschläge und gute Motivationsvorschläge versuchen das Kind doch noch dahingehend umzustimmen, dass es sein Korsett trägt. Trotzdem funktioniert das nicht immer, so dass in manchen Fällen irgendwann operiert werden muss. Aber deswegen den Eltern zu unterstellen, sie würden irgendwann ihr Kind auf den OP-Tisch legen um "endlich Ruhe zu haben", finde ich einfach nur unfair.

Gruß, Sandra
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Tuta15

Beitrag von Tuta »

Hallo Sandra

es ist schön das du mich verstehst. Du hast voll aus meinem Herzen gesprochen. Ich fühle mich zur Zeit so machtlos und nehme jedes kleine Zugeständnis überglücklich auf. Blöde Pupertät. War ich auch mal so??? :nein: :ja: Meine Mutter hat ja auch mit Engelszungen geredet.
Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf und ich weiß wir schaffen das.
Liebe Grüße
Tuta
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Conny
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Beitrag von Conny »

Sandrinchen hat geschrieben:Tut mir leid, aber diesen Satz finde ich völlig daneben. Ich glaube nicht, dass es Eltern gibt, die ihr Kind ohne Widerspruch auf den OP-Tisch legen, nur "damit sie endlich Ruhe haben". Als ich operiert wurde, habe ich viele Eltern gesehen, die mehr gelitten haben als ihre Kinder (meine eingeschlossen) und dass viele sich lieber selbst auf den OP-Tisch gelegt hätten, als ihren Kindern diese Operation zumuten zu müssen.
Hallo Sandra,

Ich habe vor einiger Zeit eine Frau kennen gelernt die ganau DAS mit ihrem Kind vor hatte. Sie war noch nicht einmal bei einem anständigen Orthopäden (nur beim Kinderarzt) um sich den Rücken ihres Kindes anschauen zu lassen! Nachdem ich ihr einen guten Orthopäden,ein Korsett, eine Kur ect. vorgeschlagen hatte und ihr auch die Adressen der jeweiligen Einrichtungen geben wollte, hat sich abgewinkt und gemeint, sie würde sich auf die Meinung "ihres" Arztes verlassen. Das Kind war grade einmal 13 und hatte noch nicht einmal eine Verkrümmung die eine OP gefordert hätte! Diese Frau hat genau so einen Eindruck auf mich gemacht, wie ich es in meinem "Satz" beschieben habe....... Klar, ich bin ja selbst "nur" Betroffene und habe sämtliches durchgemacht. Warum sollte sie also auch nur im Geringsten notiz von meinen Vorschlägen nehmen?!

Ich verstehe voll und ganz das Eltern damit überfordert sind.... die einen mehr die anderen weniger. Und glaubst du mir und meiner Familie ist es leicht gefallen die Korsetttherapie durchzustehen? Glaubst du wikrlich das ich einfach so in die Klinik spaziert bin und gesagt habe: ,,OK, los operier mich!"? Ganz bestimmt nicht.....! Da sind Jahre voller Kampf, Tränen und Nervenzusammanbrüche drauf gegangen! Besuche beim Phsychologen mit inbegriffen....

LG, Conny
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Beitrag von Sandrinchen »

Hallo Conny,


Conny hat geschrieben:Ich habe vor einiger Zeit eine Frau kennen gelernt die ganau DAS mit ihrem Kind vor hatte. Sie war noch nicht einmal bei einem anständigen Orthopäden (nur beim Kinderarzt) um sich den Rücken ihres Kindes anschauen zu lassen! Nachdem ich ihr einen guten Orthopäden,ein Korsett, eine Kur ect. vorgeschlagen hatte und ihr auch die Adressen der jeweiligen Einrichtungen geben wollte, hat sich abgewinkt und gemeint, sie würde sich auf die Meinung "ihres" Arztes verlassen. Das Kind war grade einmal 13 und hatte noch nicht einmal eine Verkrümmung die eine OP gefordert hätte! Diese Frau hat genau so einen Eindruck auf mich gemacht, wie ich es in meinem "Satz" beschieben habe....... Klar, ich bin ja selbst "nur" Betroffene und habe sämtliches durchgemacht. Warum sollte sie also auch nur im Geringsten notiz von meinen Vorschlägen nehmen?!
Das war bestimmt nicht die beste Reaktion der Mutter und stellt wohl allgemein eher die Ausnahme dar, aber dennoch finde ich sie nachvollziehbar. Sie kannte sich vermutlich überhaupt nicht mit der Krankheit aus und da finde ich es ganz normal, dass sie eher auf den Arzt hört als auf einen Laien (der die ganze Prozedur zwar schon durchgemacht hat, aber eben trotzdem kein Mediziner ist). Dass es sehr viele inkompetente Ärzte gibt, die keine Ahnung von Skoliose haben, konnte sie ja nicht wissen, deshalb kann man ihr das nicht zum Vorwurf machen.
Conny hat geschrieben:Ich verstehe voll und ganz das Eltern damit überfordert sind.... die einen mehr die anderen weniger. Und glaubst du mir und meiner Familie ist es leicht gefallen die Korsetttherapie durchzustehen? Glaubst du wikrlich das ich einfach so in die Klinik spaziert bin und gesagt habe: ,,OK, los operier mich!"? Ganz bestimmt nicht.....! Da sind Jahre voller Kampf, Tränen und Nervenzusammanbrüche drauf gegangen! Besuche beim Phsychologen mit inbegriffen....
Wenn du und deine Familie das alles selbst mitgemacht haben, dann ist mir der Kommentar in deinem vorherigen Posting umso unverständlicher, sorry.

Gruß, Sandra
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Dalia
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Beitrag von Dalia »

Hallo Conny und Sandrinchen,

ich finde euren Dialog sehr interessant.

Es ist für mich nachvollziehbar, dass eine Mutter einem Mediziner lieber glaubt als einer Person, die direkt betroffen und scheinbar voreingenommen und weniger kompetent ist. :( Andererseits habe ich das Gefühl, dass manche Mediziner eine OP zu sehr als Spaziergang darstellen. Und dann gibt es Eltern, die den Ärzten einfach vertrauen (auch wenn sie Angst um ihr Kind haben).

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Beitrag von Eva36 »

Hallo,

meiner Meinung nach hinterfragen viele Menschen die Aussagen eines Arztes nicht. Gerade wenn man schon seit Jahren zu diesem Arzt geht vertraut man ihm - besonders bei einem Kinderarzt trifft das zu. Schließlich rennt man zu jeder Vorsorgeuntersuchung und glaubt sich in guten Händen.
Inzwischen bin ich immer kritisch - ganz besonders bei Aussagen wie- "das verwächst sich noch" - (das sagte unser Kinderarzt als er die Skoli meines Sohnes sah)- oder "jetzt warten wir erst einmal ab....

Aber ich muss Conny schon irgendwie zustimmen - es gibt nun einmal Menschen die den "einfachsten" Weg wählen. Ein Kind zur OP schicken ist wohl schon ein riesen Stress und ein harter Weg - er erscheint aber auf den ersten Blick einfacher als ewige Diskussionen wegen des Korsetts - ständige Arzt und OT- Besuche und der "Zumutung" für das Kind ein Korsett tragen zu müssen - wie sieht das denn aus und was sagen denn da die Freunde - wird mein Kind zum Außenseiter und am Ende bringts ja eh nichts und und und...



Gruß Eva
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Beitrag von Tuta »

Hallo Eva

und wie hast du dich verhalten bei deinem Sohn??? Was hat er für eine Verkrümmung und wie alt ist er???
Liebe Grüße
Tuta
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Beitrag von Eva36 »

Hallo Tuta,

mein Sohn ist jetzt 16 und hat seit Sommer 2004 ein Korsett von Rahmouni - allerdings trägt er es kaum - leider bringe ich ihn einfach nicht dazu.
Die Aussage der Kinderärztin war im Sommer 2003 - da hat man beim Vorbeugetest ( den sie ganz offensichtlich kennt) gesehen, dass die Wirbelsäule nicht gerade ist. Sie sagte dann - das ist nicht weiter schlimm das verwächst sich wieder oder bleibt so wie es ist. Ich (dumm und dümmer wie ich war) habe ihr geglaubt. Im nächsten Jahr sind wir dann zum Orthopäden weil Thomas Rückenschmerzen hatte - da hörten wir zum ersten Mal von Skoliose - Thomas hatte lumbal 33° und thorakal 23°. - wir sind aber nicht bei unserem Orthopäden geblieben sondern nach Leonberg gefahren - nachdem wir uns hier im Forum umgehört hatten.
Thomas war im Winter in Sobi auf Kur und geht zur KG.

Gruß Eva
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Beitrag von Tuta »

Hallo Eva,

ja es ist nicht einfach mit den Kindern. Du stehst mit dem Problem nicht alleine. Hat sich seiner Verkrümmung nun verschlechtert weil er es so wenig trägt????
Ich bin dabei meinen Sohn zu "motivieren" und anzuspornen. Hartes Stück arbeit.
Liebe grüße
Tuta
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Beitrag von Eva36 »

Hallo Tuta,

wenn ich ihn mit nacktem Oberkörper stehen sehe habe ich schon den Eindruck, dass es schlimmer geworden ist. Wir haben am 27.04. einen Termin zur Korsett-Sprechstunde in Leonberg - da werden wir dann mal die Meinung des Fachmanns hören denn es kann durchaus sein ( was ich hoffe ) dass ich vielleicht ein bisserl schwarz sehe. Aber wenn man mitten im Wachstum ist und sein Korsett so gut wie nie trägt und wenig KG macht dann würde es schon an ein Wunder grenzen wenn sich die Skoli gehalten hätte.

Wir werden sehen - ich finde schon noch das richtige Mittel ihn zu motivieren - ich gebe nicht auf auch wenn ich manchmal kurz davor stehe ihm zu sagen, dass er doch machen soll was er will.

Gruß Eva
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J-Maria
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Beitrag von J-Maria »

Hallo Tuta,

Du bittest um Rat, wie du deinen Sohn dazu mobilisieren kannst sich für ein Korsett zu entscheiden.
Tomma, hat dir die Adressen gegeben. Geht hin, alles andere wird sich schon ergeben.
Damit meine ich nicht, dass es einfach sein wird, aber man muß den Anfang machen.
Also überlegt nicht viel sondern mach dort ein Termin aus.
Die Leute dort haben Erfahrung und wissen bestimmt wie sie auf deinen Sohn eingehen sollen.
Eins ist aber sicher, ihr solltet jetzt keine Zeit verlieren.
28° ist nicht viel, das kann in ¾ sehr, sehr viel mehr werden.
Wenn dein Sohn jetzt mit 28° einer Korsetttherapie beginnt ist das viel besser durchzustehen als eventuell später mit viel größerer Gradzahl.

Tuta, ich will dich nicht verunsichern, aber es ist so wie es ist.
Kann sein die Krümmung wird nicht viel größer, aber die Wahrscheinlichkeit, dass in diesem Alter in den Wachstumsschuben die Krümmung sich verschlechtert, ist viel größer.

Ich kann, als Mutter, dir alle Emotionen die du in dieser Situation empfindest, sehr gut nachempfinden.
Meine Tochter ist 15 und mit einem Korsett versorgt.
Die Sache läuft ganz gut, aber wir haben schon sehr viel durchgemacht.
Korsetttragen klappt ganz gut, dafür schlampt sie mit der KG.

Das pubertäre Alter ist wahrhaftig der schlechteste Zeitpunkt um mit dieser Situation fertig zu werden.

Für euch ist jetzt wichtig den Anfang zu machen.
Ja, es ist nicht leicht, aber es ist zu schaffen.

Abwarten wäre jetzt falsch!

Da fällt mir als Motivation etwas ein.
Ich weiß jetzt nicht woher ich das habe, aber ich meine mich zu erinnern, dass ich irgendwo (vielleicht sogar hier im Forum) von Jugendlichen gelesen habe, die mit einer Gradzahl von ca. 20° ihr Korsett nur nachts tragen. Ich will in euch keine Falschen Hoffnungen wecken, aber es heißt doch immer wieder „5°-Messabweichung“. Vielleicht hat dein Sohn weniger als 28° und es reicht, wenn er nur ein Nachtskorsett trägt.
Ich weiß, dass ich hier sehr optimistisch gesehen, aber die Möglichkeit besteht und das ist ein Riesengrund um sich zu beeilen.

Hab keine Angst, ihr schafft das und je schneller ihr mit der Therapie beginnt, desto günstiger ist es und leichter wird es.

J-Maria
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