OP für und wider

Fragen zum Thema Wirbelsäulen OP's
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Mädel
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OP für und wider

Beitrag von Mädel »

Liebe Forumsbenutzer,
ich bin neu hier und sehr froh auf dieses Forum gestoßen zu sein. Zu meiner Person: ich bin 33 Jahre und habe im vergangenen Juni mein erstes Kind bekommen. Eine Skoliose wurde bei mir schon als Kind so etwa mit 10, 11 Jahren festgestellt, aber immer nur mit KG für ein paar Wochen behandelt. Von anderen Behandlungsmöglichkeiten (Korsett, OP) habe ich erst im letzten Jahr erfahren. Irgendwie wurde die ganze Angelegenheit von allen leider auch von mir und meinen Eltern unterschätzt. Seit etwa 3 Jahren traten des öfteren jetzt Beschwerden auf, seit der Geburt unseres Sohnes ist es richtig heftig geworden. :( Bestimmte Bewegungen meide ich ganz, ich nehme eine Schonhaltung ein, kann kaum eine Viertelstunde im Haushalt etwas machen, Laufen ohne den Kinderwagen als „Gehhilfe“ zu benutzen, geht nur mit Schmerzen ein paar Minuten. Nach neuerlicher Ärzteodysee war ich inzwischen bei der Kernspinn und beim Prof der Orthopädie der Uniklinik Giessen. Mein Befund laut Radiologe: deutliche Drehskoliose der unteren BWS und LWS nach links mit Krümmungsscheitelpunkt Höhe LWK 1/2 bei Beckentiefstand links. Außerdem Bedrängung der Spinalnerven L5 links Antelisthesis1 und von BWK12/L1 bis LWK 2/3 links laterale Discusverschmälerung und Spondylosis deformans (Wirbelgleiten). Laut Prof beträgt der Krümmungswinkel ca. 65 Grad. Er sagt, die OP wäre die einzige Möglichkeit, Abhilfe zu schaffen. Sein Vorschlag: 1.OP: Begradigung und Versteifung der Wirbelsäule, 2. OP ca. 1 Woche danach: Fixierung des Gleitwirbels, Dauer Klinikaufenthalt ca. 3 Wochen, danach 3 Wochen pausieren zu Hause. Für die nächsten 3 Monate soll ich mir eine Haushaltshilfe besorgen. Korsett bräuchte ich keines, Reha könnte man auch zu Hause machen….weitere Voruntersuchungen seien nicht nötig.

Soweit meine Situation. Nachdem ich mich im Forum schon etwas schlau gemacht habe, das OP-Tagebuch von Gaby und Micha z.T. studiert habe, sind mir doch ernste Zweifel gekommen, ob Giessen so die richtige Adresse für eine so schwere OP ist. Außerdem ist mir klar geworden, dass das ganze sehr gut vorbereitet sein sollte…. Doch ich kann mir kaum vorstellen, dass bei meiner Situation Schroth-Therapie oder Korsett noch greift. Ich will mich nicht jahrelang quälen, um dann doh auf dem OP zu landen..
Hier also einige meiner Fragen, es werden sicher noch einige dazu kommen:

•Hat jemand Erfahrungen mit Skoliose-OPs an der Uni-Klinik Giessen?
•Wer hat Erfahrungen mit Skoliose-OPs in Tübingen?
•Wer hat sich operieren lassen und hatte ein kleines Kind zu Hause, wie war die Organisation nach der OP (Haushaltshilfe?), wie geht das in den ersten Monaten, wenn man eigentlich nichts heben darf oder nur bis 5 kg?
•Welche Risiken hat denn nun so eine OP außer den „normalen“ wie Thrombosegefahr etc.?
•Kann ich mich wirklich wieder gut bewegen trotz der Versteifungen?
•Welche OP-Methoden gibt es? Woher soll ich wissen welche die beste für mich ist?
•Wie kann ich mich auf die OP körperlich und mental vorbereiten?
•Kann ich Reha auch ambulant organisieren oder ist es besser in eine Reha-Klinik zu gehen und zu welchem Zeitpunkt?
•Ist es schwierig eine Reha von der Krankenkasse genehmigt zu bekommen (bin auch nur gesetztlich versichert)
•Ich hätte gerne noch mehr Infos zu dieser Schroth-Krankengymnastik. Kann mir jemand eine Web-site oder ein Buch empfehlen?

Ansonsten würde ich mich über Rückmeldungen jeglicher Art freuen, auch kritischen Fragen oder Punkte, die zu bedenken wären, bei mir bisher aber nicht angesprochen wurden, sind erwünscht! Danke!
Gast

Beitrag von Gast »

liebes mädel , klingt lustig ! also hallo erstmal, herzlich willkommen im forum !

meiner meinung nach solltes du dich auf jeden fall auch nich in b.wildung reinhardshausen vorstellen ( wicker klinik )

wenn die auch nur die kleinste hoffung sehen nicht zu operieren, versuch es !!!!!!!!!!

und das mit der aussage ohne korsett nach hause das wag ich zu bezweifel, das ist ja schon ziemlich unverantwortlich !

die schrauben halten da nicht viel, das muß min. 1/2 jahr verknöchern !

gruß dave
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Beitrag von seemannskiste »

ich hab mich mal wieder vergesen zu loggen !

und das nich heißt narürlich nochhhhhhh

kopf hoch mädel das wird schon !!!!
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Beitrag von seemannskiste »

nicht verzagen toni fragen ! toni wird schon ne idee haben
anne
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Beitrag von anne »

Hallo Mädel,

als Mutter machst du gerade eine besonders schwierige Phase durch: dein Kind hat schon einiges an Gewicht, kann aber noch nicht laufen. Folglich wirst du am Tag mehr tragen als gut für dich bzw. deine WS ist. Ein Trost, es wird besser bzw. leichter, sobald diie Kleinen endlich laufen können. Ich habe in der Zeit viel Ausgleichsgymnastik gemacht, wann immer es ging die WS entlastet und regelmäßig Massagen/Fango gegen die Verspannungen bekommen.

Deine 65° bedeuten, dass deine Skoliose durchaus schon in den Bereich OP-Indikation gehört, wobei das trotzdem sehr gut und reiflich überlegt werden sollte. Auf jeden Fall noch weitere Meinungen einholen. Von Wetzlar aus ist es gar nicht sooo weit bis Bad Salzungen. Dort kannst du dich mal bei Dr. Steffan in der ambulanten Sprechstunde vorstellen und dich beraten lassen. Dazu benötigst du eine Facharzt-Überweisung von deinem Orthopäden. Vielleicht gibt es ja doch noch Möglichkeiten die konservativen Methoden auszuschöpfen und falls du es organisiert kriegst, 4 Wochen nach Bad Salzungen oder Sobernheim zur Reha zur fahren, um dort Schroth zu lernen. Das wäre zumindest ein Versuch, die OP, die nicht nur ihre Risiken hat sondern einem in jeder Hinsicht einiges abverlangt, zu vermeiden oder wenigstens hinauszuzögern.

Die Adresse von Dr. Steffan und der Asklepios- Burgseeklinik in Bad Salzungen findest du unter Links und Adressen.

Alles Gute

Anne
Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt,
der andere packt sie kräftig an und handelt (Dante)
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Beitrag von seemannskiste »

Hallo mädel,

habe jetzt noch mal mehr zeit ein paar Sätze zu schreiben.....

ich habe einen engen Bekannten, durch ihn bin ich auch damals an die Adresse WWWildungen gelangt ( zu einer Zeit, in der ich noch überhaupt nicht wußte, das auch ich mal diese Klinik von innen kennenlerne würde ). Er ist Landwirt und nun müßte er so etwa 69 Jahre sein. Justus heißt er...
Und dieser Justus hatte 1989 Wirbelgleiten mit Lähmungserscheinungen nach der Arbeit ( Ein Arbeitstag eines Landwirte eines älteren Betriebes beträgt je nach Jahreszeit zwischen 12 & 16 Stunden )... da seine Tochter in der WWKlinik arbeitet kam damals natürlich nur eine Lösung in Frage : Versteifung der unteren 3 WK der Lendenwirbelsäule. Er hatte damals ca. 1 Jahr Rumpfgips-Orthese, 1 Jahr festverschraubtes Korsett, und einige Monate Mieder..... Für heutig Verhältnisse natürlich nicht mehr vergleichbare Tragzeiten !!! Ich möchte damit nur klar machen , auf welch dünnes Eis sich die von Uni-Giessen mit so einer Überhauptnichtvorsicht begeben !
Der gute Justus lebt heut noch, ist für sein Alter recht mobil und beweglich... Er arbeitet immer noch als Landwirt ( Familienbetriebe kennen keine Rente ), obwohl er seid damals Rente bekommt...Er hebt/trägt Sachen bei denen sich bei mir die Hühneraugen nur vom hingucken umdrehen...mittlerweile ist nicht sein Rücken das Gefährliche an dieser Arbeitswut, sondern sein Herz...

Fazit : Justus Wibelsäulenop stellt sich im nachhinein als gute und vertretbare Entscheidung der Ärzte von WWWildung heraus... Justus hat glaube ich eine einzige Reha mitgemacht , von Krankengymnastik hält er so gut ich ihn kenne nichts, er arbeite lieber ein bißchen...

Leider fehlt mir die Erfahrung um dir in Sachen Skoliose einen Rat zu geben.

Vom Dave.....
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Toni
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Beitrag von Toni »

Hallo Dave
Lumbales Wirbelgleiten-Spondylolisthesis- ist saugut zum operieren. Erfolgsquote SEHR HOCH, Thorax muss nicht geöffnet werden, postoperatives Schmerzpotential relativ gering und "nur" 3 Wirbelkörper miteinander fusioniert. Dazu noch die Ruhigstellung. Selbst die Neustadt-Operierten Wirbelgleiter bekommen da ein lumbales B.O.B. (Boston-Overlab-Brace) mit nach Hause, daß sie keine grob falschen Bewegungen machen können.
Das ist GAR KEIN Vergleich mit einer langstreckigen VDS-OP!

Soll mir mal einer erklären, wie sich eine operierte junge Mutter zuhause schonen soll! Haushaltshilfe gibts je nach Versicherung max. 6 Wochen. Wie erklärt man Kleinkindern, daß sich Mama nicht zu ihnen runterbücken oder sie hochheben kann? Es ist nicht möglich Auto zu fahren, wenn man eventuell monatelang Morphium einnehmen muss.
Sind die Großeltern und Schwiegereltern fit und bereit?
Eine sehr schwere Entscheidung!
Ob die Uniklinik Giessen dafür das beste Haus ist....???
Das sollte man mal mit einer OP-Checkliste abklopfen.

Gruß Toni

BEISPIEL einer CHECKLISTE für das Vorgespräch in der Klinik

Voruntersuchung in Klinik:

Was muß ich mitnehmen?
Röntgenbilder, Arztberichte, Facharztüberweisung....
Werden bei der Voruntersuchung neue Röntgenbilder gemacht?
Bending-Aufnahmen? Ganz-WS-Aufnahmen? Digitales Röntgen?

Welche Vorbereitung für die Op:
Eigenblutspende (Wo, wie viel, in welchen Abständen, Transport)
Fitness?
Einnahme von blutbildenden Eisenpräparaten?
Wann beginnen?
Bisher genommene Medikamente wann vorher absetzen?


Grundsätzliches zur Klinik:
Anzahl der Skoliose/Kyphose VDS-Op`s pro Jahr?
Wieviele Op`s misslingen?
Welche Komplikationen gab es bisher?

Voraussichtliche Dauer der Op?
Operationsart: Dorsal/ventral?
Mit oder ohne Spongiosa-Plastik aus Rippe, Beckenkamm, Wadenbein?
Wieviel Jahre Erfahrung mit der Op-Art?
Wieviele solcher OP´s wurden vom Operateur bereits durchgeführt?
Welches Implantat (Bauart, Hersteller)
Welches Material (Edelstahl, Titan)?
Erhält der Patient automatisch einen Implantatausweis und Röntgenpass?
Welche Risiken?
Ein- oder zweizeitiges Vorgehen?
Release und Fixations-Implantation zeitlich getrennt oder in einer OP? Dazwischen mit oder ohne Halo-Traktion?
Wie lange ist der voraussichtliche oder durchschnittliche Klinikaufenthalt?
Wie sind die Besuchsmöglichkeiten für Angehörige auf der Intensivstation?

Zur persönlichen Situation:

Fusionsstrecke, wie lang?
Von welchem WK bis zu welchem WK?
Voraussichtliche Begradigung der Verkrümmung?
Voraussichtliche Größe nach Op?

Fragen zur Schmerztherapie (An Anästesisten!)

Schmerzmittelwirksamkeit nach jahrelanger Medikamenteneinnahme?
Wie erfolgt die Brechreizbekämpfung nach der OP?
Erhält man eine eigene Schmerzmittelpumpe oder muss man um jeden Tropfen Schmerzmittel betteln?
Erhält man den Atemtrainer vor der OP undkann sich mit dem Gerät schon mal vertraut machen oder erst auf der Intensiv-Station?
Werden eventuell notwendige Lungenpunktionen ohne Betäubung, mit Lokalanästesie oder eventuell in "Kurz-Narkose" durchgeführt?

Langzeitprognose zur Schmerzreduzierung.
Was bietet die Klinik zur Nachbetreuung und Langzeitversorgung Operierter?
Kontakt und Erfahrungsaustausch zu anderen Operierten möglich?
Mit welchen Einschränkungen muß man leben?
Bewegungseinschränkung?
Körperliche Belastbarkeit?


Nach der Op
Ist eine Korsett-Nachbehandlung sinnvoll oder erforderlich?
Was für Korsett? Rumpf- oder RISSER-Gips, wasserfestes und badetaugliches Stagnara/Lyoner-Korsett oder abnehmbares Fertigteil-Rumpforthese z.B. Boston-Brace?
Bekomme ich Schmerzmittel und Notfallmedikamente sowie einen Arztbrief bei Entlassung sofort mit nach Hause?

Welche Physiotherapie nach der Op?
Welches Bett (Spezialmatratze? Pflegebett? Wasserbett?) geeignet für Operierte?
Nachsorge nur in der Klinik oder Zusammenarbeit mit einem ortsansässigen Orthopäden?
Wohin kann man sich in einem Notfall (z.B. nach Sturz) wenden?
Wie lange bin ich voraussichtlich/erfahrungsgemäß nach der Op nicht arbeitsfähig?
[equote][/equote]
Zuletzt geändert von Toni am So, 20.02.2005 - 19:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von seemannskiste »

also ich kenn keinen der in giessen operiert wurde ! ich bin in giessen geboren worden, habe die ersten 12 jahre meines lebens dort gehaust !

aus bad wildungen kenne ich n knappes dutzend sehr persönlich und gut !

also wenn dann wollen die halt auchmal bohren ! wer ist nicht scharf darauf so eine op mal zu bewerkstelligen !

ich mein warum muss jedes pi***elkrankenhaus so eine schwere op durchführen können ? ich meine im zeitalter der globalisierung ist das doch totaler quatsch. oder ?

in bad wildungen wurden seit dem ich gegange bin ca. 1200 schwere op ´s durchgeführ ! (statistik nach ti 30 xa) 200 arbeitstage mal 6 jahre ..... gecheckt !?

und davor einige tausend. wieviele? viele!



vom dave....glaube keiner statistik die du nicht selber gefällscht hast !
thunerfee
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Beitrag von thunerfee »

Hallo Dave,

es ist eine schwere Entscheidung für eine Op.
Ich bin selbst Mutter von 2 Kindern und diese Zeit bis das Kind laufen lernt ist eine schwere Zeit.
Bevor du dich zur Operation entscheidest würde ich an deiner Stelle eine 4 wöchige Reha empfehlen. Die Krankenkassen wird dir bestimmt eine Reha genehmigen.
Kann dir niemand das Kind übers Wochenende abnehmen, damit du für dich wieder Kraft tanken kannst.
Welche Krümmungsgrad hast du vor deiner Schwangerschaft gehabt? Besorge dir deine alten Röngtenbilder, damit du einen Vergleich hast.

Es ist eine schwere Entscheidung, aber nimm bitte deinen Mann mit zur Besprechung, damit Ihr beide über diese Skolioseoperation sprechen könnt.
Gast

Beitrag von Gast »

hallo mädel!
bin vor 4 monaten in tübingen operiert worden und habe eine 6 jährige tochter.
als erstes liegt mit am herzen dir zu sagen ,daß du erst mal alles versuchen solltest eine op noch zu verhindern,bis dein kind ein paar jahre älter ist!!!!!!
ich habe die op sehr gut überstanden,aber ich war definitiv die ersten 6 wochen post-op nicht in der lage mich um meine tochter zu kümmern.
versuch alle konservativen möglichkeiten noch auszuschöpfen und wenn dann doch eine op ansteht mußt du als mutter schon ein paar monate im vorraus planen.mann, eltern, schwiegererltern oder und haushaltshilfe,
wer kocht putzt wäscht etc..... es gibt soo viel an was gedacht werden muß.
ich kann tübingen nur wärmstens empfehlen-doc niemeyer ist ein "schrauber-genie". wenn du nähere infos willst-gerne ;)
LG susanne
Sunny
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Beitrag von Sunny »

Hallo Mädel,

ich bin auch neu in diesem Forum und habe nicht alle Beiträge der letzten Wochen gelesen, kann also sein, dass ich etwas schreibe, was schon längst alle wissen bzw. "abgehakt" haben.

Ich bin jetzt 26 und vor 7 Jahren in Bad Wildungen (über die Wicker-Klinik wird hier ja gar nicht so gut berichtet) von Dr. Metz-Stavenhagen operiert worden. Damals hatte ich eine Skoliose von thorakal ca. 60°, lumbal ca. 55° nach COBB. Jetzt ist die WS von Th4 bis L4 versteift. Mit dem Ergebnis bin ich kosmetisch zufrieden, weil der "Buckel" jetzt nur noch auf den zweiten Blick zu sehen ist. Und dann habe ich mir damals vor Augen gehalten, dass eine Skoliose diesen Ausmaßes pro Jahr, trotz KG nach Schroth (habe ich auch einige Jahre probiert, pro Tag eine Stunde) um ca. 1° stärker wird. Das hat mir damals sogar Dr. Weiss aus Bad Sobernheim bestätigt. Bei einer Schwangerschaft oder Menopause noch mehr.
Was das Ergebnis der OP angeht, kann man glaube ich sagen, je früher, desto besser, desto geringer sind übrigens auch die Gefahren, die bei jeder OP bestehen, wie Thrombose etc..
Du wolltest was zu den weiteren Gefahren hören: Die, vor der alle Angst haben, ist natürlich, dass der Arzt einen Nerv durchschneidet. Aber diese Gefahr ist sehr gering.

Ich war damals 6 Wochen in der Klinik, wobei die ersten zwei Wochen nur Streckgymnastik und Eigenblutspende angesagt war. Anschließend habe ich ein halbes Jahr ein Korsett tragen müssen. Vielleicht gibt es inzwischen neuere Erkenntnisse, dass Du keines tragen müsstest, vielleicht soll aber bei Dir die Versteifung auch nicht über so viele Wirbel sein.

Was die 5 Kilo angeht, betrifft das wirklich nur die ersten Wochen, danach geht wieder fast alles. Ich z.B. habe mit dem Korsett dann neben dem Abi beim Pizza-Bringdienst im Innendienst gejobbt. Ich habe auch teilweise das Korsett ausgezogen und bin schwimmen gegangen, um die Muskeln wieder in Schwung zu bringen.

Wenn Du allerdings ein Kleinkind zu betreuen hast, brauchst Du tatsächlich in den ersten Wochen gute Unterstützung, und zwar rund um die Uhr, weil Du noch nicht so flitzen und heben kannst. Könntest Du die denn bekommen?

Zur Reha kann ich nichts sagen, sowas habe ich nicht gemacht.

Zur Bewegungsfreiheit: Also, wie gesagt, bei mir von Th4 bis L4 versteift. Es fällt mir aber nicht mehr auf. Erstens ist die Bewegungsfreiheit mit einer starken Skoliose auch eingeschränkt, durch die Schmerzen erst recht. Zweitens versteifen unsere Wirbelsäulen mit dem Alter sowieso. Und drittens bin ich befreit von diesem Zwang, mich gerade halten zu müssen, "weil ja sonst die Skoliose noch schlimmer wird", denn ich sitze sowieso gerade, auch wenn ich mich fallen lasse. Das Sitzen strengt nicht mehr an. Und viertens, man ist gar nicht so unbeweglich, man kann nämlich das Becken noch bewegen und die restlichen, nicht versteiften Wirbel, die Arme, Schulterblätter. Damit will ich sagen, dass es Dir höchstens im Yoga-Kurs für Fortgeschrittene oder beim Geräteturnen wirklich auffällt.

Ich will jetzt nicht grundsätzlich sagen, dass eine OP meinentwegen ab 50° immer das beste ist, will nur mal ein bisschen die andere Seite darstellen. Wichtig ist, dass, wenn man sich für so eine OP entscheidet, es auch wirklich will.

Liebe Grüße, Sunny
Mädel
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Beitrag von Mädel »

Liebe Forumler,
vielen Dank an alle, die sich die Mühe gemacht haben, mir zu antworten. Vor allem die OP-Checkliste ist schon mal eine gute Grundlage für ein Beratungsgespräch. Ich habe jetzt einen Beratungstermin in Neustadt Ende März, einen in Bad Sobernheim Mitte April und in Tübingen leider erst Ende Juli. Ich hoffe, dass wird mich weiter bringen. Momentan versuche ich mich auch nicht ständig gedanklich damit zu beschäftigen, weil ich sonst noch verrückt werde.... Ich frage mich stark, ob die Wahrscheinlichkeit nicht sehr hoch ist, ein paar Jahre nach der OP, an den anderen Wirbeln Probleme/Skoliose zu bekommen. Andererseits würden wir eigentlich gerne noch ein Kind haben, aber nach den Erfahrungen mit der ersten Schwangerschaft, müßte ich mich dafür doch erst operieren lassen...
Liebe Grüße :juggle:
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bluecat
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seit 7/11 cctec),
Rehas 96, 02, 06, 09, 12, 15; KG, OP Empfehlung
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Beitrag von bluecat »

Hallo Mädel,

ich persönlich halte von der Gießener Uni Klinik gar nix !

Ich sollte mit 13-14 J. dort mit einer Krümmung von rund 45° operiert werden, hatte aber absolut keine Probleme.
Das Wort OP rutscht den Ärzten extrem schnell über die Lippen.
Die Aufklärung war damals schon mehr als miserabel! Man wollte nur sofort einen OP-Besprechungstermin und denn OP Termin selber festlegen.
Man empfand es nicht für wichtig den Namen der Krankheit (Skoliose) zu nennen und überhaupt zu erklären was das ist, woher das kommt und ob es irgendwelche konservativen Möglichkeiten gab. Die Fragen von meiner Mutter wurden einfach unter den Teppich gekehrt!
Ich war am Rande eines Nervenzusammenbruchs und dachte ich müßte sterben, weil es so schlimm ist. :eek:

Wir wurden total überrumpelt!

Ein Grund für uns dort kein 2. Mal zu operieren!

Eine alte Schulfreundinnwurde in Gießen zig Male an der Hüfte wegen Dysplasie (wird das so geschrieben?) operiert, unzählige Tränen sind gelaufen und es wurde nicht wirklich besser, ausser dass sie ständig im Gips Bett lag und mit Gehhilfen laufen konnte und zwei rieseige Narben hatte.
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Beitrag von bluecat »

Sorry, sollte heissen : Ein Grund für uns kein 2. Mal hinzugehen.

Ich bin nicht operiert, bin jetzt 25 und trage ein Korsett bei 52° Krümmung.
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