Keilwirbelregeneration? (Ernährung...)

Infos zu weiteren WS-Deformitäten, die mit Skoliose zusammen oder alleine auftreten
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Maik

Keilwirbelregeneration? (Ernährung...)

Beitrag von Maik »

Hallo!

Ich habe hier gelesen, dass eine Regeneration von Keilwirbel bei Ausgewachsenen nicht mehr möglich sei. Ist das wirklich so? Mein Hausarzt (kein Orthopäde), sagte zu mir neulich, dass Knochen leben würden und dass deshalb Änderungen seiner Meinung nach durchaus noch möglich sein KÖNNTEN. Was meint Ihr den dazu? Können sich Keilwirbel bei Erwachsenen wieder (zumindest etwas) zurückbilden? Sei es durch Korsette oder durch eine länger andauernde geradere Haltung durch KG. Könnte nicht auch eine besonders "knochenaufbaufreundliche" Ernährung dazu beitragen? Wenn ich das richtig weiß, gibt es doch homöopathische Mittel, die die Knochenbildung unterstüzen. Bringt das alle nichts? Ich habe nur einen Keilwirbel (ich glaube noch nicht mal einen so starken, ist aber nur meine laienhafte Meinung, man sieht schon einen deutlichen Knick in der WS) und wäre sehr froh, wenn ich gegen ihn irgendwie angehen könnte.

Welche Folgen hat den so ein Keilwirbel genau? Ist es nicht möglich, durch gezieltes Training der umliegenden Muskulatur, die WS über und unter dem Keilwirbel so aufzurichten, dass der eine Wirbel überhaupt nicht ins Gewicht fällt? Kann ein einzelner Wirbel wirklich die Folge haben, dass die GESAMTE WS krumm bleibt und man da nicht mehr viel machen kann? Nochmal anders gefragt: Gib es überhaupt eine Möglichkeit, den Knick in der WS zu beseitigen? Mein Orthopäde ist mir gegenüber - wohl aus Zeitmangel - bei der Beratung immer sehr kurz angebunden (ins Behandlungzimmer rein, zwei Blicke, drei Worte und drei Minuten später wieder raus)...

Ich bin ja schon gespannt auf Eure Antworten.
Viele Grüße
Maik
Gast

Beitrag von Gast »

Hallo Maik.

soweit ich gehört habe ist eine korrektur/regeneration auch
bei erwachsenen noch möglich, obgleich diese halt eher geringeren
Ausmaßes ist. Nichtvergleichbar mit der Korrektur bei Jugendlichen.

Die Hoffnung sollte auf keinen Fall aufgegeben werden. Wer fleissig schrothet und das Korsett so häufig wie möglich trägt bei dem wird mit Sicherheit eine Verbesserung eintreten.

Also an alle erwachsenen Scheuermänner: Kopf hoch!


Thomas
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BZebra
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Registriert: Mo, 20.05.2002 - 15:06

Beitrag von BZebra »

Keilwirbel müssen nicht nur angeboren sein, sondern können auch durch einseitige Belastung entstehen.

Idiopathische Skoliosen z.B. haben zu Beginn keine Keilwirbel. Durch die jahrelange ungleichmäßige Belastung entstehen jedoch welche. Würde man diese Belastung im gleichen Umfang umkehren, würde das selbe in der andere Richtung passieren.

Ein Beispiel hierfür ist auf dieser Seite zu sehen: http://www.rahmouni.de/skoliose/fehlbildung.htm

Der Prozess der Keilwirbelentstehung durch ungleichmäßige Belastung beruht allerdings vornehmlich auf einem Knochenabbau. Wollte man auf diese Weise einen Keilwirbel beseitigen (oder realistischer minimieren) würde dies heißen, daß man versucht den normal hohen Teil des Wirbels in seiner Höhe dem anderen Teil des Wirbels anzupassen.

Knochenabbau durch Druckkräfte ist einfacher als Knochenaufbau durch Zugkräfte.

Praktisch würde ich sagen, daß falls es im Erwachsenenalter überhaupt möglich ist, dies ein Leben lang Korsetttragen heißen würde, rund um die Uhr! Physiotherapie, auch nach Schroth, wäre eine viel zu sanfte Methode, um hier überhaupt messbare Erfolge zu erreichen, von den anderen Vorschlägen mal ganz zu schweigen.

Die durch den Keilwirbel entstehende Fehlhaltung läßt sich aber natürlich durch die restlichen Teile der Wirbelsäule im gewissen Maße kompensieren, und an der Stelle würde dann Schroth und / oder ein Korsett ansetzen, beides mit dem Ziel der Haltungsveränderung durch Muskeltraining.

Gruß,
BZebra
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