Sportphysiotherapie oder Pyhsiotherapie mit Osteopathie?

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Sylvia P.
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Sportphysiotherapie oder Pyhsiotherapie mit Osteopathie?

Beitrag von Sylvia P. »

Ich war seit ca. 6 Jahren aufgrund Umzug etc. nicht mehr bei einer Ärztin/einem Arzt und da ich aber wegen meiner Skoliose und wiederkehrenden Schmerzen besorgt war, ging ich nun doch zum Orthopäden, der mich 5 min angeschaut hat und anstatt meiner Erwartungen keine Röntgenaufnahmen machte, sondern nur abtastete und meinte: joa ist ja nicht so wild, wenn arme und beine noch nicht taub werden. Ich schreib mal KG auf. In derselben Arztpraxis gibt es einen Sportphysiotherapeuten an den ich auch sofort weiterverwiesen wurde.
Jetzt meine Frage, wie ist eure Erfahrung? Ist Sportphysiotherapie gut oder wäre es sinnvoller sich eine eigene Praxis zu suchen, die einen Schwerpunkt auf Osteopathie haben??
Danke für die Antworten!
skoliose-gondelsheim
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Re: Sportphysiotherapie oder Pyhsiotherapie mit Osteopathie?

Beitrag von skoliose-gondelsheim »

Hi,

auf alle Fälle würde ich dir raten, eineN Physio zu suchen der/die sich mit Skoliosen auskennt und das sind zumeist nur die Schroth-Therapeuten. Alles andere geht am Ziel vorbei, weil symmetrisch gearbeitet wird, statt gezielt auf die Krümmungen der Wirbelsäule einzugehen.
Eigentlich aber wäre es sinnvoll, wenn du dir erst einmal einen vernünftigen Orthopäden suchen würdest, damit deine Gradzahlen ermittelt werden können und ein Röntgenbild der gesamten WS von vorn und der Seite gemacht werden kann. Als Physio arbeitet man sonst ein wenig ins Blaue, denn ohne Röbi erkennt man oft gar nicht, wo die WS verbogen/verdreht ist.

Dafür ist es meist notwendig, etwas weiter zu fahren, denn gute Orthopäden mit Skoliose-Erfahrung sind selten.
Hier
links.html
findest du Infos über Ärzte und Kliniken, die sich spezialisiert haben. Und in der Klinik Bad Sobernheim gibt es auch eine Telefonliste mit Schroth-Therapeuten in ganz Deutschland.

LG
Karin
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Alex_activitas
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Re: Sportphysiotherapie oder Pyhsiotherapie mit Osteopathie?

Beitrag von Alex_activitas »

Hallo Sylvia,

erst einmal :welcome:

Ergänzend zu Karin, die vollkommen Recht hat, möchte ich noch einfügen, dass "Sportphysiotherapie" gerne mißverstanden wird.
In meiner Sportphysioausbildung habe ich sehr sehr viel über Bindegewebe, Wundheilung und diverse Prozesse im Körper gelernt, die mir auch abseits des Sports sehr viel weitergeholfen habe und weiterhin helfen.
Allerdings lernt man dort nichs über Skoliose....

Eine Physiopraxis mit dem Schwerpunkt "Osteopathie" halte ich auch für schiwerig. Unter anderem deshalb, weil Physios keine Osteopathie abgeben dürfen. Dies dürfen nur Ärzte und Heilpraktiker. Dass das im "echten Leben" andres gehandhabt wird, weiss ich auch. Deshalb wird es aber nicht legaler.
Und auch "Osteopathen" kennen sich nicht unbedingt gut/sehr gut mit Skoliosen aus. Unter Umständen kann es eine gute Ergänzung zur zielgerichteten Therapie sein, aber meiner Meinung nach ist die Osteopathie keine passende Therapie für Skoliosen.

Gruß,
Alex
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Klaus
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Re: Sportphysiotherapie oder Pyhsiotherapie mit Osteopathie?

Beitrag von Klaus »

Karin hat geschrieben:Hier
links.html
findest du Infos über Ärzte und Kliniken, die sich spezialisiert haben. Und in der Klinik Bad Sobernheim gibt es auch eine Telefonliste mit Schroth-Therapeuten in ganz Deutschland.
Und hier sind die Spezialisten mit vielen positiven Erfahrungen:
viewtopic.php?f=25&t=6472
und auch einer kleinen Einleitung, warum weite Wege durchaus Sinn machen.

Gruß
Klaus
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Re: Sportphysiotherapie oder Pyhsiotherapie mit Osteopathie?

Beitrag von Silas »

Alex_activitas hat geschrieben:Eine Physiopraxis mit dem Schwerpunkt "Osteopathie" halte ich auch für schiwerig. Unter anderem deshalb, weil Physios keine Osteopathie abgeben dürfen. Dies dürfen nur Ärzte und Heilpraktiker. Dass das im "echten Leben" andres gehandhabt wird, weiss ich auch. Deshalb wird es aber nicht legaler.
Das wusste ich noch gar nicht...

Es gibt sogar einige gesetzliche Krankenkassen, die teilweise oder ganz eine osteopathische Therapie beim Physiotherapeuten bezahlen, ist ja putzig.

Wenn ich mir dann anschaue, wie die Ausbildung von Ärzten und Heilpraktikern so aussieht und das mit der der Physiotherapeuten vergleiche, kann ich da nur den Kopf schütteln über eine solche gesetzliche Regelung.
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Re: Sportphysiotherapie oder Pyhsiotherapie mit Osteopathie?

Beitrag von Klaus »

Silas hat geschrieben:Es gibt sogar einige gesetzliche Krankenkassen, die teilweise oder ganz eine osteopathische Therapie beim Physiotherapeuten bezahlen, ist ja putzig.
Bei meinem Osteopathen, den ich 1x ausprobiert hatte, war es anfangs auch so, dass der die Bedingungen für die Kostentragung nicht erfüllte. Er war weder Arzt noch Heilpraktiker. Das hat er in einem Internet Blog auch deutlich angeprangert. Dann hat es nach Verhandlungen doch geklappt und er hatte sozusagen eine (Sonder-) Zulassung der Techniker Krankenkasse.

Gruß
Klaus
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Re: Sportphysiotherapie oder Pyhsiotherapie mit Osteopathie?

Beitrag von Alex_activitas »

Silas hat geschrieben:Es gibt sogar einige gesetzliche Krankenkassen, die teilweise oder ganz eine osteopathische Therapie beim Physiotherapeuten bezahlen, ist ja putzig.

Wenn ich mir dann anschaue, wie die Ausbildung von Ärzten und Heilpraktikern so aussieht und das mit der der Physiotherapeuten vergleiche, kann ich da nur den Kopf schütteln über eine solche gesetzliche Regelung.
Putzig ist der richtige Ausdruck. Denn hiermit wird eindeutig gegen §1 des Heilpraktikergesetzes verstoßen. Dies wird auch anscheinend überprüft, denn hierin ist eindeutig geregelt, wer "Heilkunde" ausüben darf. Und Osteopathie fällt absolut unter "Ausübung der Heilkunde".
Das hat leider nichts mit der Ausblidung von Ärzten und Physios zu tun (Heilpraktiker brauchen keine Ausbildung! Sie müssen die Prüfungen bestehen, aber es ist keine Ausbildung in irgendeiner Form vorgeschrieben.).
Klaus hat geschrieben:Dann hat es nach Verhandlungen doch geklappt und er hatte sozusagen eine (Sonder-) Zulassung der Techniker Krankenkasse.
Ja, das kann ich mir vorstellen.
Ob das gut ist, wage ich mal stark zu bezweifeln. Aber die Kassen tun viel, um Mitglieder zu bekommen. Diese bringen das Geld ein.
Dass es dann einzelne Physios schaffen, "Sonderzulassungen" zu bekommen, um "Osteopathie" auf GKV-Kosten abgeben zu können, führt das ganze System wieder ad absurdum. Leider.

Auch wichtig zu wissen: es gibt den Begriff "Osteopath" in Deutschland nicht. Jeder, auch zum Beispiel ein Fliesenleger oder jeglicher andere Beruf, kann sich "Osteopath" nennen....

Gruß,
Alex
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Re: Sportphysiotherapie oder Pyhsiotherapie mit Osteopathie?

Beitrag von Silas »

Alex_activitas hat geschrieben:Auch wichtig zu wissen: es gibt den Begriff "Osteopath" in Deutschland nicht. Jeder, auch zum Beispiel ein Fliesenleger oder jeglicher andere Beruf, kann sich "Osteopath" nennen....
Na toll... das beruhigt mich jetzt ungemein.

Werde gleich mal dem Tierheilpraktiker von nebenan (der hat auch dazu keine entsprechende Ausbildung) darauf hinweisen - dann hat er morgen bestimmt gleich noch ein Schild an der Tür :lach: .
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Re: Sportphysiotherapie oder Pyhsiotherapie mit Osteopathie?

Beitrag von Klaus »

Alex hat geschrieben:Dass es dann einzelne Physios schaffen, "Sonderzulassungen" zu bekommen, um "Osteopathie" auf GKV-Kosten abgeben zu können, führt das ganze System wieder ad absurdum. Leider.
Also in dem Fall ging es um die "Faszientherapie nach Typaldos", die von diesem "Osteopathen" sogar in der Gesundheitssendung "Visite" des NDR vorgestellt wurde. Ausserdem gibt es eine Zusammenarbeit mit einem Institut an der Medizinischen Hochschule, die dieses auch anbietet. Hier allerdings ein ärztlicher Hintergrund.

Aber ehrlich gesagt, bei einem solchen Versuch, der eindeutig keiner konservativen zielorientierten Fehlstellungs-Behandlung entspricht, käme es mir eher auf die praktische Ausübung und die Wirkung an. Allein die Tatsache, dass jemand ein Arzt ist, sagt noch nichts. Gerade bei Fehlstellungen, um die es hier im Forum geht!
Und
Heilpraktiker brauchen keine Ausbildung! Sie müssen die Prüfungen bestehen, aber es ist keine Ausbildung in irgendeiner Form vorgeschrieben.
spricht ja nun für sich selbst!

Ich habe nach über einem Jahr keine Rechnung über 1 Behandlung erhalten, die ich mit 80% gegenüber der KK hätte abrechnen können. Ob nun Fehler oder Fazit der vom "Osteopathen" geäusserten Meinung, dass diese Form der Therapie bei mir wohl nicht das Richtige sei. Ich weiß es nicht.

Gruß
Klaus
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