Ups, da muss mich doch noch mal dazu äußern:
Was Du da erzählst ist ja wirklich schlimm, Lulu. Lass Dir ein neues Korsett machen und abschneiden was Dich stört (hast Du ja soweiso schon vor).
lulu hat geschrieben:mich behindert mein Korsett beim bücken, rennen
War bei mir kein Problem. Schuhe binden ohne Probleme. Ich hab sogar Leichtathletik im Korsett mitgemacht.
lulu hat geschrieben:Sport: Springen darf ich nicht mehr!!! ich mach z.B. kein Sportunterricht mehr mit weil springen und ausdauer schlecht für die wirbelsäule ist; sagt nicht mein arzt sondern Krankengymn.
Es spricht überhauptnichts dagegen das Korsett für den Sportunterricht auszuziehen. Und wenn es sich um Ausnahemn handelt darf man eigentlich alles, auch mal springen.
lulu hat geschrieben:Es behindert mich beim radfahren, weil ich vor lauter gerade sitzen nicht mehr richtig an den Lenker komme
Konnte ich auch ohne große Probleme. Lenker etwas höher stellen.
lulu hat geschrieben:Beim Autofahren, weil es entweder in die beine schneidet oder ich mit einem Keilkissen an die decke stoße
Wenn das Korsett unten in die Beine schneidet, dann muss es unbedingt dort ausgeschnitten werden. Du kannst Dir damit Nerven schädigen oder im schlimmsten Falle eine Thrombose holen.
lulu hat geschrieben:es behindert mich beim sitzen, weil ich auf bestimmten sitzen nicht sitzen kann.
So einen Sitz habe ich bis jetzt auch noch nicht kennen gelernt.
lulu hat geschrieben:es behindert mich im alltag, weil ich manchmal an den kanten hängen bleibe oder ich mich irgendwo nicht mehr zwischen quetschen kann.
Wenn das unter Behinderung zählt, dann wäre jeder dicke Mensch auch behindert.
lulu hat geschrieben:es behindert mich bei so vielen sachen aber ich trags mit fassung

Wenn ich das Resume aus meiner Korsett-Zeit ziehe, dann würde ich sagen, daß manche Sachen natürlich schwieriger und unangenehmer waren (für mich selbst), das Korsett mich aber in KEINER Sache so behindert hat, daß ich sie nicht oder nur eingeschränkt hätte ausführen können oder auf Hilfe anderer angewiesen war.
lulu hat geschrieben:aber ich glaube erstens nicht, dass wenn man ein jahr in einer familie lebt, dass die nicht merken, das was los ist.
Natürlich ist es nicht Sinn und Zweck der Sache es zu verstecken (warum auch, es gibt ja überhaupt keinen Grund dafür) und Deine Gastfamilie wird es auch "hoffentlich" (wenn sie aufmerksam ist und sich um Dich kümmert) merken. Aber sie werden es als das kennenlernen was es ist: Bei einem guten Korsett eine vollkommen nebensächliche Sache, um die sie sich nicht kümmern müssen, auf die sie keine Rücksicht nehmen müssen und so weiter. Eine Sache die wahrscheinlich noch nebensächlicher ist als eine Zahnspange, weil Du sowieso keine Gelegenheit hast, Kontrolluntersuchungen durchzuführen.
Die Kleinigkeiten bei denen Du vielleicht einmal auf Hilfe angewiesen sein solltest (z.B. eine kaputt gegangene Schalle) sind Selbstverständlichkeiten. Wenn Du Zahnschmerzen hättest, dann müssen sie Dich auch zum Zahnarzt bringen. Wenn die Schnalle hinüber ist, müssen sie Dich halt zum nächsten Orthopädietechniker bringen.
Wenn man sich dabei besser fühlst, so etwas anzugegen, dann sollte man das natürlich tun.
Aber es gibt meines Erachtens keine rationale Begründung, warum man sich dabei schlecht fühlen sollte, so etwas nicht anzugeben. Es ist keine Lüge und keine Hinterhältigkeit sondern vollkommen logisch und normal solche Nebensächlichkeiten nicht zu erwähnen.
Bei einem ordentlichen Korsett liegt es nur an der eigenen Einstellung, ob man sich als behindert fühlt oder nicht und ob man sich als Folge davon dann selbst zur Behinderten macht oder eben nicht.
Aber nach dem was z.B. Gruseline und Loewin von dem Koppetsch-Korsetten ihrer Töchter berichtet haben, kann ich das was Du da schreibst schon nachvollziehen. Dein Korsett ist da vielleicht auch nicht besser. Aber das liegt an Dir das zu ändern.
Gruß,
BZebra