News:Ambulante SkolioseBehandl. künftig in Kliniken möglich!

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minimine
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Re: News:Ambulante SkolioseBehandl. künftig in Kliniken mögl

Beitrag von minimine »

Willst Du etwa damit sagen, dass die Hyperkyphose als Fehlstellung in der Behandlung ganz anders zu betrachten ist, als die Skoliose?
Ganz anders sicher nicht, aber es ist eine andere Erkrankung und es gibt nunmal Unterschiede (ich gehe zumindest davon aus, dass z.B. das Progredienzrisiko in der Gruppe der Patienten, die die neue Regelung betrifft bei Skoliose höher ist).
Lies doch einfach mal den Bericht vom G-BA zum Verfahren zur Aufnahme der Skoliose.

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Bärle

Re: News:Ambulante SkolioseBehandl. künftig in Kliniken mögl

Beitrag von Bärle »

habe meinen Beitrag wieder gestrichen
weil es zu weit zurück ging (anno 19xy)
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Klaus
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Re: News:Ambulante SkolioseBehandl. künftig in Kliniken mögl

Beitrag von Klaus »

minimine hat geschrieben:ich gehe zumindest davon aus, dass z.B. das Progredienzrisiko in der Gruppe der Patienten, die die neue Regelung betrifft bei Skoliose höher ist).
Sorry, aber das hört sich jetzt so wie die Aussage der meisten Orthopäden an, dass man bei einem Rundrücken nichts mehr machen kann und auch nicht braucht, weil der sich sowieso nicht weiter verschlechtert. Also ignoriert man ihn einfach.

Ich hoffe, Du wolltest nur versuchen zu erklären, warum da nur die Skoliose aufgenommen wurde. Die Hyperkyphose gehört da aber genauso hinein! Oder sollen die meisten Orthopäden bei ihrer Ignoranz gegenüber dem Rundrücken bleiben?

Gruss
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Re: News:Ambulante SkolioseBehandl. künftig in Kliniken mögl

Beitrag von minimine »

Sorry, aber das hört sich jetzt so wie die Aussage der meisten Orthopäden an, dass man bei einem Rundrücken nichts mehr machen kann und auch nicht braucht, weil der sich sowieso nicht weiter verschlechtert. Also ignoriert man ihn einfach.
Klaus, du interpretierst da jetzt aber wirklich viel rein. Das eine hat mit dem anderen doch gar nichts zu tun. :rolleyes:
Ich hoffe, Du wolltest nur versuchen zu erklären, warum da nur die Skoliose aufgenommen wurde.
Also hast du mich doch gar nicht falsch verstanden. ;)

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socke
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Re: News:Ambulante SkolioseBehandl. künftig in Kliniken mögl

Beitrag von socke »

Der entscheidende Unterschied zwischen Hyperkyphose und Skoliose ist eigentlich relativ einfach...

Von vorne gesehen ist eine gesunde WS schnurgerade und lotrecht. Von der Seite ist eine gesunde Wirbelsäule aber auch kyphosiert und lordosiert, also krumm.

Ist die Wirbelsäule nun von vorne gesehen krumm, lässt sich daraus auch für Laien (und somit auch für jeden Orthopäden) ziemlich leicht eine Erkrankung erkennen, die schwer abzustreiten ist.

Ist die Wirbelsäule von der Seite kyphosierter und lordoisierter als sie sein sollte, kann man das auch als persönliche Note oder eine irrelevante Normabweichung sehen (mal abgesehen davon, dass 90% der Orthopäden gar nicht in der Lage sind, einen Kyphosewinkel zu messen). Es verhält sich also ganz anders als bei der Skoliose. Daher werden Hohlkreuz und Rundrücken immer Erkrankungen (oder von mir aus Fehlhaltungen) bleiben, über deren Krankheitswert mehr oder weniger nach Gutdünken der Ärzteschaft entschieden werden kann.

Dazu kommt, dass viele Hyperkyphosen/Lordosen sehr lange, mitunter lebenslang, symptomfrei verlaufen, was die Ansicht, es sei keine Krankheit, noch unterfüttern kann. (Das gleiche gilt zwar auch für Skoliosen, aber siehe oben...)

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Klaus
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Re: News:Ambulante SkolioseBehandl. künftig in Kliniken mögl

Beitrag von Klaus »

socke hat geschrieben:Daher werden Hohlkreuz und Rundrücken immer Erkrankungen (oder von mir aus Fehlhaltungen) bleiben, über deren Krankheitswert mehr oder weniger nach Gutdünken der Ärzteschaft entschieden werden kann.
Wenn schon, dann Fehlstellungen und nicht Fehlhaltungen! ;)

Warum willst Du denn die Einstellung der Ärzteschaft mit diesen Argumenten sozusagen entschuldigen?
Du hast doch selbst Hyperkyphose und hast doch sicherlich ein Interesse daran, dass sich die Versorgung endlich ändert oder nicht?
Dazu kommt, dass viele Hyperkyphosen/Lordosen sehr lange, mitunter lebenslang, symptomfrei verlaufen, was die Ansicht, es sei keine Krankheit, noch unterfüttern kann. (Das gleiche gilt zwar auch für Skoliosen, aber siehe oben...)
Ja eben !
Und Deine seitliche Fehlstellung ist eben eine persönliche Laune der Natur, die längst nicht so schlimm zu bewerten ist, wie die frontale Fehlstellung ??

Hier gibt es jede Menge Hyperkyphose-User, die nicht nur optisch darunter leiden, sondern erhebliche Schmerzen haben.
Und die hätten sie möglicherweise nicht, wenn das frühzeitig wirklich ernst genommen wäre !

Gruss
Klaus
socke
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Re: News:Ambulante SkolioseBehandl. künftig in Kliniken mögl

Beitrag von socke »

Klaus hat geschrieben:
socke hat geschrieben:Daher werden Hohlkreuz und Rundrücken immer Erkrankungen (oder von mir aus Fehlhaltungen) bleiben, über deren Krankheitswert mehr oder weniger nach Gutdünken der Ärzteschaft entschieden werden kann.
Warum willst Du denn die Einstellung der Ärzteschaft mit diesen Argumenten sozusagen entschuldigen?
Du hast doch selbst Hyperkyphose und hast doch sicherlich ein Interesse daran, dass sich die Versorgung endlich ändert oder nicht?
Du verstehst mich falsch glaube ich ;)

Ich bin davon überzeugt dass Rundrücken und Hohlkreuz Krankheitswert haben (bin ja selber betroffen und merke, dass ich bei korrekter Haltung bzw. im Korsett absolut keine Rückenschmerzen habe), aber mit dem was ich schreibe versuche ich zu erklären warum die Ärzteschaft das scheinbar nicht so sieht/nicht so sehen will.

Es hat einfach etwas mit Ignoranz/Profitgier zu tun. Dass eine Skoliose Krankheitswert hat, lässt sich schwer abstreiten, da eine seitliche Verbiegung definitiv nicht normal ist. Daher dürfte es schwer sein, diesen behandlungsintensiven Patienten los zu werden. Bei der (Hyper-)Kyphose/Lordose sieht das anders aus, da sie immer vorkommt, und sich eben nur in ihren Ausmaßen unterscheidet. Damit lässt es sich relativ leicht als "persönliche Note" oder sonstwas abtun, um den Patienten schnellstmöglich aus der Praxis zu befördern.

Jeder Arzt, der sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigt, würde schnell verstehen, dass Hyperkyphose/-Lordose a) krankheitswert haben und b) behandelbar sind.
Für Fortbildung wird ein niedergelassener Arzt aber nicht bezahlt, und solange es genügend Patienten in der Praxis gibt wird er also wenig Interesse haben, sich fortzubilden. Dazu kommt die erhöhte Beratungs/Behandlungszeit für Hyperkyphotiker, die ebenfalls nicht vergütet und damit uninteressant wird.
Dazu kommt, dass viele Hyperkyphosen/Lordosen sehr lange, mitunter lebenslang, symptomfrei verlaufen, was die Ansicht, es sei keine Krankheit, noch unterfüttern kann. (Das gleiche gilt zwar auch für Skoliosen, aber siehe oben...)
Ja eben !
Und Deine seitliche Fehlstellung ist eben eine persönliche Laune der Natur, die längst nicht so schlimm zu bewerten ist, wie die frontale Fehlstellung ??
Nach Meinung der bisher besuchten Orthopäden habe ich eine leichte Skoliose, die alle Beschwerden erklärt und ansonsten eine völlig normale Körperhaltung. Dass das nicht stimmt, merke ich ja an der Schmerzfreiheit im Hykerkyphose-Korsett, aber an der Einstellung der Ärzteschaft ändert das nichts. Ich habe "meinem" Orthopäden, der ca. die letzten 3 Jahre für meine Behandlung gesorgt hat, versucht, das Thema etwas näher zu bringen. Er hat nur den Kopf geschüttelt und gesagt, er werde mich nicht mehr behandeln und Rezepte gibt es jetzt auch nicht mehr. Dann hat er das Behandlungszimmer verlassen.
Hier gibt es jede Menge Hyperkyphose-User, die nicht nur optisch darunter leiden, sondern erhebliche Schmerzen haben.
Und die hätten sie möglicherweise nicht, wenn das frühzeitig wirklich ernst genommen wäre !
Ja, aber auf Grund dessen, was ich oben versucht habe zu erklären, wird sich daran auch so schnell nichts ändern. Hyperkyphose-Patienten erfordern Zeit und intensive Fortbildung. Da man bei 5facher Beratungszeit allerdings nicht 5mal die Versichertenkarte durchziehen kann, wird es bei nahezu allen Orthopäden weiterhin so laufen, dass man abgefertigt und rausgeschickt wird.

Dass es Ärzte wie Dr. Hoffmann gibt, die einfach mal an den Patienten denken und nicht an ihren nächsten Ski-Urlaub, ist einfach Glück und die absolute Ausnahme.

Ich rede hier nicht nur von eigenen Erfahrungen. Ich habe einige Bekannte im medizinischen Sektor, und was man da teilweise hört, lässt einen wirklich an der Menschheit zweifeln.

Allerliebste Grüße.
Ricky
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Re: News:Ambulante SkolioseBehandl. künftig in Kliniken mögl

Beitrag von Ricky »

Huhu,
irgendwo habe ich gelesen, dass eine Hyperkyphose ab einem Grad von 60 als pathologisch- also krankhaft- eingestuft wird.

Das ist doch eine klare Aussage...

Und letztendlich sind wohl die Begleiterscheinungen das Problem, also verkürzte Muskeln, Verspannungen etc, oder sehe ich das Falsch?
Die Wirbelsäule, also speziell die einzelne Wirbel ansich, bereiten keine Schmerzen, oder?

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Re: News:Ambulante SkolioseBehandl. künftig in Kliniken mögl

Beitrag von socke »

Ricky hat geschrieben: Und letztendlich sind wohl die Begleiterscheinungen das Problem, also verkürzte Muskeln, Verspannungen etc, oder sehe ich das Falsch?
Die Wirbelsäule, also speziell die einzelne Wirbel ansich, bereiten keine Schmerzen, oder?
Das ist zumindest die Erfahrung die ich gemacht habe. Ich hab auch mal gelesen, dass nur 7% aller Rückenschmerzen von BSV etc. kommen und der Rest sich aus Verspannungen ergibt...

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Ricky
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Re: News:Ambulante SkolioseBehandl. künftig in Kliniken mögl

Beitrag von Ricky »

Hi Socke,

ahh...das ist interessant.

Was mich immer mal wieder verunsichert, ist, dass entlang meine H-Kyphose ein brennender Schmerz besteht. Das fühlt sich dann an wie eine Entzündunge. Oftmals ganz latent, dann aber wieder sehr heftig, so dass mir sogar das tiefe Durchatmen schwerfällt.
Dieses starke Gefühl hatte ich erstmals bei schwerer Arbeit im Garten.

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Re: News:Ambulante SkolioseBehandl. künftig in Kliniken mögl

Beitrag von socke »

Ricky hat geschrieben:Hi Socke,

ahh...das ist interessant.

Was mich immer mal wieder verunsichert, ist, dass entlang meine H-Kyphose ein brennender Schmerz besteht. Das fühlt sich dann an wie eine Entzündunge. Oftmals ganz latent, dann aber wieder sehr heftig, so dass mir sogar das tiefe Durchatmen schwerfällt.
Dieses starke Gefühl hatte ich erstmals bei schwerer Arbeit im Garten.

LG
Ist halt nur eine Statistik, inwiefern du das auf dich beziehen kannst weiss ich nicht. Zeigt aber, dass es meistens die Muskeln sind, die Ärger machen. Die Erfahrung machen ja viele Kyphotiker (Korsett an - Schmerzen weg). Und das kann ja nicht von der Wirkung auf die Wirbelkörper kommen, denn die tritt (wenn überhaupt) offenbar erst nach Jahren ein ...

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Re: News:Ambulante SkolioseBehandl. künftig in Kliniken mögl

Beitrag von Klaus »

Hallo socke,

hier im Thread geht es ja um die künftige ambulante Skoliose Behandlung in Kliniken.
Dazu habe ich die Anmerkung gemacht, dass die Hyperkyphose nicht vergessen werden darf, weil sich sonst nichts für diese Leute ändert.

Was Du dazu sagst, ist eine reine Bestandsaufnahme der mangelhaften Versorgungslage und die Erklärung dafür. Das ist auch Ausdruck der vielen Erfahrungsberichte, bringt uns aber überhaupt nicht weiter, wenn wir uns da nicht gleichzeitig ganz klar positionieren!

Ich hatte zwischenzeitlich das Gefühl im falschen Forum zu sein ;( , als hier für mich der Eindruck entstanden ist, dass die Hyperkyphose anders zu sehen sei, als die Skoliose und deswegen eine Nicht-Aufnahme in die Liste der ambulanten Behandlung verständlich sei.

Wir sind Ausdruck dafür, dass die Hyperkyphose genauso ernst wie die Skoliose zu sehen ist!
Eine Erklärung für die mangelhafte Versorgung sollte uns zwar bewußt sein, aber nicht dazu führen, dass wir uns da hinten anstellen müssen. Zumindest in diesem Forum, dass auch von vielen Unbekannten gelesen wird, sollten wir um eine bessere Versorgungslage kämpfen.

Gruss
Klaus
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Re: News:Ambulante SkolioseBehandl. künftig in Kliniken mögl

Beitrag von Ricky »

Hi Klaus,

ich kann Dich sehr gut verstehen.Du bist einer der Ersten gewesen, die auf diese Mißstände hingewiesen haben.
Ich habe jetzt natürlich den Nutzen, da ich mich dadurch nicht unterversorgt fühle.
Zum einen konnte ich dank Eurer Erfahrung gleich zum richigen Doc und auch meine Reha ging mit dem ersten Antrag durch.:-)
Jetzt bin ich dann nur gespannt, wie es in Salzungen sein wird...

LG
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Re: News:Ambulante SkolioseBehandl. künftig in Kliniken mögl

Beitrag von Klaus »

Ricky hat geschrieben:Ich habe jetzt natürlich den Nutzen, da ich mich dadurch nicht unterversorgt fühle.
Zum einen konnte ich dank Eurer Erfahrung gleich zum richigen Doc und auch meine Reha ging mit dem ersten Antrag durch.:-)
Dazu ist ja das Forum da.
Und es zeigt gleichzeitig den Kontrast zwischen dem Bedarf auf der einen Seite und der Einschätzung selbst von Hyperkyphose Usern auf der anderen Seite, dass die Skoliose eher als krankhaft zu bezeichen sei, um es mal etwas überspitzt zu formulieren.

Und wenn Du mal über Deine Aussage
irgendwo habe ich gelesen, dass eine Hyperkyphose ab einem Grad von 60 als pathologisch- also krankhaft- eingestuft wird.

Das ist doch eine klare Aussage...
unter diesem Aspekt nachdenkst, dann sollte man doch eher sagen, dass das keine "klare Aussage" ist, sondern aufgrund der vielen Erfahrungsberichte einfach so nicht haltbar!
Genauso wie bei der Skoliose gibt es unabhängig von der Höhe des Winkels sehr unterschiedlich starke Beschwerden-Möglichkeiten. Da muss man jede Hyperkyphose (laut Dr. Steffan ab 40 Grad) genau betrachten und auch bedenken, dass die sich im Erwachsenen-Alter auch verschlechtern und durchaus erst dann zu Beschwerden führen kann!

Fatal, wenn man hier eine andere Denkweise über die Hyperkyphose gegenüber der Skoliose ansetzt!

Gruss
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Re: News:Ambulante SkolioseBehandl. künftig in Kliniken mögl

Beitrag von socke »

Klaus hat geschrieben:
Fatal, wenn man hier eine andere Denkweise über die Hyperkyphose gegenüber der Skoliose ansetzt!
Dass ich deine Auffassung teile, Klaus, ist dir bestimmt klar. Der Rundrücken kann einen gesundheitlich genau so ruinieren wie eine Skoliose. Trotz allem ist die Skoliose eine absolute Normabweichung, während Die Hyperkyphose/-Lordose eine relative Normabweichung ist. Gepaart mit der Tatsache, dass besonders die Hyperkyphose/-Lordose häufig recht lange beschwerdefrei verläuft, wird es immer sehr schwierig sein Hyperkyphose und Skoliose im Krankheitswert gleichzusetzen. Es ist bei der Skoliose einfach leichter, zu diagnostizieren und als Patient auch zu argumentieren.

Das ist eigentlich alles, was ich damit sagen wollte. Und auch Außenstehende dürften das bei Aufmerksamem Lesen nicht falsch verstehen.

Ich weiss nicht, wie man dieses Dilemma lösen kann; zumal es in Zeiten leerer Kassen, wachsender Anzahl an Patienten und aller möglicher neuer Erkrankungen (Burnout, ADHS...) sehr schwer sein dürfte hierfür ein offenes Ohr zu finden.

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Re: News:Ambulante SkolioseBehandl. künftig in Kliniken mögl

Beitrag von Ricky »

Hi Klaus,
Klaus hat geschrieben:Hyperkyphose Usern auf der anderen Seite, dass die Skoliose eher als krankhaft zu bezeichen sei, um es mal etwas überspitzt zu formulieren.
nun, krankhafter würde ich es so oder so nicht nennen...jede unnormale Verbiegung, egal in welche Richtung ist nicht gut, vorallem, wenn sie Schmerzen verursacht...
So wie Socke dies weiter unten beschreibt mit "absolute unnormale" Verbiegung bei der Skoliose, macht wahrscheinlich nur mehr Eindruck.
Dazu passend hatte ich gestern mein Gespräch mit meiner Teamleitung, wegen der Rehabewilligung.
Bei meiner Erklärung zum Rücken verzog sie da erstmals das Gesicht, als ich ganz nebenbei auch noch die (wenn auch kleine) skoliotische Verbiegung erklärte.
Anscheinend ist diese seitliche Verbiegung tatsächlich erschreckender...
dass das keine "klare Aussage" ist, sondern aufgrund der vielen Erfahrungsberichte einfach so nicht haltbar!
Genauso wie bei der Skoliose gibt es unabhängig von der Höhe des Winkels sehr unterschiedlich starke Beschwerden-Möglichkeiten. Da muss man jede Hyperkyphose (laut Dr. Steffan ab 40 Grad) genau betrachten und auch bedenken,
sicher.Ich meine auch nicht, dass es erst ab 60° schlimm ist. Ganz sicher nicht, denn viele schreiben hier von ihre Schmerzen, dass so eine Aussage nicht haltbar wäre.
Es wurde nur so aufgelistet, wie dann auch kam, dass ab 70° die OP- Indikation anfangen würde.

dass die sich im Erwachsenen-Alter auch verschlechtern und durchaus erst dann zu Beschwerden führen kann!
ja, dass erlebe ich ja selbst gerade.
Man weiß wohl, dass die Schmerzen unabhängig von der Ausprägung der Wirbelverkrümmung zu sehen sind. Letztendlich sind es ja meist die Muskeln, vielleicht auch Nerven, die reagieren und sich melden, wenn sie an irgendeine Grenze kommen...
Fatal, wenn man hier eine andere Denkweise über die Hyperkyphose gegenüber der Skoliose ansetzt!
nöö, dass würde mir auch gar nicht einfallen...wie gesagt, sobald Probleme auftreten ist Beides gleich schlimm...

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Re: News:Ambulante SkolioseBehandl. künftig in Kliniken mögl

Beitrag von Klaus »

socke hat geschrieben:Trotz allem ist die Skoliose eine absolute Normabweichung, während Die Hyperkyphose/-Lordose eine relative Normabweichung ist.
Abgesehen davon, dass relativ für mich verharmlosend klingt, bleibt eine Abweichung eine Abweichung. ;) Immerhin gilt bis 10 Grad "absolut" gar nicht als Skoliose.
Gepaart mit der Tatsache, dass besonders die Hyperkyphose/-Lordose häufig recht lange beschwerdefrei verläuft, wird es immer sehr schwierig sein Hyperkyphose und Skoliose im Krankheitswert gleichzusetzen.
Bleibt sie tatsächlich so lange beschwerdefrei?
Oder wird die Hyperkyphose nicht eher zu oft ignoriert, auch mit geringen Beschwerden?
Es ist bei der Skoliose einfach leichter, zu diagnostizieren und als Patient auch zu argumentieren.
Klar weil sie ernster genommen wird und ich z. Bsp. das Glück hatte, wenigstens mit meiner 15 Grad Skoliose zu argumentieren.

Da dreht man sich im Kreis, es ist so wie mit den ambulanten Schroth Therapeuten, die kaum Hyperkyphose Patienten haben. Nicht weil es so wenige mit Beschwerden gibt, sondern weil soviele schon beim Arzt ignoriert werden. Der schickt die bestenfallls zum Sport, wo geringe Beschwerden zunächst mal durch die Endorphine verdeckt werden. Und dann landen sie gottseidank hier im Forum. :)
Das ist eigentlich alles, was ich damit sagen wollte. Und auch Außenstehende dürften das bei Aufmerksamem Lesen nicht falsch verstehen.
Wir stimmen mit Sicherheit in der Einschätzung der Situation überein.
Ich möchte nur zum Ausdruck bringen, dass die Art der Argumentation eher die schlechte Behandlungssituation unterstützt, als dass sie angeprangert wird.

Ich bin zwar ein Sonderfall, aber auch bei mir geht es um seitliche Fehlstellungen und da kann man die tiefe Hyperkyphose bei einigen Wirbeln schon fast als "Klappung um 180 Grad" bezeichnen. Das klingt dann hoffentlich ohne die Beschreibung der Beschwerden nicht mehr so harmlos.
Und die Lage des Kyphose-Scheitels kann sehr unterschiedliche Folgen haben.

Gruss
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Re: News:Ambulante SkolioseBehandl. künftig in Kliniken mögl

Beitrag von Klaus »

Ricky hat geschrieben:wie gesagt, sobald Probleme auftreten ist Beides gleich schlimm...
Der Patient sollte aber trotzdem die Möglichkeit haben, in beiden Fällen Vorbeugemaßnahmen einleiten zu können.

Gruss
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Re: News:Ambulante SkolioseBehandl. künftig in Kliniken mögl

Beitrag von Ricky »

Klaus hat geschrieben:
Ricky hat geschrieben:wie gesagt, sobald Probleme auftreten ist Beides gleich schlimm...
Der Patient sollte aber trotzdem die Möglichkeit haben, in beiden Fällen Vorbeugemaßnahmen einleiten zu können.
ist das nicht so? Ernstgemeinte Frage :-)

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Re: News:Ambulante SkolioseBehandl. künftig in Kliniken mögl

Beitrag von Bommenate »

Hallo zusammen,

ich habe mir mal die Mühe gemacht und den Beschluss auf der Internetseite des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) sowie die dazugehörigen PDF-Dateien mit Verlauf und Erklärung (dort kann man zu dem Thema PDF-Dateien herunterladen, siehe hier http://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/1422/ ) durchgelesen.

Die Skoliose gehört inzwischen zu den chronisch seltenen Erkrankungen. Ziel der ganzen Aktion war, dass die „idiopathische Skoliose“ als angeborene Skelettsystemfehlbildung anerkannt wird. Dies war bisher nicht der Fall. Die Skoliose mit Entstehen erst im Jugendalter wurde bis zu diesem Entschluss nicht als „ein Geschehen mit einer angeborenen Komponente“ (Zitat aus „Tragende Gründe zum Beschluss des G-BA über eine Änderung der Richtlinie über die ambulante Behandlung im Krankenhaus nach § 116b des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (SGB V) (ABK-RL): Anlage 2 Nummer 3 Teil 1 – angeborene Skelettsystemfehlbildungen) anerkannt.

Zusammengefasst blieb es bis zum Jahresende hin spannend, da sowohl die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) als auch die Bundesärztekammer sich mit Stellungnahmen gegen eine Aufnahme der "idiopathischen" Skoliose in die Anlage der Richtlinie ausgesprochen hatten.

Aufgrund der energischen und standhaften Patientenvertretung (Bundesverband Skoliose e.V. als themenbezogener Patientenvertreter, Teilnahme an 14 arbeitsintensiven Sitzungen in Berlin, vertreten durch Dagmar Jürgensen) sowie der Stellungnahme von Prof. Dr. med. Liljenqvist, hat der G-BA zum Jahresende dem Änderungsbeschluss mit Ergänzung der "idiopathischen" Skoliose zugestimmt.

Es ist sicher noch ein langer Weg der Umsetzung in Kliniken und hat im Moment nicht wirklich etwas mit Reha zu tun, doch es ist in meinen Augen ein toller Anfang.

Gruß,

Bommi
Schenkt das Leben Dir eine Zitrone, mach Limonade draus!!!
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