Hallo Klaus,
Klaus hat geschrieben:Na ja, es kommt natürlich auf die Grösse des versteiften Bereiches an, wenn man zur Möglichkeit einer falschen Haltung trotz OP etwas sagen will. Insofern korrigiere ich meine Aussage, dass "man nicht viel falsch machen kann."
Gerade in den nicht versteiften Bereichen gibt es in einer solchen Situation Überbelastungs-Möglichkeiten, die schnell auch durch falsche Haltung in diesen Bereichen Beschwerden auslösen können.
genau, und ich meinte: Sogar (!) bei langen Versteifungsstrecken, wie bei mir, kann man mit falscher Haltung einiges falsch machen.
Das merke ich trotz Th3-L5-Versteifung; falsche Haltungen gehen dann z.B. auf die Hüfte, oder ich spüre es an L5/S1 (bei manchen macht auch der Nacken Probleme).
Falsche Haltungen sind für mich vor allem Zwangshaltungen; auch wirken sich unpassende Stühle, unpassende Schreibtischhöhen o.ä. auf mich deutlich aus. Da können durchaus Beschwerden entstehen, die anderen äußerlich auffallen ("du gehst aber heute komisch", "was ist denn mit dir los?").
Vor einiger Zeit habe ich mir auch mal derb was verrissen, als ich mich im Stehen über einen normal hohen Tisch beugte

(Resultat: stechende Schmerzen, linkes Bein kaum belastbar, linker Arm auch nicht so wirklich okay, nach drei Tagen dann langsam besser mit viel Liegen

; wenn ich berufstätig gewesen wäre, wäre ich ca. eine Woche ausgefallen).
Bislang habe ich immer angenommen, dass die nicht versteiften Bereiche je nach Größe schwer anzugehen sind. Deshalb gab es in der Vergangenheit auch einige Diskussionen zum Thema Schroth nach OP und damit auch zu den sogenannten "Operierten Gruppen" bei der Schroth REHA.
Also spezielles Schroth zur aktiven Muskelpflege, was mit "normalen Mitteln" nicht zu erreichen ist.
Ich meinte hier explizit nicht, die Skoliose anzugehen (bei meiner langen Versteifung auch nicht nötig), sondern "so ganz normal" Muskelaufbau zu machen, oder - wennauch das auf mich nicht direkt zutraf - "einfach bisschen was für die Fitness, weil man Spaß an Bewegung hat".
Also nicht etwas der Form wie Schroth oder andere Skoliose-Physiotherapie.
Das sind natürlich "zwei Paar Schuhe"
Ich würde den Swing Stick nicht unbedingt als "normales Mittel" bezeichnen, sondern als besondere Form, die ja wohl gerade bei Dir den Durchbruch gebracht hat. Ohne diesen Stick hättest Du die anderen weiter aufbauenden Übungen gar nicht ausführen können.
Der SwingStick - nun ja, würde ihn als "halb" normales Mittel bezeichnen

Ist ja relativ neu, aber wird auch von vielen völlig gesunden Leuten als Fitnessgerät verwendet (das "Ding" hatte sich eigentlich mein rückengesunder Freund angeschafft), und ich habe nur die Grundübung gemacht.
Aber dass ich die weiter aufbauenden - sicherlich normalen, und die meinte ich eben mit "normale Mittel" - Übungen nicht machen konnte, lag nicht an der Versteifung an und für sich, sondern, dass der Muskelabbau dadurch so weit fortgeschritten war, dass ich 10 (!) Jahre keine Physiotherapie gemacht hatte. Tja, damals hieß es "bis ein Jahr nach OP Physio, das reicht".
Klar im Nachhinein, dass relativ frühes Aufhören mit Physiotherapie nebst (der damals nötig gewesenen) Schonung nach OP, nebst immer mehr Schonung wegen immer mehr Muskelabbau (die Dinge, die jeden im Alltag "trainieren", habe ich z.T. nicht gemacht, weil sie mehr Beweglichkeit erfordern würden, teils auch, weil es aufgrund der Muskulatursituation nicht mehr ging), dazu geführt haben

Jedenfalls ist es kein Normalzustand für Operierte, sich - wie es bei mir der Fall war - beim Aufklinken einer Tür gleich die Schultern zu verreißen und Schultern zu haben, die aussehen wie die einer stark magersüchtigen Person... Kenne das, von heutzutage Operierten, die mehr als 1 Jahr Physio machen und auch bald (früher als noch bei mir) am Alltagsleben teilnehmen können, auch nicht so.
Übrigens fühle ich mich, aufgrund der nun vernünftigen und zudem nicht mehr verspannten Schultermuskulatur, auch ein ganzes Stück beweglicher, "quirliger".
Viele Grüße,
Raven