kommender op-termin, viele fragen und wachsende angst

Fragen zum Thema Wirbelsäulen OP's
Antworten
hannale
Newbie
Newbie
Beiträge: 5
Registriert: So, 26.12.2010 - 15:33
Geschlecht: weiblich

kommender op-termin, viele fragen und wachsende angst

Beitrag von hannale »

Hallo, ich bin relativ neu hier im Forum.
Meine Skoliose wurde mit 13 Jahren festgestellt, seitdem habe ich schon etliche Therapien mitgemacht ,unter anderem trage ich seit 6 Jahren ein Korsett und war schon 4 Mal in Bad Sobernheim. Trotz allem hat sich meine Skoliose anfangs sehr verschlechtert und seit ich ~15 war ist sie ziemlich gleich geblieben (BWS: 57°, LWS: ~30°). Vor einiger Zeit hatte ich nun ein OP-Beratungsgespräch mit Dr.Halm und Dr. Hoffmann. Obwohl ich zwar keine Schmerzen habe raten sie mir zu der OP, weil sie es für sehr wahrscheinlich halten, dass sich meine Skoliose weiterhin verschlechtert. Jetzt habe ich am 1.August einen OP-Termin (ca. 9 Wirbel wären betroffen) in Neustadt und je näher der Termin rückt desto mehr breitet sich die Angst in mir aus. Außerdem habe ich mich noch viel zu wenig mit dem Thema auseinander gesetzt.
Kann mir jemand was zu den Langzeitfolgen einer WS-Versteifung erzählt. Eine Bekannte von mir hat mich davor gewarnt, dass das eine große Belastung für die Wirbel unterhalb des versteiften WS-Abschnitts sei. Und was hat es mit diesem andauernden Taubheitsgefühl, von dem ich hier so viel gelesen habe, auf sich?
Inwiefern bin ich nach der OP in meiner Bewegungsfähigkeit beeinträchtigt? (Versteifung hauptsächlich im thorakalen Bereich soweit ich weiß) Und wie lange dauert es bis ich mich daran gewöhnt habe?
Ich will euch nicht mit all zu vielen Fragen löchern, würde mich über hilfreiche Informationen und Erfahrungen freuen.
Gruß Hanna
Benutzeravatar
Raven
Profi
Profi
Beiträge: 1530
Registriert: Fr, 21.01.2011 - 21:33
Geschlecht: weiblich
Diagnose: vor OP: thoralumbale juvenile /adoleszente Skoliose, ca. 55°
Therapie: OP: 1997 mit 13 Jahren Versteifung Th3 - L5 / Hessing-Klinik Augsburg; kaum Restgrade

Re: kommender op-termin, viele fragen und wachsende angst

Beitrag von Raven »

Hallo Hanna,

ich habe selbst eine Versteifungs-OP hinter mir (Th3 - L5, also 15 Wirbel).
hannale hat geschrieben:Trotz allem hat sich meine Skoliose anfangs sehr verschlechtert und seit ich ~15 war ist sie ziemlich gleich geblieben (BWS: 57°, LWS: ~30°).
Vor einiger Zeit hatte ich nun ein OP-Beratungsgespräch mit Dr.Halm und Dr. Hoffmann. Obwohl ich zwar keine Schmerzen habe raten sie mir zu der OP, weil sie es für sehr wahrscheinlich halten, dass sich meine Skoliose weiterhin verschlechtert.
Du schreibst, seit deinem 15. Lebensjahr in etwa gab es keine Verschlechterung - wie alt bist du denn jetzt?
hannale hat geschrieben:Kann mir jemand was zu den Langzeitfolgen einer WS-Versteifung erzählt. Eine Bekannte von mir hat mich davor gewarnt, dass das eine große Belastung für die Wirbel unterhalb des versteiften WS-Abschnitts sei.
Die Wirbelsäulenabschnitte darunter (und auch die Knie und Hüfte) werden stärker belastet, das stimmt leider.
Ich habe, nach nun 14 Jahren nach OP, noch keine Beschwerden - aber es weiß natürlich niemand, wie es in einigen Jahren aussehen wird.
Recht viel der Verschleißerscheinungen hängt auch vom Verhalten ab, d.h.: Man sollte sich möglichst rückengerecht verhalten (in Beruf, Hobby und Haushalt), und auch passende KG und Sport nach der OP nicht vernachlässigen.
Und was hat es mit diesem andauernden Taubheitsgefühl, von dem ich hier so viel gelesen habe, auf sich?
Bei der OP müssen, damit der Chirurg an die Wirbelsäule dran kommt, natürlich leider diverse Nerven der Haut durchschnitten werden, Muskeln abgelöst u.ä.
Im Bereich des OP-Gebiets kommt es daher meist zu Taubheit auf der Haut. Dies kann wieder verschwinden, aber leider nicht immer. Bei mir ist es wieder ganz weg gegangen, was aber lange (viele Jahre) dauerte. Es handelt sich bei der Taubheit um keinerlei Komplikation, sondern es ist unvermeidbar.
Inwiefern bin ich nach der OP in meiner Bewegungsfähigkeit beeinträchtigt? (Versteifung hauptsächlich im thorakalen Bereich soweit ich weiß) Und wie lange dauert es bis ich mich daran gewöhnt habe?
Allgemein führt eine Versteifung zu umso weniger Beeinträchtigung, je weiter oben sie ist. Versteifungen im Lendenwirbelbereich sind "fieser", ich kann da selbst "ein Liedchen von singen" mit meiner Versteifung bis L5...
Die empfundene Beeinträchtigung hängt natürlich auch sehr davon ab, was man gewohnt ist zu tun.
Ich persönlich empfinde die Beeinträchtigung im Alltag, also dem, was ich für gewöhnlich mache, als gering - ich habe aber auch eher weniger körperlich anspruchsvolle Hobbies und Berufstätigkeit (habe einen Bürojob, studiere, mag an Hobbies gerne Wandern, Lesen, Zeichnen; es gibt nichts, das ich gerne tun würde und auf das ich verzichten muss), um sehr vieles im Haushalt kümmert sich freiwillig und gerne mein Lebensgefährte.
Bei selber Versteifungsstrecke als stärker würde die Einschränkung sicherlich jemand empfinden, der gerne Sport treibt, einen körperlich anspruchsvollen Job hat (und diesen ggf. nicht mehr fortführen kann) etc.
Persönlich stoße ich dann auf Beeinträchtigungen, wenn jemand spontan etwas körperlich anspruchsvolles von mir verlangt (z.B. schwer heben, gebückt arbeiten o.ä.) und mir dann Unverständnis entgegenschlägt, wenn ich sage, dass ich das nicht mache oder wenn ich damit nicht so zurecht komme, wie man es von einer Person meines Alters erwarten würde.

Fürs erste Jahr nach OP gilt übrigens Sportverbot (leichte körperliche Betätigungen wie Spazieren gehen und evl. Schwimmen, und manches aus der Krankengymnastik sind erlaubt, anderes, wie auch z.B. Radfahren, im ersten Jahr nicht).
Wann man wieder arbeiten gehen kann, hängt sehr stark vom Beruf ab.
Ich will euch nicht mit all zu vielen Fragen löchern, würde mich über hilfreiche Informationen und Erfahrungen freuen.
Die Fragen sind ganz berechtigt und wichtig :ja: Ich finde, man soll sich vor einer OP vernünftig informieren :ja:

Ich kann dir auch empfehlen, dich im Forum www.skoliose-op.info anzumelden (ich bin dort auch, unter dem selben Nickname).
Eine OP finde ich persönlich übrigens dann sinnvoll, wenn es Schmerzen gibt und/oder trotz umfangreicher Therapie (passende Physiotherapie und vernünftiges Korsett) es währenddessen zu deutlichen Verschlechterungen kam.

Viele Grüße,
Raven
Ich bin nicht auf die Welt gekommen, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.
OP-Röntgenbilder
hannale
Newbie
Newbie
Beiträge: 5
Registriert: So, 26.12.2010 - 15:33
Geschlecht: weiblich

Re: kommender op-termin, viele fragen und wachsende angst

Beitrag von hannale »

Hallo Raven,
Erstmal vielen, vielen Dank für die ausführliche Antwort auf meine Fragen.
Ich werde im Juli 18 Jahre alt; Ich denke, meine Skoliose hat sich wegen des Korsetts bisher nicht weiter verschlechtert. Schmerzen habe ich bisher nur dann, wenn ich es mal länger nicht trage. Weshalb hast du dich genau operieren lassen?
Ich gehe noch zur Schule, 12. Klasse und weiß noch nicht genau welche berufliche Richtung ich einschlage. Ein Bürojob wirds wohl eher nicht, außerdem bin ich öfters schwimmen. Aber ich glaub, das dürfte kein problem sein. Das mit dem Sportverbot nach der OP hab ich allerdings auch schon gehört.
Inwiefern werden die Knie durch eine Wirbelsäulenversteifung mehr belastet?
Hast du dich irgendwie auf die OP vorbereitet? Mir haben sie gesagt, ich solle viel Sport treiben.
Und machst du heute noch Krankengymnastik?
Nochmals danke und Gruß, Hanna
Benutzeravatar
Raven
Profi
Profi
Beiträge: 1530
Registriert: Fr, 21.01.2011 - 21:33
Geschlecht: weiblich
Diagnose: vor OP: thoralumbale juvenile /adoleszente Skoliose, ca. 55°
Therapie: OP: 1997 mit 13 Jahren Versteifung Th3 - L5 / Hessing-Klinik Augsburg; kaum Restgrade

Re: kommender op-termin, viele fragen und wachsende angst

Beitrag von Raven »

Hallo Hanna,
hannale hat geschrieben:Weshalb hast du dich genau operieren lassen?
meine Skoliose war damals stark fortschreitend. Schmerzen hatte ich aber noch keine (und habe auch keine).
Man hätte es vielleicht noch einige Zeit mit einem guten Korsett probieren können, jedoch waren die Korsetts damals bei weitem nicht so gut wie heutige.
Für meine damalige Situation halte ich die OP nachwievor für die beste Entscheidung :)
Ich gehe noch zur Schule, 12. Klasse und weiß noch nicht genau welche berufliche Richtung ich einschlage. Ein Bürojob wirds wohl eher nicht, außerdem bin ich öfters schwimmen. Aber ich glaub, das dürfte kein problem sein.
Schwimmen geht auch mit Versteifung.
An Berufen sind solche gut, bei denen man einen Wechsel zwischen Sitzen und Stehen hat (ich bin zwar von Beruf Programmiererin, was eigentlich ein "Sitzjob" ist, aber erledige z.B. Telefonate, Besprechungen u.ä. viel im Stehen, womit ich bislang "gut gefahren" bin). Recht wichtig ist auch, dass der Beruf individuelle Ergonomie ermöglicht, und man nicht auf fest vorhandene Sitzgelegenheiten und Tische festgelegt ist.
Schlecht ist z.B.:
- Pflegetätigkeit (schwer heben)
- viele handwerkliche Berufe (schwer heben, erfordern oft gewisse Beweglichkeit, Ergonomie oft schwer umsetzbar)
- an der Kasse, am Fließband etc. arbeiten (weil man hier nicht mal eben weg kann, und man auch keinen ergonomisch angepassten Arbeitsplatz bekommen kann)

Ein "typischer" Bürojob, so im kaufmännischen Bereich, hätte mir übrigens auch nicht gefallen. Ich mag kaufmännische Sachen, Akten, Leute in Geldangelegenheiten beraten etc. nicht.
Aber Berufe, die man im Büro macht, gibt es ja in jeglicher Richtung. Mir war ein technischer Beruf wichtig, und die sind ja leider meist körperlich recht anspruchsvoll - Programmiererin war dann eine gute Entscheidung, technisch aber im Büro.
Im sozialen Bereich, wenn dich das interessiert, sind Berufe wie Kranken- oder Altenpflegerin nicht gut (vor allem wegen dem schwer heben und der erforderlichen Beweglichkeit),
Berufe mit kleinen Kindern werden auch nicht empfohlen (auch wieder wegen dem Heben, und weil man oft mit viel zu kleinen Kinderstühlen vorlieb nehmen muss bzw. kleine Kinder viel am Boden spielen). Aber auch im sozialen Bereich gibt es rückenfreundliche(re) Berufe, z.B. Logopädin, Ergotherapeutin, Sozialpädagogin (die dann eher mit älteren Kindern oder mit Erwachsenen arbeitet, denn mit Kleinkindern) oder teilweise auch Arzthelferin.

Selber halte ich den Aspekt "Rückenfreundlichkeit, Ergonomie" bei der Berufswahl für sehr wichtig.
Ich merke es selbst: Ich habe vor einigen Jahren ein Studium (Physik) begonnen, was mir auch viel Freude macht und weitestgehend problemlos ist.
Aber wehe, es steht ein Werkstattpraktikum an... Alles ist auf einer nicht verstellbaren Höhe, man muss sich über etwas drüberbeugen http://www.e11.physik.tu-muenchen.de/images/int_2.jpg ,
auch leider mal schwerer heben als man eigentlich möchte... Meist merke ich es nach spätestens zwei Tagen, dass es eigentlich nicht okay ist.
Für hin und wieder mal ist es zu verschmerzen; ich habe die Werkstattpraktika mittlerweile auch fertig und es war von vornherein klar, dass ich mich auf einen Bereich spezialisiere, der keine solchen Tätigkeiten erfordert. Aber dauerhaft könnte ich keinesfalls einem Beruf nachgehen, den man in einer Werkstatt ausübt. Hätte ich mich für eine technische Ausbildung, deren Tätigkeit man in der Werkstatt oder beim Kunden zu Hause statt im Büro macht, entschieden (ich liebäugelte mal mit Mechatronikerin oder Elektrikerin), hätte ich diese definitiv abbrechen müssen.
Das mit dem Sportverbot nach der OP hab ich allerdings auch schon gehört.
Ja, das ist so - aber man darf (und soll!) sich durchaus recht früh mit passender Krankengymnastik, sowie mit Spazieren gehen, Walking (ohne die Drehbewegung im Oberkörper) etc. betätigen, um wieder entsprechend Muskeln aufzubauen bzw. möglichst nicht zu viel abzubauen.
Inwiefern werden die Knie durch eine Wirbelsäulenversteifung mehr belastet?
Die Knie werden mehr belastet, da man hiermit die Versteifung ausgleicht:
Vor allem bedeutet dies, anstelle sich zu bücken, in die Knie zu gehen.
Auch viele "Mikro-Bewegungen", z.B. sowas wie sich im Stehen umdrehen, macht man dann aus Knien und Hüfte heraus, weil die Rotation in der Wirbelsäule nicht mehr möglich ist.
Wenn man mal auf dem Boden sitzen muss, nimmt man eine Haltung ein, die mehr die Knie belastet.
Wenn ich mir die Zehennägel schneide, muss ich dazu die Beine in den Knien und Hüfte stärker verdrehen als normal üblich.
Hast du dich irgendwie auf die OP vorbereitet? Mir haben sie gesagt, ich solle viel Sport treiben.
Allgemein vorher recht fit zu sein, ist schon mal positiv.
Deine (mögliche) OP kannst du aber, bzgl. Vorbereitung, nicht mit meiner vergleichen. Meine OP ist 14 Jahre her...
Da galt noch, dass vor der OP zwei Wochen Training in der Klinik gemacht werden mussten, und für nachher, dass man viel länger liegen musste als heute, dass ich ein halbes Jahr nicht in die Schule konnte etc. Gerade diese Dinge sind heutzutage nicht mehr so. Viele Operierte können nach ein bis drei Tagen wieder ein paar Schritte tun - vorsichtig, wohl gemerkt, in Begleitung, mit Gehwagen. Aber früher durfte man das erst nach eineinhalb Wochen oder länger.

Die bleibenden Einschränkungen sind hingegen sehr vergleichbar bis gleich, da eben heutzutage, genauso wie bei mir damals, eine Versteifung gemacht wird.
Und machst du heute noch Krankengymnastik?
Ich mache nicht direkt Krankengymnastik, aber mache Swingstick-Training
http://www.youtube.com/watch?v=_tBnkFKS ... 188F4BAB4A
und bin täglich mindestens eine Stunde (bei schlechtem Wetter) oder auch mal zwei oder drei (bei gutem Wetter) stramm zu Fuß unterwegs.
Das Swingstick-Training mache ich insbesondere gegen Muskelabbau im oberen Bereich/ Schulterbereich.
Außerdem achte ich im Alltag sehr auf passende Ergonomie - nicht zu schwer tragen, passender Schreibtischstuhl, passende Schreibtischhöhe, nicht zu viel sitzen...

Viele Grüße,
Raven
Ich bin nicht auf die Welt gekommen, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.
OP-Röntgenbilder
fischotter
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 213
Registriert: Sa, 29.01.2011 - 10:52
Geschlecht: männlich
Diagnose: Kyphoskoliose in verbindung mit Scheuermann. Versteift von th3 bis l3 und neu dazu Vorfall L5/S1
Therapie: Nehme, Schmerz bedingt 4x40mg Oxycodon und nach Bedarf Morphium 2%

Re: kommender op-termin, viele fragen und wachsende angst

Beitrag von fischotter »

Hallo,
hab Schmerzen im Rücken und mein Knie ist wohl der Knorpel auch wieder "Glättungsbedürftig" . Mien Orhopäde hat meir irgend wann mal erwähnt, daß es wohl von meiner schiefen Haltung.
Das Ganze stinkt mir langsam.

Ciao

Peter
Benutzeravatar
Kypho60
treues Mitglied
treues Mitglied
Beiträge: 313
Registriert: Sa, 19.10.2002 - 00:00
Wohnort: NRW

Re: kommender op-termin, viele fragen und wachsende angst

Beitrag von Kypho60 »

hannale: Inwiefern werden die Knie durch eine Wirbelsäulenversteifung mehr belastet?
Raven: Die Knie werden mehr belastet, da man hiermit die Versteifung ausgleicht:
Vor allem bedeutet dies, anstelle sich zu bücken, in die Knie zu gehen.
Auch viele "Mikro-Bewegungen", z.B. sowas wie sich im Stehen umdrehen, macht man dann aus Knien und Hüfte heraus, weil die Rotation in der Wirbelsäule nicht mehr möglich ist.
Wenn man mal auf dem Boden sitzen muss, nimmt man eine Haltung ein, die mehr die Knie belastet.
Wenn ich mir die Zehennägel schneide, muss ich dazu die Beine in den Knien und Hüfte stärker verdrehen als normal üblich.
Die Idee ist mir nie gekommen, ist aber wohl recht offensichtlich.Das trifft dann aber wohl z.T. auch auf's Korsett zu.
In den letzten Jahren habe ich auch öfter leichte Kniprobleme - vielleicht liegt das ja an der "Versteifung" durs Korsett.
Ich wäre nie auf diese Idee gekommen, aber irgendwie hängt ja alles mit jedem zusammen.

GutGeh'n
Kypho60
Benutzeravatar
Raven
Profi
Profi
Beiträge: 1530
Registriert: Fr, 21.01.2011 - 21:33
Geschlecht: weiblich
Diagnose: vor OP: thoralumbale juvenile /adoleszente Skoliose, ca. 55°
Therapie: OP: 1997 mit 13 Jahren Versteifung Th3 - L5 / Hessing-Klinik Augsburg; kaum Restgrade

Re: kommender op-termin, viele fragen und wachsende angst

Beitrag von Raven »

Hallo Kypho60,

Knie-/Hüftprobleme habe ich nicht, aber was mir auch deutlich aufgefallen ist:
Viele Operierte berichten, dass - sobald sie wieder mehr selber machen können - sie bemerken, dass Ober- und Unterschenkel mehr an Muskulatur ansetzen, und zwar nicht nur mehr im Vergleich zu der ersten Zeit nach OP, sondern wirklich im Vergleich zur Zeit vor OP!
Das scheint aus der Mehrbeanspruchung von Hüfte/Knie/Beine zu kommen.
(Selbiges konnte ich auch an mir beobachten, wobei das bei mir eher unklar ist; war zum Zeitpunkt der OP zwar schon ausgewachsen, aber erst 13.
Jedenfalls bemerke ich auch, dass ich - relativ zur sonstigen Statur - sehr stämmige, muskulöse Ober- und Unterschenkel habe.)
Kypho60 hat geschrieben:Die Idee ist mir nie gekommen, ist aber wohl recht offensichtlich.Das trifft dann aber wohl z.T. auch auf's Korsett zu.
Das trifft sicherlich auch aufs Korsett zu - nur werden viele ihr Korsett in heikleren Situationen ausziehen und dann normal den Rücken statt Knie/Hüfte benutzen, denke ich mal.
Zehennägel schneiden (und ggf. lackieren), Keller aufräumen, Auto sauber saugen, untere Schrankregale aufräumen und auswischen o.ä. wird man tendentiell nicht mit (völlig geschlossenem) Korsett durchführen.
Und auf dem Boden zu sitzen geht mit Korsett oft noch schlechter als mit Versteifung, also lässt man es sein (oder zieht das Korsett aus).
Ein Korsett schränkt meist auch viele Hüftbewegungen ein, die mit Versteifung (auch bis L5) noch gut machbar sind, und auch zur Kompensation der Versteifung verwendet werden.

Die bessere Beweglichkeit der Hüfte bei Versteifung statt Korsett und natürlich das nicht ablegen können einer operativen Versteifung sehe ich da eben, im Vergleich zum Korsett, zu stärkerer Belastung in Hüfte und Knien führend.

Viele Grüße,
Raven
Ich bin nicht auf die Welt gekommen, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.
OP-Röntgenbilder
Benutzeravatar
sloopy
Seiten-Eigentümerin
Seiten-Eigentümerin
Beiträge: 6123
Registriert: Do, 01.11.2001 - 10:17
Geschlecht: weiblich
Diagnose: idiopathische thorakolumbal Skoliose
01/2010 thorakal 48°
09/2010 im Korsett 21°
08/2011 72h ohne Korsett ~37°
Therapie: Schroth-KG, 7 Rehas in Bad Sobernheim (91,92,93,95,97,'03,'10)
Rahmouni-Korsett 2002-2004
CCtec-Korsett 2010-2013
Wohnort: Eifel
Kontaktdaten:

Re: kommender op-termin, viele fragen und wachsende angst

Beitrag von sloopy »

Hallo Hanna,

ich hab den Thread erst jetzt entdeckt und hab auch die anderen Antworten noch nicht gelesen.

Mir ist nicht klar, warum du mit 57° und 30° operiert werden sollst, wenn deine Skoliose sich nicht verschlechtert hat und du auch keine Einschränkungen/Schmerzen hast. Hast du andere (hier nicht genannte) Probleme oder woher nehmen Dr. Hoffmann und Prof. Halm das Wissen, dass sich deine Skoliose in Zukunft verschlechtern wird (obwohl sie das die letzten drei Jahre nicht getan hat)? Warst du auf eigenen Wunsch beim Kombitermin oder wurde der dir von Dr. Hoffmann nahegelegt?

Ich würd mir das echt gut überlegen, offensichtlich bist du ja noch sehr unsicher in Bezug auf die OP. Ein solcher Schritt sollte wirklich gut überlegt sein und ein solcher Eingriff nur durchgeführt werden, wenn man selber auch wirklich überzeugt davon ist!

Verständnislose Grüße,
sloopy
Mein Thread: Mein CCtec (Erwachsenen)korsett und ich

"Bewahre mich vor dem naiven Glauben,es müsse im Leben alles glatt gehen. Schenke mir die nüchterne Erkenntnis, dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind, durch die wir wachsen und reifen." (Antoine de Saint-Exupéry)
Benutzeravatar
Raven
Profi
Profi
Beiträge: 1530
Registriert: Fr, 21.01.2011 - 21:33
Geschlecht: weiblich
Diagnose: vor OP: thoralumbale juvenile /adoleszente Skoliose, ca. 55°
Therapie: OP: 1997 mit 13 Jahren Versteifung Th3 - L5 / Hessing-Klinik Augsburg; kaum Restgrade

Re: kommender op-termin, viele fragen und wachsende angst

Beitrag von Raven »

Auch wenn das oben ggf. nicht so klar herauskam:
Eine OP bei 57° und 30° in Hannas Alter, gerade, wenn keine aktuelle Verschlechterung und keine Einschränkungen oder Schmerzen
vorliegen, finde ich persönlich auch nicht sinnvoll - dass sollte man (sie) sich auf jeden Fall gut überlegen! :ja:

Viele Grüße,
Raven
Ich bin nicht auf die Welt gekommen, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.
OP-Röntgenbilder
hannale
Newbie
Newbie
Beiträge: 5
Registriert: So, 26.12.2010 - 15:33
Geschlecht: weiblich

Re: kommender op-termin, viele fragen und wachsende angst

Beitrag von hannale »

Oh verdammt, mir fällt gerade auf, dass ich geschrieben habe, dass ich 18 werde: also ich weiß nicht was mich da geritten hat, aber ich bin 19 und werd im juli 20 jahre alt! Tut mir leid. Aber gut, so einen riesen Unterschied macht es auch nicht denk ich; wobei ein Korsett in meinem "Alter" zumindest lt Pr. Halm keinen Sinn mehr macht, aber mein Korsettbauer (Ramouni) sieht das vermutlich wieder ganz anders.
Naja, ich hab bei diesem Gespräch auch gefragt warum ich jetzt schon operiert werden soll und wir nicht noch n bisschen, zumindest ein Jahr, bis nach meinem Abi warten könnten. Da haben die beiden eben das Argument gebracht, dass sich so eine Skoliose auch schon in einem Jahr sehr stark verschlechtern kann. Da waren sie sich ziemlich einig und zumindest von dem Dr Hoffmann halte ich sehr viel.. Er hat mir dann auch Röntgenbilder von anderen Patienten gezeigt, die sich wirklich sehr verschlechtert ham und denen durch eine rechtzeitige OP vermutlich jede Menge erspart geblieben wäre.
Mir ist schon klar, dass ich da im Moment -trotz meiner Angst- sehr positiv über die OP denke und vielleicht auch ein bisschen einseitig informiert bin (obwohl ich hier natürlich auch schon einiges negatives gelesen habe) und ich vielleicht auch, weil meine ganze "Krankheitsgeschichte" für mich nicht immer leicht war, jetzt den "einfachsten Ausweg" suche und die konservative Methode (ich hab da schon alles mögliche ausprobiert) langsam satt habe. Das sollte natürlich kein Grund sein sich operieren zu lassen. Aber ich habe auch wirklich Angst, dass sich meine Skoliose weiter verschlechtert und das Risiko ist vermutlich gar nicht so gering. Meine Korsetttragezeit ist in letzter Zeit nicht mehr die Beste und meine Motivation dafür ist nach 5 Jahren ohne Erfolg auch nicht gerade hoch. Wie ich auch schon gesagt habe hab ich hin und wieder (vorallem wenn ich das Korsett länger nicht anhatte) Schmerzen -aushaltbar aber vorhanden.
Danke auf jeden Fall dafür, dass du dich meiner so annimmst =) Tut mir wirklich gut mit wem darüber zu reden,
Liebe Grüße, Hanna
hannale
Newbie
Newbie
Beiträge: 5
Registriert: So, 26.12.2010 - 15:33
Geschlecht: weiblich

Re: kommender op-termin, viele fragen und wachsende angst

Beitrag von hannale »

Pardon, ich meinte "Danke, dass ihr euch meiner annehmt"^^
robinho
Vielschreiber
Vielschreiber
Beiträge: 913
Registriert: Fr, 16.04.2010 - 17:40
Geschlecht: männlich

Re: kommender op-termin, viele fragen und wachsende angst

Beitrag von robinho »

Hallo, ich kann deine Entscheidung völlig verstehen. Man will irgendwann mal etwas abschließen können. Natürlich ist eine OP keine richtiger Abschluss, es kommen neue Baustellen auf einen zu, aber ich denke auch dass es in deinem Fall die beste Lösung ist.
Benutzeravatar
sloopy
Seiten-Eigentümerin
Seiten-Eigentümerin
Beiträge: 6123
Registriert: Do, 01.11.2001 - 10:17
Geschlecht: weiblich
Diagnose: idiopathische thorakolumbal Skoliose
01/2010 thorakal 48°
09/2010 im Korsett 21°
08/2011 72h ohne Korsett ~37°
Therapie: Schroth-KG, 7 Rehas in Bad Sobernheim (91,92,93,95,97,'03,'10)
Rahmouni-Korsett 2002-2004
CCtec-Korsett 2010-2013
Wohnort: Eifel
Kontaktdaten:

Re: kommender op-termin, viele fragen und wachsende angst

Beitrag von sloopy »

Hallo Hanna,

ich versteh es immer weniger. Warum sollte deine Skoliose sich mit fast 20 denn auf einmal rasant verschlechtern, wenn sie stabil ist seit du 16 warst. Das ergibt doch keinen Sinn, wenn nicht irgendwelche anderen (hier nicht genannten) Gründe vorliegen.

Was ich auch nicht verstehe- du warst doch schon mehrmals in Sobernheim zur Reha, warum stellst du dich nicht mal dort in der Ambulanz vor und hörst dir eine weitere Meinung an? Du bist doch mit deinen Gradzahlen erst gerade so in der OP-Indikation, ich weiß nicht, warum die OP dann von Prof. Halm und Dr. Hoffmann als so dringend dargestellt wird.

Dass du nach so vielen Jahren keine Lust mehr auf Korsett hast, kann ich verstehen, aber was spricht denn gegen eine langsame Abschulung? Du bist doch im besten Alter dafür. Dein Wachstum ist abgeschlossen und es gibt abgesehen von der Statistik nichts, was auf eine Verschlechterung hindeutet. Was ich auch überhaupt nicht nachvollziehen kann, ist dass die OP nicht noch ein Jahr warten kann. Ehrlich gesagt klingt das für mich so als bräuchte Prof. Halm dringend Patienten. Dass sich eine Skoliose in einem Jahr stark verschlechtern kann, ist sicher richtig, aber das gilt für Jugendliche im Wachstum und nicht für Erwachsene.

Und dass du die kons. Therapie satt hast und therapiemüde bist, kann ich auch verstehen, das geht wohl jedem Patienten irgendwann so, der eine Therapie über einen längeren Zeitraum macht. Das ist völlig normal, aber es kommen auch wieder bessere Zeiten und Fakt ist doch, dass man sich nicht operieren lässt und dann Ruhe hat, sondern sich trotzdem sein Leben lang um die Wirbelsäule kümmern muss, weiterhin KG machen sollte usw.

Ich würde mir unbedingt eine zweite Meinung einholen, bevor ich diesen Schritt gehen würde!

Verständnislose Grüße,
sloopy
Mein Thread: Mein CCtec (Erwachsenen)korsett und ich

"Bewahre mich vor dem naiven Glauben,es müsse im Leben alles glatt gehen. Schenke mir die nüchterne Erkenntnis, dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind, durch die wir wachsen und reifen." (Antoine de Saint-Exupéry)
minimine
Co-Admin
Co-Admin
Beiträge: 6145
Registriert: So, 17.02.2008 - 13:21
Geschlecht: weiblich
Diagnose: Skoliose
Therapie: 3x Reha (2005, 2007, 2009),
Cheneau-Korsett 12/2006-01/2008,
Rahmouni-Korsett 02/2008-10/2015
Kontaktdaten:

Re: kommender op-termin, viele fragen und wachsende angst

Beitrag von minimine »

Hallo hannale,

von den Gradzahlen her bist du schon in der OP-Indikation, aber ich finde auch, dass Gradzahlen nicht der einzige Anhaltspunkt sein sollten. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich deine Skoliose ohne Korsett weiter verschlechtert ist schon hoch, aber es wäre dennoch gerechtfertigt, wenn du es erstmal so versuchen würdest. Du kannst dir ja selbst eine Grenze setzen und wenn du diese überschreitest dich immer noch operieren lassen. Ich habe mir selbst z.B. die Grenze von max. 60 Grad gesetzt, bei der ich dann einlenken würde.

Wir kennen jetzt natürlich deinen Rücken nicht und wissen nicht wie flexibel du an sich bist, denke aber, dass Dr. Hoffmann das schon gut einschätzen kann, ob jemand stabil bleiben würde oder sich verschlechtern würde.

Hast du denn auch schonmal mit Rahmouni darüber gesprochen? Vielleicht wäre ja ein Nachtkorsett eine gute Möglichkeit den jetzigen Stand so zu halten, kommt aber sicherlich auch darauf an, ob das ausreicht, damit du schmerzfrei und die Gradzahlen stabil bleiben.
Vielleicht würden dir auch einige OP-Erfahrungsberichte bei der Entscheidung weiterhelfen, schau doch mal ins Skoliose-OP-Forum, da findest du jede Menge davon. :)

Ich weiß, dass es keine leichte Entscheidung ist, wünsche dir daher viel Kraft bei der Entscheidung. :)

LG
Minimine
LG
Minimine

Lerne von gestern, lebe und wirke im heute und hoffe für die Zukunft.
Albert Einstein
hannale
Newbie
Newbie
Beiträge: 5
Registriert: So, 26.12.2010 - 15:33
Geschlecht: weiblich

Re: kommender op-termin, viele fragen und wachsende angst

Beitrag von hannale »

Hallo alle zusammen, das hat jetzt eine ganze Weile gedauert bis ich mich wieder melde, aber ich hab in letzter Zeit so einiges um die Ohren und zu allem Überfluss müssen jetzt auch noch die Weisheitszähne raus =(
Ich habe jetzt noch einen Termin bei Dr Hoffmann gemacht und werd dann noch mal genauer nachhaken. hier muss ich auch noch mal danken, ihr habt mir da in einigen Punkten noch mal zu denken gegeben.
Von euch hab ich jetzt auch einige kritische Stimmen zu hören bekommen, zuvor habe ich mich mit jemandem (per E-Mail) unterhalten, die mich wie schon Hoffmann und Halm zu der OP ermutigt hat, weil es für sie eben die beste Lösung war. Schwere Entscheidung, aber da muss ich wohl durch.
Ich hab auch schon kurz mit dem Rahmouni unterhalten, er hat mir hauptsächlich geraten mich gründlich zu informieren und mit Leuten zu reden die selbst Erfahrungen damit haben usw, naja und genau das mach ich jetzt ;)
Ich meld mich wieder sobald es was Neues gibt, und freu mich natürlich über eure Beiträge, die mir echt weiterhelfen.
Marlila
Newbie
Newbie
Beiträge: 3
Registriert: Sa, 16.04.2011 - 12:51
Geschlecht: weiblich
Diagnose: Skoliose
Therapie: KG nach Schroth( sobi vom 27.4.11-1.6.11, wer zur gleichen Zeit fähr bitte melden)

Re: kommender op-termin, viele fragen und wachsende angst

Beitrag von Marlila »

Hi hannale,
ich würde mich auf keinen Fall operieren lassen.
Du wächst nicht mehr und du hast keine Schmerzen.
Ich hab auch ne ziemlich hohe Gradzahl doch eine OP käm für mich
erst bei starken Schmerzen in Frage. Hast du schonmal
so was wie Osteopathie ausprobiert ?
Bei mir hlift das.
LG Marlila
Antworten