Hyperkyphose 56° nach Cobb (M40.24+G) von BWK 5 bis BWK 12

Infos zu weiteren WS-Deformitäten, die mit Skoliose zusammen oder alleine auftreten
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Tim
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Hyperkyphose 56° nach Cobb (M40.24+G) von BWK 5 bis BWK 12

Beitrag von Tim »

Hallo zusammen,
Ich hab meine Diagnose bekommen Hyperkyphose 56° nach Cobb (M40.24+G) von BWK 5 bis BWK 12. Morbus Scheuermann hab ich auch

Mich stört das Aussehen durch meine Kyphose (Buckel) sehr. Ich bin 29 Jahre alt und mein Arzt hat gemeint da könnte man nichts machen große schmerzen (ich hab eigendlich fast nie schmerzen und wenn dann ganz minimal) habe ich nicht und mit dem Aussehen müsste ich leben.

Mit Schmerzen käme ich locker klar sogar mit größeren schmerzen wenn nur die ästhetische Einschränkung durch den Buckel nicht wäre.

Ich habe einen Termin mit Dr. Hoffmann vereinbart aber ich weiss nicht ob man am aussehen noch was machen kann mein Orthopäde hat gemeint der Winkel sei fest und nur eine Operation könnte da was ändern aber ich würde wohl Probleme haben einen Arzt zu finden der das bei 56° macht.

Ich meine ich würde die Operation trotz all der Risiken machen lassen wenn ich einen Arzt fände der sie durchführt. Trotz der Einschränkung und auch wenn ich weiss das ich danach vermutlich mehr schmerzen als jetzt hätte.

Ich bin irgendwie mit den Nerven ziemlich fertig
minimine
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Re: Hyperkyphose 56° nach Cobb (M40.24+G) von BWK 5 bis BWK

Beitrag von minimine »

Hallo Tim,

herzlich willkommen hier im :forum:
Ich bin 29 Jahre alt und mein Arzt hat gemeint da könnte man nichts machen
Ich sag nur: typisch 0815-Orthopäde. ;D
Es ist zwar immer sehr individuell (kommt z.B. auf Beweglichkeit oder Fixierungen an), inwiefern man noch was ändern kann, aber einen Versuch ist es doch auf jeden Fall wert.
mein Orthopäde hat gemeint der Winkel sei fest und nur eine Operation könnte da was ändern aber ich würde wohl Probleme haben einen Arzt zu finden der das bei 56° macht.
Das ist auch gut so, die OP-Indikation beginnt nicht ohne Grund erst ab ca. 70°!!
Ich meine ich würde die Operation trotz all der Risiken machen lassen wenn ich einen Arzt fände der sie durchführt. Trotz der Einschränkung und auch wenn ich weiss das ich danach vermutlich mehr schmerzen als jetzt hätte.
Ich glaube, du weißt nicht, wovon du hier redest. Weißt du, dass manche (wenn auch selten, aber es ist eben nicht ganz ausgeschlossen!) nach der OP solche Schmerzen haben, dass sie auf Morphium angewiesen sind, dass damit auch so ziemlich alle normalen Aktivitäten ausgeschlossen sind (z.B. Autofahren)?? Was nützt dir dein ach so schöner Rücken, wenn du nicht mal mehr in der Lage bist, diesen dann zu zeigen?? ;)
Überlege dir bitte vorher mal, was für einen Quatsch du da schreibst. Hier gibt es Menschen, die wirklich sehr starke Einschränkungen haben und in der Optik sehr stark beeinträchtigt sind . Für diese sind deine Aussagen ein Schlag ins Gesicht!!
So schlimm kann dein Leidensdruck ja auch nicht sein, wenn du erst mit 29 zum Arzt gegangen bist. ;)

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Re: Hyperkyphose 56° nach Cobb (M40.24+G) von BWK 5 bis BWK

Beitrag von Tim »

Tim hat geschrieben:Ich glaube, du weißt nicht, wovon du hier redest. Weißt du, dass manche (wenn auch selten, aber es ist eben nicht ganz ausgeschlossen!) nach der OP solche Schmerzen haben, dass sie auf Morphium angewiesen sind, dass damit auch so ziemlich alle normalen Aktivitäten ausgeschlossen sind (z.B. Autofahren)?? Was nützt dir dein ach so schöner Rücken, wenn du nicht mal mehr in der Lage bist, diesen dann zu zeigen?? ;)
Ich muss ehrlich sagen ich glaube das nicht. Das Risiko einer neuronalen einschränkung ist unter 1 Prozent.
Ich hab im Internet nach positiv beispielen gekuckt und Sean Halphin hat sich seinen Rücken begradigen lassen und geht jetzt durch das komplette U.S. Army Training mit sondergenehmigung und einem eigenen antrag auf Zulassung. Es kann also auch sehr gut gehen und man kann danach auch ein fittes sportliches leben führen.


Siehe:
http://seanjhalpin.deviantart.com/galle ... s#/d20i1ae
http://seanjhalpin.deviantart.com/art/Soldier-182477305
Tim hat geschrieben:Überlege dir bitte vorher mal, was für einen Quatsch du da schreibst. Hier gibt es Menschen, die wirklich sehr starke Einschränkungen haben und in der Optik sehr stark beeinträchtigt sind . Für diese sind deine Aussagen ein Schlag ins Gesicht!!
So schlimm kann dein Leidensdruck ja auch nicht sein, wenn du erst mit 29 zum Arzt gegangen bist
Es ist kein quatsch ich bin seit jahren mit meinem aussehen unzufrieden ich hab 22 kg abgenommen und als ich noch fett war viel es nicht so auf auf bildern, es viel wirklich nicht so xtrem auf wie jetzt. Ich hab meinen körper auch verdrängt, ich hab komplett verdrängt wie ich aussehe. Ich bin durch soviel training und fasten gegangen ich hab 2 jahre gebraucht um die 22 kg abzunehmen mit rückschlägen und muskelkater um jetzt den nächsten makel zu haben. Ich wünsche mir nichts mehr als einen körper den ich im spiegel betrachten kann ohne ekel und abscheu zu empfinden. Ich hab soviel arbeit und mühen auf mich genommen um abzunehmen du weist nicht wie schwer das war und dann hat mich eine frau in die ich verliebt bin noch auf den rücken angesprochen das hat mich zerstört und dann sagt der arzt da kann man nichts machen ich war an dem tag als er das sagt nicht in der Arbeit ich hab den restlichen tag nur geweint. Ich komme damit nicht mehr klar mein leidensdruck war wegen dem übergewicht schon gross ich weis nicht ob du nachvollziehen kannst wie schwer das abnehmen war. Ich hatte in den letzten 10 jahren keine freundin und jetzt wo ich endlich hablbwegs schlank wäre weist man mich anstatt wegen des bauchs wegen des rückens zurück ich ertrage das nicht mehr. Ich sehe mich jeden tag im spiegel an und ich hasse mich, ich will mich einmal im leben schön finden lieber nehm ich jeden tag schmezmittel, lieber sterb ich 20 jahre früher an den nebenwirkungen. Ich weis das versteht keiner.

Der Scheuermann wurde bei mir schon als jugendlicher diagnostiziert und da hat man ausser ein bsichen krankengymnastik nichts gemacht und dann gemeint das man abwarten muss und ich war locker bei 3 verschiedenen Orthopäden nur hatte ich damals kein internet. Immer gab es 6 mal Krankengymnastik und das wars dann war ich wieder dort und dann hiess es übungen zuhause weiter machen ich bin so verbittert deswegen und so wütend das ich schreien möchte. Und irgendwann hiess es das bliebe so ich bin nicht mehr hin gegangen und habs ignoriert bis jetzt wo das Thema wieder aufkahm

Wenn damals der arzt ein korsett verschrieben hätte hätte ich das problem heute nicht ich mache mir solche vorwürfe ich könnte jeden tag weinen deswegen.

Ich bin so fertig das ich überlege mein ganzes Erspartes zu nehmen und die Operation in Indien machen zu lassen und es selbst zu zahlen falls ich hier keinen arzt finde der es macht:

http://www.spinalsurgeryindia.com/treat ... gical.html

Kennt jemand einen deutschen arzt der als Operationsfreudig gilt. Ich hab auf einer seite der Universität Maryland gelesen das psychischer leidensdruck auch als ein behandlungskriterium angesehen wird vielleicht könnte ich einen Arzt finden der die Operation nach einem Psychischen gutachten un dem der Leidensdruck festgestellt wird macht.
Zuletzt geändert von Tim am So, 20.02.2011 - 13:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hyperkyphose 56° nach Cobb (M40.24+G) von BWK 5 bis BWK

Beitrag von minimine »

Das Risiko einer neuronalen einschränkung ist unter 1 Prozent.
Ich meinte ja auch keine neurologischen Ausfälle (wobei ich schon denke, dass die Quote da nicht immer so gering ist. Und selbst wenn du dieses 1 Prozent bist, glaube ich nicht, dass du das dann einfach abhakst ;) ).
Einige haben nach der OP mehr Schmerzen als vorher und bei einigen auch so schlimm, dass sie nunmal auf eine lebenslange Schmerztherapie angewiesen sind. Wenn du also schreibst, dass dir das ja egal sei, nur dass du dann einen ach so perfekten Rücken hast (der dann aber im Übrigen mit einer Narbe versehen ist), dann gehe ich tatsächlich davon aus, dass diese Gedankengänge sehr unreif und unüberlegt sind. :nein:

Mehr will ich dazu lieber nicht schreiben. Unterhalte dich mal mit Robinho, der hat genauso komische Ansichten wie du.

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Re: Hyperkyphose 56° nach Cobb (M40.24+G) von BWK 5 bis BWK

Beitrag von Tim »

minimine hat geschrieben:
Das Risiko einer neuronalen einschränkung ist unter 1 Prozent.
Ich meinte ja auch keine neurologischen Ausfälle (wobei ich schon denke, dass die Quote da nicht immer so gering ist. Und selbst wenn du dieses 1 Prozent bist, glaube ich nicht, dass du das dann einfach abhakst ;) ).
Ich gehe einfach davon aus das ich bei den 99 % bin ist auch das wahrscheinlichere die niedrigste risko Bewertung die ich gefunden habe lag bei 0.4 Promille. Für mich ist das Risiko auch kein Argument ich hab jetzt keine Lebensqualität wenns schief geht weis ich sicher das ich nicht mehr Leben will, macht einem die entscheidung eher einfacher.

Und weil du die Narbe angesprochen hast klar sieht man die aber nicht wenn ich Kleidung trage ich bin eher besorgt wie sehr man die steiffheit bei bewegungsabläufen sieht.

Was mich interessiert hätte was kann ich von der Korsett therapie erwarten ich meine was ist nach zwei jahren als bestes ergebnis zu erwarten. Da ich momentan fast nie schmerzen habe ist das erbegniss nach zwei jahren auch fast nie schmerzen zu haben gar kein erfolg. Ich würd es jeden Tag tragen auch wenns weh tut wenn es einen sichtbaren erfolg gibt aber wegen 2° oder 3° die man nicht sieht und die in die fast in der Messungenauigkeit liegen , die liegt so bei 2°, seh ich keinen sinn drin. Dann seh ich mehr sinn drinn in den 2 jahren 10 chirurgen abzuklappern in der hoffnung das wenn 90% nein sagen 10 % ja sagen und das einer von den 10 % dabei ist.

Mich würde auch interessieren wie weit der psychische leidensdruck eine OP indikation ist.
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Re: Hyperkyphose 56° nach Cobb (M40.24+G) von BWK 5 bis BWK

Beitrag von fischotter »

Steifheit nach der Op kenne ich nicht. Ich bin nach der Op´s im Prinzip voll Beweglich. Dies geschieht bei mir leider nur durch die "noch" freien Wirbel, 2 oben und 2 unten bei mir. Ich könnte, wenn ich wollte, mich hinstellen beide Beine zusammenstellen, nach vorne Beugen und die Fingerspitzen fast auf den Boden stellen.

Da frage ich mich manchmal wo ich versteift bin, bei so einer versteifung.

Ciao

peter
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Re: Hyperkyphose 56° nach Cobb (M40.24+G) von BWK 5 bis BWK

Beitrag von Lady S »

Tim hat geschrieben: Mit Schmerzen käme ich locker klar sogar mit größeren schmerzen wenn nur die ästhetische Einschränkung durch den Buckel nicht wäre.
Ohne Deinen Leidensdruck kleinreden zu wollen: Du hast keine Ahnung, wovon Du sprichst. Vermutlich hattest Du in Deinem Leben noch nie richtige Schmerzen.
Ich wünsche mir nichts mehr als einen körper den ich im spiegel betrachten kann ohne ekel und abscheu zu empfinden.
Nachdem Dein Übergewicht weg war, fiel Dir die Kyphose auf. Wenn die Kyphose versteift ist, wird Dir etwas anderes auffallen.
Ich vermute, Dein Problem liegt woanders (deshalb bleibt es aber trotzdem ein Problem!!); insbesondere, da Du von Deinem Körper von Ekel und Abscheu sprichst.
Ich würde Dir dringend empfehlen, eine psychologische Beratung aufzusuchen.

Du könntest es noch bitter bereuen, wenn Du eine völlig funktionsfähige Wirbelsäule, die keinerlei Schmerzen bereitet, mit Schrauben und Stäben zu einer bandscheibenlosen starren Stange machen lässt.

Grüsse, Lady S
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Re: Hyperkyphose 56° nach Cobb (M40.24+G) von BWK 5 bis BWK

Beitrag von Tim »

Ich dehne mich momentan auch sehr, tägliche Übungen, bis jetzt komme ich mit den Fingerspitzen bis auf 1 cm an die Knöchel. Das ziel ist das ich die Zehenspitzen in 2 Wochen berühren kann. Sport und meine Arbeit ist momentan das einzige was mich noch bei Laune hält.

Wie viel wurde bei dir begradigt also wie groß war der Kyphose Winkel vor der OP und wie groß ist die Restkrümmung?
Tim
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Re: Hyperkyphose 56° nach Cobb (M40.24+G) von BWK 5 bis BWK

Beitrag von Tim »

Lady S hat geschrieben: Ohne Deinen Leidensdruck kleinreden zu wollen: Du hast keine Ahnung, wovon Du sprichst. Vermutlich hattest Du in Deinem Leben noch nie richtige Schmerzen.
Ich hatte schon richtig schmerzen einemal eine unterschenkel fraktur einmal eine ausgekugelte schulter. Letztere wurde wieder eingeränkt und ich kahm ohne schmerzmittel aus. Bei ersterem war ich noch ein Kind nehme aber an das ich was gegen die scherzen bekommen hab. Und es ist ja gar nicht gesagt das nachdem die OP scherzen rum sind also nach 1-2 monaten wieder schmerfrei bin das gibt es ja auch.
Dein Problem liegt woanders (deshalb bleibt es aber trotzdem ein Problem!!); insbesondere, da Du von Deinem Körper von Ekel und Abscheu sprichst.
Ich würde Dir dringend empfehlen, eine psychologische Beratung aufzusuchen.
Ich glaube nicht an den sinn einer Psychotherapie oder an den Sinn von Psychopharmaka. Ich meine wenn ich nur künstlich durch Medikamenten glücklich sein kann will ich nicht glücklich sein. Ich glaube auch nicht das ein Psychotherapeut etwas sagen könnte was mich magisch davon überzeugt das das alles nicht so schlimm wäre.
Du könntest es noch bitter bereuen, wenn Du eine völlig funktionsfähige Wirbelsäule, die keinerlei Schmerzen bereitet, mit Schrauben und Stäben zu einer bandscheibenlosen starren Stange machen lässt.
Ja das ist mir klar. Es kann alles schief gehen im worst case liege ich gelähmt da mit schrecklichen schmerzen. Es gibt aber auch die möglichkeit das es glatt geht ich bin schön gerade hab keine schmerzen und hab ab und zu ein paar Muskelverspannungen und muss ein paar Bewegungsabläufe umstellen. Und wenn andere nach der Versteifung mit militärfahrzeugen durch die gegend brettern können oder mit vollem Gepäck marschieren dann kann es durchaus eine chance sein es machen zu lassen.

Laut den Statistiken ist letzterer Fall wahrscheinlicher. Ich hab mal was von 70% sind schmerzfrei nach 12 monaten in einer Studie gelesen.
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Re: Hyperkyphose 56° nach Cobb (M40.24+G) von BWK 5 bis BWK

Beitrag von Raven »

Hallo Tim,
Tim hat geschrieben:Ja das ist mir klar. Es kann alles schief gehen im worst case liege ich gelähmt da mit schrecklichen schmerzen. Es gibt aber auch die möglichkeit das es glatt geht ich bin schön gerade hab keine schmerzen und hab ab und zu ein paar Muskelverspannungen und muss ein paar Bewegungsabläufe umstellen. Und wenn andere nach der Versteifung mit militärfahrzeugen durch die gegend brettern können oder mit vollem Gepäck marschieren dann kann es durchaus eine chance sein es machen zu lassen.
sowas - mit Militärfahrzeugen durch die Gegend brettern und mit vollem Gepäck marschieren - ist eine große Ausnahme.
Ich selbst bin versteift (Th3 - L5) und habe schon bei viel Alltäglicherem Probleme bzw. muss mich einschränken, damit ich keine Schmerzen habe.
Dazu gehört z.B.:
- Wenn ich einen Tag lang einen Rucksack mit (eigentlich läppischen) 5 kg dabei hatte, spüre ich es noch die halbe Woche.
- Gegenstände schwerer als 5 kg dürfte ich zwar tragen, aber es rächt sich mit Schmerzen.
- Ich bekomme auf vielen Stühlen Rückenschmerzen. Auf einer Couch zu sitzen ist sehr unangenehm, ins Kino gehe ich gar nicht mehr (weil es mir einfach die Sache nicht wert ist, einen Kinobesuch tagelang zu "spüren").
- Ich muss sehr auf Ergonomie achten: passender Stuhl, passende Schreibtischhöhe... Zu Hause geht das, in einem Büro in dem ich dauerhaft bin geht das meist auch, aber für Ferienjobs, Aushilfe etc. ist es kaum möglich. Auch in meiner Freizeit muss ich natürlich auf Ergonomie achten.
- Mein Auto habe ich mir nach den Sitzen ausgesucht und mache beim Autofahren jede Stunde eine Pause. Auch wenn ich Beifahrer bin, brauche ich diese Pause.
- Auf Couch, Luftmatratze etc. übernachten geht nicht, was hinsichtlich Besuchen eine Einschränkung darstellt.
- Tätigkeiten, die man nahe am Boden ausführt, sind für mich sehr mühsam und beschwerlich, ebenso das Sitzen am Boden oder auf niedrigen Sitzgelegenheiten.

Allgemein gibt es eine hohe Diskrepanz zwischen "was man darf" und "was man kann".
Mit Militärfahrzeugen durch die Gegend brettern und mit vollem Gepäck marschieren darf man (nach einem Jahr) - genauso, wie man natürlich ins Kino darf, zelten darf, man natürlich auch am Boden sitzen darf. Nur viele der "darf"-Tätigkeiten sind eben arg beschwerlich.

Damit gehöre ich aber auf jeden Fall noch zu den fittesten (keine OP-Komplikationen, brauche, wenn (!) ich mich entsprechend verhalte, keine Schmerzmittel, kann einem Bürojob in Vollzeit nachgehen, kann bergwandern gehen wenn andere in der Gruppe mein Gepäck mittragen). Ich bin auch niemand, der schnell Schmerzen empfindet - ich bin recht zäh und habe die Schmerzmittel ca. eine Woche nach OP völlig abgesetzt (viele benötigen sie leider monatelang).
Ich bin insgesamt zufrieden; ich hatte eine stark fortschreitende Skoliose.

Aber wenn ich so lese, dass Sport und (körperliche?) Arbeit für dich sehr wichtig ist, kann ich mir gut vorstellen, dass du bei selbem körperlichem Zustand nicht so zufrieden wärst wie ich.
Laut den Statistiken ist letzterer Fall wahrscheinlicher. Ich hab mal was von 70% sind schmerzfrei nach 12 monaten in einer Studie gelesen.
Ich bin auch schmerzfrei und war es ab ca. eine Woche nach OP - ich bin aber nur schmerzfrei, wenn ich mich richtig verhalte. :ja:
Und, wie gesagt, "richtig" verhalten ist nicht immer so einfach (auf alles verzichten will man schließlich nicht).
Gestern habe ich es mir z.B. "zugemutet", Freunde zu besuchen (1 Stunde Bahnfahrt, dabei 'ne Torte transportiert, auf einem Stuhl gesessen der für mich nicht ganz okay war, abends wieder 1 Stunde Bahnfahrt zurück), und spüre es heute noch und wahrscheinlich morgen ebenso. Dabei war das eigentlich nur ein läppischer, alltäglicher Besuch bei Freunden, kein Hausputz, kein Mega-Einkauf und kein Militäreinsatz ;)
Ich glaube nicht an den sinn einer Psychotherapie oder an den Sinn von Psychopharmaka. Ich meine wenn ich nur künstlich durch Medikamenten glücklich sein kann will ich nicht glücklich sein. Ich glaube auch nicht das ein Psychotherapeut etwas sagen könnte was mich magisch davon überzeugt das das alles nicht so schlimm wäre.
(Gute) Psychologen sind keine Leute, die einem irgendwas einreden - sondern vielmehr Leute, die einem helfen können, mit einer Situation besser umzugehen.
Es ist auch nichts Ungewöhnliches oder Peinliches, unter seinem Aussehen zu leiden, aber gerade hier kann einem psychologische Hilfe etwas bringen.
Und Psychopharmaka, von denen war hier gar keine Rede.
Ich finde es übrigens auch nicht sinnvoll, nur "künstlich" glücklich zu sein. Aber Psychopharmaka - wenn sie jemand benötigt - können eine Hilfe dann sein, wenn jemand damit erst in der Lage ist, andere Hilfe anzunehmen, wie beispielsweise Psychotherapie, und sich auch besser Situationen stellen kann (z.B. sich wieder traut an Unternehmungen teilzunehmen, sein Leben mehr selber organisieren kann, es schafft sich zu Sport aufzuraffen...), die von sich aus denjenigen zufrieden und glücklich machen.

Viele Grüße,
Raven
Ich bin nicht auf die Welt gekommen, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.
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Re: Hyperkyphose 56° nach Cobb (M40.24+G) von BWK 5 bis BWK

Beitrag von Tim »

Hallo Raven,
Vielen Dank für deinen Beitrag er war der Hilfreichste bis jetzt.

Bis jetzt hat mich keiner so gut aufgeklärt.
Raven hat geschrieben: sowas - mit Militärfahrzeugen durch die Gegend brettern und mit vollem Gepäck marschieren - ist eine große Ausnahme.
Ich selbst bin versteift (Th3 - L5) und habe schon bei viel Alltäglicherem Probleme bzw. muss mich einschränken, damit ich keine Schmerzen habe.
Dazu gehört z.B.:
- Wenn ich einen Tag lang einen Rucksack mit (eigentlich läppischen) 5 kg dabei hatte, spüre ich es noch die halbe Woche.
- Gegenstände schwerer als 5 kg dürfte ich zwar tragen, aber es rächt sich mit Schmerzen.
- Ich bekomme auf vielen Stühlen Rückenschmerzen. Auf einer Couch zu sitzen ist sehr unangenehm, ins Kino gehe ich gar nicht mehr (weil es mir einfach die Sache nicht wert ist, einen Kinobesuch tagelang zu "spüren").
- Ich muss sehr auf Ergonomie achten: passender Stuhl, passende Schreibtischhöhe... Zu Hause geht das, in einem Büro in dem ich dauerhaft bin geht das meist auch, aber für Ferienjobs, Aushilfe etc. ist es kaum möglich. Auch in meiner Freizeit muss ich natürlich auf Ergonomie achten.
- Mein Auto habe ich mir nach den Sitzen ausgesucht und mache beim Autofahren jede Stunde eine Pause. Auch wenn ich Beifahrer bin, brauche ich diese Pause.
- Auf Couch, Luftmatratze etc. übernachten geht nicht, was hinsichtlich Besuchen eine Einschränkung darstellt.
- Tätigkeiten, die man nahe am Boden ausführt, sind für mich sehr mühsam und beschwerlich, ebenso das Sitzen am Boden oder auf niedrigen Sitzgelegenheiten.
Es gibt auch viele Dinge die ich nicht mache ich hab darüber gar nicht so nachgedacht. Ich sitze auch nie auf niedrigen Sitzgelegenheiten und trage nie schwere lasten über lange zeit. Ich mache auch bestimmte übungen mit gewichten nicht auch wenn ich sie ohne schmerzen machen kann weil ich das gefühl habe das sie mir nicht gut tun.

Ich fahre auch nur im Fitnesstudio fahrrad und auch nur auf den bequemen räder mit rückenlehne ich mach das obwohl ich mich nicht erinnern kann je wegen fahrradfahren probleme gehabt zu haben.

Ich hab mein wissen über die OP auch größtenteils aus Veröffentlichungen die ich in google scholar gefunden habe dort wird die OP auch recht positiv dargestellt, vielleicht zu positiv.

Es klang so als könnte man danach alles machen es wäre super und das risiko wäre minimal. Was durchaus daran liegt das nur positive studien veröffentlicht werden. Kein ärzteteam veröffentlicht selbst eine studie in der steht wie schlecht es danach allen ging.

Auch formulierungen wie:
"well-trained spine surgeon would offer spine surgery only if the benefits outweigh the risks by a factor of at least 10:1"

klangen so als wäre man lieber konservativ und würde erst operieren wenn alles so marode und kaputt ist das es keinen ausweg mehr gibt.

Der Herr der nach seiner begradigung in den US militärdienst gegangen ist hat den Eindruck auch noch verstärkt.



Raven hat geschrieben: Aber wenn ich so lese, dass Sport und (körperliche?) Arbeit für dich sehr wichtig ist, kann ich mir gut vorstellen, dass du bei selbem körperlichem Zustand nicht so zufrieden wärst wie ich.
Ich hab auch einen Bürojob. Was mich so unzufrieden macht ist nicht wie ich mich selbst sehe sondern wie ich glaube das mich andere sehen. Ehrlich gesagt war der leidensdruck erst so hoch als mich jemand drauf angesprochen hat ich nahm an das es gar nicht so auffällig wäre. Aber jetzt sehe ich jeden tag den Buckel.

Vor 2 jahren war ich noch ein sport muffel und übergewichtig ich hab dann einfach angefangen sport zumachen erst jede woche jetzt jeden zweiten tag wenn man kleinere übungen dazu zählt jeden Tag.

Es ist nur so bitter das ich egal wieviel ich trainiere oder was ich mache nie zu dem Punkt komme an dem ich sein will. Es ist auch so bitter das damals als ich noch jung war von den ärzten nicht mehr gemacht wurde.
Zu lesen das wenn ich 17 wäre 15° begradigung für eine korsett therapie als durchnittlicher erfolg gelten würde ist einfach hart. Ich fühle mich auch irgendwie um diesen Erfolg betrogen. Ich war ja da und ausser Krankengymnastik wurde nichts verschrieben und damals war ich ein sportmuffel, ich mach mir auch Vorwürfe deswegen. Ich hab es dann irgendwann einfach verdrängt bis es jetzt wieder in mein leben trat.

Es hat mich auch so getroffen das der Winkel so groß ist. Ich hab meinen Orthopäden gefragt ob ich mich beim Sport einschränken soll und er meinte nur lapidar:
"Wenn es weh tut merken sie es schon und dann machen sie das eben nicht"

Das Problem ist das ich fast immer schmerzen nach dem Sport hab nicht im rücken sondern in den Muskeln.
Raven hat geschrieben: (Gute) Psychologen sind keine Leute, die einem irgendwas einreden - sondern vielmehr Leute, die einem helfen können, mit einer Situation besser umzugehen.
Es ist auch nichts Ungewöhnliches oder Peinliches, unter seinem Aussehen zu leiden, aber gerade hier kann einem psychologische Hilfe etwas bringen.
Aber ich könnte mir nicht vorstellen was ein psychologe sagen könnte das mir hilft. Wenn er sagt das es doch nicht so schlimm ist würde ich wohl einfach gehen.
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Diagnose: vor OP: thoralumbale juvenile /adoleszente Skoliose, ca. 55°
Therapie: OP: 1997 mit 13 Jahren Versteifung Th3 - L5 / Hessing-Klinik Augsburg; kaum Restgrade

Re: Hyperkyphose 56° nach Cobb (M40.24+G) von BWK 5 bis BWK

Beitrag von Raven »

Hallo Tim,
Tim hat geschrieben:Es gibt auch viele Dinge die ich nicht mache ich hab darüber gar nicht so nachgedacht. Ich sitze auch nie auf niedrigen Sitzgelegenheiten und trage nie schwere lasten über lange zeit. Ich mache auch bestimmte übungen mit gewichten nicht auch wenn ich sie ohne schmerzen machen kann weil ich das gefühl habe das sie mir nicht gut tun.
... und dass dies durch die OP verschwindet, ist eher nicht anzunehmen (bei mir, und den meisten, entstand das sogar erst durch die OP!).
Ich hab mein wissen über die OP auch größtenteils aus Veröffentlichungen die ich in google scholar gefunden habe dort wird die OP auch recht positiv dargestellt, vielleicht zu positiv.
Ich persönlich würde es so sagen: Ich bin sehr froh, dass es die Möglichkeit einer OP gibt, um noch was ändern zu können wenn andere Methoden gar nicht helfen. Ich kann aber auch nur jedem dringend empfehlen, vor der OP alles andere (Physiotherapie, Reha, Korsett) auszuprobieren und nur dann, wenn sich hiermit keine Verbesserung erzielen lässt, die OP zu wagen.
Es klang so als könnte man danach alles machen es wäre super und das risiko wäre minimal. Was durchaus daran liegt das nur positive studien veröffentlicht werden. Kein ärzteteam veröffentlicht selbst eine studie in der steht wie schlecht es danach allen ging.
Es ist eben, wie ich finde, die Diskrepanz zwischen prinzipiell können und was einem gut tut.
Dürfen darf ich auch alles außer, wie es damals hieß, Bungee-Jumping und Fallschirmspringen. Meine persönliche Belastungsgrenze (und die der allermeisten) ist aber eben schon weit früher erreicht.
Auch formulierungen wie:
"well-trained spine surgeon would offer spine surgery only if the benefits outweigh the risks by a factor of at least 10:1"

klangen so als wäre man lieber konservativ und würde erst operieren wenn alles so marode und kaputt ist das es keinen ausweg mehr gibt.
... was ich für sinnvoll halte: OP erst, wenn anderes keinen Erfolg brachte!
Der Herr der nach seiner begradigung in den US militärdienst gegangen ist hat den Eindruck auch noch verstärkt.
Solche Ausnahmen gibt es eben.
Ich habe z.B. einen Studienkollegen, nach dessen Lebensweise man meinen könnte, eine Querschnittslähmung sei eine minimale Einschränkung.
Er benötigt keine rollstuhlgerechte Wohnung, Treppen läuft er auf den Händen (!), räumt bei den Paralympics und anderen Sportveranstaltungen die Medaillen nur so ab, und
bei ihm kann man eigentlich nur von "er macht manche Dinge etwas anders" sprechen
... aber das können eben nur ganz wenige derjenigen, die die selbe Behinderung haben wie er.
Ich hab auch einen Bürojob. Was mich so unzufrieden macht ist nicht wie ich mich selbst sehe sondern wie ich glaube das mich andere sehen.
Hier ließe sich aber evl. ansetzen?
Genau da könnte dir ein Psychologe mitunter recht gut helfen:
Aber ich könnte mir nicht vorstellen was ein psychologe sagen könnte das mir hilft.
Ein Psychologe kann einem beispielsweise vermitteln, wie man auf andere Menschen anders wirken kann. Du wirst, wie du schreibst, von anderen eher aufs körperliche Anderssein bezogen empfunden - es wäre aber durchaus möglich, dass du mit psychologischer Unterstützung dahin kommst, vielmehr als auf andere Eigenschaften bezogen wahrgenommen wirst :ja: Dass du es z.B. schaffst, dass andere Menschen mehr davon bewirken, wie du "sonst noch" (außer: nicht gerade) bist. Dass du es besser rüberbringst, dass du beispielsweise sportlich, motiviert, an Menschen interessiert... bist.
Wenn er sagt das es doch nicht so schlimm ist würde ich wohl einfach gehen.
Wenn (!) ein Psychologe sowas sagt (was aber sehr unwahrscheinlich ist), würde ich auch wieder gehen - denn:
Das ist keinesfalls, wie ein Psychologe mit einem umgehen soll. Ein Problem ist nicht "doch nicht so schlimm", sondern... ein Problem, das angegangen werden soll :ja:
Ehrlich gesagt war der leidensdruck erst so hoch als mich jemand drauf angesprochen hat ich nahm an das es gar nicht so auffällig wäre. Aber jetzt sehe ich jeden tag den Buckel.
Genau das ist - leider - ziemlich typisch...
Vor 2 jahren war ich noch ein sport muffel und übergewichtig ich hab dann einfach angefangen sport zumachen erst jede woche jetzt jeden zweiten tag wenn man kleinere übungen dazu zählt jeden Tag.
Das ist doch was :-)
Es ist nur so bitter das ich egal wieviel ich trainiere oder was ich mache nie zu dem Punkt komme an dem ich sein will. Es ist auch so bitter das damals als ich noch jung war von den ärzten nicht mehr gemacht wurde.
Das mit den Ärzten ist natürlich sehr schade; mit Skoliose kennen sich leider viele Orthopäden nicht gut aus :< Ist oft miserabel, was man da an Therapieempfehlungen bekommt ;( Ich kenn das selber.
Gerade, da du aber bzgl. Training eine sehr hohe Erwartung an dich hast, sehe ich das mit der OP auch wieder kritisch: Die OP bedeutet, dass bestimmte Bewegungen unwiederbringlich (!) verloren gehen. Gerade die erste Zeit werden andere dir dies auch ansehen; später wird es besser, aber es gibt immer wieder Situationen, in denen es doch bemerkt wird bzw. man als "ungeschickt" auffällt oder einem gar "Faulheit" unterstellt wird.
Es hat mich auch so getroffen das der Winkel so groß ist. Ich hab meinen Orthopäden gefragt ob ich mich beim Sport einschränken soll und er meinte nur lapidar:
"Wenn es weh tut merken sie es schon und dann machen sie das eben nicht"
Mehr oder weniger ist es auch so.
Was jedoch absolut tabu sind, sind stauchende Sportarten.
Das Problem ist das ich fast immer schmerzen nach dem Sport hab nicht im rücken sondern in den Muskeln.
Es muss sich - egal ob Skoliose, Hyperkyphose oder Zustand nach Versteifungs-OP - nicht zwingend im Rücken bemerkbar machen.
Jede dieser Abweichungen von einer normal geformten und normal beweglichen Wirbelsäule bedeutet eine Veränderung der Belastung auf angrenzende Muskeln, Sehnen, Bänder, Knochen... und die reagieren dann schnell atypisch.
Es gibt z.B. Patienten, die nur kurze Wegstrecken schmerzfrei gehen können - und die Schmerzen kommen dann nicht im Rücken, sondern in der Hüfte und in den Beinen.
Oder Kopfschmerzen, die aus Nackenschmerzen resultieren.

Viele Grüße,
Raven
Ich bin nicht auf die Welt gekommen, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.
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Tim
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Re: Hyperkyphose 56° nach Cobb (M40.24+G) von BWK 5 bis BWK

Beitrag von Tim »

Raven hat geschrieben: Dürfen darf ich auch alles außer, wie es damals hieß, Bungee-Jumping und Fallschirmspringen. Meine persönliche Belastungsgrenze (und die der allermeisten) ist aber eben schon weit früher erreicht.
Das Fallschirmspringen den Rücken so sehr belastet war mir auch nicht bewust eigendlich wollte ich diesen Sommer Fallschirmspringen gehen und das ist jetzt kein Scherz.
Ich geh nochmal zum Arzt vorher und Frage ob ich es besser sein lassen soll.

Ach ja falls es dich interessiert es gibt Leute die mit versteifter wirbelsäule Fallschirmspringen gehen:
http://www.scoliosisassociates.com/subj ... n=daniel-b

Und dieser Herr ist übrigens "commercial deep sea diver" von Beruf der Helm den er trägt wiegt so etwa 15 kg. Das gesamte Equipment so 50-100 kg.

Auf der seite gibt es noch ein paar leute die so eine OP hatten und die einhockey spielen ein anderer ist mixed martial arts fighter sozusagen der härteste kampfsport den man sich vorstellen kann
http://www.scoliosisassociates.com/subj ... e-burgos-1

Es ist fast zynisch das zu sehen und auf der anderen Seite all das jetzt schon nicht zu machen. Ein Kollege hat mich schon länger mal gefragt ob ich mit zum kampfsport training will und ich abgelehnt weil ich dachte das mir das sicher nicht gut tut. Aber andere wie der gute Shane Burgos planen eine Professionelle MMA Karriere. Und mir sagt der arzt das ich mit der Hyperkyphose leben soll und das eine OP meinen Zustand nicht verbessern würde. Ich weis echt nicht mehr was und wem ich glauben soll. Ich meine das ist schon beinahe so ironisch das es zum lachen ist, erinnert mich an monty python irgendwie.

Wovon hängt es ab das die OP so gut verläuft das man dann auf eine Professionelle MMA Karriere hoffen kann oder "commercial deep sea diver" wird bzw. das Komplette US Army Trainigsprogram inklusive kampfeinsatz durchziehen kann? Ist das reines Glück sind die Ärzte in New York soviel besser als jeder Arzt hier?
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Raven
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Re: Hyperkyphose 56° nach Cobb (M40.24+G) von BWK 5 bis BWK

Beitrag von Raven »

Hallo Tim,
Tim hat geschrieben: Das Fallschirmspringen den Rücken so sehr belastet war mir auch nicht bewust eigendlich wollte ich diesen Sommer Fallschirmspringen gehen und das ist jetzt kein Scherz.
Ich geh nochmal zum Arzt vorher und Frage ob ich es besser sein lassen soll.
es kann für nicht operierte noch okay sein.
Ach ja falls es dich interessiert es gibt Leute die mit versteifter wirbelsäule Fallschirmspringen gehen:
http://www.scoliosisassociates.com/subj ... n=daniel-b
Es mag von den Implantaten abhängen - meine Implantate sehen anders aus. Zum Vergleich:
Bei den verlinkten Bildern lange Schrauben, mir so kurze Haken:
http://www.skoliose-op.info/galerie/raven.html
Und dieser Herr ist übrigens "commercial deep sea diver" von Beruf der Helm den er trägt wiegt so etwa 15 kg. Das gesamte Equipment so 50-100 kg.
Typisch ist eine solche Leistungsfähigkeit jedenfalls nicht.
Ausnahmetalente gibt es immer - wie der Rollstuhlfahrer, von dem ich schrieb: Klar gibt es Rollstuhlfahrer, die Treppen überwinden indem sie auf ihren Händen laufen, aber daraus kann man ja auch keinesfalls schlussfolgern, dass dies typisch ist.
Es ist fast zynisch das zu sehen und auf der anderen Seite all das jetzt schon nicht zu machen. Ein Kollege hat mich schon länger mal gefragt ob ich mit zum kampfsport training will und ich abgelehnt weil ich dachte das mir das sicher nicht gut tut.
Dass es bei nicht operierter Skoliose/Hyperkyphose schädlich ist, denke ich keinesfalls. (Mit "schädlich" meine ich, dass es wirklich einen Schaden hinterlässt. Kann natürlich sein, es gibt darauf Rückenschmerzen - was ich nicht als "Schaden" bezeichnen würde, da diese in der Regel wieder weggehen wenn es sich um eine einmalige Überlastung handelt.)
Aber andere wie der gute Shane Burgos planen eine Professionelle MMA Karriere. Und mir sagt der arzt das ich mit der Hyperkyphose leben soll und das eine OP meinen Zustand nicht verbessern würde. Ich weis echt nicht mehr was und wem ich glauben soll. Ich meine das ist schon beinahe so ironisch das es zum lachen ist, erinnert mich an monty python irgendwie.
Die Leute, die in den Links zu sehen sind, sind meiner Meinung nach
a) Ausnahmetalente (die evl. durch sehr gute Muskulatur viel abfangen, die durch jahrelanges Betreiben eines solchen Sports vor (!) der OP schon gut genug sind um nicht andauernd zu stürzen)
b) Leute, die sich, muss ich ehrlich sagen, zu viel zumuten (es gibt ja auch Leute, die ohne Helm Motorrad fahren - daraus, dass einige das mitunter etliche Jahre unbeschadet überleben, kann man ja auch nicht ableiten, es sei so okay :rolleyes: )
Wovon hängt es ab das die OP so gut verläuft das man dann auf eine Professionelle MMA Karriere hoffen kann oder "commercial deep sea diver" wird bzw. das Komplette US Army Trainigsprogram inklusive kampfeinsatz durchziehen kann? Ist das reines Glück sind die Ärzte in New York soviel besser als jeder Arzt hier?
Es hat mit den Ärzten wenig zu tun.
Vielmehr:
- Art der Implantate (vergleiche die von mir verlinkten Röntgenbilder mit den anderen und achte auf die Schraubenlänge; heutzutage werden eigentlich immer die langen Schrauben verwendet)
- Versteifungsstrecke
- allgemeiner Trainingszustand (Wie viel Muskulatur? Wie beweglich ist der Rest des Körpers um die Versteifung zu kompensieren?)
- (Bei mir hieß es z.B., sowas wie Inlineskaten ist okay wenn man es zuvor schon betrieben hat, sollte aber nicht erst nach der OP erlernt werden - das Verletzungsrisiko ist natürlich viel höher, wenn man damit erst anfängt.)
- Und eben auch, muss ich zugeben, denkt man eher kurz- oder eher langfristig? Es gibt Leute, die eher kurzfristig denken und auf ihren "Fun" aus sind - viele der auf der von dir genannten Webseite verlinkten Leute schätze ich als eher dies ein.
Auf der Webseite steht auch nicht, wie es ihnen unmitttelbar danach und nach x Jahren solcher Belastung geht. Das wäre wichtig!
Ich persönlich denke da eher ans ganze Leben - und was bringen mir da ein paar Mal "Fun", meinetwegen mit Achterbahnfahren, Bungeejumping und noch einem Fallschirmsprung, wenn man nach ein paar Jahren dann froh ist, noch 100 Meter am Stück gehen zu können?

Zum Vergleich:
Vielen Operierten geht es entscheidend schlechter, nachdem sie einige Zeit in einem unpassenden Beruf gearbeitet haben, oder mit ihren (Klein-)Kindern "wie üblich" (herumtragen, auf dem Boden spielen etc.) umgegangen sind. Das kann ein paar Jahre dauern... und dann geht's bergab, und oft eine weitere OP.
Ich persönlich möchte das nicht riskieren, da ich - gerade aus der Genesungszeit nach OP - weiß, wie belastend es ist, erst mal auf sehr sehr viel Hilfe angewiesen zu sein. Meinen Alltag weitestgehend selbstständig meistern zu können, ist für mich persönlich ein Geschenk und keine Selbstverständlichkeit. Das würde ich nicht riskieren.

(Meine OP ist damals, wie gesagt, 1a verlaufen. Keinerlei Komplikationen, und ich würde sagen, dass ich mit zu denen gehöre, denen es so lange nach OP noch so gut geht. Ich kenne viele, die Nach-OPs brauchten, denen Stäbe gebrochen sind, teils bei alltäglichen Belastungen. Nicht zu vergessen auch Verschleißerscheinungen.)

Was man auch nicht vergessen darf:
Wenn man sich erst mal durch die Strapazen von OP und der Zeit danach geplagt hat, sagt man relativ rasch "Es ist alles super gelaufen, ich fühle mich ganz gesund".
Es ist einfach so, dass sich die Relationen für einen verschieben. Dinge, die für andere normal sind, sind für einen oft schon "super, ganz gesund". Für mich z.B., wie gesagt, ist es etwas Wertvolles, meinen Alltag alleine zu meistern, eben auch, weil ich es von nach der OP anders kenne, weil ich Patienten kenne denen es über Jahre hinweg schlecht geht - für andere ist das normal.

Viele Grüße,
Raven
Ich bin nicht auf die Welt gekommen, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.
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