Triggerpunkt Therapie nach Dr. Bauermeister

Ärzte, Therapieformen, Physiotherapeuten, ...
trainer
Newbie
Newbie
Beiträge: 37
Registriert: Mo, 19.02.2007 - 16:22
Wohnort: Fischland-Darß-Zingst, Ostsee

Beitrag von trainer »

Hallo Petruschka,
Auf jeder Seite der Wirbelsäule finde ich so ca 15 -20 Punkte, die ich dann bearbeite
Nach meiner Erfahrung sind es keine "Triggerpunkte", die Schmerzen verursachen. Es handelt sich m.E. um verhärtete Bereiche der Muskulatur. Die findet man am besten selbst z.B. mit dem Vollgummiball (Methode s. oben).
die Frage stellt sich nach der Häufigkeit, weil die Schmerzen am nächsten Tag eigentlich stärker sind.
Die kurzfristige Verstärkung der Schmerzen habe ich bei mir nur am Anfang der Selbstbehandlung (in der akuten Phase) festgestellt. In dieser Zeit habe ich die Drucktechnik etwa alle 2-3 Tage angewendet, weil es sonst zu schmerzhaft war. Später habe ich auch Tests mit mehrmaliger Anwendung am Tag gemacht. Das hat aber wenig gebracht. Der Muskel braucht ähnlich wie beim normalen Training Zeit zur Anpassung an die neuen Anforderungen.
Sollte man nur 1mal in der Woche triggern, oder den Rücken in Bereiche aufteilen um nicht alles auf einmal zu reizen?

Wichtig ist die Behandlung des gesamten Muskels. Es ist normalerweise auch nicht nur ein Muskel betroffen, sondern ganze Muskelketten, die man in einer Sitzung nacheinander bearbeiten kann. Kenntnisse in Anatomie sind dazu unbedingt notwendig.
Grüße
Volkmar
Gast

Beitrag von Gast »

Ist diese Triggerpunkt- Therapie der klassischen Thai- Massage nicht sehr ähnlich? Diese wird mehrere Tage hintereinander durchgeführt und besteht eigentlich (damals zu meiner Entäuschung) nur aus sehr schmerzhaften Drücken (und Kneifen) auf bestimmte Punkte über einen längeren Zeitraum. Ich war leider nur in einer Sitzung, aber habe mir sagen lassen, dass man nach einer Woche ein neuer Mensch ist. Das hat unser Reiseleiter gesagt, der, wenn ich das richtig erinnere auch einen ordentlichen Haltungsschaden hatte (aber bestimmt nicht nach Schroth etc. geturnt hat, denn er lebt in China).

Wenn, das ähnlich ist, ist die Thai- Massage bestimmt eine günstigere Alternative, und ein guter Grund nach Thailand zu fahren ;)
Gast

Beitrag von Gast »

he! ich hab das geschrieben und mich vorher auch eingeloggt, was steht denn da jetzt Gast, 60? Sieht ja aus wie einer alter Perversling, der die Thai- Massage aus Versehen bekommen hat, als er eigentlich andere Formen des Körperkontakts suchte... sowas.
Pfau4
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 50
Registriert: Mi, 14.02.2007 - 16:43
Wohnort: Hannover

Beitrag von Pfau4 »

jetzt reicht's aber... technik!!
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15228
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

Trainer hat geschrieben:Nach meiner Erfahrung sind es keine "Triggerpunkte", die Schmerzen verursachen. Es handelt sich m.E. um verhärtete Bereiche der Muskulatur. Die findet man am besten selbst z.B. mit dem Vollgummiball (Methode s. oben).
Ja, aber der Therapieansatz und das Finden ist doch das Gleiche. Meine Therapeutin meinte, dass in dem Kurs von Bauermeister nicht nur von den tatsächlichen "fernen" Triggerpunkten die Rede war, sondern auch von den "direkten Schmerzpunkten". Die findet man auch mit dem Triggosan Schlüssel sehr gut.
Allerdings in Selbstbehandlung hat sich die Methode "zwischen 2 Türrahmen mit Tennisball 60 mm im Rücken" bei mir bislang sehr gut bewährt, nur mit zusätzlichen starkem Druck der Hände am Türrahmen!!

Ein weiterer Versuch mit Katzenball 35 mm hat erstaunlicherweise nichts gebracht. Es wird zwar auf eine kleinere Fläche gedrückt (was eigentlich dem Triggosan näher kommt), aber die Kraftübertragung ist durch die kleinere Fläche auch geringer.

Da ich aktuell auch die Dehnung in anderer sehr aktiver Form äußerst effektiv anwende, ist die "Druckpunkt Therapie" allerdings temporär etwas in den Hintergrund geraten.
OniPowers? hat geschrieben:Ist diese Triggerpunkt- Therapie der klassischen Thai- Massage nicht sehr ähnlich?
Ich denke, es geht hier tatsächlich um Drucktechniken, Akupressur ist ja auch eine, nur eben mit ganz kleinem Druck. Bis 40 kg sind aber bei Triggerpunkt-Therapie Bauermeister angesagt und es ist offensichtlich, wie Trainer auch sagt, eine individuelle Erfahrung, was nun wie wirkt.

Möglicherweise ist zu geringer Druck mehrmals in der Woche viel weniger effektiv durch kontinuierliche Schädigung des Muskelgewebes, als ein ganz intensiver Druck einmal in der Woche, wohlgemerkt immer auf die gleiche Stelle eines Muskels bezogen.
OniPowers hat geschrieben:Ich war leider nur in einer Sitzung, aber habe mir sagen lassen, dass man nach einer Woche ein neuer Mensch ist. Das hat unser Reiseleiter gesagt, der, wenn ich das richtig erinnere auch einen ordentlichen Haltungsschaden hatte (aber bestimmt nicht nach Schroth etc. geturnt hat, denn er lebt in China).
Also hatte er den Haltungsschaden nach der Behandlung nicht mehr?
Und war das ein Haltungsschaden oder eine Kyphose?

Bitte nicht die Dinge durcheinander bringen, wir reden hier von Verhärtungen und nicht von "Wirbelsäulenbegradigung", die vor einiger Zeit hier massiv in Malaysia beworben wurde, ohne das irgendein schlüssiger konkreter Erfahrungsbericht vorgelegt wurde.

Gruss
Klaus
Pfau4
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 50
Registriert: Mi, 14.02.2007 - 16:43
Wohnort: Hannover

Beitrag von Pfau4 »

Ich denke, es geht hier tatsächlich um Drucktechniken, Akupressur ist ja auch eine, nur eben mit ganz kleinem Druck. Bis 40 kg sind aber bei Triggerpunkt-Therapie Bauermeister angesagt und es ist offensichtlich, wie Trainer auch sagt, eine individuelle Erfahrung, was nun wie wirkt.
Also die klassische Thai- Massage ist ja was anderes als Akupressur (bzw das was hier dann angeboten wird). Da wird auch wirklich ein enormer Druck auf ganz bestimmte Stellen ausgeübt, was wirklich sehr schmerzhaft ist. Und 40kg erreicht ein guter Masseur (auch wenn das meistens winzige Thailändische Frauen sind) bestimmt.
Also hatte er den Haltungsschaden nach der Behandlung nicht mehr?
Und war das ein Haltungsschaden oder eine Kyphose?
Ich weiß noch, dass ich mir dachte "hui, der hat aber auch einen ordentlichen Scheuermann (oder Skoliose)", ich weiß aber nicht mehr, was genau ich mir dachte, eins von beidem war es. Und natürlich war der Haltungsschaden danach nicht weg, das sind ja keine Hexen. Aber anscheinend war er danach eine zeitlang schmerzfrei.
Bitte nicht die Dinge durcheinander bringen, wir reden hier von Verhärtungen und nicht von "Wirbelsäulenbegradigung", die vor einiger Zeit hier massiv in Malaysia beworben wurde, ohne das irgendein schlüssiger konkreter Erfahrungsbericht vorgelegt wurde.
Nö, mach ich nicht. Bin Anhänger der "evidence based medicine".

Und ich denke, dass dieser Triggerschlüßel eine schlaue Idee sind, um die Arbeit für den Masseur zu erleichtern. Denn wie Ihr Euch mit Bällen etc. behelft... die Technik klingt für mich sehr nach Thai- Massage.

Aber vielleicht hat hier ja jemand den direkten Vergleich.
trainer
Newbie
Newbie
Beiträge: 37
Registriert: Mo, 19.02.2007 - 16:22
Wohnort: Fischland-Darß-Zingst, Ostsee

Beitrag von trainer »

Hallo Klaus,
Du schreibst:
Da ich aktuell auch die Dehnung in anderer sehr aktiver Form äußerst effektiv anwende
welche Dehntechniken wendest Du an?
Nach meiner Erfahrung ist gerade die Kombination von Dehn- und Drucktechniken besonders wirksam. Allerdings ist m.E. das passive Dehnen (das längere Halten von Dehnpositionen ohne Muskelaktivität) nicht sinnvoll, weil es nur auf das Bindegewebe wirkt.
Grüße
Volkmar
trainer
Newbie
Newbie
Beiträge: 37
Registriert: Mo, 19.02.2007 - 16:22
Wohnort: Fischland-Darß-Zingst, Ostsee

Beitrag von trainer »

Allerdings in Selbstbehandlung hat sich die Methode "zwischen 2 Türrahmen mit Tennisball 60 mm im Rücken" bei mir bislang sehr gut bewährt, nur mit zusätzlichen starkem Druck der Hände am Türrahmen!!
Ein weiterer Versuch mit Katzenball 35 mm hat erstaunlicherweise nichts gebracht.
Das ist logischerweise so. Die verhärteten Bereiche deines Rückenmuskels liegen in tieferen Schichten, die du mit 35mm-Bällen nicht erreichst. Im Bereich der Lendenwirbel hat die Rückenmuskulatur einen relativ großen Querschnitt. Da ein Tennisball weicher ist als ein Vollgummiball, preßt er sich bei Druck stärker zusammen und wirkt nicht so tief. Deshalb ist mit dem härteren "Hundeball" eine Steigerung der Wirkung zu erreichen.
Nach etwa zwei Jahren Behandlung reichen bei mir die Bälle allein nicht mehr. Deshalb habe ich mir einen Holzstab gedrechselt, der auf der einen Seite (als Auflager auf dem Türrahmen) eine flache Fläche und auf der anderen Seite einen runden Kopf von ca. 2cm Durchmesser hat. Damit erreiche ich die tiefsten Schichten der Muskeln im Bereich der Lendenwirbel.
Diese tiefer wirkenden "Instrumente" sind nur bei den Muskeln im Rumpfbereich notwendig (Rücken- und Bauchmuskeln).
Möglicherweise ist zu geringer Druck mehrmals in der Woche viel weniger effektiv durch kontinuierliche Schädigung des Muskelgewebes, als ein ganz intensiver Druck einmal in der Woche, wohlgemerkt immer auf die gleiche Stelle eines Muskels bezogen.
"Schädigung des Muskelgewebes" habe ich nicht erlebt und ich habe "Intensivkurse" mit mehrmaligen Selbstbehandlungen am Tag ausgeführt. Als "Nebenwirkungen" habe ich einem Muskelkater ähnliche Folgen gespürt. Allerdings bringt die Häufigkeit der Behandlung wenig, da die Anpassungsvorgänge im Muskel offenbar ihre Zeit brauchen. Die Drucktechniken täuschen eine Muskelaktivität vor.

Zum Thema "ausreichender Druck": Das Problem liegt darin, den notwendigen Druck von 40kg oder mehr in der notwendigen Zeit zu halten. Je nach Zustand des Muskels braucht es oft mehr als 1 Minute, bis Entspannung spürbar ist. Wer isometrische Kraftübungen gemacht hat weiß , wie "schwer" eine kleine Hantel auf Dauer wird.
Grüße Volkmar
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15228
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

Trainer hat geschrieben:welche Dehntechniken wendest Du an?
Ganz einfach, ich hänge mich an einen Deckengriff, der so konstruiert ist, dass ich nur mit dem Vorderfuss auf dem Boden stehe. Mit den Fersen drücke ich dann in Richtung Boden.
Fersenschub nennt man das wohl.
Lange kann man das nicht durchhalten, weil es in den Armen viel zu stark zieht.
Das ist sicherlich etwas, was auf meine Situation angepasst ist.

Habe mir schon überlegt, diese Streckung über Brust- und Hüftgurt auszuführen, nur ist die Fein-Einstellung dabei recht schwierig.
In der horizontalen Lage müsste man über einen Motor die Streckkraft ein und auszuschalten. :)

Ansonsten die Übung, bei der in linker Seitenenlage die Beine links abgelegt bleiben während der Oberkörper mit dem Arm nach rechts oben gezogen wird und umgekehrt.
Trainer hat geschrieben:Da ein Tennisball weicher ist als ein Vollgummiball, preßt er sich bei Druck stärker zusammen und wirkt nicht so tief.
Also es bleibt bei grossem Druck immer noch 40 mm übrig und es wirkt ja auch gut.
Nur bei dem Katzenball 35 mm merkt man bei der "Wand-Andrück-Methode", dass der Rücken keine ebene Fläche ist und sich so um den Ball wölbt, dass ein Grossteil bereits an der Wand anliegt und somit keine Kraftsteigerung mehr möglich ist. Der Ball verdrängt eben nicht nur nach innen, sondern auch nach oben und unten.

Deswegen führt ja auch Dein "Holzfinger" offensichtlich noch weiter, der ja über die Länge in die Tiefe kommt und kaum seitwärts verdrängt.
Und das ist dann eigentlich doch wieder der Triggosan Schlüssel, bloß mit einem grösseren Durchmesser. Und die Triggosan Stange sieht ja so aus, als ob der Kugelkopf auch grösser ist.

Hast Du denn mal das Ganze in Rückenlage probiert? Vielleicht mit einem Gewicht auf dem Bauch? :)

Gruss
Klaus
trainer
Newbie
Newbie
Beiträge: 37
Registriert: Mo, 19.02.2007 - 16:22
Wohnort: Fischland-Darß-Zingst, Ostsee

Beitrag von trainer »

In der horizontalen Lage müsste man über einen Motor die Streckkraft ein und auszuschalten
Das war einer der Therapieversuche meines Hausarztes vor meiner Selbsthilfe: 12 x 30 min auf der Streckbank. Das ist ein mechanisches Gerät, das das von dir Beschriebene veranstaltet. Es soll die Bandscheiben durch die Streckung entlasten. Es hat mir nichts gebracht. Ich hatte auch Probleme, nach der Streckung wieder in die Normalposition zu kommen. Die erneute Belastung der Bandscheiben war schmerzhaft.
Hast Du denn mal das Ganze in Rückenlage probiert?
Das habe ich. Auf dem Rücken liegend, die Beine auf 90 Grad angewinkelt wie beim Sitzen, Unterschenkel abgelegt auf Bett oder Stuhl, Arme stützen seitlich ab. Den Vollgummiball unter die Rückenmuskulatur legen, Kopf und Schulter wie beim Sit-up anheben, den Ball mit dem Körpergewicht belasten. Das wirkt sehr tief. Allerdings ist die Balance schwierig und die Fixierung auf den gewollten Muskelpunkt. Das nächste Problem ist das Halten dieser Position, weil die isometrische Anspannung der Bauchmuskeln im Minutenbereich kaum auszuhalten ist. Auf diese Art wird es aber gleichzeitig zur Kräftigungsübung der Bauchmuskulatur.
Grüße
Volkmar
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15228
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

Den Vollgummiball unter die Rückenmuskulatur legen
Das habe ich eben mal ausprobiert, wirkt gut. Mit dem Ausbalancieren habe ich keine Probleme, weil die Wirbelsäule mit samt der Muskulatur sowieso an der Stelle herausteht und den Druck sofort aufnimmt.

Auch gleichzeitig auf beiden Seiten geht ganz gut oder sollte man das nicht machen?

Ja und noch eine Frage zur Konstruktion mit dem Holzstab auf der Platte, wie lang steht dieser Stab heraus und hast Du mal versucht, dies unter den Rücken zu legen?

Gruss
Klaus
trainer
Newbie
Newbie
Beiträge: 37
Registriert: Mo, 19.02.2007 - 16:22
Wohnort: Fischland-Darß-Zingst, Ostsee

Beitrag von trainer »

Hallo Klaus,
Auch gleichzeitig auf beiden Seiten geht ganz gut oder sollte man das nicht machen?
Ich habe mal ein Gerät ausprobiert, das beide Seiten der Wirbelsäulenmuskulatur gleichzeitig behandelt. Das ist ungünstig, weil die Konzentration auf einen Muskel das Finden der individuell richtigen Punkte, des nötigen Drucks und der Dauer ermöglicht. Es kommt ja gerade wegen des unterschiedlichen Zustands der parallel verlaufenden Muskeln zu den Dysbalancen bzw. Problemen der Gelenke, in diesem Fall den Wirbelknochen und den dazwischen befindlichen Bandscheiben. Unterschiedliche Verhärtung erfordert auch unterschiedliche Behandlung.
Grüße
Volkmar
petruschka

Beitrag von petruschka »

Hallo nochmal

also, Hundeball besorgt. Wuff wuff. Mein Mann war beruhigt, dass er nicht apportieren musste.
Ihr schreibt, dass es sich um gesamte verhärtete Bereiche handelt. Das ist richtig. Aber wirkt dann nicht das großflächige bearbeiten mit dem Ball nur wie eine Massage? Die sollte nämlich nicht weiter angewendet werden, weil im Nachgang auch wieder zusätzliche Schmerzen ausgelöst wurden. Es wurde gesagt, es solle alles vermieden werden, was dies zur Folge hat. So auch verschiedene heilgymnastische Anwendungen. Oder ist großflächig mehr in dem Sinn zu verstehen, dass es sich um den schmerzhaftesten Bereich handelt. den man mit dem Ball findet. Der ist ja auf jeden Fall größer als der mit dem Triggerstab gefundenen.
Gruß Petruschka
trainer
Newbie
Newbie
Beiträge: 37
Registriert: Mo, 19.02.2007 - 16:22
Wohnort: Fischland-Darß-Zingst, Ostsee

Beitrag von trainer »

Hallo Petruschka,
Du schreibst:
Mein Mann hat einen ähnlich schlimmen Schmerzweg
und:
Ihr schreibt, dass es sich um gesamte verhärtete Bereiche handelt. Das ist richtig. Aber wirkt dann nicht das großflächige bearbeiten mit dem Ball nur wie eine Massage? Die sollte nämlich nicht weiter angewendet werden, weil im Nachgang auch wieder zusätzliche Schmerzen ausgelöst wurden. Es wurde gesagt, es solle alles vermieden werden, was dies zur Folge hat. So auch verschiedene heilgymnastische Anwendungen. Oder ist großflächig mehr in dem Sinn zu verstehen, dass es sich um den schmerzhaftesten Bereich handelt. den man mit dem Ball findet. Der ist ja auf jeden Fall größer als der mit dem Triggerstab gefundenen.
Wir, die wir hier im Forum Erfahrungen austauschen, wissen über die Krankheit Deines Mannes zu wenig. Wenn er z.B. einen akuten Bandscheibenvorfall hat oder einen Verdacht auf so etwas, wären solche Selbsthilfeversuche gefährlich. Offenbar ist er auch in Behandlung. In welcher?
Von mir würde ich behaupten, dass ich vom "eingebildet Kranken" (von einigen Ärzten in meiner akuten Krankheitsphase wurde das behauptet!) zum "ausgebildeten Kranken" geworden bin. Trotz meiner langjährigen Sportler- und Trainerlaufbahn bin ich kein Arzt, der sich in laufende Therapien einmischen darf. Mit diesem Hintergrund solltest Du die hier gegebenen Tips relativieren.

Die hier angesprochene Drucktechnik ist eine Massageart! Auch bei der klassischen Massage wird geknetet und gedrückt mit ähnlichen Auswirkungen auf die Muskulatur, nur kürzer und mit geringerem Druck. Kleinere Knoten (Myogelosen) lassen sich damit auch beseitigen. Offenbar ist eine andere Technik notwendig, wenn größere Teile eines Muskels von Verhärtungen betroffen sind. Das sind die hier besprochene Techniken, die in der Praxis der gängigen Physiotherapie m.E. nicht machbar sind. Dafür sehe ich vor allem zwei Gründe: die Menge und Dauer der notwendigen Behandlungen ist nicht bezahlbar und die bei der Behandlung notwendigen Kräfte kann weder Mann noch Frau dauerhaft aufbringen.

Aus deinen Aussagen schließe ich, dass auch bei deinem Mann nicht nur einzelne Muskeln betroffen sind. Nach meiner Erfahrung spürt man Schmerzen immer nur an einer Stelle. Wird das Problem dort gemildert, verlagert sich das Schmerzempfinden in einen anderen, ebenfalls betroffenen Bereich der Muskulatur (z.B. vom Lendenwirbelbereich in das Gesäß oder Oberschenkel). Ich war (und bin z.T. noch) von Kopf bis Fuß von extremen Verhärtungen betroffen. Von dieser Schmerzverlagerung habe ich mich bei bei meiner Selbsthilfetherapie leiten lassen: behandeln dort, wo der Schmerz bei Bewegungen spürbar ist. Schmerzverstärkung an der behandelten Stelle habe ich ebenfalls erlebt, jedoch nur kurzfristig (ca. 1 Tag lang).

Und noch ein wichtiger Punkt: Das ganze ist m.E. nur als Selbsthilfe machbar. Mir scheint, dass du eine Arztrolle einnimmst und dein Mann Patient ist (und den Ball apportiert, Wuff Wuff). Dein Mann muß die Verantwortung für seine Krankheit übernehmen und für seine Gesundung selbst sorgen. Zu wenig oder falsche Bewegung über Jahre oder vermutlich Jahrzehnte hat er selber zu verantworten. Tabletten einwerfen und "Arzt, mach was mit mir" helfen da nicht weiter. Sich tagtäglich wieder aktiv bewegen lernen mit Unterstützung der "SM-Massage" (SM für "SelfMade" oder "SadoMaso" - von beiden ist etwas dabei!) kann ihm keiner abnehmen.
Grüße
Volkmar
petruschka

Beitrag von petruschka »

Hallo
vielen Dank für schnelle Antworten.
Also: wuff wuff sollte nur ein Scherz sein. Mein Mann ist ein sehr mündiger Patient und ebenfalls aktiv dabei seine Krankheit zu beheben bzw, zu verbessern. Natürlich kann und soll ein Forum keinen Arzt ersetzen. Mein Mann (48 J) hat seit früher Jugend Scheuermann und Skoliose. War mit 17 in Bad Sobernheim. Hat immer viel Sport getrieben und damit weitestgehend seine Beweglichkeit erhalten, auch seine Schmerzen waren durch Entspannungstechniken im "Griff". Die Schmerzen wurden aber nach und nach immer stärker. Massagen, verschiedene orthopädische Krankengymnastik, Akkupunktur, Nahrungsmittelumstellung, viel Sport, wenig Sport konnten keine Linderung bringen. Sämtliche Orthopäden erklärten, dass die Verkrümmung der WS nicht für diese Schmerzen verantwortlich sein können. Es wäre ein Psycho-Problem.
Die Psychologen wiederum sind sich einig, es ist kein Psycho-Problem.
Invasive Behandlung in der renomierten Grönemeyer-Klinik hat nicht genutzt. Ein CT hat auch nichts erhellendes ans Licht gebracht. Zu den extremen Rückenschmerzen gesellen sich häufig Kopfschmerzen, die sicherlich auch durch die Verspannungen hervorgerufen werden. Ein Arzt in Münster, der sich aufs "triggern" spezialisiert hat, vertritt die Meinung, das die Beschwerden muskulärer Art seien. Nach ein paar Sitzungen (Stoßwellen) haben sich die Schmerzen etwas verändert und vielleicht auch vermindert. Aus dieser gesamten Erfahrung haben wir uns entschlossen nach dem Buch von Bauermeister selbst weiterzumachen. Daher finden wir die Tipps hier sehr wertvoll und wir werden berichten wie es weitergeht. Sind jetzt 3 Wochen in Urlaub (mit Ball und Triggerstab.
Gruß Petruschka
trainer
Newbie
Newbie
Beiträge: 37
Registriert: Mo, 19.02.2007 - 16:22
Wohnort: Fischland-Darß-Zingst, Ostsee

Beitrag von trainer »

Hallo Petruschka,
das kommt mir alles sehr bekannt vor. Ich wünsche Euch einen erholsamen Urlaub. Wobei beim Thema Urlaub mir folgendes einfällt: Ganz zu Anfang meiner Selbsthilfetherapie bin ich trotz aller Schmerzen in den Ski-Urlaub gefahren. Die Knie taten abends weh wie Sau. Ich habe dann runde Steine verschiedener Form (Durchmesser ca. 25 cm) genommen, auf der Heizung erwärmt, den Stein auf einen Stuhl gelegt, meine hintere Oberschenkelmuskulatur darauf platziert. Meine Frau hat sich zur Druckerzeugung auf meinen Oberschenkel gesetzt. Die Augen trähnten, aber nach 3 Tagen konnte ich schmerzfrei Ski fahren. Das war damals ein Schlüsselerlebnis. Man muß experimentieren!
Gruß
Volkmar
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15228
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

Trainer hat geschrieben:Man muß experimentieren!
Genau!

Deswegen frage ich nochmal:
Klaus hat geschrieben:Ja und noch eine Frage zur Konstruktion mit dem Holzstab auf der Platte, wie lang steht dieser Stab heraus und hast Du mal versucht, dies unter den Rücken zu legen?
Gruss
Klaus
trainer
Newbie
Newbie
Beiträge: 37
Registriert: Mo, 19.02.2007 - 16:22
Wohnort: Fischland-Darß-Zingst, Ostsee

Beitrag von trainer »

Hallo Klaus,
Ja und noch eine Frage zur Konstruktion mit dem Holzstab auf der Platte, wie lang steht dieser Stab heraus und hast Du mal versucht, dies unter den Rücken zu legen?
Der Stab ist aus einem Stück Buchenholz gedrechselt, die untere Standfäche hat einen Durchmesser vo ca. 5 cm und er ist ca. 20 cm lang.
Zum Drauflegen ist er zu lang, beim Drücken im Türrahmen weicht er wegen der kleinen Standfläche zu leicht aus. Das richtige Teil werde ich noch herstellen. Kann man hier auch Fotos veröffentlichen?
Das Teil habe ich auch für die Behandlung der Armmuskulatur hergestellt. Die sind bei Handballspielern an der Wurfhandseite immer überlastungsgefährdet und brauchen ständige Pflege. Dort ist eine Rolle besser gegeignet als ein Ball, weil die kleinen Muskeln im Oberarm zum Ausweichen neigen.
Ein Tip noch: für die großflächige Behandlung der Muskulatur gibt es eine Hartschaumrolle bei Mark-Verstegen (über Google suchen, mit DVD Betriebsanleitung), der Fittnesstrainer aus USA, den Klinsi geholt hat. Damit habe ich auch gute Erfahrungen gemacht. Im Spitzensport breitet sich diese Art der "Muskelpflege" zur Zeit stark aus.
Grüße
Volkmar
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15228
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

Trainer hat geschrieben:Zum Drauflegen ist er zu lang, beim Drücken im Türrahmen weicht er wegen der kleinen Standfläche zu leicht aus.
Ich dachte sowieso, dass Du den Stab auf eine Platte montiert hattest, die eine grössere Standfläche hat.
Ist aber wahrscheinlich am Türrahmen nicht so praktikabel.

Ich werde in den nächsten Tagen mal versuchen herauszufinden, wie lang denn ein Stab im Liegen sein muss.
Das wird sicherlich sehr individuell sein; beim Triggosan Stab wird in der Liegeposition der Druck mit der Kugel ja über die Hebelwirkung gesteuert.
Kann man hier auch Fotos veröffentlichen?
Ja, kannst Du über "Attachement hinzufügen" machen, wobei Du die "automatische Bildverkleinerung" benutzen kannst, weil die max Bildgrösse 30KB beträgt. Steht alles unterhalb des Antwortfensters.
Ein Tip noch: für die großflächige Behandlung der Muskulatur gibt es eine Hartschaumrolle bei Mark-Verstegen
Leider erfährt man da überhaupt nichts darüber, was da wie wirkt.

Kannst Du was darüber verraten? :)

Gruss
Klaus
trainer
Newbie
Newbie
Beiträge: 37
Registriert: Mo, 19.02.2007 - 16:22
Wohnort: Fischland-Darß-Zingst, Ostsee

Beitrag von trainer »

Hallo Klaus,
Die Wirkungsweise der Hartschaumrolle: man legt die Rolle auf den Boden, legt sich mit der verhärteten Muskelgruppe drauf und entwickelt mit dem Eigengewicht Druck. In der Anleitungs-DVD wird hin- und hergerollt über den gesamten Muskel. Ein Beispiel: die Wadenmuskulatur im Sitzen auf die Rolle legen und mit den Armen den Körper anheben. Das hat zur Folge, dass die Waden mit etwa dem halben Körpergewicht auf der Rolle liegen. Steigerung ist möglich durch übereinander Schlagen der Beine, so daß nur noch eine Wade aufliegt. Nach diesem Muster kann man bei allen größeren Muskelgruppen verfahren.

Meine Erfahrungen mit der Technik des Hin- und Herrollens: Bei stärkeren Verhärtungen sollte man länger auf einer Stelle bleiben und dem Muskel Zeit zur Reaktion lassen.

Sehr gut wirkt diese Rolle beim IT Band am Oberschenkel seitlich außen. Dieser für das Kniegelenk wichtige Bereich läßt sich mit anderen Mitteln kaum bearbeiten.
Grüße
Volkmar
Antworten