Hohlkreuz durch Aufrichten der Kyphose ?

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skoliose-gondelsheim
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Re: Hohlkreuz durch Aufrichten der Kyphose ?

Beitrag von skoliose-gondelsheim »

Hi Klaus,

ich meinte, dass bei Schroth nicht primär der Aufbau bestimmter Muskeln im Vordergrund steht sondern -ich nenne es mal so-
"Bewegungsschulung". Und eine solche Schulung beinhaltet natürlich, dass auch Muskulatur trainiert wird. Und zwar vor allem diejenige, die bisher im Alltagsverhalten aufgrund von Fehlhaltungen und -Stellungen nur ungenügend eingesetzt wurde.

Versteh mich nicht falsch: ich habe nichts gegen Muskelaufbau, aus welchen Gründen auch immer (und sei es nur die Optik :D ).
Es ist nur so, dass das gezielte Training einzelner Muskeln noch lange nicht bedeutet, dass diese Muskeln dann auch im Alltag vernünftig (bezogen auf die Skoliose) eingesetzt werden.

LG
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Klaus
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Re: Hohlkreuz durch Aufrichten der Kyphose ?

Beitrag von Klaus »

Hallo Karin,

damit ist das auch geklärt und meine Nachfrage bei Alex wohl auch verständlich.
Denn
Alex hat geschrieben:Trainieren bedeutet, dass die Muskulatur auch aufgebaut wird
ist für mich eigentlich selbstverständlich gewesen.

Gruß
Klaus
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Alex_activitas
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Re: Hohlkreuz durch Aufrichten der Kyphose ?

Beitrag von Alex_activitas »

Hallo Karin,

warum die Einschränkung?
skoliose-gondelsheim hat geschrieben:Es ist nur so, dass das gezielte Training einzelner Muskeln noch lange nicht bedeutet, dass diese Muskeln dann auch im Alltag vernünftig (bezogen auf die Skoliose) eingesetzt werden.
Deine Aussage kann ich zu 100% unterschreiben, auch oder besser: gerade ohne die Einschränkung auf Skoliosen.

Gruß,
Alex
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Re: Hohlkreuz durch Aufrichten der Kyphose ?

Beitrag von skoliose-gondelsheim »

Ja hast natürlich recht, Alex.
Das gilt für jede Art von Bewegungsschulung. Und grundsätzlich müsste ja eigentlich auch jedeR der/die ein Training an Geräten beginnt einer Haltungs- und Bewegungsschulung unterzogen werden, damit's was wird ;) .

Ergänzend dazu möchte ich noch bemerken, dass häufig Muskelaufbau mit Kraftaufbau gleichgesetzt wird, deshalb habe ich den Begriff inhaltlich auch so verwendet und verstanden haben wollen (oh, Deutsch!). Eigentlich beinhaltet Muskelaufbau aber noch viel mehr, s.o.

LG
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Re: Hohlkreuz durch Aufrichten der Kyphose ?

Beitrag von kyphoboy »

Hallo Alex,
kyphoboy hat geschrieben:
Wobei ich von Übungen wie Kniebeugen und Kreuzheben eher abraten würde. Komplex in der Ausführung, ist schwer die Korrekturen zu Halten und gibt bessere Alternativen.
Bezogen auf Skoliose- bzw. (Hyper-)Kyphose-Patienten oder allgemein?
Jeder mit Wirbelsäulenerkrankungen sollte dies Übungen nicht durchführen.
Beim Kreuzheben sehe ich eine Gefahr in der Spannung die sich aufbaut und auch eine große Belastung der Bandscheiben. Also wenn schon die Übung, dann nur junge Menschen mit wirklicher 1a Ausführung.

Ansonsten bevorzuge ich als Alternativen "Hyperextensions" und Rudern im Sitzen am Seilzug.
kyphoboy, das geht so ein bischen in die Richtung mit dem idealen Studio, was Du ja in Deinen Träumen verwirklichen möchtest :)

Langfristige und anhaltende Erfolge bei Fehlstellungen sind nicht nur von optimalen Behandlungsverfahren abhängig, sondern natürlich auch von der langfristigen Motivation dazu. Schroth zuhause ist in dieser Hinsicht für mich langfristig keine Option. Deswegen bin ich in einem Fitness Studio vor Ort, was auch langfristig bezahlbar ist und auch weiteres zu bieten hat. Fahrrad-Training, Sauna und soziales Umfeld spielen da schon eine gewichtige Rolle für die Motivation. Ein "ideales" Studio gibt es hier nicht.
Insofern ist das Fitness Studio für Anfänger eine Sache, mit möglichst wenig Fehlermöglichkeiten nach dem Schroth Körpergefühl, insbesondere bei symmetrischen Fehlstellungen zu trainieren. Und das sind nach meiner Einschätzung zunächst mal die meisten User, die ich auch damit anspreche.

Alex und ich sind zu diesem Thema ja bislang in häufiger Diskussion gewesen ;). Natürlich ist das freie Training den Alltagsbewegungen besser angepasst, aber
1. man braucht eine spezielle, individuell verschieden lange persönliche Anleitung und Begleitung
2. eine langfristig bezahlbare Einrichtung, in der das möglich ist und wo man sich auch dauernd wohlfühlt (das ideale Studio)
Möglicherweise bin ich durch meine fast 30 jährige Studio-Zeit zu sehr auf diese Form geprägt, aber ich hätte einfach keine Lust, auf diese Form umzustellen. Im übrigen wäre ich manchmal froh, wenn ich bei meinen Übungen tatsächlich nur einen Muskel in einer Kette ansprechen würde. :)

Insofern finde ich die Diskussion darüber auch immer als eine Diskussion über Theorie und Praxis im Sinne von machbar.
Also ich persönlich habe mein ideales Studio gefunden. Integrierte Physiopraxis und große Trainingsräume mit vielen Spiegeln und der Möglichkeit in einem separaten Raum mit freien Gewichten und freiem Oberkörper zu trainieren ;)
Wie gesagt ist nur ein Hobby und da ich auch neben meinem Medizinstudium dort als Trainer arbeite ( B-Lizenz )und nichts bezahlen muss ideal^^.

Ja das Fitnesstudio ist eine gute Möglichkeit und da die meisten Hyperkyphosen muskulär eher schlecht da stehen, kann man zu Anfang ruhig mit Geräten arbeiten um eine muskuläre Grundlage zu schaffen.
Dann kann langsam das Heranführen an die freien Gewichte beginnen. Kommt natürlich immer auf das Studio an, wie die Betreuung dort ist aber eine ausführliche Anleitung und immer wieder die Kontrolle durch den Trainer ist unverzichtbar.

Ich habe nichts gegen Training an Geräten, im Gegenteil. Für mich ergänzen sich Geräte und freie Gewichte hervorragend.

Wobei ich zugeben muss, dass ein große deutsche Billigfitnesskette wirklich über eine klasse Ausstattung verfügt, aber die Betreuung durch erfahrenes Personal nicht gegeben ist.

Ich bezweifle ja, dass die Schroth Übungen "ab Bauchnabel abwärts" nicht mehr greifen.
Wenn eine Hyperlordose vorhanden ist, wird das in der Regel auch berücksichtigt. Der Therapeut muss das natürlich auch in den Übungen kontrollieren. Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass es natürlich Aufwand bedeutet, in Rückenlage immer wieder durch den Therapeuten zu erspüren, ob wirklich ein Hohlkreuz dabei abgesenkt wird. Das wird nur anfangs gemacht und dann muss der Patient das selbst tun.
Wenn nur die Neigung zu einem Hohlkreuz besteht, ist der Patient noch mehr gefordert, selbst Abhilfe zu schaffen und zumindest in Rückenlage besonders auf die LWS zu achten. Siehe auch die Beachte Hinweise im Übungsheft Bad Salzungen.
Um es kurz zu halten, die Indikation meiner 2. Reha war die Hyperlordose und auf diese wurde nicht genug eingegangen. Fortschritte habe ich erst mit einem Physio vor Ort bei mir und angepassten Kräftigungs -und Dehnungsübungen erreicht.

Gruß
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Re: Hohlkreuz durch Aufrichten der Kyphose ?

Beitrag von Alex_activitas »

Hallo kyphoboy,
kyphoboy hat geschrieben:Jeder mit Wirbelsäulenerkrankungen sollte dies Übungen nicht durchführen.
Beim Kreuzheben sehe ich eine Gefahr in der Spannung die sich aufbaut und auch eine große Belastung der Bandscheiben. Also wenn schon die Übung, dann nur junge Menschen mit wirklicher 1a Ausführung.

Ansonsten bevorzuge ich als Alternativen "Hyperextensions" und Rudern im Sitzen am Seilzug.
Diese Aussage ist zu pauschal. Gerade bei Wirbelsäulenerkrankungen können diese Übungen sehr wirkungsvoll sein. Allerdings ist das wie bei Medikamenten: man muss schauen, wer mit welcher Diagnose welche Übung machen sollte/kann.

Kniebeugen ("Squats") sind mit einer Hyperkyphose nicht so einfach zu machen, Kreuzheben ("dead lift") hingegen ist eine gute Übung - wenn korrekt durchgeführt.
Wobei gerade die Kniebeugen für die Bandscheiben eine optimale Übung darstellen, da der für die Ernährung der Bandscheiben notwendige Wechsel zwischen Be- und Entlastung hier sehr gut gegeben ist. Durch eine Serie Squats kann sogar ein Höhengewinn in den Bandscheiben erreicht werden. Dies bedingt sich durch den Aufbau der Bandscheiben.

Ebenfalls ist beim dead lift die Belastung der Bandscheiben nicht extrem hoch.

Interessanterweise liegt ein sehr häufiger Fehler nicht im zu hohen, sondern im zu geringen Gewicht bei diesen Übungen....

"Nur junge Menschen" - definitiv nicht. Auch "ältere" Menschen (was heisst für Dich "jung"?) können die Übungen durchaus machen.

Gruß,
Alex
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Re: Hohlkreuz durch Aufrichten der Kyphose ?

Beitrag von kyphoboy »

Hallo Alex,
Kniebeugen ("Squats") sind mit einer Hyperkyphose nicht so einfach zu machen, Kreuzheben ("dead lift") hingegen ist eine gute Übung - wenn korrekt durchgeführt.
Wobei gerade die Kniebeugen für die Bandscheiben eine optimale Übung darstellen, da der für die Ernährung der Bandscheiben notwendige Wechsel zwischen Be- und Entlastung hier sehr gut gegeben ist. Durch eine Serie Squats kann sogar ein Höhengewinn in den Bandscheiben erreicht werden. Dies bedingt sich durch den Aufbau der Bandscheiben.
Ja bei Kniebeugen ist es schwer die Korrektur zu halten, geht mir zumindest so. Klar die Be -und Entlastung ist ja die Voraussetzung dafür dass es überhaupt in der Bandscheibe zu einem Stoffwechsel kommt.
Wie gesagt, bei richtiger Ausführung kein Thema.

Diese Aussage ist zu pauschal. Gerade bei Wirbelsäulenerkrankungen können diese Übungen sehr wirkungsvoll sein. Allerdings ist das wie bei Medikamenten: man muss schauen, wer mit welcher Diagnose welche Übung machen sollte/kann.
Da hast du Recht, dass es auf die die Diagnose ankommt. Dann nehmen wir doch konkret einen Patienten mit einer Hyperkyphose und einer Hyperlordose, was ja sehr oft in Kombination vorkommt.

Probleme sehe ich zum einem erstmal darin Hyperkyphose und Hyperlordose gleichzeitig zu korrigieren und diese während der kompletten Übung zu halten. Dann muss der Rücken gerade gehalten werden ( obwohl ich auch wieder Studien/Aufsätze gelesen habe dass auch der Rücken einrunden kann bei der Übung und wieder andere die ein Einrunden für fatal halten ) um den Druck gleichmäßig zu verteilen.
Ebenfalls ist beim dead lift die Belastung der Bandscheiben nicht extrem hoch.
Du darfst aber nicht vergessen, dass selbst das hochheben des gebeugten Körpers ohne Gewichte schon eine beachtliche Zugkraft auf die Muskeln und die Bandscheiben wirkt, was sich mit Gewicht nocheinmal vergrößert.

Auch die Atmung ist ja anders als man es gewohnt ist. Und wenn man dann auch noch die Knie durchstreckt ist es auch nicht gerade förderlich für die Gesundheit.

Wie du schon sagtest, bei korrekter Ausführung gute Übung. Man erreicht auch die tiefe Rückenmuskulatur und bindet viele Muskeln ein.

Aber ich habe es schon sehr oft gesehen wie diese Übung einfach falsch ausgeführt wird und wirklich zu Problemen führen kann.
Gerade bei Hyperkyphosen ist eine sehr sehr gute Einweisung notwendig, aber jemand der sich mit der Materie nicht beschäftigt wird nicht so leicht durchblicken ob er jetzt richtig eingewiesen wird oder nicht.
Das sehe ich einfach kritisch und sind auch meine Bedenken.

Vorallem da es einfachere Alternativen gibt.
Interessanterweise liegt ein sehr häufiger Fehler nicht im zu hohen, sondern im zu geringen Gewicht bei diesen Übungen....
Zu wenig Gewicht, gleich Ausführung der Übung mit Schwung und keiner/ zu wenig Körperspannung? Das sind so meine Beobachtungen die ich gemacht habe..

Gruß
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Re: Hohlkreuz durch Aufrichten der Kyphose ?

Beitrag von Klaus »

Alex hat geschrieben:Allerdings ist das wie bei Medikamenten: man muss schauen, wer mit welcher Diagnose welche Übung machen sollte/kann.
kyphoboy hat geschrieben:Probleme sehe ich zum einem erstmal darin Hyperkyphose und Hyperlordose gleichzeitig zu korrigieren und diese während der kompletten Übung zu halten.
Das ist nach meiner Ansicht das eigentliche Problem. Was nützt das Freie Training, wenn Korrekturen aus welchem Grund auch immer, nicht gehalten werden können? Das ist wirklich von der individuellen Situation abhängig, wo ich eben glaube, dass das Geräte-geführte Training zunächst mal allen helfen kann, obwohl auch hier die gleichzeitige Korrektur nicht einfach und anstrengend ist.

Gruß
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Re: Hohlkreuz durch Aufrichten der Kyphose ?

Beitrag von Alex_activitas »

Hallo kyphoboy,
kyphoboy hat geschrieben:Du darfst aber nicht vergessen, dass selbst das hochheben des gebeugten Körpers ohne Gewichte schon eine beachtliche Zugkraft auf die Muskeln und die Bandscheiben wirkt, was sich mit Gewicht nocheinmal vergrößert.
Das ist ja auch gewollt. Beim Training geht es darum, die zu schwache Muskulatur bzw. die zu schwanen Muskelketten aufzubauen. Die Bandscheiben sind auf solche Belastungen ausgelegt. Im übrigen noch mehr auf Rotation! Ca. 80% der Fasern der Bandscheiben sind diagonal angeordnet, was darauf hindeutet, dass sie die Rotation stabilisieren sollen. Inzwischen ist man zum Glück auch davon abgekommen, Rotationen der WS - auch unter Last - zu verbieten.
kyphoboy hat geschrieben:Vorallem da es einfachere Alternativen gibt.
Scheinbar einfachere Alternativen. Denn auch bei geführten Geräten bzw. Kurzhantelübungen etc. muss man auf die genaue Durchführung achten.
kyphoboy hat geschrieben:Zu wenig Gewicht, gleich Ausführung der Übung mit Schwung und keiner/ zu wenig Körperspannung?
Zu wenig Gewicht im Sinne von zu wenig Gewicht. Schwung kommt meistens dann dazu, wenn zu viel Gewicht genommen wird. Zu wenig Gewicht bewirkt z.B. bei Squats, dass man Ausweichbewegungen macht, ohne es zu merken.
Ist schwer vorstellbar, aber in der Tat so: meistens deuten Schmerzen bei der Durchführung von Squats darauf hin, dass mit zu wenig Gewicht gearbeitet wird. Dies sollte man aber nicht im Selbstversuch alleine ausprobieren, sondern mit jemandem, der sich damit auskennt. Die Ergebnisse sind verblüffend.

@Klaus:
Klaus hat geschrieben:Das ist wirklich von der individuellen Situation abhängig, wo ich eben glaube, dass das Geräte-geführte Training zunächst mal allen helfen kann, obwohl auch hier die gleichzeitige Korrektur nicht einfach und anstrengend ist.
Auch diese Aussage ist mir zu pauschal und in dieser Form in meinen Augen schlicht falsch. Das Gegenteil ist der Fall. Ein gerätegeführtes Training kann wesentlich mehr negativ bewirken, da die Fehler, die gemacht werden, nicht sofort gespürt werden. Sie werden nämlich durch die andere Muskulatur, die helfend (aber nicht in der physiologischen Koordination arbeitend) einspringt in gewisser Weise aufgefangen, so dass unerwünschte Fehlbelastungen auftreten können. Dies macht sich aber in der Regel erst sehr viel später bemerkbar.
Daher ist ein gerätegeführtes Training als Ergänzung (!) eines freien Trainings für geübte Menschen eine Option.
Allerdings wird derjenige, der sich ernsthaft mit freien Gewichten beschäftigt und trainiert hat nur ungern auf ein geführtes Gerät umsteigen, da die Resultate gering und vor allem die Zeit bis zum (langfristig!!!) spürbaren Erfolg zu lang sind.

Ich weiss, dass Du Dich sehr gut mit dem geführten Training auskennst. Das ist keine Frage. Ich würde Dich auch nicht komplett umstellen, wenn Du bei mir in Behandlung wärst. Nur ist die Realität leider so, dass sich viele Menschen eben nicht so gut damit auskennen und daher gerne den Versprechungen Glauben schenken, dass das Gerätetraining optimal ist.
Die Sicht auf Langfristigkeit und Effektivität ist bei uns leider inzwischen ins Hintertreffen geraten.

Gruß,
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Re: Hohlkreuz durch Aufrichten der Kyphose ?

Beitrag von Klaus »

Hallo Alex,

das Problem ist offenbar, dass wir in unseren Diskussionen von verschiedenen Situationen sprechen.
Du sprichst beim Geräte geführten Training von Anwendern, die die notwendige individuelle Kenntnis nicht haben.
Dann musst Du aber ein Freies Training gegenüberstellen, wo ebenfalls keine individuellen Kenntnisse vorhanden sind. Ich bin mir sicher, dass da die Fehlerquote wesentlich höher ist.

Insofern braucht man bei beiden Trainingsarten eine gute Kenntnis. Ich bestreite ja auch nicht, dass das Freie Training grundsätzlich besser wäre, aber es geht auch um die praktische Umsetzungs-Möglichkeit. kyphoboy hat ja geschrieben, dass er mit der Korrekturhaltung (Hyperkyphose und Hyperlordose) ein Problem hat, was offensichtlich vielen so geht. Und genau das wird beim Geräte-geführten Training (z. Bsp. Sitzposition) erleichtert, anstrengend bei einigen Übungen aber trotzdem!
Abgesehen davon, was aus sonstigen Gründen bei den jeweiligen Anwendern für dieses Geräte-Training spricht, müsste man nicht auch mal die erreichten bzw. erreichbaren Korrekturhaltungen beider Trainingsarten bei einem Anwender vergleichen? Was nützt das versuchte Ansprechen aller Muskelketten, wenn ich dabei die Korrektur-Haltung aus welchen Gründen auch immer vernachlässige bzw. nicht anders kann?
Auch diese Aussage ist mir zu pauschal und in dieser Form in meinen Augen schlicht falsch. Das Gegenteil ist der Fall. Ein gerätegeführtes Training kann wesentlich mehr negativ bewirken, da die Fehler, die gemacht werden, nicht sofort gespürt werden.
Diese Erfahrung habe ich auch machen müssen, allerdings durch Unkenntnis von Schroth und von einer Rückenübung an einem Gerät, was es heute nicht mehr gibt. Da konnte man nämlich fast im Sinne von Freiem Training total ausweichen.

Gruß
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Re: Hohlkreuz durch Aufrichten der Kyphose ?

Beitrag von Alex_activitas »

Hallo Klaus,

es kann aber auch sein, dass Du selber einfach nur die eine Seite selber erfahren hast.
Klaus hat geschrieben:Du sprichst beim Geräte geführten Training von Anwendern, die die notwendige individuelle Kenntnis nicht haben.
Du auch:
Klaus hat geschrieben:Das ist wirklich von der individuellen Situation abhängig, wo ich eben glaube, dass das Geräte-geführte Training zunächst mal allen helfen kann
Klaus hat geschrieben:Dann musst Du aber ein Freies Training gegenüberstellen, wo ebenfalls keine individuellen Kenntnisse vorhanden sind. Ich bin mir sicher, dass da die Fehlerquote wesentlich höher ist.
Ich vergleiche bei beiden Trainingsarten die gleiche Gruppe Personen.
Dass beim Training mit freien Gewichten die Fehlerquote wesentlich höher ist, stimmt nicht. Nur fällt es hier früher auf. In geführten Geräten ist die Fehlerquote allein dadurch schon erhöht, dass der Muskel aus der normalen (physiologischen) Koordination herausgenommen wird. Dadurch besteht eher die Gefahr, dass sich falsche Bewegungsabläufe einschleichen. Denn es geht definitiv nicht nur um die Kraft des einzelnen Muskels, sondern um die Koordination der Muskeln untereinander. Dadurch entsteht ein Großteil der benötigten Kraft.
Eine weitere Fehlerquelle ist eben, dass man im geführten Gerät, wenn z.B. die Kraft nachlässt, auch Muskeln einsetzt um das Gerät zu bewegen, die im physiologischen Bewegungsablauf dort nichts zu suchen haben. Dadurch entstehen Fehlbelastungen etc., die sich aber wie gesagt schon erst später zeigen.
Klaus hat geschrieben:kyphoboy hat ja geschrieben, dass er mit der Korrekturhaltung (Hyperkyphose und Hyperlordose) ein Problem hat, was offensichtlich vielen so geht. Und genau das wird beim Geräte-geführten Training (z. Bsp. Sitzposition) erleichtert, anstrengend bei einigen Übungen aber trotzdem!
Auch beim Training mit freien Gewichten können die Übungen im Sitzen ausgeführt werden, so dass die Korrektur der LWS schon leichter ist. Hier ist kein großer Unterschied zum geführten Training, d.h. es ist nicht schwerer im freien Training, diese Korrektur zu erreichen.

Worum es mir geht, ist dass für BEIDE Trainingsarten ein gutes Körpergefühl, eine Kenntnis der eigenen Diagnose und der entsprechenden Korrekturen sowie eine sehr gute Einweisung notwendig ist. Ebenfalls ist eine regelmässige Kontrolle der Durchführung nicht schlecht.
Beim Gerätetraining bleibt jedoch immer die Gefahr, dass den Kunden der Eindruck vermittelt wird, die Geräte würden ihnen die Korrekturen erleichtern bzw. Fehlhaltungen etc. verhindern. Dies ist jedoch nicht der Fall.
Ebensowenig wie beim geführten Training die Koordination geschult wird.

Also ist der Aufwand, der betrieben werden muss, um ein Training selber durchführen zu können bei beiden ähnlich.
Dann suche ich mir jedoch diejenige Trainingsform aus, aus der ich den größtmöglichen Nutzen ziehen kann. Dieser definiert sich bei mir so, dass ich für meine Problematik die beste Lösung finde, indem meine Fehlstellungen etc. korrigiert werden bzw. die dafür notwendige Muskulatur in einer optimalen Kraft bei maximal möglicher Koordination sind.

Dass es nicht einfach ist, ist klar.
Dass hier jedoch auch viele Trainingsanfänger mitlesen, ebenfalls. Und für diese ist es wichtig herauszustellen, dass ein geführtes Gerätetraining nicht ohne Risiko ist und es durchaus sinnvolle Alternativen gibt.

Gruß,
Alex
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Re: Hohlkreuz durch Aufrichten der Kyphose ?

Beitrag von kyphoboy »

Hallo Alex,
Das ist ja auch gewollt. Beim Training geht es darum, die zu schwache Muskulatur bzw. die zu schwanen Muskelketten aufzubauen. Die Bandscheiben sind auf solche Belastungen ausgelegt. Im übrigen noch mehr auf Rotation! Ca. 80% der Fasern der Bandscheiben sind diagonal angeordnet, was darauf hindeutet, dass sie die Rotation stabilisieren sollen. Inzwischen ist man zum Glück auch davon abgekommen, Rotationen der WS - auch unter Last - zu verbieten.
Es ist schon klar dass es darum geht die Muskulatur aufzubauen. Allerdings ist auch das Kreuzheben mit zu viel Gewicht nicht gesund. Ich bleibe dabei, ich bin der Übung gegenüber kritisch.
Bei den Hyperkyphosen muss ja neben der Korrektur auch noch die Körperspannung während der Ausführung beim Kreuzheben gehalten werden. Das kann sehr anstrengend sein und wenn dir mitten in der Ausführung die Körperspannung abhanden kommt dann kann das böse enden, selber schon gesehen.
Ich habe insgesamt mehrere schlechte Ausführungen gesehen als wirklich gute und wenn man jemanden auf die Fehler aufmerksam macht sind manche ziemlich beratungsressistent. Vielleicht ist meine Haltung deswegen auch so kritisch bei der Übung.

Wir beide vertreten verschiedene Meinungen bezüglich Kreuzheben, ich denke wenn wir jetzt als darüber weiterdiskutieren drehen wir uns nur im Kreis. Man muss ja nicht immer einer Meinung sein ;) .
Scheinbar einfachere Alternativen. Denn auch bei geführten Geräten bzw. Kurzhantelübungen etc. muss man auf die genaue Durchführung achten.
Stimme ich dir voll zu.
Zu wenig Gewicht im Sinne von zu wenig Gewicht. Schwung kommt meistens dann dazu, wenn zu viel Gewicht genommen wird. Zu wenig Gewicht bewirkt z.B. bei Squats, dass man Ausweichbewegungen macht, ohne es zu merken.
Ist schwer vorstellbar, aber in der Tat so: meistens deuten Schmerzen bei der Durchführung von Squats darauf hin, dass mit zu wenig Gewicht gearbeitet wird. Dies sollte man aber nicht im Selbstversuch alleine ausprobieren, sondern mit jemandem, der sich damit auskennt. Die Ergebnisse sind verblüffend.
Ich sehe auch immer wieder Leute, die bei geringem Gewicht dieses nicht kontrolliert führen sondern schwunghaft nach oben reißen. Also jetzt speziell beim Kreuzheben.
kyphoboy hat geschrieben:
Probleme sehe ich zum einem erstmal darin Hyperkyphose und Hyperlordose gleichzeitig zu korrigieren und diese während der kompletten Übung zu halten.

Das ist nach meiner Ansicht das eigentliche Problem. Was nützt das Freie Training, wenn Korrekturen aus welchem Grund auch immer, nicht gehalten werden können? Das ist wirklich von der individuellen Situation abhängig, wo ich eben glaube, dass das Geräte-geführte Training zunächst mal allen helfen kann, obwohl auch hier die gleichzeitige Korrektur nicht einfach und anstrengend ist.
Ich möchte nur nochmal betonen, dass sich die Korrekturhaltung nur auf das Kreuzheben bezieht.
Aber auch bei Geräten kann es passieren dass man die Korrekturhaltung nicht halten kann bzw. aufbauen.
Auch diese Aussage ist mir zu pauschal und in dieser Form in meinen Augen schlicht falsch. Das Gegenteil ist der Fall. Ein gerätegeführtes Training kann wesentlich mehr negativ bewirken, da die Fehler, die gemacht werden, nicht sofort gespürt werden. Sie werden nämlich durch die andere Muskulatur, die helfend (aber nicht in der physiologischen Koordination arbeitend) einspringt in gewisser Weise aufgefangen, so dass unerwünschte Fehlbelastungen auftreten können. Dies macht sich aber in der Regel erst sehr viel später bemerkbar.
Daher ist ein gerätegeführtes Training als Ergänzung (!) eines freien Trainings für geübte Menschen eine Option.
Allerdings wird derjenige, der sich ernsthaft mit freien Gewichten beschäftigt und trainiert hat nur ungern auf ein geführtes Gerät umsteigen, da die Resultate gering und vor allem die Zeit bis zum (langfristig!!!) spürbaren Erfolg zu lang sind.
Aber Alex, auch beim Training mit freien Gewichten kann man viel falsch machen mit der falschen Technik und auch die Muskeln zur Mitarbeit heranziehen die eigentlich außen vor bleiben sollten, bzw. nicht in dem Maß gefordert werden sollten wie es dann passiert.
Auch beim freien Training fühlt man Fehler nicht zwingend sofort. Gerade als Anfänger hat man ja meistens noch nicht so ein gutes Gespür dafür welche Muskeln belastet werden.
Allerdings wird derjenige, der sich ernsthaft mit freien Gewichten beschäftigt und trainiert hat nur ungern auf ein geführtes Gerät umsteigen, da die Resultate gering und vor allem die Zeit bis zum (langfristig!!!) spürbaren Erfolg zu lang sind.
Freie Gewichte sind zumindest für mich motivierender.
Nur ist die Realität leider so, dass sich viele Menschen eben nicht so gut damit auskennen und daher gerne den Versprechungen Glauben schenken, dass das Gerätetraining optimal ist.
Die Sicht auf Langfristigkeit und Effektivität ist bei uns leider inzwischen ins Hintertreffen geraten.
Das stimmt leider.
Beim Gerätetraining bleibt jedoch immer die Gefahr, dass den Kunden der Eindruck vermittelt wird, die Geräte würden ihnen die Korrekturen erleichtern bzw. Fehlhaltungen etc. verhindern. Dies ist jedoch nicht der Fall.
Ebensowenig wie beim geführten Training die Koordination geschult wird.
Auch das ist leider die traurige Wahrheit. Die Geräte müssen vom Benutzer auch immer richtig eingestellt werden. Auch viele mit normalem, gesunden Rücken trainieren falsch an Geräten.
Man muss sich immer irgendwie an das Gerät anpassen, dieses Problem hat man mit freien Gewichten nicht.

Ich muss gestehen, dass auch ich freies Training den Geräten bevorzuge. Es ist motivierender und ich kann viel mehr variieren, was bei Geräten nur eingeschränkt der Fall ist.
Auch die Korrektur ist gefühlt einfacher als bei Geräten. Die Schrägbank ist da ein sehr effizientes Hilfsmittel.

Aber die beste Übung nützt nichts ohne korrekte Ausführung und korrigierter Körperhaltung. Da dies bei jedem unterschiedlich ist, können wir hier auch nur allgemein diskutieren aber keine konkreten Empfehlungen für Übungen geben. Das ist mein Standpunkt. Denn wir sehen ja nicht den einzelnen wie er welche Übung ausführt. Der andere kann Kreuzheben super ausführen und der nächste bekommt schon die Korrektur beim Butterfly Reverse nicht hin.
Dass hier jedoch auch viele Trainingsanfänger mitlesen, ebenfalls. Und für diese ist es wichtig herauszustellen, dass ein geführtes Gerätetraining nicht ohne Risiko ist und es durchaus sinnvolle Alternativen gibt.
Ich würde es gut finden wenn hier viele mitlesen. Denn es gibt im Internet in den verschiedenen Fitnessforen genug Beiträge wo Personen mit Hyperkyphose/Skoliose Rat suchen und dann oftmals Krafttraining als wahre Wunderwaffe präsentiert wird, oftmals mit einem Trainigsplan der kein bisschen individuell ist.

Gruß
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Re: Hohlkreuz durch Aufrichten der Kyphose ?

Beitrag von Alex_activitas »

Hallo kyphoboy,

so unterschiedliche Meinungen vertreten wir gar nicht... ;)
kyphoboy hat geschrieben:Allerdings ist auch das Kreuzheben mit zu viel Gewicht nicht gesund.
Und das ist nicht nur bei Kreuzheben so. Auch bei Squats und auch bei geführten Geräten ist zu viel Gewicht nicht gesund. Total agree.
kyphoboy hat geschrieben:Aber Alex, auch beim Training mit freien Gewichten kann man viel falsch machen mit der falschen Technik und auch die Muskeln zur Mitarbeit heranziehen die eigentlich außen vor bleiben sollten, bzw. nicht in dem Maß gefordert werden sollten wie es dann passiert.
Auch beim freien Training fühlt man Fehler nicht zwingend sofort. Gerade als Anfänger hat man ja meistens noch nicht so ein gutes Gespür dafür welche Muskeln belastet werden.
Vollkommen korrekt.
Daher sage ich ja auch, dass ein gutes Körpergefühl etc. (siehe meinen letzten Post) notwendig sind, um die Übungen korrekt auszuführen. Aber das ist auch bei Geräten so. Sprich: für beide ist der Lernaufwand sehr ähnlich. Nur dass der Nutzen aus freien Gewichten deutlich höher ist als bei geführten Geräten.

Die Motivation ist der andere Aspekt.
Allerdings sind auch hier die Menschen unterschiedlich: die einen finden die Motivation in der (schnelleren) Gewichtssteigerung an Geräten, die anderen an den positiven Effekten des Trainings mit freien Gewichten. Ich gehöre auch zu der letzteren Gruppe - und das nicht nur bezogen auf mich persönlich, sondern auch auf meine Patienten.
kyphoboy hat geschrieben:Auch beim freien Training fühlt man Fehler nicht zwingend sofort.
Beim freien Training spürt man die Fehler jedoch schneller als beim Training in geführten Geräten.
kyphoboy hat geschrieben:Gerade als Anfänger hat man ja meistens noch nicht so ein gutes Gespür dafür welche Muskeln belastet werden.
Deshalb ist eine gute Einweisung und ein gutes Körpergefühl zwingend notwendig.
kyphoboy hat geschrieben:Aber die beste Übung nützt nichts ohne korrekte Ausführung und korrigierter Körperhaltung. Da dies bei jedem unterschiedlich ist, können wir hier auch nur allgemein diskutieren aber keine konkreten Empfehlungen für Übungen geben. Das ist mein Standpunkt. Denn wir sehen ja nicht den einzelnen wie er welche Übung ausführt. Der andere kann Kreuzheben super ausführen und der nächste bekommt schon die Korrektur beim Butterfly Reverse nicht hin.
Diesen Standpunkt teile ich zu 100%.

Wie gesagt: so unterschiedliche Meinungen vertreten wir gar nicht....

Gruß,
Alex

P.S.: eine Diskussion kann nur dann fruchtbar sein, wenn unterschiedliche Standpunkte vertreten sind und diese erläutert werden. Dann kann sich jeder ein Bild von der jeweiligen Meinung und den Aspekten machen und daraus seine Schlüsse ziehen.
Denn was jeder daraus macht, liegt in der eigenen Verantwortung.
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Re: Hohlkreuz durch Aufrichten der Kyphose ?

Beitrag von Klaus »

Hallo Alex,
Dass beim Training mit freien Gewichten die Fehlerquote wesentlich höher ist, stimmt nicht. Nur fällt es hier früher auf
Alex hat geschrieben:
kyphoboy hat geschrieben:Auch beim freien Training fühlt man Fehler nicht zwingend sofort.
Beim freien Training spürt man die Fehler jedoch schneller als beim Training in geführten Geräten.
:confused:

Ich habe ja schon geschrieben, das ich an einem alten Trainingsgerät sozusagen im Freien Training nicht sofort gespürt habe, dass ich was falsch gemacht hatte. Erst 15 Jahre später wurde eine Verschlechterung im Röntgenbild bemerkt, bei einer fast nicht spürbaren ganz allmählichen Zunahme von Beschwerden. Insofern fällt es mir schwer, Deinem Argument zu folgen. Wenn wirklich Fehler von jedem mit Fehlstellung sofort bemerkt werden können, wäre das ein gutes Argument.
Daher sage ich ja auch, dass ein gutes Körpergefühl etc. (siehe meinen letzten Post) notwendig sind, um die Übungen korrekt auszuführen. Aber das ist auch bei Geräten so. Sprich: für beide ist der Lernaufwand sehr ähnlich. Nur dass der Nutzen aus freien Gewichten deutlich höher ist als bei geführten Geräten.
Es ist doch unbestritten, dass der Nutzen aus dem Freien Training höher sein kann, wenn wirklich die korrekte Ausführung gelernt wurde. Und es sollte doch auch unbestritten sein, dass ich mit der selben korrekten Ausführung beim Geräte-Training auch einen Nutzen erreiche, der möglicherweise nicht optimal ist. Aber ok, Du sprichst jetzt auch von individuellen Situationen, wo man sich für eine Trainingsart entscheidet. Ob nun aus Motivationsgründen oder aus ganz individuellen Umsetzungsgünden.
Dass hier jedoch auch viele Trainingsanfänger mitlesen, ebenfalls. Und für diese ist es wichtig herauszustellen, dass ein geführtes Gerätetraining nicht ohne Risiko ist und es durchaus sinnvolle Alternativen gibt.
Richtig, das mache ich ja schon fast gebetsmühlenartig einige Jahre so. Nur trifft das genauso für das Freie Training zu, auch hier wissen wir nicht, was der User tatsächlich macht. Die Berichte, die ich bislang dazu gelesen habe, sagen nichts zu sofortigen Warnindikatoren beim Freien Training.

Gruß
Klaus
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Re: Hohlkreuz durch Aufrichten der Kyphose ?

Beitrag von Klaus »

Hallo kyphoboy,
Aber die beste Übung nützt nichts ohne korrekte Ausführung und korrigierter Körperhaltung. Da dies bei jedem unterschiedlich ist, können wir hier auch nur allgemein diskutieren aber keine konkreten Empfehlungen für Übungen geben. Das ist mein Standpunkt. Denn wir sehen ja nicht den einzelnen wie er welche Übung ausführt. Der andere kann Kreuzheben super ausführen und der nächste bekommt schon die Korrektur beim Butterfly Reverse nicht hin.
Genauso ist das und wir sind uns gottseidank jetzt alle darin einig.
Ich habe insgesamt mehrere schlechte Ausführungen gesehen als wirklich gute und wenn man jemanden auf die Fehler aufmerksam macht sind manche ziemlich beratungsressistent. Vielleicht ist meine Haltung deswegen auch so kritisch bei der Übung.
Wenn ich mir mein Studio angucke, wird sehr viel Wert auf eine korrekte Ausführung gelegt. Korrekt in dem Sinne, dass die Bewegungen langsam und gleichmässig durchgeführt werden und die rückengerechte Haltung dabei stimmt. Rückengerecht allerdings bezogen auf einen "normalen" Rücken, da ist man eindeutig selbst gefordert! Ein Rundrücken unter Sportbekleidung wird gern mal übersehen und ein Hohlkreuz sowieso.
Ich trainiere im Augenblick mit jemanden zusammen (keine Fehlstellungen), der gottseidank meine Beratung annimmt. Dabei stellt sich immer wieder heraus, dass die Gewichte grundsätzlich zu hoch sind, um die Übung z. Bsp. 10x beim Ruderzug so zu wiederholen, ohne dass sich an der gleichmässigen langsamen Bewegung etwas ändert. Bei der 8. Wiederholung fängt das Reißen an, die Haltung (incl. Kopf) verändert sich dramatisch und derjenige merkt das nicht, obwohl die Blickrichtung verändert wird.
Ansonsten mache ich Leute nicht mehr auf Fehler aufmerksam, wenn ich die nicht schon länger z. Bsp. durch smalltalks kenne. Es scheint wirklich eine intime Angelegenheit zu sein, insbesondere bei erkennbarer Fehlstellung/Fehlhaltung auf Fehler aufmerksam zu machen.
Ich möchte nur nochmal betonen, dass sich die Korrekturhaltung nur auf das Kreuzheben bezieht.
Du hast sonst tatsächlich keine Schwierigkeiten beim Freien Training? Wie sieht es in der von Alex erwähnten Sitzposition aus, gibt es da eine Lehne?
Aber auch bei Geräten kann es passieren dass man die Korrekturhaltung nicht halten kann bzw. aufbauen.
Aber klar doch, das ist schon anstrengend und gelingt nicht immer, trotz Rückenlehne.

Gruß
Klaus
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Alex_activitas
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Re: Hohlkreuz durch Aufrichten der Kyphose ?

Beitrag von Alex_activitas »

Hallo Klaus,

was lässt Dir Fragezeichen aus dem Kopf treten?
Ich habe die ganze Zeit das gleiche geschrieben: dass beim Training mit freien Gewichten Fehler früher bemerkt werden als bei geführten Geräten.

Ich verstehe aber folgendes nicht: Du schreibst: "Ich habe ja schon geschrieben, das ich an einem alten Trainingsgerät sozusagen im Freien Training (...)". Was für ein Gerät war das? Gerät und freies Training sind gewissermassen ein Widerspruch

Eine Verschlechterung im Röntgenbild nach 15 Jahren hat in dem Kontext, in dem wir uns befinden, nur wenig zu suchen. Denn es geht hier um die Fehler, die bei der Übungsausführung gemacht werden. Und diese werden beim Training mit freien Gewichten nicht erst nach 15 Jahren im Röntgenbild festgestellt.
Klaus hat geschrieben:Wenn wirklich Fehler von jedem mit Fehlstellung sofort bemerkt werden können, wäre das ein gutes Argument.
Wenn sie (wie ich schon oft geschrieben habe, aber gerne nochmals) gut eingewiesen sind und eben auch das entsprechende Körpergefühl haben, spüren sie es auch. Daher ist es ein gutes Argument.
Das erlebe ich seit Jahren u.a. mit meinen Patienten in der praktischen Arbeit.

Und ebenfalls nochmals: auch für das Gerätetraining brauche ich eine gute Einweisung und ein gutes Körpergefühl. Da sind wir uns ja einig.
Warum soll ich dann nicht eine Trainingsform wählen, bei der ich mit dem gleichen Aufwand einen besseren Effekt erzielen kann?
Klaus hat geschrieben:Und es sollte doch auch unbestritten sein, dass ich mit der selben korrekten Ausführung beim Geräte-Training auch einen Nutzen erreiche, der möglicherweise nicht optimal ist.
Die Gefahr beim Gerätetraining liegt jedoch auch darin, dass die Menschen eben glauben, im Gerät würden sie nichts falsch machen können. Daher hat mich Deine Aussage auch sehr irritiert:
Klaus hat geschrieben:Das ist wirklich von der individuellen Situation abhängig, wo ich eben glaube, dass das Geräte-geführte Training zunächst mal allen helfen kann.
Dies kann man nicht unkommentiert stehen lassen, da hier ein absolut falscher Eindruck vermittelt wird. Mit dieser Formulierung schliesst Du nämlich unerfahrene Personen ebenso mit ein. Und hier liegt das große Gefahrenpotential!

Auch wird ihnen Glauben gemacht, dass mit dem Gerätetraining ihr Körper insgesamt trainiert wird etc. Dies ist aber nicht der Fall. Um die einzelnen auftrainierten Muskeln zusammen arbeiten zu lassen, ist ein Koordinationstraining zusätzlich nötig. Erst dann habe ich den NUtzen für den Alltag und den gesamten Körper.

Ich spreche eben nicht von individuellen Situationen, sondern von beiden Trainingsformen im Allgemeinen.
Dass jeder für sich entscheiden muss, was er machen will, ist klar. Und dass er auch die Konsequenzen daraus selber tragen muss - positive wie negative.
Klaus hat geschrieben:Richtig, das mache ich ja schon fast gebetsmühlenartig einige Jahre so. Nur trifft das genauso für das Freie Training zu, auch hier wissen wir nicht, was der User tatsächlich macht. Die Berichte, die ich bislang dazu gelesen habe, sagen nichts zu sofortigen Warnindikatoren beim Freien Training.
Ich sage nichts anderes. Meine Aussagen waren immer die, dass man auch beim Training mit freien Gewichten auf die Ausführung achten muss. etc. etc.
Zu den von Dir erwähnten Berichten kann ich nichts sagen, da ich sie nicht kenne. Meine Aussagen beruhen auf den Erfahrungen aus der jahrelangen praktischen Arbeit und aus persönlichen Erfahrungen beim eigenen Training. Daher weiss ich auch, dass es "sofortige Warnindikatoren" z.B. bei Squats und auch bei anderen Übungen mit freien Gewichten sehr wohl gibt!

Gruß,
Alex
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Re: Hohlkreuz durch Aufrichten der Kyphose ?

Beitrag von kyphoboy »

Hallo Klaus,
Wenn ich mir mein Studio angucke, wird sehr viel Wert auf eine korrekte Ausführung gelegt. Korrekt in dem Sinne, dass die Bewegungen langsam und gleichmässig durchgeführt werden und die rückengerechte Haltung dabei stimmt. Rückengerecht allerdings bezogen auf einen "normalen" Rücken, da ist man eindeutig selbst gefordert! Ein Rundrücken unter Sportbekleidung wird gern mal übersehen und ein Hohlkreuz sowieso.
Ich trainiere im Augenblick mit jemanden zusammen (keine Fehlstellungen), der gottseidank meine Beratung annimmt. Dabei stellt sich immer wieder heraus, dass die Gewichte grundsätzlich zu hoch sind, um die Übung z. Bsp. 10x beim Ruderzug so zu wiederholen, ohne dass sich an der gleichmässigen langsamen Bewegung etwas ändert. Bei der 8. Wiederholung fängt das Reißen an, die Haltung (incl. Kopf) verändert sich dramatisch und derjenige merkt das nicht, obwohl die Blickrichtung verändert wird.
Ansonsten mache ich Leute nicht mehr auf Fehler aufmerksam, wenn ich die nicht schon länger z. Bsp. durch smalltalks kenne. Es scheint wirklich eine intime Angelegenheit zu sein, insbesondere bei erkennbarer Fehlstellung/Fehlhaltung auf Fehler aufmerksam zu machen.
Bei uns wird auch großen Wert darauf gelegt, nur bei manchen prallt man ab, egal wie oft sie es gesagt bekommen. Meistens kommt dann die Einsicht erst wenn Schmerzen beim Trainieren anfangen aufzutreten.
Das mit den Wiederholungen sehe ich auch oft, egal ob bei Geräten oder mit freien Gewichten. Da muss man dann sofort eingreifen als Trainer.

Ansonsten habe ich festgestellt das Frauen es ehr begrüßen wenn man sie bei der Ausführung verbessert, bei Männern scheint das ein bisschen am Ego zu kratzen :D
Du hast sonst tatsächlich keine Schwierigkeiten beim Freien Training? Wie sieht es in der von Alex erwähnten Sitzposition aus, gibt es da eine Lehne?
Ja sonst keine Schwierigkeiten. Die perfekte Ausführung kommt natürlich nicht von heute auf morgen. Man muss daraufhinarbeiten und insbesondere auf das Gewicht achten. Durch die Spiegel an der Decke und rund um die Wände wird man dabei auch gut unterstützt und da das Training auch mit freiem Oberkörper möglich ist hat man einen guten Blick auf seinen Körper.

Ansonsten gibt es ja die Schrägbank, die man auch bei sitzenden Übungen verwenden kann falls nötig.

Gruß
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Meine Geschichte: viewtopic.php?f=18&t=28644
Mein Erfahrungsbericht: viewtopic.php?f=27&t=28830
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Re: Hohlkreuz durch Aufrichten der Kyphose ?

Beitrag von Klaus »

Hallo Alex,
was lässt Dir Fragezeichen aus dem Kopf treten?
Ich habe die ganze Zeit das gleiche geschrieben: dass beim Training mit freien Gewichten Fehler früher bemerkt werden als bei geführten Geräten.
Die unterschiedlichen Aussagen von Dir und kyphoboy, der ja nun auch mit Freiem Training Erfahrung hat.
Ich verstehe aber folgendes nicht: Du schreibst: "Ich habe ja schon geschrieben, das ich an einem alten Trainingsgerät sozusagen im Freien Training (...)". Was für ein Gerät war das? Gerät und freies Training sind gewissermassen ein Widerspruch
Ein Gerät, an dem man fast frei sitzend (Sitzlehne nicht optimal) mit beiden Händen ein geführtes Gewicht nach unten drückt, um den Rückenstrecker zu trainieren.
Da konnte man, verglichen mit meinem jetzigen Gerät, an der Haltung sehr viel falsch machen und auch ungehindert selbst in meine tiefe Kyphose gehen. Deswegen "sozusagen".
Wenn sie (wie ich schon oft geschrieben habe, aber gerne nochmals) gut eingewiesen sind und eben auch das entsprechende Körpergefühl haben, spüren sie es auch. Daher ist es ein gutes Argument.
Das erlebe ich seit Jahren u.a. mit meinen Patienten in der praktischen Arbeit.
Ich glaube, wir reden hier immer von unterschiedlichen Ausgangssituationen und somit aneinander vorbei. ;)

Mir geht es hier um die "nicht eingewiesene" Situation, wo es wirklich ein gutes Argument wäre, wenn Leute ihre Fehler beim Freien Training schneller bemerken würden, als beim Geräte-Training. Das sind die User, die kein Schroth kennen, oder/und die Warnungen möglicherweise in den Wind schreiben, aus welchem Grund auch immer. Und mit eigener unbekannter Kompetenz an das Freie- oder das Geräte-Training gehen, was in beiden Fällen auch durch Inkompetenz der Trainer beeinflusst werden kann. Nur in dieser nicht eingewiesenen Situation möchte ich meine Bemerkung verstanden wissen, dass die Fehlerquote beim Freien Training größer ist bzw. größer sein kann. Deswegen auch meine Bemerkung dazu, dass ich mir vorstellen kann, dass das Geräte-Training für alle zunächst mal eine Möglichkeit sein kann.
Es geht mir da auch um mögliche Schadensbegrenzung, weil beratungsresistente User nun mal leider die Realität ist.

Beim "gut eingeführten" Training beider Trainingsarten sind wir uns doch einig, dass das Freie Training optimaler sein kann, was aber auch von individuellen Dingen abhängig ist.

Wenn Du jetzt mit "gut eingeführt" die Arbeit des Schroth-Therapeuten mit einem Patienten meinst, der z. Bsp. schon Schroth Erfahrungen (REHA) hat, ist das schon was anderes, als die Arbeit eines Anwenders, der nur eine Schroth REHA hinter sich hat und noch die erforderliche Kompetenz in der Praxis selbst erarbeiten muss. Wobei ich mir nach Deinen Ausführungen schlecht vorstellen kann, dass ein Schroth Therapeut in das Geräte-Training einführt. :D
Es gibt in der Praxis aber leider nur selten das ideale Studio oder die ideale Physiopraxis! Das muss man einfach mal feststellen können, ohne dass man damit die optimalen Möglichkeiten bestreitet!

Was mich noch im Detail interessiert, ist es tatsächlich so, dass bei gleich guter Kompetenz (gut eingeführt) die Fehler beim Freien Training besser bemerkt werden? Steht dem nicht sowieso grundsätzlich das richtige Training beider Arten mit geringen Fehlermöglichkeiten gegenüber? Oder sagt die Praxis was anderes, z. Bsp. schlechte Tage, fehlende Motivation oder Konzentration?

Gruß
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Re: Hohlkreuz durch Aufrichten der Kyphose ?

Beitrag von Alex_activitas »

Hallo Klaus,
Klaus hat geschrieben:Ein Gerät, an dem man fast frei sitzend (Sitzlehne nicht optimal) mit beiden Händen ein geführtes Gewicht nach unten drückt, um den Rückenstrecker zu trainieren.
Das Gerät hat nichts mit Training mit freien Gewichten zu tun, denn - wie der Name schon sagt - geht es um die Gewichte, die frei bewegt werden und nicht um die Ausgansstellung des Trainierenden.
Daher ist auch diese Übung, die Du beschreibst, an einem geführten Gerät und stellt kein Training mit freien Gewichten dar.

Das Gerät, welches Du beschreibst, erinnert mich am ehesten an die sogenannten "Dips". Diese sind jedoch ohne geführtes Gerät auch sehr gut durchführbar!
Klaus hat geschrieben:Mir geht es hier um die "nicht eingewiesene" Situation, wo es wirklich ein gutes Argument wäre, wenn Leute ihre Fehler beim Freien Training schneller bemerken würden, als beim Geräte-Training.
In dieser Situation, also als vollkommener Laie, rate ich von beiden Trainingsarten ab! Die Fehlerquellen bei beiden sind in diesem Fall zu hoch und beim Gerätetraining kommt der von mir angesprochene psychologische Aspekt ("Im Gerät kann man nichts/wenig falsch machen" etc.) zum Tragen, so dass man sich hier in einer scheinbaren Sicherheit wägt - ein Trugschluss.
Klaus hat geschrieben:Nur in dieser nicht eingewiesenen Situation möchte ich meine Bemerkung verstanden wissen, dass die Fehlerquote beim Freien Training größer ist bzw. größer sein kann. Deswegen auch meine Bemerkung dazu, dass ich mir vorstellen kann, dass das Geräte-Training für alle zunächst mal eine Möglichkeit sein kann.
Es geht mir da auch um mögliche Schadensbegrenzung, weil beratungsresistente User nun mal leider die Realität ist
In letzerem Punkt gebe ich Dir zu 100% Recht. Leider - Du verstehst mich schon, denke ich.
Zur "nicht eingewiesenen Situation" habe ich im Absatz oben schon meine Meinung gesagt.
Klaus hat geschrieben:Wobei ich mir nach Deinen Ausführungen schlecht vorstellen kann, dass ein Schroth Therapeut in das Geräte-Training einführt.
Das kommt auf den Patienten an. Wenn jemand absolut nicht vom Gerätetraining abzubringen ist, gehe ich mit ihm in seine Trainingseinrichtung und schaue mir die Geräte und die Durchführung an und modifiziere sie ggf. entsprechend. Ebenso spreche ich mit den Trainern vor Ort.
Natürlich unter der bestmöglichen "Aufklärung" für den Patienten über Risiken und Nebenwirkungen....
Klaus hat geschrieben:Was mich noch im Detail interessiert, ist es tatsächlich so, dass bei gleich guter Kompetenz (gut eingeführt) die Fehler beim Freien Training besser bemerkt werden? Steht dem nicht sowieso grundsätzlich das richtige Training beider Arten mit geringen Fehlermöglichkeiten gegenüber? Oder sagt die Praxis was anderes, z. Bsp. schlechte Tage, fehlende Motivation oder Konzentration?
Meiner Erfahrung nach ja: die Fehler werden schneller bzw. besser bemerkt. Und die allermeisten, die einmal richtig mit freien Gewichten trainiert haben, wollen nur noch bedingt an Geräte, weil der Unterschied spürbar ist.
Schlechte Tage, fehlende Motivation und Konzentration sind jedoch allgemeine Faktoren, die jede (!) Trainingsform beeinträchtigen. Um diese Faktoren ging es mir auch nicht. Denn auch bei den schlechten Tagen merke ich die Fehler schneller - was mich unter Umständen an diesem Tag noch mehr ärgert.... ;-)

Motivation und "innerer Schweinehund" sind in der Tat "persönliche Probleme", die es zu bekämpfen gilt. Welche Strategien jeder für sich als richtig erachtet, muss man selber rausfinden.
Aber darum ging es ja in diesem Thread auch nicht.

Gruß,
Alex
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Re: Hohlkreuz durch Aufrichten der Kyphose ?

Beitrag von slowengel »

Hallo Alex,

könntest du mal genau die Hinweise beschreiben an denen du merkst dass die Übungen mit freien Gewichten falsch ausgeführt werden? Sind es Schmerzen, Muskelkater in Muskeln die eigentlich nicht beansprucht werden sollten, etc. ?
Finde das sehr hilfreich zu wissen.

Dann habe ich noch eine Frage zu dem Zusammenspiel der Muskeln.

Das Training mit freien Gewichten bringt ja auch Koordination mit rein.
Könnte man diese auch anders erreichen?
Wenn jemand aus welchen Gründen auch immer mit den freien Gewichten nicht klarkommt und nur Gerätetraining möglich ist, könnte er die Koordination auch zum Beispiel durch Schwimmen und Joggen erreichen? Da werden ja auch die Muskeln "gezwungen" zusammenzuarbeiten und man hätte auch gleichzeitig ein Cardiotraining.
Oder würde es für die Koordination auch genügen wenn man die Schrothübungen durchführt?

Grüße
Dennis
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