Hallo Alex,
Das ist ja auch gewollt. Beim Training geht es darum, die zu schwache Muskulatur bzw. die zu schwanen Muskelketten aufzubauen. Die Bandscheiben sind auf solche Belastungen ausgelegt. Im übrigen noch mehr auf Rotation! Ca. 80% der Fasern der Bandscheiben sind diagonal angeordnet, was darauf hindeutet, dass sie die Rotation stabilisieren sollen. Inzwischen ist man zum Glück auch davon abgekommen, Rotationen der WS - auch unter Last - zu verbieten.
Es ist schon klar dass es darum geht die Muskulatur aufzubauen. Allerdings ist auch das Kreuzheben mit zu viel Gewicht nicht gesund. Ich bleibe dabei, ich bin der Übung gegenüber kritisch.
Bei den Hyperkyphosen muss ja neben der Korrektur auch noch die Körperspannung während der Ausführung beim Kreuzheben gehalten werden. Das kann sehr anstrengend sein und wenn dir mitten in der Ausführung die Körperspannung abhanden kommt dann kann das böse enden, selber schon gesehen.
Ich habe insgesamt mehrere schlechte Ausführungen gesehen als wirklich gute und wenn man jemanden auf die Fehler aufmerksam macht sind manche ziemlich beratungsressistent. Vielleicht ist meine Haltung deswegen auch so kritisch bei der Übung.
Wir beide vertreten verschiedene Meinungen bezüglich Kreuzheben, ich denke wenn wir jetzt als darüber weiterdiskutieren drehen wir uns nur im Kreis. Man muss ja nicht immer einer Meinung sein

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Scheinbar einfachere Alternativen. Denn auch bei geführten Geräten bzw. Kurzhantelübungen etc. muss man auf die genaue Durchführung achten.
Stimme ich dir voll zu.
Zu wenig Gewicht im Sinne von zu wenig Gewicht. Schwung kommt meistens dann dazu, wenn zu viel Gewicht genommen wird. Zu wenig Gewicht bewirkt z.B. bei Squats, dass man Ausweichbewegungen macht, ohne es zu merken.
Ist schwer vorstellbar, aber in der Tat so: meistens deuten Schmerzen bei der Durchführung von Squats darauf hin, dass mit zu wenig Gewicht gearbeitet wird. Dies sollte man aber nicht im Selbstversuch alleine ausprobieren, sondern mit jemandem, der sich damit auskennt. Die Ergebnisse sind verblüffend.
Ich sehe auch immer wieder Leute, die bei geringem Gewicht dieses nicht kontrolliert führen sondern schwunghaft nach oben reißen. Also jetzt speziell beim Kreuzheben.
kyphoboy hat geschrieben:
Probleme sehe ich zum einem erstmal darin Hyperkyphose und Hyperlordose gleichzeitig zu korrigieren und diese während der kompletten Übung zu halten.
Das ist nach meiner Ansicht das eigentliche Problem. Was nützt das Freie Training, wenn Korrekturen aus welchem Grund auch immer, nicht gehalten werden können? Das ist wirklich von der individuellen Situation abhängig, wo ich eben glaube, dass das Geräte-geführte Training zunächst mal allen helfen kann, obwohl auch hier die gleichzeitige Korrektur nicht einfach und anstrengend ist.
Ich möchte nur nochmal betonen, dass sich die Korrekturhaltung nur auf das Kreuzheben bezieht.
Aber auch bei Geräten kann es passieren dass man die Korrekturhaltung nicht halten kann bzw. aufbauen.
Auch diese Aussage ist mir zu pauschal und in dieser Form in meinen Augen schlicht falsch. Das Gegenteil ist der Fall. Ein gerätegeführtes Training kann wesentlich mehr negativ bewirken, da die Fehler, die gemacht werden, nicht sofort gespürt werden. Sie werden nämlich durch die andere Muskulatur, die helfend (aber nicht in der physiologischen Koordination arbeitend) einspringt in gewisser Weise aufgefangen, so dass unerwünschte Fehlbelastungen auftreten können. Dies macht sich aber in der Regel erst sehr viel später bemerkbar.
Daher ist ein gerätegeführtes Training als Ergänzung (!) eines freien Trainings für geübte Menschen eine Option.
Allerdings wird derjenige, der sich ernsthaft mit freien Gewichten beschäftigt und trainiert hat nur ungern auf ein geführtes Gerät umsteigen, da die Resultate gering und vor allem die Zeit bis zum (langfristig!!!) spürbaren Erfolg zu lang sind.
Aber Alex, auch beim Training mit freien Gewichten kann man viel falsch machen mit der falschen Technik und auch die Muskeln zur Mitarbeit heranziehen die eigentlich außen vor bleiben sollten, bzw. nicht in dem Maß gefordert werden sollten wie es dann passiert.
Auch beim freien Training fühlt man Fehler nicht zwingend sofort. Gerade als Anfänger hat man ja meistens noch nicht so ein gutes Gespür dafür welche Muskeln belastet werden.
Allerdings wird derjenige, der sich ernsthaft mit freien Gewichten beschäftigt und trainiert hat nur ungern auf ein geführtes Gerät umsteigen, da die Resultate gering und vor allem die Zeit bis zum (langfristig!!!) spürbaren Erfolg zu lang sind.
Freie Gewichte sind zumindest für mich motivierender.
Nur ist die Realität leider so, dass sich viele Menschen eben nicht so gut damit auskennen und daher gerne den Versprechungen Glauben schenken, dass das Gerätetraining optimal ist.
Die Sicht auf Langfristigkeit und Effektivität ist bei uns leider inzwischen ins Hintertreffen geraten.
Das stimmt leider.
Beim Gerätetraining bleibt jedoch immer die Gefahr, dass den Kunden der Eindruck vermittelt wird, die Geräte würden ihnen die Korrekturen erleichtern bzw. Fehlhaltungen etc. verhindern. Dies ist jedoch nicht der Fall.
Ebensowenig wie beim geführten Training die Koordination geschult wird.
Auch das ist leider die traurige Wahrheit. Die Geräte müssen vom Benutzer auch immer richtig eingestellt werden. Auch viele mit normalem, gesunden Rücken trainieren falsch an Geräten.
Man muss sich immer irgendwie an das Gerät anpassen, dieses Problem hat man mit freien Gewichten nicht.
Ich muss gestehen, dass auch ich freies Training den Geräten bevorzuge. Es ist motivierender und ich kann viel mehr variieren, was bei Geräten nur eingeschränkt der Fall ist.
Auch die Korrektur ist gefühlt einfacher als bei Geräten. Die Schrägbank ist da ein sehr effizientes Hilfsmittel.
Aber die beste Übung nützt nichts ohne korrekte Ausführung und korrigierter Körperhaltung. Da dies bei jedem unterschiedlich ist, können wir hier auch nur allgemein diskutieren aber keine konkreten Empfehlungen für Übungen geben. Das ist mein Standpunkt. Denn wir sehen ja nicht den einzelnen wie er welche Übung ausführt. Der andere kann Kreuzheben super ausführen und der nächste bekommt schon die Korrektur beim Butterfly Reverse nicht hin.
Dass hier jedoch auch viele Trainingsanfänger mitlesen, ebenfalls. Und für diese ist es wichtig herauszustellen, dass ein geführtes Gerätetraining nicht ohne Risiko ist und es durchaus sinnvolle Alternativen gibt.
Ich würde es gut finden wenn hier viele mitlesen. Denn es gibt im Internet in den verschiedenen Fitnessforen genug Beiträge wo Personen mit Hyperkyphose/Skoliose Rat suchen und dann oftmals Krafttraining als wahre Wunderwaffe präsentiert wird, oftmals mit einem Trainigsplan der kein bisschen individuell ist.
Gruß
kyphoboy