Scheuermann & Psyche

Infos zu weiteren WS-Deformitäten, die mit Skoliose zusammen oder alleine auftreten
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Markus 69

Scheuermann & Psyche

Beitrag von Markus 69 »

Hallo liebe Forumbesucher

Ich bin 38 Jahre und seit 2 Jahren weiss ich dass ich in meiner Jugend an einem Scheuermann erkrankt bin. Meine Mutter sagte immer nur, richt dich mal auf. Ich dachte immer lass mich mit deinem Geschwätz in ruh.
Als ich vor 2 Jahren das erste mal erfahren habe dass ich an Morbus Scheuermann erkrankt bin wurde mir klar, wie das auf meine Psyche wirkt. Ich habe eine Erkrankung keiner erkennt sie und ich bekomme noch die Info, richte dich auf (du machst etwas falsch).

Ich erlebte eine große Traurigkeit als ich von meiner Krankheit erfuhr, leider gelang es mir nur zum teil die Traurigkeit zu leben.

Heute habe ich den Eindruck mein Rücken wird immer runder, ich weis noch nicht wie ich damit umgehen soll.

Was mich belasdtet ist dass ich mich mit nacktem Oberkörper, bei Menschen die nichts über meine Krankheit wisse, oft nicht wohl fühle. Wenn niemand etwas sagt ist es für mich besonders bedrückend. Besser ist es für mich wenn ich über meine Krankhet sprechen kann. Für mich ist es so dass ich sehe ich akzeptiere einen Teil von mir noch nicht voll und ganz. Das möchte ich ändern, ich möchte allen Menschen zumuten können dass ich anderst bin als andere.

Ich habe diese Zeilen geschrieben um innere Freiheit zu erlangen.

Ich wünsche allen die meine Zeilen lesen Liebe, Licht und Geborgenheit.

Ich freue mich auch über euere kommentare.

Marcus :)
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Toni
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Diagnose: M. Scheuermann Kyphose (urspr. 68°)
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Beitrag von Toni »

Hallo Markus
WILLKOMMEN bei UNS!
Ja, die Auswirkung einer Kyphose auf die Psyche oder den Charakter des Patienten..... ein altes Thema!
Die größte Frechheit erlaubt sich (in meinen Augen) der Verfasser des Buches KYPHO®-Training
Dr. med. Jürgen Zeiske.
http://www.kypho.de/

Er bezeichnet uns sinngemäß als "retardierte, schwache, in ständig kindlicher Erwartungshaltung verharrende Individuen, die ohne fremde Hilfe kaum noch lebensfähig sind und von Anderen nur noch fordern...."
Er versteigt sich soweit anzudeuten, daß wir KYPHO´s mitschuld am Niedergang und der Unfinanzierbarkeit des deutschen Gesundheitssystems sind!

Aus seiner (offensichtlich stark eingeschränkten) ärztlichen Sicht mag das ja sogar zutreffen.
Welche Haltung hat denn ein niedergedrückter, schmerzgebeugter Scheuermann-Patient? Klar erwartet der Patient, daß ihn der Arzt von Buckel und Schmerzen befreit! Dazu ist ein Arzt und speziell ein Orthopäde doch da? ODER?

Ich kenne sehr viele Kyphose- (und Skoliose-) Patienten und ich habe ein ganz anderes Bild: Menschen die wie von einer Last niedergedrückt leben, die sich aber aufopferungsvoll und meistens dienend ihrem Beruf und ihrer Familie aufopfern bis zum "geht nicht mehr". Menschen die nie oder zu selten NEIN sagen können, die ausgenutzt werden, die vor Ihren Chefs "buckeln müsen" weil sie gar nicht anders können, physisch wie psychisch.

Mein Vater ( ehem. Fallschirmjäger Unteroffizier, Kriegsteilnehmer) hat mich während meiner ganzen Kindheit immer wieder angebrüllt: " Toni, Du hängst in der Landschaft wie ein hingeschissenes Fragezeichen! Bauch rein, Brust raus, Schultern zurück, Kopf hoch!!!
Beim Barraß (synonym für Militär) werden sie auch Dir noch Haltung beibringen!" usw.....
Es war zum Kotzen. Je mehr er mich wegen meiner Haltung anbrüllte, um so buckliger wurde ich innerlich und tatsächlich. Es wäre mir damals Wurst gewesen, wenn mir ein Dromedarhöcker gewachsen wäre, Hauptsache ich muss nicht zum "Barraß".
Für meine kindliche Psyche und mein Haltungsbewusstsein war das ganz toll.
Ein Schularzt hatte mich im Alter von 11 bis etwa 13 in das "Sonderturnen" überwiesen, wo ich mit vielen anderen haltungsschwachen Kindern turnen musste. Das tat mir zwar gut, aber ich habe es damals zuerst gehasst. Ich war dafür nicht motiviert und wurde dazu gezwungen daran teilzunehmen.
Aber beim Sonderturnen lernte ich auch Kinder und Jugendliche kennen, die damals ein Milwaukee tragen mussten. Davon war ich einerseits sehr fasziniert und gleichzeitig fürchtete ich auch so ein Korsett zu bekommen.
Rückwirkend betrachtet muss ich ssagen, daß es aus heutiger Sicht besser gewesen wäre, ich hätte rechtzeitig eines bekommen!

Mit der Haltung verändert sich auch die Psyche!
Ich habe das am deutlichsten gespürt, als ich mein 1. Rahmouni -Korsett bekam und es konsequent getragen habe. Ich wurde auch psychisch konsequenter, gradliniger, aufrechter und zeigte plötzlich in Situationen "Rückrat" und Unnachgiebigkeit-Unbeugsamkeit wo ich vorher immer nur gebuckelt habe und "Ja& Amen" gesagt hätte.
Die Schroth-Reha tat das Übrige und ich wurde noch selbstbewusster und noch aufrechter. Das Haltungsbewusstsein und das Selbstbewusstsein des Menschen hängen unmittelbar zusammen.
Wenn Du etwas für Deine Psyche und gegen Deine Scheuermann-Kyphose erreichen willst, darfst Du nicht im Lamento verharren, sondern musst bewusst und konsequent anfangen Deine Krummheit und den Buckel systematisch mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu bekämpfen!
Die Wirksamesten konservativen Waffen sind Korsett & SCHROTH-KG.
Diese haben im Gegensatz zur OP den Vorteil, daß sich mit dem dabei zu führenden Kampf auch die Psyche mit aufrichtet.
Ich glabe nicht, daß die Psyche bei einer Reklinations-Spondylodese-OP mitoperiert wird.
Im Gegenteil, nach einer solchen schweren OP ist der Patient auch psychisch in einer noch dramatischeren und traumatisierten Opferrolle gefangen und "versteift".
Daher rate ich Dir dringend: Packs an!
Besorge Dir erstmal eine genaue Diagnose! Du musst genau wissen wieviel Grad Cobb Deine LWS-Lordose, Deine BWS-Kyphose, deine HWS-Lordose usw..haben, welche Restbeweglichkeit nach SCHOBER & OTT deine WS noch hat, ob eine Korsett-Therapie Dir eventuell noch helfen kann, auf jeden Fall eine Wirbelsäulen-Intensiv-Reha in einer Schroth-Klinik machen, usw.....
Du musst RAUS aus dem Schmerzkreis und der Opferrolle!
Kyphose ist kein unabwendbares und unveränderliches Schicksal.
Das muss man mit der richtigen Hilfe selbst aktiv in die Hand nehmen!
Gruß Toni
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas!
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SchwarzeSchnecke
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Registriert: Sa, 20.01.2007 - 22:40
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Diagnose: Bindegewebsschwäche, Hypermobilität, Hyperkyphose, leichte sek. Skoliose 3b rechts, kissing spine disease (BWS), Bandscheibenprotrusionen; Depressionen
Therapie: Rahmouni-Korsett 2007-2012, Gymnastik/ KG (diverse), Schwimmen
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Re: Scheuermann & Psyche

Beitrag von SchwarzeSchnecke »

Hallo Marcus,

Kann es sein, daß Du auch vor Deiner Diagnose schon etwas traurig warst?

Ich selber habe Depressionen, und die hatte ich auch schon bevor mein Rücken wirklich krumm geworden ist.
Natürlich sind Depressionen keine Voraussetzung für einen M. Scheuermann bzw. die Entwicklung einer Kyphose, aber meine eigene Erfahrung ist, daß sie den Verlauf ziemlich negativ beeinflussen können. :| So habe ich z.B. meine Schmerzen vermutlich intensiver wahrgenommen als es ohne Depression der Fall gewesen wäre.
Als ich ein Korsett bekam, welches mich aufrichtete und mir die Schmerzen nahm, verbesserte sich auch meine psychische Situation.

Insofern kann ich dem Beitrag von Toni nur zustimmen. :top:
Vor allem auch dem Folgenden:
Toni hat geschrieben:Wenn Du etwas für Deine Psyche und gegen Deine Scheuermann-Kyphose erreichen willst, darfst Du nicht im Lamento verharren, sondern musst bewusst und konsequent anfangen Deine Krummheit und den Buckel systematisch mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu bekämpfen!
Die Wirksamesten konservativen Waffen sind Korsett & SCHROTH-KG.
Am besten lernt man Schroth in einer Reha (in Bad Salzungen oder Bad Sobernheim).

Leider ist es nicht einfach, einen kompetenten Arzt zu finden. :/

In welchem Bundesland lebst Du?

VG, Anne
Ausgewachsen und trotzdem korrigierendes Korsett? - Na klar!

Letzter Korsett-Thread: viewtopic.php?t=20971 • Reha in Bad Salzungen: viewtopic.php?f=9&t=10543 • Hypermobilität: viewtopic.php?f=4&t=21414

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Arbus
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Beitrag von Arbus »

danke(jetzt an den text von dir toni). ich bin auch sehr psychisch irgendwie wens um meinen rücken geht alles dreht sich in der letzten zeit nur um ihn (schizoooo). ich denke immer viel nach wie die leute mich ansehen und ob sie jetztn ur auf meinem 86° buckel schauen was mich eher voll bedrückt wen sie es tun oder mich überhaubt darauf ansprechen geshweige den dieses ding da anfassen, meistens bin ich dan ruhig und sage ienfach nichts aber es trift jmd voll in herz irgendwie.
meistens stelle ich mir die frage: warum ich und nicht der/die da der es eig schwerer haben sollte als ich, weil die nicht unbedingt bessere menschen sind als ich (klingt jetzt so ein bissel religiös aber so meine ich das nicht).

dest omehr ich lese desto mehr denke ichauch das ich es nciht schaffen werde da ich zum teil so ein mensch bin der vieles einfach hinwirft wens nicht so klapt wie ich es will. aber ich denke ich mache das ja eig für mich, ich will mich danach besser fühlen und zu mir selbst sagen: "du siehst gut aus so wie du bist(mit graden rücken und so)" und zwar nur duch konsequente tragen von diesem ding.

mal schauen noch habe ich es nicht
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