Bin sehr verzweifelt... Atemnot und Schmerzen

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Herzelinde
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Diagnose: Skoliose 27° BWS
LWS starke Lordose, versteift mit Knochenspan 1989 hauptsächlich aufgr. Wirbelgleiten u. Lähmungserscheinungen (u. wg. leichter Skoliose 13°, nach OP 7°).
Therapie: Reha Bad Sobernheim Februar 2013
Regelmäßig Osteopathie und Physiotherapie
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Bin sehr verzweifelt... Atemnot und Schmerzen

Beitrag von Herzelinde »

Hallo, ich bin neu hier. Habe mich gerade hier: viewtopic.php?f=18&t=26972
vorgestellt. Ich habe seit einigen Monaten Beschwerden, die leider immer schlimmer werden. Ich weiß nicht mehr weiter. Würde mich über Erfahrungsautausch bzw. Tipps sehr freuen. Hier meine (lange) Geschichte:

Wurde bereits 1989 in Cuxhaven (Sahlenburg) von einem Dr. Edelmann operiert:
Diagnose: Schmerzhafte Spondylolisthesis L-5/S-1 Typ Meyerding II bis III mit flacher dorsolumbal rechtskonvexer statischer WS-Seitverkrümmung.
Therapie: Fusion in Situ mittels dorsolateraler Spondylodese L-4 bis S-1 bds. mit Beckenspänen von rechts dorsal. Postoperative Nachbehandlung mit schrittweiser Mobilisation

Also für mich ist das alles "Fachchinesisch". Bis heute hat mir keiner erklärt, was das alles eigentlich bedeutet. Ich hab vor einiger Zeit die Unterlagen und Röntgenbilder vom Krankenhaus angefordert. Bis dato wusste ich gar nichts darüber, was da eigentlich gemacht wurde. Auch das Thema Skoliose war mir eigentlich fremd. War damals noch ziemlich jung (8 Jahre alt).

Ich bin nach einer Rehamaßnahme und diversen Nachuntersuchungen Anfang 1991 als "gesund" entlassen worden. Bislang hatte ich nie Rückenbeschwerden wie Schmerzen oder dergleichen. Habe mir vor einiger Zeit mal aus dem Krankenhaus alle Unterlagen angefordert und die Röntgenbilder von 1989-1991. Verstehe die Fachbegriffe jedoch nicht bisher. Auf dem Röntgenbild von damals erkennt man eine leichte Skoliose und der Winkel ist mit 7° eingezeichnet.

Im Mai diesen Jahres hatte ich plötzlich Atembeschwerden und Druck im Kopf sowie Nase zu wie bei einer Nebenhöhlenentzündung. Zunächst dachte ich, ich hätte eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung entwickelt da ich seit Jahren Probleme damit habe. Zudem hatte ich Angst, das was mit der Lunge ist. Das Luft holen viel mir sehr schwer. Mein Arzt untersuchte Lunge (nur abhören) und Nebenhöhlen (durchleuchtet), doch hier war alles frei. Er schickte mich wieder weg mit meinen Beschwerden. Dann brachte mich eine Bekannte darauf, zum Osteopathen zu gehen. Meine Krankenkasse erstattet mir 80% der Kosten. Gesagt getan. Also es war eine Blockade in der Brustwirbelsäule. Diese wurde gelöst und es ging mir wieder sehr gut. Im Juli diesen Jahres bin ich mit Sport im Fitness-Studio angefangen. Und zwar gibt es dort einen elektronischen Kraft-Ausdauer-Zirkel., an dem man doppelt so effektiv trainieren kann wie an normalen Geräten. Das Training hat großen Spaß gemacht und ich habe gemerkt, wie meine Muskeln sich innerhalb kürzester Zeit aufgebaut haben. Jedoch hatte ich hier und da immer wieder Verspannungen, besonders auf der linken Seite meines Rückens.
Im August kam das Atemnot-Problem zurück, welches mir mein Osteopath wieder beheben konnte. Wir waren danach auf Mallorca im Urlaub. Wieder zu Hause hatte ich wieder Atemnot und pochende Schmerzen im Oberschenkel vorne. Diese sind eines Tages, als ich den ganzen Tag auf der Kirmes gestanden habe, hinten über den Po in die Wirbelsäule gezogen. Ich hatte ziehende stechende Schmerzen und im Oberschenkel seitlich fühlte es sich an wie eine Entzündung. Also bin ich zum Arzt gegangen. Aber ich hab mir einen neuen Arzt gesucht nachdem mich mein vorheriger einfach weggeschickt hatte. Mein neuer, sehr netter Arzt vermutete eine Sehnenentzündung, gab mir Schmerztabletten, nahm Blut ab und ordnete sofort ein Röntgenbild der gesamten Wirbelsäule an. Zwei Tage später war ich wieder dort. Diagnose des Hausarztes: "Schwere Skoliose". Blutbild war super auch Blutdruck etc...

Ich bin ersteinmal in Tränen ausgebrochen und war völlig aufgelöst. Mein Arzt hat mich sofort beruhigt, mir etwas zu Trinken bringen lassen und mich bei seinem Hauseigenen Orthopäden hingesetzt mit der Bitte, sich das Röntgenbild genau anzusehen und Maßnahmen vorzuschlagen. Der Orthopäde war jedoch nicht sehr motiviert und teilte mir nur mit, ich hätte Skoliose von ca. 22°, da müsste ich jetzt mit Leben, würde ab und zu mal Schmerzen haben. Meine operierte Stelle im Lendenwirbelbereich sei im Moment jedoch stabil. Er verschrieb mir Physiotherapie. Und löste mir meine Blockade in der BWS damit ich wieder Luft bekommen konnte. Das aber ziemlich ruckartig. Danach ging es mir jeden Tag schlechter und schlechter, bis ich mich kaum noch auf den Beinen halten konnte. Hatte höllische Schmerzen, konnte meinen Kopf kaum noch auf der Wirbelsäule halten, hatte eine taube Wange, Kribbeln in Füßen und Händen, Atemnot etc. Mein Arzt, zu dem ich dann wieder ging, fragte wie es beim Orthopäden war. Ich hab ihm alles erzählt und er meine, ein Ortophäde wäre jetzt nicht der richtige für uns. Er wollte jemanden der neutral eine Diagnose stellt und verschiedene Möglichkeiten der Behandlung aufzeigen kann. Mein Arzt ist davon überzeugt, dass ein Orthopäde das nicht kann. Er setzte mich vorher nur dort hin damit ich sofort eine Diagnose erhalte und nicht wochenlang warten muss. Also habe ich jetzt einen Termin im Wirbelsäulenzentrum in Meppen (ich arbeite fast nebenan, deswegen praktisch) beim Chefarzt Dr. Lübbers in der Neurochirugie. Kennt den jemand? Von Operation soll keine Rede sein versicherte mir mein Hausarzt. Wir wollen nur wissen wie es aussieht und was man machen kann. Den Termin habe ich leider erst am 05.12.2012.
Wegen meinem gesundheitlich schlechten Zustand tastete mein Arzt noch die Halswirbel ab und schickte mich sofort zu meinem Osteopathen. Der obere Halswirbel stehe schief und drückt wahrscheinlich auf einen Nerv, daher die Beschwerden und taube Wange etc. Tatsächlich konnte mein Ostheopath meine Beschwerden weitestgehend beseitigen. In 3-4 Wochen soll ich wiederkommen.

Mittlerweile bin ich zum Physiotherapeuten gegangen. Hauptproblem sind Schmerzen im BWS-Bereich (Rippen) mit Blockaden in der Wirbelsäule, weiterhin immer noch Atemprobleme. Druck im Kopf, Nacken und Stirnhöhle, die Nase fühlt sich an als sei sie verstopft, ist sie aber nicht. Druck in den Ohren habe ich auch ab und zu. Scheinbar steht immer noch der obere Halswirbel S1 leicht schief laut meinem Physiotherapeuten. Weiterhin habe ich zeitweise Kribbeln in Füßen, Beinen und Händen. Wird jedoch besser, wenn ich nicht zu viel darüber nachdenke. Könnte auch psychisch bedingt sein. Manchmal hilft mir eine Atemübung zur Beruhigung, aber richtig tief Luft holen klappt dann immer noch nicht. Scheinbar, das glaubt auch mein Arzt, hat das mit den Rippen zu tun :( Der Physiotherapeut hilft mir schon sehr, aber ich denke die Probleme werden wiederkehren.

Kann ich denn irgendetwas tun gegen die Atemprobleme?

Zum Fitness-Studio bin ich bisher nicht wieder gegangen. Habe sehr Angst was falsches zu tun. Ich gehe jetzt mehr spazieren. Ab und zu schwimme ich aber selbst da glaube ich, dass ich das falsch mache. Kann irgendwie nur Brustschwimmen und im Wasser habe ich das Gefühl, dass es nur noch mehr Druck auf meinen Brustkorb ausübt, bekomme noch schlechter Luft solange ich im Wasser bin. Ich weiß nicht wie ich sitzen, liegen, stehen soll. Alles fühlt sich falsch an.
Dazu kommen psychische Probleme. Ich fühle mich krank und leer und eingeschränkt :( Mein Hausarzt stuft die Lage als ernst, jedoch nicht hoffnungslos ein... Aber ich weiß bis jetzt nicht wie schlimm es wirklich ist.

Hatte in der Vergangenheit (letzten 1-3 Jahren) ein paar Mal schwere Schwindelanfälle und stand kurz vor einer Ohnmacht, worauf vom alten Arzt ein Langzeit-EKG gemacht wurde, ohne Befund. Zur Sicherheit hat mein neuer Arzt jetzt noch Halsschlagadern und Herz untersuchen lassen sowie ein MRT der HWS angeordnet. Mit dem Herzen ist alles ok und den Befund des MRT bespreche ich am Montag mit meinem Arzt. Aber vielleicht hatdas alles nichts mit der Skoliose zu tun. Hatte das in Stress-Situationen. Das letzte Mal war es Anfang des Jahres.

Habe von der Schroth-Therapie gelesen. Ich glaube das würde mir gut tun. Ich würde gerne eine Kur beantragen. Meine Tante (Arzthelferin) sagte, bester Zeitpunkt für so einen Antrag wäre Anfang des Jahres wenn die Töpfe der Kassen wieder voll sind. Kann ich die Kur auch zusammen mit meinem Hausarzt beantragen?
Des Weiteren habe ich für die Arbeit einen höherverstellbaren Tisch und einen Gesundheitsstuhl beantragt. Ich sitze den ganzen Tag und das staucht meinen Oberkörper ganz schön zusammen. Hier habe ich aber noch keine Rückmeldung erhalten.

Habe Röntgenbilder hochgeladen. Kann jemand was dazu sagen? Ist das wirklich eine schwere Skoliose wie mein Arzt meint?

https://picasaweb.google.com/1034629556 ... directlink

Liebe Grüße, Julia
Lya500
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Re: Bin sehr verzweifelt... Atemnot und Schmerzen

Beitrag von Lya500 »

Hallo liebe Julia,

es tut mir sehr Leid, dass es dir so schlecht geht und kann das bestens nachvollziehen, denn auch ich plage mich mit starken Schmerzen, die ich mit Schmerztabletten bekämpfe. Anhand deiner Röntgenbilder kann man schon eine Skoliose erkennen und auch das man sie unbedingt behandeln muss. Du warst bislang nur bei einem normalen Orthopäden vor Ort und hast normale KG bekommen. Hier im Forum haben viele User sehr gute Erfahrungen mit einigen Skoliose-Spezialisten gemacht unter anderem gibt es da Dr.Hoffmann aus Leonberg von dem du hier bestimmt schon gelesen hast, aber auch Dr.Wilke in Berlin und Dr.Steffan und Dr.Verres aus Bad-Sobernheim sind sehr gute Skoliosespezialisten. Ich bin bei Dr.Hoffmann in Behandlung und sehr zufrieden mit ihm, er berät einen super und hilft einem den richtigen Weg einzuschlagen. Durch ihn wurde ich das erste mal zu einer Reha geschickt und bekomme immer wieder Rezepte für die Schroth-KG, habe auch ein Erwachsenenkorsett verordnet bekommen. Er ist auch in der Lage Ganzwirbelsäulenaufnahmen von vorn und von der Seite zu machen, dadurch wird dann deine aktuelle Gradzahl ermittelt und dementsprechend behandelt. Auch arbeitet er mit einem guten Korsettbauer zusammen, der auch hochkorrigierende und schmerzlindernde Erwachsenenkorsetts baut, dieser nennt sich Rahmouni. Es gibt aber auch noch andere sehr gute Korsettbauer z.B CC-tec, diese haben bei einer Skoliose beachtliche Erfolge gebracht, nicht nur in der Korrektur, sondern auch gegen Schmerzen. Leider sind diese Spezialisten nicht gerade vor der Haustüre, weshalb man auch mal eine weitere Strecke fahren muss, habe ich auch getan und bin fast 5 Stunden mit dem Auto nach Leonberg gefahren, nur um eine vernünftige Diagnose und Behandlung zu bekommen. Ich kann dir zu diesem Schritt nur raten, glaube mir, er lohnt sich und dir wird schnell geholfen. Bis zum 5 Dezember ist ja noch lange hin und willst du dich noch so lange mit Schmerzen rum plagen? Bei Dr.Hoffmann bekommst du innerhalb von 14 Tagen einen Termin. Überlege es dir. Ich weiß nicht, ob dir das Wirbelsäulenzentrum weiterhelfen wird, habe noch nicht viel davon gehört oder gelesen.

LG
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rejoy
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Re: Bin sehr verzweifelt... Atemnot und Schmerzen

Beitrag von rejoy »

Oh man da fehlen mir schon erstmal die Worte.

Was schonmal echt wichtig ist, du scheinst einen engagierten neuen Hausarzt zu haben. Das ist schonmal die halbe Miete. Man braucht mindestens einen der wirklich helfen will.

Ich würde dir aber auch raten, genau wie Lya, dich an einen der hier empfohlenen Spezialisten zu wenden. Leider kann man bei einem Wirbelsäulenzentrum auch nicht automatisch davon ausgehen, dass sie dich richtig behandeln werden.
Das Röntgenbild zeigt schonmal ganz klar, dass du bisher bei keinem geeigneten Orthopäden bzw. Facharzt warst, denn das Röntgenbild ist völlig ungeeignet, um deine Skoliose überhaupt beurteilen zu können. Wie der Orthopäde da erkennen wollte, dass du 22° hast ist mir schleierhaft.
Darauf erkennt man allenfalls dass du überhaupt eine Skoliose hast, aber über deren Ausmaß lässt sich auf dem Bild nichts sagen. Du brauchst ein Ganzwirbelsäulenbild wo also die WS einmal im kompletten abgebildet ist und das im Stehen. Nur so lässt sich genaueres sagen.

LG Rejoy
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mick
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Re: Bin sehr verzweifelt... Atemnot und Schmerzen

Beitrag von mick »

Hallo Julia!

Also, erst mal vorweg: Deine Lage ist sicher nicht aussichtslos.
Herzelinde hat geschrieben:Diagnose: Schmerzhafte Spondylolisthesis L-5/S-1 Typ Meyerding II bis III mit flacher dorsolumbal rechtskonvexer statischer WS-Seitverkrümmung.
Therapie: Fusion in Situ mittels dorsolateraler Spondylodese L-4 bis S-1 bds. mit Beckenspänen von rechts dorsal. Postoperative Nachbehandlung mit schrittweiser Mobilisation

Also für mich ist das alles "Fachchinesisch".
Bin jetzt auch kein Arzt, aber Spondylolisthesis ist Wirbelgleiten, das bedeutet, dass ein Wirbel sich im Vergleich zu dem darunter liegenden Wirbel nach vorne verschiebt. L-5/S-1 = Betroffen ist (bzw. war) bei dir der Übergang des fünften Lendenwirbels zum ersten Steißwirbel. Dorsolumbal = im Bereich der Lendenwirbelsäule; rechtskonvexe WS-Seitverkrümmung: Wie du auch immer noch auf deinem Röntgenbild siehst, hast du in dem Bereich eine Verkrümmung der Wirbelsäule zur rechten Seite, also eine Skoliose.
Spondylodese heißt, dass in dem betroffenen Bereich die Wirbel versteift wurden.

Atembeschwerden können durchaus von der Wirbelsäule kommen: Wenn Blockaden in dem Bereich vorliegen, kann das schmerzhaft in die Rippen ziehen, die davon weggehen, die kleinen Muskeln zwischen den Rippen verspannen (auch die neben der Wirbelsäule) und das merkt man doll beim Einatmen. So hatte ich das auch schon.
Wo der Druck in deinem Kopf herkommt, kann ich nicht erklären, bin kein Arzt, könnte mir aber vorstellen, dass das durchaus auch damit zusammenhängt. Bei Taubheitsgefühlen sind Nerven betroffen, da könnte der Neurochirurg dir vielleicht wirklich weiter helfen.
Eine Skoliose von 22° ist nicht "schwer", würde deine Skoliose (auch vom Bild her) allenfalls als "mittel" einstufen. Allerdings zeigt das Bild nur einen kleinen Teil der Wirbelsäule, da lässt sich noch nicht allzuviel sagen - für eine vernünftige Diagnostik sollte eigentlich ein Röntgenbild der gesamten Wirbelsäule gemacht werden, erst dann kann man das Ganze richtig beurteilen. Insbesondere scheinen bei dir ja auch Probleme im Bereich der Brustwirbelsäule zu bestehen. Verspannungen und Beschwerden können aber durchaus auch von kleineren Skoliosen herrühren, wohingegen selbst schwere Skoliosen auch mit nur geringen Beschwerden einhergehen können.

Erfahrungen, wie du sie mit dem Orthopäden gemacht hast, haben in diesem Forum fast alle gemacht. Viele niedergelassene Orthopäden kennen sich mit so etwas nicht richtig aus. Daher empfehlen wir hier immer, für eine vernünftige Diagnose und Therapie einen Spezialisten aufzusuchen, von denen es allerdings nur sehr wenige gibt, sodass man auch weite Anfahrtswege in Kauf nehmen muss. Angesichts deiner Beschwerden sollte es dir das aber wert sein.
Adressen findest du hier:
viewtopic.php?f=25&t=6472

Das mit dem Fitnessstudio würde ich an deiner Stelle erst mal lassen. Denn die Geräte sind für Menschen mit einem geraden Rücken konzipiert und bei einer Verkrümmung und Verdrehung der Wirbelsäule werden die Muskeln (die ohnehin schon ungleich ausgebildet sind) noch weiter ungleich trainiert. Das kann dann eher schaden. Trotzdem tut Bewegung grundsätzlich gut, von daher würde ich an deiner Stelle sanfte Sportarten machen, z.B. weiter spazieren gehen, Radfahren, Nordic Walking, ggf. Rückenschwimmen (wenn dir Brustschwimmen Probleme bereitet), oder Kurse wie z.B. TaiChi oder Ähnliches.

Dass dein Hausarzt dir Physiotherapie evrschreibt, ist ja schon mal gut. Du könntest, auch wenn das mit einer eventuellen Schroth-Reha noch dauert, Schroth-Krankengymnastik auch erst mal so ausprobieren, das geht mit einem normalen Krankengymnastik-Rezept (kann dir auch dein Hausarzt verschreiben). Dann müsstest du einen Schroth-Therapeuten in deiner Nähe finden, wozu du in der Asklepios Katharina-Schroth-Klinik in Bad Sobernheim anrufen (oder mailen) und dir gegen Angabe deiner PLZ eine List mit ortsansässigen Schroth-Therapeuten schicken lassen kannst.
Ich glaube auch, dass dir Schroth gut täte, vor allem, weil du gerade so verunsichert bist, welche Bewegung dir gut tut und dort würdest du die richtige Haltung und Atmung erlernen.
Eine Reha kannst du auch zusammen mit deinem Hausarzt beantragen. Für eine Schroth-Reha ist es wichtig, die richtige Klinik auszusuchen, das kann man auch direkt in das Formular schreiben. Es gibt zwei Rehakliniken, die auf die Schroth-Therapie spezialisiert sind, in Bad Sobernheim und in Bad Salzungen (dort die Seeklinik). Wichtig wäre auch, dass dein Hausarzt deine Problematik beschreibt und genau begründet, dass und wieso du jetzt gerade eine solche Reha benötigst. Ich bin mir aber nicht sicher, ob dir Schroth auch bei den Problemen mit dem Druck im Kopf und den Taubheitsgefühlen hilft.
Herzelinde hat geschrieben:Dazu kommen psychische Probleme. Ich fühle mich krank und leer und eingeschränkt :(
Da bist du nicht alleine, das ist nicht ungewöhnlich bei chronischen Beschwerden. Man fühlt sich unsicher und findet (erst mal) keine Hilfe und kein Verständnis bei Ärzten, macht sich Sorgen, wie es weiter gehen soll, man grübelt nur noch über die Probleme und das alles führt noch mehr zu Verspannungen und Schmerzen. In einer Reha gibt es beispielsweise auch Psychotherapeuten für genau diese Problematik.
Du könntest dir Hilfe bei einem Psychotherapeuten holen oder, wenn du meinst, so schlimm ist es noch nicht, es auch erst mal mit dem Erlernen von Entspannungstechniken (autogenes Training/Progressive Muskelrelaxation) versuchen. Mach bewusst etwas, was dir immer Spaß gemacht hat, um nicht immer über deine Probleme zu grübeln und zieh dich aus dem "normalen Leben" nicht zurück.

Also, ich hoffe, ich konnte dir wieder etwas Hoffnung machen, lass den Kopf nicht hängen!

Viele Grüße,
mick
Herzelinde
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Re: Bin sehr verzweifelt... Atemnot und Schmerzen

Beitrag von Herzelinde »

Hallo ihr Lieben,

erst einmal danke für die ausführlichen Antworten und die Tipps. Mir ist übrigens gerade aufgefallen, dass die Röntgenbilder, wenn man dem Link folgt, nicht komplett angezeigt werden. Man müsste dann noch mal da drauf klicken. Sonst sieht man wirklich nur einen kleinen Teil der Wirbelsäule. Was fehlt ist der obere Teil der Wirbelsäule (HWS), davon habe ich jetzt aber ein MRT. Die Röntgenbilder wurden ja auch erst einmal nur vom Hausarzt angeordnet aufgrund von Schmerzen im Oberschenkel. Dass ich eine Skoliose habe, hat er vorher nicht geahnt :(

Mit Sicherheit muss ich zu einem Experten. Der Weg nach Bad Sobernheim oder zu den anderen Orten ist von mir nur sehr weit (450 km) und ich müsste wohl 2 Tage frei nehmen plus Hotel. Wollte das jetzt nicht so überstürzen. Bzw. möchte ich da noch einmal in Ruhe darüber nachdenken was ich zuerst mache.
Ich erhoffe mir von dem Termin in Meppen, dass der Arzt auch Ahnung hat. Ich habe lange darüber nachgedacht und denke, ich würde erst einmal diesen Termin abwarten und dann weiter entscheiden. Auch weil ich mir jetzt nicht zu viel auf einmal zumuten möchte. Habe den Termin ja bereits. Dr. Lübbers in Meppen hat hier in der Gegend einen sehr guten Ruf. Meine Kollegin wurde von ihm operiert und hat ihn mir empfohlen. Mein Hausarzt kennt ihn persönlich.
http://www.ludmillenstift.de/interdiszi ... lenzentrum

Fest steht für mich jedoch, dass ich gerne die Kur in Bad Sobernheim oder Bad Salzungen beantragen möchte. Habe mir vorgenommen jetzt erst einmal eines nach dem anderen abzuarbeiten. Nach dem Termin in Meppen, werde ich alles noch einmal mit meinem Arzt besprechen. Und in der Kurklinik wird man doch glaube ich auch noch einmal vom Arzt untersucht?
Wie lange dauert es eigentlich durchschnittlich bis man Nachricht über die Kur bekommt und einen Platz in der Klinik erhält?
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Re: Bin sehr verzweifelt... Atemnot und Schmerzen

Beitrag von Sophia »

Hallo Julia,
wie schnell Du einen Termin für die Kur bekommst, weiß ich leider nicht.
Ich war zwei mal in Sobernheim, vor über 20 Jahren.
Es gibt in Meppen aber eine Praxis die Krankengymnastik und die spezielle Atemgymnastik nach Schroth macht.
Das ist die Praxis Wensink. Die können Dir vielleicht helfen, bis Du deine Kur durch hast.

Liebe Grüße
Sophia
Etwas muß klein beginnen - lass etwas Zeit verrinnen - es muß nur Kraft gewinnen - dann endlich ist es groß!
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Re: Bin sehr verzweifelt... Atemnot und Schmerzen

Beitrag von Herzelinde »

Hallo Sophia, danke für den Tipp mit der Praxis :)

Mein Arzt hat den Reha-Antrag am 22.11. abgeschickt und ich hatte heute die Genehmigung in der Post für die Schroth-Klinik. Ging relativ schnell... Termin habe ich noch nicht.

Hatte heute auch den termin im Wirbelsäulenzentrum Meppen mit dem ergebnis dass man mir dort nicht weiterhelfen kann. Ich wurde an Prof. Dr. Liljenqvist weiter verwiesen. Habe dort im Februar einenTermin aber wenn ich schon eher nach Bad Sobernheim kann, brauche ich dort vielleicht gar nicht mehr hin. Habe immer noch keine genaue Diagnose :(
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Diagnose: Oben 35grad unten 48grad
Vielleicht hat es sich auch schon
verschlechtert

Re: Bin sehr verzweifelt... Atemnot und Schmerzen

Beitrag von janpedia »

Ich habe einen Tipp für Atemnot :schlaumeier: jeder hat irgendwann mal Atemnot
Dies passiert wenn Mann zu viel Luft in der Lunge hat. lege dich gemütlich
auf den Rücken und entspanne dich. Dann atme Luft reichlich Luft ein und atme ganz tief aus und hällst 5 Sekunden die Luft an. Dann atmest du wieder Luft mit der Nase ein... Wichtig :!: dies nur zweimal machen und nur einmal am Tag p.s ich habe dir auch auf deine andere Frage geantwortet
Viel Erfolg :hallo:
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