Ständig andere Diagnosen :(

Fragen und Antworten rund um das Thema Skoliose
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angel2007_2004
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Diagnose: mit 9 Jahren M. Scheuermann - vor 6 Wochen dann doch lieber ne Kyphoskoliose...
Therapie: von 9-16 Jahren so ein damals tolles (für mich völlig falsches) Korsett, Krankengymnastik

Ständig andere Diagnosen :(

Beitrag von angel2007_2004 »

Hallo miteinander,

ich bin durch eine Google-Suche durch Zufall auf dieses Forum hier gestoßen. Ich habe auch schon 2 Stunden gestöbert aber bin nicht wirklich schlauer :nein:

Ich möchte mich euch erstmal (mit meiner Geschichte) vorstellen:

Mein Name ist Alexandra, bin fast 31 Jahre alt, habe 2 Söhne im Alter von 7 und 5 Jahren und arbeite als Verwaltungsfachangestellte mit einer WAZ von 30 Std.

Im Alter von 8 Jahren trug es sich zu, dass mir ständig alle Menschen sagten ich solle gerade stehen. Ich wusste überhaupt nicht was los war (in dem Alter betrachtete ich mich nicht von hinten oder seitlich im Spiegel). Als ich 9 Jahre alt war besuchte meine Großmutter mit mir ihren Orthopäden. Dieser fertigte Bilder meiner Wirbelsäule und stellte die Diagnose "Morbus Scheuermann". Damit wurden wir dann in die Orthopädie der Uniklinik verwiesen.

Dort wurde dann via Gipsabdruck ein Korsett gefertigt. Dieses war komplett aus Kunststoff, ging vom Allerwertesten bis direkt unter die Brust und wurde beidseitig mit Klettverschlüssen zugeschnürt. Dieses Teil durfte ich dann Tag und Nacht, bis ich 16 Jahre alt war tragen. Neben ständigen Hautpilzerkrankungen und Blutergüssen an den Oberschenkeln hat das Teil NICHTS verändert. Im Gegenteil, die Brustwirbelsäule wurde noch krummer und versteifte sich. Bei der Abschlussuntersuchung bekam ich dann zu hören: "Tut mir Leid, aber mehr können wir nicht tun"

So ging ich heim und sah nie wieder Physiotherapeuten oder Orthopäden. Ich wurde erwachsen und lernte mit meiner "Quasimodo-Optik" zu leben und umzugehen. Ich bekam meine Söhne und hatte nie Probleme. Rückenschmerzen kenn ich gar nicht.

Vor einem Jahr hatte ich arge Probleme mit meinem rechten Knie. Das MRT zeigte das der Knorpel ungleichmäßig abnutzt und wuchert. -Ursache unbekannt- kam vom Arzt...

Vor ein paar Monaten hatte ich dann beim Katzenklo reinigen einen s.g. Hexenschuss - also habe mir den Ischias eingeklemmt. Ich konnte mein Becken nicht gerade stellen, es war als blockiere da was und bekam durch das Schrägstehen tierische Schmerzen am rechten Schulterblatt (Buckel). Diese brannten wie tausend Nadelstiche. Nach einer Woche Diclophenac-Spritzen vom Hausarzt und keiner Besserung ging ich dann nach fast 15 Jahren zu einem Orthopäden und klagte ihm mein Leid.

Ich erzählte ihm von meiner Vorgeschichte und dass ich Angst hätte, dass was mit den Bandscheiben sein könnte. Er sah mich verdutzt an und bat mich, mich auf die Liege zu legen. Er bog und zerrte an meinen Beinen und stellte fest, dass er das rechte angewinkelte Bein nicht nach Innen drücken konnte.

Daraufhin sagte er, dass es auf keinen Fall die Bandscheiben seien und bat mich zum Röntgen, wo er dann meine Wirbelsäule aufnahm. Zusätzlich machte er ein Ultraschall meiner Hüfte.

Ergebnis: Nix mit M. Scheuermann - neue Diagnose: Kyphoskoliose und Hüftdisplasie (Ursache für mein kaputtes Knie)- Wunderbar! Soll ich jetzt lachen oder weinen?
Die Kyphose befindet sich teils in der HWS und zieht sich über die BWS hinaus - 72° - wurden gemessen. Die Skoliose spielt teilweise in die Kyphose der BWS ein, hauptsächlich liegt sie in der LWS - leichte S-Biegung nach links, daher ist meine Hüfte kanpp 2 cm verschoben. Die Skoloiose wurde damals beim M.Scheuermann als Hohlkreuz abgeschrieben.

Wie auch immer... Durch den Hexenschuss hatte ich eine Wirbelblockade in der LWS die den rechten Gelenkhänger der Hüfte festgesetzt hatte. Nach einer Woche "Hüftwackelübungen", Massagen und Wärme ist das wieder gut.

Nun habe ich mal wieder nach Bildern zu M.Scheuermann und Kyphoskoliose gegoogelt aber momentan bin ich total verwirrt. Ich traue keinem Arzt mehr! Seht euch mal die Bilder an, möchte gern wissen was ihr davon haltet.

Bei der Physio haben wir nun bemerkt, dass meine Kyphose nicht ganz steif ist! bis auf zwei Wirbel genau in der Mitte kann man da Biegen^^ Ich selbst bekomme die BWS dort nicht aus eigener Kraft bewegt aber die Physiotherapeutin!

Nun bin ich guter Hoffnung den "Buckel" vielleicht doch zu verkleinern und Haltung zu kriegen. Die Ärzte sagten mir, dass ein Korsett nichts mehr bringen würde, im Netz habe ich gelesen, dass sehr wohl auch Erwachsenen so therapiert werden können.

Weiterhin liest man überall von der Schroth-Therapie". Was ist das genau und kann man die tatsächlich nur auf Kuren machen? Ich bin alleinerziehend und kann nicht 6 Wochen mal weg, würde aber gern alles mitnehmen was ich kriegen kann!

Momentan gehe ich zur Physiotherapie, turne Zuhause jeden Tag ne halbe Stunde und am WE gehts Fahrradfahren oder Walken.
Ich habe überlegt einmal die Woche Schwimmen zu gehen, Die Ärzte sagen ja immer Schwimmen ist super für den Rücken. Ich habe allerdings überlegt, dass Brustschwimmen wohl nicht so angebracht wäre, denn das bringt ein Überstrecken der HWS und ich würde vermutlich ordentlich ins Hohlkreuz gehen. Dann eher Rückenschwimmen? Was meint ihr?

Bin für jede Info und jeden Ratschlag dankbar!!

gglg
Alex


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Loo
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Diagnose: Thorakolumbalskoliose 25° BWS, 45° LWS, Coxa valga 135°, Hüftdysplasie, Kyphose 50°, Beckenschiefstand 0,5 cm
Therapie: -zu spät entdeckte und falsch behandelte Skoliose..außer KG wurde nie etwas gemacht. Ab dem 19 Dez. Korsett und Schuheinlagen, Kniebandage

Re: Ständig andere Diagnosen :(

Beitrag von Loo »

Liebe Alex!

Ich habe deinen Text gründlich gelesen und muss dir sagen, dass es mir schwer fällt, soetwas wie eine Diagnose zu treffen. Jedoch ging es mir ähnlich, ich habe verschiedene Ärzte abgeklappert und durfte mir ihre zum Teil schon sehr skurrilen Ansichten anhören. Wenn es sich bei dir wirklich um eine Skoliose handeln sollte, empfehle ich dir diese Ärzte:
- Dr. Hoffmann, Leonberg in Zusammenarbeit mit Herrn Rahmouni
- Dr. Wilke, Berlin in Zusammenarbeit mit Herrn Nahr
- Ambulanz Bad Sobernheim in Zusammenarbeit mit CCtec

Ich selber leide auch an einer Hüftdysplasie, die z.T in mein Knie strahlt und Schmerzen verursacht, obwohl der Knorpel (noch) intakt ist. Generell sind Hüftdysplasien oft Ursachen für wachstumsbedingte Rückendeformitäten. Weißt du welcher Knorpel an deinem Knie abgenutzt ist und wie viel Grad die Skoliose betragen soll? Ich persönlich bin bei Dr. Hoffmann in Behandlung und nehme dafür auch fast 500km Hinfahrt in Kauf. Er kennt sich jedoch sehr gut mit Skoliosen un Kyphosen aus und war der erste Arzt , der auch meine Hüfte geröntgt hat.
Liebe Grüße, Loo
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Silas
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Re: Ständig andere Diagnosen :(

Beitrag von Silas »

Anhand dieser Einzelaufnahmen lässt sich die Wirbelsäule nicht beurteilen.

Allerdings ist auf der Aufnahme des unteren Rückens eine Skoliose zu sehen, weshalb ich Dir zu einer Abklärung bei einem der o.g. Experten rate.
"Man kann nicht beweisen, dass Gott nicht existiert. Aber die Wissenschaft macht Gott überflüssig."
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J-Maria
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Re: Ständig andere Diagnosen :(

Beitrag von J-Maria »

Hallo Angel2007,

du hast vergessen, die Röntgenbilder zu anonymisieren
auf dem Röntgen steht: Vor-/Nachname + Geburtsdatum
Also schnell nacharbeiten …


Bewegung und Sport – das machst Du schon richtig!
Auch deine Intuition, dass Rückenschwimmen günstiger ist, kann man nur bestätigen.
Du kannst beim Sport noch mehr für dich rausholen,
wenn deine Bewegungsabläufe auf deine besondere Situation
- also deine individuelle WS-Deformität – optimiert sind.
Dabei kann Dir Spiraldynamik helfen. Erfahrungsgemäß haben
Patienten, die schon Schroth erfahren sind hier Vorteile, weil sie
sich bereits beim Schrothen ein Körperbewusstsein antrainiert haben.
Das macht es einfacher, ist aber keine Bedingung.

Zum Thema Korsett wurden schon oben Tipps gegeben.
Vergleiche die Korsettbauweisen verschiedene Hersteller
um herauszufinden, was dir besser entspricht.
Körperlich kommen Erwachsene im Schnitt nicht so gut klar mit einem Korsett
wie Jugendliche, das ist individuell und eine Sache des Ausprobierens.
Bereits im Gespräch wird dir der Korsettbauer eine grobe Schätzung abgeben
können, in wie weit du von einem Korsett profitieren könntest.
angel2007_2004
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Re: Ständig andere Diagnosen :(

Beitrag von angel2007_2004 »

Hallo,

vielen Dank für eure Antworten!

Das mit den Ärzten ist so eine Sache... Der letzte, den ich aufgrund des geklemmten Ischias aufsuchte, war auch der erste, der sich alles mal genauer angesehen hat... Ich kann leider nicht durch halb Deutschland reisen, ich arbeite und hab meine zwei Jungs und den Kater. Das lässt sich leider organisatorisch nicht vereinbaren :(

Was die Displasie angeht... Welcher Knorpel - keine Ahnung. Auf jeden Fall ist er, von vorne betrachtet, zur Innenseite hin stark abgenutzt und wuchernd und nach außen hin kaum abgenutzt. Habe da so eine Bandage, wenns weh tut trag ich die ne Woche und dann ists wieder gut.

In der Zwischenzeit habe ich mich ein Bißchen ins Thema Schroth einlesen können. Es gibt ja nunmehr nur diese 2 Kliniken in Deutschland. Weiß jemand ob man die Kinder dort mitnehmen kann? Ich würd so ne Kur gern machen, aber ich bin alleinerziehend, kann die Kinder ja nicht 12 Wochen bei Nachbarn "Parken". Da könnt ich mich auch gar nicht auf mich konzentrieren.

Am 08.03. habe ich einen Termin bei dem Orthopäden. Dann werde ich ihn mal aufs Thema Korsett und Bad Salzungen ansprechen.

Den Krümmungsgrad der Skoliose kann ich nicht sagen. wie auf den Bildern zu sehen ist die eher leicht. Ohne den "Buckel" wäre das Ganze gar nicht erkennbar von Außen. Die Kyphose beträgt 70°. Damals, nach Beendigung der fälschlichen Therapie auf M. Scheuermann wurde mir eine OP nahegelegt. Die wollten die komplette WS begradigen und versteifen. Nein Danke! Wollt mich schon ein Bissl bewegeb können -.-

Dass die Krümmung der BWS definitiv KEIN M.Scheuermann ist, habe ich nun sicher feststellen können, denn bei M. sind die Wirbel keilförmich in einander gewachsen, sodass der Bereich steif ist. Mittlerweile habe ich es durch meine Physio geschafft, im Sitzen mit leicht nach hinten gestützen Armen, die BWS ganz zu krümmen und wieder aufzurichten. Hätte nie gedacht, dass ich das mal erleben würde :)

Also mal sehen was der Arzt sagt... Vielleicht stehe ich irgendwann mal gerade *freu*

lg
Alex

P.S. Wie krieg ich den Post denn bearbeitet?
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Silas
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Re: Ständig andere Diagnosen :(

Beitrag von Silas »

Während einer Reha hast Du Anspruch auf eine von der Rentenversicherung oder Krankenkasse bezahlten Kinderbetreuung.
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angel2007_2004
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Re: Ständig andere Diagnosen :(

Beitrag von angel2007_2004 »

Ne, das ist keine Alternative. Wenn die Kinder nicht bei mir sein können (da während den Therapieeinheiten betreut werden) gehts nicht. Ich kann nicht ein 7 und 4 jähriges Kind 3 Monate bei Fremden lassen, geht gar nicht. Dann hat sich das Thema für die nächsten Jahre erübrigt und wir greifen auf die "herkömmlichen" Methoden zurück -.-
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Kaffeetrinker
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Stand 2013----74° (ohne mein zutun)
Gut gehalten :)
Therapie: Korsetttherapie abgebrochen,
Reha BaSa 02/03 2014
es war geil und vermiss die Leute echt :) (und die Quälerei^^)
Wohnort: Südpfalz

Re: Ständig andere Diagnosen :(

Beitrag von Kaffeetrinker »

wie kommst du auf 3 Monate???

sind in der Regel 3-4 Wochen.

auch wenns egoistisch klingt aber an die eigene Gesundheit soll man auch denken.
Bärle

Re: Ständig andere Diagnosen :(

Beitrag von Bärle »

Hallo Angel,

wie wurden die Aufnahmen für die Hüfte gefertigt im Bezug auf die
Knorpeldarstellung. Bin selbst zusätzlich von der Hüftdysplasie & Co.
betroffen.

In Sobernheim gibt es eine Kinderbetreuung, das ginge von dem her
gut zu machen. Eine Reha ist schon wichtig für dich.

meine Grüße, Thomas
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Re: Ständig andere Diagnosen :(

Beitrag von Silas »

Deinen Kindern geht es auch besser, wenn es Dir gut geht.

Außerdem sind 3 Wochen nun wirklich kein schlimmer Zeitraum...
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