Teufelskreis der Symptome

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Vroni2101
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Teufelskreis der Symptome

Beitrag von Vroni2101 »

Hallo,

ich bin neu hier im Forum und hoffe, dass ich hier richtig bin. Ich habe schon sooo viel gegooglt und gesucht und nun hier gelandet. Und ich dachte mir, ich schreib mal meine Wehwechen auf, vielleicht bekomme ich ja hilfreiche Tips oder wenigstens etwas Aufmunterung ;)

Also ich bin 26 Jahre und bei mir wurde so zwischen dem 10 und 13 Lebensjahr eine Skoliose festgestellt. Es folgte Krankengymnastik und Schuheinlagen. Ich muss ehrlich gestehen, dass mich das in dem Alter nicht so interessiert hat, ich hatte auch nicht schlimme Schmerzen. So hab ich die Einlagen oft vergessen und gezeigte Übungen für den Rücken zu hause selten weitergemacht.

Vor ein paar Jahren bin ich dann mit kribbeln in den Armen zum Orthopäden, welcher meinte das hätte mit dem Rücken nix zu tun...daraufhin hab ich den Orthopäden gewechselt und bin nun seid ca zwei Jahren bei einem neuen. Der hat mich untersucht und die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, weil mein Rücken wohl "erhebliche Defizite" aufzeigt. Leider kann ich euch keine genauen Diagnosen aufschreiben, die müsste ich mal genau nachfragen. Aber auf dem Rezept der KG stand was von L-förmiger Totalskoliose und z.n.M Scheuermann. Der Orthopäde hat mir auf nem Röntgenbild auch eine Stelle an der Hüfte bzw Becken gezeigt, die wohl schon verwachsen oder verknöchert ist. Ich bin nun seit fast zwei Jahren dort in Behandlung und gehe in 6-8wöchigem Abstand dort zur Atlas-Therapie. Da merkte ich zu Anfang auch Besserung. Zur Zeit aber leider nix mehr :( In der Behandlung folgte dann Rhea-Sport, Krankengymnastik, Halskrause zum Schlafen, elastischen "Gürtel" zur Stabilisierung und die Empfehlung einen Zahnarzt für Kiefergelenksdiagnostik aufzusuchen, da mein Kiefer auch etwas schief ist. Habe dort eine Bissschiene bekommen, da ich nachts wohl heftig die Zähne aufeinander beiße.

Meinen Symptome werden aber einfach nicht besser. Habe dann nach einem Ostheopaten gesucht. Und bin hier schon beim zweiten. Die Behandlungen tun für den Moment total gut, aber es ist nicht langanhaltend (und ich wäre schon froh, wenn es sich nur um 2 tage handeln würde).

Die Symptome sind die, dass ich morgens aufstehe. Mir etwas schwindelig schlapp ist und entweder beim Frühstück oder nach einer Std bei der Arbeit fängt es an, dass meine Gesichtshälfte taub wird. Bzw. sie fühlt sich so an, es ist nichts zu sehen (der mund ist nicht schief, das auge lässt sich schließen etc). Als wenn die Betäubung vom Zahnarzt nachlassen würde. Dies ist überwiegend rechts der Fall, kommt aber auch mal links vor. Damit schlepp ich mich durch den Tag und wenn ich zu hause bin, leg ich mich als erstes hin oder sitze so, dass der Kopf abgestützt ist. Oftmals wird es dann besser bzw das Taubheitsgefühl geht und es kommt ein Druck im Kopf mit Schwindel und Kopfschmerzen. Fast so, als wenn das Blut wieder fließen könnte. Bin im Nackenbereich nur noch verspannt. Diese Kopfschmerzen und das Taubheitsgefühl machen mir dann zwischenzeitlich echt Angst bzw. sind meine Nerven langsam echt am Ende. Im März bin ich beim Neurologen gewesen um anderes auszuschließen:EEG und CT gemacht, kein Befund!!!

Kann das alles vom Rücken kommen?? Kann es sein, dass durch Blockaden oder Verspannungen die Nervenbahn zum/im Gesicht gereizt oder abgedrückt werden und diese Missempfinndungen auftreten?? Hat jemand von euch Erfahrunge damit und irgenwelche Tips???


Würde mich über antworten freuen ;)
Saphira
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Re: Teufelskreis der Symptome

Beitrag von Saphira »

Hallo Vroni,

und erstmal :welcome: .

Das mit den Taubheitsgefühlen im Gesicht und dem Schwindel und den Kopfschmerzen hört sich nicht gut an, das sollte wirklich dringend abgeklärt werden :/ . Ich weiß nicht, was bei dir in letzter Zeit alles außer dem EEG und dem CT (ich nehme an vom Kopf, oder?) alles gemacht wurde an Untersuchungen. Wurde das Blut mal gründlich untersucht? Wann wurden die letzten Röntgenaufnahmen von der Wirbelsäule gemacht? Es wäre mal interessant zu sehen, wie die Halswirbelsäule aussieht. Merkst du selbst Verspannungen im Hals-/Nacken-/Schulterbereich? Verspannungen und Blockaden können durchaus üble Beschwerden verursachen. Ich fände es aber auch mal ratsam, ein MRT von der Halswirbelsäule zu machen. Eventuell könnte auch ein oder mehrere Bandscheibenvorfälle in der HWS diese Beschwerden verursachen. Aber wie gesagt, ich bin kein Arzt, aber evtl. könntest du (falls noch nicht geschehen), da mal nachfragen. Ich würde da beim Arzt auch nicht locker lassen, ehe er sich das nicht genauestens angeschaut hat. Das würde mich auch ziemlich beunruhigen und schränkt dich sicherlich auch ein.

Ich drücke dir die Daumen, dass bald die Ursache dafür gefunden werden kann und das dann auch entsprechend behandelt werden kann.

Grüßle,

Saphira
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Vroni2101
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Re: Teufelskreis der Symptome

Beitrag von Vroni2101 »

Hallo Saphira,

schön dass ich so schnell eine Antwort bekommen habe.
Also das CT wurde vom Kopf gemacht, die Gehrinströme gemessen und ein Ultraschall von der Halsschlagader. Da ist alles in Ordnung. Die letzen Blutbilder zeigten auch keine Auffälligkeiten.
Ein MRT oder CT vom Rücken wurde bei mir noch nie gemacht. Lediglich die Röntgenbilder.

Wie merkt man denn einen Bandscheibenvorfall in der HWS? Gibts da typische Symptome??
Ich werde den Orthopäden beim nächsten Mal auf alle Fälle auf ein MRT ansprechen.
Vroni2101
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Re: Teufelskreis der Symptome

Beitrag von Vroni2101 »

...achso und die Röntgenbilder sind jetzt fast zwei Jahre alt.
Verspannungen und Blocken merke ich selber stark in der rechten Schulter...aber ich kann nichtmal genau sagen, was zu erst kommt, ob es das Taubheitsgefühl ist oder die verspannung
Saphira
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Re: Teufelskreis der Symptome

Beitrag von Saphira »

Hallo Vroni,

also ich glaube, es gibt nicht die rein typischen Symptome für einen Bandscheibenvorfall, es kommt immer drauf an, wohin er drückt (manche merken es gar nicht mal, dass sie einen Bandscheibenvorfall haben, andere wiederum haben schon bei leichten Vorwölbungen massive Beschwerden). Aber wenn dieser auf Nerven drückt, können durchaus Blockaden/Verspannungen, Schmerzen und Taubheitsgefühle als Folge daraus resultieren.

Grüßle,

Saphira
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bluecat
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Re: Teufelskreis der Symptome

Beitrag von bluecat »

Hallo Vroni,

deine Symptome kenne ich alle. Blutuntersuchungen, CT/MRT, Neurologe, alles oB und man kommt sich total doof vor gegenüber den Ärzten. Es kann keiner wirklich helfen und es geht einem schlecht. Man hat Angst ob sich nicht doch etwas "Schlimmes" dahinter verbirgt.
Hatte auch Schmerzen im Gesicht, starkes Klosgefühl im Hals, alles immer nur linksseitig.
Das kann alles durchaus von der HWS oder von starken Verspannungen kommen. Bei mir war ein stark korrigierendes Korsett der Grund. Dadurch wurde starke Verspannungen ausgelöst. Man schob es aber auf die Skoliose und wollte mich operieren...
Mittlerweile sind die Beschwerden wesentlich besser/ weg.
Mir hat auch die letzte Reha dabei geholfen.
Hast du schon mal KG nach Schroth gemacht? Ich denke nach Erstellung einer genauen Diagnose bei einem Arzt, der sich mit Skoliose auskennt, könntest du neue Therapieansätze versuchen. Das kann eine Schroth Reha sein, evtl. auch ein für dich geeignetes Korsett, KG.
Das Problem mit dem Klosgefühl hatte ich jetzt erst wieder, ziemlich heftig sogar. Es wurde nichts gefunden. Wurde zum HNO geschickt, welcher nix fand aber sich meine HWS, Kiefer und Schultern näher angesehen hat. Nach 2 oder 3 kurzen Griffen ohne Schmerzen, hat irgendetwas bewirkt, das mir tatsächlich half. Ein Muskelstrand war im Hals so verhärtet, dass er mich gedrückt hat. Auch ich habe eine Zahnschiene, die der HNO jetzt auch kontrollieren möchte.
Wenn man dann noch unter Stress auf der Arbeit oder privat steht, kann das durchaus die Symptome verschlimmern.

LG
Vroni2101
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Re: Teufelskreis der Symptome

Beitrag von Vroni2101 »

Hallo Bluecat,

ersteinmal muss ich echt sagen, dass ich so froh bin, dass Forum gefunden zu haben. Es geht einem schon ein bißchen besser, wenn man Verständnis für sein Leiden bekommt und einfach sieht, dass es anderen auch so geht.

Denn ja du hast Recht, beim Arzt komm ich mir schon fast doof vor immer wieder da "rum zu heulen" und auch die Angst, dass "etwas Schlimmes" sein könnte kenn ich nur zu gut. Aber wie gesagt neurologische Befunde, Blut und CT ohne Befund.

Jetzt sitz ich hier wieder bei der Arbeit. Mein Arm schmerzt, mit ist schwindelig und ich zappel nervös auf meinem Stuhl hin und her. Da entsteht natürlich wieder der Kreislauf. Ich bin angespannt, alles verhärtet sich und das Gesicht fühlt sich taub an (bis jetzt noch nicht, aber der Schwindel reicht schon). Es fühlt sich an, als wäre mein Hals bzw Nacken nicht stark genug, meinen Kopf zu tragen. Meine Schulterblätter fangen an zu schmerzen. Ich könnte ewig so weiter schreiben...das Problem ist echt, dass ich mich auch dann irgendwann so auf meine Haltung konzentriere, dass ich nicht krumm sitze oder verspanne, aber das scheint dann so krampfug zu sein, dass alles ins Gegenteil umschlägt.

Am Freitag habe ich wieder einen Termin beim Orthopäde. Da werde ich dann mal nach meiner genauen Diagnose fragen und auch nach weiteren Behandlungsmöglichkeiten. Ich werde mich nicht wieder so abspeisen lassen, dass er nur schnell die Atlastherapie macht und dann wieder verschwunden ist.

Von der Schroth-KG hab ich jetzt schon öfter gehört, habe das aber noch nicht gemacht. Was ist denn das besondere daran?
Und ich finde es ja echt erschreckend, dass es bei dir durch ein Korsett erstmal schlimmer geworden ist, wo es ja das gegenteil bewirken sollte!!!

Ich setze auch nochmal große Hoffnungen in meine Zahnschiene, denn die ist kaputt und ich bekomme eine neue. Trage die also schon einige Tage nicht mehr. Kann gut sein, dass es sich dadurch nochmal verschlechtert hat. Aber optimal war es mit Schiene auch nicht :( Ich habe auch keine Schmerzen im Gesicht, wie du. Absolut nicht. Aber diese Missempfindungen reichen mir da auch vollkommen :(

Habt ihr noch Ideen oder Anregungen auf was ich den Orthopäden am Freitag vielleicht direkt ansprechen kann??
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Dolphingirl94
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Re: Teufelskreis der Symptome

Beitrag von Dolphingirl94 »

Hallo,
KG nach Schroth ist eine spezielle Krankengymnastik gegen Skoliose (bzw. Hyperkyphose). Es wird in asymmetrischen Übungen gegen die Skoliose u.a. mit Atemtechniken gearbeitet. Mehr Informationen findest du auf der Homepage von Christa Lehnert-Schroth, die die Krankengymnastik mit ihrer Mutter entwickelt hat .
Schroth können nicht alle Physiotherapeuten. Es gibt aber eine Telefonnummer von der Schroth-Klinik in Bad Sobernheim, wo man sich ausgebildete Physiotherapeuten für seine Region (Postleitzahl) nennen lassen kann: 06751/874-174
Es reicht ein normales Rezept vom Orthopäden für Krankengymnastik.
Aber bevor du eine Therapie versuchst, solltest du eine neue Diagnose bekommen. Ich bin (wie die meisten hier) Laie, ich weiß nicht, inwiefern KG nach Schroth dir helfen kann. Zunächst solltest du deinen Orthopäden vielleicht nach den Winkeln deiner Skoliose nach Cobb fragen.
LG, Dolphingirl
Was die Raupe das Ende der Welt nennt, nennt der Rest der Welt Schmetterling. (Laozi)
Aktueller Thread: Kontrolle in Bad Sobernheim
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Re: Teufelskreis der Symptome

Beitrag von bluecat »

Dolphingirl hat dir ja schon einiges dazu geschrieben.

Du musst es einfach versuchen. Frage deinen Arzt, ob er KG nach Schroth überhaupt kennt. Frag ihn was er von einer Reha in Bad Sobernheim oder Bad Salzungen hält und ob er dich darin unterstützen würde eine Reha zu beantragen. Dort lernst du so vieles über deinen Rücken, was du jetzt nicht weißt.

Du verkrampfst dich einfach bis in jede Pore, weil sich in deinem Kopf alles nur noch um die Beschwerden, Unwohlfühlen und Angst dreht. Man kommt nicht mehr runter....das macht total mürbe.

Naja, mit dem Korsett wurde es erst besser. Aber dann kam Nummer 2, stärker und härter zu tragen, die Angst es nicht zu schaffen weil mir das Tragen schwer zu schaffen machte, die Schmerzen beim Tragen, und die massiven Verspannungen. So ging der Kreislauf los.

Ich habe jetzt wieder eins, mal sehen wie es wird, will mir hier aber keinen Druck mehr machen.
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