Hallo,
ich bin gerade beim google hier gelandet.
heute hat mein Arzt über einer Operation im Wirbeläule und über eine Stange die im rücken fixiert wird, einbisschen erzählt!
ich hab Angst davor und habe z.Z. keine Ahnung ob diese Stange das ganze Leben im Rücken bleibt oder muss man nachher rausnehmen?
hat jemand vielleicht eine Erfahrung damit?
LG, Natalie
Operation wegen Rundrücken, wie wird gemacht!
- Toni
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- Diagnose: M. Scheuermann Kyphose (urspr. 68°)
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Hallo Natalie
Herzlich willkommen im Skoliose & Kyphose Info-Forum.
Es gibt verschiedene OP-Verfahren.
Bisher wurden bei Kyphose (und bei Skoliose)OP die Bandscheiben entfernt.
Bei Kyphose-Operationen wird und wurde auch oft ein oder mehrere Knochenkeile aus Wirbelkörpern ausgesägt und umgekehrt wieder eingesetzt um die Kyphose-verursachenden Keilwirbel auszugleichen.
Das nennt man dann Osteotomie.
Statt der Bandscheiben werden einige der unteren (unechten) Rippen entfernt und diese zu einer Art Knochenbrei zerstampft oder mit "Seitenschneider" zu Stückchen zerschnitten. Ichhabe auch schon von Fällen gehört, bei denen Teile des Beckenkamms entfernt wurden zur Gewinnung von Knochenmaterial. Das wird statt der entfernten Bandscheiben zwischen die Wirbelkörper eingebracht. Die Wirbelkörper werden bis auf den blutenden Knochen so angefräst, daß keine Rest von knorpeligem Material ( Bandscheibenfasern) zurück bleiben. Dann wird meistens 2 Stangen überwiegend aus Titan (in einigen Kliniken immer noch chirurgischer Edelstahl) so mit Pendikelschrauben an den Wirbelkörpern befestigt, daß die WS begradigt und aufgerichtet. Die Knochenpartikel zwischen den Wirbelkörpern verbinden sich mit den knöchernen Deckplatten zu einem Kallus, der immer mehr zu einem stabilen Knochen zusammenheilt. Der so versteifte Abschnitt der WS verbindet sich also zu einem einzigen festen Knochen.
Wird ein primärstabiles Implantat verwendet, ist die WS sofort ( relativ) fest und der/die Patientin kann bald aufstehen. Bei anderen Implantaten (nur eine Stange?) ist die Primärstabilität noch nicht gegeben und der Patient muss nach der OP für einige Monate (in manchen Fällen Jahre) ein stabilisierendes (nicht korrigierendes) Korsett tragen, das er nicht selbst ablegen kann. Zuerst ein Gipskorsett, später ein Kunststoffkorsett, mit dem man auch baden oder duschen kann.
Bei sofort primärstabilen Implantaten ist das Korsett nicht notwendig. Ich weis aber von Patienten, die sich nach einer solchen OP ohne das schützende und stützende Korsett total unsicher (z.B. beim gehen oder autofahren) gefühlt haben.
Wenn (nach ca. 1 Jahr die WS zu diesem stabilen Knochen zusammengewachsen ist, könnte theoretisch das Implantat (Stangen und Schrauben) wider entfernt werden.
In der Praxis wird das aber nicht gemacht, weil Risiko und Kosten einer solchen OP wesentlich höher sind, als wenn es bis ans Lebensende drinn bleibt.
Es gibt aber durchaus Fälle, in denen eine Unverträglichkeit des Körpers gegen das Implantat entsteht und das Immunsystem das Implantat mit ständigen Entzündungen "angreift". Es ist auch schon vorgekommen, daß Keime (Bakterien) mit eingebaut wurden und dann sich Eiter aus dem OP-Bereich absondert. In solchen Fällen muss das Implantat wider entfernt werden.

Neuerdings habe ich hier gelesen, daß Prof.Dr. Halm in Neustadt/Holstein
auch Kyphose-OP OHNE Release ( Entfernung der Bandscheiben) machen will. Nur den Einbau eines aufrichtenden Implantats. Die Bandscheiben bleiben drinn. Dann ist es so , daß die WS immer noch unter einer großen, in die Inklination und die Kyphose hineinziehenden Spannung bleibt, aber von dem stabilen Implantat aufgerichtet gehalten wird.
Ich frage mich, was da bei einem Materialermüdungsbruch (bei diesen Implantaten leider gar nicht so selten, besonders wenn der oder die Stäbe ständig unter dynamischer Spannung stehen) passiert.
Vorteil dieser Varianten mit den drinn bleibenden Bandscheiben: Eine wesentlich kleinere OP von Hinten, ohne Öffnung des Brustkorbes.
http://www.boss.net.au/spinenotes/schma ... age009.jpg
generell als Nachteil einer OP sehen ich folgendes:
1. Die OP richtet "nur" einen Teil der WS auf.
2. Die OP beseitigt nicht die gesamten Haltungs- Körperstatik- und Körperbewusstseins-Probleme, die in die Kyphose hineingezogen haben, wie z.B. fehlende Beckenkorrektur, schlaffe Bauchdecken, verkürzte Beinrückseiten, verkürzte Brustmuskeln, hängende Schultern, vorgeneigte und hängende Kopfhaltung usw.....
3. Die OP schwächt den Patienten und kräftigt nicht (im Gegensatz zu einer konservativen Therapie mit Korsett und Reha)
4. Die Reklinations-Spondylodese-OP beinhaltet (wie JEDE OP!) unberechenbare Risiken: von tödlich verlaufenden postoperativen Rückenmarksschwellungen, beschädigung und Ausfall einzelner Nerven (der Beine oder der Verdauungs- und Harnableitungs-Organe (Inkontinenzgefahr) über eine klinische Sepsis bis zum Thrombose-Risiko und ist alles andere als harmlos.
Eine solche OP macht man üblicherweise erst dann, wenn wirklich ALLES was konservativ möglich ist versucht worden ist und aus diversen Gründen gescheitert ist. Und dann auch nur wenndie Schmerzen so groß, der psychische und physische Leindensdruck so hoch ist, daß es keinen anderen Ausweg außer der OP gibt, weil andere Chancen ausgeschöpft sind oder nicht bestehen.
Bei Kyphose-OP besteht erfahrungsgemäß ein bis zu 8-mal höheres Komplikationsrisiko als bei Skoliose-OP´s und nur 50% der Patienten sind nach mit weniger Schmerzen als vorher.
Wir haben (hatten) hier in unserem Forum bisher nur einen einzigen zufriedenen Kyphose-OP-Patienten, der aber rel. früh in Bad Wildungen WWK ( mit Langzeit-Gipskorsett-Nachbehandlung) operiert wurde.
Solche OP´s werden in folgenden Klinken gemacht (kein Anspruch auf Vollständigkeit:
n NRW:
Uniklinik Münster ( deren bisheriger "Star-Chirurg" für solche WS OP PD Dr. Liljenqvist ist nicht mehr da)
Eventuell auch in der Uniklinik Essen, doch von da haben wir keinen einzigen Bericht über eine solche OP.
Außerhalb von NRW:
Bei Prof. Halm in Neustadt/Holstein (derzeit bekanntester, innovativster WS Chirurg)
Bei Dr. Niemayer in der Uniklinik Tübingen
Werner-Wickert-Klinik Bad Wildungen/Reinhartshausen (neuer Chefarzt)
Prof. Carstens Uniklinik Heidelberg
Prof. Harms Karlsbad/Langensteinbach
Eine Kyphose OP sollte möglichst nur ein sehr erfahrener WS-Chirurg durchführen, der häufiger auch Kyphose-OP´s macht und nicht nur Skoliose-OP. Leider wird von einigen Chirurgen die Kyphose unterschätzt, weil sie ja scheinbar einfach und nur 2-dimensional zu korrigieren ist.
Mir ist auch noch nicht ganz klar, warum sie im Schmerzpotential offensichtlich deutlich höher und in der Patientenzufriedenheit deutlich abgeschlagen weit hinter den oft glücklichen Skoliose-Operierten abgeschlagen zurückliegt.
Jetzt habe ich mal einige Fragen:
Wie alt bist Du?
Wie stark gekrümmt ist Deine Kyphose? in Grad COBB?
Wo hat Deine Kyphose ihren Scheitelpunkt?
Hast Du Morbus Scheuermann?
Was hast Du bisher konservativ gegen die Kyphose unternommen?
Wie könnten wir Dir helfen?
Gruß Toni
Herzlich willkommen im Skoliose & Kyphose Info-Forum.
Es gibt verschiedene OP-Verfahren.
Bisher wurden bei Kyphose (und bei Skoliose)OP die Bandscheiben entfernt.
Bei Kyphose-Operationen wird und wurde auch oft ein oder mehrere Knochenkeile aus Wirbelkörpern ausgesägt und umgekehrt wieder eingesetzt um die Kyphose-verursachenden Keilwirbel auszugleichen.
Das nennt man dann Osteotomie.
Statt der Bandscheiben werden einige der unteren (unechten) Rippen entfernt und diese zu einer Art Knochenbrei zerstampft oder mit "Seitenschneider" zu Stückchen zerschnitten. Ichhabe auch schon von Fällen gehört, bei denen Teile des Beckenkamms entfernt wurden zur Gewinnung von Knochenmaterial. Das wird statt der entfernten Bandscheiben zwischen die Wirbelkörper eingebracht. Die Wirbelkörper werden bis auf den blutenden Knochen so angefräst, daß keine Rest von knorpeligem Material ( Bandscheibenfasern) zurück bleiben. Dann wird meistens 2 Stangen überwiegend aus Titan (in einigen Kliniken immer noch chirurgischer Edelstahl) so mit Pendikelschrauben an den Wirbelkörpern befestigt, daß die WS begradigt und aufgerichtet. Die Knochenpartikel zwischen den Wirbelkörpern verbinden sich mit den knöchernen Deckplatten zu einem Kallus, der immer mehr zu einem stabilen Knochen zusammenheilt. Der so versteifte Abschnitt der WS verbindet sich also zu einem einzigen festen Knochen.
Wird ein primärstabiles Implantat verwendet, ist die WS sofort ( relativ) fest und der/die Patientin kann bald aufstehen. Bei anderen Implantaten (nur eine Stange?) ist die Primärstabilität noch nicht gegeben und der Patient muss nach der OP für einige Monate (in manchen Fällen Jahre) ein stabilisierendes (nicht korrigierendes) Korsett tragen, das er nicht selbst ablegen kann. Zuerst ein Gipskorsett, später ein Kunststoffkorsett, mit dem man auch baden oder duschen kann.
Bei sofort primärstabilen Implantaten ist das Korsett nicht notwendig. Ich weis aber von Patienten, die sich nach einer solchen OP ohne das schützende und stützende Korsett total unsicher (z.B. beim gehen oder autofahren) gefühlt haben.
Wenn (nach ca. 1 Jahr die WS zu diesem stabilen Knochen zusammengewachsen ist, könnte theoretisch das Implantat (Stangen und Schrauben) wider entfernt werden.
In der Praxis wird das aber nicht gemacht, weil Risiko und Kosten einer solchen OP wesentlich höher sind, als wenn es bis ans Lebensende drinn bleibt.
Es gibt aber durchaus Fälle, in denen eine Unverträglichkeit des Körpers gegen das Implantat entsteht und das Immunsystem das Implantat mit ständigen Entzündungen "angreift". Es ist auch schon vorgekommen, daß Keime (Bakterien) mit eingebaut wurden und dann sich Eiter aus dem OP-Bereich absondert. In solchen Fällen muss das Implantat wider entfernt werden.

Neuerdings habe ich hier gelesen, daß Prof.Dr. Halm in Neustadt/Holstein
auch Kyphose-OP OHNE Release ( Entfernung der Bandscheiben) machen will. Nur den Einbau eines aufrichtenden Implantats. Die Bandscheiben bleiben drinn. Dann ist es so , daß die WS immer noch unter einer großen, in die Inklination und die Kyphose hineinziehenden Spannung bleibt, aber von dem stabilen Implantat aufgerichtet gehalten wird.
Ich frage mich, was da bei einem Materialermüdungsbruch (bei diesen Implantaten leider gar nicht so selten, besonders wenn der oder die Stäbe ständig unter dynamischer Spannung stehen) passiert.
Vorteil dieser Varianten mit den drinn bleibenden Bandscheiben: Eine wesentlich kleinere OP von Hinten, ohne Öffnung des Brustkorbes.
http://www.boss.net.au/spinenotes/schma ... age009.jpg
generell als Nachteil einer OP sehen ich folgendes:
1. Die OP richtet "nur" einen Teil der WS auf.
2. Die OP beseitigt nicht die gesamten Haltungs- Körperstatik- und Körperbewusstseins-Probleme, die in die Kyphose hineingezogen haben, wie z.B. fehlende Beckenkorrektur, schlaffe Bauchdecken, verkürzte Beinrückseiten, verkürzte Brustmuskeln, hängende Schultern, vorgeneigte und hängende Kopfhaltung usw.....
3. Die OP schwächt den Patienten und kräftigt nicht (im Gegensatz zu einer konservativen Therapie mit Korsett und Reha)
4. Die Reklinations-Spondylodese-OP beinhaltet (wie JEDE OP!) unberechenbare Risiken: von tödlich verlaufenden postoperativen Rückenmarksschwellungen, beschädigung und Ausfall einzelner Nerven (der Beine oder der Verdauungs- und Harnableitungs-Organe (Inkontinenzgefahr) über eine klinische Sepsis bis zum Thrombose-Risiko und ist alles andere als harmlos.
Eine solche OP macht man üblicherweise erst dann, wenn wirklich ALLES was konservativ möglich ist versucht worden ist und aus diversen Gründen gescheitert ist. Und dann auch nur wenndie Schmerzen so groß, der psychische und physische Leindensdruck so hoch ist, daß es keinen anderen Ausweg außer der OP gibt, weil andere Chancen ausgeschöpft sind oder nicht bestehen.
Bei Kyphose-OP besteht erfahrungsgemäß ein bis zu 8-mal höheres Komplikationsrisiko als bei Skoliose-OP´s und nur 50% der Patienten sind nach mit weniger Schmerzen als vorher.
Wir haben (hatten) hier in unserem Forum bisher nur einen einzigen zufriedenen Kyphose-OP-Patienten, der aber rel. früh in Bad Wildungen WWK ( mit Langzeit-Gipskorsett-Nachbehandlung) operiert wurde.
Solche OP´s werden in folgenden Klinken gemacht (kein Anspruch auf Vollständigkeit:
n NRW:
Uniklinik Münster ( deren bisheriger "Star-Chirurg" für solche WS OP PD Dr. Liljenqvist ist nicht mehr da)
Eventuell auch in der Uniklinik Essen, doch von da haben wir keinen einzigen Bericht über eine solche OP.
Außerhalb von NRW:
Bei Prof. Halm in Neustadt/Holstein (derzeit bekanntester, innovativster WS Chirurg)
Bei Dr. Niemayer in der Uniklinik Tübingen
Werner-Wickert-Klinik Bad Wildungen/Reinhartshausen (neuer Chefarzt)
Prof. Carstens Uniklinik Heidelberg
Prof. Harms Karlsbad/Langensteinbach
Eine Kyphose OP sollte möglichst nur ein sehr erfahrener WS-Chirurg durchführen, der häufiger auch Kyphose-OP´s macht und nicht nur Skoliose-OP. Leider wird von einigen Chirurgen die Kyphose unterschätzt, weil sie ja scheinbar einfach und nur 2-dimensional zu korrigieren ist.
Mir ist auch noch nicht ganz klar, warum sie im Schmerzpotential offensichtlich deutlich höher und in der Patientenzufriedenheit deutlich abgeschlagen weit hinter den oft glücklichen Skoliose-Operierten abgeschlagen zurückliegt.
Jetzt habe ich mal einige Fragen:
Wie alt bist Du?
Wie stark gekrümmt ist Deine Kyphose? in Grad COBB?
Wo hat Deine Kyphose ihren Scheitelpunkt?
Hast Du Morbus Scheuermann?
Was hast Du bisher konservativ gegen die Kyphose unternommen?
Wie könnten wir Dir helfen?
Gruß Toni
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas!